Padua-Score bei internistischen Patienten nach Leitlinie
Die AWMF S3-Leitlinie zur VTE-Prophylaxe und die ACCP-Leitlinien (9th edition) empfehlen eine strukturierte Risikobeurteilung für alle hospitalisierten internistischen Patienten. Der Padua Prediction Score ist eines der empfohlenen Instrumente für diesen Zweck.
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Padua-Score im VTE-Prophylaxe-Algorithmus
Schritt 1: Padua-Score bei Aufnahme berechnen Alle 11 Kriterien prüfen; Score ≥4 = hohes VTE-Risiko.
Schritt 2: Blutungsrisiko bewerten IMPROVE-Blutungsscore oder klinische Beurteilung. Kontraindikationen für medikamentöse Prophylaxe:
- Aktive Blutung oder hohes Blutungsrisiko
- Schwere Thrombozytopenie (<50.000/µl)
- Aktives peptisches Ulkus
Schritt 3: Prophylaxe-Entscheidung
- Padua ≥4 + kein hohes Blutungsrisiko: Medikamentöse Prophylaxe (z.B. NMH)
- Padua ≥4 + hohes Blutungsrisiko: Mechanische Prophylaxe (Kompressionsstrümpfe, IPC)
- Padua <4: Keine routinemäßige medikamentöse Prophylaxe; frühzeitige Mobilisierung
Empfohlene Substanzen (Beispiele nach AWMF S3): Niedermolekulares Heparin (NMH): Enoxaparin, Dalteparin. Dauer: Für die Dauer der Immobilisation, mindestens bis zur Entlassung.
Padua Score – VTE-Risiko Hospitalisierte
Thromboserisiko internistischer Patienten: ≥4 Punkte = hoch
Klinische Anwendung
- Strukturierte Prophylaxe-Entscheidung bei stationärer Aufnahme
- Dokumentation der Risikoeinschätzung für Qualitätssicherung
- Kommunikation der Prophylaxe-Indikation an Pflegeteams
- Compliance-Monitoring in der Klinikqualitätssicherung
Einschränkungen
- Leitlinien werden aktualisiert; aktuelle AWMF-Version prüfen
- Padua-Score wurde primär für allgemein-internistische Patienten entwickelt; spezifische Subgruppen (intensivpflichtige Patienten, dialysepflichtige Patienten) können angepasste Bewertungen erfordern
- Klinische Urteile über das Blutungsrisiko werden in den Entscheidungsprozess einbezogen
- Der Padua-Score allein reicht nicht; klinische Gesamtbeurteilung ist erforderlich
Häufige Fragen
Empfiehlt die AWMF-Leitlinie den Padua-Score explizit? Die AWMF S3-Leitlinie VTE-Prophylaxe (2015) nennt den Padua-Score als eines der validierten Risikostratifizierungsinstrumente für internistische Patienten.
Wie lange wird die VTE-Prophylaxe bei Padua ≥4 gegeben? Für die Dauer der Immobilisation oder des stationären Aufenthalts. Eine verlängerte Prophylaxe nach Entlassung ist nur bei ausgewählten Hochrisikopatienten (z.B. onkologische Patienten) indiziert; individuelle Leitlinienempfehlung beachten.
Ist der Padua-Score auch für ambulante Patienten geeignet? Nein. Er wurde für hospitalisierte internistische Patienten entwickelt und validiert. Für ambulante Hochrisikopatienten (z.B. nach onkologischer Therapie) gelten andere Algorithmen (z.B. Khorana-Score für onkologische Patienten).
Abschließender Hinweis
Das Tool berechnet den Padua-Score als Bestandteil eines strukturierten VTE-Prophylaxe-Entscheidungsprozesses.
Quellen
- Barbar S et al. J Thromb Haemost. 2010
- AWMF S3-Leitlinie VTE-Prophylaxe. 2015
- Kahn SR et al. ACCP Chest. 2012 (9th edition Antithrombotic Guidelines)
