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Medikamente mit QT-Verlängerung: Risiko und klinisches Management

Die medikamentöse QT-Verlängerung ist eine der häufigsten Ursachen für erworbene Torsades de Pointes (TdP). Viele Alltagsmedikamente haben QT-verlängerndes Potenzial — das Risiko steigt bei Kombination mehrerer Substanzen, Elektrolytstörungen und Vorbelastung.

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Wichtige QT-verlängernde Medikamente nach Kategorie

Antibiotika:

  • Azithromycin (moderate Risiko; kontrovers bei Einzeldosis)
  • Clarithromycin (moderat-hoch)
  • Levofloxacin, Moxifloxacin (moderat-hoch; Fluorochinolone)
  • Hydroxychloroquin (hoch, besonders in Kombination)

Antipsychotika:

  • Haloperidol (hoch, besonders i.v.)
  • Quetiapin, Olanzapin (moderat)
  • Ziprasidon (moderat-hoch)
  • Chlorpromazin (hoch)

Antiemetika:

  • Ondansetron (moderat, dosisabhängig; reduziert < 32 mg i.v.)
  • Domperidon (hoch; kontraindiziert > 50. Lebensjahr mit Risikofaktoren)
  • Metoclopramid (gering-moderat)

Antidepressiva:

  • Citalopram (moderat-hoch; dosisabhängig; max. 20 mg/Tag bei > 65 Jahre)
  • Escitalopram (moderat)
  • Trizyklische Antidepressiva (hoch)

Antiarrhythmika:

  • Amiodaron (verlängert QT; TdP selten)
  • Sotalol (hoch; dosisabhängig)

Risikofaktoren für TdP unter QT-Medikamenten

  • Weibliches Geschlecht (2-fach höheres TdP-Risiko)
  • Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie
  • Bradykardie (HF < 50/min)
  • Nieren- oder Leberinsuffizienz (Akkumulation)
  • Vorbestehendes verlängertes QTc (> 460 ms Männer, > 480 ms Frauen)
  • Kombination mehrerer QT-verlängernder Substanzen

Klinisches Management

Vor Beginn eines QT-aktiven Medikaments:

  1. Baseline-QTc im EKG messen
  2. Elektrolyte (K+, Mg²+) bestimmen und korrigieren
  3. Medikamenteninteraktionen prüfen
  4. Bei QTc > 500 ms: Risiko-Nutzen abwägen; Alternative erwägen

Unter Therapie:

  1. EKG-Kontrolle nach 24–72 h (oder bei Dosiserhöhung)
  2. Medikament absetzen bei QTc > 500 ms oder Anstieg > 60 ms vom Ausgangswert
  3. Elektrolytmonitoring fortführen

Häufige Fragen

Azithromycin Einzeldosis 500 mg — EKG nötig? Bei niedrigem Risiko (keine Komorbiditäten, normales Baseline-QTc, keine Begleitmedikation) ist ein EKG nicht zwingend. Bei Risikopatienten (HF, Elektrolytstörungen, andere QT-Medikamente) ist ein Baseline-EKG sinnvoll.

Zwei QT-Medikamente kombinieren — wie viel Risiko? Das Risiko ist nicht additiv, sondern oft überadditiv. Die Kombination Azithromycin + Ondansetron + Hypokaliämie hat ein erheblich höheres TdP-Risiko als die Einzelsubstanzen.

QTc vor und unter Therapie messen

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Quellen

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