Capros 100 mg Hartkapsel, retardiert
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Capros 100 mg
Behandlungsziele und Absetzen der Behandlung
Vor Beginn der Behandlung mit Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg sollte eine Behandlungsstrategie, einschlief3lich Behandlungsdauer und Behandlungszielen sowie ein Plan fi.r das Behandlungsende gemeinsam mit dem Patienten und in Ubereinstimmung mit den Leitlinien zum Schmerzmanagement vereinbart werden. Wahrend der Behandlung sollte ein haufiger Kontakt zwischen Arzt und Patient stattfinden, um die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung zu beurteilen, die Beendigung der Behandlung in Erwagung zu ziehen und die Dosis bei Bedarf anzupassen. Wenn ein Patient die Behandlung mit Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg nicht mehr benotigt, kann es ratsam sein, die Dosis schrittweise zu reduzieren, um Entzugserscheinungen zu vermeiden. Bei fehlender adaquater Schmerzkontrolle sollte die Moglichkeit einer Hyperalgesie, einer Gewohnung (Toleranz) und einer Progression der zugrundeliegenden Erkrankung in Erwagung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Dosierung
Initial wird die Behandlung mit einem nicht retardierten Morphin (Tablette oder Losung) begonnen, um diejenige Dosis zu ermitteln, mit der eine angemessene Schmerzkontrolle erzielt wird. Danach wird der Patient auf die entsprechende Tagesdosis Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg umgestellt. Weiter bestehende Schmerzen (Durchbruchschmerzen) sind mit einer unretardierten Darreichungsform von Morphin (Tablette oder Losung) zu behandeln.
Retardiertes Morphin wird in der Regel in einem 12-Stunden-Intervall eingenommen. Dabei hangt die Dosierung von der Schwere der Schmerzen sowie vom Alter des Patienten und dessen bisherigem Analgetikabedarf ab.
Erwachsene und Jugendliche aЬ 12 Jahren:
1 Hartkapsel, retardiert Capros 10 mg 2-mal taglich (entsprechend 15 mg Morphin/Tag). 1 Hartkapsel, retardiert Capros 30 mg 2-mal taglich (entsprechend 45 mg Morphin/Tag). 1 Hartkapsel, retardiert Capros 60 mg 2-mal taglich (entsprechend 90 mg Morphin/Tag).
1 Hartkapsel, retardiert Capros 100 mg 2-mal taglich (entsprechend 150 mg Morphin/Tag).
LeЬer- oder Nierenfunktionsstдrungen
Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstorungen sowie bei Verdacht auf verzogerte Magen-Darm-Passage soll Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg besonders vorsichtig dosiert werden.
.ltere Рatienten
Patienten im hoheren Lebensalter (im Regelfall ab 75 Jahren) und Patienten mit schlechtem korperlichem Allgemeinzustand konnen empfindlicher auf Morphin reagieren. Daher ist darauf zu achten, dass die Dosiseinstellung vorsichtiger erfolgt und/oder langere Dosisintervalle zu wahlen sind. Ggf. ist auf geringere Wirkstoffstarken auszuweichen.
Kinder
Fi.r Kinder unter 12 Jahren ist Capros 100 mg im Allgemeinen nicht geeignet, da der Wirkstoffgehalt zu hoch ist.
Dari.ber hinaus liegen zur Anwendung von Dosisstarken mit weniger als 100 mg Morphin bei Kindern unter 12 Jahren keine ausreichend dokumentierten Erfahrungen vor.
Besondere Нinweise zur Dosiseinstellung:
Zur ersten Dosiseinstellung sollten schnell freisetzende Morphinzubereitungen genutzt werden. Fi.r eine Neueinstellung der Dosis kommen ggf. Darreichungsformen mit geringerem Wirkstoffgehalt zur Anwendung, eventuell auch zusatzlich zu einer bestehenden Therapie mit Retardtabletten.
Patienten, die von einer parenteralen Morphintherapie auf Morphin Retardtabletten umgestellt werden, mi.ssen unter Beri.cksichtigung der individuell unterschiedlichen Empfindlichkeit vorsichtig behandelt werden, d.h. der Tagesbedarf darf nicht i.berschatzt werden.
Patienten mit schweren Schmerzen sollten im Regelfall mit 10 – 30 mg Morphinsulfat / Morphinhydrochlorid alle 12 Stunden beginnen, wobei Patienten mit geringem Korpergewicht (< 70 kg KG) eine niedrige Initialdosis benotigen.
Bei sich verstarkender Schmerzsymptomatik ist eine hohere Morphindosis erforderlich. Individuell optimal eingestellt ist die Dosierung dann, wenn ohne Nebenwirkungen, bzw. wenn diese zu vertreten sind, fi.r die Dauer von 12 Stunden Schmerzlinderung erzielt wird.
Grundsatzlich sollte eine ausreichend hohe Dosis gegeben werden und gleichzeitig die im Einzelfall kleinste schmerzlindernd wirksame Dosis angestrebt werden.
Bei der Behandlung chronischer Schmerzen ist der Dosierung nach einem festen Zeitplan der Vorzug zu geben.
Bei Patienten, die einer anderen zusatzlichen Schmerztherapie (z. B. Operation, Plexusblockade) unterzogen werden, ist nach der Maf3nahme die Dosis neu einzustellen.
Art der Anwendung
Die Hartkapseln, retardiert, sind unzerkaut, unzerkleinert und ungeteilt mit ausreichend Fli.ssigkeit – unabhangig von den Mahlzeiten – einzunehmen, wobei sich die Einnahme morgens und abends empfiehlt.
Bei allen Patienten, die die Kapsel nicht schlucken konnen, kann der Inhalt der geoffneten Kapsel mit einer kleinen Menge Joghurt, Apfelmus, Marmelade eingeri.hrt oder i.ber Sonden (Durchmesser
≥ 16 FG) verabreicht werden. Die Mischung sollte spatestens 30 Minuten nach der Zubereitung gefolgt von 30 –50 ml Wasser gegeben werden. Die Ki.gelchen selbst di.rfen nicht gekaut oder zerdri.ckt werden.
Der Mund sollte ausgespi.lt werden, um sicher zu sein, dass der gesamte Kapselinhalt geschluckt worden ist.
Behandlungsdauer
Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg sollte nicht langer als notwendig angewendet werden.
Uber die Dauer der Behandlung entscheidet der Arzt in Abhangigkeit von den Schmerzbeschwerden. Wenn entsprechend Art und Schwere der Erkrankung eine langer dauernde Schmerzbehandlung mit Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg erforderlich erscheint, sollte eine sorgfaltige und in kurzen Abstanden regelmaf3ige Uberpri.fung erfolgen (ggf. durch Anwendungspausen), ob und inwieweit ein medizinisches Erfordernis weiter besteht. Gegebenenfalls ist auf geeignetere Darreichungsformen auszuweichen. Bei chronischen Schmerzzustanden ist einem festen Dosierungsschema der Vorzug zu geben.
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Uberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
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Ileus
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akutes Abdomen
Eine besonders sorgfaltige arztliche Uberwachung und ggf. Dosisreduktion ist erforderlich bei:
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Abhangigkeit von Opioiden,
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Bewusstseinsstorungen,
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Krankheitszustanden, bei denen eine Storung des Atemzentrums und der Atemfunktion vorliegt oder vermieden werden muss,
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Cor pulmonale,
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Zustanden mit erhohtem Hirndruck, wenn nicht eine Beatmung durchgefi.hrt wird,
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Hypotension bei Hypovolamie,
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Prostatahyperplasie mit Restharnbildung (Gefahr der Blasenruptur durch Harnverhalten),
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Harnwegsverengungen oder Koliken der Harnwege,
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Gallenwegserkrankungen,
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obstruktiven und entzi.ndlichen Darmerkrankungen,
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Phaochromozytom,
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Pankreatitis,
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Beeintrachtigung der Nierenfunktion,
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Beeintrachtigung der Leberfunktion,
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Hypothyreose,
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epileptischen Anfallsleiden oder erhohter Neigung zu Krampfanfallen.
Schlafbezogene Atemstorungen
Opioide konnen schlafbezogene Atemstorungen, einschlief3lich zentraler Schlafapnoe und schlafbezogener Hypoxamie, verursachen. Die Anwendung von Opioiden geht mit einer dosisabhangigen Erhohung des Risikos fi.r eine zentrale Schafapnoe einher. Bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe sollte eine Reduzierung der Gesamtopioiddosis in Betracht gezogen werden.
Schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen
In Verbindung mit Morphinbehandlung wurde i.ber akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), die lebensbedrohlich oder todlich sein kann, berichtet. Die meisten dieser Reaktionen traten innerhalb der ersten 10 Behandlungstage auf. Die Patienten sollten i.ber die Anzeichen und Symptome von AGEP informiert und darauf hingewiesen werden, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, falls bei ihnen solche Symptome auftreten.
Falls Anzeichen und Symptome auftreten, die auf diese Hautreaktionen hinweisen, sollte Morphin abgesetzt und eine alternative Behandlung in Betracht gezogen werden.
Akutes Thorax-Syndrom (ATS) bei Patienten mit Sichelzellkrankheit (SZK)
Aufgrund eines moglichen Zusammenhangs zwischen ATS und der Anwendung von Morphin bei SZK-Patienten, die wahrend einer vasookklusiven Krise mit Morphin behandelt werden, ist eine engmaschige Uberwachung auf ATS-Symptome angezeigt.
Leber- und Gallenerkrankungen
Morphin kann eine Funktionsstorung und einen Spasmus des Sphincter Oddi verursachen, wodurch der intrabiliare Druck zunimmt und das Risiko fi.r Gallenwegsymptome und Pankreatitis steigt.
Verminderte Spiegel von Sexualhormonen und erhohte Prolaktin-Konzentrationen
Die Langzeitanwendung von Opioidanalgetika kann mit verminderten Spiegeln von Sexualhormonen und erhohten Prolaktin-Konzentrationen einhergehen. Zu den Symptomen zahlen verminderte Libido, Impotenz oder Amenorrho.
Insbesondere bei hohen Dosen kann Hyperalgesie auftreten, die nicht auf eine weitere Erhohung der Morphindosis anspricht. Eine Reduzierung der Morphindosis oder eine Umstellung des Opioids kann erforderlich sein.
Risiko durch gleichzeitige Anwendung von Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln
Die gleichzeitige Anwendung von Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg und Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod fi.hren. Aufgrund dieser Risiken sollte eine gleichzeitige Verordnung mit diesen Sedativa Patienten vorbehalten sein, fi.r die keine alternativen Behandlungsoptionen infrage kommen. Wenn die Entscheidung getroffen wird, Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg gleichzeitig mit Sedativa zu verordnen, sollte die niedrigste wirksame Dosis angewendet werden und die Behandlungsdauer so kurz wie moglich sein.
Die Patienten sind engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und Sedierung zu i.berwachen. Diesbezi.glich wird dringend empfohlen, Patienten und ihre Betreuungspersonen anzuweisen, auf diese Symptome zu achten (siehe Abschnitt 4.5).
Die Morphin-Plasmakonzentrationen konnen durch Rifampicin reduziert werden. Die analgetische Wirkung von Morphin sollte wahrend und nach der Behandlung mit Rifampicin i.berwacht und die Dosierungen von Morphin angepasst werden.
Thrombozytenhemmung mit oralen P2У12-Inhibitoren
Eine verminderte Wirksamkeit der P2У12-Inhibitor-Therapie wurde innerhalb des ersten Tages einer gemeinsamen Behandlung mit P2У12-Inhibitoren und Morphin festgestellt (siehe Abschnitt 4.5).
Um die Retardierung der in den Kapseln enthaltenen Granula nicht zu beeintrachtigen, mi.ssen die Kapseln bzw. ihr Inhalt als Ganzes geschluckt werden und di.rfen nicht zerteilt, zerkaut oder zerrieben werden. Die Anwendung zerteilter, zerkauter oder zerriebener Granula fi.hrt zu einer schnellen Wirkstofffreisetzung und zur Resorption einer moglicherweise letalen Dosis von Morphin (siehe Abschnitt 4.9).
Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg ist nur fi.r den oralen Gebrauch bestimmt. Eine missbrauchliche parenterale Verabreichung von Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg kann wegen der sonstigen Bestandteile zu schwerwiegenden, potentiell letalen unerwi.nschten Ereignissen (z. B. Lungengranulomen) fi.hren.
Eine Atemdepression ist die bedeutsamste Gefahrdung einer Opioidi.berdosierung.
Bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol und Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg konnen vermehrt Nebenwirkungen von Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg auftreten. Die gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden.
Morphin hat ein Missbrauchspotenzial, das mit dem anderer starker Opioidagonisten vergleichbar ist, und sollte bei Patienten mit Alkohol- oder Drogenmissbrauch in der Anamnese mit besonderer Vorsicht angewendet werden.
Opioidgebrauchsstorung (Missbrauch und Abhangigkeit)
Bei wiederholter Anwendung von Opioiden wie Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg konnen sich eine Toleranz und eine korperliche und/oder psychische Abhangigkeit entwickeln.
Die wiederholte Anwendung von Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg kann zu einer Opioidgebrauchsstorung (Opioid use disorder, OUD) fi.hren. Eine hohere Dosis und langere Dauer der Opioidbehandlung kann das Risiko erhohen, eine Opioidgebrauchsstorung zu entwickeln. Durch Missbrauch oder absichtliche Falschanwendung von Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg kann es zu einer Uberdosierung und/oder zum Tod kommen. Das Risiko, eine Opioidgebrauchsstorung zu entwickeln, ist bei Patienten mit einer Substanzgebrauchsstorung (einschlief3lich Alkoholgebrauchsstorung) in der personlichen oder familiaren Vorgeschichte (Eltern oder Geschwister), bei Rauchern oder bei Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen in der personlichen Vorgeschichte (z. B. Major Depression, Angststorungen und Personlichkeitsstorungen) erhoht.
Vor Beginn der Behandlung mit Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg und wahrend der Behandlung sollten die Behandlungsziele und ein Plan zum fi.r die Beendigung der Behandlung mit dem Patienten vereinbart werden (siehe Abschnitt 4.2). Vor und wahrend der Behandlung der sollte Patient auf3erdem i.ber die Risiken und Anzeichen einer Opioidgebrauchsstorung aufgeklart werden. Den Patienten sollte geraten werden, sich bei Auftreten dieser Anzeichen mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen.
Die Patienten mi.ssen auf Anzeichen eines Suchtverhaltens (drug-seeking behaviour) i.berwacht werden (z. B. zu fri.he Nachfrage nach Folgerezepten). Hierzu gehort auch die Uberpri.fung der gleichzeitigen Anwendung von Opioiden und psychoaktiven Arzneimitteln (wie Benzodiazepine). Bei Patienten mit Anzeichen und Symptomen einer Opioidgebrauchsstorung sollte die Konsultation eines Suchtspezialisten in Betracht gezogen werden.
Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg wird praoperativ und innerhalb 24 Stunden postoperativ wegen des gegeni.ber Nichtoperierten in der postoperativen Phase hoheren Risikos eines Ileus oder einer Atemdepression nicht empfohlen.
Aufgrund der analgetischen Wirkung von Morphin konnen schwerwiegende intraabdominelle Komplikationen wie eine Darmperforation maskiert werden.
Nebenniereninsuffizienz
Opioid-Analgetika konnen eine reversible Nebenniereninsuffizienz verursachen, die eine Uberwachung und eine Ersatztherapie mit Glukokortikoiden erfordert. Symptome einer Nebenniereninsuffizienz konnen z. B. Ubelkeit, Erbrechen, Appetitverlust, Erschopfung, Schwache, Schwindelgefi.hl oder niedriger Blutdruck sein.
Bei bestehender Nebennierenrindeninsuffizienz (z. B. Morbus Addison) sollte die Plasmakortisolkonzentration kontrolliert und gegebenenfalls Kortikoide substituiert werden.
Obstipation tritt unter einer Morphinbehandlung sehr haufig auf. Liegen schon vor Beginn der Einnahme von Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg Probleme mit dem Stuhlgang vor, sollte von Anfang an ein Abfi.hrmittel eingenommen warden.
Wegen der mutagenen Eigenschaften von Morphin sollte dieser Wirkstoff Mannern und Frauen im zeugungs- bzw. gebarfahigen Alter nur dann verabreicht werden, wenn eine wirksame Verhi.tung sichergestellt ist (siehe Abschnitt 4.6)
Die Anwendung von Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen fi.hren.
Patienten mit der seltenen hereditaren Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg nicht einnehmen.
Folgende Wechselwirkungen dieses Arzneimittels mi.ssen beachtet werden: Sedativa und andere zentral dampfend wirkende Arzneimittel:
Morphin sollte mit Vorsicht bei Patienten angewendet werden, die gleichzeitig andere das Zentralnervensystem dampfende Mittel, einschlief3lich Sedativa oder Hypnotika, Allgemeinanasthetika, Phenothiazinen, andere Beruhigungsmittel, Muskelrelaxanzien, Antihypertensiva, Gabapentin oder Pregabalin und Alkohol, erhalten. Wechselwirkungen, die zu Atemdepression, Hypotonie, starker Sedierung oder Koma fi.hren, konnen auftreten, wenn diese Arzneimittel in Kombination mit den i.blichen Dosen von Morphin angewendetwerden.
Alkohol kann die pharmakodynamischen Effekte von Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg verstarken. Die gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4).
Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung (z. B. Psychopharmaka, Antihistaminika, Antiemetika, Arzneimittel bei Morbus Parkinson) konnen anticholinerge Nebenwirkungen von Opioiden verstarken (z. B. Obstipation, Mundtrockenheit oder Storungen beim Wasserlassen).
Durch Cimetidin und andere den Leberstoffwechsel belastende Arzneimittel konnen durch Hemmung des Abbaus erhohte Plasmakonzentrationen von Morphin auftreten.
Durch Morphin kann die Wirkung von Muskelrelaxantien verstarkt werden.
Bei Vorbehandlung von Patienten mit bestimmten Antidepressiva (MAO-Hemmstoffen) innerhalb der letzten 14 Tage vor der Opioid-Anwendung sind lebensbedrohende Wechselwirkungen auf Zentralnervensystem, Atmungs- und Kreislauffunktion mit Pethidin beobachtet worden. Dies ist auch mit Morphin nicht auszuschlief3en.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin kann es zu einer Abschwachung der Morphinwirkung kommen.
Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom, die mit Morphin behandelt wurden, wurde eine verzogerte und verringerte Exposition gegeni.ber oralen P2У12-Inhibitoren zur Thrombozytenhemmung beobachtet. Diese Wechselwirkung konnte mit einer verminderten gastrointestinalen Motilitat
zusammenhangen und besteht auch bei anderen Opioiden. Die klinische Relevanz ist nicht bekannt, aber Daten zeigen das Potenzial fi.r eine verminderte Wirksamkeit von P2У12-Inhibitoren bei Patienten, denen Morphin und ein P2У12-Inhibitor gleichzeitig verabreicht wurde (siehe Abschnitt 4.4). Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom, bei denen auf den Einsatz von Morphin nicht verzichtet werden kann und eine schnelle P2У12-Hemmung als entscheidend erachtet wird, kann der Einsatz eines parenteralen P2У12-Inhibitors erwogen werden.
Fertilittit
In tierexperimentellen Studien wurde gezeigt, dass Morphin die Fertilitat reduzieren kann (siehe Abschnitt 5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit).
Schwangerschaft
Beim Menschen liegen keine ausreichenden Daten vor, die die Bewertung eines moglichen teratogenen Risikos erlauben wi.rden. Uber einen moglichen Zusammenhang mit einer erhohten Haufigkeit von Leistenbri.chen wurde berichtet. Morphin passiert die Plazentaschranke.
Untersuchungen an Tieren zeigten ein Schadigungspotenzial fi.r die Nachkommen wahrend der gesamten Dauer der Trachtigkeit (siehe Abschnitt 5.3). Morphin darf daher in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Nutzen fi.r die Mutter das Risiko fi.r das Kind klar i.berwiegt.
Wegen der mutagenen Eigenschaften von Morphin sollte es Mannern und Frauen im zeugungs- und gebarfahigen Alter nur dann verabreicht werden, wenn eine wirksame Verhi.tung sichergestellt ist. Neugeborene, deren Mi.tter wahrend der Schwangerschaft Opioidanalgetika erhalten haben, sollten auf Anzeichen eines neonatalen Entzugs (Abstinenzsyndrom) i.berwacht werden. Die Behandlung kann ein Opioid und untersti.tzende Behandlung umfassen.
EntЬindung
Morphin kann die Dauer der Wehentatigkeit verlangern oder verki.rzen. Neugeborene, deren Mi.tter wahrend der Entbindung Opioidanalgetika erhalten, sollten auf Anzeichen einer Atemdepression oder eines Entzugssyndroms i.berwacht und gegebenenfalls mit einem spezifischen Opioidantagonisten behandelt werden.
Stillzeit
Morphin wird in die Muttermilch ausgeschieden und erreicht dort hohere Konzentrationen als im mi.tterlichen Plasma. Da beim Saugling klinisch relevante Konzentrationen erreicht werden konnen, ist vom Stillen abzuraten.
Morphin kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermogen so weit verandern, dass die Fahigkeit zur aktiven Teilnahme am Straf3enverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeintrachtigt oder nicht mehr gegeben ist.
Dies ist insbesondere bei Behandlungsbeginn, Dosiserhohung und Praparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol oder der Einnahme von Beruhigungsmitteln zu erwarten.
Die Beurteilung der jeweils individuellen Situation ist durch den behandelnden Arzt vorzunehmen. Bei einer stabilen Therapie ist ein generelles Fahrverbot nicht zwingend erforderlich.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Haufigkeitsangaben zugrunde gelegt: Sehr haufig ≥ 1/10
Haufig ≥ 1/100 bis < 1/10
Gelegentlich ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Selten ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Sehr selten < 1/10.000
Nicht bekannt Haufigkeit auf Grundlage der verfi.gbaren Daten nicht abschatzbar
| Organklasse | Нaufigkeit |
| Erkrankungen des Immunsystems | Nicht Ьekannt:Anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen |
| Endokrine Erkrankungen | Sehr selten:Syndrom der inadaquaten ADH-Sekretion (SIADH; Leitsymptom: Hyponatriamie) |
| Psychiatrische Erkrankungen | Sehr htiufig:Stimmungsveranderungen, meist Euphorie aber auch DysphorieНtiufig:Veranderungen der Aktiviertheit (meist Dampfung, aber auch Steigerung oder Erregungszustande), Schlaflosigkeit und Veranderungen der kognitiven und sensorischen Leistungsfahigkeit (z. B. Denkstorungen, Wahrnehmungsstorungen/Halluzinationen, Verwirrtheit)Sehr selten:Abhangigkeit (siehe auch Abschnitt 4.4), Verminderung der Libido oder Potenzschwache. |
| Erkrankungen des Nervensystems | Нtiufig:Kopfschmerzen, SchwindelSehr selten:Tremor, unwillki.rliches Muskelzucken, epileptische Krampfanfalle, Hyperalgesie oder Allodynie (dosisabhangig) (siehe Abschnitt 4.4Nicht Ьekannt:Sedierung von leichter Mi.digkeit bis zur Benommenheit (dosisabhangig), Hyperhidrose |
| Augenerkrankungen | Sehr htiufig:PupillenverengungSehr selten:Verschwommenes Sehen, Doppeltsehen und Augenzittern |
| Herzerkrankungen | Gelegentlich:Klinisch bedeutsamer Abfall als auch Anstieg von Blutdruck und HerzfrequenzNicht Ьekannt:Gesichtsrotungen, Herzklopfen, allgemeine Schwache bis hin zum Ohnmachtsanfall, Herzversagen |
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | Selten:BronchospasmenSehr selten:DyspnoeNicht Ьekannt:Atemdampfung (dosisabhangig), nicht-kardiogen bedingte Lungenodeme (bei intensivmedizinischbehandelten Patienten), Zentrales Schlafapnoe-Syndrom |
| Organklasse | Нaufigkeit |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Sehr htiufig:Verstopfung (bei Dauerbehandlung)Нtiufig:Erbrechen (besonders zu Beginn der Behandlung), Appetitlosigkeit, Dyspepsie, GeschmacksveranderungenSelten:Erhohung der Pankreasenzyme bzw. PankreatitisSehr selten:Darmverschluss, BauchschmerzenNicht Ьekannt:Ubelkeit und Mundtrockenheit (beides dosisabhangig) |
| Leber- und Gallenerkrankungen | Selten:GallenkolikenSehr selten:Erhohung leberspezifischer EnzymeNicht Ьekannt:Spasmus des Sphincter Oddi |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes | Нtiufig:Schwitzen, Uberempfindlichkeitsreaktionen wie Urticaria, PruritusSehr selten:Andere Hautausschlage wie Exantheme und periphere Odeme (bilden sich nach Absetzen zuri.ck)Nicht Ьekannt:Akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP) |
| Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen | Sehr selten:Muskelkrampfe, Muskelstarre |
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | Нtiufig:Storungen bei der BlasenentleerungSelten:Nierenkoliken |
| Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdri.se | Sehr selten:Amenorrhoe |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Selten:Entzugserscheinungen (Abstinenzsyndrom)Sehr selten:Asthenie, Unwohlsein, Schi.ttelfrost, Zahnveranderungen, wobei jedoch ein ursachlicher Zusammenhang zur Morphin-Therapie nicht hergestellt werden konnteNicht Ьekannt:Toleranzentwicklung |
Arzneimittelabhangigkeit
Die wiederholte Anwendung von Capros 10 / 30 / 60 / 100 mg kann, auch in therapeutischen Dosen, zu einer Arzneimittelabhangigkeit fi.hren. Das Risiko fi.r eine Arzneimittelabhangigkeit kann je nach individuellen Risikofaktoren des Patienten, Dosierung und Dauer der Opioidbehandlung variieren (siehe Abschnitt 4.4).
Entzugserscheinungen (Abstinenzsyndrom)
Wenn die Gabe von Opioiden abrupt abgesetzt wird oder eine Gabe von Opioidantagonisten erfolgt, kann ein Abstinenzsyndrom ausgelost werden; es kann in manchen Fallen auch zwischen den Dosen auftreten. Behandlungsempfehlungen, siehe Abschnitt 4.4.
Zu den korperlichen Entzugssymptomen gehoren: Korperschmerzen, Tremor, RestlessLegsSyndrom, Diarrho, Bauchkolik, Ubelkeit, grippeahnliche Symptome, Tachykardie und Mydriasis. Psychische Symptome sind unter anderem dysphorische Stimmung, Angst und Reizbarkeit.
Arzneimittelabhängigkeit geht häufig mit „Drogenhunger“ einher.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grof3er Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels.
Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fi.r Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Symptome der lntoxikation
Da die Empfindlichkeit auf Morphin individuell stark schwankt, konnen Intoxikationserscheinungen beim Erwachsenen ab Einzeldosen auftreten, die einer subkutanen und intravenosen Gabe von ca.
30 mg entsprechen. Bei Karzinompatienten werden diese Werte oft i.berschritten, ohne gravierende Nebenwirkungen hervorzurufen.
Die Opiatvergiftung auf3ert sich durch die Trias: Miosis, Atemdepression und Koma: Die Pupillen sind zunachst stecknadelkopfgrof3. Bei starker Hypoxie dilatieren sie jedoch. Die Atmung ist stark reduziert (bis auf 2 – 4 Atemzi.ge pro Minute). Der Patient wird zyanotisch.
Uberdosierung mit Morphin fi.hrt zu Benommenheit, Aspirationspneumonie und Stupor bis hin zum Koma. Der Blutdruck bleibt zunachst normal, fallt jedoch bei fortschreitender Intoxikation rapide ab. Anhaltender Blutdruckabfall kann in einen Schockzustand i.bergehen. Tachykardie, Bradykardie und Rhabdomyolyse konnen auftreten. Die Korpertemperatur fallt ab. Die Skelettmuskulatur wird relaxiert, gelegentlich konnen, insbesondere bei Kindern, generalisierte Krampfe auftreten. Es kann zu Todesfallen aufgrund von Atemversagen oder durch Komplikationen wie pulmonales Odem kommen.
Therapie von lntoxikationen
Bei bewusstlosen Patienten mit Atemstillstand sind Beatmung, Intubation und die intravenose Gabe eines Opiatantagonisten (z. B. 0,4 mg Naloxon i.v.) angezeigt. Bei anhaltender Ateminsuffizienz muss die Einzeldosis 1 – 3-mal in dreimini.tigen Abstanden wiederholt werden, bis die Atemfrequenz normalisiert ist und der Patient auf Schmerzreize reagiert.
Strenge Uberwachung (mind. 24 Stunden) ist notwendig, da die Wirkung des Opiatantagonisten ki.rzer ist als die des Morphins, so dass mit einem erneuten Auftreten der Ateminsuffizienz gerechnet werden muss.
Die Dosis des Opiatantagonisten betragt bei Kindern pro Einzeldosis 0,01 mg pro kg Korpergewicht. Ferner konnen Maf3nahmen zum Schutz vor Warmeverlusten und zur Volumentherapie erforderlich sein.
PНARMAKOLOGISCНE EIGENSCНAFTEN
Pharmakologische Eigenschaften - Capros 100 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Opioide, ATC-Code: N02AA01
Morphin ist ein Phenantren-Alkaloid aus Schlafmohn (Рapaver somniferum) mit opiatagonistischen Eigenschaften. Es zeigt eine ausgepragte Affinitat zu µ-Rezeptoren.
Zentrale Wirkungen
Morphin wirkt analgetisch, antitussiv, sedierend, tranquillisierend, atemdepressiv, miotisch, antidiuretisch, emetisch und antiemetisch (Spateffekt) und geringgradig blutdruck- und herzfrequenzsenkend.
Рeriphere Wirkungen
Obstipation, Kontraktion der Sphinkteren im Bereich der Gallenwege, Steigerung des Tonus der Harnblasenmuskulatur und des Blasenschlief3muskels, Verzogerung der Magenentleerung durch Pyloruskonstriktion, Hautrotung, Urtikaria und Juckreiz durch Histaminfreisetzung sowie bei Asthmatikern Bronchospasmus, Beeinflussung der hypophysar-hypothalamischen Achse und damit Beeinflussung der Hormonwirkung von Kortikoiden, Sexualhormonen, Prolaktin und antidiuretischem Hormon. Eine Manifestation klinischer Symptome aufgrund dieser Hormonveranderungen kann moglich sein.
Der Wirkungseintritt nach oraler Applikation erfolgt nach 30 – 90 Minuten. Die Wirkdauer betragt ca. 4 – 6 Stunden und ist bei retardierter Wirkstofffreisetzung erheblich verlangert.
Der Wirkungseintritt nach intramuskularer oder subkutaner Applikation erfolgt nach 15 – 30 Minuten, nach intravenoser Gabe in wenigen Minuten. Die Wirkdauer betragt unabhangig von diesen Applikationsarten ca. 4 – 6 Stunden. Nach epiduraler und intrathekaler Gabe sind lokal begrenzte analgetische Wirkungen bereits nach wenigen Minuten nachweisbar. Die Wirkdauer betragt bei epiduraler Anwendung ca. 12 Stunden und geht bei intrathekaler Gabe noch dari.ber hinaus.
ln vitro- und Tierstudien zeigen unterschiedliche Effekte nati.rlicher Opioide, wie Morphin, auf Komponenten des Immunsystems. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist nicht bekannt.
Morphin wird nach oraler Applikation relativ rasch – vorwiegend aus dem oberen Di.nndarm und geringfi.gig auch aus dem Magen – resorbiert. Die geringe absolute Bioverfi.gbarkeit (20% – 40%) ist auf einen ausgepragten First-Pass-Effekt zuri.ckzufi.hren.
Cmax wird nach oraler Einnahme von einer 60 mg Retardtablette (bei Probanden) nach durchschnittlich 2,3 ± 1,1 Stunden erreicht. Morphin wird zu ca. 20 – 35% an Plasmaproteine, bevorzugt an die Albuminfraktion, gebunden.
Das Verteilungsvolumen von Morphin wird mit 1,0 – 4,7 l/kg nach i.v. Einmalgabe von 4 - 10 mg angegeben. Hohe Gewebekonzentrationen findet man in der Leber, Niere, im Gastrointestinaltrakt und im Muskel. Morphin i.berwindet die Blut-Hirnschranke.
Morphin wird vorwiegend in der Leber, aber auch im Darmepithel metabolisiert. Der wesentliche Schritt ist die Glucuronidierung der phenolischen Hydroxylgruppe mittels der hepatischen
UDP-Glukuronyltransferase und N-Demethylierung.
Hauptmetabolite sind vor allem Morphin-3-glucuronid und in geringerer Menge Morphin-6-glucuronid. Auf3erdem entstehen unter anderem Sulfatkonjugate sowie oxidative
Stoffwechselprodukte wie Normorphin, Morphin-N-oxid und ein in 2-Stellung hydroxiliertes Morphin. Die Halbwertszeit der Glucuronide ist erheblich langer als die des freien Morphins. Das Morphin-6-glucuronid ist biologisch wirksam. Es ist moglich, dass eine verlangerte Wirkung bei Patienten mit Niereninsuffizienz auf diesen Metaboliten zuri.ckzufi.hren ist.
Im Harn werden nach oraler oder parenteraler Applikation ca. 80 % des verabreichten Morphins wieder gefunden (10 % unverandertes Morphin, 4 % Normorphin und 65 % als Glucuronide, davon Morphin-3-glucuronid : Morphin-6-glucuronid [10 : 1]). Die Eliminationshalbwertszeit von Morphin unterliegt grof3en interindividuellen Schwankungen. Sie liegt nach parenteraler Gabe durchschnittlich zwischen 1,7 und 4,5 Stunden, gelegentlich wurden auch Werte um 9 Stunden gefunden. Etwa 10 % der Morphin-Glucuronide werden i.ber die Galle mit den Faeces ausgeschieden.
Pharmazeutische Angaben - Capros 100 mg
Maisstarke, Macrogol 4000, Ethylcellulose, Natriumdodecylsulfat, Hexadecan-1-ol, Dibutyldecandioat, Talkum, Sucrose, Gelatine, Farbstoffe: Capros 10 mg: E 104, E 127, E 132, E 171;
Capros 30 mg: E 132, E 171; Capros 60 mg:E 132, E 171; Capros 100 mg: E 132, E 171
InkompatiЬilitaten
Nicht zutreffend.
Dauer der НaltЬarkeit
3 Jahre.
Besondere Vorsichtsma6nahmen fiir die AufЬewahrung
Nicht i.ber 25 °C lagern.
In der Originalpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schi.tzen.
Packungen mit
20 Hartkapseln, retardiert
50 Hartkapseln, retardiert
100 Hartkapseln, retardiert
100 Hartkapseln, retardiert (Klinikpackung)
Besondere Vorsichtsma6nahmen fiir die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.
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