Jarsin® 300 mg, überzogene Tabletten
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Verschreibungseinschränkungen
Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Ja
Darreichungsform
Hersteller
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Fachinfo - Jarsin® 300 mg
Soweit nicht anders verordnet, nehmen Erwachsene und Heranwachsende über 12 Jahre 3-mal täglich 1 überzogene Tablette ein.
Die überzogenen Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) morgens, mittags und abends zu den Mahlzeiten eingenommen.
Erfahrungsgemäß ist eine Einnahmedauer von 4 bis 6 Wochen bis zur deutlichen Besserung der Symptome erforderlich. Wenn die Symptome nach 4 Wochen unverändert fortbestehen oder sich trotz vorschriftsmäßiger Einnahme noch verstärken, sollte erneut ein Arzt aufgesucht werden.
Jarsin Rx 300 mg darf nicht bei Überempfindlichkeit gegenüber Johanniskraut oder einen der sonsti-gen Bestandteile eingenommen werden.
Jarsin Rx 300 mg darf nicht zusammen mit folgenden Wirkstoffen angewendet werden:
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Immunsuppressiva zur innerlichen Anwendung, z.B. Ciclosporin, Tacrolimus, Everolimus, Sirolimus
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Protease-Inhibitoren in der Anti-HIV-Behandlung, z.B. Fosamprenavir, Indinavir, Amprena-vir, Efavirenz, Nevirapine
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Nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren, z.B. Abacavir, Amdoxovir
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Zytostatika, z.B. Imatinib, Irinotecan
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Antikoagulantien vom Cumarin-Typ, z.B. Phenprocoumon, Warfarin
Nicht anzuwenden bei bekannter Lichtüberempfindlichkeit der Haut sowie schweren depressiven Episoden.
Vor der Anwendung eines Hypericum-Präparates wie Jarsin Rx 300 mg sind die Art der Wech-selwirkung mit anderen Arzneimitteln und die Konsequenzen zu bedenken (siehe Abschnitt 4.5). Bei Patienten, die solche Arzneimittel einnehmen, sollten zu Beginn und nach Beendigung der Einnahme von Jarsin Rx 300 mg geeignete Therapiekontrollen (z. B. Bestimmung der Konzentra-tion dieser Arzneimittel im Plasma oder Vollblut) durchgeführt werden.
Bei Anwenderinnen oraler oder anderer hormoneller Kontrazeptiva, die
Jarsin Rx 300 mg einnehmen, können Zwischenblutungen als Folge einer Wechselwirkung auftreten und die Sicherheit der Kontrazeption kann herabgesetzt sein. Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel verwenden, sollten daher zusätzliche Verhütungsmaßnahmen ergreifen.
Gebärfähige Frauen, die keine Verhütungsmaßnahmen treffen, sollten vor Einnahme von Jarsin Rx 300 mg Rücksprache mit ihrem Arzt nehmen (siehe Abschnitt 4.6 und 5.3).
Vor geplanten operativen Eingriffen mit Voll- oder Teilnarkose sollten mögliche Wechselwirkungen mit verwendeten Präparaten identifiziert werden. Falls erforderlich sollte Jarsin Rx 300 mg abgesetzt werden. Nach dem Absetzen normalisieren sich die veränderten Enzymaktivitäten innerhalb 1 Woche.
Während der Anwendung von Jarsin Rx 300 mg soll eine intensive UV-Bestrahlung (lange Sonnenbäder, Höhensonne, Solarien) vermieden werden.
Patienten mit der seltenen hereditären Fructose- oder Galactose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malsabsorption, völligem Lactase-Mangel oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten
Jarsin Rx 300 mg nicht einnehmen.
Kinder
Zur Anwendung dieses Arzneimittels bei Kindern liegen keine ausreichenden Untersuchungen vor. Es soll deshalb bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet werden.
Zubereitungen aus Johanniskraut induzieren die Aktivität von CYP3A4, CYP2B6, CYP2C9, CYP2C19 und p-Glykoprotein. Dadurch wird die Metabolisierung von Arzneimitteln, sowie die Bioverfügbarkeit und die Verteilung der Wirkstoffe beeinflusst. Hiervon sind die bereits unter 4.3 kontraindizierten Arzneistoffe betroffen.
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Pharmakokinetisch-antagonistische Wechselwirkung mit verminderter Wirkung
Jarsin Rx 300 mg kann darüber hinaus mit zahlreichen anderen Arzneistoffen in dem Sinne interagieren, dass es die Plasmakonzentration dieser Stoffe senkt und dadurch deren Wirksamkeit abschwächt (s. Abschnitt 5.2). Zu diesen Stoffen gehören insbesondere die folgenden Arzneimittel:
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Digoxin
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Simvastatin
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Fexofenadin
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Benzodiazepine, z.B. Midazolam
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Methadon
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Trizyklische Antidepressiva z.B. Amitriptylin, Nortriptylin
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5 alpha-Reduktasehemmer, z.B. Finasterid
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Theophyllin
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Antikonvulsiva
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Hormonelle Kontrazeptiva
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Pharmakodynamisch-synergistische Wechselwirkung mit Wirkungssteigerung
Jarsin Rx 300 mg kann die Serotoninkonzentration im ZNS heraufsetzen und damit serotonerge Effekte (wie z.B. Übelkeit, Erbrechen, Angst, Ruhelosigkeit, Verwirrtheit) verstärken,
wenn Jarsin Rx 300 mg mit anderen serotonergen Arzneistoffen, z. B. Antidepressiva vom SRI-bzw. SSRI-Typ wie Nefazodon, Paroxetin, Sertralin sowie Buspiron oder Triptanen, kombiniert wird (s. Abschnitt 5.1).
Wegen des möglichen Auftretens eines Serotoninsyndroms sollte daher eine gleichzeitige Anwendung vermieden werden. Bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen Arzneimitteln, die photosensibilisierend wirken, ist eine Verstärkung phototoxischer Wirkungen (siehe Abschnitt 4.8) möglich.
Daher soll in allen Fällen, in denen andere Arzneimittel eingenommen werden, ärztlicher Rat eingeholt werden.
Gebärfähige Frauen, die keine Verhütungsmaßnahmen treffen, werden in der Gebrauchsinformation darauf hingewiesen, vor Einnahme Rücksprache mit ihrem Arzt zu nehmen.
Fertilität
Es liegen keine ausreichenden Untersuchungen zur Beeinflussung der Fertilität vor (s. Ab-schnitt 5.3).
Schwangerschaft
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Johanniskraut bei Schwangeren vor. Es liegen keine ausreichenden tierexperimentellen Studien in Bezug auf eine Re-produktionstoxizität vor (s. Abschnitt 5.3). Die Anwendung von Jarsin Rx 300 mg während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob der Wirkstoff oder seine Metabolite in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko für das Neugeborene / Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Jarsin Rx 300 mg soll während der Stillzeit nicht angewendet werden (s. Abschnitt 5.3).
Ausreichende Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, wurden nicht durchgeführt.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: Sehr häufig (> 1/10)
Häufig (> 1/100 bis < 1/10) Gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100) Selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000) Sehr selten (<1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Nicht bekannt: allergische Reaktionen der Haut (Rötungen, Juckreiz)
Nicht bekannt: Unter der Anwendung von Jarsin Rx 300 mg kann es, vor allem bei hellhäutigen Personen, die starker Sonnenbestrahlung ausgesetzt waren, durch Photosensibilisierung zu son-nenbrandähnlichen Reaktionen der Haut und zu Missempfindungen (Kribbeln, Schmerz- und Kälteempfindlichkeit, Brennen) kommen.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Nicht bekannt: gastrointestinale Beschwerden (z. B. Übelkeit, Abdominalschmerzen, Diarrhö)
Erkrankungen des Nervensystems Nicht bekannt: Müdigkeit, Unruhe
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arznei-mittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Neben-wirkung dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz,
Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.
Nach der Einnahme von bis zu 4,5 g Trockenextrakt pro Tag über 2 Wochen und zusätzlich 15 g Trockenextrakt kurz vor der Krankenhausaufnahme wurden Krämpfe und Verwirrtheit beobach-tet.
Bei Einnahme massiver Überdosen sollten die betroffenen Patienten umgehend für die Dauer von 1 bis 2 Wochen vor Sonnenlicht und vor sonstiger UV-Bestrahlung geschützt werden (Aufenthalt im Freien einschränken, Sonnenschutz durch bedeckende Kleidung und Verwendung von Son-nenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor, sog. „Sonnenblockern“).
Die beschriebenen Nebenwirkungen können verstärkt werden.
Pharmakologische Eigenschaften - Jarsin® 300 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Pflanzliche Antidepressiva ATC-Code: N06AX25
Wirkstoffe aus Hypericum inhibieren die synaptosomale Aufnahme der Neurotransmitter Norad-renalin, Serotonin und Dopamin. Die subchronische Behandlung bewirkt eine Herabregulierung der ß-adrenergen Rezeptoren; das Verhalten der Tiere in den verschiedenen Antidepressiva-Mo-dellen (z.B. forced swimming test) wird auf ähnliche Weise wie bei synthetischen Antidepressiva verändert.
Das Naphthodianthron (z.B. Hypericin, Pseudohypericin), die Phloroglucinderivate (z.B. Hyperforin) und die Flavonoide tragen zur Aktivität bei.
Hyperforin (ein Wirkstoff aus Hypericum) induziert die Aktivität der metabolischen Enzyme CYP3A4, CYP2B6, CYP2C9, CYP2C19 und p-Glykoprotein Dosis abhängig via Aktivierung des Pregnan-X-Rezeptor (PXR)-Systems. Daher kann die Elimination anderer Arzneistoffe, die über den gleichen Weg abgebaut werden, beschleunigt und dadurch die Plasmakonzentration und die Wirksamkeit dieser anderen Stoffe herabgesetzt werden.
Wegen der komplexen Zusammensetzung des Wirkstoffes im Sinne eines pflanzlichen Ge-samtextraktes sind pharmakokinetische Untersuchungen nur mit den Leitsubstanzen des Extrak-tes möglich. Als solche gilt Hypericin aus der Stoffgruppe der Dianthrone.
Orale Verabreichung von 300 bzw. 900 mg Jarsin Rx 300 mg/Patient führte zu maximalen durch-schnittlichen Hypericinplasmaspiegeln von 7,2 bzw. 16,6 ng Hypericin/ml Plasma.
Die maximale Plasmakonzentration (Tmax) von Hypericin wird innerhalb von 4-12 Stunden er-reicht und die Eliminationshalbwertszeit (T½) liegt bei 19-36 Stunden.
Der Resorptionsbeginn tritt mit einer Verzögerungszeit von 1,9 Stunden ein.
Unter einer 14-tägigen Dauermedikation (3 x 300 mg/die) werden Steady-state-Konzentrationen nach 7 Tagen erreicht. Die mittlere maximale Hypericinkonzentration beträgt 8,8 ng/ml, das Verteilungsvolumen für Hypericin 19,7 Liter bei einer Gesamtclearance von 0,55 ml/min.
Maximale Hyperforin-Spiegel (Tmax) werden etwa 3-4 Stunden nach der Verabreichung und die Eliminationshalbwertszeit (T½) beträgt etwa 15-63 Stunden.
Hyperforin kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden.
Pharmazeutische Angaben - Jarsin® 300 mg
Hochdisperses Siliciumdioxid, Cellulosepulver, Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph. Eur.), Rizinusöl, Hypromellose, Macrogol 6000, Saccharose, Glucosesirup, Talkum, Titandioxid (E 171), arabisches Gummi, Povidon K 25, Eisen(III)-hydroxid-oxid (E 172), gebleichtes Wachs, Carnaubawachs.
PVC /PVDC-Aluminiumblister.
Originalpackungen mit 60 und 100 überzogenen Tabletten Klinikpackung mit 1000 (10 x 100) überzogenen Tabletten Unverkäufliches Muster mit 60 überzogenen Tabletten