Ralnea® 4 mg Retardtabletten
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Gluten/Laktose
Laktose: Ja
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Fachinfo - Ralnea® 4 mg
Zur Behandlung des Morbus Parkinson un-ter folgenden Gegebenheiten:
-
Initialbehandlung als Monotherapie, um den Einsatz von Levodopa hinauszuzö-gern.
-
In Kombination mit Levodopa während des Verlaufs der Erkrankung, wenn die Wirksamkeit von Levodopa nachlässt oder unregelmäßig wird und Schwan-kungen in der therapeutischen Wirkung auftreten („end of dose“- oder „on/off“-Fluktuationen).
Erwachsene
Eine individuelle Einstellung der Dosis un-ter Berücksichtigung von Wirksamkeit und Verträglichkeit wird empfohlen.
Dosistitration zu Therapiebeginn
Die Initialdosis von Ropinirol-Retardtabletten ist in der ersten Woche 2 mg einmal täglich; diese sollte ab der zwei-ten Behandlungswoche auf 4 mg einmal täglich erhöht werden. Ein Ansprechen auf die Behandlung kann möglicherweise bei einer Dosierung von 4 mg Ropinirol-Retardtabletten einmal täglich gesehen werden.
Patienten, die die Behandlung mit Ropini-rol-Retardtabletten 2 mg täglich beginnen und die darunter Nebenwirkungen zeigen, die nicht zumutbar sind, können möglich-erweise von einer Umstellung auf eine niedrigere, auf drei gleiche Dosen verteilte Tagesdosis von Ropinirol-Filmtabletten (mit sofortiger Wirkstofffreisetzung) profi-tieren.
Therapieschema
Die Patienten sollten auf der niedrigsten Erhaltungs-Dosis von Ropinirol-Retardtabletten, bei der eine ausreichende Kontrolle der Symptome erzielt wird, ein-gestellt werden.
Wenn keine ausreichende Kontrolle der Symptome bei einer Dosis von 4 mg Ropi-nirol-Retardtabletten einmal täglich erzielt oder aufrechterhalten werden kann, so kann in wöchentlichen oder längeren Zeitinter-vallen die Tagesdosis um 2 mg bis zu einer Dosis von 8 mg Ropinirol-Retardtabletten einmal täglich erhöht werden.
Wenn bei einer Dosis von 8 mg Ropinirol-Retardtabletten einmal täglich immer noch keine ausreichende Kontrolle der Sympto-me erzielt oder aufrechterhalten werden kann, so kann in zweiwöchentlichen oder längeren Zeitintervallen die Tagesdosis um 2 mg bis 4 mg erhöht werden. Die maxima-le Tagesdosis von Ropinirol-Retardtabletten ist 24 mg.
Es wird empfohlen, den Patienten die nied-rigstmögliche Anzahl von Ropinirol-
Retardtabletten, die notwendig ist, um die erforderliche Dosis zu erzielen, zu ver-schreiben, indem die jeweils höchste ver-fügbare Stärke von Ropinirol-Retardtabletten genutzt wird.
Wenn die Behandlung für einen Tag oder länger unterbrochen wird, sollte die Wie-deraufnahme der Behandlung durch eine schrittweise Aufdosierung wie zu Thera-piebeginn (siehe oben) in Betracht gezogen werden.
Wenn Ralnea Retardtabletten als Adjuvans zur Levodopa-Therapie verabreicht werden, kann es möglich sein, die gleichzeitig ver-abreichte Levodopa-Dosis entsprechend des symptomatischen Ansprechens schrittweise zu reduzieren. In klinischen Studien wurde die Levodopa-Dosis bei Patienten, die gleichzeitig mit Ropinirol-Retardtabletten behandelt wurden, um etwa 30 % schritt-weise reduziert. Bei Patienten mit fortge-schrittenem Morbus Parkinson können während der Aufdosierung mit Ralnea Re-tardtabletten bei einer Kombinationsbe-handlung mit Levodopa Dyskinesien auf-treten. In klinischen Studien wurde gezeigt, dass eine Reduktion der Levodopa-Dosis die Dyskinesien bessern kann (siehe Ab-schnitt 4.8).
Bei Umstellung von einem anderen Dopa-min-Agonisten auf Ropinirol sind die Ab-setzrichtlinien des Zulassungsinhabers zu beachten, bevor die Ropinirol-Therapie be-gonnen wird.
Ebenso wie andere Dopamin-Agonisten sollte auch Ropinirol schrittweise abgesetzt werden, indem die Tagesdosis über einen Zeitraum von einer Woche verringert wird.
Umstellung von Ropinirol-Filmtabletten (mit sofortiger Wirkstofffreisetzung) auf Ralnea Retardtabletten
Patienten können über Nacht von Ropini-rol-Filmtabletten (mit sofortiger Wirk-stofffreisetzung) auf Ralnea Retardtabletten umgestellt werden. Die Dosis von Ralnea Retardtabletten sollte auf der Gesamt-Tagesdosis von Ropinirol-Filmtabletten (mit sofortiger Wirkstofffreisetzung) beru-hen, die der Patient eingenommen hat. Die unten stehende Tabelle zeigt die empfohle-ne Dosis von Ralnea Retardtabletten für Pa-tienten, die von Ropinirol-Filmtabletten (mit sofortiger Wirkstofffreisetzung) umge-stellt werden:
Fachinformation
Ralnea® 2 mg/- 4 mg/- 8 mg Retardtabletten
Umstellung von Ropinirol-Filmtabletten (mit sofortiger Wirkstofffreisetzung) auf Ralnea Retardtabletten
| Ropinirol-Filmtabletten (mit sofortiger Wirkstofffreisetzung)Gesamt-Tagesdosis (mg) | Ralnea Retardtabletten Gesamt-Tagesdosis (mg) |
| 0,75-2,25 | 2 |
| 3-4,5 | 4 |
| 6 | 6 |
| 7,5-9 | 8 |
| 12 | 12 |
| 15-18 | 16 |
| 21 | 20 |
| 24 | 24 |
Nach Umstellung auf Ralnea Retardtabletten kann die Dosis abhängig vom Ansprechen auf die Behandlung angepasst werden (siehe oben unter „Therapiebeginn“ und „Therapieschema“).
Ältere Patienten
Die Ropinirol-Clearance ist bei Patienten im Alter von 65 Jahren oder darüber um etwa 15% vermindert. Obwohl keine Do-sisanpassung notwendig ist, sollte die Ro-pinirol-Dosis individuell unter sorgfältiger Berücksichtigung der Verträglichkeit an das optimale klinische Ansprechen ange-passt werden. Für Patienten über 75 Jahre kann eine langsamere Aufdosierung wäh-rend des Therapiebeginns in Betracht gezo-gen werden.
Niereninsuffizienz
Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Nie-renfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 50 ml/min) wurde keine Veränderung der Ropinirol-Clearance beo-bachtet, so dass eine Dosisanpassung in dieser Patientengruppe nicht erforderlich erscheint.
Eine Studie zum Einsatz von Ropinirol bei Patienten mit chronischem Nierenversagen (Hämodialyse-Patienten) zeigte, dass bei diesen Patienten folgende Dosisanpassung erforderlich ist: Die empfohlene Initialdosis von Ralnea Retardtabletten ist 2 mg einmal täglich. Weitere Dosissteigerungen sollten nach Wirksamkeit und Verträglichkeit er-folgen. Die empfohlene Maximaldosis bei Patienten mit regelmäßiger Hämodialyse ist 18 mg am Tag. Zusätzliche Dosen nach der Hämodialyse sind nicht notwendig (siehe Abschnitt 5.2)
Der Einsatz von Ropinirol bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (CK kleiner als 30 ml/min) ohne regelmäßige Hämodialyse ist nicht untersucht worden.
Kinder und Jugendliche
Die Anwendung von Ralnea Retardtablet-ten bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird wegen fehlender Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit nicht empfohlen.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Ralnea Retardtabletten sollten einmal täg-lich, jeweils zum gleichen Zeitpunkt, ein-genommen werden. Die Retardtabletten können entweder mit einer Mahlzeit oder unabhängig von einer Mahlzeit eingenom-men werden (siehe Abschnitt 5.2).
Ralnea Retardtabletten müssen im Ganzen eingenommen werden und dürfen nicht zerkaut, zerkleinert oder zerteilt werden, da der Filmüberzug die verzögerte Freisetzung sicherstellen soll.
– Überempfindlichkeit gegen den Wirk-stoff oder einen der in Abschnitt 6.1 ge-nannten sonstigen Bestandteile.
-
Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) ohne regelmä-ßige Hämodialyse.
-
Leberinsuffizienz.
werden.
Psychiatrische oder psychotische Störun-gen
Patienten mit schweren psychiatrischen oder psychotischen Störungen oder mit ei-ner Vorgeschichte solcher Störungen soll-ten nur nach sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses mit Dopamin-Agonisten behandelt werden.
Impulskontrollstörungen
Die Patienten sollten regelmäßig hinsicht-lich der Entwicklung von Impulskontroll-störungen überwacht werden. Patienten und Betreuer sollten darauf aufmerksam ge-macht werden, dass bei Patienten, die mit Dopaminagonisten, einschließlich Ralnea, behandelt werden, Verhaltensauffälligkei-ten im Sinne von Impulskontrollstörungen auftreten können, einschließlich pathologi-scher Spielsucht, Libidosteigerung, Hyper-sexualität, aggressiver Verhaltensweisen, zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen, Essattacken und Esszwang. Wenn sich sol-che Symptome entwickeln, sollte eine Do-sisreduktion bzw. eine ausschleichende Be-handlung in Erwägung gezogen werden.
Manie
Die Patienten sollten regelmäßig hinsicht-lich der Entwicklung einer Manie über-wacht werden. Patienten und Betreuer soll-ten darauf aufmerksam gemacht werden, dass bei der Behandlung mit Ropiniroltab-letten Symptome einer Manie, mit oder oh-ne Symptomen von Impulskontrollstörun-gen, auftreten können. Wenn sich derartige Symptome entwickeln, sollte eine Dosisre-duktion bzw. ein Ausschleichen der Be-handlung in Erwägung gezogen werden.
Malignes neuroleptisches Syndrom Symptome, die auf ein malignes neurolepti-sches Syndrom hinweisen, wurden bei ab-ruptem Absetzen einer dopaminergen The-rapie berichtet. Daher wird eine ausschlei-
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Ralnea® 2 mg/- 4 mg/- 8 mg Retardtabletten
chende Behandlung empfohlen (siehe Ab-schnitt 4.2).
Dopaminagonisten-Absetzsyndrom (dopa-mine agonist withdrawal syndrome, DAWS) DAWS wurde in Verbindung mit Dopa-minagonisten, einschließlich Ropinirol, be-richtet (siehe Abschnitt 4.8). Zum Absetzen der Behandlung bei Patienten mit Morbus Parkinson sollte Ropinirol schrittweise re-duziert werden (siehe Abschnitt 4.2). Be-grenzte Daten deuten darauf hin, dass das Risiko für ein DAWS bei Patienten mit Im-pulskontrollstörungen sowie bei Patienten unter hohen Tagesdosen und/oder mit ho-hen kumulativen Dosen von Dopaminago-nisten erhöht sein kann. Die Entzugssymp-tome können Apathie, Angst, Depression, Fatigue, Schwitzen und Schmerzen umfas-sen und sprechen nicht auf Levodopa an. Vor der schrittweisen Reduktion und dem Absetzen von Ropinirol sollten die Patien-ten über mögliche Entzugssymptome auf-geklärt werden. Die Patienten sind während der schrittweisen Reduktion und des Abset-zens engmaschig zu überwachen. Bei schweren und/oder anhaltenden Entzugs-symptomen kann eine vorübergehende er-neute Gabe von Ropinirol in der niedrigsten wirksamen Dosis in Betracht gezogen wer-den.
Halluzinationen
Halluzinationen sind bekannte Nebenwir-kungen bei der Behandlung mit Dopamina-gonisten und Levodopa. Patienten sollten informiert werden, dass Halluzinationen auftreten können.
Schnelle Gastrointestinalpassage
Ralnea Retardtabletten sind für eine 24 Stunden-Freisetzung des Wirkstoffes ent-wickelt worden. Bei schneller Gastrointes-tinalpassage kann das Risiko einer unvoll-ständigen Freisetzung des Wirkstoffes und von Medikamentenrückständen im Stuhl auftreten.
Hypotonie
Bei Patienten mit schwerer kardiovaskulä-rer Erkrankung (insbesondere Koronarin-suffizienz) wird vor allem bei Beginn der Behandlung aufgrund der Gefahr einer Hy-potonie eine Überwachung des Blutdrucks empfohlen.
Ralnea enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Ralnea nicht einnehmen.
Es gibt keine pharmakokinetische Wech-
selwirkung zwischen Ropinirol und Levo-dopa oder Domperidon, die eine Dosisan-passung bei diesen Arzneimitteln erfordern würde.
Neuroleptika und andere zentral wirksame Dopamin-Antagonisten wie Sulpirid oder Metoclopramid können die Wirksamkeit von Ropinirol herabsetzen; daher sollte die gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimit-tel vermieden werden.
Erhöhte Ropinirol-Spiegel im Plasma wur-den bei Patienten unter Behandlung mit hochdosierten Östrogenen beobachtet. Bei Patienten, die bereits unter Hormonsubsti-tutionstherapie stehen, kann mit der Ropini-rol-Behandlung in der üblichen Weise be-gonnen werden. Wenn jedoch eine Hor-monsubstitutionstherapie während der Be-handlung mit Ropinirol abgesetzt oder be-gonnen wird, kann, abhängig vom Anspre-chen auf die Behandlung, eine Dosisanpas-sung von Ropinirol erforderlich sein.
Ropinirol wird in erster Linie durch das Cy-tochrom P450-Isoenzym CYP1A2 metabo-lisiert. Eine Pharmakokinetik-Studie (mit einer Dosierung von dreimal täglich 2 mg Ropinirol-Filmtabletten [mit sofortiger Wirkstofffreisetzung]) bei Patienten mit Morbus Parkinson zeigte, dass Ciprofloxa-cin die Cmax- und AUC-Werte von Ropini-rol um 60 % bzw. 84 % erhöhte. Daraus ergibt sich ein potenzielles Risiko für Ne-benwirkungen. Daher muss gegebenenfalls bei Patienten, die bereits Ropinirol erhalten, deren Ropinirol-Dosis angepasst werden, wenn sie zusätzlich Arzneimittel erhalten, die CYP1A2 hemmen, z. B. Ciprofloxacin, Enoxacin oder Fluvoxamin. Dies gilt auch, wenn diese Arzneimittel wieder abgesetzt werden.
Eine Pharmakokinetik-Studie bei Patienten mit Morbus Parkinson zu Interaktionen zwischen Ropinirol (in einer Dosierung von dreimal täglich 2 mg Ropinirol-Filmtabletten [mit sofortiger Wirkstofffrei-setzung]) und Theophyllin, einem Substrat von CYP1A2, zeigte weder eine Änderung der Pharmakokinetik von Ropinirol noch der von Theophyllin.
Es ist bekannt, dass Rauchen den CYP1A2-Metabolismus induziert. Daher kann bei Patienten, die während der Behandlung mit Ropinirol mit dem Rauchen anfangen oder aufhören, eine Dosisanpassung erforderlich sein.
Bei Patienten, die die Kombination von Vi-tamin K Antagonisten und Ropinirol erhal-ten, sind Fälle von Abweichungen der INR berichtet worden. Eine verstärkte klinische
und labormedizinische Überwachung wird angeraten.
Es liegen keine hinreichenden Daten für die Anwendung von Ropinirol bei Schwange-ren vor. Die Ropinirolkonzentrationen kön-nen während der Schwangerschaft sukzes-sive ansteigen (siehe Abschnitt 5.2).
Tierexperimentelle Studien haben Repro-duktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Da das mögliche Risiko für den Men-schen nicht bekannt ist, wird empfohlen, Ropinirol während der Schwangerschaft nicht anzuwenden, es sei denn, der mögli-che Nutzen für den Patienten überwiegt das potenzielle Risiko für den Foetus.
StillzeitEs wurde gezeigt, dass Ropinirol-ähnliche Verbindungen in die Milch von laktieren-den Ratten übergehen. Es ist nicht bekannt, ob Ropinirol und seine Metabolite in die menschliche Muttermilch übergehen. Ein Risiko für den Säugling kann nicht ausge-schlossen werden.
Ropinirol sollte nicht bei stillenden Müttern angewendet werden, da es die Milchbil-dung hemmen kann.
FertilitätEs liegen keine Daten zu den Wirkungen von Ropinirol auf die menschliche Fertilität vor.. In Studien zur weiblichen Fertilität an Ratten wurden Auswirkungen auf die Im-plantation festgestellt, aber es wurden keine Einflüsse auf die männliche Fertilität beo-bachtet (siehe Abschnitt 5.3).
Ralnea hat einen großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Patienten, bei denen unter Behandlung mit Ropinirol Halluzinationen, übermäßige Schläfrigkeit (Somnolenz) und/oder plötzli-ches Einschlafen auftreten bzw. aufgetreten sind, müssen darauf hingewiesen werden, kein Kraftfahrzeug zu führen oder Tätigkei-ten auszuüben, bei denen eine beeinträch-tigte Aufmerksamkeit sie selbst oder andere dem Risiko einer Verletzung aussetzen oder in Lebensgefahr bringen kann (z. B. eine Maschine bedienen). Dies gilt so lange, bis solche wiederkehrenden Episoden und Somnolenz nicht mehr auftreten (siehe Ab-schnitt 4.4).
Sicherheitsprofil
Nachfolgend sind die Nebenwirkungen
Fachinformation
nach Systemorganklassen und Häufigkeit
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lage der verfügbaren Daten nicht abschätz-
aufgelistet. Es ist vermerkt, ob diese Ne-benwirkungen in klinischen Prüfungen mit Ropinirol als Monotherapie oder als Kom-binationstherapie mit Levodopa berichtet wurden.
Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100); selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000); sehr sel-ten (< 1/10.000); nicht bekannt (auf Grund-
bar).
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Die folgenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen wurden entweder aus klinischen Studien bei Morbus Parkinson mit Ropinirol-Retardtabletten oder mit Tabletten mit sofortiger Wirkstofffreisetzung in Dosen bis zu 24 mg täglich oder nach Markteinführung be-richtet.
| Bei Monotherapie | Bei Kombinationstherapie | |
| Erkrankungen des Immunsystems | ||
| Nicht bekannt | Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Urticaria, Angioödem, Hautausschlag, Juckreiz). | |
| Psychiatrische Erkrankungen | ||
| Häufig | Halluzinationen | |
| Verwirrtheit | ||
| Gelegentlich | Psychotische Reaktionen (andere als Halluzinationen), einschließlich Delir, Wahnsymptomen, paranoiden Störungen. | |
| Nicht bekannt | Pathologische Spielsucht, Libidosteigerung, Hypersexualität, Aggression, zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen, Essattacken und Esszwang können bei Patienten auftreten, die mit Dopaminagonisten, einschließlich Ropinirol, behandelt werden (siehe Abschnitt 4.4 „Besondere Warnhinwei-se und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“). | |
| Nicht bekannt | Manie (siehe Abschnitt 4.4), Aggression*, dopaminerges Dysregulations-Syndrom | |
| Erkrankungen des Nervensystems | ||
| Sehr häufig | Übermäßige Schläfrigkeit (Somno-lenz) | Dyskinesie*** |
| Synkope | Übermäßige Schläfrigkeit (Som-nolenz)** | |
| Häufig | Schwindel (einschließlich Drehschwindel), plötzliches Einschlafen | |
| Gelegentlich | Übermäßige Tagesmüdigkeit | |
| Gefäßerkrankungen | ||
| Häufig | Orthostatische Hypotonie, Hypo-tonie | |
| Gelegentlich | Orthostatische Hypotonie, Hypotonie | |
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | ||
| Gelegentlich | Schluckauf | |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | ||
| Sehr häufig | Übelkeit | Übelkeit**** |
| Häufig | Obstipation, Sodbrennen | |
| Erbrechen, Bauchschmerzen | ||
| Leber- und Gallenerkrankungen | ||
| Nicht bekannt | Hepatische Reaktionen, vor allem Anstieg der Leberenzyme | |
| Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse | ||
| Nicht bekannt | Spontane Peniserektion | |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | ||
| Häufig | Peripheres Ödem | |
| Beinödem | ||
| Nicht bekannt | Dopaminagonisten-Absetzsyndrom***** (einschließlich Apathie, Angst, Depression, Fatigue, Schwitzen und Schmerzen)***** | |
* Aggression war sowohl verbunden mit psychotischen Reaktionen als auch mit zwanghaften Symptomen.
** Übermäßige Schläfrigkeit (Somnolenz) wurde sehr häufig in klinischen Studien bei Kombinationstherapie mit den Tab-letten mit sofortiger Wirkstofffreisetzung berichtet und häufig in klinischen Studien bei Kombinationstherapie mit den Re-tardtabletten.
*** Bei Patienten mit fortgeschrittenem Morbus Parkinson können während der anfänglichen Aufdosierung von Ropinirol Dyskinesien auftreten. In klinischen Prüfungen wurde gezeigt, dass eine Dosisreduktion von Levodopa Dyskinesien ver-mindern kann (siehe Abschnitt 4.2).
Fachinformation
Ralnea® 2 mg/- 4 mg/- 8 mg Retardtabletten
**** Übelkeit wurde sehr häufig in klinischen Studien bei Kombinationstherapie mit den Tabletten mit sofortiger Wirk-stofffreisetzung berichtet und häufig in klinischen Studien bei Kombinationstherapie mit den Retardtabletten.
***** Nicht-motorische Nebenwirkungen können bei Ausschleichen oder Absetzen von Dopaminagonisten, einschließlich Ropinirol, auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf Nebenwir-kungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwir-kungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinu-ierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Ne-benwirkung dem Bundesinstitut für Arz-neimittel und Medizinprodukte, Abt. Phar-makovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Webseite: www.bfarm.de anzuzeigen.
Pharmakologische Eigenschaften - Ralnea® 4 mg
ATC-Code: N04BC04
Wirkmechanismus
Ropinirol ist ein nicht-ergoliner D2/D3-Dopamin-Agonist, der die Dopamin-Rezeptoren im Striatum stimuliert.
Pharmakodynamische Wirkungen Ropinirol mildert die Symptome eines Do-pamin-Mangels, der den Morbus Parkinson charakterisiert, durch Stimulierung der Do-pamin-Rezeptoren im Striatum.
Ropinirol bewirkt im Hypothalamus und in der Hypophyse eine Hemmung der Prolak-tin-Sekretion.
Klinische Wirksamkeit
Eine 36-wöchige, doppelblinde, dreiphasige Crossover-Studie in Monotherapie, die mit 161 Patienten im frühen Stadium des Mor-bus Parkinson durchgeführt wurde, zeigte, dass Ropinirol-Retardtabletten den Ropini-rol-Filmtabletten (mit sofortiger Wirk-stofffreisetzung) im primären Endpunkt, dem Behandlungsunterschied gegenüber dem Ausgangswert im Unified Parkinson’s Disease Rating Scale (UPDRS) Motor-Score, nicht unterlegen waren (bei Definiti-
on einer Non-Inferioritätsgrenze von ma-ximal 3 Punkten). Der adjustierte mittlere Unterschied zwischen Ropinirol-Retardtabletten und Ropinirol-Filmtabletten (mit sofortiger Wirkstofffreisetzung) betrug zum Studienendpunkt -0,7 Punkte (95 %
CI: [-1,51; 0,10], p = 0,0842).
Nach Umstellung über Nacht auf eine ähn-liche Dosis der alternativen Tablettenfor-mulierung zeigte sich kein Unterschied im Nebenwirkungsprofil und weniger als 3 % der Patienten benötigten eine Dosisanpas-sung (alle Dosisanpassungen waren Erhö-hungen um eine Dosisstufe; kein Patient benötigte eine Dosissenkung).
Eine 24-wöchige, doppelblinde, placebo-kontrollierte Parallel-Gruppen Studie mit Ropinirol-Retardtabletten bei Patienten mit Morbus Parkinson, deren Symptome nicht optimal mit Levodopa eingestellt waren, zeigte gegenüber Placebo eine klinisch re-levante und statistisch signifikante Überle-genheit im primären Endpunkt, der Ände-rung zum Ausgangswert der „Off“-Zeit im Wachzustand (adjustierter mittlerer Be-handlungsunterschied -1,7 Stunden (95 %
CI: [-2,34; -1,09], p < 0,0001). Dies wurde
durch sekundäre Wirksamkeitsparameter, der Änderung zum Ausgangswert der Ge-samt-„On“-Zeit im Wachzustand (+1,7 Stunden (95 % CI: [1,06; 2,33], p < 0,0001)
und der Gesamt-„On“-Zeit im Wachzu-stand ohne behindernde Dyskinesien (+1,5 Stunden (95 % CI: [0,85; 2,13], p <
0,0001), unterstützt. Wichtig ist, dass weder aus den Daten der Tagebucheintragungen noch aus der UPDRS ein Hinweis auf eine Erhöhung der „On“-Zeit im Wachzustand mit behindernden Dyskinesien zum Aus-gangswert vorlag.
Studie zur Wirkung von Ropinirol auf die Repolarisation am Herzen
Eine sorgfältige Studie zur QT-Zeit-Verlängerung, durchgeführt an männlichen und weiblichen gesunden Freiwilligen, die eine Dosis von 0,5, 1, 2 und 4 mg Ropini-rol-Filmtabletten (mit sofortiger Wirk-stofffreisetzung) einmal täglich erhielten, zeigte eine maximale Verlängerung des QT-Intervalls bei der 1 mg Dosis um 3,46 Millisekunden (Punktschätzer), verglichen mit Placebo. Die obere Grenze des einseiti-gen 95 %-Konfidenzintervalls für den größ-ten durchschnittlichen Wert der QT-Zeit-Verlängerung lag bei weniger als 7,5 Milli-sekunden. Der Effekt von Ropinirol bei hö-heren Dosen ist nicht systematisch unter-
sucht worden.
Die verfügbaren klinischen Daten aus einer Studie zur QT-Zeit-Verlängerung weisen bei der Einnahme von Ropinirol-Dosierungen bis zu 4 mg täglich nicht auf ein Risiko zur QT-Zeit-Verlängerung hin. Ein diesbezügliches Risiko kann nicht aus-geschlossen werden, da eine entsprechende Studie zur QT-Zeit-Verlängerung mit Do-sierungen bis zu 24 mg täglich nicht durch-geführt wurde.
Resorption
Die Bioverfügbarkeit von Ropinirol beträgt etwa 50 % (36-57 %). Nach oraler Verab-reichung von Ropinirol-Retardtabletten steigen die Plasmakonzentrationen langsam an, wobei Cmax im Median nach 6-10 Stun-den erreicht wird.
In einer Steady-State-Studie an 25 Parkin-son Patienten, die Ropinirol-Retardtabletten in einer Dosierung von 12 mg einmal täg-lich eingenommen haben, erhöhte sich durch eine fettreiche Mahlzeit die systema-tische Bioverfügbarkeit von Ropinirol, und zwar zeigte sich ein durchschnittlicher An-stieg der AUC um 20 % und ein durch-schnittlicher Anstieg der Cmax um 44 %. Die Tmax war um 3 Stunden verzögert. Die-se Unterschiede scheinen jedoch nicht kli-nisch relevant zu sein (z. B. erhöhtes Auf-treten von Nebenwirkungen).
Die systemische Bioverfügbarkeit von Ro-pinirol ist bei gleicher Tagesdosis für Ropi-nirol-Retardtabletten und Ropinirol-Filmtabletten (mit sofortiger Wirkstofffrei-setzung) vergleichbar.
Verteilung
Die Plasmaproteinbindung von Ropinirol ist gering (10-40 %). Wie aufgrund seiner hohen Lipophilie zu erwarten, zeigt Ropini-rol ein großes Verteilungsvolumen (etwa 7 l/kg).
Biotransformation
Ropinirol wird hauptsächlich über den CYP1A2-Metabolismus abgebaut und seine Metaboliten werden in erster Linie im Urin ausgeschieden. Tiermodelle zum Nachweis der dopaminergen Funktion haben ergeben, dass der Hauptmetabolit über höchstens ein Hundertstel der Wirksamkeit von Ropinirol verfügt.
Elimination
Ropinirol wird aus dem systemischen Kreislauf mit einer durchschnittlichen Eli-
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Ralnea® 2 mg/- 4 mg/- 8 mg Retardtabletten
minationshalbwertszeit von etwa 6 Stunden ausgeschieden. Die Zunahme der systemi-schen Bioverfügbarkeit (Cmax und AUC) von Ropinirol ist über den gesamten thera-peutischen Dosisbereich etwa proportional. Nach einmaliger oder wiederholter oraler Verabreichung wurde keine Änderung in der oralen Clearance gesehen. Es wurde ei-ne große interindividuelle Variabilität der pharmakokinetischen Parameter beobach-tet. Nach Verabreichung von Ropinirol-Retardtabletten im Steady state betrug die interindividuelle Variabilität für Cmax zwi-schen 30 % und 55 % und für die AUC lag sie zwischen 40 % und 70 %.
Eingeschränkte Nierenfunktion
Es wurde keine Änderung der Pharmakoki-netik von Ropinrol bei Parkinson-Patienten mit leichter bis mäßiger Einschränkung der Nierenfunktion festgestellt.
Bei Patienten mit chronischem Nierenver-sagen, die eine regelmäßige Hämodialyse erhalten, ist die orale Clearance von Ropi-nirol um etwa 30% reduziert. Die orale Clearance der Metabolite SKF-104557 und SKF-89124 war ebenfalls reduziert um 80% bzw. 60%. Daher ist die empfohlene Maximaldosis bei diesen Parkinson-Patienten auf 18 mg pro Tag begrenzt (sie-he Abschnitt 4.2).
Schwangerschaft
Es ist anzunehmen, dass die physiologi-schen Veränderungen in der Schwanger-schaft (einschließlich einer verminderten CYP1A2 Aktivität) allmählich zu einer er-höhten systemischen Exposition der Mutter mit Ropinirol führen (siehe auch Abschnitt 4.6).
Pharmazeutische Angaben - Ralnea® 4 mg
Tablettenkern: Hypromellose Lactose-Monohydrat
Hochdisperses Siliciumdioxid Carbomer 4000-11000 mPa s Hydriertes Rizinusöl Magnesiumstearat (Ph.Eur.)
Ralnea 2 mg Retardtabletten
Filmüberzug:
Hypromellose Titandioxid (E 171)
Macrogol 400
Eisen(III)-oxid (E 172)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172)
Ralnea 4 mg und 8 mg Retardtabletten
Filmüberzug:
Hypromellose Titandioxid (E 171)
Macrogol 400
Eisen(III)-oxid (E 172)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172) Eisen(II,III)-oxid (E 172)
Nicht über 30 °C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.