Tolperison-HCl neuraxpharm 150 mg Filmtabletten
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Ja
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Fachinfo - Tolperison-HCl 150 mg
Dosierung
Erwachsene:
Die Anwendung der Tolperison-HCl neuraxpharm Filmtabletten sollte entsprechend dem individuellen Bedarf und der Verträglichkeit des Patienten eingestellt werden. Die übliche Tagesdosis beträgt 150 - 450 mg verteilt auf 3 Einzeldosen, die oral eingenommen werden.
Kinder und Jugendliche:
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Tolperison bei Kindern wurde nicht nachgewiesen. Patienten mit Niereninsuffizienz:
Es liegen nur begrenzte Erfahrungen bei Patienten mit Niereninsuffizienz vor. Bei der Anwendung in dieser Patientengruppe wurde eine höhere Zahl unerwünschter Ereignisse beobachtet. Bei Patienten mit mäßig eingeschränkter Nierenfunktion wird deshalb eine individuelle Dosistitration unter engmaschiger Überwachung des Zustands des Patienten und der Nierenfunktion empfohlen. Die Anwendung von Tolperison bei Patienten mit starker Einschränkung der Nierenfunktion wird nicht empfohlen.
Patienten mit Leberinsuffizienz:
Es liegen nur begrenzte Erfahrungen bei Patienten mit Leberinsuffizienz vor. Bei der Anwendung in dieser Patientengruppe wurde eine höhere Zahl unerwünschter Ereignisse beobachtet. Bei Patienten mit mäßig eingeschränkter Leberfunktion wird deshalb eine individuelle Dosistitration unter engmaschiger Überwachung des Zustands des Patienten und der Leberfunktion empfohlen. Die Anwendung von Tolperison bei Patienten mit starker Einschränkung der Leberfunktion wird nicht empfohlen.
Art der Anwendung
Es wird empfohlen, das Arzneimittel direkt nach den Mahlzeiten mit einem Glas Wasser einzunehmen.
Eine unzureichende Nahrungsaufnahme kann die Bioverfügbarkeit von Tolperison mindern.
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Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Tolperison oder das chemisch verwandte Eperison oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
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Myasthenia gravis
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Stillzeit
Überempfindlichkeitsreaktionen
Die nach Markteinführung am häufigsten unter Behandlung mit Tolperison berichteten unerwünschten Arzneimittelreaktionen waren Überempfindlichkeitsreaktionen. Diese reichten von leichten Hautreaktionen bis hin zu schweren systemischen Reaktionen, einschließlich anaphylaktischem Schock. Die Symptome einer solchen Reaktion können Erythem, Exanthem, Urtikaria, Pruritus, Angioödem, Tachykardie, Hypotonie oder Dyspnoe umfassen.
Bei Frauen und bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen andere Arzneimittel oder mit bekannten Allergien kann das Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen erhöht sein.
Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Lidocain ist bei Anwendung von Tolperison aufgrund möglicher Kreuzreaktionen erhöhte Vorsicht geboten.
Patienten sind anzuweisen, auf mögliche Symptome einer Überempfindlichkeit zu achten und bei Auftreten solcher Symptome die Einnahme von Tolperison zu beenden und unverzüglich einen Arzt aufzusuchen.
Tolperison darf nach einer Überempfindlichkeitsreaktion auf diesen Wirkstoff nicht erneut angewendet werden.
Das Arzneimittel enthält Lactose
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Tolperison-HCl neuraxpharm nicht einnehmen.
Studien zu pharmakokinetischen Wechselwirkungen mit dem CYP2D6-Substrat Dextromethorphan zeigten, dass die gleichzeitige Gabe von Tolperison die Blutspiegel von Arzneimitteln erhöhen kann, die hauptsächlich über CYP2D6 metabolisiert werden. Hierzu zählen Thioridazin, Tolterodin, Venlafaxin, Atomoxetin, Desipramin, Dextromethorphan, Metoprolol, Nebivolol, Perphenazin.
In-vitro-Studien mit humanen Lebermikrosomen und Hepatozyten weisen nicht auf eine signifikante Inhibition oder Induktion anderer CYP-Isoenzyme (CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19, CYP1A2, CYP3A4) hin.
Nach der gleichzeitigen Anwendung von CYP2D6-Substraten und/oder anderen Arzneimitteln ist aufgrund der vielfältigen Abbauwege von Tolperison nicht mit einer erhöhten Verfügbarkeit von Tolperison zu rechnen.
Die Bioverfügbarkeit von Tolperison ist verringert, wenn die Einnahme nicht in Verbindung mit einer Mahlzeit erfolgt. Es wird daher die regelmäßige Einnahme in Verbindung mit einer Mahlzeit empfohlen (siehe auch Abschnitte 4.2 und 5.2).
Obwohl Tolperison zentral wirksam ist, besitzt es ein nur geringes Sedierungspotenzial. Bei gleichzeitiger Anwendung anderer zentral wirksamer Muskelrelaxanzien ist eine Dosisreduktion von Tolperison in Erwägung zu ziehen.
Tolperison verstärkt die Wirkung von Nifluminsäure. Deshalb sollte bei gleichzeitiger Anwendung eine Dosisreduktion von Nifluminsäure oder anderen NSAR in Erwägung gezogen werden.
Schwangerschaft
In tierexperimentellen Studien zeigte Tolperison keine teratogenen Effekte. Aufgrund fehlender Ergebnisse aus Studien zur Anwendung beim Menschen und der begrenzten Zahl von Fallberichten zur Einnahme von Tolperison in der Schwangerschaft sollten Tolperison-HCl neuraxpharm Filmtabletten während der Schwangerschaft (insbesondere in den ersten drei Monaten) nur eingenommen werden, wenn der zu erwartende therapeutische Nutzen das potenzielle Risiko für den Fötus eindeutig überwiegt.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Tolperison in die Muttermilch übergeht. Die Anwendung während der Stillzeit ist kontraindiziert.
Tolperison hat keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Patienten, bei denen es unter Behandlung mit Tolperison zu Schwindel, Schläfrigkeit, Aufmerksamkeitsstörungen, Krampfanfällen, Verschwommensehen oder Muskelschwäche kommt, sollten ihren Arzt aufsuchen.
Das Sicherheitsprofil tolperisonhaltiger Tabletten stützt sich auf Daten von mehr als 12.000 Patienten.
Diesen Daten entsprechend sind die am häufigsten von Nebenwirkungen betroffenen Systemorganklassen Haut und Unterhautzellgewebe, allgemeine Erkrankungen sowie neurologische und gastrointestinale Erkrankungen.
Bei den Nebenwirkungen nach Markteinführung machen Überempfindlichkeitsreaktionen etwa 50 - 60 % der gemeldeten Fälle aus. Bei der Mehrzahl der Fälle handelt es sich um nicht-schwerwiegende und selbstlimitierende Beschwerden. Lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktionen wurden nur sehr selten gemeldet.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)
Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)
Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)*
Die nachstehende Tabelle zeigt Nebenwirkungen nach den MedDRA-Systemorganklassen unter Zugrundelegung von Häufigkeiten.
| Organklasse | Gelegentlich | Selten | Sehr selten |
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems | Anämie Lymphadeno-pathie | ||
| Erkrankungen des Immunsystems | Überempfindlich-keitsreaktion AnaphylaktischeReaktion | Anaphylaktische r Schock | |
| Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen | Anorexie | Polydipsie | |
| Psychiatrische Erkrankungen | Schlaflosigkeit Schlafstörungen | Verringerte Aktivität Depression | Verwirrtheit |
| Erkrankungen des Nervensystems | Kopfschmerzen Schwindel Schläfrigkeit | Aufmerksamkeits-störungTremor KrämpfeSensorische Defekte Wahrnehmungs-störungenLethargie | |
| Augenerkrankungen | Sehstörungen | ||
| Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths | Tinnitus Vertigo | ||
| Herzerkrankungen | Angina pectoris Tachykardie Palpitation | Bradykardie | |
| Gefäßerkrankungen | Hypotonie | Hautrötung | |
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums undMediastinums | Dyspnoe Epistaxis (Nasenbluten)Tachypnoe | ||
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Bauchschmerzen Durchfall Mundtrockenheit Dyspepsie Übelkeit | Oberbauch-schmerzen Verstopfung Blähungen Erbrechen | |
| Leber- und Gallenerkrankungen | Leichte Hepatopathie | ||
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes | Allergische Dermatitis Vermehrtes Schwitzen PruritusUrtikaria Hautausschlag | ||
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | Enurese Proteinurie | ||
| Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen | Muskelschwäche Myalgie Schmerzen inden Gliedmaßen | Beschwerden in den Gliedmaßen | Osteopenie |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Asthenie Unwohlsein Müdigkeit | Trunkenheitsgefühl Wärmegefühl ReizbarkeitDurst | Brustschmerzen |
| Untersuchungen | Erhöhung der Bilirubin-konzentration Anormale Leberenzymwerte Verringerung der Thrombozytenzahl Erhöhung der Leukozytenzahl | Erhöhung der Kreatininwerte |
* Die folgende Nebenwirkung wurde seit der Markteinführung berichtet, aber die Häufigkeit, mit der diese auftrat, ist nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar): Angioödem (einschließlich Gesichtsödem und geschwollener Lippe).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn
Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Zur Überdosierung von Tolperison stehen nur begrenzt Daten zur Verfügung. Tolperison hat eine große therapeutische Breite.
Symptome einer Überdosierung können Somnolenz, gastrointestinale Symptome (Übelkeit, Erbrechen, epigastrischer Schmerz), Tachykardie, Bluthochdruck, Bradykinesie und Schwindel beinhalten. In schweren Fällen wurde über Krampfanfälle, Atemdepression, Apnoe und Koma berichtet.
Es gibt kein spezielles Antidot für Tolperison, eine symptomatische Behandlung wird empfohlen.
Pharmakologische Eigenschaften - Tolperison-HCl 150 mg
Tolperison ist ein zentral wirkendes Muskelrelaxans. Der genaue Wirkungsmechanismus ist nicht bekannt.
Tolperison besitzt eine hohe Affinität zum Nervengewebe, wobei der Hirnstamm, das Rückenmark und das periphere Nervensystem die höchste Anreicherung aufweisen.
Die wichtigste Wirkung von Tolperison ist die Inhibition der Reflexbögen. Wahrscheinlich beruht die therapeutische Wirkung von Tolperison auf diesem Effekt und der Inhibition der efferenten Nervenbahnen.
Tolperison zeigt eine chemische Strukturähnlichkeit mit Lidocain. Wie dieses Lokalanästhetikum besitzt auch Tolperison eine membranstabilisierende Wirkung und verringert die Reizbarkeit primär afferenter und motorischer Neuronen. Tolperison hemmt dosisabhängig die spannungsabhängigen Natrium-Kanäle und verringert so Amplitude und Frequenz des Wirkungspotenzials. (Diese Wirkung ist in Neuronen des Hinterhorns des Rückenmarks am stärksten.)
Außerdem besitzt Tolperison eine inhibitorische Wirkung auf spannungsabhängige Calcium-Kanäle, wodurch die Freisetzung von Transmittern aus den primär afferenten Neuronen reduziert werden kann.
Schließlich ist Tolperison ein schwacher alpha-adrenerger Antagonist und hat einen anti-muscarinen Effekt.
Die Resorption von oral verabreichtem Tolperison aus dem Dünndarm ist gut. Die höchste Plasmakonzentration wird 0,5 - 1,5 Stunden nach oraler Einnahme beobachtet. Die Bioverfügbarkeit beträgt aufgrund des signifikanten First-Pass-Metabolismus 20 %.
Fettreiche Mahlzeiten steigern die Bioverfügbarkeit von oral angewendetem Tolperison um etwa 100 % und die Spitzenkonzentration im Plasma um etwa 45 % im Vergleich zur Nüchterneinnahme. Die Zeit bis zum Erreichen der Spitzenkonzentration verschiebt sich um etwa 30 Minuten.
Tolperison wird weitgehend in der Leber und den Nieren metabolisiert. Die Ausscheidung erfolgt über die Nieren fast ausschließlich (zu mehr als 99 %) in Form von Stoffwechselprodukten.
Die pharmakologische Aktivität der Stoffwechselprodukte ist nicht bekannt.
Die Eliminationshalbwertszeit beträgt ca. 1,5 Stunden nach intravenöser Anwendung, nach oraler Einnahme beträgt sie ca. 2,5 Stunden.
Pharmazeutische Angaben - Tolperison-HCl 150 mg
Tablettenkern Mikrokristalline Cellulose Mannitol (Ph. Eur.) Betainhydrochlorid Crospovidon (Typ A) Stearinsäure (Ph. Eur.) Talkum
Filmüberzug Lactose-Monohydrat Hypromellose Titandioxid (E 171)
Macrogol 4000
Tolperison-HCl neuraxpharm 50 mg Filmtabletten
20, 48 oder 96 Filmtabletten in Blisterpackungen (PVC/Aluminium) mit Umkarton.
Tolperison-HCl neuraxpharm 150 mg Filmtabletten
20, 50 oder 100 Filmtabletten in Blisterpackungen (PVC/Aluminium) mit Umkarton.