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Arzneimittel ist nicht auf der Liste.

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

ELEKTROLYT-INFUSIONSLÖSUNG 75 mit Glucose 5, Infusionslösung zur intravenösen Anwendung, 500 ml

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Infusionslsg.

Hersteller

Burg Pharma GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.3.2025
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Fachinfo - ELEKTROLYT-INFUSIONSLÖSUNG 75 mit

Anwendungsgebiete

− Substitution von Flüssigkeiten und Elektro-lyten mit niedrigprozentigem Kohlenhy-dratanteil, besonders in der postoperativen und posttraumatischen Infusionstherapie, wenn zusätzlich die Applikation natrium-reicher Medikamente erfolgt

− Trägerlösung für kompatible Elektrolyt-konzentrate und Medikamente

Dosierung

Dosierung

Bei physiologischer Stoffwechsellage (sofern nicht anders verordnet):

Dauertropf entsprechend dem Flüssig-keits- und Elektrolytbedarf.

Maximale Infusionsgeschwindigkeit:

Bis zu 0,25 g D-Glucose/kg Körpergewicht und Stunde (entsprechend 5 mL Elektrolyt-Infusionslösung 75 mit Glucose 5/kg Kör-pergewicht und Stunde).

Maximale Tagesmenge:

Bis zu 40 mL Gesamtflüssigkeit/kg Körper-gewicht (40 mL Elektrolyt-Infusionslö-sung 75 mit Glucose 5 entsprechen 2,0 g D-Glucose).

Die maximale Tagesdosis für Kalium beträgt 2 mmol K+/kg Körpergewicht/Tag.

Die maximale Tagesdosis für Natrium wird vom Flüssigkeits- und Elektrolytbedarf bestimmt. Für Erwachsene gilt ein Richt-wert von 3 – 6 mmol Na+/kg Körper-gewicht.

Art der Anwendung Intravenöse Anwendung,

Dauertropf entsprechend der Stoffwechsel-lage.

Elektrolyt-Infusionslösung 75 mit Glucose 5 kann in periphere Venen infundiert werden (pH-Wert und theoretische Osmolarität: siehe Abschnitt 3).

Elektrolyt-Infusionslösung 75 mit Glucose 5 eignet sich aufgrund der Elektrolytzusam-mensetzung nicht zur generellen Substitu-tion von Flüssigkeit und Elektrolyten über einen längeren Zeitraum ohne zusätzliche Gabe elektrolythaltiger Pharmaka im Rahmen einer Gesamttherapie. Bei der alleinigen Anwendung dieser Lösung über längere Zeit sind, in Abhängigkeit von der Nierenfunktion Störungen im Flüssigkeits-und Elektrolythaushalt möglich.

Die Flüssigkeitsbilanz, die Serumglucose, das Serumnatrium und andere Elektrolyte müssen eventuell vor und während der Gabe überwacht werden, insbesondere bei Patienten mit erhöhter nicht-osmotischer Freisetzung von Vasopressin (Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons, SIADH) sowie bei Patienten, die gleichzeitig mit Vasopressin-Agonisten behandelt werden, wegen des Risikos einer im Krankenhaus erworbenen Hypo-natriämie.

Die Überwachung des Serumnatriums ist bei physiologisch hypotonen Flüssigkeiten besonders wichtig. Elektrolyt-Infusions-lösung 75 mit Glucose 5 kann nach der Gabe aufgrund der Verstoffwechslung der Glucose im Körper hoch hypoton werden (siehe Abschnitt 4.4, 4.5 und 4.8).

Kontrollen des Blut-pH sind während der Infusion erforderlich.

Gegenanzeigen

Elektrolyt-Infusionslösung 75 mit Glucose 5 darf nicht angewendet werden bei:

− Hyperhydratation

− schwerer Stauungs-Herzinsuffizienz

− schwerer Niereninsuffizienz mit Oligurie oder Anurie

− schweren generalisierten Ödemen

− Hyperkaliämie

− hypotoner Dehydratation.

Warnhinweise

Elektrolyt-Infusionslösung 75 mit Glucose 5 ist eine hypertone Lösung. Im Körper kön-nen glucosehaltige Flüssigkeiten jedoch aufgrund der schnellen Verstoffwechslung der Glucose hoch hypoton werden (siehe Abschnitt 4.2).

Je nach Tonizität der Lösung, Volumen und Infusionsrate sowie dem vorbestehenden klinischen Zustand des Patienten und seiner Fähigkeit, Glucose zu verstoffwech-seln, kann eine intravenöse Gabe von glucosehaltigen Flüssigkeiten zu Elektrolyt-ungleichgewichten führen, vor allem zu hypo- oder hyperosmotischer Hypo-natriämie.

Hyponatriämie:

Patienten mit nicht-osmotischer Freiset-zung von Vasopressin (z. B. bei akuter Krankheit, Schmerzen, postoperativem Stress, Infektionen, Verbrennungen und Erkrankungen des ZNS), Patienten mit Herz-, Leber- und Nierenerkrankungen und Patienten mit Exposition gegenüber Vaso-pressin-Agonisten (siehe Abschnitt 4.5) unterliegen einem besonderen Risiko für akute Hyponatriämie nach der Infusion hypotoner Flüssigkeiten.

Eine akute Hyponatriämie kann zu einer akuten hyponatriämischen Enzephalo-pathie (Hirnödem) führen, die durch Kopf-schmerzen, Übelkeit, Krämpfe, Lethargie und Erbrechen gekennzeichnet ist. Patien-ten mit Hirnödem unterliegen einem besonderen Risiko für schwere, irreversible und lebensbedrohliche Hirnschädigungen.

Kinder, Frauen im gebärfähigen Alter und Patienten mit reduzierter zerebraler Compliance (z. B. Meningitis, intrakranielle Blutung, Hirnkontusion und Hirnödem) unterliegen einem besonderen Risiko für eine schwere und lebensbedrohliche Schwellung des Gehirns aufgrund einer akuten Hyponatriämie.

Bei Patienten mit leichter bis mäßig ein-geschränkter Herz- oder Atemfunktion dürfen große Volumina der Lösung nur unter spezieller Überwachung infundiert werden.

Elektrolyt-Infusionslösung 75 mit Glucose 5 sollte mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit:

− leichter bis mäßiger Herzinsuffizienz, peripherem oder Lungenödem oder extrazellulärer Hyperhydratation

− Hyponatriämie

− Hypochlorämie.

Infusionslösungen mit erhöhtem Kaliumge-halt sollten mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit Herzerkrankun-gen oder Zuständen, die zu Hyperkaliämie führen können wie eine Nieren- oder Nebennierenrindeninsuffizienz, akute De-hydratation oder ausgedehnte Gewebs-zerstörungen wie z. B. bei schweren Verbrennungen.

Phosphathaltige Lösungen sollten mit Vor-sicht bei Patienten mit Hypocalciämie angewendet werden.

Die Flüssigkeitsbilanz, die Serumglucose, das Serumnatrium und andere Elektrolyte sowie der Blut-pH müssen eventuell vor und während der Gabe überwacht werden (siehe Abschnitt 4.2).

FI_E75-G5_BP_v02

Aufgrund des Glucosegehaltes ist Vorsicht geboten bei Patienten mit insulinrefraktärer Hyperglykämie, die einen Einsatz von mehr als 6 Einheiten Insulin/Stunde erforderlich macht.

Kontrollen der Serumglucose sind not-wendig, besonders posttraumatisch, post-operativ oder bei anderen Störungen der Glucosetoleranz.

ELEKTROLYT-INFUSIONSLÖSUNG 75 mit Glucose 5

Unter eingeschränkten Stoffwechsel-bedingungen, z. B. im Postaggressions-stoffwechsel, bei hypoxischen Zuständen oder Organinsuffizienz, kann die oxidative Verstoffwechselung von D-Glucose einge-schränkt sein, die mit Hyperglykämie und Insulinresistenz einhergeht. Dies erfordert die individuelle Adaptation der Dosierung und ein adäquates Monitoring des Blutzuckerspiegels.

Bei langfristiger parenteraler Therapie ist eine ausreichende Zufuhr von Nährstoffen erforderlich.

Wechselwirkungen

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Glucosehaltige Lösungen dürfen nicht gleichzeitig in demselben Schlauchsystem mit Blutkonserven verabreicht werden, da dies zu einer Pseudoagglutination führen kann.

Aufgrund des erhöhten Kaliumgehaltes der Lösung kann die gleichzeitige Gabe von Elektrolyt-Infusionslösung 75 mit Glucose 5 und

− Suxamethonium,

− kaliumsparenden Diuretika (Amilorid, Spironolacton, Triamteren, allein oder in Kombination),

− Tacrolimus, Ciclosporin

zu einem unter Umständen lebensbedroh-lichen Anstieg der Plasma-Kaliumkonzen-tration führen, vor allem bei gleichzeitig bestehender Niereninsuffizienz, die die hyperkaliämische Wirkung weiter verstärkt.

Arzneimittel, die zu einer erhöhten Vasopressin-Wirkung führen

Die im Folgenden aufgeführten Arznei-mittel erhöhen die Vasopressin-Wirkung, was zu einer reduzierten elektrolytfreien Wasserausscheidung der Nieren führt und das Risiko einer im Krankenhaus erworbe-nen Hyponatriämie nach nicht ausreichend bilanzierter Behandlung mit i. v. Flüssig-keiten erhöht (siehe Abschnitte 4.2, 4.4

und 4.8).

− Arzneimittel, die die Freisetzung von Vasopressin stimulieren, z. B. Chlor-propamid, Clofibrat, Carbamazepin, Vincristin, selektive Serotonin-Wieder-aufnahme-Hemmer, 3,4-Methylendioxy-N- Methylamphetamin, Ifosfamid, Anti-psychotika, Narkotika

− Arzneimittel, die die Vasopressinwirkung verstärken, z. B. Chlorpropamid, NSAR, Cyclophosphamid

Innerhalb der angegebenen Anwendungs-gebiete ist jedoch nicht mit Risiken zu rechnen, wenn Blutvolumen, Elektrolyt-konzentrationen und das Säure-Basen-Gleichgewicht sorgfältig überwacht werden.

Elektrolyt-Infusionslösung 75 mit Glucose 5 sollte aufgrund des Risikos einer Hypo-natriämie bei Schwangeren während der Entbindung mit besonderer Vorsicht gege-ben werden, insbesondere bei Gabe in Kombination mit Oxytocin (siehe Abschnitte 4.4, 4.5 und 4.8).

Bei schwangerschaftsinduziertem Blut-hochdruck (Gestose, Präeklampsie) ist Elektrolyt-Infusionslösung 75 mit Glucose 5 mit Vorsicht anzuwenden.

Schwangerschaft

Zur Anwendung von Elektrolyt-Infusions-lösung 75 mit Glucose 5 bei Schwangeren und stillenden Müttern liegen keine Daten vor.

Unerwünschte Wirkungen können auch durch der Lösung zugesetzte Arzneimittel ausgelöst werden. Deren Wahrscheinlich-keit hängt von der Art des zugesetzten Arzneimittels ab.

Die überhöhte Zufuhr der Lösung kann zu Störungen im Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt führen.

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Im Falle einer versehentlichen Überdosie-rung ist die Infusion sofort abzubrechen. In Abhängigkeit vom klinischen Bild sind die Diurese zu unterstützen sowie Flüssigkeits-und Elektrolytstörungen zu korrigieren.

ELEKTROLYT-INFUSIONSLÖSUNG 75 mit Glucose 5

Bei Überdosierung von Arzneimitteln, die der Infusionslösung zugesetzt wurden, hängen Anzeichen und Symptome der Überdosierung von der Art des zugesetz-ten Arzneimittels ab.

Im Falle einer versehentlichen Überdosie-rung ist die Behandlung abzusetzen und der Patient auf die für das zugesetzte Arz-neimittel typischen Anzeichen und Symp-tome der Überdosierung hin zu beobach-ten. Erforderlichenfalls sind die geeigneten symptomatischen und unterstützenden Maßnahmen zu ergreifen.

Fahrtüchtigkeit

Elektrolyt-Infusionslösung 75 mit Glucose 5 beeinflusst nicht die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

− Sehr häufig (≥1/10),

− häufig (≥1/100 bis < 1/10),

− gelegentlich (≥1/1.000 bis < 1/100),

− selten (≥1/10.000 bis <1/1.000),

− sehr selten (< 1/10.000),

− nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätz-bar).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Systemorganklasse Nebenwirkung Häufigkeit
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen im Krankenhaus erworbeneHyponatriämie* nicht bekannt
Erkrankungen des Nervensystems hyponatriämische Enzephalopathie* nicht bekannt
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Urtikaria im Zusammenhang mit der intravenösen Gabe von Magnesiumsalzen gelegentlich
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort durch die Art der Anwendung verursachte Fieberreaktionen, Infektionen an der Injektionsstelle, lokale Schmerzen oder Reaktionen, Venenreizung, von der Injektionsstelle ausgehende venöse Thrombosen oder Entzündungen oder Extravasation selten

Nebenwirkungen können als Symptome von Überdosierung auftreten, siehe Abschnitt 4.9.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Neben-wirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arz-neimittel und Medizinprodukte, Abt. Phar-makovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Überdosierung oder überhöhte Zufuhrge-schwindigkeit können zu Flüssigkeitsüber-ladung mit der Gefahr der Ödembildung führen.

Bei Überdosierung von D-Glucose können Hyperglykämien auftreten. Zur Therapie kann ggf. Insulinapplikation erforderlich werden.

Überhöhte Zufuhr einer kaliumreichen Lösung kann zu Hyperkaliämie führen, ins-besondere bei Patienten mit eingeschränk-ter Nierenfunktion. Als Symptome können Parästhesien der Extremitäten, Muskel-schwäche, Lähmungen, Herzrhythmus-störungen, Herzblock, Herzstillstand und Verwirrtheitszustände auftreten. Zur The-rapie der Hyperkaliämie werden Calcium, Insulin (zusammen mit D-Glucose) und Natriumhydrogencarbonat verabreicht. Der Einsatz von Ionenaustauscherharzen und Hämodialyse kann erforderlich werden.

Überhöhte Zufuhr von Phosphat kann sich in Parästhesien und Anzeichen einer Hypocalciämie äußern.

− Vasopressin-Analoga, z. B. Desmopres-sin, Oxytocin, Vasopressin, Terlipressin Andere Arzneimittel, die das Risiko einer Hyponatriämie erhöhen, sind zudem Diure-

* Im Krankenhaus erworbene Hyponatriämie kann aufgrund der Entwicklung einer akuten hyponatriämischen Enzephalopathie zu irreversiblen Hirnschädigungen und zum Tod führen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

tika im Allgemeinen und Antiepileptika, wie etwa Oxcarbazepin.

Pharmakologische Eigenschaften - ELEKTROLYT-INFUSIONSLÖSUNG 75 mit

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Elektro-lytlösungen mit Kohlenhydraten

ATC-Code: B05BB02

Elektrolyt-Infusionslösung 75 mit Glucose 5 enthält Elektrolyte, wie sie auch im Körper selbst vorkommen. Die Lösung ist so zusammengesetzt, dass sie den physiolo-gischen Basisbedarf Erwachsener deckt. Dieser beträgt ca. 30-40 mL Flüssigkeit/kg Körpergewicht sowie 2 mmol Natrium und 1 mmol Kalium/kg Körpergewicht und Tag. Die geringe Natriumkonzentration berück-sichtigt die Natriumbelastung durch die häufig postoperativ nötige Zusatztherapie (z. B. Antibiotika). In entsprechender Dosie-rung (40 mL/kg Körpergewicht und Tag) kann mit dieser Lösung eine Deckung des obligaten Kohlenhydratbedarfs in der Größenordnung von 2 g D-Glucose/kg Körpergewicht und Tag (hypokalorische Infusionstherapie) erreicht werden.

Die Elektrolyte Na+, K+, Ca2+, Mg2+ und Cl-dienen der Aufrechterhaltung oder Korrektur der Wasser-Elektrolyt-Homöostase (u. a. Blutvolumen, osmotisches Gleichgewicht, Säure-Basen-Status sowie Wirkungen spezi-fischer Ionen).

Phosphat ist das wichtigste Anion im intrazellulären Raum mit wesentlichen Aufgaben im Stoffwechselgeschehen von Zellmembranen wie auch im Intermediär-stoffwechsel von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten. Die Phosphatzufuhr unter-stützt auch die renale Stabilisierung des Säure-Basen-Haushaltes, da Phosphat als titrierbare Säure an der renalen H+-Aus-scheidung beteiligt ist.

D-Glucose wird als natürliches Substrat der Zellen im Organismus ubiquitär verstoff-wechselt. D-Glucose ist unter physiologi-schen Bedingungen das wichtigste ener-gieliefernde Kohlenhydrat. Nervengewebe, Erythrozyten und Nierenmark sind obligat auf die Zufuhr von D-Glucose angewiesen.

D-Glucose dient einerseits dem Aufbau zu Glycogen als Speicherform für Kohlen-hydrate und unterliegt andererseits dem glycolytischen Abbau zur Energie gewinnung in den Zellen. Glucose dient der

Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels und der Biosynthese wichtiger Körperbe-standteile.

Beim Abbau der D-Glucose über die Glyko-lyse wird die freiwerdende Energie in Form energiereicher Phosphate zur Verfügung gestellt.

Voraussetzung für eine optimale Utilisation von zugeführter D-Glucose ist ein normaler Elektrolyt- und Säure-Basen-Status. So kann insbesondere eine Acidose eine Ein-schränkung der oxidativen Verwertung anzeigen.

Es bestehen enge Wechselbeziehungen zwischen den Elektrolyten und dem Kohlen-hydratstoffwechsel, davon ist besonders Kalium betroffen. Eine verstärkte Glucose-verwertung geht mit einem erhöhten Kaliumbedarf einher. Bei Nichtbeachtung dieses Zusammenhanges können erhebli-che Störungen im Kaliumstoffwechsel ent-stehen, die u. a. zu massiven Herzrhyth-musstörungen Anlass geben können.

Durch den Gehalt an Acetat-Ionen wird eine mäßige alkalisierende Wirkung erreicht.

Pharmakokinetik

Da die Inhaltsstoffe von Elektrolyt-Infu-sionslösung 75 mit Glucose 5 intravenös infundiert werden, beträgt die Bioverfüg-barkeit 100 %.

Natrium und Chlorid verteilen sich haupt-sächlich im Extrazellulärraum, während sich Kalium und Magnesium intrazellulär verteilen.

Die Nieren sind der Hauptregulator des Wasserhaushaltes. Natrium, Magnesium und Chlorid werden hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden, jedoch in geringen Mengen auch über die Haut und den Darm-trakt. Die Kaliumausscheidung erfolgt zu 90 % mit dem Urin und zu etwa 10 % über den Gastrointestinaltrakt.

Intravenös gegebenes Phosphat verteilt sich bei der Infusion zunächst innerhalb weniger Minuten im Extrazellularraum. Danach erfolgt ein Ausgleich der Phos-phatkonzentration zwischen Extra- und Intrazellularraum.

Acetat wird zu Bicarbonat und Kohlen-dioxid umgewandelt. Die Plasmakonzen-tration von Bicarbonat und Acetat wird über die Nieren reguliert, die Plasma-konzentration von Kohlendioxid über die Lunge.

Die Pharmakokinetik der einzelnen Bestandteile wird durch die gleichzeitige Anwendung in der Infusionslösung nicht negativ beeinflusst.

D-Glucose verteilt sich bei der Infusion zunächst im intravasalen Raum, um dann in den Intrazellularraum aufgenommen zu werden.

D-Glucose wird in der Glykolyse unter aeroben Bedingungen über Pyruvat voll-ständig zu Kohlendioxid und Wasser, unter anaeroben Bedingungen zu Laktat oxidiert.

Die Endprodukte der vollständigen Oxida-tion von D-Glucose werden über die Lunge (Kohlendioxid) und die Nieren (Wasser) eliminiert.

Beim Gesunden wird D-Glucose praktisch nicht renal eliminiert. In pathologischen Stoffwechselsituationen (z. B. Diabetes mellitus, Postaggressionsstoffwechsel), die mit Hyperglykämien (Glucosekonzen-tration im Blut über 120 mg/100 mL bzw. 6,7 mmol/L) einhergehen, wird bei Über-schreiten der maximalen tubulären Trans-portkapazität (180 mg/100 mL bzw. 10 mmol/L) D-Glucose auch über die Nieren ausgeschieden (Glucosurie).

Unter pathologischen Stoffwechselbedin-gungen können Glucoseverwertungsstö-rungen (Glucose-Intoleranzen) auftreten. Dazu zählen in erster Linie der Diabetes mellitus sowie die bei sogenannten Stress-stoffwechselzuständen (z. B. intra- und postoperativ, schwere Erkrankungen, Ver-letzungen) hormonell induzierte Herabset-zung der Glucosetoleranz, die auch ohne exogene Substratzufuhr zu Hyperglykä-mien führen können. Hyperglykämien kön-nen – je nach Ausprägung – zu osmotisch bedingten Flüssigkeitsverlusten über die Niere mit konsekutiver hypertoner Dehy-dratation, hyperosmolaren Störungen bis hin zum hyperosmolaren Koma führen.

Eine übermäßige Glucosezufuhr, insbeson-dere im Rahmen eines Postaggressions-syndroms, kann zu einer deutlichen Ver-stärkung der Glucoseutilisationsstörung führen und, bedingt durch die Einschrän-kung der oxidativen Glucoseverwertung, zur vermehrten Umwandlung von D-Glu-cose in Fett beitragen. Dies wiederum kann

u. a. mit einer gesteigerten Kohlendioxid-belastung des Organismus (Probleme bei der Entwöhnung vom Respirator), sowie vermehrter Fettinfiltration der Gewebe – insbesondere der Leber – verbunden sein. Besonders gefährdet durch Störungen der Glucosehomöostase sind Patienten mit Schädel-Hirn-Verletzungen und Hirnödem. Hier können bereits geringfügige Störun-gen der Blutglucosekonzentration und der damit verbundene Anstieg der Plasma (Serum)-Osmolarität zu einer erheblichen Verstärkung der zerebralen Schäden beitragen.

Pharmazeutische Angaben - ELEKTROLYT-INFUSIONSLÖSUNG 75 mit

Liste der sonstigen Bestandteile

Wasser für Injektionszwecke, Salzsäure 36 %.

ELEKTROLYT-INFUSIONSLÖSUNG 75 mit Glucose 5

Inkompatibilitäten

Bei Zusatz von Arzneimitteln ist auf Keimfrei-heit, vollständige Mischung, physikalisch-chemische Veränderungen und generelle Kompatibilität zu achten.

Elektrolyt-Infusionslösung 75 mit Glucose 5 ist inkompatibel mit carbonathaltigen Lösungen.

Dauer der Haltbarkeit

Elektrolyt-Infusionslösung 75 mit Glucose 5 ist 3 Jahre haltbar und darf nach Ablauf des angegebenen Verfalldatums nicht mehr angewendet werden.

Nach einem Anwendungsgang nicht ver-brauchte Infusionslösung ist zu verwerfen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C aufbewahren.

Art und Inhalt des Behältnisses

Infusionslösung in Glasflaschen:

Originalpackung mit:

1 × 500 mL

10 × 500 mL

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

  • Hinweise zur Handhabung, besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

    Nur klare und farblose bis schwach gelbliche Lösungen in unversehrten Behältnissen verwenden.

    Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfall-material ist entsprechend den regionalen Anforderungen zu beseitigen.

  • Weblinks

    Packungen und Preis

    ELEKTROLYT-INFUSIONSL. 75 m.Glucose 5 10x500ml N2
    Preis
    57,47 €
    Zuzahlung
    5,75 €

    Versicherungsliste

    Verpackung ist nicht auf der Liste.

    Quellen

    Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
    Rote Liste

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