Präparate

Bupivacainhydrochlorid Accord 2,5 mg/ml Injektionslösung, 10 ml

Verschreibungsinformationen
Arzneimittel ist nicht auf der Liste.
Rezeptpflichtig
Keine Verschreibungseinschränkungen
Sonstige Informationen
Bupivacainhydrochlorid Accord 2,5 mg/ml Injektionslösung, 10 ml
Gluten: Nein
Laktose: Nein
Injektionslsg.
Accord Healthcare GmbH
SmPC
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Anwendungsgebiete


Bupivacain wird angewendet:
– zur Anästhesie bei chirurgischen Eingriffen bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren
– zur akuten Schmerzbehandlung bei Erwachsenen, Kleinkindern und Kindern ab 1 Jahr
Bupivacain wird zur länger anhalten-den lokalen Betäubung durch perkutane Infiltration, intraartikuläre Blockade, periphere Nervenblockade und zentrale Nervenblockade (kaudal oder epidural) angewendet.
Bupivacain wird auch zur Schmerzlinderung während der Entbindung angewendet.

Dosierung


Dosierung
Die Dosierung variiert in Abhängigkeit von dem zu betäubenden Bereich, der Vaskularität des Gewebes, der Anzahl der zu blockierenden Segmente, der individuellen Toleranz und der angewendeten Narkosetechnik. Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass eine Einzeldosis von bis zu 150 mg Bupivacainhydrochlorid angemessen ist. Danach können alle zwei Stunden weitere Dosen von bis zu 50 mg verabreicht werden. Innerhalb eines Zeitraums von vier Stunden sollte eine maximale Dosis von 2 mg/kg nicht überschritten werden.
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren
Die folgende Tabelle gibt Richtlinien für die Dosierung bei häufig angewendeten Techniken bei durchschnittlichen Erwachsenen. Angegeben sind jeweils die durchschnittlich erwarteten erforderlichen Dosisbereiche. Faktoren, die bei den spezifischen Blockadetechniken eine Rolle spielen, sowie die individuellen Patientenerfordernisse sind Standard-Referenzwerken zu entnehmen.
Hinweis: Wenn eine länger anhaltende Blockade durch Dauerinfusion oder wiederholte Bolusgaben erforderlich ist, ist das Risiko von toxischen Plasmakonzentrationen oder lokalen Nervenschädigungen zu berücksichtigen.
Die Erfahrung des Arztes und seine Kenntnis des physischen Allgemeinzustands des Patienten sind bei der Berechnung der erforderlichen Dosis wichtig. Es ist die niedrigst mögliche Dosis anzuwenden, die zur Erreichung einer ausreichenden Anästhesie erforderlich ist. Wirkungseintritt und -dauer können individuell variieren.

Für „Dosisempfehlungen bei Erwachsenen“ siehe Tabelle 1.



Die chirurgische Anästhesie (z. B. epidurale Anwendung) erfordert allgemein die Anwendung höherer Konzentrationen und Dosen. Wenn eine weniger intensive Blockade erforderlich ist (z.B. zur Linderung von Wehenschmerzen), ist eine niedrigere Konzentration angezeigt. Das Volumen des angewendeten Arzneimittels bestimmt die Ausdehnung der Anästhesie.
Um eine intravasale Injektion zu vermeiden, ist die Aspiration vor und während der Anwendung der Hauptdosis zu wiederholen. Diese muss langsam oder in ansteigenden Dosen mit einer Geschwindigkeit von 25– 50 mg/min injiziert werden. Dabei sind die Vitalfunktionen des Patienten engmaschig zu überwachen und es muss ein ständiger verbaler Kontakt mit dem Patienten gehalten werden. Eine versehentliche intravasale Injektion ist an einem vorübergehenden Anstieg der Herzfrequenz und eine unbeabsichtigte intrathekale Injektion an den Anzeichen einer Spinalblockade zu erkennen. Bei Auftreten von toxischen Symptomen muss die Injektion sofort abgebrochen werden (siehe Abschnitt 4.8.)
Bisherige Erfahrungen zeigen, dass eine Anwendung von 400 mg über 24 Stunden von durchschnittlichen Erwachsenen gut vertragen wird.
Kinder und Jugendliche von 1 bis 12 Jahren
Regionalanästhetische Verfahren bei Kindern und Jugendlichen müssen von Ärzten durchgeführt werden, die über die entsprechenden Kenntnisse verfügen und mit dieser Patientengruppe und der Technik vertraut sind. Die in der Tabelle angegebenen Dosierungen sind als Richtlinie für die Anwendung bei Kindern zu betrachten. Individuelle Schwankungen können auftreten. Bei übergewichtigen Kindern ist oft eine stufenweise Dosisreduzierung notwendig; die Dosierung muss anhand des idealen Körpergewichts bestimmt werden. Faktoren, die bei den spezifischen Blockadetechniken eine Rolle spielen, sowie die individuellen Patientenerfordernisse sind Standard-Referenzwerken zu entnehmen.
Es ist die niedrigst mögliche Dosis anzuwenden, die zur Erreichung einer ausreichenden Schmerzlinderung erforderlich ist.

Für „Dosisempfehlungen bei Kindern im Alter von 1 bis 12 Jahren“ siehe Tabelle 2.



Bei Kindern ist die Dosis anhand des Gewichts (bis zu 2 mg/kg) zu berechnen.
Um eine intravasale Injektion zu vermeiden, muss die Aspiration vor und während der Anwendung der Hauptdosis wiederholt werden. Diese muss, insbesondere bei der lumbalen und thorakalen Epiduralanästhesie, langsam in ansteigenden Dosen injiziert werden. Dabei müssen die Vitalfunktionen des Patienten kontinuierlich und genau überwacht werden. Eine peritonsilläre Infiltration wurde bei Kindern über 2 Jahren mit Bupivacain 2,5 mg/ml in einer Dosierung von 7,5–12,5 mg pro Tonsille durchgeführt.
Ilioinguinal-iliohypogastrische Blockaden wurden bei Kindern im Alter von 1 Jahr oder älter mit Bupivacain 2,5 mg/ml mit einer Dosis von 0,1– 0,5 ml/kg, entsprechend 0,25– 1,25 mg/kg, durchgeführt. Kinder im Alter von 5 Jahren oder älter erhielten Bupivacain 5 mg/ml in einer Dosis von 1,25–2 mg/kg.
Für Blockaden am Penis wurde Bupivacain 5 mg/ml in Gesamtdosen von 0,2–0,5 ml/kg, entsprechend 1–2,5 mg/kg, angewendet.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Bupivacainhydrochlorid Accord mit und ohne Adrenalin wurde bei Kindern im Alter von unter 1 Jahr nicht untersucht. Es liegen nur begrenzte Daten vor.
Die Sicherheit und Wirksamkeit einer intermittierenden epiduralen Bolus-Injektion oder einer kontinuierlichen Infusion wurden nicht untersucht. Es liegen nur begrenzte Daten vor.

Gegenanzeigen


– Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder gegen Lokalanästhetika vom Amidtyp oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
– Intravenöse Regionalanästhesie (Bier-Block)
– Parazervikalblockade bei der Geburt

Bei der Epiduralanästhesie gelten unabhängig vom angewendeten Lokalanästhetikum folgende zusätzliche Kontraindikationen:
– akute Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie Meningitis, Poliomyelitis, intrakranielle Blutungen, subakute kombinierte Degeneration des Rückenmarks aufgrund von perniziöser Anämie, Blutvergiftung (Sepsis), eine kürzlich erfolgte Rückenmarkverletzung und Hirn- und Rückenmarktumoren
– Rückenmarktuberkulose
– pyogene Hautinfektion an oder in der Nähe der Stelle der Lumbalpunktion
– kardiogener oder hypovolämischer Schock
– Gerinnungsstörungen oder laufende Antikoagulationstherapie

Die Injektion von Bupivacainhydrochlorid-Lösungen in entzündete oder infizierte Bereiche ist kontraindiziert.

Warnhinweise


Bei der Anwendung von Bupivacain zur Epiduralanästhesie oder peripheren Nervenblockade wurde über Fälle von Herzstillstand berichtet, bei denen die Reanimation schwierig war und längere Reanimationsmaßnahmen notwendig waren, bis der Patient ansprach. In einigen Fällen schlug die Reanimation trotz einer scheinbar angemessenen Vorbereitung und korrekten Durchführung fehl.
Wie alle Lokalanästhetika kann auch Bupivacain akute toxische Effekte auf das zentrale Nervensystem und das kardiovaskuläre System verursachen, wenn es für lokale Anästhesieverfahren eingesetzt wird, die zu hohen Konzentrationen des Wirkstoffs im Blut führen. Dies ist besonders nach einer versehentlichen intravasalen Anwendung oder bei Injektion in Gebiete mit hoher Gefäßdichte der Fall. In Zusammenhang mit hohen systemischen Konzentrationen von Bupivacain wurde über ventrikuläre Arrhythmien, Kammerflimmern, plötzlichen kardiovaskulären Kollaps und Tod berichtet.
Bei der lokalen wie bei der allgemeinen Anästhesie muss stets die entsprechende Ausrüstung zur Reanimation bereitstehen. Der verantwortliche Arzt muss die notwendigen Vorkehrungen zur Vermeidung einer intravasalen Injektion treffen (siehe Abschnitt 4.2).
Vor jeder Art von Nervenblockade muss ein intravenöser Zugang für eventuelle Reanimationsmaßnahmen gelegt werden. Der Arzt muss in dem durchzuführenden Verfahren angemessen geschult und mit der Diagnose und der Behandlung von Nebenwirkungen, systemischer Toxizität und anderen Komplikationen vertraut sein (siehe Abschnitte 4.9 und 4.8). Bei der Blockade großer peripherer Nerven kann die Anwendung großer Volumina von Lokalanästhetika in stark vaskularisierte Gebiete, oftmals in der Nähe von großen Gefäßen, erforderlich sein. Dabei besteht ein erhöhtes Risiko einer intravasalen Injektion und/oder systemischen Resorption. Dies kann zu hohen Plasmakonzentrationen führen.
Eine Überdosierung oder versehentliche intravenöse Injektion kann zu toxischen Reaktionen führen. Die Injektion wiederholter Dosen von Bupivacainhydrochlorid kann durch die langsame Akkumulation des Wirkstoffs zu signifikant erhöhten Konzentrationen im Blut führen. Die Verträglichkeit ist vom Zustand des Patienten abhängig.
Wenngleich eine Regionalanästhesie oft die geeignetste Anästhesietechnik ist, ist bei manchen Patienten besondere Vorsicht geboten, um das Risiko gefährlicher Nebenwirkungen zu reduzieren:
– Bei älteren Patienten und Patienten in schlechtem Allgemeinzustand
– bei diesen Patienten muss die Dosis entsprechend dem Allgemeinzustand reduziert werden.
– Bei Patienten mit partiellem oder komplettem Herzblock, da Lokalanästhetika die Erregungsleitung im Myokard unterdrücken können.
– Bei Patienten mit Epilepsie, mit fortgeschrittener Lebererkrankung oder schwerer Nierenfunktionsstörung ist Bupivacainhydrochlorid mit Vorsicht anzuwenden.
– Bei Patientinnen im späten Stadium der Schwangerschaft.
– Patienten, die mit Antiarrhythmika der Klasse III (z.B. Amiodaron) behandelt werden, müssen genau beobachtet und per EKG überwacht werden, da sich die kardialen Effekte addieren können.
Patienten mit einer Allergie gegen Lokalanästhetika vom Estertyp (Procain, Tetracain, Benzocain etc.) zeigten keine Kreuzsensibilität für Wirkstoffe vom Amidtyp wie Bupivacain.
Bestimmte lokalanästhetische Verfahren können unabhängig vom angewendeten Lokalanästhetikum mit schweren Nebenwirkungen einhergehen.
– Bei Patienten mit beeinträchtigter Herzkreislauffunktion dürfen Lokalanästhetika nur mit Vorsicht zur Epiduralanästhesie angewendet werden. Solche Patienten können funktionale Änderungen, die durch die Verlängerung der (atrioventrikulären) AV-Überleitung durch diese Arzneimittel entstehen, möglicherweise schlechter kompensieren.
– Die durch eine zentrale Nervenblockade hervorgerufenen physiologischen Effekte sind bei Vorliegen einer Hypotonie besonders stark ausgeprägt. Bei Patienten mit einer Hypovolämie jeglicher Ursache kann es während einer Epiduralanästhesie zu einer plötzlichen und schweren Hypotonie kommen. Daher muss bei Patienten mit unbehandelter Hypovolämie oder einem signifikant beeinträchtigten venösen Rückfluss eine Epiduralanästhesie vermieden oder mit entsprechender Vorsicht angewendet werden.
– Retrobulbäre Injektionen können in sehr seltenen Fällen in den kranialen Subarachnoidalraum gelangen und zu zeitweiliger Erblindung, zu kardiovaskulärem Kollaps, Apnoe, Krampfanfällen etc. führen.
– Bei retro- und peribulbären Injektionen von Lokalanästhetika besteht ein geringes Risiko einer andauernden Fehlfunktion des Augenmuskels. Zu den Hauptursachen gehören Verletzungen und/oder lokale toxische Effekte an Muskeln und/oder Nerven. Der Schweregrad solcher Gewebereaktionen ist abhängig vom Ausmaß der Verletzung, von der Konzentration des Lokalanästhetikums und von der Einwirkzeit des Lokalanästhetikums auf das Gewebe. Aus diesem Grund muss, wie bei allen Lokalanästhetika, die niedrigste wirksame Konzentration und Dosis des Lokalanästhetikums angewendet werden.
– Vasokonstriktoren können Gewebereaktionen verstärken und dürfen daher nur angewendet werden, wenn sie indiziert sind.
– Die Injektion kleiner Dosen eines Lokalanästhetikums im Kopf- und Halsbereich, einschließlich retrobulbärer, dentaler und Ganglion-Stellatum-Blockaden, kann bei einer unbeabsichtigten intraarteriellen Injektion eine systemische Toxizität verursachen.
– Die Injektion von adrenalinhaltigem Bupivacain in den Bereich von Endarterien (z.B. Peniswurzel, Oberst-Block) kann ischämische Gewebenekrosen verursachen.
– Nach der Markteinführung wurde bei Patienten, die postoperativ intraartikuläre Dauerinfusionen von Lokalanästhetika erhielten, über Chondrolyse berichtet. Die Mehrzahl der berichteten Fälle betraf das Schultergelenk. Aufgrund zahlreicher Einflussfaktoren und von widersprüchlichen Angaben in der Fachliteratur zum Wirkmechanismus konnte kein kausaler Zusammenhang hergestellt werden. Bupivacainhydrochlorid Accord ist nicht für intraartikuläre Dauerinfusionen zugelassen.

Eine Epiduralanästhesie mit jedem Lokalanästhetikum kann zu Hypotonie und Bradykardie führen, wofür angemessene Vorsichtsmaßnahmen
getroffen werden sollten Eine auftretende Hypotonie ist sofort mit einem Sympathomimetikum intravenös zu behandeln und die Behandlung bei Bedarf zu wiederholen. Eine schwere Hypotonie kann durch Hypovolämie infolge einer Blutung oder Dehydratation entstehen oder auch durch einen aortokavalen Verschluss bei Patienten mit massivem Aszites, großen abdominellen Tumoren oder fortgeschrittener Schwangerschaft. Bei Patienten mit kardialer Dekompensation ist eine ausgeprägte Hypotonie zu vermeiden.
Bei Patienten mit einer Hypovolämie jeglicher Ursache kann es während einer Epiduralanästhesie zu einer plötzlichen und schweren Hypotonie kommen.
Eine Epiduralanästhesie kann eine interkostale Paralyse verursachen; bei Patienten mit Pleuraerguss können Atembeschwerden auftreten. Eine Sepsis in der postoperativen Phase kann das Risiko für die Entstehung intraspinaler Abszesse erhöhen.
Bei Anwendung von Bupivacain als intraartikuläre Injektion ist Vorsicht geboten, wenn Verdacht auf ein kürzliches größeres intraartikuläres Trauma besteht oder wenn eine größere raue Oberfläche innerhalb des Gelenkes besteht, die durch das chirurgische Verfahren entstanden ist. Dies kann die Resorption beschleunigen und zu höheren Plasmakonzentrationen führen.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Bupivacainhydrochlorid wurde bei Kindern unter 1 Jahr nicht untersucht. Es liegen nur begrenzt Daten vor. Die Anwendung von Bupivacainhydrochlorid für intraartikuläre Blockaden ist bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 1 bis 12 Jahren nicht dokumentiert.
Die Anwendung von Bupivacainhydrochlorid für Hauptnervenblockaden ist bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 1 bis 12 Jahren nicht dokumentiert.
Für eine Epiduralanästhesie bei Kindern ist die dem Alter und Gewicht entsprechende Dosis fraktioniert anzuwenden, da insbesondere eine Epiduralanästhesie in Brusthöhe zu schwerer Hypotonie und Atembeschwerden führen kann.
Jeder ml Injektionslösung enthält ca. 0,15 mmol (3,4 mg) Natrium. Dies ist zu berücksichtigen bei Personen unter Natrium kontrollierter (natriumarmer/kochsalzarmer) Diät.

Wechselwirkungen


Bupivacainhydrochlorid ist mit Vorsicht bei Patienten anzuwenden, die andere Lokalanästhetika oder mit Lokalanästhetika vom Amidtyp strukturverwandte Wirkstoffe (z.B. bestimmte Antiarrhythmika wie Lidocain und Mexiletin) erhalten, weil sich die systemischen toxischen Wirkungen addieren.
Spezifische Wechselwirkungsstudien mit Bupivacainhydrochlorid und Antiarrhythmika der Klasse III (z.B. Amiodaron) wurden nicht durchgeführt, bei der gleichzeitigen Anwendung ist jedoch Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und Jugendliche
Wechselwirkungsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt. Bei Kindern und Jugendlichen sind keine Wechselwirkungen bekannt.

Schwangerschaft


Schwangerschaft
Es liegen keine oder nur begrenzte Daten (weniger als 300 Schwangerschaftsausgänge) zur Anwendung von Bupivacain bei Schwangeren vor. Tierstudien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Bupivacainhydrochlorid Accord Injektionslösung darf daher in der Schwangerschaft nur dann angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen das potenzielle Risiko für den Fötus rechtfertigt.
Unerwünschte Wirkungen beim Fetus aufgrund von Lokalanästhetika wie fetale Bradykardie, Azidose und eine Dämpfung des zentralen Nervensystems scheinen bei einer Anästhesie mit Parazervikalblockade am ausgeprägtesten zu sein. Solche Wirkungen können darauf zurückzuführen sein, dass hohe Konzentrationen des Anästhetikums den Fetus erreichen. (Siehe Abschnitt 4.4.)
Stillzeit
Bupivacainhydrochlorid geht in die Muttermilch über, jedoch nur in so geringen Mengen, dass bei therapeutischen Dosierungen kein Risiko einer Beeinträchtigung des Kindes besteht. Daher darf nach einer Regionalanästhesie gestillt werden.
Fertilität
Es liegen keine Daten zu den Auswirkungen von Bupivacainhydrochlorid auf die Fertilität beim Menschen vor.

Fahrtüchtigkeit


Bupivacainhydrochlorid hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Neben der direkten anästhetischen Wirkung können Lokalanästhetika, auch in Abwesenheit einer offensichtlichen ZNS-Toxizität, einen sehr geringen Effekt auf die mentale Funktion und die Koordination haben und vorübergehend die motorische Beweglichkeit und die Aufmerksamkeit beeinträchtigen.

Nebenwirkungen


Eine versehentliche subarachnoidale Injektion kann zu einer sehr hohen Spinalanästhesie, möglicherweise mit Apnoe und schwerer Hypotonie, führen.
Das Nebenwirkungsprofil von Bupivacain ist dem von anderen lang wirksamen Lokalanästhetika ähnlich. Die durch das Arzneimittel selbst verursachten unerwünschten Wirkungen lassen sich nur schwer von den physiologischen Effekten der Nervenblockade (z. B. Blutdruckabfall, Bradykardie) und von direkt (z. B. Nerventrauma) oder indirekt (z. B. epiduraler Abszess) durch die Punktion hervorgerufenen Ereignissen unterscheiden.
Neurologische Schädigungen sind seltene, aber gut bekannte Folgeerscheinungen der regionalen, speziell der epiduralen und spinalen, Anästhesie. Dies kann auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein, z. B. eine direkte Verletzung des Rückenmarks oder der Spinalnerven, ein Arteria-spinalis-anterior-Syndrom oder die Injektion einer reizenden Substanz oder einer unsterilen Lösung. Dies kann zu lokal begrenzter Parästhesie oder Anästhesie, motorischer Schwäche, einem Verlust der Sphinkterkontrolle und Paraplegie führen. Gelegentlich sind diese Erscheinungen dauerhaft.
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Nebenwirkungen, die aufgrund von klinischen Studien mit verwandten Substanzen und von Anwendungsbeobachtungen als zumindest möglicherweise mit der Bupivacain-Behandlung zusammenhängend eingestuft wurden, sind nachfolgend nach Systemorganklassen und absoluter Häufigkeit aufgelistet. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100 bis <1/10); gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100); selten (≥1/10.000 bis <1/1.000); sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Siehe Tabelle 3.

Tabelle 3: Auflistung der unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW)

SystemorganklasseHäufigkeitNebenwirkung
Erkrankungen des
Immunsystems
SeltenAllergische Reaktionen, anaphylaktische
Reaktionen/anaphylaktischer Schock (siehe
Abschnitt 4.4)
Erkrankungen des
Nervensystems
HäufigParästhesie, Schwindel
GelegentlichAnzeichen und Symptome von ZNS-Toxizität
(Konvulsionen, zirkumorale Parästhesie,
Taubheit der Zunge, Hyperakusis,
Sehstörungen, Bewusstlosigkeit, Tremor,
Benommenheit, Tinnitus, Dysarthrie,
Muskelzuckungen)
SeltenNeuropathie, periphere Nervenverletzung,
Arachnoiditis, Parese und Paraplegie
AugenerkrankungenSeltenDiplopie
HerzerkrankungenHäufigBradykardie (siehe Abschnitt 4.4.)
SeltenHerzstillstand (siehe Abschnitt 4.4),
kardiale Arrhythmien
GefäßerkrankungenSehr häufigHypotonie (siehe Abschnitt 4.4.)
HäufigHypertonie (siehe Abschnitt 4.5)
Erkrankungen der
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
SeltenAtemdepression
Erkrankungen des
Gastrointestinaltrakts
Sehr häufigÜbelkeit
HäufigErbrechen
Erkrankungen der
Nieren und Harnwege
HäufigHarnverhaltung

Leberfunktionsstörung mit reversibler Erhöhung von SGOT, SGPT, alkalischen Phosphatasen und Bilirubin wurden nach wiederholten Injektionen oder Langzeit-Infusionen mit Bupivacain beobachtet. Wenn bei der Behandlung mit Bupivacain Anzeichen einer Leberfunktionsstörung beobachtet werden, darf das Arzneimittel nicht weiter angewendet werden.
Kinder und Jugendliche
Die Nebenwirkungen bei Kindern sind mit denen bei Erwachsenen vergleichbar. Bei Kindern können frühe Anzeichen einer Toxizität von Lokalanästhetika jedoch schwer erkennbar sein, wenn der Block während einer Allgemeinnarkose gesetzt wird.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.

Überdosierung


Bei einer unbeabsichtigten intravasalen Injektion von Lokalanästhetika können sofort (innerhalb von Sekunden bis zu einigen Minuten) systemische Toxizitätsreaktionen auftreten. Im Fall einer Überdosierung tritt die systemische Toxizität wegen des langsameren Anstiegs der Blutkonzentration des Lokalanästhetikums erst später (15–60 Minuten nach der Injektion) auf.
Akute systemische Toxizität
Systemische toxische Reaktionen betreffen vor allem das Zentralnervensystem (ZNS) und das Herz-Kreislauf-System. Solche Reaktionen werden durch hohe Blutkonzentrationen von Lokalanästhetika verursacht, die bei einer (versehentlichen) intravasalen Injektion, bei Überdosierung oder bei einer außergewöhnlich schnellen Resorption aus stark vaskularisierten Bereichen auftreten können (siehe Abschnitt 4.4). Die ZNS-Reaktionen sind bei allen Lokalanästhetika vom Amidtyp ähnlich, während kardiale Reaktionen sowohl quantitativ als auch qualitativ stärker von dem jeweiligen Arzneimittel abhängen.
Die ZNS-Toxizität verläuft graduell mit Symptomen und Anzeichen von zunehmendem Schweregrad. Die ersten Symptome sind meist Benommenheit, zirkumorale Parästhesie, Taubheit der Zunge, Hyperakusis, Tinnitus und Sehstörungen. Dysarthrie, Muskelzucken oder Tremor sind schwerwiegendere Symptome und gehen dem Einsetzen generalisierter Krämpfe voran. Diese Anzeichen dürfen nicht mit neurotischem Verhalten verwechselt werden. Bewusstlosigkeit und epileptische Anfälle (Grand Mal) können folgen und zwischen einigen Sekunden und mehreren Minuten anhalten. Nach Krämpfen treten aufgrund der erhöhten Muskelaktivität in Verbindung mit einer Störung der Atmung und einem möglichen Verlust der Atemwegsfunktion rasch Hypoxie und Hyperkapnie auf. In schweren Fällen kann eine Apnoe auftreten. Azidose, Hypokaliämie und Hypoxie verstärken und verlängern die toxische Wirkung von Lokalanästhetika.
Zur Erholung kommt es durch die Neuverteilung des Lokalanästhetikums aus dem Zentralnervensystem und die darauffolgende Metabolisierung und Ausscheidung. Solange keine großen Mengen des Arzneimittels injiziert wurden, kann die Erholung schnell erfolgen.
Toxische Wirkungen auf das kardiovaskuläre System können in schweren Fällen auftreten; ihnen gehen allgemein Anzeichen von ZNS-Toxizität voran. Bei Patienten unter starker Sedierung oder Vollnarkose können prodromale ZNS-Symptome ausbleiben. Hypotonie, Bradykardie, Arrhythmien und sogar Herzstillstand können als Folge hoher systemischer Konzentrationen von Lokalanästhetika auftreten. In seltenen Fällen wurde ein Herzstillstand ohne prodromale ZNS-Effekte beobachtet.
Bei Kindern lassen sich frühe Anzeichen einer toxischen Wirkung von Lokalanästhetika möglicherweise schwer feststellen, wenn die Blockade während einer Allgemeinanästhesie durchgeführt wird.
Behandlung von akuter Toxizität
Wenn Anzeichen einer akuten systemischen Toxizität auftreten, muss die Injektion des Lokalanästhetikums sofort abgebrochen werden.
Die Behandlung von systemischer Toxizität besteht in der Lösung von Krämpfen und der Sicherstellung einer ausreichenden Sauerstoffversorgung, ggf. durch assistierte oder kontrollierte Ventilation (Beatmung). Wenn Krämpfe auftreten, müssen diese sofort durch eine intravenöse Injektion eines Antikonvulsivums behandelt werden.
Länger anhaltende Krämpfe können die Ventilation und Sauerstoffversorgung gefährden. In einem solchen Fall erleichtert die Injektion eines Muskelrelaxans die Ventilation, und die Sauerstoffversorgung kann gesteuert werden. In derartigen Situationen ist eine frühzeitige endotracheale Intubation in Erwägung zu ziehen.
Nachdem die Krämpfe unter Kontrolle gebracht und eine ausreichende Lungenventilation sichergestellt wurde, ist allgemein keine weitere Behandlung erforderlich. Bei Auftreten einer Hypotonie muss ein Vasopressor, vorzugsweise mit positiv-inotroper Wirkung, z. B. Ephedrin, intravenös angewendet werden.
Im Falle eines Kreislaufstillstands müssen sofort kardiopulmonale Reanimationsmaßnahmen eingeleitet werden. Eine optimale Sauerstoffzufuhr, Ventilation und Kreislaufunterstützung sowie eine Behandlung der Azidose sind lebenswichtig.
Bei Auftreten einer kardiovaskulären Depression (Hypotonie, Bradykardie) ist eine geeignete Behandlung mit intravenösen Flüssigkeiten, einem Vasopressor, inotropen Substanzen und/oder einer Lipidemulsion in Betracht zu ziehen. Kinder müssen eine ihrem Alter und Gewicht entsprechende Dosierung erhalten.
Es kann vorkommen, dass ein durch Bupivacain ausgelöster Herzstillstand nur zögerlich auf elektrische Defibrillation anspricht und dass länger anhaltende energische Reanimationsmaßnahmen erforderlich sind. Eine hohe oder totale Spinalblockade bei der Epiduralanästhesie mit daraus resultierender respiratorischer Paralyse und Hypotonie ist durch Freihaltung der Atemwege und die Zufuhr von Sauerstoff durch assistierte oder kontrollierte Beatmung zu behandeln.

Pharmakologische Eigenschaften
Pharmakodynamik


Pharmakotherapeutische Gruppe:
Lokalanästhetika; Amide;
ATC-Code: N01BB01
Wirkmechanismus und pharmakodynamische Wirkungen
Bupivacainhydrochlorid ist ein lang wirkendes Lokalanästhetikum vom Amidtyp mit sowohl anästhesierender als auch analgetischer Wirkung. In hohen Dosen erzeugt es eine chirurgische Anästhesie, in niedrigeren Dosierungen eine sensorische Blockade (Analgesie) mit weniger ausgeprägter motorischer Blockade.
Eintritt und Dauer der lokalanästhetischen Wirkung hängen von der Dosis und vom Applikationsort ab. Bupivacain bewirkt wie andere Lokalanästhetika eine reversible Blockade der Impulsausbreitung entlang der Nervenfasern, indem es den Einstrom von Natriumionen durch die Zellmembran der Nervenfasern verhindert. Es wird angenommen, dass die Natriumkanäle der Nervenmembranen Rezeptoren für die Lokalanästhetika-Moleküle sind.
Lokalanästhetika können eine ähnliche Wirkung auf andere erregbare Membranen, z.B. im Gehirn und im Myokard, ausüben. Wenn übermäßige Mengen des Wirkstoffs in den systemischen Kreislauf gelangen, können Symptome und Anzeichen einer ZNS- und kardiovaskulären Toxizität auftreten.
Den kardiovaskulären Erscheinungen gehen in der Regel ZNS-toxische Effekte (siehe Abschnitt 4.8) voran, da die zentralnervöse Toxizität bereits bei geringen Plasmakonzentrationen auftritt. Direkte Auswirkungen des Lokalanästhetikums auf das Herz sind eine verlangsamte Reizleitung, negative Inotropie und schließlich Herzstillstand.
Indirekte kardiovaskuläre Auswirkungen (Hypotonie, Bradykardie) können nach epiduraler Anwendung abhängig vom Ausmaß der gleichzeitigen Sympathikusblockade auftreten.

Pharmakokinetik


Resorption
Bupivacainhydrochlorid hat einen pKs-Wert von 8,2 und einen Verteilungskoeffizienten von 346 (n-Octanol/ Phosphat-Pufferlösung pH-Wert 7,4 bei 25°C). Die pharmakologische Wirkung der Metaboliten ist geringer als die von Bupivacain. Die Plasmakonzentration von Bupivacain ist von der Dosis, vom Verabreichungsweg und vom Gefäßreichtum des Injektionsortes abhängig.
Bupivacain wird vollständig und zweiphasig aus dem Epiduralraum resorbiert, mit Halbwertszeiten der beiden Phasen von 7 Minuten bzw. 6 Stunden. Die langsame Resorption ist der limitierende Faktor bei der Elimination von Bupivacain; dies erklärt, warum die scheinbare Halbwertszeit nach epiduraler Anwendung länger ist als nach intravenöser Anwendung.
Verteilung und Elimination
Bupivacain hat nach intravenöser Anwendung eine Gesamt-Plasmaclearance von 0,58 l/Minute, ein Verteilungsvolumen im Steady State von 73 Litern, eine terminale Halbwertszeit von 2,7 Stunden und ein mittleres hepatisches Extraktionsverhältnis von 0,38. Es ist hauptsächlich an Alpha-l-saures Glykoprotein gebunden; die Plasmabindung beträgt 96%. Bupivacain wird fast vollständig über die Leber metabolisiert und ist für Veränderungen der intrinsischen Leberenzymfunktion empfindlicher als für Veränderungen der Leberperfusion.
Kinder und Jugendliche
Die Pharmakokinetik bei Kindern ist mit der bei Erwachsenen vergleichbar.
Bei der kontinuierlichen epiduralen Infusion wurde eine Erhöhung der Gesamt-Plasmakonzentration beobachtet. Dies steht mit einem postoperativen Anstieg des alpha-1-sauren Glykoproteins im Zusammenhang. Die ungebundene, d.h. pharmakologisch aktive, Konzentration ist vor und nach dem operativen Eingriff ähnlich.
Bupivacainhydrochlorid passiert leicht die Plazentaschranke und es wird schnell ein Gleichgewicht in Bezug auf die ungebundene Konzentration erreicht. Beim Fetus ist der Grad der Plasmaproteinbindung geringer als bei der Mutter; dies führt beim Fetus zu niedrigeren Gesamtplasmakonzentrationen.
Bupivacainhydrochlorid wird weitgehend über die Leber metabolisiert. Dies geschieht vorwiegend durch aromatische Hydroxylierung zu 4-Hydroxy-Bupivacainhydrochlorid und N-Dealkylierung zu PPX, jeweils vermittelt durch Cytochrom 450 3A4. Etwa 1% des Bupivacains wird innerhalb von 24 Stunden in unveränderter Form mit dem Urin ausgeschieden, rund 5% als PPX. Die Plasmakonzentrationen von PPX und 4-Hydroxy-Bupivacaind während und nach kontinuierlicher Anwendung von Bupivacain sind im Vergleich zu der der Ausgangssubstanz gering.

Packungen
Bupivacain-HCl Accord 2,5mg/ml 5x10ml Glasamp. N2
Preis
23,99 €
Zuzahlung
5,00 €
Verpackung ist nicht auf der Liste.
11869586
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