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MDQ vor Antidepressivum: Bipolares Risiko vor Therapiebeginn erfassen

Die Verschreibung von Antidepressiva bei unerkannter bipolarer Störung birgt das Risiko der Manieinduktion, von Rapid Cycling und einer Verschlechterung des Krankheitsverlaufs. Der MDQ als Screening vor Therapiebeginn kann dieses Risiko reduzieren.

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Mood Disorder Questionnaire

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Screening auf eine bipolare Störung

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Anweisungen: Beantworten Sie bitte jede Frage so gut, wie es Ihnen möglich ist.
1. Gab es jemals eine Zeit, in der Sie nicht Sie selbst waren und …
… Sie sich so gut oder überdreht fühlten, dass andere dachten, dass Sie irgendwie anders als gewöhnlich sind, oder waren Sie so aufgedreht, dass Sie in Schwierigkeiten gerieten?

Risiken der Antidepressivum-Monotherapie bei bipolarer Störung

  • Manieinduktion: ca. 20–30 % der bipolaren Patienten unter Antidepressiva-Monotherapie entwickeln eine Manie oder Hypomanie
  • Rapid Cycling: Häufige Stimmungswechsel (≥ 4 Episoden/Jahr); kann durch Antidepressiva getriggert werden
  • Gemischte Episoden: Gleichzeitiges Auftreten depressiver und manischer Symptome; erhöhtes Suizidrisiko
  • Paradoxe Agitiertheit: Innerliche Unruhe, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit unter Antidepressiva als Frühzeichen

Wann MDQ-Screening vor Antidepressivum besonders sinnvoll ist

  • Junge Patienten (< 30 Jahre) mit schwerer Depression
  • Depressionen mit atypischen Merkmalen (Hypersomnie, Hyperphagie, Bleischwere)
  • Mehrere depressive Episoden ohne Vollremission
  • Positive Familienanamnese für bipolare Störung
  • Früherer Antidepressivum-Versuch mit Agitiertheit oder Schlafverschlechterung
  • Verdacht auf Substanzmissbrauch (komorbid häufig bei bipolarer Störung)

Vorgehen bei positivem MDQ vor Antidepressivum

  1. Antidepressivum-Beginn zurückstellen
  2. Psychiatrische Mitbeurteilung zur Diagnosesicherung
  3. Wenn Antidepressivum klinisch dringend → Kombination mit Stimmungsstabilisator (Lithium, Valproat) oder Quetiapin nach psychiatrischer Rücksprache
  4. Engmaschiges Monitoring auf Manie-/Hypomanie-Zeichen in den ersten Wochen

Antidepressiva mit unterschiedlichem Manieinduktionsrisiko

Antidepressiva unterscheiden sich in ihrem Risikoprofil für Manieinduktion:

  • Höheres Risiko: Trizyklische Antidepressiva, Venlafaxin
  • Geringeres Risiko: SSRIs (Sertralin, Escitalopram), Bupropion
  • Kein Risiko: Keine Substanzklasse ist bei bipolarer Störung ohne Risiko; der Einsatz erfolgt nur in Kombination mit Phasenprophylaktika

Häufige Fragen

Ist ein negativer MDQ eine Garantie gegen Manieinduktion? Nein. Der MDQ hat eine Sensitivität von ca. 73 % für bipolare I — ein negativer Befund schließt eine bipolare Störung nicht sicher aus. Bei klinischem Verdacht Psychiater einbeziehen, auch bei negativem MDQ.

Wie schnell kann sich eine Antidepressivum-induzierte Manie entwickeln? Innerhalb der ersten 2–8 Wochen nach Therapiebeginn oder Dosiserhöhung. Frühzeichen: deutlich reduzierter Schlafbedarf bei subjektiv guter Stimmung, gesteigerte Redselig­keit, impulsive Entscheidungen, erhöhter Antrieb.

MDQ vor Therapiebeginn durchführen

Rufen Sie den MDQ in Mediately auf, um vor dem Beginn einer antidepressiven Therapie das bipolare Risiko zu erfassen.

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Quellen

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