Melatonin Orifarm 2 mg Filmtabletten
Verschreibungsinformationen
Versicherungsliste
Informationen zur Abgabe
Verschreibungseinschränkungen
a) ausgenommen -zur Kurzzeittherapie bis zu 4 Wo. od. -für eine länger als 4 Wo. dauernde Behandl. in medizin. begründeten Einzelfällen. Eine längerfrist. Anw. v. Hypnotika/Hypnogenen od. Sedativa ist besonders zu begründen. b) ausgenommen -zur Behandl. eines gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus (Nicht-24-Std.-Schlaf-Wach-Syndr.) bei vollständig blinden Personen od. -für die Behandl. v. Schlafstörungen (Insomnie) b. Kindern u. Jugendl. im Alter v. 2-18 J. mit Autismus-Spektrum-Stör. u./od. neurogenetischen Stör. mit abweichender diurnaler Melatonin-S…
Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
Darreichungsform
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Fachinfo - Melatonin 2 mg
Melatonin Orifarm ist angezeigt zur:
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Kurzzeitigen Behandlung des Jetlags bei Erwachsenen (siehe Abschnitt 5.1).
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Behandlung von Schlafstörungen (Insomnie) bei Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 17 Jahren mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS), wenn Schlafhygienemaßnahmen unzureichend waren.
Dosierung
Jetlag bei Erwachsenen
Die empfohlene Dosis beträgt 1 - 5 mg für eine Dauer von maximal fünf Tagen.
Die Dosis sollte bei Reisen, die über 5 Zeitzonen oder mehr hinausgehen, zum Zeitpunkt des Schlafengehens am Zielort (Ortszeit) eingenommen werden, insbesondere bei Reisen in östlicher Richtung.
Die Einnahme von Melatonin zum falschen Zeitpunkt kann dazu führen, dass keine oder eine nachteilige Wirkung auf die Re-Synchronisation des Jetlags eintritt. Daher sollte Melatonin Orifarm nicht vor 20:00 Uhr oder nach 04:00 Uhr Ortszeit am Zielort eingenommen werden.
Da Alkohol den Schlaf beeinträchtigen und bestimmte Jetlag-Symptome wie Kopfschmerzen, morgendliche Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen verschlimmern kann, wird empfohlen, während der Einnahme von Melatonin Orifarm keinen Alkohol zu konsumieren.
Pro Jahr können maximal 16 Behandlungszyklen durchgeführt werden.
Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS
Die Behandlung sollte von Ärzten eingeleitet werden, die Erfahrung mit ADHS und/oder der Behandlung von Schlafstörungen bei Kindern haben.
Zur Behandlung von Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen sollte Melatonin erst angewendet werden, nachdem andere behandelbare Ursachen der Schlafstörungen anhand geeigneter Untersuchungen durch Spezialisten ausgeschlossen wurden und nicht-medikamentöse Maßnahmen unzureichende Wirkung gezeigt haben.
Empfohlene Anfangsdosis von Melatonin Orifarm: 1 bis 2 mg 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen.
Die Melatonindosis kann unabhängig vom Alter jede Woche um 1 mg bis zu einem Maximum von 5 mg pro Tag erhöht werden, bis die gewünschte Wirkung eintritt. Die niedrigste wirksame Dosis ist anzustreben.
Es liegen begrenzte Daten für eine Behandlungsdauer von bis zu 3 Jahren vor. Spätestens nach 3-monatiger Behandlung sollte der Arzt den Behandlungserfolg bewerten und einen Behandlungsabbruch erwägen, wenn kein klinisch signifikanter Behandlungserfolg erreicht wurde. Der Patient sollte in regelmäßigen Abständen (mindestens alle 6 Monate) überwacht werden, um zu prüfen, ob Melatonin Orifarm weiterhin die am besten geeignete Behandlung ist. Während der laufenden Behandlung, insbesondere im Fall eines ungewissen Behandlungserfolges, sollten regelmäßig, z. B. einmal jährlich, Absetzversuche unternommen werden.
Wenn die Schlafstörung während der Behandlung mit Arzneimitteln zur Behandlung von ADHS aufgetreten ist, sollte eine Dosisanpassung oder eine Umstellung auf ein anderes Arzneimittel erwogen werden.
Besondere Patientengruppen
Ältere Menschen
Da die Pharmakokinetik von Melatonin (mit sofortiger Wirkstofffreisetzung) bei jungen Erwachsenen und älteren Menschen im Allgemeinen vergleichbar ist, gibt es keine speziellen Dosierungsempfehlungen für ältere Menschen (siehe Abschnitt 5.2).
Eingeschränkte Nierenfunktion
Die Auswirkungen von jeder Form der Einschränkung der Nierenfunktion auf die Pharmakokinetik von Melatonin wurden nicht untersucht. Bei der Gabe von Melatonin an Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist Vorsicht geboten.
Eingeschränkte Leberfunktion
Begrenzte Daten deuten darauf hin, dass die Plasma-Clearance von Melatonin bei Patienten mit Leberzirrhose erheblich reduziert ist.
Melatonin wird bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Einschränkung der Leberfunktion nicht empfohlen (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder unter 6 Jahren
Melatonin Orifarm wird für Kinder unter 6 Jahren mit ADHS nicht empfohlen.
Art der Anwendung Zum Einnehmen.
Die Tablette kann direkt vor der Gabe zerkleinert und mit Wasser vermischt werden.
Nahrung kann den Anstieg der Plasmakonzentrationen von Melatonin erhöhen (siehe Abschnitt 5.2). Die Einnahme von Melatonin mit kohlenhydratreichen Mahlzeiten kann die Blutzuckerkontrolle für mehrere Stunden beeinträchtigen (siehe Abschnitt 4.4). Es wird empfohlen, 2 Stunden vor und
2 Stunden nach der Einnahme von Melatonin Orifarm keine Nahrung zu sich zu nehmen.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Melatonin kann Schläfrigkeit hervorrufen. Melatonin sollte mit Vorsicht angewendet werden, wenn die Auswirkungen von Schläfrigkeit die Sicherheit des Patienten gefährden können.
Ältere Patienten
Die Melatonin-Exposition nach der Einnahme ist bei jungen und etwas älteren Menschen vergleichbar. Es ist unklar, ob deutlich ältere Menschen besonders empfindlich gegenüber exogenem Melatonin sind. Deswegen ist bei der Behandlung dieser Altersgruppe Vorsicht geboten und die Dosis sollte individuell angepasst werden.
Immunologische Erkrankungen
Gelegentliche Fallberichte beschreiben eine Verschlimmerung von Autoimmunerkrankungen bei Patienten, die Melatonin eingenommen haben. Es liegen keine Daten zur Anwendung von Melatonin bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen vor. Die Anwendung von Melatonin bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen wird nicht empfohlen.
Epilepsie
Berichten zufolge erhöht oder verringert Melatonin oder hat keinen Einfluss auf die Anfallshäufigkeit . Aufgrund der Ungewissheit über die Wirkung von Melatonin auf epileptische Anfälle sollte die Anwendung bei Patienten mit Epilepsie mit Vorsicht erfolgen.
Diabetes
Begrenzte Daten deuten darauf hin, dass die Einnahme von Melatonin unmittelbar vor oder nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit, die Kontrolle des Blutzuckerspiegels für mehrere Stunden beeinträchtigen kann. Melatonin sollte mindestens 2 Stunden vor und frühestens 2 Stunden, von Patienten mit deutlich eingeschränkter Glukosetoleranz oder Diabetes idealerweise frühestens
3 Stunden, nach einer Mahlzeit eingenommen werden.
Pharmakokinetische Wechselwirkungen
Melatonin wird vorwiegend über CYP1A-Enzyme metabolisiert. Daher sind Wechselwirkungen zwischen Melatonin und anderen Wirkstoffen, die CYP1A-Enzyme beeinflussen, möglich.
CYP1A2-Inhibitoren
CYP1A2-Inhibitoren können die Plasmakonzentration von Melatonin erheblich erhöhen. Vorsicht ist geboten bei Patienten, die mit Fluvoxamin behandelt werden, da dieses Arzneimittel den Melatoningehalt erhöht (17-fach höhere AUC und 12-fach höhere Cmax im Serum), indem es dessen Metabolismus über CYP1A2 und CYP2C19 hemmt. Diese Kombination muss vermieden werden.
Vorsicht ist geboten, bei Patienten, die mit Östrogenen behandelt werden (z. B. hormonelle Verhütungsmittel oder Hormonersatztherapie), die den Melatoningehalt erhöhen (4- bis 5-fache Erhöhung bei kombinierten Verhütungsmitteln, die Ethinylestradiol und Gestagen enthalten).
Durch Wechselwirkung mit mäßig starken CYP1A2-Inhibitoren ist ein Anstieg der Plasmakonzentrationen von Melatonin zu erwarten. Deswegen ist Vorsicht geboten bei Patienten, die 5- oder 8-Methoxypsoralen (5- oder 8-MOP), Cimetidin oder Koffein anwenden.
Vorsicht ist geboten bei Patienten, die Cimetidin einnehmen, da dieses Arzneimittel den Melatoningehalt im Plasma erhöht, indem es seinen Metabolismus hemmt.
CYP1A2-Induktoren
CYP1A2-Induktoren können die Plasmakonzentration von Melatonin verringern.
Eine Dosisanpassung von Melatonin kann bei gleichzeitiger Behandlung mit den folgenden CYP1A2-Induktoren erforderlich sein: Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin, Omeprazol und Rauchen (halbierte Exposition im Vergleich zu einer 7-tägigen Rauchabstinenz).
Pharmakodynamische Wechselwirkungen
Adrenerge Agonisten/Antagonisten, Opiat-Agonisten/Antagonisten, Antidepressiva, Prostaglandin-Inhibitoren, Tryptophan und Alkohol beeinflussen die endogene Sekretion von Melatonin in der Zirbeldrüse, nicht aber den Metabolismus von Melatonin. Es ist nicht bekannt, ob diese Wechselwirkungen von klinischer Bedeutung sind.
Alkohol
Alkohol sollte nicht gleichzeitig mit Melatonin eingenommen werden, da diese Kombination die Wirkung von Melatonin auf den Schlaf verringern kann.
Nifedipin
Melatonin kann die blutdrucksenkende Wirkung von Nifedipin verringern. Bei gleichzeitiger Anwendung von Melatonin ist Vorsicht geboten, und eine Dosisanpassung von Nifedipin kann erforderlich sein. Da nicht bekannt ist, ob es sich um einen Klasseneffekt handelt, ist bei der gleichzeitigen Anwendung von Melatonin und anderen Calciumantagonisten Vorsicht geboten.
Warfarin
Es liegen Fallberichte vor, dass die gleichzeitige Anwendung von Melatonin und Vitamin-K-Antagonisten wie Warfarin entweder zu erhöhten oder erniedrigten Prothrombinwerten führen kann. In einer Studie wurden verringerte Werte für Faktor VIII und Fibrinogen festgestellt. Die gleichzeitige Anwendung von Warfarin und anderen Vitamin-K-Antagonisten mit Melatonin kann eine Dosisanpassung der Antikoagulanzien erfordern und sollte vermieden werden.
Benzodiazepin-verwandte Hypnotika
Melatonin kann die sedierende Wirkung von Benzodiazepin-verwandten Hypnotika wie Zolpidem verstärken. Die Anwendung von Melatonin in Kombination mit diesen Arzneimitteln sollte vermieden werden.
Nichtsteroidale Antiphlogistika und Antirheumatika NSAR
Prostaglandinsynthesehemmer (NSAR) wie Acetylsalicylsäure und Ibuprofen können den endogenen Melatoninspiegel verringern, wenn sie am Abend eingenommen werden. Wenn möglich, sollte die Einnahme von NSAR am Abend vermieden werden.
Betablocker
Betablocker können die Freisetzung von endogenem Melatonin unterdrücken und sollten daher am Morgen angewendet werden.
Schwangerschaft
Bisher liegen keine Daten zur Anwendung von Melatonin bei Schwangeren vor. Es liegen keine ausreichenden tierexperimentellen Studien in Bezug auf die Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt und postnatale Entwicklung vor (siehe Abschnitt 5.3).
Exogenes Melatonin passiert leicht die menschliche Plazenta. Unter Berücksichtigung des Mangels an klinischen Daten wird eine Behandlung mit Melatonin Orifarm während der Schwangerschaft oder bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, nicht empfohlen.
Stillzeit
Daten aus tierexperimentellen Studien deuten darauf hin, dass Melatonin vom Muttertier über die Plazenta oder die Milch auf den Fötus übertragen wird. Endogenes Melatonin wurde auch in der Muttermilch von stillenden Frauen gemessen, so dass exogenes Melatonin höchstwahrscheinlich auch in die menschliche Milch ausgeschieden wird. Melatonin wird daher nicht für stillende Frauen empfohlen.
Fertilität
Es liegen keine ausreichenden Daten über die Wirkung von Melatonin auf die menschliche Fertilität vor. Tierexperimentelle Studien sind in Bezug auf die Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit unvollständig. Hohe Dosen von Melatonin und die Anwendung über einen längeren Zeitraum als angezeigt könnten die Fruchtbarkeit beim Menschen beeinträchtigen.
Melatonin hat einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Melatonin kann Schläfrigkeit hervorrufen und sollte daher mit Vorsicht angewendet werden, wenn die Auswirkungen von Schläfrigkeit ein Sicherheitsrisiko darstellen können.
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Melatonin verursacht, kurzfristig angewendet (bis zu drei Monate), nur wenige und keine schwerwiegenden Nebenwirkungen.
Langfristige Auswirkungen sind kaum untersucht. Bei den gemeldeten Nebenwirkungen von Melatonin handelt es sich hauptsächlich um Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern. Diese Nebenwirkungen treten jedoch auch bei Patienten auf, die in den vorliegenden klinischen Studien mit Placebo behandelt wurden, und es besteht kein signifikanter Unterschied zwischen den Patienten, die mit dem Wirkstoff behandelt wurden, und denen, die Placebo erhielten.
Es wurden keine häufigen oder sehr häufigen Nebenwirkungen gemeldet.
Nebenwirkungen bei Erwachsenen werden nach den MedDRA-Systemorganklassen aufgelistet und innerhalb der folgenden Häufigkeitskategorien aufgeführt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis
< 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000), sehr selten
(< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
| Infektionen und parasitäre Erkrankungen | Herpes zoster |
| Selten | |
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems | Leukopenie, Thrombozytopenie |
| Selten | |
| Erkrankungen des Immunsystems | Überempfindlichkeitsreaktion |
| Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar) | |
| Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen | Hypertriglyceridämie, Hypokalzämie, |
| Selten |
| Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) | HyponatriämieHyperglykämie |
| Psychiatrische Erkrankungen | |
| Gelegentlich | Reizbarkeit, Nervosität, Unruhe, Schlaflosigkeit, abnorme Träume, Albträume, Angst |
| Selten | geänderte Laune, Aggression, Agitiertheit, Weinen, Stresssymptome, Desorientiertheit, frühmorgendliches Erwachen, erhöhte Libido, depressive Verstimmung, Depression |
| Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) | Halluzinationen |
| Erkrankungen des Nervensystems | |
| Häufig | Kopfschmerzen, Somnolenz |
| Gelegentlich | Migräne, Lethargie, psychomotorische Hyperaktivität, Schwindelgefühl |
| Selten | Synkope (Ohnmacht), Erinnerungsvermögen eingeschränkt, Aufmerksamkeitsstörungen, Dreamy state, Syndrom der ruhelosen Beine, schlechte Schlafqualität, Parästhesie |
| Augenerkrankungen | verminderte Sehschärfe, verschwommenes Sehen, vermehrter Tränenfluss |
| Selten | |
| Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths | Lagerungsschwindel (Vertigo) |
| Selten | |
| Herzerkrankungen | Angina pectoris, Palpitationen |
| Selten | |
| Gefäßerkrankungen | |
| Gelegentlich | Hypertonie |
| Selten | Hitzewallungen |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | |
| Gelegentlich | Abdominalschmerz, Schmerzen im Oberbauch, Dyspepsie, Mundulzeration, Mundtrockenheit, Übelkeit |
| Selten | Gastroösophageale Refluxkrankheit, Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts, Blasenbildung der Mundschleimhaut, Zungengeschwür, Magen-Darm-Verstimmung, Erbrechen, anomale Darmgeräusche, Flatulenz, Hypersalivation, Halitose, abdominale Beschwerden, Magenbeschwerden, Gastritis |
| Leber- und Gallenerkrankungen | Hyperbilirubinämie |
| Gelegentlich | |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes |
| Gelegentlich | Dermatitis, nächtliche Schweißausbrüche, Pruritus, Ausschlag, generalisierter Pruritus, trockene Haut |
| Selten | Ekzem, Erythem, Handekzem, Psoriasis, generalisierter Ausschlag, juckender Ausschlag, Nagelerkrankungen |
| Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) | Angioödem, geschwollener Mund, geschwollene Zunge |
| Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen | |
| Gelegentlich | Schmerzen in den Extremitäten |
| Selten | Arthritis, Muskelspasmen, Nackenschmerzen, nächtliche Krämpfe |
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | |
| Gelegentlich | Glykosurie, Proteinurie |
| Selten | Polyurie, Hämaturie, Nykturie |
| Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse | |
| Gelegentlich | Menopausale Symptome |
| Selten | Priapismus, Prostatitis |
| Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) | Galaktorrhö |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | |
| Gelegentlich | Asthenie, Brustkorbschmerz |
| Selten | Ermüdung, Schmerz, Durst |
| Untersuchungen | |
| Gelegentlich | anomaler Leberfunktionstest, Gewichtszunahme |
| Selten | erhöhte Leberenzyme, Elektrolyte im Blut anomal, anomaler Labortest |
Kinder und Jugendliche
Bei Kindern und Jugendlichen wurde über eine geringe Häufigkeit von im Allgemeinen leichten Nebenwirkungen berichtet. Die Anzahl der Nebenwirkungen bei Kindern, die Placebo erhielten, und Kindern, die Melatonin erhielten, unterschied sich nicht wesentlich. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Hyperaktivität, Schwindelgefühl und Abdominalschmerzen. Es wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühle und Übelkeit sind die am häufigsten berichteten Anzeichen und Symptome einer Überdosierung mit oral angewendetem Melatonin.
In der Literatur wurde über tägliche Dosen von 20 bis 50 mg sowie 300 mg über einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren berichtet, ohne dass es zu klinisch signifikanten Nebenwirkungen kam.
Bei einer Dosis von 250 mg, die viermal täglich über einen Zeitraum von 25 bis 30 Tagen eingenommen wurde, wurde nur über Müdigkeit/Schläfrigkeit berichtet. Außerdem war in mehreren Fällen von Überdosierung leichte bis mittelschwere Somnolenz die am häufigsten berichtete Nebenwirkung.
Nach Dosen von 3,0 g bis 6,6 g über 15 bis 36 Tage berichteten 6 von 11 Patienten über Somnolenz während des Tages und 4 von 11 Patienten über Magenkrämpfe, Durchfall oder Migränekopfschmerzen.
Die Clearance des Wirkstoffs ist innerhalb von 12 Stunden nach der Einnahme zu erwarten. Ein Arzt sollte beurteilen, ob konventionelle Maßnahmen bei Überdosierung ergriffen werden sollten.
Pharmakologische Eigenschaften - Melatonin 2 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Hypnotika und Sedativa, Melatoninrezeptoragonisten, ATC-Code: N05CH01
Melatonin ist ein Hormon, das von der Zirbeldrüse produziert wird. Es ist strukturell mit Serotonin verwandt. Die Melatoninsekretion steigt kurz nach Einbruch der Dunkelheit an, erreicht ihren Höhepunkt zwischen 2 und 4 Uhr morgens und nimmt in der zweiten Nachthälfte ab. Melatonin ist an der Steuerung des zirkadianen Rhythmus und der Anpassung an den Hell-Dunkel-Zyklus beteiligt.
Melatonin ist auch mit einer beruhigenden Wirkung und einer erhöhten Schlafbereitschaft assoziiert.
Wirkmechanismus
Es wird davon ausgegangen, dass die Aktivitäten von Melatonin an den MT1- und MT2-Rezeptoren zu seinen Auswirkungen auf den Schlaf beitragen, da diese Rezeptoren an der Regulierung des zirkadianen Rhythmus und des Schlafs beteiligt sind.
Pharmakodynamische Wirkungen
Melatonin hat eine hypnotische/sedierende Wirkung und erhöht die Schlafbereitschaft. Melatonin, das früher oder später als der nächtliche Höhepunkt der Melatoninausschüttung eingenommen wird, kann den zirkadianen Rhythmus der Melatoninausschüttung vorverlagern bzw. verzögern. Die Anwendung von Melatonin zur Schlafenszeit (zwischen 22:00 Uhr und Mitternacht) am Zielort nach einer schnellen transmeridianen Reise (Flug) beschleunigt die Resynchronisation der zirkadianen Rhythmik von der „Abflugzeit“ zur „Zielzeit“ und lindert die als Jetlag bekannten Symptome, die eine Folge einer solchen Störung des zirkadianen Rhythmus sind.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Typische Jetlag-Symptome sind Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit und Erschöpfung; es können aber auch leichte kognitive Beeinträchtigungen, Reizbarkeit und Magen-Darm-Störungen auftreten.
Der Jetlag ist umso stärker, je mehr Zeitzonen durchquert werden, und ist typischerweise stärker nach einer Reise in östliche Richtung.
Acht von zehn klinischen Studien ergaben, dass Melatonin, das kurz vor der angestrebten Schlafenszeit am Zielort (22 Uhr bis Mitternacht) eingenommen wird, den Jetlag bei Flügen über fünf
oder mehr Zeitzonen verringert. Der Nutzen dürfte umso größer sein, je mehr Zeitzonen überflogen werden, und geringer bei Flügen in Richtung Westen. Tagesdosen von Melatonin zwischen 0,5 mg und 5 mg sind ähnlich wirksam, mit dem Unterschied, dass man nach 5 mg schneller einschläft und besser schläft als nach 0,5 mg.
Klinischen Studien zufolge verringert Melatonin die von Patienten wahrgenommenen Gesamtsymptome des Jetlags um etwa 44 % und verkürzt die Dauer des Jetlags. In zwei Studien mit Flügen über 12 Zeitzonen reduzierte Melatonin die Dauer des Jetlags um etwa 33 %. Da die Einnahme von Melatonin zum falschen Zeitpunkt keine Wirkung oder eine nachteilige Wirkung auf die Resynchronisation des zirkadianen Rhythmus/Jetlags haben kann, sollte Melatonin nicht vor 20:00 Uhr oder nach 4:00 Uhr am Zielort eingenommen werden.
Die in Jetlag-Studien mit Melatonindosen von 0,5 mg bis 8 mg berichteten Nebenwirkungen waren in der Regel leicht und sind oft schwer von den Symptomen eines Jetlags zu unterscheiden. Es wurde über Schläfrigkeit/Sedierung, Kopfschmerzen und Schwindel/Desorientiertheit berichtet. Diese Nebenwirkungen sowie Übelkeit sind diejenigen, die bei Untersuchungen zur Sicherheit von Melatonin beim Menschen in der Regel mit einer kurzzeitigen Anwendung von Melatonin in Verbindung gebracht wurden.
Kinder und Jugendliche
Die Behandlung mit Melatonin wurde in einer vierwöchigen randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie an 105 Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren mit ADHS und chronischen Einschlafstörung untersucht (van der Heijden KB et al. 2007). Die Teilnehmenden erhielten Melatonin (3 mg bei einem Körpergewicht < 40 kg [n = 44] oder 6 mg bei einem Körpergewicht > 40 kg [n = 9]) in Form von Tabletten mit schneller Wirkstofffreisetzung oder Placebo.
Der mittlere aktigraphisch ermittelte Einschlafzeitpunkt wurde mit Melatonin um 26,9 ± 47,8 Minuten vorverlegt, während es mit Placebo eine Verzögerung von 10,5 ± 37,4 Minuten gab (p < 0,0001). Bei 48,8 % der Kinder, die Melatonin erhielten, wurde ein um mehr als 30 Minuten vorverlegter Einschlafzeitpunkt beobachtet, verglichen mit 12,8 % unter Placebo (p = 0,001). Die durchschnittliche Gesamtschlafdauer erhöhte sich unter Melatonin um 19,8 ± 61,9 Minuten und verringerte sich unter Placebo um 13,6 ± 50,6 Minuten (p = 0,01). Im Vergleich zu Placebo zeigte die Melatoningruppe eine Verringerung der Schlaflatenz (p = 0,001) und eine Zunahme der Schlafeffizienz (p = 0,01). Der Mittelwert auf einer Skala zur Bewertung der Einschlafschwierigkeiten verringerte sich unter Melatonin um 1,2 ± 1,3 Punkte (35,3 % gegenüber dem Ausgangswert) und unter Placebo um
0,1 ± 0,8 Punkte (4,3 % gegenüber dem Ausgangswert) (p < 0,0001).
Es wurden keine signifikanten Auswirkungen auf das Verhalten, die Kognition oder die Lebensqualität festgestellt. Es gab keine Unterbrechungen oder Abbrüche aufgrund von Nebenwirkungen.
Resorption
Die absolute Bioverfügbarkeit von Melatonin wurde in zwei Studien auf durchschnittlich 13 % der eingenommenen Dosis bei Einnahme als Lösung und 14 bis 16 % der eingenommenen Dosis bei Einnahme als Tablette geschätzt. Die maximale Konzentration von oral angewendetem Melatonin tritt nach 15 bis 90 Minuten auf (mediane tmax = 52 Min.).
Die maximale Konzentration und Exposition nach Einnahme von Melatonin-Tabletten erhöht sich dosisproportional von 0,25 mg bis zu 10 mg.
Daten über die Auswirkungen von Nahrungsaufnahme zum Zeitpunkt bzw. im Zeitraum der Melatonineinnahme auf die Pharmakokinetik sind begrenzt, deuten jedoch darauf hin, dass gleichzeitige Nahrungsaufnahme die Resorption fast um das Zweifache erhöhen kann. Nahrung scheint eine begrenzte Wirkung auf die tmax von Melatonin mit sofortiger Wirkstofffreisetzung zu haben. Eine Beeinträchtigung der Wirksamkeit oder Sicherheit von Melatonin Orifarm ist nicht zu erwarten, aber es wird empfohlen, etwa 2 Stunden vor und 2 Stunden nach der Einnahme von
Melatonin nichts zu essen.
Verteilung
Die Plasmaproteinbindung von Melatonin in vitro beträgt etwa 60 %.
Biotransformation
Melatonin wird hauptsächlich durch Hydroxylierung zu 6-Hydroxymelatonin in der Leber eliminiert, was vorrangig durch CYP1A2 (in geringerem Maße durch CYP1A1) vermittelt wird. Es findet eine durch CYP2C19 vermittelte, quantitativ weniger bedeutende O-Demethylierung zu N-Acetyl-5-Hydroxytryptamin statt. Die Melatoninmetaboliten werden hauptsächlich mit dem Urin ausgeschieden, etwa 90 % als Sulfat- und Glucuronidkonjugate von 6-Hydroxymelatonin. Weniger als etwa 1 % einer Melatonindosis wird unverändert mit dem Urin ausgeschieden.
Elimination
Die Plasma-Eliminationshalbwertszeit (t½) beträgt bei gesunden Erwachsenen etwa 45 Minuten (Normbereich etwa 30 bis 60 Minuten). Die Halbwertszeit bei Kindern ist vergleichbar oder etwas kürzer als bei Erwachsenen. Die einmal tägliche Dosis in Kombination mit der kurzen Halbwertszeit bedeutet eine minimale Melatoninakkumulation während einer regulären Behandlung.
Geschlecht
Bei Frauen wurde eine erhöhte Exposition und eine höhere maximale Plasmakonzentration festgestellt als bei Männern, die Melatonin oral erhielten, allerdings wurde eine große Variabilität in der Pharmakokinetik beobachtet. Die Halbwertszeit von Melatonin im Plasma scheint bei Männern und Frauen keinen signifikanten Unterschied aufzuweisen. Für Frauen ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten
In einer vergleichenden Studie zur Serumkonzentration von Melatonin mit und ohne exogene Supplementierung wurden bei etwas älteren Erwachsenen ohne Behandlung niedrigere Konzentrationen festgestellt, während bei gesunden jüngeren Erwachsenen nach der Behandlung eine Tendenz zu höheren Konzentrationen beobachtet wurde. Der Unterschied während der Behandlung war statistisch nicht signifikant; für etwas ältere Erwachsene kann die gleiche Dosierung wie für jüngere Erwachsene empfohlen werden.
Eingeschränkte Leberfunktion
Begrenzte Daten deuten darauf hin, dass die endogene Melatoninkonzentration im Blut von Patienten mit Leberzirrhose tagsüber deutlich erhöht ist, was wahrscheinlich auf die verringerte Melatonin-Clearance (Metabolisierung) zurückzuführen ist.
In einer kleinen Studie war die Serumhalbwertszeit T½ von exogenem Melatonin bei Zirrhose-Patienten doppelt so hoch wie bei Personen der Kontrollgruppe. Da die Leber der primäre Ort der Melatoninmetabolisierung ist, kann bei eingeschränkter Leberfunktion eine erhöhte Exposition gegenüber exogenem Melatonin erwartet werden.
Eingeschränkte Nierenfunktion
Es wurden keine Studien zur Auswirkung der Pharmakokinetik von Melatonin in den verschiedenen Stadien einer Einschränkung der Nierenfunktion durchgeführt, siehe Abschnitt 4.2 Besondere Patientengruppen.
Pharmazeutische Angaben - Melatonin 2 mg
Mikrokristalline Cellulose (E 460) Maltodextrin
Hochdisperses Siliciumdioxid (E 551) Magnesiumstearat (Ph.Eur) [pflanzlich] (E 470b) Hypromellose 2910, 15 mPa.s (E 464)
Nicht über 30 ºC lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
HDPE-Behälter (weiße Flasche aus Polyethylen) mit HDPE/LDPE Verschluss (mit Sicherheitssiegel), der ein Trockenmittel enthält.
Packungsgrößen
10, 26, 30, 50, 60, 90, 100 Filmtabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.