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Präparate

Voriconazol PUREN 200 mg, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Wechselwirkungen-Liste
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Beschränkungen

Verschreibungsinformationen

Versicherungsliste

Knappschaft

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Voriconazol PUREN 200 mg, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Pulver zur Herst. e. Inf.-Lsg.

Hersteller

PUREN Pharma GmbH & Co. KG

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.2.2026
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Fachinfo - Voriconazol 200 mg

Anwendungsgebiete

Voriconazol ist ein Breitspektrum-Triazol-Antimykotikum für folgende Anwendungs-gebiete bei Erwachsenen und Kindern ab 2 Jahren:

Behandlung der invasiven Aspergillose.

Behandlung der Candidämie bei nicht-neutropenischen Patienten.

Behandlung von Fluconazol-resistenten, schweren invasiven Candida-Infektionen (einschließlich durch C. krusei).

Behandlung schwerer Pilzinfektionen, hervorgerufen durch Scedosporium spp. und

Fusarium spp.

Voriconazol PUREN sollte in erster Linie bei Patienten mit progressiven, möglicher-weise lebensbedrohlichen Infektionen eingesetzt werden.

Prophylaxe invasiver Pilzinfektionen bei Hochrisikopatienten mit allogener hämato-poetischer Stammzelltransplantation (HSZT).

Dosierung

Dosierung

Vor und während einer Behandlung mit Voriconazol müssen Störungen des Elektro-lythaushalts, wie z. B. Hypokaliämie, Hypomagnesiämie und Hypokalzämie, kontrol-liert und ggf. ausgeglichen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Die empfohlene maximale Infusionsgeschwindigkeit von Voriconazol PUREN beträgt 3 mg/kg Körpergewicht pro Stunde für die Dauer von 1 bis 3 Stunden.

Voriconazol PUREN ist auch als 50 mg- und 200 mg-Filmtabletten zum Einnehmen erhältlich.

Behandlung

Erwachsene

Die Behandlung muss intravenös oder oral mit der unten angegebenen Anfangsdo-sis von Voriconazol PUREN begonnen werden, damit am 1. Behandlungstag Plas-maspiegel wie im Steady State erreicht werden. Aufgrund der hohen oralen Biover-fügbarkeit (96 %, siehe Abschnitt 5.2) ist ein Wechsel zwischen intravenöser und oraler Darreichungsform angebracht, sofern dies klinisch indiziert ist.

Die folgende Tabelle enthält detaillierte Angaben zu den Dosierungsempfehlungen:

Intravenös Oral
Patienten ab 40 kg KG* Patienten unter 40 kg KG*
Anfangsdosis (inner-halb der ersten 24 Stunden) 6 mg/kg KG alle 12 Stunden 400 mg alle12 Stunden 200 mg alle 12 Stunden
Erhaltungsdosis (nach den ersten 24 Stunden) 4 mg/kg KG zweimal täglich 200 mg zweimal täglich 100 mg zweimal täglich

* Dies gilt auch für Patienten im Alter von 15 Jahren und darüber.

Dauer der Behandlung

Abhängig vom klinischen und mykologischen Ansprechen des Patienten sollte die Behandlungsdauer so kurz wie möglich sein. Die langfristige Exposition gegenüber Voriconazol, die 180 Tage (6 Monate) überschreitet, erfordert eine sorgfältige Nut-zen-Risiko- Bewertung (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1). Klinische Daten, die die Si-

cherheit des intravenös verabreichten Hydroxypropylbetadex bei Langzeitbehand-lung beweisen, sind begrenzt (siehe Abschnitt 5.2).

Dosisanpassung (Erwachsene)

Sollte der Patient eine intravenöse Behandlung mit 4 mg/kg KG zweimal täglich nicht vertragen, muss die Dosis auf 3 mg/kg KG zweimal täglich verringert werden.

Bei unzureichendem Ansprechen des Patienten auf die Therapie kann die Erhal-tungsdosis bei oraler Anwendung auf 300 mg zweimal täglich erhöht werden. Bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg kann die orale Dosis auf 150 mg zweimal täglich erhöht werden.

Sollte der Patient die Behandlung mit einer höheren Dosis nicht vertragen, muss die orale Erhaltungsdosis in 50-mg-Schritten auf 200 mg zweimal täglich (bzw. 100 mg zweimal täglich bei Patienten unter 40 kg Körpergewicht) verringert werden.

Anwendung zur Prophylaxe: siehe unten.

Kinder (2 bis < 12 Jahre) und junge Jugendliche mit niedrigem Körpergewicht (12 bis 14 Jahre und < 50 kg)

Voriconazol sollte wie bei Kindern dosiert werden, da diese jungen Jugendlichen Vo-riconazol eher wie Kinder als wie Erwachsene metabolisieren dürften.

Die empfohlene Dosierung beträgt:

Intravenös Oral
Anfangsdosis (inner-halb der ersten 24 Stunden) 9 mg/kg KG alle 12 Stunden nicht empfohlen
Erhaltungsdosis(nach den ersten 24 Stunden) 8 mg/kg KG zweimal täglich 9 mg/kg KG zweimal täglich (Maximaldosis: 350 mg zweimal täglich)

Hinweis: Aufgrund einer pharmakokinetischen Populationsanalyse von 112 immun-geschwächten pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren und 26 immungeschwächten Jugendlichen im Alter von 12 bis < 17 Jahren.

Es wird empfohlen, die Therapie mit intravenöser Gabe zu beginnen. Eine orale An-schlusstherapie sollte nur dann erwogen werden, wenn eine deutliche klinische Ver-besserung eingetreten ist. Es ist zu berücksichtigen, dass eine intravenöse Dosis von 8 mg/kg eine ca. 2-fach höhere Voriconazol-Exposition ergibt als eine orale Do-sis von 9 mg/kg.

Alle anderen Jugendlichen (12 bis 14 Jahre und ≥ 50 kg; 15 bis 17 Jahre unabhän-gig vom Körpergewicht)

Voriconazol sollte wie bei Erwachsenen dosiert werden.

Dosisanpassung (Kinder [2 bis < 12 Jahre] und junge Jugendliche mit niedrigem Körpergewicht [12 bis 14 Jahre und < 50 kg])

Bei ungenügendem Ansprechen des Patienten auf die Therapie kann die i.v.-Dosis in Schritten von 1 mg/kg erhöht werden. Sollte der Patient die Therapie nicht vertra-gen, kann die i.v.-Dosis in Schritten von 1 mg/kg reduziert werden.

Die Anwendung bei pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren mit Le-ber- oder Niereninsuffizienz wurde nicht untersucht (siehe Abschnitte 4.8 und 5.2).

Prophylaxe bei Erwachsenen und Kindern

Die Prophylaxe sollte am Tag der Transplantation eingeleitet und kann für bis zu 100 Tage verabreicht werden. Die Prophylaxe sollte in Abhängigkeit vom Risiko der Entwicklung einer invasiven Pilzinfektion (IFI), definiert durch Neutropenie oder Im-munsuppression, so kurz wie möglich sein. Nur bei fortgesetzter Immunsuppression oder Graft-versus-Host-Disease (GvHD) darf sie für bis zu 180 Tage nach der Transplantation durchgeführt werden (siehe Abschnitt 5.1).

Dosierung

Das empfohlene Dosierungsschema für die Prophylaxe entspricht demjenigen für die Behandlung der jeweiligen Altersgruppen.

Hierzu die oben stehenden Behandlungstabellen beachten.

Dauer der Prophylaxe

Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit der Anwendung von Voriconazol über mehr als 180 Tage ist nicht ausreichend im Rahmen klinischer Studien untersucht worden.

Die Anwendung von Voriconazol zu Zwecken der Prophylaxe über mehr als

180 Tage (6 Monate) erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung (siehe Ab-schnitte 4.4 und 5.1). Klinische Daten, die die Sicherheit des intravenös verabreich-ten Hydroxypropylbetadex bei Langzeitbehandlung beweisen, sind begrenzt (siehe Abschnitt 5.2).

Die folgenden Hinweise gelten sowohl für die Behandlung als auch für die Prophyla-xe

Dosisanpassung

Bei Anwendung zu Zwecken der Prophylaxe werden Dosisanpassungen bei Wir-kungsverlust oder behandlungsbedingten Nebenwirkungen nicht empfohlen. Bei be-handlungsbedingten Nebenwirkungen sollte das Absetzen von Voriconazol und die Anwendung alternativer antifungaler Wirkstoffe erwogen werden (siehe Abschnit-

te 4.4 und 4.8)

Dosisanpassung bei Gabe von Begleitmedikation

Rifabutin oder Phenytoin können gleichzeitig mit Voriconazol angewendet werden, wenn die Erhaltungsdosis von Voriconazol auf 5 mg/kg KG intravenös zweimal täg-lich erhöht wird (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Efavirenz kann gleichzeitig mit Voriconazol angewendet werden, wenn die Erhal-tungsdosis von Voriconazol auf 400 mg alle 12 Stunden erhöht und die Dosis von Efavirenz um 50 %, d. h. auf 300 mg einmal täglich, verringert wird. Wenn die The-rapie mit Voriconazol beendet wird, muss wieder die ursprüngliche Dosis von Efavi-renz gegeben werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Ältere Patienten

Eine Dosisanpassung bei älteren Patienten ist nicht erforderlich (siehe Ab-schnitt 5.2).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit mittlerer bis schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance

< 50 ml/min) kommt es zu einer Kumulation des intravenösen Vehikels Hydroxypro-pylbetadex. Diese Patienten sollten vorzugsweise mit oralem Voriconazol behandelt werden, es sei denn, dass die Nutzen-Risiko- Bewertung bei einem derartigen Pati-enten die intravenöse Gabe von Voriconazol begründet. Die Serumkreatininwerte sollten bei diesen Patienten engmaschig überwacht werden und im Falle eines An-stiegs sollte der Wechsel zur oralen Voriconazol-Therapie in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 5.2).

Voriconazol wird mit einer Clearance von 121 ml/min hämodialysiert. In einer 4-stündigen Hämodialyse wird Voriconazol nicht ausreichend eliminiert, um eine Do-sisanpassung zu rechtfertigen.

Das intravenöse Vehikel Hydroxypropylbetadex wird mit einer Clearance von 37,5 ± 24 ml/min hämodialysiert.

Eingeschränkte Leberfunktion

Es wird empfohlen, bei Patienten mit leichter bis mäßiger Leberzirrhose (Child-Pugh A und B) die angegebene Anfangsdosis von Voriconazol zu verwenden, die Erhaltungsdosis jedoch zu halbieren (siehe Abschnitt 5.2).

Voriconazol wurde bei Patienten mit schwerer chronischer Leberzirrhose (Child-Pugh C) nicht untersucht.

Es liegen keine hinreichenden Daten über die Sicherheit von Voriconazol bei Patien-ten mit erhöhten Leberfunktionswerten (Aspartat-Aminotransferase [AST], Alanin-Aminotransferase [ALT], alkalische Phosphatase [ALP] oder Gesamtbilirubin > 5-Faches des oberen Normwerts) vor.

Voriconazol wurde mit einer Erhöhung von Leberwerten und klinischen Zeichen von Leberschäden, wie beispielsweise Gelbsucht, in Verbindung gebracht, und darf bei Patienten mit schweren Leberschäden nur verwendet werden, wenn der Nutzen das potenzielle Risiko überwiegt. Patienten mit schweren Leberschäden müssen hin-sichtlich arzneimittelbedingter Toxizitäten sorgfältig überwacht werden (siehe Ab-schnitt 4.8).

Kinder und Jugendliche

Die Unbedenklichkeit und die Wirksamkeit von Voriconazol bei Kindern unter

2 Jahren wurden nicht untersucht. Die derzeit vorliegenden Daten werden in den Abschnitten 4.8 und 5.1 beschrieben, es können jedoch keine Dosierungsempfeh-lungen gemacht werden.

Klinische Daten, die die Sicherheit des intravenös verabreichten Hydroxypropylbe-tadex bei Langzeitbehandlung beweisen, sind begrenzt.

Art der Anwendung

Voriconazol PUREN muss zuerst aufgelöst und dann verdünnt werden (siehe Ab-schnitt 6.6), bevor es als intravenöse Infusion angewendet wird. Nicht als Bolus inji-zieren.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol ist kontraindiziert bei Arzneimitteln, deren Metabolismus stark von CYP3A4 abhängig ist und bei denen erhöhte Plasma-konzentrationen mit schwerwiegenden und/oder lebensbedrohlichen Reaktionen verbunden sind (siehe Abschnitt 4.5):

  • Terfenadin, Astemizol

  • Cisaprid

  • Pimozid, Lurasidon

  • Quinidin

  • Ivabradin

  • Ergot-Alkaloide (z. B. Ergotamin, Dihydroergotamin)

  • Sirolimus

  • Naloxegol

  • Tolvaptan

  • Finerenon

  • Venetoclax: Die gleichzeitige Anwendung ist kontraindiziert zu Beginn und während der Titrationsphase der Venetoclax-Dosis.

    Die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol ist kontraindiziert mit Arzneimitteln, die CYP3A4 induzieren und die Voriconazol-Plasmakonzentrationen signifikant senken:

  • Gleichzeitige Anwendung mit Rifampicin, Carbamazepin, lang wirksamen Barbituraten wie Phenobarbital und Johanniskraut (siehe Abschnitt 4.5).

  • Efavirenz:

    Gleichzeitige Anwendung von Voriconazol in Standarddosen zusammen mit Efavirenz in einer Dosierung von einmal täglich 400 mg oder höher ist kontra-indiziert (siehe Abschnitt 4.5). Siehe Abschnitt 4.4 für Informationen zur gleichzeitigen Anwendung von Voriconazol und niedrigeren Dosen von Efavi-renz.

  • Ritonavir:

    Gleichzeitige Anwendung mit hoch dosiertem Ritonavir (zweimal täglich 400 mg oder mehr) ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.5). Siehe Abschnitt

  • für Informationen zur gleichzeitigen Anwendung von Voriconazol und niedrigeren Dosen von Ritonavir.

  • Warnhinweise

    Überempfindlichkeit

    Voriconazol darf bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen andere Azole nur mit Vorsicht angewendet werden (siehe auch Abschnitt 4.8).

    Behandlungsdauer

    Bei der intravenösen Darreichungsform darf die Behandlungsdauer 6 Monate nicht überschreiten (siehe Abschnitt 5.3).

    Herz-Kreislauf-System

    Voriconazol wurde mit einer Verlängerung des QTc-Intervalls in Verbindung ge-bracht. Bei Patienten mit Risikofaktoren, wie beispielsweise nach kardiotoxischer Chemotherapie, mit Kardiomyopathie, Hypokaliämie und Begleitmedikation, die ebenfalls dazu beigetragen haben könnte, kam es unter Voriconazol in seltenen Fäl-len zu Torsade de pointes.

    Bei Patienten mit einer Prädisposition für Herzrhythmusstörungen muss Voriconazol mit Vorsicht eingesetzt werden, z. B. bei:

    • kongenitaler oder erworbener QTc-Verlängerung

    • Kardiomyopathie, speziell bei bestehender Herzinsuffizienz

    • Sinusbradykardie

    • bestehenden symptomatischen Arrhythmien

    • Komedikation, die bekanntermaßen das QTc-Intervall verlängert. Vor Beginn und während einer Behandlung mit Voriconazol müssen Störungen des Elektrolythaushalts, wie z. B. Hypokaliämie, Hypomagnesiämie und Hypokalzämie, kontrolliert und ggf. ausgeglichen werden (siehe Abschnitt 4.2). In einer Studie an gesunden Probanden wurden die Auswirkungen einer Einmalgabe von bis zum 4-Fachen der üblichen Voriconazol-Tagesdosis auf das QTc-Intervall untersucht. Bei keinem der Probanden wurde die möglicherweise klinisch relevante Verlängerung des QTc-Intervalls von 500 msec überschritten (siehe Abschnitt 5.1).

      Infusionsbedingte Reaktionen

      Bei Anwendung der intravenösen Form von Voriconazol wurden infusionsbedingte Reaktionen - vor allem Flush und Übelkeit - beobachtet. Je nach Schwere der Symp-tome muss ein Therapieabbruch in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.8).

      Lebertoxizität

      In klinischen Studien mit Voriconazol kam es zu Fällen schwerer Leberfunktionsstö-rungen (einschließlich Hepatitis, Cholestase und fulminanten Leberversagens, auch mit tödlichem Ausgang). Fälle von Leberfunktionsstörungen wurden vor allem bei Patienten mit schweren Grunderkrankungen (vorwiegend bei malignen hämatologi-schen Erkrankungen) beobachtet. Vorübergehende Leberfunktionsstörungen, ein-schließlich Hepatitis und Gelbsucht, traten bei Patienten ohne sonstige erkennbare Risikofaktoren auf. Mit Absetzen der Therapie waren die Leberfunktionsstörungen in der Regel reversibel (siehe Abschnitt 4.8).

      Kontrolle der Leberfunktionsparameter

      Patienten, die mit Voriconazol behandelt werden, müssen sorgfältig auf Lebertoxizi-tät überwacht werden. Dazu sollten Laboruntersuchungen der Leberfunktionswerte (insbesondere AST und ALT) zu Beginn der Voriconazol-Therapie und mindestens einmal wöchentlich im 1. Behandlungsmonat gehören. Die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein. Sollte nach erfolgter Nutzen-Risiko-Bewertung jedoch die Therapie fortgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2), kann die Häufigkeit der Kontrollen auf einmal monatlich reduziert werden, wenn sich keine Änderungen der Leberfunk-tionswerte ergeben.

      Wenn die Leberfunktionswerte deutlich ansteigen, sollte die Therapie mit Voricona-zol abgebrochen werden, es sei denn, die medizinische Nutzen-Risiko-Abwägung für den Patienten rechtfertigt eine Weiterführung.

      Die Kontrolle der Leberfunktionsparameter sollte sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen durchgeführt werden.

      Schwere Nebenwirkungen der Haut

      • Phototoxizität

        Unter Voriconazol kam es darüber hinaus zu Phototoxizität, einschließlich Reaktionen wie Ephelides, Lentigo und Keratosis actinica, und Pseudo-porphyrie. Es besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Hautreaktio-nen/-toxizitäten bei gleichzeitiger Anwendung von Substanzen, die die Licht-empfindlichkeit erhöhen (z. B. Methotrexat, usw.). Es wird empfohlen, dass alle Patienten, einschließlich Kinder, während einer Behandlung mit Vorico-nazol Sonnenlichtexposition vermeiden und Schutzmaßnahmen wie entspre-chende Bekleidung und ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) anwenden.

      • Plattenepithelkarzinome der Haut (SCC)

        Plattenepithelkarzinome der Haut (einschließlich SCC der Haut in situ oder Morbus Bowen) wurden bei Patienten beobachtet, von denen einige über frühere phototoxische Reaktionen berichtet haben. Beim Auftreten phototoxi-scher Reaktionen sollte eine multidisziplinäre Konsultation erwogen und der Patient an einen Dermatologen überwiesen werden. Ein Absetzen von Vori-conazol sowie die Anwendung alternativer antifungaler Wirkstoffe sollten er-wogen werden. Wird die Therapie mit Voriconazol trotz vorliegender phototo-xisch bedingter Läsionen fortgesetzt, sollte systematisch und regelmäßig ei-ne dermatologische Bewertung durchgeführt werden, um prämaligne Läsio-nen frühzeitig erkennen und Maßnahmen ergreifen zu können. Falls präma-ligne Hautläsionen oder Plattenepithelkarzinome festgestellt werden, sollte Voriconazol abgesetzt werden (siehe unten in diesem Abschnitt unter „Lang-zeittherapie“).

      • Schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen

        Unter Anwendung von Voriconazol wurden schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (SCAR) einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), to-xische epidermale Nekrolyse (TEN) und Arzneimittelexanthem mit Eosinophi-lie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom) berichtet, die lebens-bedrohlich oder tödlich verlaufen können. Falls ein Patient einen Hautaus-schlag entwickelt, muss er engmaschig überwacht und Voriconazol muss ab-gesetzt werden, wenn die Schädigung fortschreitet.

        Nebenwirkungen der Nebennieren

        Reversible Fälle von Nebenniereninsuffizienz wurden bei Patienten berichtet, die Azole, einschließlich Voriconazol, erhielten. Bei Patienten, die Azole mit oder ohne begleitenden Kortikosteroiden erhielten, wurde über Nebenniereninsuffizienz berich-tet. Bei Patienten, die Azole ohne Kortikosteroide erhalten, ist die Nebenniereninsuf-fizienz auf die direkte Hemmung der Steroidgenese durch Azole zurückzuführen. Bei Patienten, die Kortikosteroide einnehmen, kann die durch Voriconazol verursachte Hemmung ihres CYP3A4-Stoffwechsels zu einem Kortikosteroidüberschuss und ei-ner Nebennierensuppression führen (siehe Abschnitt 4.5). Ein Cushing-Syndrom mit und ohne nachfolgende Nebenniereninsuffizienz wurde auch bei Patienten berichtet, die Voriconazol gleichzeitig mit Kortikosteroiden erhielten.

        Patienten unter Langzeittherapie mit Voriconazol und Kortikosteroiden (einschließ-lich inhalativer Kortikosteroide, z. B. Budesonid, und intranasale Kortikosteroide) sollten sowohl während der Behandlung als auch nach dem Absetzen von Voricona-zol sorgfältig auf Funktionsstörungen der Nebennierenrinde überwacht werden (sie-he Abschnitt 4.5). Die Patienten sollten angewiesen werden, umgehend ärztliche Hil-fe in Anspruch zu nehmen, wenn sie Anzeichen und Symptome eines Cushing-Syndroms oder einer Nebenniereninsuffizienz entwickeln.

        Langzeittherapie

        Eine langfristige Exposition (Behandlung oder Prophylaxe), die 180 Tage (6 Monate) überschreitet, erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung. Der Arzt sollte da-her die Notwendigkeit einer Begrenzung der Voriconazol-Exposition erwägen (siehe Abschnitte 4.2 und 5.1).

        Plattenepithelkarzinome der Haut (SSC) (einschließlich SCC der Haut in situ oder Morbus Bowen) wurden im Zusammenhang mit einer Langzeittherapie mit Voricona-zol berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

        Über eine nicht infektiöse Periostitis mit erhöhten Fluorid- und Alkalische-Phosphatase-Spiegeln wurde bei transplantierten Patienten berichtet. Wenn der Pa-tient Schmerzen im Bewegungsapparat entwickelt und radiologische Befunde eine Periostitis vermuten lassen, sollte ein Absetzen von Voriconazol nach multidisziplinä-rer Konsultation erwogen werden (siehe Abschnitt 4.8).

        Nebenwirkungen am Auge

        Es wurde über anhaltende Nebenwirkungen am Auge, einschließlich verschwomme-nen Sehens, Optikusneuritis und Papillenödem, berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

        Nebenwirkungen an den Nieren

        Bei schwerkranken Patienten wurde unter Voriconazol-Therapie akutes Nierenver-sagen beobachtet. Patienten, die Voriconazol erhalten, erhalten häufig gleichzeitig nephrotoxische Arzneimittel und leiden an Begleiterkrankungen, die zu einer Ein-schränkung der Nierenfunktion führen können (siehe Abschnitt 4.8).

        Kontrolle der Nierenfunktionsparameter

        Die Patienten müssen im Hinblick auf das Auftreten von Nierenfunktionsstörungen überwacht werden. Dies sollte Laboruntersuchungen, vor allem Serumkreatinin, ein-schließen.

        Überwachung der Pankreasfunktion

        Patienten, speziell Kinder, mit Risikofaktoren für eine akute Pankreatitis (z. B. auf-grund vorangegangener Chemotherapie oder hämatopoetischer Stammzelltrans-plantation (HSCT)) müssen während einer Behandlung mit Voriconazol engmaschig überwacht werden. Hierbei kann eine Kontrolle der Serumamylase oder -lipase in Erwägung gezogen werden.

        Kinder und Jugendliche

        Die Wirksamkeit und die Unbedenklichkeit bei Kindern unter 2 Jahren wurden bisher nicht untersucht (siehe auch Abschnitte 4.8 und 5.1). Voriconazol kann bei Kindern ab 2 Jahren eingesetzt werden. Bei Kindern und Jugendlichen wurden häufiger er-höhte Leberenzyme beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Eine Kontrolle der Leberfunk-tionsparameter sollte sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen durchgeführt

        werden. Die orale Bioverfügbarkeit kann bei pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren mit Malabsorption und für ihr Alter sehr niedrigem Körpergewicht eingeschränkt sein. In diesem Fall wird die intravenöse Gabe von Voriconazol emp-fohlen.

      • Schwere Nebenwirkungen der Haut (einschließlich SSC)

    Die Häufigkeit von phototoxischen Reaktionen ist bei Kindern und Jugendli-chen höher. Da eine Entwicklung hin zu SCC berichtet wurde, sind bei dieser Patientenpopulation strengste Lichtschutzmaßnahmen angezeigt. Bei Kin-dern mit Photoaging-Verletzungen, wie Lentigines oder Ephelides, werden das Meiden von Sonnenlicht sowie eine dermatologische Nachsorge selbst nach Abbruch der Behandlung empfohlen.

    Prophylaxe

    Im Fall von behandlungsbedingten Nebenwirkungen (Lebertoxizität, schwere Hautreaktionen, einschließlich Phototoxizität und SCC, schwere oder langanhalten-de Sehstörungen und Periostitis), müssen der Abbruch der Behandlung mit Vorico-nazol und die Anwendung alternativer antifungaler Wirkstoffe erwogen werden.

    Phenytoin (CYP2C9-Substrat und ausgeprägter CYP450-Induktor)

    Wenn Phenytoin zusammen mit Voriconazol gegeben wird, wird eine sorgfältige Überwachung der Phenytoin-Spiegel empfohlen. Die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol und Phenytoin muss vermieden werden, es sei denn, der therapeutische Nutzen überwiegt das mögliche Risiko (siehe Abschnitt 4.5).

    Efavirenz (CYP450-Induktor; CYP3A4-Hemmer und -Substrat)

    Wenn Voriconazol zusammen mit Efavirenz gegeben wird, muss die Dosis von Vori-conazol auf 400 mg alle 12 Stunden erhöht und die Dosis von Efavirenz auf 300 mg alle 24 Stunden verringert werden (siehe Abschnitte 4.2, 4.3 und 4.5).

    Glasdegib (CYP3A4-Substrat)

    Es ist davon auszugehen, dass die gleichzeitige Gabe von Voriconazol die Plasma-konzentrationen von Glasdegib und das Risiko einer Verlängerung des QTc-Intervalls erhöht (siehe Abschnitt 4.5). Wenn die gleichzeitige Anwendung nicht ver-mieden werden kann, wird eine engmaschige EKG-Überwachung empfohlen.

    Tyrosinkinasehemmer (CYP3A4-Substrat)

    Es ist davon auszugehen, dass die gleichzeitige Gabe von Voriconazol mit Tyrosin-kinasehemmern, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, die Plasmakonzentration der Tyrosinkinasehemmer und das Risiko für Nebenwirkungen erhöht. Wenn die gleichzeitige Anwendung nicht vermieden werden kann, werden eine Dosisreduktion des Tyrosinkinasehemmers und eine engmaschige klinische Überwachung empfoh-len (siehe Abschnitt 4.5).

    Rifabutin (ausgeprägter CYP450-Induktor)

    Wenn Rifabutin zusammen mit Voriconazol gegeben wird, wird eine sorgfältige Überwachung des Blutbilds und der Nebenwirkungen von Rifabutin (z. B. Uveitis) empfohlen. Die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol und Rifabutin muss ver-mieden werden, es sei denn, der therapeutische Nutzen überwiegt das mögliche Ri-siko (siehe Abschnitt 4.5).

    Ritonavir (ausgeprägter CYP450-Induktor; CYP3A4-Hemmer und -Substrat)

    Die gleichzeitige Gabe von Voriconazol und niedrig dosiertem Ritonavir (zweimal täglich 100 mg) muss vermieden werden, es sei denn, die Nutzen-Risiko-Abwägung für den Patienten rechtfertigt die Anwendung von Voriconazol (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).

    Everolimus (CYP3A4-Substrat; P-gp-Substrat)

    Die gleichzeitige Gabe von Voriconazol und Everolimus wird nicht empfohlen, da er-wartet wird, dass Voriconazol die Konzentration von Everolimus signifikant erhöht. Derzeit liegen unzureichende Daten für eine Dosierungsempfehlung in dieser Situa-tion vor (siehe Abschnitt 4.5).

    Methadon (CYP3A4-Substrat)

    Da die Methadon-Spiegel bei gleichzeitiger Gabe von Voriconazol anstiegen, wird während einer Komedikation mit Voriconazol eine häufige Kontrolle hinsichtlich Ne-benwirkungen und Toxizität von Methadon, einschließlich einer QTc-Verlängerung, empfohlen. Eine Dosisreduktion von Methadon kann notwendig werden (siehe Ab-schnitt 4.5).

    Kurz wirksame Opiate (CYP3A4-Substrate)

    Bei gleichzeitiger Anwendung von Voriconazol muss eine Dosisreduktion von Al-fentanil, Fentanyl und anderen mit Alfentanil strukturverwandten und über CYP3A4 metabolisierten, kurz wirksamen Opiaten (z. B. Sufentanil) erwogen werden (siehe Abschnitt 4.5). Da die Halbwertszeit von Alfentanil, wenn es zusammen mit Vorico-nazol gegeben wird, um das 4-Fache verlängert wird und in einer unabhängigen publizierten Studie die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol zusammen mit Fentanyl zu einer Erhöhung der durchschnittlichen AUC0-∞ von Fentanyl führte, kann eine häufige Kontrolle bezüglich Opiat-assoziierter Nebenwirkungen (einschließlich einer längeren Überwachung der Atmung) notwendig werden.

    Lang wirksame Opiate (CYP3A4-Substrate)

    Bei gleichzeitiger Anwendung mit Voriconazol sollte eine Dosisreduktion von Oxyco-don und anderen durch CYP3A4 metabolisierten lang wirksamen Opiaten

    (z. B. Hydrocodon) erwogen werden. Eine häufige Kontrolle bezüglich Opiat-assoziierter Nebenwirkungen kann dann notwendig werden (siehe Abschnitt 4.5).

    Fluconazol (CYP2C9-, CYP2C19- und CYP3A4-Hemmer)

    Bei gesunden Personen führte die gleichzeitige Gabe von oralem Voriconazol und oralem Fluconazol zu einem signifikanten Anstieg der Cmax und AUCτ von Voricona-zol. Die zur Aufhebung dieses Effekts relevante Reduktion der Dosis und/oder der Applikationsfrequenz von Voriconazol und Fluconazol wurden nicht untersucht.

    Wenn Voriconazol sequenziell nach Fluconazol angewendet wird, wird eine Kontrolle hinsichtlich Voriconazol-assoziierter Nebenwirkungen empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

    Sonstige Bestandteile

    Natrium

    Voriconazol PUREN enthält 88,74 mg Natrium pro Durchstechflasche, entsprechend 4,44 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

    Die maximale Tagesdosis dieses Arzneimittels entspricht 26,62 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme.

    Voriconazol PUREN ist reich an Natrium. Dies ist zu berücksichtigen bei Personen unter Natrium kontrollierter (natriumarmer/-kochsalzarmer) Diät.

    Cyclodextrine

    Es liegen unzureichende Informationen zu den Auswirkungen von Cyclodextrinen (CDs) bei Kindern unter 2 Jahren vor. Daher ist im Einzelfall das Nutzen-Risiko-Verhältnis für den Patienten abzuwägen.

    Bei Kindern unter 2 Jahren kann die verringerte glomeruläre Funktion vor einer rena-len Toxizität schützen, kann jedoch zu höheren Blutspiegeln der Cyclodextrine füh-ren.

    Bei Patienten mit mäßigen bis schweren Nierenfunktionsstörungen kann es zu einer Akkumulation von Cyclodextrinen kommen.

    Wechselwirkungen

    Wechselwirkungen-Liste
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    Voriconazol wird durch die Cytochrom-P450-Isoenzyme CYP2C19, CYP2C9 und CYP3A4 metabolisiert und hemmt gleichzeitig deren Aktivität. Hemmer bzw. In-duktoren dieser Isoenzyme könnten die Plasmakonzentrationen von Voriconazol je-weils erhöhen bzw. erniedrigen und Voriconazol kann möglicherweise die Plasma-konzentrationen von Substanzen erhöhen, die durch diese CYP450-Isoenzyme me-tabolisiert werden. Dies gilt insbesondere für Substanzen, die durch CYP3A4 meta-bolisiert werden, da Voriconazol ein starker CYP3A4-Inhibitor ist, wobei der Anstieg der AUC substratabhängig ist (siehe untenstehende Tabelle).

    Sofern nicht anders angegeben, wurden Interaktionsstudien mit gesunden männli-chen Erwachsenen bei oraler Mehrfachgabe von 200 mg Voriconazol zweimal täg-lich bis zum Erreichen des Steady State durchgeführt. Diese Ergebnisse gelten auch für andere Populationen und Arten der Anwendung.

    Bei Patienten mit einer Begleitmedikation, die bekanntermaßen das QTc-Intervall verlängert, muss Voriconazol mit Vorsicht angewendet werden. Wenn darüber hin-aus die Möglichkeit besteht, dass Voriconazol die Plasmaspiegel von Substanzen, die über das Isoenzym CYP3A4 metabolisiert werden (bestimmte Antihistaminika, Chinidin, Cisaprid, Pimozid und Ivabradin), erhöht, ist eine gleichzeitige Gabe kont-raindiziert (siehe nachfolgenden Text und Abschnitt 4.3).

    Wechselwirkungstabelle

    In der nachfolgenden Tabelle werden die Interaktionen zwischen Voriconazol und anderen Arzneimitteln nach therapeutischen Klassen geordnet aufgeführt. Die Rich-tung des Pfeils bei den pharmakokinetischen Parametern bezieht sich auf das 90%ige Konfidenzintervall des geometrischen Mittelwerts und bedeutet im (↔), unter (↓) oder über (↑) dem Bereich von 80 bis 125 %. Der Stern (*) weist auf eine wech-selseitige Interaktion hin. AUCτ, AUCt und AUC0-∞ stehen für die Fläche unter der Kurve für ein Dosierungsintervall, vom Zeitpunkt 0 bis zur Nachweisgrenze bzw. vom Zeitpunkt 0 bis unendlich.

    Arzneimittel Interaktion Geometrisches Mittel Empfehlungen zur Komedikation
    der Veränderung (%)
    Antazida
    Cimetidin (400 mg zweimal täglich)[unspezifischer CYP450-Hemmer und erhöht den pH-Wert im Magen] Voriconazol Cmax ↑ 18 % Voriconazol AUCτ ↑ 23 % Keine Dosisanpassung
    Omeprazol (40 mg einmal täglich)*[CYP2C19-Hemmer; CYP2C19- und CYP3A4-Substrat] Omeprazol Cmax ↑ 116 % Omeprazol AUCτ ↑ 280 % Voriconazol Cmax ↑ 15 % Voriconazol AUCτ ↑ 41 % Andere Protonenpumpen-hemmer, die CYP2C19-Substrate sind, könnten ebenfalls durch Voricona-zol gehemmt werden, was zu erhöhten Plasmakon-zentrationen dieser Arz-neimittel führen könnte. Es wird keine Do-sisanpassung von Vo-riconazol empfohlen. Wenn eine Voricona-zol-Therapie bei Pati-enten begonnen wird, die bereits 40 mg Omeprazol oder mehr erhalten, wird empfoh-len, die Omeprazol-Dosis zu halbieren.
    Ranitidin (150 mg zweimal täglich)[erhöht den pH-Wert im Ma-gen] Voriconazol Cmax und AUCτ ↔ Keine Dosisanpassung
    Antiarrhythmika
    Digoxin (0,25 mg einmal täg-lich)[P-gp-Substrat] Digoxin Cmax ↔Digoxin AUCτ ↔ Keine Dosisanpassung
    Chinidin[CYP3A4-Substrat] Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte Plas-makonzentration von Chinidin zu QTc-Verlängerung und in sel-tenen Fällen zu Torsadede pointes führen. kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)
    Antibiotika
    Flucloxacillin[CYP450-Induktor] Es gab Berichte über sig-nifikant verringerte Plas-makonzentrationen von Voriconazol. Wenn die gleichzeitige Anwendung von Vori-conazol und Flucloxa-cillin nicht vermieden werden kann, ist der Patient auf einen po-tenziellen Verlust der Voriconazol-Wirksamkeit zu über-wachen (z. B. durch therapeutisches Drug Monitoring); eine Er-höhung der Voricona-zol-Dosis kann erfor-derlich sein.
    Makrolid-Antibiotika Keine Dosisanpassung
    Azithromycin (500 mg einmal täglich)Erythromycin (1 g zweimal täglich)[CYP3A4-Inhibitor] Voriconazol Cmax und AUCτ ↔Voriconazol Cmax und AUCτ ↔Der Einfluss von Vorico-nazol auf Erythromycinoder Azithromycin ist un-bekannt.
    Rifabutin[starker CYP450-Induktor]300 mg einmal täglich300 mg einmal täglich (zu-sammen mit Voriconazol 350 mg zweimal täglich)*300 mg einmal täglich (zu-sammen mit Voriconazol 400 mg zweimal täglich)* Voriconazol Cmax ↓ 69 % Voriconazol AUCτ ↓ 78 %Im Vergleich zu Vorico-nazol 200 mg zweimal täglich, Voriconazol Cmax↓ 4 % Voriconazol AUCτ↓ 32 %Rifabutin Cmax ↑ 195 % Rifabutin AUCτ ↑ 331 % Im Vergleich zu Vorico-nazol 200 mg zweimal täglich, Voriconazol Cmax↑ 104 % Voriconazol AUCτ ↑ 87 % Eine gleichzeitige An-wendung von Vorico-nazol und Rifabutin sollte vermieden wer-den, es sei denn, der Nutzen überwiegt das Risiko. Die Erhal-tungsdosis von Vori-conazol kann auf 5 mg/kg i.v. zweimal täglich oder von 200 mg auf 350 mg oral zweimal täglich (von 100 mg auf 200 mg oral zweimal täglich bei Patienten mit ei-nem Körpergewicht unter 40 kg) erhöht werden (siehe Ab-schnitt 4.2). Wenn Rifabutin zusammen mit Voriconazol gege-ben wird, werden eine engmaschige Kontrolle des großen Blutbilds und eine Überwachung der Nebenwirkungen von Rifabutin (z. B.Uveitis) empfohlen.
    Rifampicin (600 mg einmal täglich)[starker CYP450-Induktor] Voriconazol Cmax ↓ 93 % Voriconazol AUCτ ↓ 96 % Kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)
    Anti-Krebs-Arzneimittel
    Glasdegib[CYP3A4-Substrat] Obwohl nicht untersucht, führt Voriconazol wahr-scheinlich zu einer Erhö-hung der Plasmakonzent-ration von Glasdegib und des Risikos einer Verlän-gerung des QTc-Intervalls. Wenn eine gleichzeitige Anwendung nicht ver-mieden werden kann, wird eine engmaschige EKG-Überwachung empfohlen (siehe Ab-schnitt 4.4).
    Tretinoin[CYP3A4-Substrat] Obwohl nicht untersucht, könnte Voriconazol die Plasmakonzentration von Tretinoin und das Risiko für Nebenwirkungen (Pseudotumor cerebri,Hyperkalzämie) erhöhen. Eine Dosisanpassung von Tretinoin wird während der Behand-lung mit Voriconazol und nach dessen Ab-setzen empfohlen.
    Tyrosinkinasehemmer (ein-schließlich unter anderem: Axitinib, Bosutinib, Cabozan-tinib, Ceritinib, Cobimetinib, Dabrafenib, Dasatinib, Niloti-nib, Sunitinib, Ibrutinib, Ri-bociclib) [CYP3A4-Substrate] Obwohl nicht untersucht, könnte Voriconazol die Plasmakonzentration von Tyrosinkinasehemmern, die durch CYP3A4 meta-bolisiert werden, erhöhen. Wenn eine gleichzeitige Anwendung nicht ver-mieden werden kann, werden eine Dosisre-duktion des Tyrosin-kinasehemmers und eine engmaschige klini-sche Überwachung empfohlen (siehe Ab-schnitt 4.4).
    Venetoclax[CYP3A-Substrat] Obwohl nicht untersucht, führt Voriconazol wahr-scheinlich zu einer signifi-kanten Erhöhung der Plasmakonzentration von Venetoclax. Die gleichzeitige Gabe von Voriconazol zu Beginn und während der Dosistitrationspha-se von Venetoclax ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Die Venetoclax-Dosis ist gemäß den Anweisun-gen in der Fachinfor-mation von Venetoclax während der Phase mit gleichbleibender tägli-cher Dosis zu reduzie-ren. Es wird eine eng-maschige Überwa-chung auf Anzeichen von Toxizität empfoh-len.
    Vinca-Alkaloide (einschließ-lich unter anderem: Vincristin und Vinblastin)[CYP3A4-Substrate] Obwohl nicht untersucht, führt Voriconazol wahr-scheinlich zu einer Erhö-hung der Plasmakonzent-ration von Vinca-Alkaloiden und zu Neuro-toxizität. Eine Dosisreduktion der Vinca-Alkaloide sollte erwogen werden.
    Antikoagulanzien
    Warfarin (30 mg als Einzel-dosis zusammen mit 300 mg Voriconazol zweimal täglich) [CYP2C9-Substrat]Andere orale Coumarinprä-parate (einschließlich unter anderem: Phenprocoumon, Die Prothrombinzeit war maximal um etwa das 2-Fache verlängert.Obwohl nicht untersucht, könnte Voriconazol die Es werden eine eng-maschige Überwa-chung der Prothrombi-nzeit oder andere ge-eignete Blutgerin-nungstests empfohlen,und die Dosis der An-tikoagulanzien sollte
    Acenocoumarol)[CYP2C9- und CYP3A4 Sub-strate] Plasmakonzentration von Coumarinen erhöhen, was die Prothrombinzeit verlängern kann. entsprechend ange-passt werden.
    Antikonvulsiva
    Carbamazepin und lang wirk-same Barbiturate (einschließ-lich unter anderem: Pheno-barbital, Mephobarbital) [starke CYP450-Induktoren] Obwohl nicht untersucht, führen Carbamazepin und lang wirksame Barbiturate wahrscheinlich zu einer signifikanten Verringe-rung der Plasmakonzent-ration von Voriconazol. kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)
    Phenytoin[CYP2C9-Substrat und star-ker CYP450-Induktor]300 mg einmal täglich300 mg einmal täglich (zu-sammen mit Voriconazol 400 mg zweimal täglich)* Voriconazol Cmax ↓ 49 % Voriconazol AUCτ ↓ 69 %Phenytoin Cmax ↑ 67 % Phenytoin AUCτ ↑ 81 % Im Vergleich zu Vorico-nazol 200 mg zweimal täglich, Voriconazol Cmax↑ 34 % Voriconazol AUCτ↑ 39 % Eine gleichzeitige An-wendung von Vorico-nazol und Phenytoin sollte vermieden wer-den, es sei denn, der Nutzen überwiegt das Risiko. Es wird eine sorgfältige Kontrolle des Plasmaspiegels von Phenytoin empfoh-len.Phenytoin kann zu-sammen mit Voricona-zol gegeben werden, wenn die Erhaltungs-dosis von Voriconazol auf 5 mg/kg i.v. zwei-mal täglich oder von 200 mg auf 400 mg oral zweimal täglich (von 100 mg auf 200 mg oral zweimal täg-lich bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg) erhöhtwird (siehe Abschnitt 4.2).
    Antidiabetika
    Sulfonylharnstoffpräparate (einschließlich unter ande-rem: Tolbutamid, Glipizid, Glyburid)[CYP2C9-Substrate] Obwohl nicht untersucht, führt Voriconazol wahr-scheinlich zu einer Erhö-hung der Plasmakonzent-ration von Sulfonylharn-stoffen und zu einer Hy-poglykämie. Es wird eine sorgfälti-ge Kontrolle der Glu-cosewerte im Blut empfohlen. Eine Do-sisreduktion der Sul-fonylharnstoffe sollteerwogen werden.
    Antimykotika
    Fluconazol (200 mg einmal täglich) Voriconazol Cmax ↑ 57 % Voriconazol AUCτ↑ 79 % Die zur Verhinderung dieses Effekts notwen-
    [CYP2C9-, CYP2C19- undCYP3A4-Hemmer] Fluconazol Cmax nicht bestimmt Fluconazol AUCτ nicht bestimmt dige Dosisreduktion und/oder Verminde-rung der Applikations-häufigkeit von Vorico-nazol und Fluconazol wurden nicht bestimmt. Wenn Voriconazol sequenziell nach Flu-conazol angewendet wird, wird eine Über-wachung auf durch Voriconazol ausgelös-te Nebenwirkungenempfohlen.
    Antihistaminika
    Astemizol[CYP3A4-Substrat] Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte Plas-makonzentration von Astemizol zu QTc-Verlängerung und in sel-tenen Fällen zu Torsadesde pointes führen. Kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)
    Terfenadin[CYP3A4-Substrat] Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte Plas-makonzentration von Ter-fenadin zu QTc-Verlängerung und in sel-tenen Fällen zu Torsadesde pointes führen. Kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)
    Anti-HIV-Arzneimittel
    Indinavir (800 mg dreimal täglich)[CYP3A4-Hemmer und - Substrat] Indinavir Cmax ↔Indinavir AUCτ ↔ Vorico-nazol Cmax ↔ VoriconazolAUCτ↔ Keine Dosisanpassung
    Ritonavir (Protease-Inhibitor) [starker CYP450-Induktor; CYP3A4-Hemmer und - Substrat]Hoch dosiert (400 mg zwei-mal täglich)Niedrig dosiert (100 mg zweimal täglich)* Ritonavir Cmax und AUCτ ↔ Voriconazol Cmax ↓ 66 % Voriconazol AUCτ ↓ 82 %Ritonavir Cmax ↓ 25 % Ritonavir AUCτ↓13 % Voriconazol Cmax ↓ 24 % Voriconazol AUCτ ↓ 39 % Die gleichzeitige Gabe von Voriconazol und hoch dosiertem Ri-tonavir (400 mg zwei-mal täglich oder mehr) ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).Die gleichzeitige Gabe von Voriconazol und niedrig dosiertem Ri-tonavir (100 mg zwei-mal täglich) sollte ver-mieden werden, es sei denn, eine Nutzen-Risiko-Abschätzung fürden Patienten rechtfer-tigt die Anwendung
    von Voriconazol.
    Andere HIV-Protease-Hemmer (einschließlich unter anderem: Saquinavir, Amprenavir und Nelfinavir)* [CYP3A4-Substrate und - Hemmer] Nicht klinisch untersucht. In-vitro-Studien zeigen, dass Voriconazol den Metabolismus von HIV-Protease-Hemmern hemmen kann und HIV-Protease-Hemmer ge-nauso den Metabolismus von Voriconazol hemmenkönnen. Eine sorgfältige Kon-trolle im Hinblick auf Arzneimitteltoxizität und/oder mangelnde Wirksamkeit sowie eine Dosisanpassung können notwendig sein.
    Efavirenz (ein nicht-nukleosider Reverse-Transkriptase-Hemmer, NNRTI) [CYP450-Induktor; CYP3A4-Hemmer und - Substrat]Efavirenz 400 mg einmal täg-lich zusammen mit Voricona-zol 200 mg zweimal täglich*Efavirenz 300 mg einmal täg-lich zusammen mit Voricona-zol 400 mg zweimal täglich* Efavirenz Cmax ↑ 38 % Efavirenz AUCτ ↑ 44 % Voriconazol Cmax ↓ 61 % Voriconazol AUCτ ↓ 77 %Im Vergleich zu Efavirenz 600 mg einmal täglich, Efavirenz Cmax ↔ Efavirenz AUCτ ↑ 17 %Im Vergleich zu Vorico-nazol 200 mg zweimal täglich, Voriconazol Cmax↑ 23 % Voriconazol AUCτ↓ 7 % Die Verwendung von Standarddosen von Voriconazol zusam-men mit Efavirenz-Dosen von 400 mg einmal täglich oder höher ist kontraindi-ziert (siehe Ab-schnitt 4.3).Voriconazol kann zu-sammen mit Efavirenz eingesetzt werden, wenn die Erhaltungs-dosis von Voriconazol auf 400 mg zweimal täglich erhöht und die Dosis von Efavirenz auf 300 mg einmal täglich reduziert wird. Bei Beendigung der Voriconazol-Behandlung sollte die ursprüngliche Dosis von Efavirenz wieder aufgenommen werden (siehe Abschnitte 4.2und 4.4).
    Andere nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer (NNRTI) (ein-schließlich unter anderem: Delavirdin, Nevirapin)* [CYP3A4-Substrate, - Hemmer oder CYP450-Induktoren] Nicht klinisch untersucht. In-vitro-Studien zeigen, dass NNRTI den Metabo-lismus von Voriconazol hemmen können und Voriconazol den Metabo-lismus von NNRTI hem-men kann. Die Erkennt-nisse über den Einfluss von Efavirenz auf Vorico-nazol lassen vermuten,dass der Metabolismus Eine sorgfältige Kon-trolle im Hinblick auf Arzneimitteltoxizität und/oder mangelnde Wirksamkeit sowie eine Dosisanpassung können notwendig sein.
    von Voriconazol durch einen NNRTI induziert werden kann.
    Antipsychotika
    Luradison[CYP3A4-Substrat] Obwohl nicht untersucht, führt Voriconazol wahr-scheinlich zu einer signifi-kanten Erhöhung der Plasmakonzentration vonLurasidon. Kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)
    Pimozid[CYP3A4-Substrat] Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte Plas-makonzentration von Pimozid zu QTc-Verlängerung und in sel-tenen Fällen zu Torsadesde pointes führen. Kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)
    Antivirale Wirkstoffe
    Letermovir[CYP2C9- und CYP2C19-Induktor] Voriconazol Cmax ↓ 39 % Voriconazol AUC0-12 ↓ 44 % Voriconazol C12 ↓ 51 % Wenn die gleichzeitige Anwendung von Vori-conazol und Letermo-vir nicht vermieden werden kann, ist der Patient auf einen po-tenziellen Verlust der Voriconazol-Wirksamkeit zu über-wachen.
    Benzodiazepine
    [CYP3A4-Substrate] Mida-zolam (0,05 mg/kg i.v. als Einzeldosis)Midazolam (7,5 mg peroral als Einzeldosis)Andere Benzodiazepine (ein-schließlich unter anderem: Triazolam, Alprazolam) In einer unabhängigen publizierten Studie: Mida-zolam AUC0-∞ ↑ 3,7-fachIn einer unabhängigen publizierten Studie: Mida-zolam Cmax ↑ 3,8-fach Midazolam AUC0-∞ ↑ 10,3-fachObwohl nicht untersucht, führt Voriconazol wahr-scheinlich zu einer Erhö-hung der Plasmakonzent-ration anderer Benzodia-zepine, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, und zu einem verlängerten sedativenEffekt. Es sollte eine Dosisre-duktion der Benzodia-zepine erwogen wer-den.
    Herzmittel
    Ivabradin[CYP3A4-Substrate] Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte Plas-makonzentration von Iva-bradin zu QTc-Verlängerung und in sel-tenen Fällen zu Torsadesde pointes führen. kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)
    Potentiatoren des Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulators (CFTR)
    Ivacaftor[CYP3A4-Substrat] Obwohl nicht untersucht, führt Voriconazol wahr-scheinlich zu einer Erhö-hung der Plasmakonzent-ration von Ivacaftor, mit einem erhöhten Risiko fürNebenwirkungen. Eine Dosisreduktion von Ivacaftor wird empfohlen.
    Ergotaminderivate
    Ergot-Alkaloide (einschließ-lich unter anderem Ergotamin und Dihydroergotamin) [CYP3A4-Substrate] Obwohl nicht untersucht, kann Voriconazol wahr-scheinlich die Plasma-konzentration von Ergot-Alkaloiden erhöhen und zu Ergotismus führen. kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)
    GI-motilitätsmodifizierende Pharmaka
    Cisaprid[CYP3A4-Substrat] Obwohl nicht unter-sucht, kann eine erhöh-te Plasmakonzentration von Cisaprid zu QTc-Verlängerung und in seltenen Fällen zu Tor-sades de pointes füh-ren. kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)
    Pflanzliche Arzneimittel
    Johanniskraut[CYP450-Induktor; P-gp-Induktor]300 mg dreimal täglich (zu-sammen mit Voriconazol 400 mg als Einzeldosis) In einer unabhängigen publizierten Studie: Vo-riconazol AUC0-∞ ↓ 59% kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)
    Immunsuppressiva
    [CYP3A4-Substrate]Ciclosporin (bei stabilen Pa-tienten mit Nierentransplan-tation unter Dauertherapie mit Ciclosporin) Ciclosporin Cmax ↑ 13 % Ciclosporin AUCτ ↑ 70 % Bei Beginn einer Vori-conazol-Therapie bei Patienten, die bereits Ciclosporin erhalten, wird empfohlen, die Ciclosporin-Dosis zu halbieren und die Cic-losporin-Spiegel sorg-fältig zu überwachen. Erhöhte Ciclosporin-
    Everolimus[auch ein P-gp-Substrat]Sirolimus (2 mg als Einzel-dosis)Tacrolimus (0,1 mg/kg als Einzeldosis) Obwohl nicht unter-sucht, führt Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der Plasmakonzentrati-on von Everolimus.In einer unabhängigen publizierten Studie: Si-rolimus Cmax ↑ 6,6-fach Sirolimus AUC0-∞ ↑ 11-fachTacrolimus Cmax ↑ 117 % Tacrolimus AUCt ↑ 221 % Spiegel werden mit Nephrotoxizität in Ver-bindung gebracht.Beim Absetzen von Voriconazol müssen die Ciclosporin-Spiegel sorgfältig überwacht und die Dosis bei Be-darf erhöht werden.Die gleichzeitige An-wendung von Vorico-nazol und Everolimus wird nicht empfohlen, da erwartet wird, dass Voriconazol die Everolimus-Konzentration signifi-kant erhöht (siehe Ab-schnitt 4.4).Die gleichzeitige An-wendung von Vorico-nazol und Sirolimus ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).Bei Beginn einer Vori-conazol-Therapie bei Patienten, die bereits Tacrolimus erhalten, wird empfohlen, die Tacrolimus-Dosis auf ein Drittel der Aus-gangsdosis zu reduzie-ren und die Ta-crolimus-Spiegel sorg-fältig zu überwachen. Erhöhte Tacrolimus-Spiegel werden mit Nephrotoxizität in Ver-bindung gebracht.Beim Absetzen von Voriconazol müssen die Tacrolimus-Spiegel sorgfältig überwachtund die Dosis bei Be-darf erhöht werden.
    Mycophenolsäure (1 g als Einzeldosis)[UDP-Glucuronyltransferase- Mycophenolsäure Cmax ↔Mycophenolsäure AUCt ↔ Keine Dosisanpassung
    Substrat]
    Lipidsenkende Arzneimittel/HMG-CoA-Reduktase-Hemmer
    Statine (z. B. Lovastatin)[CYP3A4-Substrate] Obwohl nicht unter-sucht, führt Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der Plasma-konzentration von Stati-nen, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, und könnte zu einer Rhabdomyolyse führen. Wenn eine gleichzeiti-ge Anwendung von Voriconazol mit Stati-nen, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, nicht vermie-den werden kann, soll-te eine Dosisreduktion des Statins erwogenwerden.
    Nicht-steroidale selektive Antagonisten des Mineralokortikoid-Rezeptors (MR)
    Finerenon[CYP3A4-Substrat] Obwohl nicht unter-sucht, führt Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der Plasmakonzentrati-on von Finerenon. kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)
    Nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAR)
    [CYP2C9-Substrate]Ibuprofen (400 mg als Ein-zeldosis)Diclofenac (50 mg als Einzel-dosis) S-Ibuprofen Cmax ↑ 20 % S-Ibuprofen AUC0-∞ ↑ 100 %Diclofenac Cmax ↑ 114 % Diclofenac AUC0-∞ ↑ 78 % Es wird eine häufige Kontrolle bezüglich Nebenwirkungen und Toxizität der NSAR empfohlen. Eine Do-sisreduktion der NSAR kann notwendig wer-den.
    Opioide
    Lang wirksame Opiate[CYP3A4-Substrate]Oxycodon (10 mg als Einzel-dosis) In einer unabhängigen publizierten Studie:Oxycodon Cmax ↑ 1,7-fachOxycodon AUC0-∞ ↑ 3,6-fach Bei Oxycodon und anderen lang wirksa-men Opiaten, die durch CYP3A4 meta-bolisiert werden (z. B. Hydrocodon), sollte eine Dosisreduktion erwogen werden. Es können häufige Kon-trollen auf Opiat-assoziierte Nebenwir-kungen notwendigwerden.
    Methadon (32 mg bis 100 mg einmal täglich)[CYP3A4-Substrat] R-Methadon (aktiv) Cmax↑ 31 %R-Methadon (aktiv) AUCτ ↑ 47 %S-Methadon Cmax ↑ 65 % S-Methadon AUCτ ↑103 % Es wird eine häufige Kontrolle bezüglich Nebenwirkungen und Toxizität von Metha-don, einschließlich QTc-Verlängerung, empfohlen. Eine Do-sisreduktion von Me-thadon kann notwen-dig werden.
    Kurz wirksame Opiate[CYP3A4-Substrate]Alfentanil (20 μg/kg als Ein-zeldosis, zusammen mit Na-loxon)Fentanyl (5 µg/kg als Einzel-dosis) In einer unabhängigen publizierten Studie: Al-fentanil AUC0-∞ ↑ 6-fachIn einer unabhängigen publizierten Studie: Fentanyl AUC0-∞ ↑ 1,34-fach Eine Dosisreduktion von Alfentanil, Fentanyl und anderen kurz wirksamen Opia-ten, die eine vergleich-bare Struktur wie Al-fentanil haben und durch CYP3A4 meta-bolisiert werden (z. B. Sufentanil), sollte er-wogen werden. Es wird eine langfristige und häufige Kontrolle hinsichtlich Atemde-pression und anderer Opiat-assoziierter Ne-benwirkungen empfoh-len.
    Opioid-Rezeptorantagonisten
    Naloxegol [CYP3A4-Substrat] Obwohl nicht unter-sucht, führt Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der Plasmakonzentrati-on von Naloxegol. kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)
    Orale Kontrazeptiva
    Orale Kontrazeptiva* [CYP3A4-Substrate, CYP2C19- Hemmer] No-rethisteron/Ethinylestradiol (1 mg/0,035 mg einmal täglich) Ethinylestradiol Cmax ↑36 %Ethinylestradiol AUCτ ↑61 %Norethisteron Cmax ↑ 15 % Norethisteron AUCτ ↑53 %Voriconazol Cmax ↑ 14 % Voriconazol AUCτ ↑ 46 % Es wird empfohlen, zusätzlich zur Kontrolle möglicher Nebenwir-kungen von Voricona-zol, auf Nebenwirkun-gen der oralen Kontra-zeptiva zu achten.
    Steroide
    KortikosteroidePrednisolon (60 mg als Ein-zeldosis)[CYP3A4-Substrat] Prednisolon Cmax ↑ 11 % Prednisolon AUC0-∞ ↑ 34 % Keine DosisanpassungPatienten unter Lang-zeittherapie mit Vori-conazol und Korti-kosteroiden (ein-schließlich inhalativer Kortikosteroide, z. B. Budesonid, und intra-nasaler Kortikosteroi-de) sollten sowohlwährend der Behand-lung als auch nach
    dem Absetzen von Voriconazol sorgfältig auf Funktionsstörun-gen der Nebennieren-rinde überwacht wer-den (siehe Abschnitt4.4).
    Vasopressin-Rezeptor-Antagonisten
    Tolvaptan[CYP3A-Substrat] Obwohl nicht unter-sucht, führt Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhungder Plasmakonzentrati-on von Tolvaptan. kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)

    Schwangerschaft

    Schwangerschaft

    Es sind keine hinreichenden Daten über die Verwendung von Voriconazol bei Schwangeren verfügbar.

    Tierexperimentelle Studien weisen auf eine Reproduktionstoxizität hin (siehe Ab-schnitt 5.3). Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

    Voriconazol darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, der Nutzen für die Mutter überwiegt eindeutig das potenzielle Risiko für den Fötus.

    Frauen im gebärfähigen Alter

    Während der Behandlung müssen Frauen im gebärfähigen Alter immer wirksame Verhütungsmaßnahmen ergreifen.

    Stillzeit

    Der Übergang von Voriconazol in die Muttermilch wurde nicht untersucht. Bei Beginn einer Behandlung mit Voriconazol muss abgestillt werden.

    Fertilität

    In einer tierexperimentellen Studie wurde bei männlichen und weiblichen Ratten kei-ne Beeinträchtigung der Fertilität festgestellt (siehe Abschnitt 5.3).

    Fahrtüchtigkeit

    Voriconazol hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Es kann zu vorübergehenden und reversiblen Verände-rungen der Sehfähigkeit, einschließlich verschwommenen Sehens, geänderter/ ver-stärkter visueller Wahrnehmung und/ oder Photophobie, führen. Patienten müssen bei Auftreten dieser Symptome potenziell gefährliche Tätigkeiten wie das Lenken von Fahrzeugen oder das Bedienen von Maschinen meiden.

    Nebenwirkungen

    Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

    Das Sicherheitsprofil von Voriconazol bei Erwachsenen wurde anhand zusammen-gefasster Daten einer Sicherheitsdatenbank mit über 2.000 untersuchten Personen (davon 1.603 erwachsene Patienten in Therapiestudien) und zusätzlich 270 Erwach-senen in Prophylaxestudien bewertet. Es handelt sich hierbei um eine heterogene Population aus Patienten mit malignen hämatologischen Erkrankungen, HIV-infizierten Patienten mit ösophagealer Candidose und refraktären Pilzinfektionen, nicht-neutropenischen Patienten mit Candidämie oder Aspergillose und gesunden Probanden.

    Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Sehverschlechterung, Fieber, Hautausschlag, Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen, periphere Ödeme, abnormale Leberfunktionstests, Atemnot und Bauchschmerzen.

    Der Schweregrad der Nebenwirkungen war im Allgemeinen leicht bis mäßig. Bei Analyse der Sicherheitsdaten nach Alter, ethnischer Zugehörigkeit oder Geschlecht wurden keine klinisch bedeutsamen Unterschiede festgestellt.

    Nebenwirkungstabelle

    Da es sich bei der Mehrzahl der Studien um offene Studien handelte, werden in der folgenden Tabelle alle in Verbindung mit der Behandlung beobachteten Ereignisse und ihre Häufigkeitskategorien bei 1.873 Erwachsenen aus zusammengefassten Therapie- (1.603) und Prophylaxestudien (270) nach Organsystemen aufgelistet.

    Bei den Häufigkeitsangaben werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: Sehr häufig (≥ 1/10), Häufig (≥ 1/100, < 1/10), Gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), Selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), Sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

    Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

    Berichtete Nebenwirkungen bei Personen, die Voriconazol erhielten:

    System-organ-klasse Sehr häufig≥ 1/10 Häufig≥ 1/100,< 1/10 Gelegentlich≥ 1/1.000,< 1/100 Selten≥ 1/10.000,< 1/1.000 nicht be-kannt (Häufigkeit auf Grund-lage der verfügba-ren Daten nicht ab-schätzbar)
    Infektionen und parasi-täre Er-kran-kungen Sinusitis pseudo-membranöse Kolitis
    Gutartige, bösartigeund nicht Plattenepithel karzinom
    spezifizier-te Neubil-dungen (einschl.Zysten und Polypen) (einschließlich SCC der Haut in situ oder Morbus Bowen)*,**
    Erkrankun-gen des Blutes und des Lymphsys-tems Agranulozyto-se1, Panzyto-penie, Thrombozy-topenie2, Leukopenie,Anämie Knochen-marksversa-gen, Lympha-denopathie, Eosinophilie disseminier-te intravas-kuläre Ge-rinnung
    Erkrankun-gen desImmunsys-tems Überempfind-lichkeit anaphylakto-ide Reaktion
    Endokrine Erkrankun-gen Nebennie-reninsuffizi-enz, Hypothyreose Hyperthy-reose
    Stoffwech-sel- und Ernäh-rungsstö-rungen periphere Ödeme Hypoglykä-mie, Hypoka-liämie, Hy-ponatriämie
    Psychiatri-sche Er-krankun-gen Depression, Halluzination, Angst, Schlaf-losigkeit, Agi-tiertheit, Ver-wirrtheitszu-stand
    Erkrankun-gen des Nervensys-tems Kopf-schmerz Konvulsion, Synkope, Tremor, er-höhter Mus-keltonus3, Parästhesie, Somnolenz, Schwindelge-fühl Hirnödem, Enzephalopa-thie4, extrapy-ramidale Stö-rung5, perip-here Neuro-pathie, Ataxie, Hypästhesie,Geschmacks-störung hepatische Enzephalo-pathie, Guil-lain-Barré-Syndrom, Nystagmus
    Augener-krankun-gen Sehver-schlech-terung6 Netzhautblu-tung Erkrankung des Nervus opticus7, Pa-pillenödem8, Blickkrampf, Doppeltse-hen, Skleritis, Optikusatro-phie, Korne-alopazität
    Blepharitis
    Erkrankun-gen des Ohrs und des Laby-rinths Hypakusis, Vertigo, Tinni-tus
    Herzer-krankun-gen supraventriku-läre Arrhyth-mie, Ta-chykardie, Bradykardie Kammerflim-mern, ventri-kuläre Extrasystolen, ventrikuläre Tachykardie, Elektrokardi-ogramm QT verlängert, supraventriku-läre Ta-chykardie Torsade de pointes, atri-oventrikulä-rer Block komplett, Schenkel-block, Kno-tenrhythmus
    Gefäßer-krankun-gen Hypotonie, Phlebitis Throm-bophlebitis,Lymphangitis
    Erkrankun-gen der Atemwege, des Brustraums und Medi-astinums Atemnot9 akutes respi-ratorisches Distress-Syndrom, Lungenödem
    Erkrankun-gen des Gastroin-testinal-trakts Diarrhö, Erbre-chen, Abdomi-nalsch-merz,Übelkeit Cheilitis, Dys-pepsie, Obstipation, Gingivitis Peritonitis, Pankreatitis, geschwollene Zunge, Duo-denitis, Gast-roenteritis,Glossitis
    Leber- und Gallener-krankun-gen Leber-funktions-test ano-mal Gelbsucht, Gelbsucht cholestatisch, Hepatitis10 Leberversa-gen, He-patomegalie,Cholezystitis, Cholelithiasis
    Erkrankun-gen der Haut und des Unter-hautgewe-bes Aus-schlag Dermatitis exfoliativa, Alopezie, Ausschlag makulo-papulös, Stevens-Johnson-Syndrom8, Purpura, Urtikaria,Dermatitis toxische epidermale Nekrolyse8, Arzneimitte-lexanthemmit Eosino- Lupus erythemato-des integu-mentalis*, Ephelides*,Lentigo*
    Pruritus, Erythem, Phototoxizi-tät** allergisch, Ausschlag papulös, Aus-schlag maku-lös, Ekzem philie und systemi-schen Symptomen (DRESS-Syndrom)8, Angioödem, Keratosis actinica*, Pseudo-porphyrie, Erythema multiforme, Psoriasis, Medikamen-tenaus-schlag
    Skelett-muskula-tur-, Bin-degewebs-und Kno-chener-krankun-gen Rücken-schmerzen Arthritis, Peri-ostitis*,**
    Erkrankun-gen derNieren und Harnwege Nierenversa-gen akut, Hämaturie Nierentubu-lusnekrose,Proteinurie, Nephritis
    Allgemeine Erkrankun-gen und Beschwer-den am Verabrei-chungsort Fieber Brustkorb-schmerz, Ge-sichtsödem11, Asthenie, Schüttelfrost Reaktion an der Infusions-stelle, grippe-ähnliche Er-krankung
    Untersu-chungen Kreatinin im Blut erhöht Blutharnstoff erhöht, Cho-lesterin imBlut erhöht

    * Nebenwirkung, die nach der Markteinführung identifiziert wurde

    ** Die Häufigkeitskategorie basiert auf einer Beobachtungsstudie mit Verwendung realer Daten aus sekundären Datenquellen in Schweden.

    1 Einschließlich febriler Neutropenie und Neutropenie.

    2 Einschließlich immunthrombozytopenischer Purpura.

    3 Einschließlich Nackenrigidität und Tetanie.

    4 Einschließlich hypoxisch-ischämischer Enzephalopathie und metabolischer Enze-phalopathie.

    5 Einschließlich Akathisie und Parkinsonismus.

    6 Siehe Absatz „Sehverschlechterungen“ in Abschnitt 4.8.

    7 Verlängerte Neuritis optica wurde nach der Markteinführung berichtet. Siehe Ab-schnitt 4.4.

    8 Siehe Abschnitt 4.4.

    9 Einschließlich Dyspnoe und Belastungsdyspnoe.

    10 Einschließlich arzneimittelbedingten Leberschadens, Hepatitis toxisch, hepatozel-lulärer Schädigung und Hepatotoxizität.

    11 Einschließlich Periorbitalödem, Lippenödem und Ödem des Mundes. Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

    Sehverschlechterungen

    In klinischen Studien waren Sehverschlechterungen (einschließlich verschwomme-nen Sehens, Photophobie, Chloropsie, Chromatopsie, Farbenblindheit, Zyanopsie, Augenerkrankung, Farbsäumen, Nachtblindheit, Oszillopsie, Photopsie, szintillieren-den Skotoms, verminderter Sehschärfe, visuellen Leuchtens, Gesichtsfelddefekt, Mouches volantes und Xanthopsie) unter Voriconazol sehr häufig. Diese Sehver-schlechterungen waren vorübergehend und bildeten sich in der Mehrzahl innerhalb von 60 Minuten spontan und vollständig zurück. Es wurden keine lang anhaltenden, klinisch signifikanten Sehstörungen beobachtet. Es gab Hinweise auf eine Abnahme der Häufigkeit bei wiederholter Anwendung von Voriconazol. Die Sehverschlechte-rungen waren im Allgemeinen leicht, führten selten zu einem Therapieabbruch und waren nicht mit Langzeitfolgen verbunden. Die Sehverschlechterungen stehen mög-licherweise mit erhöhten Plasmakonzentrationen bzw. höheren Dosen in Zusam-menhang.

    Der Wirkungsmechanismus ist unbekannt, Wirkort ist höchstwahrscheinlich die Netzhaut. In einer Studie mit gesunden Probanden, bei der der Einfluss von Vorico-nazol auf die Funktion der Retina untersucht wurde, führte Voriconazol zu einer Ab-nahme der Amplitudenhöhe im Elektroretinogramm (ERG). Das ERG misst elektri-sche Ströme in der Retina. Die ERG-Veränderungen verstärkten sich während der 29-tägigen Behandlung nicht und bildeten sich nach Absetzen von Voriconazol voll-ständig zurück.

    Nach der Markteinführung wurden Fälle von anhaltenden Nebenwirkungen am Auge berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

    Hautreaktionen

    Bei mit Voriconazol behandelten Patienten kam es in klinischen Studien sehr häufig zu Hautreaktionen, wobei diese Patienten jedoch an schweren Grunderkrankungen litten und gleichzeitig zahlreiche Arzneimittel erhielten. Die Mehrzahl der Ausschläge war leicht bis mäßig. Die Patienten entwickelten schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (SCAR), einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS, Gelegent-lich), toxische epidermale Nekrolyse (TEN, Selten), Arzneimittelexanthem mit Eo-sinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom, Selten) sowie Erythema multiforme (Selten), unter der Behandlung mit Voriconazol (siehe Abschnitt 4.4).

    Sollte ein Patient einen Hautausschlag entwickeln, muss er engmaschig überwacht und Voriconazol muss abgesetzt werden, wenn es zu einer Zunahme der Hautschä-den kommt. Besonders bei Langzeitbehandlung wurde von Lichtempfindlichkeit, ein-schließlich Reaktionen wie Ephelides, Lentigo und Keratosis actinica, berichtet (sie-he Abschnitt 4.4).

    Bei Patienten, die Voriconazol über lange Zeiträume erhalten haben, gab es Berichte über Plattenepithelkarzinome der Haut (einschließlich SCC der Haut in situ oder Morbus Bowen); der Mechanismus ist nicht bekannt (siehe Abschnitt 4.4).

    Leberfunktionstests

    Eine Erhöhung der Transaminasewerte > 3 x ULN (nicht notwendigerweise ein un-erwünschtes Ereignis) wurde im Rahmen des klinischen Entwicklungsprogramms bei 18,0 % (319/1.768) der erwachsenen und bei 25,8 % (73/283) der pädiatrischen Pa-tienten, die zu therapeutischen oder prophylaktischen Zwecken mit Voriconazol be-handelt wurden, beobachtet. Die abnormalen Leberfunktionstests stehen möglicher-weise mit erhöhten Plasmakonzentrationen bzw. höheren Dosen in Zusammenhang. Die meisten Leberwertanomalien bildeten sich während der Therapie ohne Dosisan-passung bzw. nach einer Dosisanpassung oder Absetzen der Therapie zurück.

    Bei Patienten mit anderen schweren Grunderkrankungen wurde Voriconazol mit schwerer Lebertoxizität in Zusammenhang gebracht. Dazu gehören Fälle von Gelb-sucht, Hepatitis und Leberversagen mit Todesfolge (siehe Abschnitt 4.4).

    Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion

    Bei der Infusion von intravenösem Voriconazol kam es bei gesunden Probanden zu anaphylaktoiden Reaktionen wie Flush, Fieber, Schwitzen, Tachykardie, Engegefühl im Brustkorb, Atemnot, Schwächegefühl, Übelkeit, Juckreiz und Hautausschlag. Die Symptome traten unmittelbar nach Beginn der Infusion auf (siehe Abschnitt 4.4).

    Prophylaxe

    In einer offenen, komparativen, multizentrischen Studie, in der Voriconazol und Itra-conazol als Primärprophylaxe bei erwachsenen und jugendlichen allogenen HSZT-Empfängern ohne vorab bestätigte oder wahrscheinliche IFI verglichen wurden, wur-de der dauerhafte Abbruch der Anwendung von Voriconazol aufgrund von Neben-wirkungen bei 39,3 % der Probanden im Gegensatz zu 39,6 % der Probanden im Itraconazol-Arm berichtet. Behandlungsbedingte hepatische Nebenwirkungen führ-ten zum dauerhaften Abbruch der Anwendung der Studienmedikation bei 50 Pro-banden (21,4 %), die mit Voriconazol behandelt wurden, sowie bei 18 Probanden (7,1 %), die mit Itraconazol behandelt wurden.

    Kinder und Jugendliche

    Die Sicherheit von Voriconazol wurde in klinischen Studien bei 288 pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren (169) und 12 bis < 18 Jahren (119) unter-sucht. 183 dieser pädiatrischen Patienten wurden prophylaktisch mit Voriconazol behandelt und 105 wurden therapeutisch behandelt. Die Sicherheit von Voriconazol wurde zudem bei 158 weiteren pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jah-ren in Compassionate-Use-Programmen untersucht. Insgesamt war das Sicher-heitsprofil von Voriconazol bei Kindern und Jugendlichen ähnlich dem bei Erwach-senen. Jedoch wurde in klinischen Studien bei pädiatrischen Patienten im Vergleich zu Erwachsenen ein Trend zu einer höheren Auftretenshäufigkeit von erhöhten Le-berenzymwerten als unerwünschtes Ereignis berichtet (Transaminasen erhöht:

    14,2 % bei pädiatrischen Patienten im Vergleich zu 5,3 % bei Erwachsenen). Die Er-fahrungen nach der Markteinführung lassen vermuten, dass Hautreaktionen (beson-ders Erytheme) bei Kindern häufiger auftreten können als bei Erwachsenen. Bei den 22 Patienten unter 2 Jahren, die Voriconazol in einem Compassionate-Use-Programm erhielten, wurden die folgenden Nebenwirkungen, für die ein Zusammen-hang mit Voriconazol nicht ausgeschlossen werden konnte, berichtet: vermehrte

    Lichtempfindlichkeit der Haut (1), Arrhythmien (1), Pankreatitis (1), Bilirubinspiegel im Blut erhöht (1), Leberenzyme erhöht (1), Hautausschlag (1) und Papillenödem

    (1). Nach der Markteinführung wurden Fälle von Pankreatitis bei pädiatrischen Pati-enten berichtet.

    Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

    Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefor-dert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

    Überdosierung

    In klinischen Studien kam es in 3 Fällen zu einer unbeabsichtigten Überdosierung. Alle Patienten waren Kinder, die bis zum 5-Fachen der empfohlenen intravenösen Voriconazol-Dosis erhielten. Als einzige Nebenwirkung wurde eine 10-minütige Pho-tophobie beobachtet.

    Ein Antidot gegen Voriconazol ist nicht bekannt.

    Voriconazol wird mit einer Clearance von 121 ml/min hämodialysiert. Das intravenö-se Vehikel, Hydroxypropylbetadex, wird mit einer Clearance von 37,5 ± 24 ml/min hämodialysiert. Bei einer Überdosis könnte eine Hämodialyse bei der Elimination von Voriconazol und Hydroxypropylbetadex unterstützend wirken.

    Pharmakologische Eigenschaften - Voriconazol 200 mg

    Pharmakodynamik

    Pharmakotherapeutische Gruppe: Antimykotika zur systemischen Anwendung, Tria-zol-Derivate, ATC-Code: J02AC03

    Wirkmechanismus

    Voriconazol ist ein Triazol-Antimykotikum. Sein primärer Wirkmechanismus beruht auf einer Hemmung der Cytochrom-P450-abhängigen 14α-Sterol-Demethylierung der Pilze, einem essenziellen Schritt in der Ergosterol-Biosynthese. Die Anhäufung von 14α-Methyl-Sterol korreliert mit einem nachfolgenden Verlust an Ergosterol in der Zellmembran von Pilzen und ist möglicherweise für die antimykotische Wirkung von Voriconazol verantwortlich. Es hat sich gezeigt, dass Voriconazol eine erhöhte Selektivität für Cytochrom-P450-Enzyme von Pilzen als für verschiedene Cytochrom-P450- Enzymsysteme von Säugetieren aufweist.

    Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge

    In 10 Therapiestudien ergab sich ein Median der durchschnittlichen und maximalen Plasmaspiegel bei einzelnen Probanden über alle Studien hinweg von 2.425 ng/ml (Interquartilsbereich von 1.193 bis 4.380 ng/ml) bzw. von 3.742 ng/ml (Interquartils-bereich von 2.027 bis 6.302 ng/ml). Eine positive Korrelation zwischen mittleren, maximalen oder minimalen Plasmaspiegeln und klinischer Wirksamkeit wurde in

    Therapiestudien nicht beobachtet. In Prophylaxestudien wurde dieser Zusammen-hang nicht untersucht.

    Die Pharmakokinetik-/Pharmakodynamik-Analysen der Daten aus klinischen Studien ergaben eine positive Korrelation zwischen den Voriconazol-Plasmaspiegeln und Abweichungen der Leberwerte bzw. Sehstörungen. Dosisanpassungen wurden in Prophylaxestudien nicht untersucht.

    Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

    Voriconazol weist in vitro ein breites antimykotisches Wirkspektrum mit antimyzeti-schem Potenzial gegen Candida-Spezies (einschließlich Fluconazol-resistenter

    C. krusei und resistenter Stämme von C. glabrata und C. albicans) auf sowie eine fungizide Aktivität gegen alle getesteten Aspergillus-Spezies. Zusätzlich zeigt Vori-conazol in vitro eine fungizide Aktivität gegen neu auftretende Pilzpathogene, ein-schließlich solcher wie Scedosporium oder Fusarium, die gegenüber zur Verfügung stehenden Antimykotika nur bedingt empfindlich sind.

    Die klinische Wirksamkeit (definiert als partielle oder vollständige Remission) wurde nachgewiesen bei Infektionen durch Aspergillus spp., einschließlich A. flavus,

    A. fumigatus, A. terreus, A. niger, A. nidulans, Candida spp. einschließlich

    C. albicans, C. glabrata, C. krusei, C. parapsilosis, C. tropicalis und bei einer be-schränkten Anzahl von Infektionen mit C. dubliniensis, C. inconspicua und

    C. guilliermondii, Scedosporium spp. einschließlich S. apiospermum, S. prolificans

    und Fusarium spp.

    Weitere behandelte Pilzinfektionen (häufig mit partieller oder vollständiger Remissi-on) umfassten Einzelfälle von Infektionen mit Alternaria spp., Blastomyces dermatiti-dis, Blastoschizomyces capitatus, Cladosporium spp., Coccidioides immitis, Conidi-obolus coronatus, Cryptococcus neoformans, Exserohilum rostratum, Exophiala spinifera, Fonsecaea pedrosoi, Madurella mycetomatis, Paecilomyces lilacinus, Pe-nicillium spp. einschl. P. marneffei, Phialophora richardsiae, Scopulariopsis brevicau-lis und Trichosporon spp. einschließlich Infektionen durch T. beigelii.

    In-vitro-Wirksamkeit wurde bei folgenden klinischen Isolaten nachgewiesen: Acre-monium spp., Alternaria spp., Bipolaris spp., Cladophialophora spp. und Histoplasma capsulatum, wobei das Wachstum der meisten Stämme bei Voriconazol-Konzentrationen im Bereich von 0,05 bis 2 μg/ml gehemmt wird.

    In-vitro-Wirksamkeit wurde gegen die folgenden Pathogene nachgewiesen, deren klinische Relevanz jedoch unklar ist: Curvularia spp. und Sporothrix spp.

    Grenzwerte (Breakpoints)

    Untersuchungsmaterial für Pilzkulturen bzw. andere relevante Laboruntersuchungen (Serologie, Histopathologie) zur Isolierung und Bestimmung der ursächlichen Erre-ger sollte vor der Behandlung entnommen werden. Die Behandlung kann vor Kennt-nis der Ergebnisse der Kulturen und anderen Laboruntersuchungen begonnen wer-den. Sobald diese Ergebnisse jedoch vorliegen, sollte die antiinfektive Therapie ent-sprechend angepasst werden.

    Die Erreger, die am häufigsten Infektionen beim Menschen auslösen, sind u. a.

    C. albicans, C. parapsilosis, C. tropicalis, C. glabrata und C. krusei. Alle diese Erre-

    ger haben für Voriconazol in der Regel minimale Hemm-Konzentrationen (MHK) un-ter 1 mg/l.

    Die In-vitro-Aktivität von Voriconazol gegenüber Candida-Spezies ist jedoch nicht einheitlich. Speziell für C. glabrata ist die MHK für Voriconazol bei Fluconazol-resistenten Isolaten proportional höher als bei Fluconazol-empfindlichen Isolaten. Daher sollten alle Anstrengungen unternommen werden, eine genaue Artbestim-mung des Candida-Erregers durchzuführen. Bei Vorliegen eines Antimykotikaemp-findlichkeitstests können die MHK-Werte auf Basis der Breakpoint-Kriterien des Eu-ropean Comittee on Antimicrobial Susceptibility Testing (EUCAST) interpretiert wer-den.

    EUCAST Breakpoints

    Candida- und Aspergil-lus-Arten MHK-Breakpoint (mg/l)
    ≤ S (empfindlich) > R (resistent)
    Candida albicans1 0,06 0,25
    Candida dubliniensis1 0,06 0,25
    Candida glabrata IE IE
    Candida krusei IE IE
    Candida parapsilosis1 0,125 0,25
    Candida tropicalis1 0,125 0,25
    Candida guilliermondii2 IE IE
    Spezies-unabhängige Breakpoints für Candida3 IE IE
    Aspergillus fumigatus4 1 1
    Aspergillus nidulans4 1 1
    Aspergillus flavus IE5 IE5
    Aspergillus niger IE5 IE5
    Aspergillus terreus IE5 IE5
    Spezies-unabhängige Breakpoints6 IE IE
    IE = insufficient evidence (keine ausreichenden Daten)1 Stämme mit MHK-Werten über dem S/I-Breakpoint (Susceptible/Intermediate) sind selten oder wurden bisher noch nicht beobachtet. Bei derartigen Isolaten müssen die Identifizierung und die Tests der antimykotischen Empfindlichkeit wiederholt werden und das Isolat bei einer Bestätigung der Ergebnisse an ein Referenzlabor geschickt werden. Bestätigte Isolate mit einer MHK oberhalb des aktuellen Resistenz-Breakpoints, sollten als resistent eingestuft werden, bis das klinische Ansprechen nachgewiesen wurde. Ein klinisches Ansprechen von 76 % wurde für die von den un-ten aufgeführten Spezies verursachenden Infektionen erzielt, wenn die MHK niedriger war als die epidemiologischen Grenzwerte (ECOFFs) oder sie diesen entsprach. Wild-typ-Populationen von C. albicans, C. dubliniensis, C. parapsilosis und C. tropicalis werden deshalb als empfindlich eingestuft.2 Im Allgemeinen sind die ECOFFs (epidemiological cut-off values) für diese Spezies höher als bei C. albicans.3 Spezies-unabhängige Breakpoints wurden hauptsächlich auf der Basis von PK/PD-Daten bestimmt und sind unabhängig von MHK-Verteilungen bestimmter Candida-Spezies. Sie sind nur für die Anwendung bei Organismen ohne spezifische Breakpoints bestimmt.4 Die ATU (Area of technical uncertainty) ist 2. Einstufung als R mit dem folgenden

    Hinweis: „In einigen klinischen Situationen (nicht invasive infektiöse Formen) kann Voriconazol angewendet werden, sofern eine ausreichende Exposition sichergestellt werden kann.“

    5 Im Allgemeinen liegen die ECOFFs für diese Spezies eine zweifache Verdünnungs-stufe höher als bei A. fumigatus.

    6 Spezies-unabhängige Breakpoints wurden nicht festgelegt.

    Klinische Erfahrungen

    Therapieerfolge werden in diesem Abschnitt als vollständige oder partielle Remissi-on definiert.

    Aspergillus-Infektionen - Wirksamkeit bei Aspergillose-Patienten mit schlechter Prognose

    Voriconazol weist in vitro eine fungizide Wirkung gegen Aspergillus spp. auf. Die Wirksamkeit und der Nutzen von Voriconazol in Bezug auf das Überleben wurden im Vergleich mit konventionellem Amphotericin B bei der Primärtherapie einer akuten invasiven Aspergillus-Infektion in einer offenen, randomisierten Multizenterstudie über 12 Wochen bei 277 immunbeeinträchtigten Patienten belegt. Dabei wurde Vori-conazol in den ersten 24 Stunden mit einer Initialdosis von 6 mg/kg alle 12 Stunden intravenös verabreicht, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 4 mg/kg alle

    12 Stunden über mindestens 7 Tage. Danach konnte die Therapie auf die orale Formulierung mit 200 mg alle 12 Stunden umgestellt werden. Der Medianwert für die Dauer der intravenösen Voriconazol-Therapie betrug 10 Tage (Bereich: 2 bis

    85 Tage). Nach der intravenösen Voriconazol-Therapie betrug der Medianwert für die Dauer der oralen Voriconazol-Therapie 76 Tage (Bereich: 2 bis 232 Tage).

    Bei 53 % der mit Voriconazol behandelten Patienten kam es zu einem zufriedenstel-lenden Ansprechen (vollständiger oder partieller Rückgang aller zuordenbaren Symptome, Anzeichen, radiographischen oder bronchoskopischen Befunde zu Stu-dienbeginn) im Vergleich zu 31 % bei der Vergleichssubstanz. Die 84-Tage-Überlebensrate war bei Voriconazol signifikant höher als bei der Vergleichssubstanz, und ein klinisch wie auch statistisch signifikanter Vorteil zugunsten Voriconazol ergab sich sowohl für die Überlebenszeit als auch für die Dauer bis zum Therapie-abbruch wegen Unverträglichkeit.

    Diese Studie bestätigte die positiven Ergebnisse einer früheren prospektiv angeleg-ten Untersuchung bei Patienten mit Risikofaktoren und schlechter Prognose, die Graft-versus-Host-Disease und speziell zerebrale Infektionen einschlossen (die Leta-lität beträgt hierbei normalerweise fast 100 %).

    Die in diesen Studien behandelten Infektionen umfassten zerebrale, Sinus-, pulmo-nale und disseminierte Aspergillosen bei Patienten mit Knochenmark- und Organ-transplantationen, malignen hämatologischen Erkrankungen, Krebs und Aids.

    Candidämie bei nicht-neutropenischen Patienten

    In einer offenen, vergleichenden Studie wurde die Wirksamkeit von Voriconazol im Vergleich zu einem Behandlungsschema aus Amphotericin B gefolgt von Fluconazol als Initialtherapie bei Candidämie bestätigt. In diese Studie wurden 370 nicht-neutropenische Patienten (Alter > 12 Jahre) mit nachgewiesener Candidämie aufge-nommen. Insgesamt 248 Patienten davon wurden mit Voriconazol behandelt. Dar-über hinaus wurde bei 9 Patienten der Voriconazol-Gruppe und bei 5 Patienten der Amphotericin B/Fluconazol-Gruppe mykologisch eine invasive Mykose nachgewie-

    sen. Patienten mit Nierenversagen wurden nicht in die Studie aufgenommen. Die mediane Behandlungsdauer in beiden Behandlungsarmen betrug 15 Tage. Bei der primären Analyse wurde eine „erfolgreiche“ Behandlung von dem bezüglich der Stu-dienmedikation „blinden“ Bewertungsgremium folgendermaßen definiert: Abklingen oder Verbesserung aller klinischen Infektionszeichen und -symptome mit Eradikation von Candida aus Blut und infiziertem tiefen Gewebe 12 Wochen nach Behandlungs-ende. Patienten, die 12 Wochen nach Behandlungsende nicht untersucht werden konnten, wurden als Therapieversager eingestuft. In dieser Auswertung erwies sich in beiden Studienarmen bei 41 % der Patienten die Behandlung als erfolgreich.

    Bei einer Sekundäranalyse, bei der die Ergebnisse des Bewertungsgremiums zum letztmöglichen Untersuchungszeitpunkt (Behandlungsende bzw. 2, 6 oder

    12 Wochen danach) herangezogen wurden, betrugen die Erfolgsraten in der Vorico-nazol-Gruppe 65 % und in der Amphotericin B/Fluconazol- Gruppe 71 %.

    Die durch den Prüfarzt erfolgte Einstufung als Therapieerfolg zu jedem der mögli-chen Untersuchungszeitpunkte kann der folgenden Tabelle entnommen werden.

    Zeitpunkt Voriconazol (n = 248) Amphotericin B → Flu-conazol (n = 122)
    Behandlungsende 178 (72 %) 88 (72 %)
    2 Wochen danach 125 (50 %) 62 (51 %)
    6 Wochen danach 104 (42 %) 55 (45 %)
    12 Wochen danach 104 (42 %) 51 (42 %)

    Schwere refraktäre Candida-Infektionen

    Die Untersuchung umfasste 55 Patienten mit schweren refraktären Candida-Infektionen (einschließlich Candidämie sowie disseminierten und anderen invasiven Candida-Infektionen), die auf eine vorhergehende antimykotische Behandlung, vor allem mit Fluconazol, nicht angesprochen hatten. Ein Therapieerfolg wurde bei

    24 Patienten (15 vollständige und 9 partielle Remissionen) erzielt. Bei Infektionen mit Fluconazol-resistenten Candida-Spezies, die nicht zur Albicans-Gruppe gehörten, wurde ein Therapieerfolg bei 3/3 Infektionen mit C. krusei (vollständige Remissio-nen) und bei 6/8 Infektionen mit C. glabrata (5 vollständige Remissionen, 1 partielle) erzielt. Die Daten zur klinischen Wirksamkeit wurden durch begrenzte Empfindlich-keitsdaten bestätigt.

    Scedosporium- und Fusarium-Infektionen

    Voriconazol erwies sich gegen folgende seltene pathogene Pilze als wirksam:

    Scedosporium spp.: Ein erfolgreiches Ansprechen auf die Therapie mit Voriconazol wurde bei 16 (6 vollständige und 10 partielle Remissionen) von 28 Patienten mit

    S. apiospermum und bei 2 (beides partielle Remissionen) von 7 Patienten mit

    S. prolificans nachgewiesen. Darüber hinaus sprach auch einer von 3 Patienten mit Infektionen, die von mehr als einem Organismus einschließlich Scedosporium spp. verursacht wurden, auf die Therapie mit Voriconazol an.

    Fusarium spp.: 7 (3 vollständige und 4 partielle Remissionen) von 17 Patienten wur-den erfolgreich mit Voriconazol behandelt. Von diesen 7 Patienten hatten 3 Augenin-fektionen, einer eine Sinus- und 3 eine disseminierte Infektion. 4 weitere Patienten litten an einer Fusariose und hatten zusätzlich eine Infektion mit mehreren Erregern; 2 der Patienten konnten erfolgreich behandelt werden.

    Die Mehrzahl der Patienten, die eine Behandlung mit Voriconazol wegen der oben erwähnten, seltenen Infektionen erhielten, hatten eine vorausgegangene antimykoti-sche Behandlung entweder nicht vertragen oder ihre Mykosen erwiesen sich als the-rapierefraktär.

    Primärprophylaxe invasiver Pilzinfektionen (IFI) - Wirksamkeit bei HSZT-Empfängern ohne vorab bestätigter oder wahrscheinlicher IFI

    In einer offenen, komparativen, multizentrischen Studie wurde Voriconazol als Pri-märprophylaxe bei erwachsenen und jugendlichen allogenen HSZT-Empfängern oh-ne vorab bestätigte oder wahrscheinliche IFI mit Itraconazol verglichen. Erfolg wurde definiert als die Fähigkeit, die Prophylaxe mit dem Studienmedikament 100 Tage nach der HSZT (ohne Unterbrechungen für mehr als 14 Tage) fortzusetzen, und das Überleben ohne bestätigte oder wahrscheinliche IFI für die Dauer von 180 Tagen nach HSZT. Die MITT (modified intent-to-treat)-Gruppe umfasste 465 allogene HSZT-Empfänger, wobei 45 % der Patienten AML hatten.

    Von allen Patienten hatten sich 58 % einer myeloablativen Konditionierung unterzo-gen. Prophylaxe mit dem Studienmedikament wurde sofort nach der HSZT eingelei-tet: 224 Patienten erhielten Voriconazol und 241 Patienten erhielten Itraconazol. Die mittlere Dauer der Prophylaxe mit dem Studienmedikament betrug 96 Tage bei der Anwendung von Voriconazol und 68 Tage bei der Gabe von Itraconazol in der MITT-Gruppe.

    Erfolgsraten und weitere sekundäre Endpunkte sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt:

    Endpunkte Voriconazol (n = 224) Itraconazol (n = 241) Unterschiede zwi-schen den Prozentan-teilen und das 95 %-Konfidenzintervall (KI) p-Wert
    Erfolg an Tag 180* 109 (48,7 %) 80 (33,2 %) 16,4 % (7,7 %, 25,1 %)** 0,0002**
    Erfolg an Tag 100 121 (54,0 %) 96 (39,8 %) 15,4 % (6,6 %, 24,2 %)** 0,0006**
    Mindestens 100 Tage Prophylaxe mit der Studien-medikation durch-geführt 120 (53,6 %) 94 (39,0 %) 14,6 % (5,6 %, 23,5 %) 0,0015
    Überlebt bis zum Tag 180 184 (82,1 %) 197 (81,7 %) 0,4 % (- 6,6 %, 7,4 %) 0,9107
    Bestätigte oder wahrscheinlicheIFI bis zum Tag 180 entwickelt 3 (1,3 %) 5 (2,1 %) - 0,7 % (- 3,1 %, 1,6 %) 0,5390
    Bestätigte oder wahrscheinliche IFI bis zum Tag100 entwickelt 2 (0,9 %) 4 (1,7 %) - 0,8 % (- 2,8 %, 1,3 %) 0,4589
    Bestätigte oder wahrscheinliche IFI während derAnwendung der 0 3 (1,2 %) - 1,2 % (- 2,6 %, 0,2 %) 0,0813
    Studienmedikation entwickelt

    * Primärer Endpunkt der Studie

    ** Unterschiede in den Prozentanteilen, 95 %-KI und p-Werte erhalten nach Anpas-sung für die Randomisierung

    Die Rate an Durchbruchs-IFI bis zum Tag 180 und der primäre Endpunkt der Studie, nämlich der Erfolg am Tag 180, für Patienten mit AML und solche mit myeloablativer Konditionierung ist in der untenstehenden Tabelle dargestellt:

    AML

    Endpunkte Voriconazol (n = 98) Itraconazol (n = 109) Unterschiede zwischen den Prozentanteilen und das 95 %-Konfidenzintervall (KI)
    Durchbruchs-IFI – Tag 180 1 (1,0 %) 2 (1,8 %) - 0,8 % (- 4,0 %, 2,4 %)**
    Erfolg am Tag 180* 55 (56,1 %) 45 (41,3 %) 14,7 % (1,7 %, 27,7 %)***

    * Primärer Endpunkt der Studie

    ** Unter Verwendung einer 5 %-Marge, Nicht-Unterlegenheit ist nachgewiesen

    *** Unterschiede in den Prozentanteilen, 95 %-KI ermittelt nach Anpassung für die Randomisierung

    Myeloablative Konditionierung

    Endpunkte Voriconazol (n = 125) Itraconazol (n = 143) Unterschiede zwischen den Prozentanteilen und das 95 %-Konfidenzintervall (KI)
    Durchbruchs-IFI – Tag 180 2 (1,6 %) 3 (2,1 %) - 0,5 % (- 3,7 %, 2,7 %)**
    Erfolg am Tag 180* 70 (56,0 %) 53 (37,1 %) 20,1 % (8,5 %, 31,7 %)***

    * Primärer Endpunkt der Studie

    ** Unter Verwendung einer 5 %-Marge, Nicht-Unterlegenheit ist nachgewiesen

    *** Unterschiede in den Prozentanteilen, 95 %-KI ermittelt nach Anpassung für die Randomisierung

    Sekundärprophylaxe von IFI – Wirksamkeit bei HSZT-Empfängern mit vorab bestä-tigter oder wahrscheinlicher IFI

    Voriconazol wurde als Sekundärprophylaxe in einer offenen, nicht komparativen, multizentrischen Studie bei erwachsenen allogenen HSZT-Empfängern mit vorab bestätigten oder wahrscheinlichen IFI untersucht. Der primäre Endpunkt war die Ra-te des Auftretens bestätigter oder wahrscheinlicher IFI während des ersten Jahres nach der HSZT. Die MITT-Gruppe umfasste 40 Patienten mit vorangegangener IFI, einschließlich 31 Patienten mit Aspergillose, 5 Patienten mit Candidiasis und 4 Pati-enten mit anderen IFI. Die mediane Dauer der Prophylaxe mit der Studienmedikation betrug in der MITT-Gruppe 95,5 Tage.

    Bestätigte oder wahrscheinliche IFI traten bei 7,5 % (3/40) der Patienten im Verlauf des ersten Jahres nach HSZT auf, einschließlich einer systemischen Candidiasis,

    einer Scedosporiose (beide Rückfälle früherer IFI) und einer Zygomykose. Die Über-lebensrate am Tag 180 lag bei 80,0 % (32/40) und nach 1 Jahr bei 70,0 % (28/40).

    Dauer der Behandlung

    In klinischen Studien erhielten 705 Patienten Voriconazol über mehr als 12 Wochen, davon erhielten 164 Patienten Voriconazol für mehr als 6 Monate.

    Kinder und Jugendliche

    53 pädiatrische Patienten im Alter von 2 bis < 18 Jahren wurden in 2 prospektiven, offenen, nicht vergleichenden, multizentrischen klinischen Studien mit Voriconazol behandelt. In der ersten Studie wurden 31 Patienten mit einer möglichen, bestätigten oder wahrscheinlichen invasiven Aspergillose (IA) untersucht. Davon hatten 14 Pati-enten eine bestätigte oder wahrscheinliche IA und wurden in die MITT-Wirksamkeitsanalysen aufgenommen. Die zweite Studie untersuchte 22 Patienten mit invasiver Candida-Infektion, einschließlich Candidämie (ICC) und ösophagealer Candidose (EC), die entweder einer Ersttherapie oder einer Salvage-Therapie be-durften. 17 dieser Patienten wurden in die MITT-Wirksamkeitsanalysen aufgenom-men. Bei Patienten mit IA betrug die allgemeine Ansprechrate nach 6 Wochen ins-gesamt 64,3 % (9/14), die allgemeine Ansprechrate betrug bei Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren 40 % (2/5) und bei Patienten im Alter von 12 bis < 18 Jahren

    77,8 % (7/9). Bei Patienten mit ICC betrug die allgemeine Ansprechrate am Ende der Behandlung 85,7 % (6/7) und bei Patienten mit EC betrug die allgemeine An-sprechrate 70 % (7/10) am Ende der Behandlung. Die allgemeine Ansprechrate (ICC und EC kombiniert) betrug bei Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren insgesamt 88,9 % (8/9) und bei Patienten im Alter von 12 bis < 18 Jahren 62,5 % (5/8).

    Klinische Studien zur Untersuchung des QTc-Intervalls

    In einer placebokontrollierten, randomisierten Einzeldosis-Crossover-Studie der Auswirkungen auf das QTc-Intervall von gesunden Probanden wurden 3 orale Ein-zeldosen Voriconazol und Ketoconazol überprüft. Dabei betrug der placeboadjustier-te, mittlere Maximalanstieg des QTc gegenüber dem Ausgangswert 5,1, 4,8 bzw.

    8,2 msec nach 800, 1.200 bzw. 1.600 mg Voriconazol und 7,0 msec bei 800 mg Ke-toconazol. In keiner Behandlungsgruppe wurde bei einem Probanden ein Anstieg des QTc ≥ 60 msec gegenüber dem Ausgangswert beobachtet. Bei keinem der Pro-banden wurde die möglicherweise klinisch relevante Verlängerung des QTc-Intervalls von 500 msec überschritten.

    Pharmakokinetik

    Allgemeine pharmakokinetische Eigenschaften

    Die Pharmakokinetik von Voriconazol wurde bei gesunden Probanden, speziellen Populationen und Patienten bestimmt. Bei zweimal täglicher Gabe von 200 mg oder 300 mg Voriconazol über 14 Tage bei Patienten mit Aspergillose-Risiko (überwie-gend Patienten mit malignen lymphatischen oder hämatopoetischen Neoplasien) entsprachen die pharmakokinetischen Parameter, wie schnelle und vollständige Re-sorption, Kumulation und nicht lineare Pharmakokinetik, jenen bei gesunden Pro-banden.

    Die Pharmakokinetik von Voriconazol ist infolge seiner Sättigungskinetik des Meta-bolismus nicht linear. Bei höheren Dosen wurden überproportionale Plasmaspiegel gemessen. Es wird geschätzt, dass die Erhöhung der oralen Gabe von Voriconazol

    von 200 mg zweimal täglich auf 300 mg zweimal täglich durchschnittlich zu einer 2,5-fachen Zunahme der AUCτ führt. Mit einer oralen Erhaltungsdosis von 200 mg (oder 100 mg bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg) erhält man eine Voriconazol-Exposition, die mit 3 mg/kg i.v. vergleichbar ist. Mit einer oralen Erhal-tungsdosis von 300 mg (oder 150 mg bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg) erhält man eine Voriconazol-Exposition, die mit 4 mg/kg i.v. vergleichbar ist. Bei intravenöser oder oraler Gabe der empfohlenen Anfangsdosen werden annä-hernde Steady-State-Plasmaspiegel innerhalb der ersten 24 Stunden erreicht. Ohne die Anfangsdosis wurden beim Großteil der Patienten mit den zweimal täglichen Er-haltungsdosen am 6.

    Behandlungstag Steady-State-Plasmaspiegel erreicht. Die langfristige Sicherheit von Hydroxypropylbetadex bei Menschen ist auf 21 Tage begrenzt (250 mg/kg/Tag).

    Resorption

    Voriconazol wird nach oraler Einnahme schnell und fast vollständig resorbiert, wobei nach 1 bis 2 Stunden maximale Plasmakonzentrationen (Cmax) erreicht werden. Die absolute Bioverfügbarkeit von Voriconazol nach oraler Gabe beträgt etwa 96 %. Bei Mehrfachgaben von Voriconazol in Verbindung mit sehr fettreichen Mahlzeiten redu-zierten sich die Cmax und AUCτ um 34 % bzw. 24 %. Die Resorption von Voriconazol wird durch Änderungen des Magen-pH-Werts nicht beeinflusst.

    Verteilung

    Das Verteilungsvolumen von Voriconazol im Steady State beträgt ca. 4,6 l/kg, was auf eine ausgeprägte Gewebeverteilung schließen lässt. Die Plasmaproteinbindung beträgt ca. 58 %.

    Liquorproben von 8 Patienten des Compassionate-Use-Programms erbrachten bei allen Patienten messbare Konzentrationen von Voriconazol.

    Biotransformation

    In-vitro-Studien haben gezeigt, dass Voriconazol durch die hepatischen Cytochrom-P450-Isoenzyme CYP2C19, CYP2C9 und CYP3A4 metabolisiert wird.

    Die interindividuelle Variabilität der Pharmakokinetik von Voriconazol ist groß.

    In-vivo-Studien ergaben, dass CYP2C19 wesentlich am Metabolismus von Vorico-nazol beteiligt ist. Dieses Enzym zeigt einen genetischen Polymorphismus. Es ist beispielsweise anzunehmen, dass 15 bis 20 % der asiatischen Bevölkerung verzö-gert verstoffwechseln. Bei der weißen und der schwarzen Bevölkerung beträgt die Prävalenz einer langsamen Metabolisierung 3 bis 5 %. Aus Studien mit gesunden Weißen und Japanern geht hervor, dass bei verzögerter Metabolisierung durch-schnittlich 4-fach höhere Voriconazol-Spiegel (AUCτ) erreicht werden als bei Ho-mozygoten mit schneller Metabolisierung.

    Heterozygote mit schneller Metabolisierung weisen durchschnittlich 2-fach höhere Voriconazol-Spiegel als Homozygote mit schneller Metabolisierung auf.

    Der Hauptmetabolit von Voriconazol ist das N-Oxid. Nach Gabe von radioaktiv mar-kiertem Voriconazol macht das N-Oxid 72 % der radioaktiv markierten Metaboliten im Plasma aus. Da dieser Metabolit eine minimale antimyzetische Wirkung aufweist, trägt er wahrscheinlich nicht zur Wirksamkeit von Voriconazol bei.

    Elimination

    Voriconazol wird über die Leber eliminiert, wobei weniger als 2 % der Dosis unver-ändert mit dem Harn ausgeschieden werden.

    Nach intravenöser Mehrfachgabe von radioaktiv markiertem Voriconazol finden sich ca. 80 % der Radioaktivität, nach mehrfacher oraler Gabe 83 % im Harn wieder.

    Nach oraler oder intravenöser Gabe wird der Großteil (> 94 %) der gesamten Radio-aktivität innerhalb der ersten 96 Stunden ausgeschieden.

    Die terminale Halbwertszeit ist dosisabhängig und beträgt bei 200 mg (oral) etwa 6 Stunden. Aufgrund der nicht-linearen Pharmakokinetik kann die terminale Halb-

    wertszeit nicht zur Schätzung der Kumulation bzw. Elimination von Voriconazol her-angezogen werden.

    Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen

    Geschlecht

    In einer Studie mit oraler Mehrfachgabe waren die Cmax und AUCτ bei gesunden jun-gen Frauen um 83 % bzw. 113 % höher als bei gesunden jungen Männern (18 bis 45 Jahre). In derselben Studie wurden für Cmax und AUCτ keine signifikanten Unter-schiede zwischen gesunden älteren Frauen und älteren Männern beobachtet (≥ 65 Jahre).

    Im klinischen Entwicklungsprogramm wurde keine Dosisanpassung aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit vorgenommen. Das Verträglichkeitsprofil und die Plasma-spiegel bei männlichen und weiblichen Patienten waren ähnlich. Eine Dosisanpas-sung aufgrund des Geschlechts ist daher nicht erforderlich.

    Ältere Patienten

    In einer Studie mit oraler Mehrfachgabe waren die Cmax und AUCτ bei gesunden älte-ren Männern (≥ 65 Jahre) um 61 % bzw. 86 % höher als bei gesunden jungen Män-nern (18 bis 45 Jahre). Zwischen gesunden älteren Frauen (≥ 65 Jahre) und gesun-den jungen Frauen (18 bis 45 Jahre) wurden keine signifikanten Unterschiede von Cmax und AUCτ beobachtet.

    In klinischen Studien wurde keine altersspezifische Dosisanpassung vorgenommen. Es wurde ein Zusammenhang zwischen Plasmaspiegeln und Alter beobachtet. Das Verträglichkeitsprofil von Voriconazol war bei jungen und älteren Patienten ähnlich. Deshalb ist bei älteren Patienten keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Ab-schnitt 4.2).

    Kinder und Jugendliche

    Die empfohlene Dosis bei Kindern und jugendlichen Patienten ergibt sich aus einer pharmakokinetischen Populationsanalyse der Daten von 112 immungeschwächten pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren und 26 immungeschwächten jugendlichen Patienten im Alter von 12 bis < 17 Jahren. Bei 3 Pharmakokinetikstu-dien in der Pädiatrie wurden intravenöse Mehrfachgaben von 3, 4, 6, 7 und 8 mg/kg zweimal täglich und orale Mehrfachdosen (mit dem Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) von 4 mg/kg, 6 mg/kg und 200 mg zweimal täglich un-tersucht. In einer Pharmakokinetikstudie bei Jugendlichen wurden intravenöse Initi-aldosen von 6 mg/kg zweimal täglich am 1. Tag gefolgt von einer intravenösen Dosis von 4 mg/kg zweimal täglich und zweimal täglich 300 mg oral als Tabletten unter-

    sucht. Bei den pädiatrischen Patienten wurde im Vergleich zu Erwachsenen eine höhere interindividuelle Variabilität beobachtet.

    Bei einem Vergleich der Pharmakokinetikdaten bei Kindern und bei Erwachsenen ergab sich, dass die erwartete Gesamtexposition (AUCτ) bei Kindern nach einer in-travenösen Initialdosis von 9 mg/kg mit einer intravenösen Initialdosis von 6 mg/kg bei Erwachsenen vergleichbar ist. Dementsprechend war die erwartete Gesamtex-position bei Kindern nach intravenösen Erhaltungsdosen von 4 und 8 mg/kg zweimal täglich mit einer intravenösen Erhaltungsdosis von 3 bzw. 4 mg/kg zweimal täglich bei Erwachsenen vergleichbar. Die erwartete Gesamtexposition bei Kindern nach oralen Erhaltungsdosen von 9 mg/kg zweimal täglich (maximal 350 mg) war mit ei-ner oralen Erwachsenendosis von 200 mg zweimal täglich vergleichbar. Eine intra-venöse Dosis von 8 mg/kg wird eine ca. 2-fach höhere Voriconazol-Exposition erge-ben als eine orale Dosis von 9 mg/kg.

    Die im Vergleich zu Erwachsenen höhere intravenöse Erhaltungsdosis bei pädiatri-schen Patienten ist auf die höhere Eliminationskapazität der pädiatrischen Patienten durch ein größeres Verhältnis von Leber- zu Körpermasse zurückzuführen. Bei Kin-dern mit Malabsorption und für ihr Alter sehr niedrigem Körpergewicht kann die orale Bioverfügbarkeit jedoch eingeschränkt sein. In diesem Fall wird eine intravenöse Gabe von Voriconazol empfohlen.

    Bei der Mehrzahl der jugendlichen Patienten war die Voriconazol-Exposition mit der von Erwachsenen unter der gleichen Dosierung vergleichbar. Bei jungen Jugendli-chen mit einem geringen Körpergewicht wurde jedoch im Vergleich zu Erwachsenen eine niedrigere Voriconazol-Exposition beobachtet. Wahrscheinlich metabolisieren diese Personen Voriconazol mehr wie Kinder als wie Erwachsene. Auf Grundlage der pharmakokinetischen Populationsanalyse sollten Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren, die weniger als 50 kg wiegen, die Kinderdosis erhalten (siehe Ab-

    schnitt 4.2).

    Eingeschränkte Nierenfunktion

    Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion besitzt das pharmakokinetische Profil von Hydroxypropylbetadex, ein Bestandteil der intravenösen Form von Voriconazol, eine kurze Halbwertzeit von 1 bis 2 Stunden, und weist keine Anlagerung bei aufeinan-derfolgenden täglichen Dosierungen auf. Bei gesunden Probanden und bei Patien-ten mit leichter bis schwerer Niereninsuffizienz, wird der Großteil (> 85 %) einer 8-g-Dosis Hydroxypropylbetadex mit dem Urin ausgeschieden. Bei Patienten mit leichter, mäßiger und schwerer Niereninsuffizienz stiegen die Halbwertszeiten um jeweils un-gefähr das doppelte, vierfache und sechsfache über die Normalwerte an. Bei diesen Patienten können aufeinanderfolgende Infusionen zu einer Anhäufung von Hydro-xypropylbetadex führen, bis ein stabiler Zustand erreicht ist. Hydroxypropylbetadex wird durch Hämodialyse mit einer Clearance von 37,5 ± 24 ml/min abgeleitet.

    Eingeschränkte Leberfunktion

    Nach oraler Einmalgabe (200 mg) war die AUCτ bei Patienten mit leichter bis mäßi-ger Leberzirrhose (Child-Pugh A und B) um 233 % höher als bei Patienten mit nor-maler Leberfunktion. Die Proteinbindung von Voriconazol wurde durch die Leberin-suffizienz nicht beeinflusst.

    In einer Studie mit oraler Mehrfachgabe war die AUCτ bei Patienten mit mäßiger Le-berzirrhose (Child-Pugh B) unter einer Erhaltungsdosis von 100 mg Voriconazol

    zweimal täglich ähnlich der bei Patienten mit normaler Leberfunktion unter 200 mg zweimal täglich. Pharmakokinetische Daten zu Patienten mit schwerer Leberzirrhose (Child-Pugh C) liegen nicht vor (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

    Pharmazeutische Angaben - Voriconazol 200 mg

    Liste der sonstigen Bestandteile

    Hydroxypropylbetadex Natriumchlorid

    Salzsäure 36 % (zur pH-Einstellung)

    Inkompatibilitäten

    Voriconazol PUREN darf nicht über denselben Katheter oder dieselbe Kanüle gleichzeitig mit anderen Infusionslösungen infundiert werden. Nach Beendigung der Voriconazol PUREN-Infusion kann der Zugang für andere Infusionslösungen genutzt werden.

    Blutprodukte und Kurzzeit-Infusionen konzentrierter Elektrolytlösungen: Elektrolytstörungen, wie z. B. Hypokaliämie, Hypomagnesiämie oder Hypokalzämie, müssen vor der Behandlung mit Voriconazol behoben worden sein (siehe Abschnit-te 4.2 und 4.4). Selbst wenn die Infusionen über getrennte Zugänge erfolgen, darf Voriconazol PUREN nicht gleichzeitig mit Blutprodukten oder Kurzzeit-Infusionen konzentrierter Elektrolytlösungen gegeben werden.

    Komplette parenterale Ernährung:

    Infusionen zur kompletten parenteralen Ernährung müssen bei gleichzeitiger An-wendung von Voriconazol PUREN nicht unterbrochen werden, sie müssen jedoch über einen getrennten Zugang erfolgen. Bei Infusion über einen Multi-Lumen-Katheter muss die komplette parenterale Ernährung über einen anderen, als den für Voriconazol PUREN verwendeten Zugang erfolgen. Voriconazol PUREN darf nicht in 4,2%iger Natriumhydrogencarbonatlösung gelöst werden. Zur Kompatibilität mit an-deren Konzentrationen liegen keine Informationen vor.

    Dieses Arzneimittel darf ausschließlich mit den in Abschnitt 6.6 erwähnten Infusions-lösungen gemischt werden.

    Dauer der Haltbarkeit

    3 Jahre

    Aus mikrobiologischer Sicht muss die rekonstituierte Lösung sofort verwendet wer-den. Wenn sie nicht sofort verwendet wird, liegen die Aufbewahrungszeiten und - bedingungen in der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C - 8 °C (im Kühlschrank) betragen, es sei denn, die Rekonstitution hat unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen stattgefunden.

    Die chemische und physikalische In-use-Stabilität wurde für 72 Stunden bei 25 °C und bei 2 °C - 8 °C nachgewiesen.

    Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

    Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

    Zu den Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.

    Art und Inhalt des Behältnisses

    Eine 25 ml Durchstechflasche aus Klarglas Typ I mit grauem Chlorobutyl-Gummistopfen und Aluminium-Deckel mit rotem Flip-off-Verschluss aus Kunststoff.

    Packungsgröße: Umkarton mit 1 Durchstechflasche

    Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

    und sonstige Hin-weise zur Handhabung

    Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.

    Das Pulver wird entweder mit 19 ml Wasser für Injektionszwecke oder mit 19 ml ei-ner 0,9%igen (9 mg/ml) Natriumchlorid-Infusionslösung aufgelöst. Danach steht eine klare 10-mg/ml-Voriconazol-Lösung mit einem entnehmbaren Gesamtvolumen von 20 ml zur Verfügung. Die Voriconazol-PUREN-Durchstechflasche ist zu verwerfen, wenn das Lösungsmittel nicht durch das Vakuum in die Durchstechflasche einge-sogen wird. Es wird die Verwendung einer nicht automatischen 20-ml-Standard-Spritze empfohlen, um sicherzustellen, dass die exakte Menge (19,0 ml) an Wasser

    für Injektionszwecke oder an einer 0,9%igen (9 mg/ml) Natriumchlorid-Infusionslösung zugegeben wird. Dieses Arzneimittel ist ausschließlich zum Einmal-gebrauch bestimmt, verbliebene Reste der Lösung sollten verworfen werden. Es sollte nur eine klare Lösung ohne Trübung verabreicht werden.

    Zur Anwendung wird das erforderliche Volumen des hergestellten Konzentrats einer geeigneten Infusionslösung (siehe unten) hinzugefügt, sodass sich eine Voriconazol-Lösung mit 0,5 bis 5 mg/ml ergibt.

    Die rekonstituierte Lösung kann verdünnt werden mit:

    9 mg/ml (0,9%ige) Natriumchloridlösung zur Infusion Ringer-Lactatlösung zur intravenösen Infusion

    5%ige Glucose-Ringer-Lactatlösung zur intravenösen Infusion

    5%ige Glucoselösung in 0,45%iger Natriumchloridlösung zur intravenösen Infusion 5%ige Glucoselösung zur intravenösen Infusion

    5%ige Glucoselösung in 20 mEq Kaliumchloridlösung zur intravenösen Infusion 0,45%ige Natriumchloridlösung zur intravenösen Infusion

    5%ige Glucoselösung und Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) Lösung zur Injekti-on

    Zur Kompatibilität von Voriconazol mit anderen als den oben oder in Abschnitt 6.2 genannten Infusionslösungen liegen keine Informationen vor.

    Benötigtes Volumen von 10 mg/ml Voriconazol PUREN Konzentrat

    Körper-gewicht(kg) Benötigtes Volumen von Voriconazol PUREN-Konzentrat(10 mg/ml) für:
    3 mg/kg (Anzahl Durchstech-flaschen) 4 mg/kg (Anzahl Durchstech-flaschen) 6 mg/kg (Anzahl Durchstech-flaschen) 8 mg/kg (Anzahl Durchstech-flaschen) 9 mg/kg (Anzahl Durchstech-flaschen)
    10 - 4,0 ml (1) - 8,0 ml (1) 9,0 ml (1)
    15 - 6,0 ml (1) - 12,0 ml (1) 13,5 ml (1)
    20 - 8,0 ml (1) - 16,0 ml (1) 18,0 ml (1)
    25 - 10,0 ml (1) - 20,0 ml (1) 22,5 ml (2)
    30 9,0 ml (1) 12,0 ml (1) 18,0 ml (1) 24,0 ml (2) 27,0 ml (2)
    35 10,5 ml (1) 14,0 ml (1) 21,0 ml (2) 28,0 ml (2) 31,5 ml (2)
    40 12,0 ml (1) 16,0 ml (1) 24,0 ml (2) 32,0 ml (2) 36,0 ml (2)
    45 13,5 ml (1) 18,0 ml (1) 27,0 ml (2) 36,0 ml (2) 40,5 ml (3)
    50 15,0 ml (1) 20,0 ml (1) 30,0 ml (2) 40,0 ml (2) 45,0 ml (3)
    55 16,5 ml (1) 22,0 ml (2) 33,0 ml (2) 44,0 ml (3) 49,5 ml (3)
    60 18,0 ml (1) 24,0 ml (2) 36,0 ml (2) 48,0 ml (3) 54,0 ml (3)
    65 19,5 ml (1) 26,0 ml (2) 39,0 ml (2) 52,0 ml (3) 58,5 ml (3)
    70 21,0 ml (2) 28,0 ml (2) 42,0 ml (3) - -
    75 22,5 ml (2) 30,0 ml (2) 45,0 ml (3) - -
    80 24,0 ml (2) 32,0 ml (2) 48,0 ml (3) - -
    85 25,5 ml (2) 34,0 ml (2) 51,0 ml (3) - -
    90 27,0 ml (2) 36,0 ml (2) 54,0 ml (3) - -
    95 28,5 ml (2) 38,0 ml (2) 57,0 ml (3) - -
    100 30,0 ml (2) 40,0 ml (2) 60,0 ml (3) - -

    Weblinks

    Packungen und Preis

    Voriconazol PUREN 200mg Plv z Her Inf-Lsg 1 DSF N1
    Preis
    135,67 €
    Zuzahlung
    10,00 €

    Versicherungsliste

    Knappschaft

    Quellen

    Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
    Rote Liste

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