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Präparate
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Alphagan® 0,2 % m/V (2 mg/ml) Augentropfen

Verschreibungsinformationen

Warnzeichen

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Arzneimittel ist nicht auf der Liste.

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen
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Wechselwirkungen mit

Lebensmittel
Pflanzen
Ergänzungen
Gewohnheiten

Nutzungsbeschränkungen

Nieren
Hepatisch
Schwangerschaft
Stillen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Alphagan® 0,2 % m/V (2 mg/ml) Augentropfen

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Augentropfen, Lösung

Hersteller

AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.5.2022
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Fachinfo - Alphagan® 0,2 %

Anwendungsgebiete

Senkung des erhöhten intraokularen Drucks (IOD) bei Patienten mit Offenwinkelglaukom oder okulärer Hypertension.

  • Als Monotherapie bei Patienten, bei denen eine Therapie mit topischen Betablockern kontraindiziert ist.

  • Als Zusatztherapie zu anderen intraokular drucksenkenden Arzneimitteln, wenn der Zielwert für den intraokularen Druck nicht mit einer einzelnen Substanz erreicht werden kann (siehe Abschnitt 5.1).

Dosierung

Dosierung

Dosierungsempfehlung bei Erwachsenen (einschließlich älteren Patienten)

Es wird empfohlen, zweimal täglich mit einem zeitlichen Abstand von ca. 12 Stun- den einen Tropfen Alphagan in das/die be- troffene/n Auge/n einzutropfen. Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erfor- derlich.

Anwendung bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz

Alphagan wurde bei Patienten mit einge- schränkter Leber- oder Nierenfunktion nicht untersucht (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Es wurden keine klinischen Studien bei Ju- gendlichen (12 bis 17 Jahre) durchgeführt.

Alphagan wird nicht empfohlen für die An- wendung bei Kindern unter 12 Jahren und ist bei Neugeborenen und Kleinkindern (unter 2 Jahren) kontraindiziert (siehe Ab- schnitte 4.3, 4.4 und 4.9). Es ist bekannt, dass bei Neugeborenen schwerwiegende unerwünschte Wirkungen auftreten können. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Alphagan ist bei Kindern im Alter von 2 bis 12 Jahren nicht erwiesen.

Art der Anwendung

Wie auch bei anderen Augentropfen wird empfohlen, den Tränensack am inneren Augenwinkel für 1 Minute zu komprimieren (punktuelles Verschließen), um eine even- tuelle systemische Resorption zu reduzie- ren. Dies sollte unmittelbar nach jeder In- stillation der Augentropfen erfolgen. Dies kann zu einer Reduzierung der systemi- schen Nebenwirkungen und zu einer höhe-

ren lokalen Wirksamkeit führen. Um eine Kontamination des Auges oder der Augen- tropfen zu vermeiden, darf die Tropferspitze nicht mit irgendeiner Oberfläche in Kontakt kommen.

Wenn mehr als ein topisches Augenarznei- mittel angewendet werden soll, muss die Anwendung der verschiedenen Arzneimittel jeweils 5 – 15 Minuten auseinander liegen.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genann- ten sonstigen Bestandteile.

  • Neugeborene und Kleinkinder (unter 2 Jahren) (siehe Abschnitt 4.8).

  • Patienten, die eine Therapie mit Mono- aminoxidasehemmern (MAO-Hemmer) erhalten, sowie Patienten, die Antide- pressiva erhalten, die die noradrenerge Neurotransmission beeinflussen (z. B. tri- zyklische Antidepressiva und Mianserin).

Warnhinweise

Kinder und Jugendliche

Kinder im Alter von 2 Jahren und älter, ins- besondere Kinder in der Altersgruppe von 2 – 7 Jahre und/oder mit einem Körperge- wicht ≤ 20 kg, sollten mit Vorsicht behandelt und aufgrund des häufigen Auftretens sowie der Schwere von Somnolenz engmaschig kontrolliert werden (siehe Abschnitt 4.8).

Herzerkrankungen

Bei der Behandlung von Patienten mit schweren oder instabilen und unbehandel- ten Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist mit Vorsicht vorzugehen.

Augenerkrankungen

Bei einigen Patienten (12,7 %) trat im Rah- men der klinischen Prüfungen unter Alphagan eine allergische Reaktion der Au- gen auf (Einzelheiten siehe Abschnitt 4.8). Im Falle eines Auftretens allergischer Re- aktionen sollte die Behandlung mit Alphagan unterbrochen werden.

Über verzögerte okulare Überempfindlich- keitsreaktionen unter Alphagan 0,2 % ist berichtet worden. Wie berichtet wurde, waren diese zum Teil mit einem Anstieg des Augeninnendrucks verbunden.

Gefäßerkrankungen

Alphagan darf bei Patienten mit Depressio- nen, Zerebral- oder Koronarinsuffizienz, Raynaud-Syndrom, Orthostasesyndrom oder Thrombangiitis obliterans nur mit Vorsicht angewendet werden.

Leber- und Niereninsuffizienz

Alphagan wurde bei Patienten mit einge- schränkter Leber- oder Nierenfunktion nicht untersucht. Bei der Behandlung solcher Patienten ist Vorsicht geboten.

Benzalkoniumchlorid

Das in Alphagan enthaltene Konservie- rungsmittel Benzalkoniumchlorid kann Rei- zungen am Auge und trockene Augen her- vorrufen und kann den Tränenfilm und die Hornhautoberfläche beeinträchtigen. Kon- taktlinsen sind vor der Anwendung zu ent- fernen und frühestens 15 Minuten nach der Anwendung wieder einzusetzen. Benzalko- niumchlorid kann von weichen Kontaktlin-

sen aufgenommen werden und kann zur Verfärbung der Kontaktlinsen führen. Der Kontakt mit weichen Kontaktlinsen ist zu vermeiden.

Alphagan sollte bei Patienten mit trockenen Augen und bei Patienten mit geschädigter Hornhaut mit Vorsicht angewendet werden. Bei längerer Anwendung sollten die Patien- ten überwacht werden.

Wechselwirkungen

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Alphagan ist kontraindiziert bei Patienten, die eine Therapie mit Monoaminoxidase- hemmern (MAO) erhalten sowie bei Patien- ten, die Antidepressiva erhalten, die die noradrenerge Neurotransmission beeinflus- sen (z. B. trizyklische Antidepressiva und Mianserin), (siehe Abschnitt 4.3).

Obwohl mit Alphagan keine speziellen Un- tersuchungen zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln durchgeführt wurden, sollte die Möglichkeit eines verstärkenden Effekts in Verbindung mit zentraldämpfenden Substanzen (Alkohol, Barbiturate, Opiate, Sedativa oder Anästhetika) in Erwägung gezogen werden.

Es liegen keine Daten über den Anteil frei zirkulierender Katecholamine nach der An- wendung von Alphagan vor. Vorsicht ist je- doch geboten bei Patienten, die Arzneimit- tel einnehmen, die die Aufnahme und den Metabolismus zirkulierender Amine beein- flussen können, wie z. B. Chlorpromazin, Methylphenidat, Reserpin.

Nach Anwendung von Alphagan wurde bei einigen Patienten ein klinisch unbedeutender Blutdruckabfall beobachtet. Bei der gleich- zeitigen Einnahme von Antihypertonika und/ oder Digitalisglykosiden mit Alphagan ist Vorsicht geboten.

Vorsicht ist geboten bei Erstverabreichung (oder Dosierungsänderung) eines gleich- zeitig systemisch angewandten Arzneimittels (ungeachtet der pharmazeutischen Form), das Wechselwirkungen mit α-adrenergen Agonisten verursachen oder diese in ihrer Wirkung beeinflussen kann, wie z. B. Adre- norezeptor-Agonisten oder Antagonisten (z. B. Isoprenalin, Prazosin).

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Die Sicherheit der Anwendung während der Schwangerschaft wurde nicht untersucht. In Tierversuchen konnten unter Brimonidin [(R,R)-tartrat] keine teratogenen Wirkungen festgestellt werden. Bei Kaninchen zeigte Brimonidin[(R,R)-tartrat] bei Plasmawerten, die höher lagen als bei der Anwendung beim Menschen, erhöhte Präimplantationsverluste sowie postnatale Wachstumsverzögerungen. Alphagan darf während der Schwanger- schaft nur angewendet werden, wenn der potentielle Nutzen für die Mutter das poten- tielle Risiko für den Fötus überwiegt. Zur Verminderung der systemischen Resorp- tion, siehe Abschnitt 4.2.

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Alphagan® 0,2 % m/V (2 mg/ml) Augentropfen

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Brimonidin beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Bei der Ratte wird der Wirkstoff in die Mutter- milch sezerniert. Alphagan darf während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Fahrtüchtigkeit

Alphagan kann Müdigkeit und/oder Som- nolenz verursachen, was die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen kann. Alphagan kann ver- schwommenes Sehen und/oder Sehstörun- gen verursachen, was die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen kann, insbesondere nachts oder bei verminderter Beleuchtung. Der Patient sollte warten, bis diese Symptome abgeklungen sind, bevor er am Straßenver- kehr teilnimmt oder Maschinen bedient.

Nebenwirkungen

Die am häufigsten genannten Nebenwir- kungen, die bei 22 bis 25 % der Patienten auftreten, sind Mundtrockenheit, okulare Hyperämie und Augenbrennen/-stechen. In der Regel sind diese Nebenwirkungen vorübergehend und im Allgemeinen nicht so schwerwiegend, dass sie eine Unter- brechung der Behandlung erfordern.

Symptome von allergischen Reaktionen am Auge traten bei 12,7 % der Patienten in kli- nischen Studien auf (11,5 % der Patienten wurden aus diesen Gründen aus der klini- schen Studie ausgeschlossen). Bei der Mehrzahl der Patienten traten diese Be- schwerden nach drei bis neun Monaten auf.

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Bei den Häufigkeitsangaben zum Auftreten von Nebenwirkungen wurden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10); Häufig (≥ 1/100,

< 1/10); Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100); Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000); Sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: Systemische allergische Re- aktionen

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Depression Sehr selten: Schlaflosigkeit

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Kopfschmerzen, Somnolenz

Häufig: Schwindel, Geschmacksverände- rungen

Sehr selten: Synkope

Augenerkrankungen

Sehr häufig:

  • okulare Reizung (Hyperämie, Augen- brennen und Augenstechen, Juckreiz, Fremdkörpergefühl, Bindehautfollikel)

  • verschwommenes Sehen

  • allergische Blepharitis, allergische Ble- pharokonjunktivitis, allergische Konjunk-

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tivitis, okulare allergische Reaktion und follikuläre Konjunktivitis

Häufig:

  • lokale Reizung (Hyperämie und Ödem des Augenlides, Blepharitis, Bindehaut- ödem und Bindehautabsonderungen, Augenschmerzen und tränendes Auge)

  • Photophobie

  • Hornhauterosionen/-verfärbungen

  • trockenes Auge

  • Bindehautblässe

  • Sehstörungen

  • Konjunktivitis

    Sehr selten: Iritis, Miosis

    Herzerkrankungen

    Gelegentlich: Palpitationen/Arrhythmien (ein- schließlich Bradykardie und Tachykardie)

    Gefäßerkrankungen

    Sehr selten: Hypertonie, Hypotonie

    Erkrankungen der Atemwege, des Brust- raums und Mediastinums

    Häufig: Symptome der oberen Atemwege Gelegentlich: Nasenschleimhaut trocken Selten: Dyspnoe

    Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

    Sehr häufig: Mundtrockenheit Häufig: gastrointestinale Symptome

    Allgemeine Erkrankungen und Be- schwerden am Verabreichungsort

    Sehr häufig: Ermüdung Häufig: Asthenie

    Nach Markteinführung traten bei der An- wendung von Alphagan in der klinischen Praxis folgende Nebenwirkungen auf. Da diese Nebenwirkungen von einer Population unbekannter Größe freiwillig gemeldet werden, können keine Abschätzungen der Häufigkeiten erfolgen.

    Nicht bekannt:

    Augenerkrankungen

  • Iridozyklitis (Uveitis anterior)

  • Augenlidjucken

    Erkankungen der Haut und des Unter- hautzellgewebes

  • Hautreaktionen einschließlich Erythem, Gesichtsödem, Pruritus, Hautausschlag und Vasodilatation

In Fällen, bei denen Brimonidin als Teil einer medikamentösen Behandlung des kongeni- talen Glaukoms eingesetzt wurde, wurden bei Neugeborenen und Kleinkindern, die Brimonidin erhielten, Symptome einer Bri- monidin-Überdosierung wie Bewusstlosig- keit, Lethargie, Somnolenz, Hypotonie, er- niedrigter Muskeltonus, Bradykardie, Hypo- thermie, Zyanose, Blässe, Atemdepression und Apnoe berichtet (siehe Abschnitt 4.3).

In einer Phase 3 Studie über drei Monate an 2 – 7 jährigen Kindern mit Glaukom, das mit Betablockern nur unzureichend kontrolliert werden konnte, wurde mit Alphagan als Zusatztherapie ein häufiges Auftreten von Somnolenz (55 %) berichtet. Bei 8 % der Kinder war dies schwerwiegend und führte bei 13 % der Kinder zum Therapieabbruch. Die Inzidenz von Somnolenz nahm mit zu- nehmendem Alter ab und lag in der Alters- gruppe der Siebenjährigen am niedrigsten (25 %), wurde jedoch stärker vom Körper-

gewicht beeinflusst und trat häufiger bei Kindern mit einem Körpergewicht ≤ 20 kg (63 %) auf als bei Kindern mit einem Gewicht

> 20 kg (25 %) (siehe Abschnitt 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkun- gen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwir- kungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuier- liche Überwachung des Nutzen-Risiko-Ver- hältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Ophthalmische Überdosierung (bei Erwach- senen):

Bei den eingegangenen Meldungen ent- sprachen die berichteten Ereignisse im Allgemeinen denen, die bereits als uner- wünschte Wirkungen gelistet sind.

Systemische Überdosierung durch verse- hentliche Einnahme (bei Erwachsenen):

Es liegen nur sehr begrenzte Informationen bezüglich einer versehentlichen Einnahme von Brimonidin bei Erwachsenen vor. Als einzige unerwünschte Wirkung wurde bis- lang eine Hypotonie berichtet. Es wurde berichtet, dass der hypotensiven Episode eine Rebound-Hypertonie folgte.

Die Behandlung einer oralen Überdosierung umfasst unterstützende und symptomatische Therapiemaßnahmen; die Atemwege des Patienten sind frei zu halten.

Im Zusammenhang mit oralen Überdosie- rungen von anderen α2-Agonisten wurden Symptome wie z. B. Hypotonie, Asthenie, Er- brechen, Lethargie, Sedierung, Bradykardie, Arrhythmie, Miosis, Apnoe, erniedrigter Mus- keltonus, Hypothermie, Atemdepression und Krampfanfall berichtet.

Kinder und Jugendliche

Berichte über schwerwiegende uner- wünschte Effekte nach versehentlicher Einnahme von Alphagan durch pädiatrische Patienten wurden publiziert oder an den Zu- lassungsinhaber gemeldet. Die Patienten zeigten Symptome einer zentralnervösen Depression, typischerweise temporäres Koma oder einen reduzierten Bewusst- seinsgrad, Lethargie, Somnolenz, erniedrig- ten Muskeltonus, Bradykardie, Hypothermie, Blässe, Atemdepression und Apnoe, und bedurften intensivmedizinischer Versorgung, soweit angezeigt mit Intubation. Von allen Patienten wurde eine vollständige Erholung, meist innerhalb 6 – 24 Stunden, berichtet.

Pharmakologische Eigenschaften - Alphagan® 0,2 %

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Sympa- thomimetika in der Glaukomtherapie,

ATC-Code: S01EA 05.

Alphagan® 0,2 % m/V (2 mg/ml)

Augentropfen

Brimonidin ist ein α2-adrenerger Rezeptor- Agonist, der eine 1000fach höhere Selektivi- tät gegenüber dem α2-adrenergen Rezeptor als gegenüber dem α1-adrenergen Rezeptor besitzt.

Diese Selektivität hat keine Mydriasis zur Folge und bei xenogenen Transplantaten menschlicher Retinazellen kommt es nicht zur Vasokonstriktion in den Mikrogefäßen.

Die topische Anwendung von Brimonidin [(R,R)-tartrat] verringert den intraokularen Druck (IOD) beim Menschen mit minimalen Auswirkungen auf die kardiovaskulären oder pulmonalen Parameter.

Bei Patienten mit Bronchialasthma liegen nur begrenzte Daten vor. Bei diesen Patienten wurden keine Nebenwirkungen beobachtet.

Die Wirkung von Alphagan setzt schnell ein, wobei die maximale okulare hypotensive Wirkung zwei Stunden nach Applikation erreicht wird. In zwei Studien, die über ein Jahr dauerten, senkte Alphagan den Au- geninnendruck um durchschnittlich etwa 4 – 6 mmHg.

Fluorometrische Studien an Tieren und Menschen geben Grund zu der Annahme, dass Brimonidin[(R,R)-tartrat] einen zwei- fachen Wirkmechanismus besitzt. Man nimmt an, dass Alphagan den IOD durch Reduzierung der Bildung von Augen- kammerwasser und durch Erhöhung des uveoskleralen Abflusses verringert.

Klinische Studien zeigen die Wirksamkeit von Alphagan in Kombination mit topischen Be- tablockern. Kurzzeitstudien zeigen ferner eine klinisch relevante additive Wirkung von Alphagan in Kombination mit Travoprost (6 Wochen) und Latanoprost (3 Monate).

Pharmakokinetik

  1. Allgemeine Charakteristika

    Nach der zweimal täglichen okularen An- wendung einer 0,2%igen Lösung über 10 Tage waren die Plasmakonzentrationen niedrig (der mittlere Cmax-Wert lag bei 0,06 ng/ml). Nach mehrfachem Eintropfen (2mal täglich über 10 Tage) zeigte sich eine leichte Akkumulation im Blut. Der Bereich unter der Plasmakonzentration-Zeit- Kurve über 12 Stunden im steady-state (AUC0 – 12h) lag bei 0,31 ng ∙ h/ml, im Ver- gleich zu 0,23 ng ∙ h/ml nach der ersten Dosis. Die mittlere Halbwertszeit betrug nach topischer Applikation beim Menschen ungefähr 3 Stunden.

    Die Plasma-Protein-Bindung von Brimonidin nach topischer Applikation beträgt beim Menschen ca. 29 %.

    Brimonidin bindet reversibel in vitro und in vivo in okularen Geweben an vorhandenes Melanin. Nach zweiwöchiger okularer An- wendung lag die Konzentration von Brimo- nidin in Iris, Ziliarkörper und Choroidea/Retina um das 3- bis 17fache höher als nach einer Einmaldosis. Beim Fehlen von Melanin tritt keine Akkumulation auf.

    Zur Bedeutung einer Bindung von Brimonidin an Melanin ist beim Menschen nichts be- kannt. Biomikroskopische Untersuchungen der Augen zeigten keine signifikanten oku- laren Nebenwirkungen bei Patienten, die bis

    zu einem Jahr lang mit Alphagan behandelt wurden. In einer Studie über ein Jahr, bei der die okulare Sicherheit an Affen untersucht wurde, traten nach Verabreichung der fast 4fachen Dosis Brimonidin[(R,R)-tartrat] keine signifikanten okularen toxischen Wir- kungen auf.

    Nach oraler Verabreichung beim Menschen wird Brimonidin gut resorbiert und rasch eliminiert. Der überwiegende Teil der Dosis (ca. 75 %) wurde in Form von Metaboliten innerhalb von fünf Tagen über die Nieren ausgeschieden; im Urin konnte die Aus- gangssubstanz nicht nachgewiesen werden. In vitro Studien, die an tierischem und menschlichem Lebergewebe durchgeführt wurden, lassen darauf schließen, dass der Metabolismus überwiegend durch Aldehyd- oxidase und über das Cytochrom P450 erfolgt. Dieses lässt darauf schließen, dass die systemische Ausscheidung vor allem über den Leberstoffwechsel erfolgt.

    Kinetik-Profil:

    Nach einer einmaligen topischen Dosis von 0,08 %, 0,2 % und 0,5 % wurden für die maximale Plasmakonzentration und die AUC eine Dosisproportionalität ohne be- deutende Abweichungen beobachtet.

  2. Charakteristika bei Patienten Charakteristika bei älteren Patienten:

Die Cmax, AUC und die mittlere Halbwerts- zeit von Brimonidin sind nach Einmalgabe bei älteren Patienten (Personen im Alter

von 65 Jahren oder darüber) denen junger Erwachsener ähnlich und zeigen, dass die systemische Absorption und Elimination nicht vom Alter abhängig sind.

Aus Ergebnissen einer dreimonatigen klini- schen Studie, in die auch ältere Patienten eingeschlossen wurden, geht hervor, dass die systemische Brimonidinbelastung sehr gering war.

Weblinks

Packungen und Preis

Alphagan® 0,2 % m/V (2 mg/ml) AT 5ml N1
Preis
35,35 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.
Alphagan® 0,2 % m/V (2 mg/ml) AT 3x 5ml N2
Preis
83,45 €
Zuzahlung
8,35 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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