Disoprivan 2 % Emulsion zur Injektion/Infusion, 50 ml Fertigspr.
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Disoprivan 2 %
Disoprivan 2 % ist ein kurz wirkendes intra- venöses Narkosemittel zur
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Einleitung und Aufrechterhaltung einer Narkose bei Erwachsenen und Kindern über 3 Jahren,
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Sedierung von beatmeten Patienten über 16 Jahren im Rahmen der Intensivbe- handlung,
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Sedierung bei chirurgischen und diagnos- tischen Maßnahmen, allein oder in Kom- bination mit einer Lokal- oder Regional- anästhesie bei Erwachsenen oder Kin- dern über 3 Jahren.
Disoprivan 2 % darf nur von anästhesiolo- gisch bzw. intensivmedizinisch ausgebilde- ten Ärzten verabreicht werden. Die Sedie- rung oder Narkose mit Disoprivan 2 % und der chirurgische oder diagnostische Eingriff dürfen nicht von derselben Person vorge- nommen werden.
Die Herz-Kreislauf- und die Atemfunktion sollten kontinuierlich überwacht werden (z. B. EKG, Pulsoxymetrie).
Die übliche Ausstattung für eventuelle Zwi- schenfälle bei der Narkose oder Sedierung muss jederzeit einsatzbereit sein.
Die Dosierung sollte individuell unter Be- achtung der Prämedikation der Reaktion des Patienten angepasst werden.
In der Regel ist die zusätzliche Gabe von Analgetika erforderlich.
Bolusgaben mit Disoprivan 2 % werden nicht empfohlen.
Narkose bei Erwachsenen
Narkoseeinleitung
Zur Narkoseeinleitung wird Disoprivan 2 %, titriert mit einer Geschwindigkeit von 20 – 40 mg Propofol alle 10 Sekunden, mit- tels Infusionsspritzenpumpe bis zum Eintritt der Bewusstlosigkeit verabreicht.
Die meisten Erwachsenen unter 55 Jahren dürften in der Regel eine Gesamtdosierung von 1,5 – 2,5 mg Propofol/kg KG benötigen.
Bei Patienten der Risikogruppen ASA III und IV, insbesondere bei kardialer Vorschä-
digung, und bei älteren Patienten kann eine Verringerung der Gesamtdosis von Dis- oprivan 2 % auf bis zu 1 mg Propofol/kg KG erforderlich sein, wobei Disoprivan 2 % mit einer langsameren Infusionsgeschwin- digkeit (ungefähr 20 mg Propofol alle 10 Se- kunden) verabreicht wird.
Narkoseaufrechterhaltung
Bei der Narkoseaufrechterhaltung mittels kontinuierlicher Infusion müssen Dosierung und Infusionsgeschwindigkeit individuell angepasst werden. In der Regel liegt die Dosierung bei 4 – 12 mg Propofol/kg KG/h, um eine zufriedenstellende Anästhesie auf- rechtzuerhalten.
Bei älteren Patienten, bei Patienten in schlechtem Allgemeinzustand oder mit Hy- povolämie und bei Patienten der Risiko- gruppen ASA III und IV kann die Dosis von Disoprivan 2 % auf bis zu 4 mg Propofol/kg KG/h verringert werden.
Narkose bei Kindern ab 3 Jahren
Narkoseeinleitung
Zur Narkoseeinleitung wird Disoprivan 2 % langsam titriert, bis die klinischen Zeichen den Beginn der Narkose erkennen lassen. Die Dosis sollte dem Alter und/oder dem Körpergewicht angepasst werden. Die meis- ten Kinder über 8 Jahre benötigen zur Narkoseeinleitung ca. 2,5 mg Propofol/kg KG. Bei jüngeren Kindern kann die benötigte Dosis höher sein (2,5 – 4 mg Propofol/kg KG). Bei Patienten der Risikogruppe ASA III und IV werden geringere Dosen empfohlen (siehe 4.4).
Narkoseaufrechterhaltung
Die Aufrechterhaltung der benötigten Anäs- thesietiefe kann durch die Gabe von Diso- privan 2 % mittels Infusion erfolgen. Die er- forderlichen Dosierungsraten variieren be- trächtlich unter den Patienten, doch mit Dosen im Bereich von 9 – 15 mg Propofol/ kg KG/h wird in der Regel eine zufrieden- stellende Narkose erreicht. Bei jüngeren Kindern kann die benötigte Dosis höher sein.
Bei Patienten der Risikogruppe ASA III und IV werden geringere Dosen empfohlen (sie- he 4.4).
Über die Anwendung bei Kindern unter 3 Jahren liegen noch keine ausreichenden Erfahrungen vor.
Sedierung von Patienten über 16 Jahren im Rahmen der Intensivbehandlung Zur Sedierung von beatmeten Patienten während der Intensivbehandlung sollte Diso- privan 2 % als kontinuierliche Infusion ver- abreicht werden. Die Dosis richtet sich nach der gewünschten Tiefe der Sedierung. Normalerweise werden bei Dosierungen im Bereich von 0,3 – 4,0 mg Propofol/kg KG/h die gewünschten Sedierungstiefen erreicht (siehe 4.4).
Disoprivan 2 % darf im Rahmen einer Inten- sivbehandlung nicht zur Sedierung von Kindern im Alter von 16 Jahren oder jünger angewendet werden.
Die Verabreichung von Disoprivan 2 % mit- tels TCI-System wird nicht für die Sedie- rung im Rahmen der Intensivbehandlung empfohlen.
Sedierung von Erwachsenen bei chirur- gischen und diagnostischen Maßnahmen Während der Verabreichung von Disopri- van 2 % muss der Patient kontinuierlich auf Anzeichen von Blutdruckabfall, Atemwegs- obstruktion und Sauerstoffmangel über- wacht und die übliche Notfallausstattung für Zwischenfälle bereitgehalten werden.
Zur Einleitung werden im Allgemeinen 0,5 – 1,0 mg Propofol/kg KG über 1 – 5 Minu- ten verabreicht. Bei der Aufrechterhaltung wird die Dosierung durch die gewünschte Tiefe der Sedierung bestimmt und liegt im Allgemeinen zwischen 1,5 und 4,5 mg Pro- pofol/kg KG/h.
Bei Patienten der Risikogruppen ASA III und IV können eine langsamere Verabreichung und eine niedrigere Dosierung erforderlich sein. Auch bei Patienten über 55 Jahren kann eine niedrigere Dosierung notwendig sein.
Hinweis
Bei älteren Patienten sind zur Einleitung einer Narkose mit Disoprivan 2 % geringere Dosen erforderlich. Dabei sollten der Allge- meinzustand und das Alter des Patienten berücksichtigt werden. Die verringerte Dosis sollte langsamer verabreicht und entspre- chend der Reaktion titriert werden.
Auch bei der Anwendung von Disopri- van 2 % zur Aufrechterhaltung einer Narkose und zur Sedierung sollten die Infusionsrate und die gewählte Propofolkonzentration im Blut verringert werden.
Bei Patienten der Risikogruppen ASA III und IV ist eine weitere Erniedrigung der Dosis und der Infusionsrate erforderlich. Älteren Patienten sollten keine Bolusinjektionen (ein- zeln oder mehrfach) verabreicht werden, da Kreislauf- und Atemdepression die Folge sein können.
Sedierung von Kindern ab 3 Jahren bei chirurgischen und diagnostischen Maß- nahmen
Die Dosierung und die Dosierungsintervalle werden nach der erforderlichen Tiefe der Sedierung und dem klinischen Ansprechen gewählt. Für die Einleitung der Sedierung ist bei den meisten pädiatrischen Patienten eine Dosis von 1 – 2 mg Propofol/kg KG er- forderlich. Die Aufrechterhaltung der Sedie- rung erfolgt durch Titration von Disopri- van 2 % per Infusion bis zur gewünschten Sedierungstiefe. Bei den meisten Patienten sind 1,5 – 9 mg Propofol/kg KG/h erforderlich.
Bei Patienten der Risikogruppen ASA III und IV können geringere Dosen erforderlich sein.
Zur Sedierung im Rahmen einer Intensiv- behandlung von Kindern im Alter von 16 Jahren oder jünger darf Disoprivan 2 % nicht angewendet werden.
Art der Anwendung
Die gebrauchsfertige Spritze ist vor Ge- brauch zu schütteln.
Disoprivan 2 % enthält keine antimikrobiellen Konservierungsmittel, und aufgrund seiner Zusammensetzung wird das Wachstum von Mikroorganismen begünstigt. Die Emul- sion muss daher unverzüglich verwendet werden.
Sowohl für Disoprivan 2 % als auch für das verwendete Infusionsbesteck ist während der laufenden Infusion strenge Asepsis ein- zuhalten. Die Zugabe von Arzneimitteln oder Flüssigkeiten in die laufende Infusion von Disoprivan 2 % hat in der Nähe der Kanüle zu erfolgen. Bei der Verwendung von Disoprivan 2 % dürfen keine Bakterien- filter benutzt werden.
Wie bei Fettemulsionen üblich, darf die Dauer einer Infusion von Disoprivan 2 % aus einem Infusionssystem 12 Stunden nicht überschreiten. Bei Infusionsende, spätes- tens aber nach 12 Stunden, dürfen Reste von Disoprivan 2 % und das Infusionssystem nicht weiterverwendet werden; gegebenen- falls muss das Infusionssystem erneuert werden.
Mit anderen Injektions- und Infusionslösun- gen darf Disoprivan 2 % nicht gemischt werden. Es kann jedoch über ein Y-Stück an der Injektionsstelle in eine laufende 5%ige Glucose-, 0,9%ige physiologische Natriumchlorid- oder Glucose (4 %)/Natrium- chlorid (0,18 %)-Infusionslösung gegeben werden.
Zur Reduzierung des Injektionsschmerzes bei der Einleitung einer Narkose mit Dis- oprivan 2 % kann unmittelbar vor der Ver- abreichung Lidocain gespritzt werden.
Die Muskelrelaxanzien Atracurium und Mivacurium sollten nicht ohne vorheriges Durchspülen über denselben intravenösen Zugang wie Disoprivan 2 % verabreicht wer- den.
Der Inhalt einer gebrauchsfertigen Spritze und das jeweilige Infusionssystem sind nur zur einmaligen Anwendung bei einem Patienten bestimmt.
Fertigspritze
Disoprivan 2 % wird intravenös mittels Sprit- zenpumpe infundiert. Die Spritzenpumpe muss nach den Richtlinien der Med. GV zugelassen sein und u. a. die Verwendung von Becton-Dickinson („B-D”) 50/60 ml Glas- oder PLASTIPAK-Spritzen vorsehen.
Hinweise zur Anwendung der Fertig- spritze:
Asepsis ist streng einzuhalten! Das Äußere der Spritze und der Kolben sind nicht steril!
1. Der gläserne Spritzenzylinder wird ent- nommen, geschüttelt und die Plastik- kappe entfernt. Den Gummistopfen mit Alkoholspray oder einem mit Alkohol getränkten Tupfer reinigen und trocknen lassen.
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Der Luer-Ansatz wird der Packung ent- nommen. Die Nadelschutzhaube des Luer-Ansatzes wird entfernt.
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Der Luer-Ansatz wird fest auf das Behält- nis gedrückt, so dass die Nadel den Gummistopfen durchdringt und der An- satz die Bördelkappe vollständig ver- deckt.
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Der Kolbenstempel wird im Uhrzeigersinn so fest angeschraubt, dass bei der Ver- abreichung keine Emulsion austreten kann.
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Die Schutzvorrichtung des Luer-Ansatzes wird abgeschraubt und die Gasblasen werden entfernt (dabei kann eine kleine Gasblase zurückbleiben). Die Infusionslei- tung wird angeschraubt. Die gebrauchs-
fertige Spritze wird in die Spritzenpumpe eingesetzt.
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Die gebrauchsfertige Spritze enthält eine magnetische Kennung für Disoprivan 1 % bzw. Disoprivan 2 % zur Verwendung in Spritzenpumpen, die mit der DISOPRI- FUSOR-TCI-Software ausgestattet sind.
Verabreichung über das Infusionssystem DISOPRIFUSOR-TCI bei Erwachsenen Zur Einleitung und Aufrechterhaltung einer Narkose beim Erwachsenen kann Disoprivan 2 % auch über das Infusions- system DISOPRIFUSOR-TCI (Target Con- trolled Infusion) verabreicht werden. Dies ist nur möglich mit speziellen Infusionspumpen, die mit einer Software (DISOPRIFUSOR- TCI-Software), die die pharmakokinetischen Daten von Propofol enthält ausgerüstet sind. Das DISOPRIFUSOR-TCI-System kann nur nach Erkennung der elektronisch ge- kennzeichneten Fertigspritzen arbeiten, die Disoprivan 1 % oder 2 % Injektionslösung enthalten. Das DISOPRIFUSOR-TCI-System passt die Infusionsrate automatisch der eingestellten Disoprivan-Konzentration an, um die vom Arzt ausgewählte Disoprivan- Zielkonzentration zu erreichen.
Der Anästhesist muss mit dem Inhalt des Handbuchs der Infusionspumpe, dem Ver- fahren der Disoprivan-Anwendung mittels DISOPRIFUSOR-TCI und der korrekten Handhabung des Spritzenidentifikations- systems vertraut sein.
Die DISOPRIFUSOR-TCI-Systeme II und III ermöglichen eine kontrollierte Infusion, um eine Zielkonzentration im Blut zu erreichen. Das DISOPRIFUSOR-TCI-System III ermög- licht zusätzlich die Einstellung einer Ziel- konzentration am Wirkort (Gehirn).
Die Verabreichung von Disoprivan mittels DISOPRIFUSOR-TCI-System zur Einleitung und Aufrechterhaltung der Narkose ist auf erwachsene Patienten beschränkt. Das System darf nicht zur Sedierung und nicht bei Kindern angewendet werden.
Das DISOPRIFUSOR-TCI-System ermög- licht die Regulierung der gewünschten In- duktionszeit und Anästhesietiefe anhand der Eingabe und Anpassung der Zielkon- zentration. Die erzielte Blut- oder Wirkort- Konzentration von Propofol wird von dem DISOPRIFUSOR-TCI-System nach einem pharmakokinetischen Modell berechnet; das Ergebnis wird angezeigt. Bei Verwendung der Wirkort-Zielkonzentration wird eine ra- schere Induktion der Anästhesie erzielt als bei Einstellung der Blut-Zielkonzentration.
Das DISOPRIFUSOR-TCI-System basiert auf der Annahme, dass die initiale Propofol- konzentration im Blut des Patienten bezie- hungsweise am Wirkort Null ist. Es kann daher bei Patienten, die kürzlich Propofol erhalten haben, notwendig sein, bei Beginn der Infusion mit dem DISOPRIFUSOR-TCI- System eine niedrigere Anfangs-Zielkon- zentration vorzuwählen. Ebenso wird nach Abschalten der Infusionspumpe die sofor- tige Wiederaufnahme der Infusion über das DISOPRIFUSOR-TCI-Infusionssystem nicht empfohlen.
Die folgenden Abschnitte dienen als Orien- tierungshilfe für die Propofol-Zielkonzen- trationen.
Zum Erreichen der gewünschten Anästhe- sietiefe sollte die Zielkonzentration von Pro- pofol sowohl bei prämedizierten als auch bei nicht prämedizierten Patienten unter Berücksichtigung der patientenspezifischen Unterschiede hinsichtlich der Pharmakoki- netik und Pharmakodynamik gemäß dem Ansprechen des Patienten titriert werden.
Einleitung und Aufrechterhaltung der Narkose
Bei Erwachsenen unter 55 Jahren kann eine Anästhesie gewöhnlich mit Propofol-Ziel- konzentrationen im Blut im Bereich von 4 – 8 Mikrogramm/ml bzw. Propofol-Ziel- konzentrationen am Wirkort von 2,5 bis 4 Mikrogramm/ml induziert werden. Bei prä- medizierten Patienten werden initial eine Blut-Zielkonzentration von 4 Mikrogramm/ml bzw. eine Wirkort-Zielkonzentration von 2,5 Mikrogramm/ml empfohlen, bei nicht prämedizierten Patienten dagegen eine Blut-Zielkonzentration von 6 Mikrogramm/ml bzw. eine Wirkort-Zielkonzentration von 4 Mikrogramm/ml.
Die Induktionszeit liegt bei den genannten Blut-Zielkonzentrationen in der Regel zwi- schen 60 und 120 Sekunden. Höhere Blut- Zielkonzentrationen führen zu einem rasche- ren Narkoseeintritt, können jedoch mit einer stärkeren Kreislauf- und Atemde- pression verbunden sein. Bei Verwendung des Wirkort-Modus sind höhere Werte zur Erzielung einer rascheren Induktion nicht erforderlich und werden nicht empfohlen.
Bei Patienten über 55 Jahren und bei Pa- tienten der Risikogruppen ASA III und IV sollten initial niedrigere Konzentrationen an- gewendet werden. Bei Patienten der ASA- Klasse IV wird die Anwendung des Wirkort- Modus nicht empfohlen. Im Wirkort-Modus sollte initial eine Zielkonzentration von 0,5 – 1,0 Mikrogramm/ml angewendet wer- den. Zur Erreichung eines allmählichen Nar- koseeintritts können beide Zielkonzentra- tionen in Abständen von 1 Minute um jeweils 0,5 – 1,0 Mikrogramm/ml erhöht werden.
Im Allgemeinen ist eine ergänzende Anal- gesie notwendig. Die Dosis dieser beglei- tenden Analgetika reduziert die zur Auf- rechterhaltung der Anästhesie erforderliche Zielkonzentration von Disoprivan. Mit Pro- pofol-Zielkonzentrationen im Bereich von
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– 6 Mikrogramm/ml im Blut bzw. 2,5 bis
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Mikrogramm/ml am Wirkort kann norma- lerweise eine zufriedenstellende Anästhesie durchgeführt und aufrechterhalten werden.
Siehe Tabelle auf Seite 3
Die Patienten erwachen in der Regel bei einer Propofol-Konzentration von 1,0 – 2,0 Mikrogramm/ml. Die vorausbe- rechnete Propofol-Konzentration, die vom DISOPRIFUSOR-TCI-System angezeigt wird (sowohl beim Blut- als auch beim Wirkort- Zielkonzentration-Modus), erlaubt dem Arzt das Aufwachen zu prognostizieren. Der All- gemeinzustand des Patienten und die Be- gleitmedikation können die Konzentration von Propofol, bei der der Patient aufwacht, beeinflussen. Wenn die Zielkonzentrationen reduziert werden, unterbricht der DISOPRI- FUSOR vorübergehend die Infusion, damit die Propofol-Konzentration absinkt und der neue Zielwert rascher erreicht werden kann.
| Tabelle 1 | Einstellung der Zielkonzentration von Propofol bei Erwachsenen | |||
| Einstellung | 18 – 55 Jahre | 18 – 55 Jahreohne Vormedikation | 18 – 55 Jahremit Vormedikation | Über 55 Jahre oder ASA III & IV |
| Blut-Zielkonzentration | 4 bis 8 μg/ml | 6 μg/ml | 4 μg/ml | Reduzierung der Zielkonzentration |
| Wirkort-Zielkonzentration | 2,5 bis 4 μg/ml | 4 μg/ml | 2,5 μg/ml | 0,5 bis 1,0 μg/ml und0,5 bis 1,0 μg/ml Erhöhung nach Bedarf in Abständen von 1 Minute* |
* nicht empfohlen bei ASA IV Patienten
Zur richtigen Handhabung des DISO- PRIFUSOR-TCI-Systems ist das techni- sche Merkblatt genau zu beachten!
Das System darf nicht zur Sedierung und nicht bei Kindern angewendet werden.
Dauer der Anwendung
Disoprivan 2 % darf maximal 7 Tage lang bei einem Patienten angewendet werden.
Disoprivan 2 % darf nicht angewendet wer- den
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bei Überempfindlichkeit gegen den Wirk- stoff, Soja, Erdnuss oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Be- standteile,
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bei Kindern unter 3 Jahren zur Narkose,
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bei Patienten im Alter von 16 Jahren oder jünger zur Sedierung im Rahmen einer Intensivbehandlung (siehe Abschnitt 4.4).
Während der Anwendung von Disopri- van 2 % zur Sedierung bei chirurgischen und diagnostischen Maßnahmen muss der Patient kontinuierlich auf erste Anzeichen von Blutdruckabfall, Atemwegsobstruktion und Sauerstoffmangel überwacht werden.
Wie auch bei anderen Sedativa kann es bei der Anwendung von Disoprivan 2 % zur Sedierung zu Spontanbewegungen des Patienten während chirurgischer Eingriffe kommen. Bei Eingriffen, die einen unbeweg- lichen Patienten erfordern, können diese Bewegungen den Erfolg der Operation ge- fährden.
Es wurde über Missbrauch und Abhängig- keit von Propofol, vorwiegend bei medizi- nischem Fachpersonal, berichtet. Wie bei allen Arzneimitteln zur Allgemeinanästhesie darf die Anwendung nicht ohne Atemwegs- sicherung erfolgen, ansonsten besteht die Gefahr tödlicher respiratorischer Komplika- tionen.
Nach Disoprivan 2 % Anwendung ist vor der Entlassung die vollständige Erholung des Patienten von der Anästhesie sicher- zustellen.
In Einzelfällen kann es im Zusammenhang mit der Anwendung von Disoprivan 2 % zu einer Phase von postoperativer Bewusst- losigkeit kommen, die mit einem erhöhten Muskeltonus einhergehen kann. Ihr Auftre- ten ist unabhängig davon, ob der Patient zuvor wach war oder nicht. Obwohl das Bewusstsein spontan wiedererlangt wird,
ist der bewusstlose Patient unter intensiver Beobachtung zu halten.
Die durch Disoprivan 2 % bedingten Beein- trächtigungen sind meist nicht länger als 12 Stunden zu beobachten. Bei der Auf- klärung des Patienten über die Wirkung von Disoprivan 2 % und bei den folgenden Empfehlungen sollten die Art des Eingriffs, die Begleitmedikation, das Alter und der Zustand des Patienten mit in Betracht ge- zogen werden:
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Der Patient sollte nur in Begleitung nach Hause gehen.
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Der Patient sollte darauf hingewiesen werden, wann handwerkliche oder Ge- schicklichkeit verlangende risikoreiche Tätigkeiten (z. B. das Führen eines Fahr- zeugs) wieder ausgeführt werden können.
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Der Patient sollte darauf hingewiesen wer- den, dass die Einnahme anderer sedie- render Arzneimittel (z. B. Benzodiazepine, Opiate, Alkohol), die Beeinträchtigungen verlängern und verstärken kann.
Wie auch andere intravenöse Narkotika, sollte Disoprivan 2 % bei Patienten mit Herz-, Atem-, Nieren-, Leberfunktionsstö- rungen, Hypovolämie oder bei Patienten in reduziertem Allgemeinzustand langsamer als üblich verabreicht und mit besonderer Vorsicht angewendet werden (siehe 4.2). Herz-, Kreislauf- und Ateminsuffizienz so- wie Hypovolämie sind möglichst vor der Verabreichung zu kompensieren.
Schwer kardial geschädigten Patienten muss Disoprivan 2 % mit entsprechender Vorsicht und unter intensiver Überwachung verabreicht werden.
Ein ausgeprägter Blutdruckabfall kann die Gabe von Plasmaersatzmitteln, gegebenen- falls gefäßverengenden Mitteln und eine langsamere Verabreichung von Disopri- van 2 % erforderlich machen. Bei Patienten mit verminderter koronarer oder zere- braler Durchblutung oder mit Hypovolämie sollte die Möglichkeit eines massiven Blut- druckabfalls in Betracht gezogen werden.
Die Propofol-Clearance ist vom Blutfluss ab- hängig. Deshalb wird bei gleichzeitiger An- wendung von Arzneimitteln, die das Herz- zeitvolumen verringern, die Propofol-Clea- rance ebenfalls reduziert.
Propofol besitzt keine vagolytische Wirkung. Die Anwendung wurde mit dem Auftreten von Bradykardien mit gelegentlich schwe- rem Verlauf (Herzstillstand) in Zusammen- hang gebracht. Deshalb sollte in Situatio- nen, in denen ein hoher Vagotonus vor- herrscht oder Disoprivan 2 % mit anderen
Arzneimitteln verabreicht wird, die die Herz- frequenz senken können, die intravenöse Verabreichung eines Anticholinergikums vor bzw. während einer Narkose mit Disopri- van 2 % erwogen werden.
Bei Anwendung von Disoprivan 2 % bei Personen mit Epilepsie kann möglicherweise ein Krampfanfall ausgelöst werden.
Vor einer wiederholten oder längeren (> 3 Stunden) Anwendung von Propofol bei kleinen Kindern (< 3 Jahre) und Schwange- ren sollten Nutzen und Risiken der geplan- ten Prozedur berücksichtigt werden, da aus präklinischen Studien Berichte über Neuro- toxizität vorliegen, siehe Abschnitt 5.3.
Kinder und Jugendliche
Die Anwendung von Disoprivan 2 % bei Neugeborenen wird nicht empfohlen, da diese Patientengruppe nicht ausreichend untersucht wurde.
Pharmakokinetische Daten (siehe 5.2) wei- sen darauf hin, dass die Clearance bei Neugeborenen deutlich reduziert ist und individuell sehr stark variiert. Bei Anwen- dung von für ältere Kinder empfohlenen Dosen könnte eine Überdosierung auftreten und zu schwerwiegender Herz-Kreislauf- und Atemdepression führen (siehe 4.8).
Disoprivan 2 % wird bei Kindern unter 3 Jahren nicht empfohlen, da eine entspre- chende Titration von Disoprivan 2 % bei kleinen Kindern aufgrund des außeror- dentlich geringen benötigten Volumens nur schwer durchführbar ist.
Propofol darf nicht bei Patienten im Alter von 16 Jahren oder jünger zur Sedierung im Rahmen der intensivmedizinischen Behand- lung angewendet werden, da die Sicherheit und Wirksamkeit von Propofol zur Sedie- rung bei dieser Altersgruppe nicht nachge- wiesen wurde (siehe Abschnitt 4.3).
Hinweise zur intensivmedizinischen Be- treuung
Die Anwendung von Infusionen mit Propo- fol-Emulsion zur Sedierung im Rahmen der Intensivbehandlung wird in Zusammenhang mit einer Gruppe von Stoffwechselstörun- gen und Organversagen gebracht, die zum Tode führen können.
Des Weiteren wurde auch über ein kombi- niertes Auftreten der folgenden Nebenwir- kungen berichtet: metabolische Azidose, Rhabdomyolyse, Hyperkaliämie, Hepato- megalie, Nierenversagen, Hyperlipidämie, Herzrhythmusstörung, Brugada-EKG (sattel- oder zeltförmige ST-Strecken-Hebungen der
rechts präkordialen Ableitungen [V1 – V3] und eingebuchtete T-Welle) und/oder rasch progredientem Herzversagen, das für gewöhnlich nicht durch unterstützende inotropische Therapiemaßnahmen zu be- handeln war.
Die Kombination dieser Ereignisse wird als Propofol-Infusionssyndrom (PRIS) bezeich- net.
Diese Ereignisse wurden am häufigsten bei Patienten mit schweren Kopfverletzungen und bei Kindern mit Atemwegsinfektionen beobachtet, die höhere Dosen erhalten hatten, als es für Erwachsene zur Sedierung bei der Intensivbehandlung vorgesehen ist.
Die folgenden Faktoren werden als wesent- liche Risikofaktoren für die Entwicklung die- ser Komplikation angenommen:
Geringe Sauerstoffsättigung im Gewebe, schwere neurologische Schädigungen und/ oder Sepsis; hohe Dosen eines oder meh- rerer der im Folgenden aufgeführten Arznei- mittel: Vasokonstriktoren, Steroide, Inotro- pika und/oder Propofol (für gewöhnlich bei Dosierungen von > 4 mg Propofol/kg KG/h über mehr als 48 h).
Der verordnende Arzt sollte sich dieser möglichen unerwünschten Wirkungen bei Patienten mit den oben beschriebenen Ri- sikofaktoren bewusst sein und sofort die Anwendung von Propofol abbrechen, wenn Anzeichen der oben beschriebenen Symp- tome auftreten. Alle Sedativa und Arznei- mittel, die in der Intensivmedizin eingesetzt werden, sollten so titriert werden, dass die optimale Sauerstoffversorgung sicherge- stellt ist und die hämodynamischen Para- meter optimal erhalten bleiben. Bei diesen Änderungen in der Therapie sollen Patien- ten mit erhöhtem intrakraniellem Druck eine angemessene, die zerebrale Perfusion un- terstützende Behandlung erhalten. Der be- handelnde Arzt sollte darauf achten, dass die empfohlene Dosierung von 4 mg Propo- fol/kg KG/h möglichst nicht überschritten wird.
Auf Fettstoffwechselstörungen oder andere Erkrankungen, bei denen fetthaltige Emul- sionen mit Zurückhaltung angewendet wer- den sollten, ist zu achten.
Die Kontrolle der Fettstoffwechselparameter wird empfohlen, wenn Disoprivan 2 % bei Patienten angewendet wird, bei denen der Verdacht auf erhöhte Blutfettwerte besteht. Die Gabe von Disoprivan 2 % sollte entspre- chend angepasst werden, wenn die Über- prüfung eine Fettstoffwechselstörung an- zeigt. Bei Patienten, die gleichzeitig eine parenterale Fetternährung erhalten, ist die mit Disoprivan 2 % zugeführte Fettmenge zu berücksichtigen. 1,0 ml Disoprivan 2 % ent- hält 0,1 g Fett.
Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen Patienten mit mitochondrialen Erkrankun- gen sollten mit Vorsicht behandelt werden. Diese Patienten können anfällig für eine Exazerbation ihrer Erkrankung sein, wenn bei ihnen eine Anästhesie, ein chirurgischer Eingriff oder eine intensivmedizinische Be- handlung durchgeführt wird. Es wird emp- fohlen, bei diesen Patienten eine Normo- thermie aufrechtzuerhalten, Kohlenhydrate zuzuführen und sie gut mit Flüssigkeit zu
versorgen. Das frühe Erscheinungsbild der Exazerbation einer mitochondrialen Erkran- kung und des Propofol-Infusionssyndroms können ähnlich sein.
Disoprivan 2 % enthält keine antimikrobiel- len Konservierungsmittel, und aufgrund sei- ner Zusammensetzung wird das Wachstum von Mikroorganismen begünstigt.
Natriumedetat bildet mit Metallionen, ein- schließlich Zink, Chelatkomplexe und ver- ringert so das Wachstum von Mikroorga- nismen. Bei längerer Verabreichung von Disoprivan 2 % sollte der Bedarf an zusätz- lichem Zink berücksichtigt werden, vor allem bei Patienten mit einer Prädisposition für Zinkmangel, z. B. bei Verbrennungen, Durch- fall und/oder schwerer Sepsis.
Wird Disoprivan 2 % mit Lidocain zusammen verabreicht, ist zu beachten, dass Lidocain nicht bei hereditärer akuter Porphyrie ver- abreicht werden darf.
Disoprivan 2 % enthält Natrium
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Durchstech- flasche / Fertigspritze, d. h., es ist nahezu
„natriumfrei“.
Disoprivan 2 % ist kompatibel mit anderen in der Anästhesie verwendeten Mitteln (Prä- medikation, Muskelrelaxanzien, Inhalations- anästhetika, Analgetika, Lokalanästhetika). Bei regionalanästhesiologischen Verfahren können geringere Dosen von Disoprivan 2 % erforderlich sein. Anzeichen für schwerwie- gende Wechselwirkungen ergaben sich bisher nicht.
Einige der genannten Mittel können den Blutdruck senken oder die Atmung beein- trächtigen, so dass es bei der Anwendung von Disoprivan 2 % zu additiven Effekten kommen kann. Bei Patienten, die mit Rifam- picin behandelt wurden, ist über einen aus- geprägten Blutdruckabfall bei einer mit Propofol induzierten Anästhesie berichtet worden.
Bei einer zusätzlichen Opiatprämedikation kann Apnoe vermehrt und zeitlich verlän- gert auftreten.
Bei Patienten, die Valproat einnehmen, wurde die Notwendigkeit niedrigerer Pro- pofol-Dosen beobachtet. Bei gleichzeitiger Anwendung kann eine Reduzierung der Pro- pofol-Dosis in Betracht gezogen werden.
Es wurde beobachtet, dass Patienten, die Midazolam anwenden, eine niedrigere Pro- pofol-Dosis benötigen. Die gleichzeitige An- wendung von Midazolam mit Propofol führt wahrscheinlich zu einer verstärkten Sedie- rung und Atemdepression. Bei gleichzeiti- ger Anwendung sollte eine Dosisreduktion von Propofol in Betracht gezogen werden.
Schwangerschaft
Die Sicherheit von Propofol während der Schwangerschaft ist nicht belegt. Tierexpe- rimentelle Studien haben eine Reproduk- tionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Daher sollte Disoprivan 2 % während der Schwangerschaft nur bei eindeutiger Not- wendigkeit angewendet werden.
Disoprivan 2 % ist plazentagängig und kann bei Neugeborenen mit einer Depression der Vitalfunktionen in Zusammenhang gebracht werden (siehe auch 5.3). Propofol kann als Narkosemittel bei einem Schwangerschafts- abbruch eingesetzt werden.
Hohe Dosierungen (mehr als 2,5 mg Pro- pofol/kg KG für die Einleitung bzw. 6 mg Propofol/kg KG/h für die Aufrechterhaltung der Anästhesie) sollten vermieden werden.
Stillzeit
Studien mit stillenden Frauen haben ge- zeigt, dass Propofol in geringen Mengen in die Muttermilch übergeht. Mütter sollten daher bis zu 24 Stunden nach der Gabe von Propofol mit dem Stillen aussetzen und die entsprechende Muttermilch verwerfen.
Nach der Verabreichung von Disoprivan 2 % sollte der Patient über einen angemessenen Zeitraum beobachtet werden. Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass die Fähigkeit am Straßenverkehr teilzuneh- men und Maschinen zu bedienen, einige Zeit nach der Verabreichung von Disoprivan 2 % eingeschränkt sein kann. Disoprivan-be- dingte Beeinträchtigungen sind meist nicht länger als 12 Stunden zu beobachten (sie- he Abschnitt 4.4). Der Patient darf nur in Begleitung nach Hause gehen und keinen Alkohol trinken.
Die Einleitung und Aufrechterhaltung von Narkosen und die Sedierung mit Propofol ist in der Regel sanft, mit nur wenigen Anzei- chen von Exzitation. Die am häufigsten be- richteten Nebenwirkungen sind pharmako- logisch vorhersehbare Effekte von Narkotika/ Sedativa, wie z. B. Hypotension und Atem- depression. Die Art, der Schweregrad und die Häufigkeit dieser Effekte, die bei Patien- ten bei Anwendung von Propofol beobach- tet wurden, sind abhängig vom Gesund- heitszustand der Patienten, der Art des Ein- griffs, sowie den ergriffenen therapeutischen Maßnahmen.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwir- kungen werden folgende Kategorien zu- grunde gelegt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10 000 bis
< 1/1000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der ver- fügbaren Daten nicht abschätzbar).
Es wurden besonders die folgenden Ne- benwirkungen beobachtet:
Siehe Tabelle auf Seite 5
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwir- kungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuier- liche Überwachung des Nutzen-Risiko-Ver- hältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,
| Systemorganklassen | Häufigkeitsangaben | Nebenwirkungen |
| Erkrankungen des Immunsystems | Sehr selten | schwerwiegende allergische Reaktionen (Anaphylaxie), die Angioödeme, Bronchospasmus, Erytheme und Hypotension beinhalten können |
| Nicht bekannt | anaphylaktischer Schock | |
| Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen | Nicht bekannt | Metabolische Azidose5, Hyperkaliämie5, Hyperlipidämie5 |
| Psychiatrische Erkrankungen | Nicht bekannt | euphorische Stimmung in der Aufwachphase, Arzneimittel-Missbrauch und Arzneimittel-Abhängigkeit8 |
| Erkrankungen des Nervensystems | Häufig | Spontanbewegungen und Muskelzuckungen während der Narkoseeinlei- tung, Kopfschmerzen während der Aufwachphase |
| Selten | Schwindelgefühl, Frösteln und Kälteempfindungen während der Aufwach- phase, epilepsieähnliche Anfälle mit Krämpfen und Opisthotonus während Einleitung, Aufrechterhaltung und Aufwachphase (sehr selten um Stunden bis einige Tage verzögert) | |
| Sehr selten | postoperative Bewusstlosigkeit (siehe auch 4.4) | |
| Nicht bekannt | unwillkürliche Bewegungen | |
| Herzerkrankungen | Häufig | Bradykardie1 |
| Sehr selten | Lungenödeme | |
| Nicht bekannt | Arrhythmien5, Herzversagen5,7 | |
| Gefäßerkrankungen | Häufig | Hypotension2 |
| Gelegentlich | Thrombose und Phlebitis | |
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums | Häufig | Hyperventilation und Husten während der Narkoseeinleitung, vorüber- gehende Apnoe während der Narkoseeinleitung |
| Gelegentlich | Husten während der Aufrechterhaltung | |
| Selten | Husten während der Aufwachphase | |
| Nicht bekannt | Atemdepression (dosisabhängig) | |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Häufig | Singultus während der Einleitung, Übelkeit und Erbrechen in der Aufwach- phase |
| Sehr selten | Pankreatitis | |
| Leber- und Gallenerkrankungen | Nicht bekannt | Hepatomegalie5, Hepatitis, akutes Leberversagen10 |
| Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen | Nicht bekannt | Rhabdomyolyse3,5 |
| Erkrankungen der Nieren und der Harnwege | Sehr selten | Verfärbung des Urins nach längerer Gabe von Disoprivan 2 % |
| Nicht bekannt | Nierenversagen5 | |
| Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse | Sehr selten | sexuelle Enthemmtheit |
| Nicht bekannt | Priapismus | |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Sehr häufig | lokale Schmerzen bei der ersten Injektion4 |
| Häufig | Hitzewallungen während der Narkoseeinleitung | |
| Sehr selten | schwere Gewebereaktionen und Gewebenekrosen9 nach versehentlicher extravaskulärer Applikation | |
| Nicht bekannt | Lokale Schmerzen, Schwellung nach versehentlicher extravaskulärer Applikation | |
| Untersuchungen | Nicht bekannt | Brugada-EKG5,6 |
| Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen | Sehr selten | postoperatives Fieber |
Nach gleichzeitiger Gabe von Lidocain können folgende Nebenwirkungen auftreten: Schwindel, Erbrechen, Benommenheit, Konvulsionen, Brady- kardie, Arrhythmien und Schock.
Sojaöl kann allergische Reaktionen hervorrufen.
1 Schwere Bradykardien sind selten, es wurde in einzelnen Fällen von einer Progression bis hin zur Asystolie berichtet.
2 Gelegentlich kann ein Blutdruckabfall Volumenersatz und die Reduktion der Applikationsgeschwindigkeit von Disoprivan 2 % nötig machen.
3 Sehr selten wurde über Rhabdomyolyse berichtet, wenn Disoprivan 2 % zur Sedierung im Rahmen der Intensivbehandlung in höheren Dosen als
4 mg Propofol/kg KG/h verabreicht wurde.
4 Weitgehend vermeidbar durch die gleichzeitige Verabreichung von Lidocain und durch Verabreichung in größere Venen des Unterarms oder der Ellenbeugengrube.
5 Eine Kombination dieser Ereignisse, die auch „Propofol-Infusionssyndrom“ genannt wird, tritt bei schwer erkrankten Patienten auf, die oft mehrere Risikofaktoren für die Entwicklung dieser Ereignisse haben (siehe auch 4.4).
6 Brugada-Syndrom – erhöhte ST-Strecke und eingebuchtete T-Welle im EKG.
7 Rasch progredientes Herzversagen (in einigen Fällen mit tödlichem Ausgang) bei Erwachsenen, das für gewöhnlich nicht durch unterstützende inotropische Therapiemaßnahmen zu behandeln war.
8 Missbrauch und Abhängigkeit von Propofol, vorwiegend durch medizinisches Fachpersonal.
9 In Fällen, bei denen die Lebensfähigkeit des Gewebes beeinträchtigt war, wurde über Nekrosen berichtet.
10 Sowohl nach Langzeit- als auch nach Kurzzeitbehandlung und bei Patienten ohne zugrundeliegende Risikofaktoren.
jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medi- zinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt- Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Pharmakologische Eigenschaften - Disoprivan 2 %
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Allgemeinanästhetika
ATC-Code: N01A X10
Nach i. v.-Injektion von Disoprivan 2 % tritt rasch eine hypnotische Wirkung ein. Die Einleitungszeit ist abhängig von der Injek- tionsgeschwindigkeit und beträgt in der Regel 30 – 40 Sekunden. Die Wirkdauer ist infolge rascher Metabolisierung und Aus- scheidung kurz (4 – 6 Minuten). Der Wirk- mechanismus ist wie bei allen Allgemein- anästhetika nicht vollständig bekannt. Es wird jedoch angenommen, dass Propofol seine sedative bzw. anästhesierende Wir- kung durch eine positive Modulation der hemmenden Wirkung des Neurotransmit- ters GABA über ligandengesteuerte GA- BAA-Rezeptoren hervorruft.
Bei Beachtung der Dosierungsrichtlinien kann eine klinisch relevante Kumulation von Propofol nach mehrfach wiederholter Injek- tion oder Infusion ausgeschlossen werden. Die meisten Patienten erwachen rasch zu klarem Bewusstsein.
Begrenzte Studien zur Wirkdauer einer Narkose mit Propofol bei Kindern weisen darauf hin, dass die Sicherheit und die Wirksamkeit bis zu einer Wirkdauer von 4 Stunden unverändert bleiben.
Literaturhinweise zur Anwendung von Pro- pofol bei Kindern zeigen auch bei der An- wendung von Propofol bei längeren Be- handlungen keine Veränderungen hinsicht- lich Sicherheit und Wirksamkeit.
Die bei der Einleitung der Narkose gele- gentlich beobachtete Bradykardie und der Blutdruckabfall sind wahrscheinlich auf einen zentralen vagotonen Effekt oder auf eine Hemmung der Sympathikusaktivität zurück- zuführen. Die Herz-Kreislauf-Situation norma- lisiert sich in der Regel bei Fortführung der Narkose.
Propofol ist zu 98 % an Plasmaeiweiß ge- bunden. Nach i. v.-Gabe ist der initiale Blut- spiegelverlauf (Alpha-Phase) wegen der schnellen Verteilung im Organismus durch einen starken Abfall gekennzeichnet. Die Halbwertszeit der Alpha-Phase beträgt 1,8 – 4,1 Minuten.
In der Eliminations- oder Beta-Phase er- folgt der Blutspiegelabfall langsamer. Die
Halbwertszeit für diese Phase wurde mit 34 – 64 Minuten errechnet.
Über einen längeren Beobachtungszeitraum kann ein sogenanntes tiefes Kompartiment identifiziert werden. Die Halbwertszeit für diese Phase (Gamma-Phase) des Blutspie- gelverlaufs beträgt 184 – 382 Minuten.
Das initiale Verteilungsvolumen V beträgt 22 – 76 l, das gesamte Verteilungsvolumen Vdβ 387 – 1587 l.
Propofol hat ein großes Verteilungsvolumen und wird vom Körper schnell eliminiert (Ge- samtclearance: 1,5 – 2 l/min). Die Elimina- tion erfolgt durch Metabolisierung haupt- sächlich in der Leber, wo in Abhängigkeit vom Blutfluss inaktive Konjugate von Pro- pofol und dem korrespondierenden Hydro- chinon gebildet werden, die renal ausge- schieden werden.
Nach einer intravenösen Einzeldosis von 3 mg Propofol/kg stieg die Propofol-Clea- rance pro kg Körpergewicht in Abhängig- keit vom Alter wie folgt an: Die mittlere Clearance war bei Neugeborenen < 1 Mo- nat (n = 25) mit 20 ml/kg/min deutlich ge- ringer im Vergleich zu älteren Kindern (n = 36, im Alter von 4 Monaten bis 7 Jah- ren). Bei den Neugeborenen wiesen die Da- ten darüber hinaus eine erhebliche Variabi- lität untereinander auf (3,7 – 78 ml/kg/min). Aufgrund dieser begrenzten Studienergeb- nisse, die auf eine große Variabilität hinwei- sen, kann keine Dosierungsempfehlung für diese Altersklasse gegeben werden.
Bei älteren Kindern betrug die mittlere Clearance von Propofol nach einer einzel- nen Bolusgabe von 3 mg Propofol/kg 37,5 ml/kg/min bei Kindern im Alter von 4 – 24 Monaten (n = 8), 38,7 ml/kg/min bei Kindern im Alter von 11 – 43 Monaten (n = 6), 48 ml/kg/min bei Kindern im Alter von 1 – 3 Jahren (n = 12) und 28,2 ml/kg/min bei Kindern im Alter von 4 – 7 Jahren (n = 10). Im Vergleich betrug die mittlere Clearance bei Erwachsenen 23,6 ml/kg/min (n = 6).
Propofol wird überwiegend in der Leber metabolisiert. Als Metabolite werden Glu- kuronide des Propofols und Glukuronide sowie Sulfatkonjugate von 2,6-Diisopro- pyl-1,4-Chinol gefunden.
40 % der verabreichten Dosis liegen in Form des Glukuronids von Propofol vor. Alle Meta- bolite sind inaktiv. Ca. 88 % des applizier- ten Propofols werden in Form von Metabo- liten im Urin ausgeschieden, ca. 0,3 % un- verändert im Stuhl.
Bioverfügbarkeit:
I. v.-Verabreichung: 100 %