Histakut Dimetindenmaleat 1 mg/ml Injektionslösung
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Histakut 1 mg/ml
Zur symptomatischen Akutbehandlung allergischer Erkrankungen, wie z. B. juckende Dermatosen, allergischer Schnupfen, Nahrungs- und Arzneimittelallergien, Urtikaria (Nesselsucht), Neurodermitis (endogenes Ekzem), Quincke-Ödem (angioneurotisches Ödem).
Bei anaphylaktoiden Reaktionen sowie als Adjuvans bei anaphylaktischem Schock. Zur Prämedikation in Kombination mit einem H2-Rezeptor-Antagonisten zur Vermeidung von durch Histaminfreisetzung ausgelösten klinischen Reaktionen wie z. B. vor Narkosen und vor parenteraler Gabe von Röntgenkontrastmitteln oder Plasmasubstituten.
Histakut Injektionslösung ist langsam intravenös zu injizieren. Histakut Injektionslösung nicht mit anderen Arzneimitteln in die gleiche Spitze aufziehen.
Die maximale Behandlungsdauer sollte 7 Tage nicht überschreiten.
DosierungZur Sofort- und Intensivtherapie
Ein- bis zwei Ampullen täglich (30 Sekunden pro Ampulle).
Zur Prämedikation in Kombination mit einem H2-Rezeptor-Antagonisten vor Narkosen und vor parenteraler Gabe von Röntgenkontrastmitteln oder Plasmasubstituten 1 ml Injektionslösung pro 10 kg KG langsam intravenös über 30 Sekunden injizieren
(1 Ampulle/2 Minuten).
Bei zusätzlicher oder kombinierter Anwendung (z. B. als Mischspritze) eines H2-Rezeptor-Antagonisten, wie z. B. Ranitidin i.v. sind die einschlägigen Angaben, insbesondere die Gebrauchsinformation des betreffenden pharmazeutischen Unternehmers, zu beachten.
Zur Kompatibilität von Histakut und Ranitidin i.v. siehe Abschnitt 6.6.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Histakut Injektionslösung bei Kindern ist nicht erwiesen.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Kontraindiziert bei Kindern unter einem Jahr (Risiko einer Schlafapnoe).
Obwohl bei der Anwendung von Histakut bisher keine Komplikationsmeldungen vorliegen, wird bei der Gabe bei Patienten mit Glaukom oder Blasenhalsverengung (z. B. Prostatavergrößerung) besondere Vorsicht empfohlen.
Wie bei allen H1- und teilweise auch H2-Rezeptor-Antagonisten ist bei der Anwendung von Histakut bei Patienten mit Epilepsie Vorsicht geboten.
Histakut Injektionslösung enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Ampulle.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Histakut Injektionslösung bei Kindern ist nicht erwiesen.
Bei Kleinkindern wurde bei Anwendung von Antihistaminika über mögliche Erregungszustände berichtet.
Die sedierende Wirkung von zentraldämpfenden Arzneimitteln, wie z. B. Tranquilizern, Opioidanalgetika, Antikonvulsiva, Antihistaminika, Antiemetika, Antipsychotika, Anxiolytika, Hypnotika oder Alkohol kann verstärkt werden.
Gleichzeitiger Alkoholgenuss kann das Reaktionsvermögen erheblich beeinträchtigen. Die gleichzeitige Gabe von MAO-Hemmern kann die antimuskarinischen und zentraldämpfenden Effekte von Antihistaminika verstärken. Daher wird eine gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen.
Trizyklische Antidepressiva und Anticholinergika können in Verbindung mit Antihistaminika einen additiven antimuskarinischen Effekt haben, der das Risiko der Verschlechterung eines bestehenden Glaukoms oder der Harnretention erhöht.
Um eine zentraldämpfende Wirkung und mögliche Potenzierung zu minimieren, sollte die gleichzeitige Gabe von Procarbazin und Antihistaminika mit Vorsicht erfolgen.
Nicht klinische reproduktionstoxikologische Studien konnten nach oraler und intravenöser (i.v.) Gabe von mehr als der 100-fachen Konzentration der Injektionslösung des Arzneimit-tels kein teratogenes Potenzial oder andere Nebenwirkungen auf Embryo oder Fetus nachweisen (siehe Abschnitt 5.3). Während der Schwangerschaft sollte Histakut Injektions-lösung nur nach strenger Indikationsstellung angewendet werden.
StillzeitEs ist davon auszugehen, dass Dimetinden in die Muttermilch übergeht. Daher ist es vor der Anwendung von Dimetinden bei stillenden Müttern erforderlich, den therapeutischen Nutzen des Arzneimittels gegenüber den potenziellen Gefahren abzuwiegen, denen Mutter und Kind ausgesetzt werden.
FertilitätTierexperimentelle Studien haben keine Auswirkungen auf die Fertilität gezeigt.
Histakut Injektionslösung kann bei einigen Patienten zu einer Beeinträchtigung der Auf-merksamkeit führen. Beim Autofahren und bei der Durchführung anderer Aufgaben, die volle Aufmerksamkeit erfordern (z. B. das Bedienen von Maschinen), sollte daher mit Vor-sicht vorgegangen werden. Histakut Injektionslösung hat großen Einfluss auf die Verkehrs-tüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
Dimetindenmaleat kann Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich anaphylaktoider Reaktionen verursachen. Zusätzlich können andere Körpersysteme betreffende Wirkungen auftreten, wie z.B. Schwindel, Tachykardie, Nausea, Frösteln und Blutdruckabfall. Manch-mal kann es zu vorübergehenden Auswirkungen auf das Zentralnervensystem kommen in-klusive Verwirrtheitszustand, Agitiertheit, Konvulsionen, Bewusstlosigkeit und Schläfrigkeit.
Tabellarische Liste der NebenwirkungenNachstehende Nebenwirkungen sind nach Systemorganklasse und Häufigkeit angeführt. Die Häufigkeiten sind definiert als:
Sehr häufig (≥ 1/10) Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind Nebenwirkungen nach abnehmender Schwere an-gegeben.
Erkrankungen des ImmunsystemsSehr selten: anaphylaktoide Reaktion, Überempfindlichkeit
Psychiatrische ErkrankungenNicht bekannt: Verwirrtheitszustand, Agitiertheit
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufig: Schläfrigkeit Häufig: Schwindel
Gelegentlich: Kopfschmerzen, Geschmacksirritiationen Nicht bekannt: Konvulsionen, Bewusstlosigkeit, Zittern
AugenerkrankungenSelten: Beeinträchtigung des Sehvermögens
HerzerkrankungenNicht bekannt: Tachykardie
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSehr selten: Beeinträchtigung der Atmung
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsHäufig: Nausea, Mundtrockenheit Gelegentlich: Magen- und Darm-Beschwerden
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesSehr selten: Ausschlag, Ödeme
Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenSehr selten: Muskelkrampf
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig: Erschöpfung Häufig: Müdigkeit, Wärmegefühl Gelegentlich: Brustbeklemmung
Selten: Frösteln
UntersuchungenNicht bekannt: Blutdruckabfall
Soziale UmständeHäufig: Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens im Straßenverkehr und beim Bedienen von Maschinen
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medi-zinprodukte, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn oder über http://www.bfarm.de anzuzeigen.
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Symptome der Intoxikation
Zu den Symptomen und Anzeichen einer H1-Antihistamin-Überdosierung zählen: Dämp-fung des ZNS mit Benommenheit (überwiegend bei Erwachsenen), zentral-stimulierende und antimuskarinische Effekte (insbesondere bei Kindern) einschließlich Erregung, Ataxie (Koordinationsstörungen), Halluzinationen, Zittern, Krämpfe, Harnretention und Fieber. Hy-potonie, Koma und kardiorespiratorischer Kollaps können folgen.
Anticholinerge Symptome wie Mundtrockenheit, Mydriasis oder Erröten, gastrointestinale Störungen und Tachykardie können ebenfalls auftreten.
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Therapie bei Intoxikationen
Bei Intoxikationen sollte eine symptomatische Behandlung eingeleitet werden, wobei insbesondere auf Stabilisierung der Atmung und des Herz-Kreislauf-Systems geachtet werden muß. Stimulanzien dürfen nicht angewendet werden.
Allgemeine Richtlinien für die BehandlungSymptomatische Therapie.
Bei Exzitation und Krämpfen Diazepam-Gabe.
Zur Behandlung von Hypotonie können Vasopressoren eingesetzt werden.
Antidote und spezielle Möglichkeiten der GiftentfernungWeder die forcierte Diurese, noch die Peritoneal- oder Hämodialyse fördern die Aus-scheidung in nennenswertem Maß.
Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt.
Bei Koma und Krämpfen kann Physostigminsalicylat versucht werden.
Besonders zu beachtenBei dem sehr seltenen hyperkinetischen Syndrom (extrapyramidale Symptomatik) ist Gabe von Biperidenlactat 0,04 mg/kg i.m. oder sehr langsam i.v. in 5%iger Traubenzuckerlösung angezeigt.
Pharmakologische Eigenschaften - Histakut 1 mg/ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihistaminika zur systemischen Anwendung
ATC-Code: R06AB03
Wirkungsmechanismus und pharmakodynamische Wirkungen:Dimetinden ist ein kompetitiver Inhibitor von Histamin an H1-Rezeptoren. In niedrigen Kon-zentrationen stimuliert es die Histamin-Methyltransferease, was zu einer Deaktivierung des Histamins führt. Es besitzt eine starke Affinität zu dem H1-Rezeptor und ist ein starker Mastzellen-Stabilisator. Des Weiteren besitzt es eine lokalanästhetische Wirkung. Dimetin-den wirkt nicht an H2-Rezeptoren. Dimetinden wirkt auch als Antagonist zu Bradykinin, Se-rotonin und Acetylcholin. Es ist ein racemisches Gemisch, wobei R-(-)-Dimetinden die stär-kere H1-antihistaminische Wirkung aufweist. Es vermindert deutlich die Hyperpermeabilität der Kapillaren, die bei unmittelbaren Überempfindlichkeitsreaktionen auftritt.
In Verbindung mit H2-Antihistaminika unterbindet Dimetindenmaleat nahezu alle Wirkungen des Histamins auf den Kreislauf.
Der Antihistamineffekt von Histakut Injektionslösung tritt bereits nach 15 – 20 Minuten ein. In einer Studie zur Histamin induzierten Quaddel- und Erythembildung zeigte sich, dass die Wirkung einer intravenös verabreichten Einzeldosis von 4 mg Dimetinden mindestens 12 Stunden anhält.
Nach intravenöser Gabe von Einzeldosen von 4 mg Dimetindenmaleat lag die Fläche unter der Plasmakonzentrationskurve (AUC) bei ungefähr 140 h.ng.ml-1. Bei Konzentrationen zwischen 0,09 und 2 µg/ml beträgt die Bindung von Dimetinden an humane Plasmaproteine etwa 90 %.
Die scheinbare Eliminationshalbwertszeit von Dimetinden aus dem Serum lag bei etwa 6 Stunden.Die Eliminationskinetik erfolgt in den ersten vier Stunden einer Reaktion erster Ordnung mit einer Geschwindigkeitskonstante von 0,5 bis 0,62 h-1. Dimetindenmaleat wird zum Teil unverändert im Harn ausgeschieden. Die mit dem Harn eliminierte Fraktion von Dimetinden hängt aufgrund der basischen Natur der Substanz im wesentlichen vom pH-Wert des Harnes ab. Nach intravenöser Applikation werden ca. 9 % der Dosis renal elimi-niert. Die Eliminationshalbwertzeit beträgt nach intravenöser Gabe sowie Verabreichung oraler, nichtretardierter Formen im Mittel 6,3 Stunden.
Die Stoffwechselreaktionen umfassen Hydroxylierung und Methoxylierung der Verbindung. Dimetinden und dessen Metaboliten werden sowohl biliär als auch renal ausgeschieden.
Pharmazeutische Angaben - Histakut 1 mg/ml
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
5 Brechampullen zu 4 ml Injektionslösung
Klinikpackung: 50 Brechampullen zu 4 ml Injektionslösung
und sonstige Hinweise zur Handhabung
Untersuchungen zur pharmazeutischen Kompatibilität von Histakut Injektionslösung (Di-metindenmaleat 1mg/ml in 4 ml Ampulle) in 100 ml 0,9 % NaCl-Lösung und Histakut Injek-tionslösung (Dimetindenmaleat 1 mg/ml in 4 ml Ampulle) mit Ranitidin i.v. (50 mg/5 ml Am-pulle in gereinigtem Wasser) als Mischinfusionslösungen in 100 ml 0,9 % NaCl-Lösung ergaben, dass die untersuchten Mischungen bei Temperaturen von 25 °C und 30 °C inner-halb von 36 Stunden keine relevanten Konzentrationsänderungen der jeweiligen Mi-schungspräparate aufwiesen.