Brimonidin Micro Labs 2 mg/ml Augentropfen, Lösung
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Brimonidin 2 mg/ml
Senkung des erhöhten intraokularen Drucks (IOD) bei Patienten mit Offenwinkelglaukom oder okulärer Hypertension
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Als Monotherapie bei Patienten, bei denen eine Therapie mit topischen Betablockern kontraindiziert ist.
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Als Zusatztherapie zu anderen intraokular drucksenkenden Arzneimitteln, wenn der Zielwert für den intraokularen Druck nicht mit einer einzelnen Substanz erreicht werden kann (siehe Abschnitt 5.1).
Dosierung
Dosierungsempfehlung bei Erwachsenen (einschließlich älteren Patienten)
Es wird empfohlen, zweimal täglich mit einem zeitlichen Abstand von ca. 12 Stunden einen Tropfen Brimonidin Micro Labs 2 mg/ml Augentropfen, Lösung in das/die betroffene/n Auge/n einzutropfen. Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Anwendung bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz Brimonidin Micro Labs 2 mg/ml Augentropfen, Lösung wurde bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion nicht untersucht (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und Jugendliche
Es wurden keine klinischen Studien an Jugendlichen (12 bis 17 Jahre) durchgeführt.
Brimonidin Micro Labs 2 mg/ml Augentropfen, Lösung wird für die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren nicht empfohlen und ist kontraindiziert bei Neugeborenen und Kleinkindern (unter 2 Jahren) (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 4.9). Es ist bekannt, dass bei Neugeborenen schwerwiegende unerwünschte Wirkungen auftreten können.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Brimonidin Micro Labs 2 mg/ml Augentropfen, Lösung bei Kindern ist nicht erwiesen.
Art der Anwendung
Zur Anwendung am Auge.
Wie bei allen Augentropfen wird empfohlen, unmittelbar nach dem Eintropfen der Lösung mit der Fingerkuppe den Tränensack am inneren Augenwinkel für 1 Minute abzudrücken (punktuelle Okklusion), um eine mögliche systemische Resorption zu reduzieren.
Wenn mehr als ein topisches Augenarzneimittel angewendet werden soll, muss die Anwendung der verschiedenen Arzneimittel jeweils 5 – 15 Minuten auseinander liegen.
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Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
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Neugeborene und Kinder unter 2 Jahren (siehe Abschnitt 4.8)
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Patienten, die eine Therapie mit Monoaminoxidasehemmern (MAO-Hemmern) erhalten, sowie Patienten, die Antidepressiva erhalten, welche die noradrenerge Neurotransmission beeinflussen (z.B. trizyklische Antidepressiva und Mianserin)
Kinder
Kinder im Alter von 2 Jahren und älter, insbesondere Kinder in der Altersgruppe von 2-7 Jahre und/oder mit einem Körpergewicht ≤ 20 kg, sollten mit Vorsicht behandelt und aufgrund des häufigen Auftretens sowie der Schwere von Somnolenz engmaschig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.8).
Herzerkrankungen
Bei der Behandlung von Patienten mit schweren oder instabilen und unbehandelten Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist mit Vorsicht vorzugehen.
Okular
Bei einigen Patienten (12,7 %) trat im Rahmen der klinischen Prüfungen eine allergische Reaktion der Augen auf (Einzelheiten siehe Abschnitt 4.8). Im Falle eines Auftretens
allergischer Reaktionen sollte die Behandlung mit Brimonidin Micro Labs 2 mg/ml Augentropfen unterbrochen werden.
Bei Brimonidintartrat-haltigen Augentropfen wurde über verzögerte okulare Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet. Diese waren, wie berichtet, zum Teil mit einem Anstieg des Augeninnendrucks verbunden.
Weitere Informationen
Brimonidin Micro Labs 2 mg/ml Augentropfen, Lösung darf bei Patienten mit Depressionen, Zerebral- oder Koronarinsuffizienz, Raynaud Syndrom, orthostatischer Hypotension oder Thromboangiitis obliterans nur mit Vorsicht angewendet werden.
Brimonidin Micro Labs 2 mg/ml Augentropfen, Lösung wurde bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion nicht untersucht. Bei der Behandlung solcher Patienten ist Vorsicht geboten.
Benzalkoniumchlorid kann von weichen Kontaktlinsen aufgenommen werden und zur Verfärbung weicher Kontaktlinsen führen. Kontaktlinsen sind vor der Anwendung dieses Arzneimittels zu entfernen und frühestens 15 Minuten nach der Anwendung wiedereinzusetzen.
Es liegen Berichte vor, dass Benzalkoniumchlorid Reizungen am Auge und trockene Augen hervorrufen und den Tränenfilm und die Hornhautoberfläche beeinträchtigen kann. Es sollte bei Patienten mit trockenen Augen und bei Patienten mit geschädigter Hornhaut mit Vorsicht angewendet werden.
Bei längerer Anwendung sollten die Patienten überwacht werden.
Brimonidin Micro Labs 2 mg/ml Augentropfen, Lösung ist kontraindiziert bei Patienten, die eine Therapie mit Monoaminoxidasehemmern (MAO-Hemmern) erhalten sowie Patienten, die Antidepressiva erhalten, welche die noradrenerge Neurotransmission beeinflussen (z. B. trizyklische Antidepressiva und Mianserin; siehe Abschnitt 4.3).
Obwohl mit Brimonidin Micro Labs 2 mg/ml Augentropfen, Lösung keine speziellen Untersuchungen zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln durchgeführt wurden, sollte die Möglichkeit eines verstärkenden Effekts in Verbindung mit zentraldämpfenden Substanzen (Alkohol, Barbiturate, Opiate, Sedativa oder Anästhetika) in Erwägung gezogen werden.
Es liegen keine Daten über den Anteil frei zirkulierender Katecholamine nach der Anwendung von Brimonidin-haltigen Augentropfen vor. Vorsicht ist jedoch geboten bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, die die Aufnahme und den Metabolismus zirkulierender Amine beeinflussen können, wie
z. B. Chlorpromazin, Methylphenidat, Reserpin.
Nach Anwendung Brimonidin-haltiger Augentropfen wurde bei einigen Patienten ein klinisch unbedeutender Blutdruckabfall beobachtet.
Bei der gleichzeitigen Anwendung von Antihypertonika und/oder Digitalisglykosiden mit Brimonidin Micro Labs 2 mg/ml Augentropfen, Lösung ist Vorsicht geboten.
Vorsicht ist geboten bei Erstanwendung (oder Dosisänderung) eines gleichzeitig systemisch angewandten Arzneimittels (ungeachtet der pharmazeutischen Form), welches Wechselwirkungen mit α-adrenergen Agonisten verursachen oder diese in ihrer Wirkung beeinflussen kann, wie z. B. Adrenorezeptor-Agonisten oder Antagonisten (z. B. Isoprenalin, Prazosin).
Schwangerschaft
Die Unbedenklichkeit der Anwendung während der Schwangerschaft wurde nicht nachgewiesen. In Tierversuchen konnten unter Brimonidintartrat keine teratogenen Wirkungen festgestellt werden. Bei Kaninchen führt Brimonidintartrat bei Plasmawerten, die höher lagen als bei der Anwendung beim Menschen, zu erhöhten Präimplantationsverlusten sowie postnatalen Wachstumsverzögerungen. Brimonidin Micro Labs 2 mg/ml Augentropfen, Lösung darf während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der potentielle Nutzen für die Mutter das potentielle Risiko für den Fötus überwiegt.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Brimonidin in die Muttermilch übergeht. Bei der Ratte wird der Wirkstoff in die Muttermilch sezerniert. Brimonidin Micro Labs 2 mg/ml Augentropfen, Lösung darf während der Stillzeit nicht angewendet werden.
Fertilität
Bei Ratten wurde keine Beeinträchtigung der Fertilität und Reproduktion berichtet. Es liegen keine Daten über die Wirkung von Brimonidin auf die menschliche Fertilität vor.
Brimonidin Micro Labs 2 mg/ml Augentropfen, Lösung kann Müdigkeit und/oder Benommenheit verursachen, was die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit Maschinen zu bedienen beeinträchtigen kann. Brimonidin Micro Labs 2 mg/ml
Augentropfen, Lösung kann verschwommenes Sehen und/oder Sehstörungen verursachen, was die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit Maschinen zu bedienen beeinträchtigen kann, insbesondere nachts oder bei schlechten Lichtverhältnissen. Der Patient sollte warten, bis diese Symptome abgeklungen sind, bevor er am Straßenverkehr teilnimmt oder Maschinen bedient.
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die am häufigsten genannten Nebenwirkungen, die bei 22 bis 25 % der Patienten auftreten, sind Mundtrockenheit, okulare Hyperämie und Augenbrennen/-stechen. In der Regel sind diese Nebenwirkungen vorübergehend und im Allgemeinen nicht so schwerwiegend, dass sie eine Unterbrechung der Behandlung erfordern.
Symptome von allergischen Reaktionen am Auge traten bei 12,7 % der Patienten in klinischen Studien auf (11,5 % der Patienten wurden aus diesen Gründen aus der klinischen Studie ausgeschlossen). Bei der Mehrzahl der Patienten traten diese Beschwerden nach drei bis neun Monaten auf.
Zusammenfassung der Nebenwirkungen
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmenden Schweregrad angegeben. Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt: Sehr häufig (≥ 1/10), Häufig (≥ 1/100, < 1/10), Gelegentlich (≥ 1/1000, <1/100), Selten (≥ 1/10.000, <1/1.000), Sehr selten (<1/10.000), Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Herzerkrankungen
Gelegentlich:
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Herzklopfen/Arrhythmien (einschließlich Bradykardie und Tachykardie)
Erkrankungen des Nervensystems
Sehr häufig:
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Kopfschmerzen
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Benommenheit.
Häufig:
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Schwindel
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Geschmacksveränderungen
Sehr selten:
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Synkope
Augenerkrankungen
Sehr häufig:
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okulare Reizung (Hyperämie, Augenbrennen und Augenstechen, Juckreiz, Fremdkörpergefühl, Bindehautfollikel)
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verschwommenes Sehen
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allergische Blepharitis, allergische Blepharokonjunktivitis, allergische Konjunktivitis, okulare allergische Reaktionen und follikuläre Konjunktivitis
Häufig:
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lokale Reizung (Hyperämie und Ödem des Augenlides, Blepharitis, Bindehautödem und Bindehautabsonderungen, Augenschmerzen und tränendes Auge)
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Lichtscheu
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Hornhauterosionen/-verfärbungen
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trockenes Auge
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Bindehautblässe
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Sehstörungen
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Konjunktivitis
Sehr selten:
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Iritis
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Miosis
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Häufig:
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Symptome der oberen Atemwege
Gelegentlich:
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trockene Nase
Selten:
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Dyspnoe
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Sehr häufig:
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Mundtrockenheit
Häufig:
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gastrointestinale Symptome
Gefäßerkrankungen
Sehr selten:
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Hypertension
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Hypotension.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Sehr häufig:
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Ermüdung
Häufig:
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Asthenie
Erkrankungen des Immunsystems
Gelegentlich:
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Systemische allergische Reaktionen
Psychiatrische Erkrankungen
Gelegentlich:
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Depressionen
Sehr selten:
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Schlaflosigkeit
Nach Markteinführung traten bei der Anwendung von Brimonidintartrat-haltigen Augentropfen in der klinischen Praxis die folgenden Nebenwirkungen auf. Da diese von einer Population unbekannter Größe freiwillig gemeldet werden, können keine Abschätzungen zur Häufigkeit erfolgen.
Augenerkrankungen
Nicht bekannt:
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Iridozyklitis (Uveitis anterior)
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Augenlidjucken
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Nicht bekannt:
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Hautreaktionen einschließlich Erythem, Gesichtsödem, Pruritus, Hautausschlag und Vasodilatation.
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen:
In Fällen, in denen Brimonidin Teil einer medikamentösen Therapie eines kongenitalen Glaukoms war, wurden bei mit Brimonidin behandelten Neugeborenen und Kleinkindern Symptome einer Brimonidin-Überdosierung wie Bewusstseinsverlust, Lethargie, Somnolenz, Hypotension, Hypotonie, Bradykardie, Hypothermie, Zyanose und Apnoe berichtet (siehe Abschnitt 4.3).
In einer 3-monatigen Phase-III-Studie an Kindern im Alter von 2-7 Jahren mit Glaukom, das durch Betablocker nicht ausreichend behandelt wurde, wurde unter Brimonidin als Zusatztherapie eine hohe Prävalenz von Somnolenz (55 %) berichtet. Bei 8 % der Kinder war dies schwerwiegend und führte bei 13 % zu einem Therapieabbruch. Die Inzidenz von Somnolenz nahm mit zunehmendem Alter ab und lag in der Gruppe der 7-Jährigen am niedrigsten (25 %), wurde jedoch stärker vom Körpergewicht beeinflusst und trat häufiger bei Kindern mit einem Körpergewicht ≤ 20 kg (63 %) auf als bei Kindern mit einem Körpergewicht > 20 kg (25 %) (siehe Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.
Ophthalmologische Überdosierung (bei Erwachsenen):
Bei den eingegangenen Meldungen entsprachen die berichteten Ereignisse im Allgemeinen denen, die bereits als unerwünschte Wirkungen gelistet sind.
Systemische Überdosierung durch versehentliche Einnahme (bei Erwachsenen):
Es liegen nur sehr begrenzte Informationen bezüglich einer versehentlichen Einnahme von Brimonidin bei Erwachsenen vor. Als einzige unerwünschte Wirkung wurde bislang eine Hypotension berichtet. Es wurde berichtet, dass der hypotensiven Episode eine Rebound-Hypertension folgte.
Die Behandlung einer oralen Überdosierung umfasst unterstützende und symptomatische Therapiemaßnahmen; die Atemwege des Patienten sind frei zu halten.
Im Zusammenhang mit oralen Überdosierungen von anderen α2-Agonisten wurden Symptome wie z. B. Hypotension, Asthenie, Erbrechen, Lethargie, Sedierung, Bradykardie, Arrhythmie, Miosis, Apnoe, verminderter Tonus, Hypothermie, Atemdepression und Krampfanfall berichtet.
Kinder und Jugendliche
Berichte über schwerwiegende unerwünschte Effekte nach versehentlicher Einnahme von Brimonidin Augentropfen durch pädiatrische Patienten wurden publiziert oder berichtet. Die Patienten zeigten Symptome einer zentralnervösen Depression, typischerweise temporäres Koma oder einen reduzierten Bewusstseinsgrad, Lethargie, Somnolenz, Hypotonie, Bradykardie, Hypothermie, Blässe, Atemdepression und Apnoe, und bedurften intensivmedizinischer Versorgung, soweit angezeigt mit Intubation. Von allen Patienten wurde eine vollständige Erholung, meist innerhalb 6-24 Stunden, berichtet.
Pharmakologische Eigenschaften - Brimonidin 2 mg/ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Ophthalmologika; Sympathomimetika in der Glaukomtherapie.
ATC-Code: S01 EA05
Wirkmechanismus
Brimonidin ist ein α2-adrenerger Rezeptor-Agonist mit 1000fach höherer Selektivität gegenüber dem α2-adrenergen Rezeptor als gegenüber dem α1-adrenergen Rezeptor.
Diese Selektivität hat keine Mydriasis zur Folge und bei xenogenen Transplantaten menschlicher Retinazellen kommt es nicht zur Vasokonstriktion in den Mikrogefäßen.
Pharmakodynamische Wirkungen
Die topische Anwendung von Brimonidintartrat verringert den intraokularen Druck (IOD) beim Menschen mit minimalen Auswirkungen auf die kardiovaskulären oder pulmonalen Parameter.
Bei Patienten mit Bronchialasthma liegen nur begrenzte Daten vor. Bei diesen Patienten wurden keine Nebenwirkungen beobachtet.
Nach topischer Anwendung setzt die Wirkung von Brimonidin schnell ein, wobei die maximale okulare hypotensive Wirkung zwei Stunden nach Applikation erreicht wird. In zwei Studien, die über ein Jahr dauerten, senkten Brimonidin-haltige Augentropfen den IOD um durchschnittlich etwa 4-6 mmHg.
Fluorometrische Studien an Tieren und Menschen legen nahe, dass Brimonidintartrat einen zweifachen Wirkmechanismus besitzt. Man nimmt an, dass Brimonidin den IOD durch eine Verminderung der Kammerwasserbildung und durch eine Erhöhung des uveoskleralen Abflusses verringert.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Klinische Studien zeigen die Wirksamkeit von Brimonidintartrat-haltigen Augentropfen in Kombination mit topischen Betablockern. Kurzzeitstudien zeigen ferner eine klinisch relevante additive Wirkung von Brimonidintartrat-haltigen Augentropfen in Kombination mit Travoprost (6 Wochen) und Latanoprost (3 Monate).
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Allgemeine Charakteristika
Nach der zweimal täglichen okularen Anwendung einer 0,2%igen Lösung über 10 Tage waren die Plasmakonzentrationen niedrig (der mittlere Cmax-Wert lag bei 0,06 ng/ml). Nach mehrfachem Eintropfen (2-mal täglich über 10 Tage) zeigte sich eine leichte Akkumulation im Blut. Der Bereich unter der Plasmakonzentration-Zeit-Kurve über 12 Stunden im steady-state (AUC0-12h) lag bei 0,31 ng•h/ml, im Vergleich zu 0,23 ng•h/ml nach der ersten Dosis. Die mittlere Halbwertszeit betrug nach topischer Applikation beim Menschen ungefähr 3 Stunden.
Die Plasma-Protein-Bindung von Brimonidin nach topischer Applikation beträgt beim Menschen ca. 29 %.
Brimonidin bindet reversibel in vitro und in vivo in okularen Geweben an vorhandenes Melanin. Nach zweiwöchiger okularer Anwendung lag die Konzentration von Brimonidin in Iris, Ziliarkörper und Choroidea/Retina um das 3- bis 17fache höher als nach einer Einmaldosis. Beim Fehlen von Melanin tritt keine Akkumulation auf.
Zur Bedeutung einer Bindung von Brimonidin an Melanin ist beim Menschen nichts bekannt. Biomikroskopische Untersuchungen der Augen zeigten keine signifikanten okularen Nebenwirkungen bei Patienten, die bis zu einem Jahr lang mit Brimonidintartrat-haltigen Augentropfen behandelt wurden. In einer Studie über ein Jahr, bei der die okulare Sicherheit an Affen untersucht wurde, traten nach Verabreichung der fast 4fachen Dosis Brimonidintartrat keine signifikanten okularen toxischen Wirkungen auf.
Nach oraler Verabreichung beim Menschen wird Brimonidin gut resorbiert und rasch eliminiert. Der überwiegende Teil der Dosis (ca. 75 %) wurde in Form von Metaboliten innerhalb von fünf Tagen über die Nieren ausgeschieden; im Urin konnte die Ausgangssubstanz nicht nachgewiesen werden. In vitro Studien, die an tierischem und menschlichem Lebergewebe durchgeführt wurden, lassen darauf schließen, dass der Metabolismus überwiegend durch Aldehydoxidase und über das Cytochrom P450 erfolgt. Dieses lässt darauf schließen, dass die systemische Ausscheidung vor allem über den Leberstoffwechsel erfolgt.
Kinetik-Profil:
Nach einer einmaligen topischen Dosis von 0,08 %, 0,2 % und 0,5 % wurden für die maximale Plasmakonzentration Cmax und die AUC eine Dosisproportionalität ohne bedeutende Abweichungen beobachtet.
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Charakteristika bei Patienten Charakteristika bei älteren Patienten:
Die Cmax, die AUC und die mittlere Halbwertszeit von Brimonidin sind nach Einmalgabe bei älteren Patienten (Personen im Alter von 65 Jahren oder älter) denen junger Erwachsener ähnlich und zeigen, dass die systemische Resorption und Elimination nicht vom Alter abhängig sind.
Aus Ergebnissen einer dreimonatigen klinischen Studie, in die auch ältere Patienten eingeschlossen wurden, geht hervor, dass die systemische Brimonidinbelastung sehr gering war.
Pharmazeutische Angaben - Brimonidin 2 mg/ml
Benzalkoniumchlorid Poly(vinylalkohol) Natriumchlorid Natriumcitrat Citronensäure-Monohydrat
Wasser für Injektionszwecke Salzsäure (zur pH-Einstellung) oder Natriumhydroxid (zur pH-Einstellung)
Brimonidin Micro Labs 2 mg/ml Augentropfen, Lösung ist in einer 5 ml LDPE-Flasche mit weißer undurchsichtiger offener LDPE-Tropferspitze und weißem Schraubverschluss aus HDPE.
Packungsgröße: 1 x 5, 2 x 5 ml, 3 x 5 ml, 6 x 5 ml
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Hinweise für die Entsorgung.
Keine besonderen Anforderungen.