PESI und ambulante LE-Behandlung: DOAKs, Auswahl und Entlassung
Patienten mit PESI Klasse I–II, negativem Troponin und normaler Rechtsherzfunktion können mit einem DOAK ambulant behandelt werden. DOAKs haben die ambulante LE-Therapie erheblich vereinfacht — ohne INR-Monitoring und mit vergleichbarer oder besserer Sicherheit als VKA.
PESI Score Rechner – Lungenembolie-Risikoindex
Validierter Score zur Prognose der 30-Tage-Mortalität und Identifizierung von Low-Risk-Patienten bei akuter Lungenembolie.
Demografische Merkmale
Begleiterkrankungen
Klinische Befunde
Voraussetzungen für ambulante Behandlung
- PESI Klasse I oder II (oder sPESI = 0)
- Troponin negativ
- Keine RV-Dysfunktion (Echo oder angio-CT)
- Hämodynamisch stabil (kein Schock, keine Hypotonie)
- Sicheres häusliches Umfeld und Möglichkeit zur raschen Wiederkehr
- Keine aktive Blutung oder schwere Koagulopathie
DOAK-Schemata für die LE (akute Phase und Erhaltung)
| DOAK | Akutphase | Erhaltung |
|---|---|---|
| Rivaroxaban | 15 mg 2×/Tag für 21 Tage | 20 mg 1×/Tag mit Mahlzeit |
| Apixaban | 10 mg 2×/Tag für 7 Tage | 5 mg 2×/Tag |
| Dabigatran | NMH 5–10 Tage → 150 mg 2×/Tag | 150 mg 2×/Tag |
| Edoxaban | NMH 5–10 Tage → 60 mg 1×/Tag | 60 mg 1×/Tag |
Rivaroxaban und Apixaban können ohne vorangehende NMH-Phase begonnen werden — vorteilhaft für die ambulante Therapie.
Nachsorge nach ambulanter LE-Behandlung
- 4–6 Wochen: Hausarzttermin zur Verlaufsbeurteilung (Dyspnoe, Beinödeme)
- 3–6 Monate: Entscheidung über Therapiedauer (provozierte vs. nicht provozierte LE)
- Bei anhaltender Dyspnoe > 3 Monate: Echokardiographie zum Ausschluss einer chronisch thromboembolischen pulmonalen Hypertonie (CTEPH)
Kontraindikationen gegen ambulante Therapie
- Niereninsuffizienz (eGFR < 30 ml/min für die meisten DOAKs)
- Schwangerschaft (DOAKs kontraindiziert → NMH)
- Aktive Krebserkrankung mit hohem Blutungsrisiko (gastrointestinal, urogenital)
- Mangelnde Compliance oder fehlende häusliche Unterstützung
Häufige Fragen
Welches DOAK bei LE und Vorhofflimmern? Dieselben DOAKs sind für beide Indikationen zugelassen; die höhere Akutdosis (z. B. Rivaroxaban 15 mg 2×/Tag) gilt nur für die ersten 21 Tage der LE-Behandlung. Danach Wechsel auf die niedrigere Erhaltungsdosis oder FA-Dosis.
Darf bei PESI I ein Krebspatient ambulant behandelt werden? Krebserkrankung allein erhöht den PESI signifikant (+30 Punkte) — ein Krebspatient erreicht damit oft schon PESI Klasse III. Die ambulante Behandlung ist bei Krebspatienten mit LE in der Regel nicht indiziert.
PESI berechnen und Therapieweg festlegen
Rufen Sie den PESI in Mediately auf, um das Risiko zu bestimmen und die Entscheidung zur ambulanten LE-Behandlung zu dokumentieren.
