Schneller nach Medikamenten suchen. Checker für Wechselwirkungen probieren.
Schneller nach Medikamenten suchen. Checker für Wechselwirkungen probieren.
Anmelden
Registrierung
Präparate

ClindaHEXAL® 600 mg Filmtabletten

Verschreibungsinformationen

Warnzeichen

Versicherungsliste

Je nach Verpackung. Weitere Informationen siehe Verpackungsangaben.

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen
Wechselwirkungen-Liste
1
9
15
5
Zu Wechselwirkungen hinzufügen

Wechselwirkungen mit

Lebensmittel
Pflanzen
Ergänzungen
Gewohnheiten

Beschränkungen

Nieren
Hepatisch
Schwangerschaft
Stillen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

ClindaHEXAL® 600 mg Filmtabletten

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Ja

Darreichungsform

Filmtbl.

Hersteller

Hexal AG

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.10.2022
Drugs app phone

Mediately App verwenden

Schnellerer Zugriff auf Medikamenteninformationen.

Mit der Handykamera scannen.
4.9

Über 36k bewertungen

Mediately App verwenden

Schnellerer Zugriff auf Medikamenteninformationen.

4,9 Sterne, über 20k Bewertungen

Fachinfo - ClindaHEXAL® 600 mg

Anwendungsgebiete

Clindamycin wird bei Infektionen angewendet, die durch Clindamycin-empfindliche Bakterien verursacht werden (siehe Abschnitt 5.1), wie

  • Infektionen der oberen Atemwege

    • chronische oder rezidivierende Tonsillitis, Pharyngitis, Sinusitis, Otitis media und Scharlach, wenn eine Behandlung mit primären Antibiotika erfolglos oder unmöglich ist

  • Infektionen der unteren Atemwege

    • bakterielle Bronchitis

    • Pneumonie

    • Empyem

    • Lungenabszess

  • Schwer behandelbare Infektionen der Haut und Weichteile

    • Akne

    • Furunkulose

    • Cellulitis

    • Impetigo

    • Abszesse

    • Wundinfektionen

    • Erysipel

    • Nagelfalzinfektionen

  • Infektionen der Knochen und Gelenke

    • Osteomyelitis

    • septische Arthritis

  • Gynäkologische Infektionen

    • Endometritis

    • Tuboovarialabszess

    • Salpingitis

    • Infektionen des Gebärmutterhalses und entzündliche Erkrankungen in der Be-ckenregion in Kombination mit einem Antibiotikum, das gegen Gram-negative aerobe Bakterien wirksam ist.

      Bei durch Chlamydia trachomatis verursachter Zervizitis kann Clindamycin als Monotherapie gegeben werden.

  • Intraabdominale Infektionen

    • Peritonitis und Abdominalabszesse in Kombination mit einem Antibiotikum, das gegen Gram-negative aerobe Bakterien wirksam ist.

  • Dentale Infektionen

    • Parodontalabszess und

    • Parodontitis

      Bei schweren Krankheitsbildern ist die intravenöse der oralen Therapie vorzuziehen.

      Clindamycin ist bei vielen anaeroben Infektionen wirksam (siehe Abschnitt 5.1). Bei aeroben Infektionen ist Clindamycin eine Alternative, wenn andere Antibiotika unwirk-sam oder kontraindiziert sind.

      Die offiziellen Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika und zur Resistenzsituation sollten beachtet werden.

Dosierung

Die Dosierung ist abhängig von der Schwere der Erkrankung, der Empfindlichkeit der Erreger und dem klinischen Zustand des Patienten (Nieren- und Leberfunktion).

Dosierung

Erwachsene, Jugendliche ab 14 Jahre sowie ältere Patienten

600 − 1800 mg Clindamycin täglich, aufgeteilt auf 3 – 4 gleiche Einzeleinnahmen.

Für Dosierungen, die mit ClindaHEXAL 450 mg bzw. ClindaHEXAL 600 mg Filmtab-letten nicht erreicht werden können, stehen andere, niedriger dosierte Darreichungsfor-men zur Verfügung.

Kinder und Jugendliche

Abhängig vom Ort und der Schwere der Infektion erhalten Kinder und Jugendliche (4 Wochen bis 14 Jahre) 8 – 25 mg Clindamycin/kg Körpergewicht/Tag.

ClindaHEXAL 450 mg bzw. ClindaHEXAL 600 mg Filmtabletten sind nicht für Kinder geeignet, die diese nicht im Ganzen schlucken können.

Für Kinder bis 14 Jahre stehen Arzneimittel mit einem geringeren Wirkstoffgehalt zur Verfügung.

Clindamycin sollte auf Grundlage des Gesamtkörpergewichts unabhängig von Adiposi-tas dosiert werden

Die maximale Tagesdosis sollte die von Erwachsenen nicht überschreiten. Patienten mit Lebererkrankungen

Bei Patienten mit leicht bis mittelschwerer Einschränkung der Leberfunktion wurde eine verlängerte Eliminations-Halbwertszeit von Clindamycin beobachtet. Pharmakokineti-sche Studien haben gezeigt, dass es jedoch nur selten zu einer Anreicherung kommt, wenn Clindamycin alle 8 Stunden verabreicht wird.

Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz sollte eine Überwachung der Plasmaspie-gel von Clindamycin erfolgen. Entsprechend den Ergebnissen dieser Maßnahme kann eine Dosisverminderung notwendig werden oder eine Verlängerung des Dosierungsin-tervalls.

Patienten mit Nierenerkrankungen

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wurde eine verlängerte Eliminations-Halbwertszeit von Clindamycin beobachtet. Eine Dosisreduktion ist aber bei leichter bis mittelschwerer Einschränkung der Nierenfunktion nicht erforderlich.

Es sollte jedoch bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz oder Anurie eine Überwa-chung der Plasmaspiegel erfolgen. Entsprechend den Ergebnissen dieser Maßnahme kann eine Dosisverminderung oder alternativ ein verlängertes Dosierungsintervall von 8 oder sogar 12 Stunden erforderlich sein.

Dosierung bei Hämodialyse

Clindamycin ist nicht hämodialysierbar. Es ist daher vor und nach einer Dialyse keine zusätzliche Dosis erforderlich.

Art der Anwendung

Zur Schonung der Speiseröhre sollten die Filmtabletten immer mit einem vollen Glas Wasser eingenommen werden!

Bei Infektionen, die durch beta-hämolysierende Streptokokken hervorgerufen wurden, sollte die Behandlung mindestens 10 Tage dauern.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Clindamycin, Lincomycin oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Warnhinweise

Bei Patienten, die mit Clindamycin behandelt wurden, wurde über schwere Überemp-findlichkeitsreaktionen berichtet, einschließlich schwerer Hautreaktionen wie Medika-mentenausschlag mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom), Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxisch epidermale Nekrolyse (TEN) und akut genera-lisierendes pustulöses Exanthem (AGEP). Beim Auftreten einer Überempfindlichkeit oder schwerer Hautreaktionen sollte die Behandlung mit Clindamycin abgebrochen und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.8).

Eine Therapie mit Antibiotika verändert die normale Darmflora, was zu einer Überwu-cherung mit C. difficile führen kann. Dies wurde bei nahezu allen Antibiotika,

einschließlich Clindamycin, berichtet. C. difficile produziert die Toxine A und B, die zur Entwicklung einer “Antibiotika-assoziierten Diarrhö“ (CDAD) beitragen und die pri-märe Ursache einer CDAD sind.

Eine CDAD muss daher bei allen den Patienten in Erwägung gezogen werden, bei denen nach einer Antibiotikaanwendung eine Diarrhö auftritt. Diese kann zu einer Kolitis, ein-schließlich pseudomembranöser Kolitis (siehe Abschnitt 4.8), fortschreiten, die von der Ausprägung her von einer leichten Kolitis bis hin zu einer Kolitis mit letalem Ausgang reichen kann. Das Auftreten von CDAD wurde bis zu zwei Monate nach der Verabrei-chung von Antibiotika berichtet.

Falls eine Antibiotika-assoziierte Kolitis in Betracht gezogen oder bestätigt wurde, sollte die Behandlung mit dem Antibiotikum beendet und umgehend eine adäquate Behand-lung eingeleitet werden. Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, sind kontraindiziert.

Es ist Vorsicht geboten

  • bei Patienten, bei denen gastrointestinale Erkrankungen in der Vorgeschichte auf-traten – besonders wenn es sich um Kolitis handelte

  • bei Patienten mit Lebererkrankungen

  • bei Patienten mit Myasthenia gravis und Parkinsonkrankheit

  • bei Atopikern

  • bei Patienten mit Allergien oder Asthma

Beschreibung bestimmter Nebenwirkungen:

Anaphylaktische Reaktionen einschließlich Angioödem treten teilweise schon nach Erst-anwendung auf und können bis zum lebensbedrohlichen Schock führen. In diesen Fällen muss die Behandlung mit Clindamycin sofort abgebrochen und entsprechende Notfall-maßnahmen (z. B. Behandlung des Schocks) eingeleitet werden.

Da Clindamycin die Blut-Hirn-Schranke nicht in ausreichender Menge überschreitet, sollte es zur Behandlung einer Meningitis nicht eingesetzt werden.

Clindamycin sollte nicht bei akuten Infektionen der Atemwege angewendet werden, wenn diese durch Viren verursacht sind.

Die Anwendung von Clindamycin kann zu einer Superinfektion bzw. Kolonisation mit resistenten Keimen, besonders Sprosspilzen, führen.

Bei längerer Behandlung sollten Leber- und Nierenfunktionstests durchgeführt werden.

Fälle von akuter Nierenschädigung, einschließlich akuten Nierenversagens, wurden ge-legentlich berichtet. Bei Patienten, die an vorbestehenden Nierenfunktionsstörungen lei-den oder gleichzeitig nephrotoxische Arzneimittel anwenden, ist eine Überwachung der Nierenfunktion in Betracht zu ziehen (siehe Abschnitt 4.8).

Eine Clindamycin-Behandlung ist eine mögliche Behandlungsalternative bei Penicillin-Allergie (Penicillinüberempfindlichkeit). Eine Kreuzallergie zwischen Clindamycin und Penicillin ist nicht bekannt und aufgrund der Strukturunterschiede der Substanzen auch nicht zu erwarten. Es gibt jedoch in Einzelfällen Informationen über Anaphylaxie auch gegen Clindamycin bei Personen mit bereits bestehender Penicillin-Allergie. Dies sollte bei einer Clindamycin-Behandlung von Patienten mit Penicillin-Allergie beachtet wer-den.

Dieses Arzneimittel enthält Lactose.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glu-cose-Galactose-Malabsorption sollten ClindaHEXAL Filmtabletten nicht einnehmen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen-Liste
1
9
15
5
Zu Wechselwirkungen hinzufügen

Ein Antagonismus (induzierbare Resistenz) wurde in vitro zwischen Clindamycin und Erythromycin gegen eine Untergruppe Makrolid-resistenter Bakterienstämme nachge-wiesen. Wegen einer möglichen klinischen Signifikanz sollten beide Arzneimittel nicht gleichzeitig angewendet werden, es sei denn, es wurden ausreichende Empfindlichkeits-prüfungen durchgeführt.

Es besteht eine Kreuzresistenz der Erreger gegenüber Clindamycin und Lincomycin.

Bei Patienten, die Clindamycin zusammen mit Vitamin-K-Antagonisten (z. B. Warfa-rin, Acenocoumarol, Fluindion) erhielten, wurden erhöhte Blutgerinnungswerte (PT/INR) und/oder Blutungen berichtet.

Die Blutgerinnungswerte sollten daher bei Patienten, die mit Vitamin-K-Antagonisten behandelt werden, engmaschig kontrolliert werden.

Clindamycin wird in erster Linie über Cytochrom CYP3A4 und zu einem geringen Anteil über Cytochrom CYP3A5 zu dem Hauptmetaboliten Clindamycinsulfoxid und dem Neben-metaboliten N-Desmethylclindamycin metabolisiert. Deshalb können Inhibitoren von CYP3A4 und CYP3A5 die Clearance von Clindamycin reduzieren und Induktoren dieser Isoenzyme die Clearance von Clindamycin erhöhen. Bei gleichzeitiger Gabe starker CYP3A4-Induktoren wie Rifampicin sollte eine Überwachung auf Verlust der Wirksamkeit erfolgen.

Es wurde festgestellt, dass Clindamycin aufgrund seiner neuromuskulär-blockieren-den Eigenschaften die Wirkung anderer neuromuskulär-blockierender Substanzen (z. B. Ether, Tubocurarin, Pancuronium-Halogenide) verstärken kann. Das kann bei Opera-tionen zu unerwarteten, lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen. Daher sollte Clindamycin bei Patienten, die solche Arzneimittel erhalten, nur mit Vorsicht angewen-det werden.

In-vitro-Studien weisen darauf hin, dass Clindamycin die Isoenzyme CYP1A2, CYP2C9, CYP2C19, CYP2E1 oder CYP2D6 nicht hemmt und CYP3A4 nur mäßig. Daher sind kli-nisch bedeutsame Interaktionen zwischen Clindamycin und gleichzeitig verabreichten Arz-neistoffen, die durch diese Isoenzyme metabolisiert werden, unwahrscheinlich.

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Eine Studie an schwangeren Frauen, in der ca. 650 Neugeborene untersucht wurden, die während des 1. Trimenons der Schwangerschaft Clindamycin ausgesetzt waren, zeigte keinen Anstieg an Missbildungen. Dennoch ist die Datenlage bezüglich der Si-cherheit von Clindamycin während der Schwangerschaft unzureichend.

Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswir-kungen auf Schwangerschaft, embryonale/ fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen.

Clindamycin passiert beim Menschen die Plazenta-Schranke. Es wird angenommen, dass eine therapeutisch wirksame Konzentration im Fötus erreicht wird.

Bei Anwendung während der Schwangerschaft müssen Nutzen und Risiken sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.

Stillzeit

Clindamycin wird in die Muttermilch ausgeschieden. Es wurde berichtet, dass syste-misch verabreichtes Clindamycin in der Muttermilch Werte von < 0,5 bis 3,8 µg/ml er-reicht. So können negative Auswirkungen auf die Magen-Darm-Flora des gestillten

Säuglings wie Durchfall, Blut im Stuhl, Sensibilisierung, Hautausschlag oder Pilzbefall der Schleimhäute nicht ausgeschlossen werden.

Wegen des Risikos für schwerwiegende Nebenwirkungen beim gestillten Säugling sollte Clindamycin von stillenden Müttern nicht angewendet werden.

Fertilität

Tierstudien zeigten keine Hinweise auf Fertilitätsstörungen. Humandaten zur Wirkung von Clindamycin auf die Fertilität liegen nicht vor.

Fahrtüchtigkeit

Clindamycin hat einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Einige Nebenwirkungen (z. B. Schwindel, Schläfrigkeit, siehe Abschnitt 4.8) können die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit beeinflussen und damit die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedie-nen.

Nebenwirkungen

a) Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen

In Tabelle 1 sind die Nebenwirkungen nach Organklassen und Häufigkeiten aufgeführt, die in klinischen Studien und nach Markteinführung berichtet wurden. Die Häufigkeitsangaben basieren auf folgender Konvention:

Sehr häufig (≥1/10)

Häufig (≥1/100 bis <1/10) Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100) Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach absteigendem Schwe-regrad aufgeführt.

Tabelle 1: Nebenwirkungen

HäufigkeitSystemor-ganklasse Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekannt
Infektionen und parasitäre Er-krankungen pseudomemb-ranöse Kolitis*# Clostridioi-des-diffi-cile-Koli-tis*, Vagi-nalinfek-tion*
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsys-tems Agranulozytose*, Neutropenie*, Thrombozytope-nie*, Leukope-nie*, Eosinophilie
Erkrankungen des Immunsys-tems Arzneimittel-fieber anaphylakti-sche Reak-tion* anaphylakti-scher Schock*,
anaphy- lak-toide Reak-tion*, Über-empfind-lichkeit*
Erkrankungen des Nerven sys-tems Dysgeusie, neuromusku-lär blockie-rende Wir-kung Schwindel, Schläfrig-keit, Kopf-schmerzen
Erkrankungen des Gastro-in-testinaltrakts Speiseröhren-reizungen, Ösophagitis*, Stomatitis, Bauchschmer-zen, Diarrhö,Übelkeit, Erb-rechen Ösopha-gusulkus*
Leber- und Gal-lenerkrankun-gen Vorüberge-hende He-patitis mit cholestati-schem Ikte-rus Ikterus*
Erkrankungen der Haut und des Unterhaut-zellgewebes makulopapulö-ses Exanthem, masernähnliches Exanthem*, Urtikaria toxische epi-dermale Nek-rolyse (TEN)*, Ste-vens-John-son-Syndrom (SJS)*,angioneuroti-sches Ödem*, Der-matitis, exfo-liative Der-matitis*, Erythema multiforme, Pruritus bullöser Hautaus-schlag (Überemp-findlich-keitsreakti-onen) arzneimit-telbeding-ter Hau-tausschlag mit Eosino-philie und systemi-schen Sympto-men (DRESS)*,akute gene-ralisierte exanthe-matöse Pustulose (AGEP)*,Angioödem
Skelettmuskula-tur-, Bindege-webs- und Kno-chenerkrankun-gen Polyarthri-tis
Erkrankungen der Nieren und Harnwege Akute Nie-renschädi-gung#
Untersuchungen Leberfunktions-test anomal

* Nebenwirkungen, die im Gebrauch nach der Zulassung identifiziert wurden. # Siehe Abschnitt 4.4

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachts-fall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Es gibt kein spezifisches Antidot zu Clindamycin. Bei einer Überdosierung ist eine symptomatische Behandlung durchzuführen.

Hämodialyse und Peritonealdialyse sind zur Entfernung von Clindamycin aus der Blut-bahn nicht wirksam.

Pharmakologische Eigenschaften - ClindaHEXAL® 600 mg

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe:

Clindamycin ist ein halbsynthetisches Pyranosid. Pyranoside zeigen keine Verwandt-schaft mit anderen bekannten Antibiotika.

ATC-Code: J01FF01

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von Clindamycin beruht auf der Hemmung der Proteinbio-synthese durch Bindung an die 50S-Untereinheit des bakteriellen Ribosoms. Hieraus resultiert zumeist eine bakteriostatische Wirkung.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von der Zeitdauer ab, während der der Wirk-stoffspiegel oberhalb der minimalen Hemmkonzentration (MHK) des Erregers liegt.

Resistenzmechanismen

Eine Resistenz gegenüber Clindamycin kann auf folgenden Mechanismen beruhen: Die Resistenz bei Staphylokokken und Streptokokken beruht zumeist auf einem ver-mehrten Einbau von Methylgruppen in die 23S rRNS (sog. konstitutive MLSB-Resistenz), wodurch sich die Bindungsaffinität von Clindamycin zum Ribosom stark vermindert.

Die Mehrzahl der Methicillin-resistenten S. aureus (MRSA) zeigen den konstitutiven MLSB-Phänotyp und sind daher Clindamycin-resistent. Infektionen durch Makrolid-re-sistente Staphylokokken sollten auch bei nachgewiesener In-vitro-Empfindlichkeit nicht mit Clindamycin behandelt werden, da die Gefahr besteht, dass unter der Therapie Mu-tanten mit konstitutiver MLSB-Resistenz selektiert werden.

Bei Stämmen mit konstitutiver MLSB-Resistenz besteht eine vollständige Kreuzresistenz von Clindamycin mit Lincomycin, Makroliden (z. B. Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin, Roxithromycin, Spiramycin) sowie Streptogramin B.

Grenzwerte

Die Testung von Clindamycin erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe. Fol-gende minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festge-legt:

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte (V. 12.0 gültig ab 2022-01-01)

Erreger Sensibel Resistent
Staphylococcus spp. 1) ≤ 0,25 mg/l > 0,25 mg/l
Streptococcus spp. (Gruppen A, B, C, G) 2) ≤ 0,5 mg/l > 0,5 mg/l
Streptococcus pneumoniae 3) ≤ 0,5 mg/l > 0,5 mg/l
Streptokokken der„Viridans“-Gruppe 3) ≤ 0,5 mg/l > 0,5 mg/l
Bacteroides spp. (≤ 4 mg/l) 4) (> 4 mg/l) 4)
Prevotella spp. ≤ 0,25 mg/l > 0,25 mg/l
Fusobacterium necrophorum ≤ 0,25 mg/l > 0,25 mg/l
Clostridium perfringens ≤ 0,25 mg/l > 0,25 mg/l
Cutibacterium acnes ≤ 0,25 mg/l > 0,25 mg/l

1) Der Nachweis der induzierbaren Clindamycin-Resistenz kann durch Antagonismus der Clindamycin-Aktivität durch ein Makrolidantibiotikum nachgewiesen werden. Wenn kein Antagonismus nachgewiesen wird, dann melden Sie die Testung entsprechend der klinischen Grenzwerte. Bei Nachweis eines Antagonismus melden Sie den Erreger als

„resistent“ und fügen dem Bericht den folgenden Kommentar hinzu „Clindamycin kann immer noch zur Kurzzeittherapie von weniger ernsten Haut- und Weichteilinfektionen verwendet werden, da es unwahrscheinlich ist, dass sich eine konstitutive Resistenz während einer solchen Therapie entwickelt".

2) Der Nachweis der induzierbaren Clindamycin-Resistenz kann durch Antagonismus der Clindamycin-Aktivität durch ein Makrolidantibiotikum nachgewiesen werden. Wenn kein Antagonismus nachgewiesen wird, dann melden Sie die Testung entsprechend der klinischen Grenzwerte. Bei Nachweis eines Antagonismus melden Sie den Erreger als

„resistent“ und fügen dem Bericht den folgenden Kommentar hinzu „Clindamycin kann immer noch zur Kurzzeittherapie von weniger ernsten Haut- und Weichteilinfektionen verwendet werden, da es unwahrscheinlich ist, dass sich eine konstitutive Resistenz während einer solchen Therapie entwickelt". Die klinische Bedeutung der induzierbaren Clindamycin-Resistenz in der Kombinationstherapie schwerer S. pyogenes-Infektionen ist nicht bekannt.

3) Der Nachweis der induzierbaren Clindamycin-Resistenz kann durch Antagonismus der Clindamycin-Aktivität durch ein Makrolidantibiotikum nachgewiesen werden. Wenn kein Antagonismus nachgewiesen wird, dann melden Sie die Testung entsprechend der

klinischen Grenzwerte. Bei Nachweis eines Antagonismus melden Sie den Erreger als

„resistent“

4) Informationen zur Anwendung in den Klammern dargestellten Grenzwerten finden Sie unter https://www.eucast.org/eucastguidancedocuments/.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit variieren. Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen - lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation die Wirksamkeit von Clindamycin in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Di-agnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber Clindamycin anzustreben.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und -studien (Stand: April 2022):

Üblicherweise empfindliche Spezies
Aerobe Gram-positive Mikroorganismen
Actinomyces israelii °
Gardnerella vaginalis °
Staphylococcus aureus (Methicillin-sensibel)
Streptococcus pneumoniae
Streptococcus pyogenes
Streptokokken der „Viridans“-Gruppe ° ^
Anaerobe Mikroorganismen
Bacteroides spp. ° (außer B. fragilis)
Clostridium perfringens °
Fusobacterium necrophorum °
Peptoniphilus spp. °
Peptostreptococcus spp. °
Prevotella spp.°
Cutibacterium acnes °
Veillonella spp. °
Andere Mikroorganismen
Chlamydia trachomatis °
Chlamydia pneumoniae °
Mycoplasma hominis °
Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können
Aerobe Gram-positive Mikroorganismen
Staphylococcus aureus
Staphylococcus aureus (Methicillin-resistent)
Staphylococcus epidermidis #
Staphylococcus haemolyticus #
Staphylococcus hominis #
Streptococcus agalactiae
Anaerobe Mikroorganismen
Bacteroides fragilis
Von Natur aus resistente Spezies
Aerobe Gram-positive Mikroorganismen
Enterococcus spp.
Listeria monocytogenes
Aerobe Gram-negative Mikroorganismen
Escherichia coli
Haemophilus influenzae
Klebsiella spp.
Pseudomonas aeruginosa
Anaerobe Mikroorganismen
Clostridioides difficile
Andere Mikroorganismen
Mycoplasma pneumoniae
Ureaplasma urealyticum

° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärli-teratur, Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

^ Sammelbezeichnung für eine heterogene Gruppe von Streptokokken-Spezies. Resis-tenzrate kann in Abhängigkeit von der vorliegenden Streptokokken-Spezies variie-ren.

# Auf Intensivstationen liegt die Resistenzrate bei ≥ 50 %.

Pharmakokinetik

Resorption

Clindamycinhydrochlorid wird nach oraler Gabe schnell resorbiert. Durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme wird die Resorption geringfügig verzögert. Maximale Serumkon-zentrationen werden bei Nüchterngabe nach etwa 45 bis 60 Minuten, bei Einnahme nach einer Mahlzeit nach etwa 2 Stunden erreicht.

Bei einer normalen empfohlenen Dosis bleibt die Konzentration bei den meisten Gram-positiven Organismen mindestens sechs Stunden lang über der minimalen Hemmkon-zentration (MIC). Die biologische Halbwertszeit beträgt 2,4 Stunden. Bei eingeschränk-ter Nierenfunktion und mittlerer bis schwerer Leberinsuffizienz ist die Halbwertszeit verlängert.

Verteilung

Nach der Resorption wird Clindamycin rasch in Körperflüssigkeiten und Gewebe ein-schließlich Knochengewebe verteilt; es gelangt jedoch selbst bei entzündeten Meningen nicht in ausreichenden Konzentrationen in den Liquorraum. Clindamycin passiert die Plazentaschranke und gelangt in die fetale Blutzirkulation. Es wurde in der Muttermilch nachgewiesen. Hohe Konzentrationen treten in der Galle auf. Es akkumuliert in den Leukozyten und Makrophagen.

Die Bindung von Clindamycin an Plasmaproteine ist konzentrationsabhängig und liegt im therapeutischen Bereich zwischen 60 % und 94 %.

Das durchschnittliche Verteilungsvolumen beträgt 1,1 l/kg.

Biotransformation

Der Großteil der Clindamycin-Dosis wird metabolisiert, weniger als 10 % werden un-verändert im Harn ausgeschieden. Die bekannten Metaboliten von Clindamycin sind N-Demethyl-Clindamycin, Clindamycin-Sulfoxid und N-Demethyl-Clindamycin-Sulfoxid, die hauptsächlich im Stuhl ausgeschieden werden.

Einige Metaboliten sind mikrobiologisch wirksam. Wirkstoffe, die als Enzyminduktoren in der Leber wirken, verkürzen die mittlere Verweildauer des Clindamycins im Körper.

Elimination

Clindamycin wird zu 2/3 im Stuhl und zu 1/3 im Harn ausgeschieden.

Adipöse pädiatrische Patienten im Alter von 2 bis unter 18 Jahren und adipöse Er-wachsene im Alter von 18 bis 20 Jahren

Eine Analyse der pharmakokinetischen Daten bei adipösen pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis unter 18 Jahren und adipösen Erwachsenen im Alter von 18 bis 20 Jah-ren zeigte, dass die Clindamycin-Clearance und das auf das Gesamtkörpergewicht nor-malisierte Verteilungsvolumen vergleichbar zu Normalgewichtigen sind.

Pharmazeutische Angaben - ClindaHEXAL® 600 mg

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat Mikrokristalline Cellulose Crospovidon

Povidon K28-32 Hochdisperses Siliciumdioxid Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Tablettenfilm:

Hypromellose Lactose-Monohydrat Macrogol 4000 Titandioxid (E171)

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Art und Inhalt des Behältnisses

Die Filmtabletten sind in PVC/Alu-Blister und einem Umkarton verpackt.

Packungsgrößen:

ClindaHEXAL 450mg Filmtabletten

12, 28, 30, 32, 42 Filmtabletten

ClindaHEXAL 600mg Filmtabletten

12, 14, 15, 25, 28, 30, 32, 42 Filmtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

Weblinks

Packungen und Preis

ClindaHEXAL® 600mg 12 Filmtbl. N1
Preis
17,66 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

AOK Baden-Württemberg | AOK Bayern | AOK Bremen/Bremerhaven | AOK Hessen | AOK Niedersachsen | AOK NordOst (100395611, 100395622) | AOK NordOst (109519005, 109719018) | AOK NordWest | AOK PL…
Mehr…
ClindaHEXAL® 600mg 14 Filmtbl. N1
Preis
19,60 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

AOK Baden-Württemberg | AOK Bayern | AOK Bremen/Bremerhaven | AOK Hessen | AOK Niedersachsen | AOK NordOst (100395611, 100395622) | AOK NordOst (109519005, 109719018) | AOK NordWest | AOK PL…
Mehr…
ClindaHEXAL® 600mg 15 Filmtbl.
Preis
20,27 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

AOK Baden-Württemberg | AOK Bayern | AOK Bremen/Bremerhaven | AOK Hessen | AOK Niedersachsen | AOK NordOst (100395611, 100395622) | AOK NordOst (109519005, 109719018) | AOK NordWest | AOK PL…
Mehr…
ClindaHEXAL® 600mg 25 Filmtbl.
Preis
27,18 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

AOK Baden-Württemberg | AOK Bayern | AOK Bremen/Bremerhaven | AOK Hessen | AOK Niedersachsen | AOK NordOst (100395611, 100395622) | AOK NordOst (109519005, 109719018) | AOK NordWest | AOK PL…
Mehr…
ClindaHEXAL® 600mg 28 Filmtbl. N2
Preis
28,86 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

AOK Baden-Württemberg | AOK Bayern | AOK Bremen/Bremerhaven | AOK Hessen | AOK Niedersachsen | AOK NordOst (100395611, 100395622) | AOK NordOst (109519005, 109719018) | AOK NordWest | AOK PL…
Mehr…

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

Ähnliche

Drugs app phone

Mediately App verwenden

Schnellerer Zugriff auf Medikamenteninformationen.

Mit der Handykamera scannen.
4.9

Über 36k bewertungen

Mediately App verwenden

Schnellerer Zugriff auf Medikamenteninformationen.

4.9

Über 36k bewertungen

Installieren

Mehr als nur Arzneimittelinformationen mit Mediately PRO

Lösen Sie Wechselwirkungen, sehen Sie sich Nutzungsbeschränkungen an und finden Sie alle anderen Antworten mit Ihrer KI-Assistentin Elly.

Preveri, kaj ponuja PRO
Wir verwenden Cookies Cookies helfen uns, unsere Website bestmöglich zu nutzen. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen über die Verwendung von Cookies finden Sie in unserer Cookie-Richtlinie.