Modified Rankin Scale (mRS): Funktionsergebnis nach Schlaganfall beurteilen
Die Modified Rankin Scale (mRS) ist das wichtigste Instrument zur Beurteilung des funktionellen Outcomes nach Schlaganfall. Sie erfasst den Grad der Behinderung in einer 7-stufigen Skala (0–6) und wird sowohl in der klinischen Praxis als auch als primärer Endpunkt in klinischen Studien eingesetzt.
Modified Rankin Scale (mRS) – Schlaganfall
Behinderungsgrad nach Schlaganfall: Skala 0–6
Modifizierte Rankin-Skala
Überhaupt keine Symptome
Keine nennenswerte Behinderung trotz der Symptome: in der Lage, alle üblichen Aufgaben und Tätigkeiten zu verrichten
Leichte Behinderung: nicht in der Lage, alle bisherigen Tätigkeiten auszuführen, aber in der Lage, sich ohne fremde Hilfe um seine Angelegenheiten zu kümmern
Mäßige Behinderung: benötigt etwas Hilfe, kann aber ohne Hilfe gehen
Mittelschwere Behinderung: nicht in der Lage, ohne Hilfe zu gehen, und nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen
Schwerstbehinderung: bettlägerig, inkontinent, ständige Pflege und Betreuung erforderlich
Tot
mRS-Skala
| Score | Beschreibung |
|---|---|
| 0 | Keine Symptome |
| 1 | Keine relevante Behinderung; alle gewohnten Aktivitäten möglich trotz Symptomen |
| 2 | Leichte Behinderung; unfähig alle früheren Aktivitäten auszuführen, aber selbständig |
| 3 | Moderate Behinderung; benötigt Hilfe, kann aber ohne Hilfe gehen |
| 4 | Mäßig schwere Behinderung; kann nicht ohne Hilfe gehen; Pflege ohne Unterstützung nicht möglich |
| 5 | Schwere Behinderung; bettlägerig, inkontinent, dauernde Pflege erforderlich |
| 6 | Tod |
Klinisch relevante Schwellenwerte
- mRS 0–2: Gutes funktionelles Ergebnis; Patient weitgehend selbständig
- mRS 0–1: Exzellentes Ergebnis; nahezu symptomfrei
- mRS 3–5: Abhängigkeit von Unterstützung in unterschiedlichem Ausmaß
- mRS ≤ 2 nach 90 Tagen: Primärer Endpunkt in den meisten Schlaganfall-Interventionsstudien
Wann die mRS anwenden
- Outcome-Beurteilung nach ischämischem Schlaganfall oder TIA
- Verlaufsdokumentation in der Rehabilitation
- Einschlusskriterien klinischer Studien (Baseline-mRS)
- Sozialmedizinische Begutachtung und Pflegebedarfsermittlung
Grenzen der mRS
- Hohe Interrater-Variabilität ohne strukturiertes Interview
- Grobe Abstufung — kleine klinisch relevante Veränderungen werden nicht erfasst
- Kulturell und sprachlich beeinflusst (Definition von „üblichen Aktivitäten" variiert)
- Erfasst keine Lebensqualität oder kognitive Domänen
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich mRS von Barthel-Index? Der Barthel-Index erfasst spezifische ADL-Funktionen (Essen, Körperpflege, Mobilität) mit einem Score 0–100. Die mRS ist eine globale Behinderungsskala. Beide erfassen unterschiedliche Aspekte des Outcomes und ergänzen sich.
Wann wird die mRS erhoben — unmittelbar nach dem Schlaganfall oder später? Vor Therapiebeginn als Baseline (prä-morbide mRS), bei Entlassung und nach 90 Tagen als Standard-Nachsorge-Zeitpunkt in Studien und vielen klinischen Protokollen.
Funktionsergebnis nach Schlaganfall bestimmen
Rufen Sie die Modified Rankin Scale in Mediately auf, um das Funktionsergebnis strukturiert zu dokumentieren.
