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Padua-Score berechnen: Thromboseprophylaxe bei internistischen Patienten

Der Padua Prediction Score lässt sich bei Aufnahme mit klinischen Informationen aus dem Aufnahmegespräch und der Dokumentation berechnen. Ein Score ≥4 identifiziert Patienten mit hohem VTE-Risiko, bei denen eine medikamentöse Prophylaxe erwogen werden kann.

Padua-Score berechnen →

Padua-Score: Schritt für Schritt

Hochrisiko-Kriterien (je 3 Punkte), zuerst prüfen:

  • Aktives Malignom: Metastasen oder Chemo-/Strahlentherapie in den letzten 6 Monaten?
  • Frühere VTE: Tiefe Beinvenenthrombose oder Lungenembolie in der Vorgeschichte?
  • Eingeschränkte Mobilität: Bettruhe oder stark eingeschränkte Beweglichkeit seit ≥3 Tagen?
  • Bekannte Thrombophilie: Faktor-V-Leiden, Antiphospholipid-Syndrom, Protein-C/S-Mangel etc.?

Mittleres Risiko (2 Punkte):

  • Trauma oder Operation innerhalb des letzten Monats?

Niedrigrisiko-Kriterien (je 1 Punkt):

  • Alter ≥70 Jahre?
  • Herzinsuffizienz oder Ateminsuffizienz?
  • Akuter MI oder ischämischer Schlaganfall?
  • Akute Infektion oder rheumatologische Erkrankung?
  • Adipositas (BMI ≥30)?
  • Laufende Hormontherapie (Kontrazeptiva, Hormonersatztherapie)?

Auswertung: Summe bilden. Score <4: Niedriges Risiko. Score ≥4: Hohes Risiko.

Padua Score – VTE-Risiko Hospitalisierte

Padua Score – VTE-Risiko Hospitalisierte

Thromboserisiko internistischer Patienten: ≥4 Punkte = hoch

Niedriges VTE-Risiko
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0
Aktive Krebserkrankung
Patienten, bei denen Lokal- oder Fernmetastasen vorliegen und/oder in den letzten 6 Monaten eine Chemotherapie oder Strahlentherapie durchgeführt wurde
Frühere VTE (ausgenommen eine oberflächliche Venenthrombose)
Eingeschränkte Beweglichkeit
Bettruhe für mindestens 3 Tage (entweder aufgrund von Einschränkungen des Patienten oder auf ärztliche Anweisung) mit Erlaubnis zur selbstständigen Toilettenbenutzung
Bereits bekannte Thrombophilie
Antithrombin-Defekt, Protein-C- oder Protein-S-Mangel, Faktor‑V-Leiden-Mutation, G20210A-Prothrombin-Mutation, Antiphospholipid-Syndrom
Vor Kurzem (≤ 1 Monat) aufgetretenes Trauma und/oder durchgeführter chirurgischer Eingriff
Ältere Menschen (≥ 70 Jahre)
Herz- und/oder Ateminsuffizienz
Akuter Myokardinfarkt oder akuter ischämischer Insult
Akute Infektion und/oder rheumatische Erkrankung
Adipositas (BMI ≥ 30)
Laufende Hormonbehandlung

Klinische Anwendung

  • Aufnahmeroutine auf internistischen Stationen
  • Standardisierte VTE-Risikodokumentation
  • Einbettung in stationsweite Qualitäts- oder Compliance-Programme
  • Verlaufsbeurteilung bei längerem stationären Aufenthalt

Einschränkungen

  • Kriterium "eingeschränkte Mobilität" ist subjektiv und erfordert eine klinische Einschätzung
  • Hormontherapie umfasst sowohl orale Kontrazeptiva als auch postmenopausale Hormontherapie
  • Der Score ist für den stationären Aufnahmezeitpunkt konzipiert; erneute Berechnung bei klinischer Veränderung sinnvoll
  • Thrombophilie-Kriterium setzt Vordiagnose voraus; Screening ist nicht Bestandteil des Scores

Häufige Fragen

Wie ist "eingeschränkte Mobilität" im Padua-Score definiert? Bettruhe oder stark eingeschränkte Beweglichkeit (z.B. nur WC-Gang) seit ≥3 Tagen, bedingt durch die aktuelle Erkrankung oder eine ärztliche Anordnung.

Zählt eine ambulante Chemotherapie als aktives Malignom im Score? Ja. Chemo- oder Strahlentherapie in den letzten 6 Monaten erfüllt das Kriterium für aktives Malignom (3 Punkte), auch wenn die Diagnose länger zurückliegt.

Gilt eine Sectio caesarea als chirurgischer Eingriff im Padua-Score? Padua wurde für internistische Patienten entwickelt. Geburtshilfliche VTE-Prophylaxe folgt eigenen Leitlinien (AWMF/DGGG); hier sind andere Risikoscores etabliert.

Abschließender Hinweis

Das Tool führt durch alle elf Padua-Kriterien und gibt die Risikokategorie aus.

Quellen

  • Barbar S et al. J Thromb Haemost. 2010
  • AWMF S3-Leitlinie Prophylaxe der venösen Thromboembolie. 2015
  • Cohen AT et al. VTE risk and antithrombotic therapy in hospitalized medical patients. Semin Thromb Hemost. 2012
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