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QTc und Elektrolyte: Hypokaliämie und Hypomagnesiämie korrigieren

Hypokaliämie und Hypomagnesiämie sind die häufigsten reversibler Ursachen eines verlängerten QTc. Ihre Korrektur ist der erste Schritt im Management des QT-Syndroms — bevor oder parallel zur Medikamentenanpassung.

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Elektrolyt-Zielwerte bei verlängertem QTc

ElektrolytZiel bei TdP-Risiko
Kalium (K+)4,5–5 mEq/L
Magnesium (Mg²+)2 mEq/L (0,8–1 mmol/L)
Calcium (Ca²+)Im Normbereich

Mechanismus: Wie Elektrolyte das QTc beeinflussen

Kalium: K+ ist essenziell für die Repolarisation. Bei Hypokaliämie sind IKr- und IKs-Kaliumkanäle weniger effektiv — die Repolarisation verlangsamt sich und das QTc verlängert sich (ca. 20–40 ms pro 0,5 mEq/L K+-Abfall).

Magnesium: Mg²+ stabilisiert Kaliumkanäle und supprimiert Nachpotenziale (Early Afterdepolarizations), die TdP auslösen. Hypomagnesiämie reduziert die Wirksamkeit der Kaliumkorrektur: Mg²+ muss zuerst oder gleichzeitig korrigiert werden.

Calcium: Hypokalzämie verlängert das QTc (verlängertes ST-Segment). Hyperkalzämie verkürzt das QTc.

Praktische Elektrolytkorrektur

Hypokaliämie:

  • Leicht (K+ 3–3,5 mEq/L): Orale Substitution (z. B. Kaliumchlorid-Lösung)
  • Moderat (K+ 2,5–3 mEq/L): KCl i.v. in NaCl-Lösung (10–20 mEq/h mit EKG-Monitoring)
  • Schwer (K+ < 2,5 mEq/L): KCl i.v. dringlich; kontinuierliches EKG-Monitoring

Hypomagnesiämie:

  • Magnesiumsulfat i.v. 2–4 g in 20–60 min; danach 1–2 g/h
  • Zuerst Mg²+ korrigieren — ohne ausreichendes Mg²+ ist K+-Substitution weniger wirksam (Na+/K+-ATPase Mg²+-abhängig)

Häufige Ursachen der Hypokaliämie mit QTc-Relevanz

  • Schleifendiuretika und Thiazide (häufigste Ursache im stationären Setting)
  • Profuse Diarrhö oder Erbrechen
  • Primärer oder sekundärer Hyperaldosteronismus
  • Metabolische Alkalose (K+-Shift nach intrazellulär)
  • Hypomagnesiämie (verursacht renalen K+-Verlust)

Häufige Fragen

Warum normalisiert sich K+ nicht trotz Substitution? Häufigste Ursache: nicht korrigierte Hypomagnesiämie. Mg²+ ist für den Na+/K+-ATPase-Transport notwendig; ohne ausreichendes Mg²+ kann intrazelluläres K+ nicht normalisiert werden. Zuerst Mg²+ i.v. korrigieren.

Orale K+-Substitution ausreichend bei QTc > 480 ms? Nein. Bei klinisch relevantem QTc-Anstieg und Hypokaliämie ist die i.v.-Korrektur mit EKG-Monitoring notwendig, um das Risiko für TdP rasch zu senken.

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Quellen

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