Megestat® 160 mg Tabletten
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Ja
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Fachinfo - Megestat® 160 mg
MEGESTAT ist angezeigt:
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zur palliativen Behandlung fortgeschrittener Mammakarzinome (nicht operable metastasierende bzw. rekurrente Erkrankungen), bei Progression nach einer Therapie mit Aromatasehemmern;
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zur palliativen Behandlung rezidivierender, hoch differenzierter (G1/G2), Rezeptor-positiver En-dometriumkarzinome.
Die Anwendung von MEGESTAT zur Behandlung anderer neoplastischer Erkrankungen wird nicht empfohlen.
Soweit nicht anders verordnet, gilt folgendes Dosierungsschema:
Mammakarzinom:
1 Tablette MEGESTAT 160 mg täglich, entsprechend 160 mg Megestrolacetat.
Endometriumkarzinom:
Je nach Krankheitszustand ½-2 Tabletten MEGESTAT 160 mg täglich, entsprechend 80-320 mg Me-gestrolacetat.
Bei älteren Patienten muss die Dosis eventuell aufgrund von verschlechterter Leber- Nieren- oder Herzfunktion, Komedikation oder Komorbiditäten angepasst werden. Generell sollte bei älteren Pati-enten mit einer Dosis am unteren Ende der empfohlenen Dosis begonnen werden.
Art der Anwendung
Tabletten nach den Mahlzeiten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit einnehmen.
Dauer der Anwendung
Als ausreichend für die Feststellung der antineoplastischen Wirksamkeit ist eine zweimonatige unun-terbrochene MEGESTAT-Behandlung anzusehen. Bei dokumentierter Tumorregression sollte die Be-
handlung auch bei vollständiger Rückbildung des ursprünglich vorhandenen Tumors bis zum nachge-wiesenen Tumorprogress fortgeführt werden.
Bei rasch progredienten Tumoren sollte die Behandlung mit MEGESTAT abgebrochen werden.
MEGESTAT ist kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Megestrolacetat oder einem der sonstigen Bestandteile der Arzneimittel, sowie während Schwangerschaft und Stillzeit.
MEGESTAT soll nicht verabreicht werden bei schweren Leberfunktionsstörungen, Thrombophlebitis sowie thromboembolischen Krankheiten.
Frauen im gebärfähigen Alter sollten schwangerschaftsverhütende Maßnahmen treffen. Bei Patienten mit Thrombophlebitis in der Anamnese ist Vorsicht geboten.
Kinder:
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Megestrolacetat ist bei Kindern nicht belegt.
Die siebenjährige Anwendung von Megestrolacetat war bei weiblichen Hunden mit dem vermehrten Auftreten sowohl gutartiger als auch bösartiger Geschwülste der Brustdrüsen verbunden.
Ähnliche Studien mit Affen führten nicht zu einer erhöhten Tumorrate. Obwohl die klinische Bedeu-tung der Hundetumoren fragwürdig ist, sollten diese Befunde bei der Nutzen-Risiko-Abschätzung vor der Anwendung von MEGESTAT bedacht werden.
Gleiches gilt für die Überwachung der Patienten während der Behandlung.
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten MEGESTAT nicht einnehmen.
Für Gestagene sind u.a. folgende Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt, die auch bei der Anwendung von Megestrolacetat auftreten können:
Barbiturate sowie Rifampicin: beschleunigte Metabolisierung dieser Substanzen;
Antiepileptika wie Barbexaclon, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon: beschleunigte Metabolisierung dieser Substanzen;
Breitband-Antibiotika wie Ampicillin und Tetrazyklin: Schädigung der Darmflora, dadurch erniedrigte Plasmaspiegel und Wirkungsminderung von Megestrolacetat;
Antidiabetika: Veränderung der Glucosetoleranz.
In einer Pharmakokinetik-Studie mit HIV-Patienten ergaben sich keine Hinweise auf einen klinisch re-levanten Einfluss von Megestrolacetat auf die Zidovudin-Plasmakonzentration.
Frauen im gebärfähigen Alter sollten schwangerschaftsverhütende Maßnahmen treffen. MEGESTAT ist kontraindiziert während Schwangerschaft und Stillzeit.
Diverse Publikationen legen eine Assoziation von im ersten Trimester der Schwangerschaft gegebenen
Gestagenen und genitalen Missbildungen von männlichen und weiblichen Föten nahe. Das Risiko ei-ner Hypospadie bei männlichen Föten liegt bei 5-8 pro 1000 Geburten und kann nach Exposition mit Gestagenen doppelt so hoch sein. Es gibt nicht genug Daten bezüglich weiblicher Föten, die Gestage-
nen ausgesetzt waren, jedoch führen manche dieser Arzneimittel zu einer milden Virilisierung der Ge-nitalien weiblicher Föten.
Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: Sehr häufig (≥10 %)
Häufig (≥1 % - <10 %) Gelegentlich (≥0,1 % - <1 %) Selten (≥0,01 % - <0,1 %)
Sehr selten (<0,01 % oder unbekannt)
Die häufigste Nebenwirkung bei der Behandlung mit MEGESTAT ist eine Gewichtszunahme, die bei 81-88 % der Patienten auftritt. Diese Gewichtszunahme steht mit einem gesteigerten Appetit in Zu-sammenhang; sie beruht auf einer Zunahme der Fett- und Körperzellmasse und ist nicht unbedingt mit einer Flüssigkeitsretention verbunden.
Herzerkrankungen:
Sehr häufig: Blutdruckanstieg (bei 17-25 % der Patienten), sehr selten: Herzinsuffizienz.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:
Sehr häufig: Obstipation; häufig: Übelkeit/Erbrechen, Diarrhoe, Sodbrennen, Flatulenz.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege:
Häufig: erhöhte Urinausscheidungsfrequenz.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:
Sehr selten: Hautausschlag, Pruritus.
Leber- und Gallenerkrankung :
Sehr selten: Transaminasenerhöhung, intrahepatische Cholestase mit Ikterus.
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und Brustdrüse:
Vaginalblutungen, Entzugsblutungen, uterine Durchbruchsblutungen.
Allgemein:
Sehr häufig: Dyspnoe (bei 8-21 % der Patienten), milde Ödeme (bei 7-34 % der Patienten). Häufig: Störungen im Elektrolythaushalt, Muskelkrämpfe, Müdigkeit, Lethargie, Kopfschmerzen,
Schmerzen, Engegefühl der Brust, Hitzewallungen, Haarausfall, Karpaltunnelsyndrom. Thrombophle-bitis, Thrombose, Embolie, die im ungünstigsten Fall zu Myokardinfarkt, Apoplexie, Lungenembolie führen können.
Sehr selten: Stimmungsschwankungen, lokale Tumorschmerzen (mit oder ohne Hyperkalziämie), Schwindel, Nervosität, Tachypnoe, Hyperventilation, Schwäche.
Folgende Symptome, die auf eine Störung der Hypophysen-Nebennierenrinden-Regulation zurückzu-führen sind, wurden berichtet: Glucose-Intoleranz, Hyperglykämie, erstmaliges Auftreten von Diabe-tes, Verschlechterung eines bestehenden Diabetes, Cushing-Syndrom. Des Weiteren wurden sehr sel-ten Anzeichen für eine kurzfristige Beeinträchtigung der Nebennierenrindenfunktion nach plötzlichem Absetzen von MEGESTAT beobachtet. Laborbefunde weisen auf eine leichte Nebennierensuppression
hin, die möglicherweise auf der Glucocorticoid-ähnlichen Wirkung von Megestrolacetat beruht. Bei allen Patienten, die Megestrolacetat über einen längeren Zeitraum einnehmen oder bei denen Mege-strolacetat nach längerer Einnahme abrupt abgesetzt werden soll, sollte die Möglichkeit einer Beein-trächtigung der Nebennierenfunktion in Betracht gezogen werden. Die Substitution von Glucocorti-coiden kann in Stress-Situationen angezeigt sein.
Bei HIV-Patienten wurde über Impotenz während der Behandlung mit Megestrolacetat berichtet.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Bis zu einer Dosierung von 1600 mg über 6 oder mehr Monate traten keine anderen als die o.g. Ne-benwirkungen auf. Keine akuten Vergiftungserscheinungen wurden in den Studien beobachtet.
Berichte von Überdosierungen wurden nach der Zulassung von Megestat bekannt. Symptome von Überdosierungen sind z.B. Durchfälle, Übelkeit, Bauchschmerzen, Kurzatmigkeit, Husten, taumelnder Gang, Lustlosigkeit sowie Schmerzen in der Brust. Ein spezielles Antidot zu Megestat ist bisher nicht bekannt. Im Fall einer Überdosierung sind entsprechende unterstützende Maßnahmen zu ergreifen.
Pharmakologische Eigenschaften - Megestat® 160 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Zytostatisch wirksames Gestagen ATC-Code: L02AB01
Der Wirkmechanismus, durch den Megestrolacetat zu einer Rückbildung maligner Neoplasien führt, ist - ebenso wie derjenige anderer Gestagene - komplex und nicht vollständig geklärt.
Folgende Wirkungen wurden beobachtet:
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Megestrolacetat bindet sich an zytoplasmatische Progesteron-Rezeptoren. Nach Translokation des Megestrolacetat-Progesteron-Rezeptor-Komplexes in den Zellkern werden die RNA-Synthese und nachfolgend die Proteinsynthese gehemmt. Hierdurch kommt es u.a. zu einer Verarmung an zytoplasmatischen Östrogen-Rezeptoren, so dass Östrogene nicht mehr zu ihrem Zielmolekül, der DNA im Zellkern, gelangen und deshalb nicht mehr ihre DNA-abhängige Wirkung auf den Stoffwechsel und das Wachstum der Zelle entfalten können.
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Direkter Östrogen-unabhängiger, wachstumshemmender Effekt von Megestrolacetat.
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Hohe Affinität von Megestrolacetat zu Progesteron-Rezeptoren und deutliche Affinität zu Andro-gen- und Glucocorticoid-Rezeptoren.
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Megestrolacetat vermindert die hypophysäre FSH-Ausschüttung und damit die Östrogen-Synthese im Ovar bzw. die Androgen-Synthese der Hoden.
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Aufhebung des wachstumsstimulierenden Effektes von Östrogen bei Hormon-Rezeptor positiven Zelllinien durch Megestrolacetat.
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Megestrolacetat reduziert den hypophysären LH-Gehalt und die LH-Sekretion.
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Megestrolacetat vermindert im Tierversuch den hypophysären Prolaktin-Gehalt und die Prolak-tin-Ausschüttung.
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Megestrolacetat reduziert im Tierversuch den hypophysären ACTH-Gehalt und die ACTH-Ausschüttung.
MEGESTAT wird nahezu vollständig resorbiert. Nach einmaliger oraler Verabreichung von Mege-strolacetat werden die maximalen Plasmaspiegel nach 2-3 Stunden erreicht. Die Höhe des Plasmaspie-gels ist dosisabhängig, jedoch nicht direkt proportional.
Die Eliminationshalbwertszeit liegt zwischen 15 und 20 Stunden.
Nach wiederholter Einnahme von Megestrolacetat werden innerhalb von 3 Tagen Plasmaspiegel er-reicht, die etwa 90 % der Steady-state-Konzentration betragen.
Die Metabolisierung erfolgt in der Leber. Die 7-Tage-Urin-Recovery beträgt 56-78 %; in demselben Zeitraum werden 8-30 % der verabreichten Wirkstoffmenge in den Faeces gefunden.
Pharmazeutische Angaben - Megestat® 160 mg
Lactose-Monohydrat mikrokristalline Cellulose
Poly(O-carboxymethyl)stärke-Natriumsalz Povidon-K30
hochdisperses Siliciumdioxid Magnesiumstearat
Faltschachteln mit 28, 30 oder 84 Tabletten in Blisterpackungen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.