Levocetirizin TAD® 5 mg Filmtabletten
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Gluten/Laktose
Laktose: Ja
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Fachinfo - Levocetirizin 5 mg
Zur symptomatischen Behandlung der aller-gischen Rhinitis (einschließlich persistieren-der allergischer Rhinitis) und Urtikaria bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren.
Dosierung
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren: Die empfohlene Tagesdosis beträgt 5 mg (1 Filmtablette).
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten mit mäßiger bis schwe-rer Niereninsuffizienz (siehe unten „Nieren-funktionsstörung“) sollte die Dosis ange-passt werden.
Nierenfunktionsstörung:
Die Dosisintervalle sind je nach Nierenfunktion individuell einzustellen (eGFR (estimated Glomerular Filtration Rate). Die Dosisanpas-sung sollte gemäß der folgenden Tabelle vorgenommen werden.
Dosisanpassung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
| Gruppe | eGFR (ml/min) | Dosis und Einnahmehäufigkeit |
| Normale Nierenfunktion | ≥ 90 | 1 Filmtablette täglich |
| Leichte Niereninsuffizienz | 60 –< 90 | 1 Filmtablette täglich |
| Mäßige Niereninsuffizienz | 30 – < 60 | 1 Filmtablette alle 2 Tage |
| Schwere Niereninsuffizienz | 15 – < 30(nicht dialysepflichtig) | 1 Filmtablette alle 3 Tage |
| Terminale Niereninsuffizienz | < 15(dialysepflichtig) | kontraindiziert |
Bei Kindern mit eingeschränkter Nieren-funktion muss die Dosis individuell unter Berücksichtigung der renalen Clearance und des Körpergewichts des Patienten angepasst werden. Es gibt keine spezifischen Daten für Kinder mit eingeschränkter Nierenfunktion.
Leberfunktionsstörung:
Bei Patienten mit ausschließlich einge-schränkter Leberfunktion ist keine Dosisan-passung erforderlich. Bei Patienten mit gleichzeitig eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion ist die Dosis anzupassen (siehe oben „Nierenfunktionsstörung“).
Kinder und Jugendliche
Kinder von 6 bis 12 Jahren:
Die empfohlene Tagesdosis beträgt 5 mg (1 Filmtablette).
Für Kinder von 2 bis 6 Jahren ist mit den Filmtabletten keine geeignete Dosisanpas-sung möglich. Es wird empfohlen, eine pä-diatrische Darreichungsform von Levoceti-rizin zu verwenden.
Art der Anwendung
Die Filmtablette sollte unzerkaut mit Flüs-sigkeit zu oder unabhängig von den Mahl-zeiten eingenommen werden. Es wird emp-fohlen, die Tagesdosis auf einmal einzuneh-men.
Dauer der Anwendung:
Intermittierende allergische Rhinitis (Symp-tome an weniger als 4 Tagen pro Woche oder an weniger als 4 Wochen pro Jahr) muss entsprechend der Erkrankung und ih-rer Vorgeschichte behandelt werden; die Be-handlung kann abgesetzt werden, sobald die Symptome verschwunden sind, und wieder aufgenommen werden, wenn Symptome wiederkehren. Bei persistierender allergi-scher Rhinitis (Symptome an mehr als 4 Ta-gen pro Woche und an mehr als 4 Wochen pro Jahr) kann dem Patienten während der Kontaktzeit mit den Allergenen eine konti-nuierliche Therapie vorgeschlagen werden.
Klinische Erfahrungen mit Levocetirizin lie-gen für eine Behandlungsdauer von mindes-tens 6 Monaten vor. Bei chronischer Urtika-ria und chronisch allergischem Schnupfen liegen klinische Erfahrungen zur Anwen-dung für Cetirizin (Razemat) bis zu einem Jahr vor.
Überempfindlichkeit gegen Levocetirizin, Cetirizin, Hydroxyzin, andere Piperazinde-rivate oder einen der in Abschnitt 6.1 ge-nannten sonstigen Bestandteile.
Patienten mit Nierenerkrankung im Endsta-dium, die eine geschätzte glomeruläre Filt-rationsrate (eGFR) unter 15 ml/min haben und dialysepflichtig sind.
Bei Patienten mit Risikofaktoren für ein Harnverhalten (z. B. bei Rückenmarksver-letzung, Prostatahyperplasie) ist Vorsicht geboten, da das Risiko einer Harnretention durch Levocetirizin erhöht werden kann.
Vorsicht ist bei Patienten mit Epilepsie und bei Patienten mit Krampfrisiko angezeigt, da Levocetirizin Krampfanfälle verstärken kann.
Die Reaktionen auf Hauttests zum Nachweis von Allergien werden durch Antihistami-nika unterdrückt. Deshalb ist vor deren Durchführung eine Auswaschphase (von 3 Tagen) erforderlich.
Nach Absetzen von Levocetirizin kann Pruritus auftreten, auch wenn diese Symp-tome vor Behandlungsbeginn nicht vorhan-den waren. Die Symptome können spontan verschwinden. In einigen Fällen können die
FachinformationLevocetirizin TAD® 5 mg Filmtablette
Symptome sehr intensiv sein und eine Wie-deraufnahme der Behandlung erfordern. Nach Wiederaufnahme der Behandlung soll-ten die Symptome verschwinden
Kinder und Jugendliche
Für Kinder unter 6 Jahren wird die Anwen-dung der Filmtabletten nicht empfohlen, da mit dieser Darreichungsform keine geeig-nete Dosisanpassung möglich ist. Es wird empfohlen, eine pädiatrische Darreichungs-form von Levocetirizin zu verwenden.
Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patien-ten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Mit Levocetirizin wurden keine Studien zu Wechselwirkungen durchgeführt (auch keine Studien mit CYP3A4-Induktoren); in Studien mit dem Razemat Cetirizin wurde gezeigt, dass keine klinisch relevanten Wechselwirkungen (mit Antipyrin, Azithro-mycin, Cimetidin, Diazepam, Erythromy-cin, Glipizid, Ketoconazol) und Pseudo-ephedrin auftreten. Bei einer Studie mit mehrtägiger Gabe von Theophyllin (400 mg täglich) wurde eine geringe Abnahme der Cetirizin-Clearance (16 %) beobachtet, während die Verfügbarkeit von Theophyllin durch die gleichzeitige Cetirizin-Gabe nicht verändert wurde. Bei einer Studie mit Mehr-fachgabe von Ritonavir (600 mg zweimal täglich) und Cetirizin (10 mg täglich) wurde das Ausmaß der Cetirizinexposition um etwa 40 % gesteigert, während die Verfüg-barkeit von Ritonavir bei gleichzeitiger Cetirizingabe leicht (-11 %) verändert wurde.
Das Ausmaß der Resorption von Levocetiri-zin wird durch gleichzeitige Nahrungsauf-nahme nicht verringert, obwohl die Resorp-tionsgeschwindigkeit abnimmt.
Bei empfindlichen Patienten könnte die gleichzeitige Gabe von Cetirizin oder Levocetirizin und Alkohol bzw. anderen zentral dämpfenden Mitteln zu einer zusätz-lichen Verminderung der Wachsamkeit und zu einer verminderten Leistungsfähigkeit führen.
Schwangerschaft
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte klinische Erfahrungen (weniger als 300 Schwangerschaftsausgänge) mit der An-wendung von Levocetirizin bei Schwange-ren vor. Weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (mehr als 1000 Schwangerschaftsausgänge) deuten jedoch nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale Toxizität mit Cetirizin, dem Racemat von Levocetirizin hin. Tierexperi-mentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschäd-liche Wirkungen in Bezug auf Schwanger-schaft, embryonale/fetale Entwicklung, Ent-bindung oder postnatale Entwicklung (siehe Abschnitt 5.3).
Falls notwendig, kann eine Anwendung von Levocetirizin während der Schwangerschaft in Betracht gezogen werden.
Stillzeit
Cetirizin, das Racemat von Levocetirizin, geht beim Menschen in die Muttermilch über. Daher ist ein Übergang von Levoceti-rizin in die Muttermilch wahrscheinlich. Ne-benwirkungen von Levocetirizin können bei gestillten Säuglingen/Kindern auftreten. Da-her ist bei der Verschreibung von Levoceti-rizin für stillende Mütter Vorsicht geboten.
Fertilität
Für Levocetirizin sind keine klinischen Da-ten verfügbar.
Vergleichende klinische Studien ergaben für Levocetirizin bei Einnahme in der empfoh-lenen Dosierung keinen Hinweis auf eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, des Reaktionsvermögens und der Fahrtüch-tigkeit. Allerdings kann bei einigen Patien-ten unter der Therapie mit Levocetirizin Somnolenz, Müdigkeit und Abge- schlagen-heit auftreten. Daher sollen Patienten, die Auto fahren, ohne sicheren Halt arbeiten oder Maschinen bedienen, die individuelle Reaktion auf das Arzneimittel berücksichti-gen.
Klinische Studien
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren In klinischen Studien bei Frauen und Män-nern im Alter von 12-71 Jahren traten bei 15,1 % der Patienten der Levocetirizin 5 mg-Gruppe Nebenwirkungen auf, vergli-chen mit 11,3 % in der Placebo-Gruppe. 91,6 % dieser Nebenwirkungen waren leicht bis mäßig.
In klinischen Studien betrug der Anteil der Patienten, die aufgrund von unerwünschten Wirkungen die Studie frühzeitig abbrachen, 1,0 % (9/935) unter 5 mg Levocetirizin und 1,8 % (14/771) unter Placebo.
An klinisch therapeutischen Studien mit Levocetirizin nahmen 935 Patienten teil, die das Arzneimittel in der empfohlenen Tages-dosis von 5 mg einnahmen. Bei Zusammen-fassung dieser Daten ergab sich folgende In-zidenz von Nebenwirkungen mit einer Häu-figkeit von mindestens 1% (häufig: ≥ 1/100,
< 1/10) unter 5 mg Levocetirizin bzw. Pla-cebo:
| Preferred Term (WHOART) | Plazebo (n = 771) | 5 mg Levocetirizin(n = 935) |
| Kopfschmerzen | 25 (3,2 %) | 24 (2,6 %) |
| Somnolenz | 11 (1,4 %) | 49 (5,2 %) |
| Mundtrockenheit | 12 (1,6 %) | 24 (2,6 %) |
| Müdigkeit | 9 (1,2 %) | 23 (2,5 %) |
Weiterhin wurde gelegentlich (≥1/1000,
<1/100) das Auftreten von Nebenwirkungen wie Abgeschlagenheit und Bauchschmerzen beobachtet.
Sedierende Nebenwirkungen wie Somno-lenz, Müdigkeit und Abgeschlagenheit tra-
ten danach unter 5 mg Levocetirizin insge-samt häufiger (8,1 %) auf als unter Place-bogabe (3,1 %).
Kinder und Jugendliche
In 2 plazebokontrollierten Studien mit Kin-dern und Jugendlichen zwischen 6 und 11 Monaten und im Alter von 1 Jahr bis unter
6 Jahren wurden 159 Patienten Levocetirizin in Dosierungen von 1,25 mg täglich für 2 Wochen beziehungsweise 1,25 mg zweimal täglich verabreicht. Die folgenden Neben-wirkungshäufigkeiten wurden mit einer In-zidenzrate von 1 % oder größer unter Levocetirizin oder Plazebo angezeigt.
FachinformationLevocetirizin TAD® 5 mg Filmtablette
Systemorganklassen und Preferred Term Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Plazebo (n = 83) Levocetirizin (n = 159)Diarrhö 0 3 (1,9 %)
Erbrechen 1 (1,2 %) 1 (0,6 %)
Obstipation 0 2 (1,3 %)
Erkrankungen des NervensystemsSomnolenz 2 (2,4 %) 3 (1,9 %)
Psychiatrische ErkrankungenSchlafstörungen 0 2 (1,3 %)
Doppelblinde, plazebokontrollierte Studien wurden an 243 Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren mit Dosen von 5 mg Levocetirizin täglich über einen variablen Zeitraum von
weniger als 1 Woche bis zu 13 Wochen durchgeführt. Die folgenden Nebenwir-
kungshäufigkeiten wurden mit einer Inzi-denzrate von 1 % oder größer unter Levocetirizin oder Plazebo angezeigt.
| Preferred Term | Plazebo (n = 240) | Levocetirizin 5 mg(n = 243) |
| Kopfschmerzen | 5 (2,1 %) | 2 (0,8 %) |
| Somnolenz | 1 (0,4 %) | 7 (2,9 %) |
Wie in den Abschnitten 4.2 und 4.4 darge-legt, ist zu beachten, dass, auch wenn die in diesem Abschnitt dargestellten klinischen Daten für Kinder im Alter von 6 Monaten bis 12 Jahren vorliegen, keine ausreichenden Daten zur Verfügung stehen, um die Verab-reichung des Produkts an Säuglinge und Kleinkinder im Alter von weniger als 2 Jah-ren zu unterstützen.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwir-kungen werden folgende Kategorien zu-grunde gelegt: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1000
bis < 1/100); selten (≥ 1/10000 bis < 1/1000); sehr selten (< 1/10000); nicht be-kannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfüg-baren Daten nicht abschätzbar).
Erfahrungen seit Markteinführung Nebenwirkungen seit Markteinführung wer-den nach Systemorganklassen und nach Häufigkeiten aufgeführt.
| Nicht bekannt | |
| Erkrankungen des Immunsystems: | Überempfindlichkeitsreaktionen inkl. Anaphylaxie |
| Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen | Appetitsteigerung |
| Psychiatrische Erkrankungen | Aggression, Erregung, Halluzinationen, Depression, Schlaflosigkeit, Suizidgedan-ken, Albträume |
| Erkrankungen des Nervensystems | Konvulsion, Parästhesie, Schwindelgefühl, Synkope, Tremor, Geschmacksstörung |
| Augenerkrankungen | Sehstörungen, verschwommenes Sehen, Okulogyration |
| Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths | Vertigo |
| Herzerkrankungen | Palpitationen, Tachykardie |
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustrau-mes und Mediastinums | Dyspnoe |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes | Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö |
| Leber- und Gallenerkrankungen | Hepatitis |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhaut-zellgewebes | Angioneurotisches Ödem, fixes Arzneimittelexanthem, Pruritus, Rash, Urtikaria |
| Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Kno-chenerkrankungen | Myalgie, Arthralgie |
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | Dysurie, Harnretention |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Ödeme |
| Untersuchungen | Gewichtszunahme, abnorme Leberfunktionstests |
Beschreibung bestimmter Nebenwirkungen Nach Beendigung der Levocetirizin-An-wendung wurde über Pruritus berichtet.
Meldung des Verdachts auf Nebenwir-kungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwir-kungen nach der Zulassung ist von großer
Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuier-liche Überwachung des Nutzen-Risiko-Ver-hältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung
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dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Symptome
Symptome einer Überdosierung umfassen bei Erwachsenen Schläfrigkeit, bei Kindern kann initial Agitiertheit und Ruhelosigkeit, gefolgt von Schläfrigkeit auftreten.
Maßnahmen bei Überdosierung.
Für Levocetirizin ist kein spezifisches Ge-genmittel bekannt.
Im Falle einer Überdosierung wird eine symptomatische oder unterstützende Be-handlung empfohlen. Eine Magenspülung kann in Betracht gezogen werden, sofern die Einnahme des Arzneimittels noch nicht lange zurückliegt. Levocetirizin ist nur un-vollständig dialysierbar.
Pharmakologische Eigenschaften - Levocetirizin 5 mg
ATC-Code: R06A E09
Wirkmechanismus
Levocetirizin, das (R)-Enantiomer von Ceti-rizin, ist ein potenter, selektiver, peripherer H1-Rezeptorantagonist.
Bindungsstudien haben ergeben, dass Levocetirizin eine hohe Affinität zu huma-nen H1-Rezeptoren hat (Ki = 3,2 nmol/l). Die Affinität von Levocetirizin ist damit doppelt so hoch wie die von Cetirizin (Ki = 6,3 nmol/l). Levocetirizin dissoziiert von den H1-Rezeptoren mit einer Halbwertszeit von 115 ± 38 min.
Die Rezeptorbesetzung von Levocetirizin betrug nach einmaliger Anwendung 90 % nach 4 Stunden und 57 % nach 24 Stunden.
In pharmakodynamischen Studien bei ge-sunden Probanden wurde gezeigt, dass Levocetirizin in nur halber Dosierung von Cetirizin sowohl auf der Haut als auch in der Nase eine mit Cetirizin vergleichbare Wir-kung hat.
Pharmakodynamische Wirkungen
Die pharmakodynamische Aktivität von Levocetirizin wurde in randomisierten, kon-trollierten Studien untersucht:
In einer Vergleichsstudie zu den Wirkungen von Levocetirizin 5mg, Desloratadin 5 mg und Placebo auf die histamininduzierte Erythem- und Quaddelbildung führte die
Levocetirizin-Therapie im Vergleich zu Pla-cebo und Desloratadin zu einer signifikant reduzierten Erythem- und Quaddelbildung, die in den ersten 12 Stunden am ausgepräg-testen war und 24 Stunden lang anhielt (p<0,001).
In placebokontrollierten Studien wurde mit-tels Modell der Allergenprovokationskam-mer für Levocetirizin 5 mg zur Kontrolle von polleninduzierten Symptomen der Wir-kungseintritt 1 Stunde nach Substanzein-nahme beobachtet.
In-vitro-Studien (Boyden-Kammer und Zellschicht-Techniken) ergaben, dass Levocetirizin die Eotaxin-induzierte tran-sendotheliale Migration von Eosinophilen sowohl durch Haut- als auch durch Lungen-zellen inhibiert. Verglichen mit Placebo, konnten in einer pharmakodynamisch-expe-rimentellen in-vivo-Studie (Hautkammer-Technik) an 14 erwachsenen Patienten drei wesentliche inhibitorische Wirkungen von 5 mg Levocetirizin gezeigt werden, die in den ersten 6 Stunden einer polleninduzierten Re-aktion auftreten: Hemmung der VCAM-1-Freisetzung, Modulation der vaskulären Per-meabilität und eine verminderte Anlockung von Eosinophilen.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Levocetirizin wurde in mehreren doppel-blinden, Placebo-kontrollierten klinischen Studien bei erwachsenen Patienten mit sai-sonaler allergischer Rhinitis oder perisistie-render allergischer Rhinitis nachgewiesen. Es wurde gezeigt, dass Levocetirizin die Symptome der allergischen Rhinitis, in eini-gen Studien einschließlich der nasalen Ob-struktion, signifikant verbessert.
In einer 6-monatigen klinischen Studie bei 551 erwachsenen Patienten (von denen 276 mit Levocetirizin behandelt wurden) mit persistierender allergischer Rhinitis (Symp-tome an 4 Tagen pro Woche über mindes-tens 4 aufeinander folgende Wochen) sowie Hausstaubmilben- und Gräserpollensensibi-lisierung wurde gezeigt, dass 5 mg Levoceti-rizin die Gesamtsymptomatik der allergi-schen Rhinitis über die ganze Studiendauer klinisch und statistisch signifikant besser linderte als Placebo. Eine Tachyphylaxie wurde nicht beobachtet. Während der ge-samten Studiendauer verbesserte Levocetiri-zin signifikant die Lebensqualität der Pati-enten.
In einer placebokontrollierten klinischen Studie bei 166 Patienten mit chronischer idi-opathischer Urtikaria wurden 85 Patienten mit Placebo und 81 Patienten mit Levoceti-rizin 5 mg einmal täglich 6 Wochen lang be-handelt. Die Behandlung mit Levocetirizin
führte zu einem signifikanten Rückgang des Juckreizschweregrades in der ersten Woche und über die gesamte Behandlungsdauer im Vergleich zu Placebo. Levocetirizin führte im Vergleich zu Placebo auch zu einer grö-ßeren Verbesserung bei der gesundheitsbe-zogenen Lebensqualität, die anhand des Dermatology Life Quality Index beurteilt wurde.
Die chronisch idiopathische Urtikaria wurde als ein Modell für urtikarische Zustände un-tersucht. Die Histaminfreisetzung ist ein ur-sächlicher Faktor für urtikarielle Erkrankun-gen. Zusätzlich zur chronischen idiopathi-schen Urtikaria wird Levocetirizin als wirk-sam zur unterstützenden symptomatischen Linderung für andere urtikarielle Zustände betrachtet.
In EKG-Ableitungen wurden keine relevan-ten Auswirkungen von Levocetirizin auf das QT-Intervall beobachtet.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Levocetirizin Tabletten bei Kindern wurde in zwei placebokontrollierten klinischen Studien bei Patienten im Alter von 6 bis 12 Jahren untersucht, die an saisonaler bzw. pe-rennialer
allergischer Rhinitis litten. In beiden Studien führte Levocetirizin zu einer signifikanten Verbesserung bei den Symptomen und einer Zunahme bei der gesundheitsbezogenen Le-bensqualität.
Bei Kindern unter 6 Jahren wurde die klini-sche Sicherheit in mehreren Kurz- und Langzeitstudien untersucht:
-
bei einer klinischen Studie wurden 29 Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren mit allergischer Rhinitis über 4 Wochen zweimal täglich mit 1,25 mg Levocetiri-zin behandelt.
-
bei einer klinischen Studie wurden 114 Kinder mit allergischer Rhinitis oder chronischer idiopathischer Urtikaria im Alter von 1 bis 5 Jahren für 2 Wochen zweimal täglich mit 1,25 mg Levocetiri-zin behandelt.
-
bei einer klinischen Studie wurden 45 Kinder mit allergischer Rhinitis oder chronischer idiopathischer Urtikaria im Alter von 6 bis 11 Monaten einmal täg-lich 2 Wochen lang mit 1,25 mg Levocetirizin behandelt.
-
bei einer klinischen Langzeitstudie (über 18 Monate) wurden 255 mit Levocetirizin behandelte Patienten mit atopischem Ekzem im Alter von 12 bis 24 Monaten eingeschlossen.
Das Sicherheitsprofil entsprach dem der Kurzzeitstudien, die mit Kindern im Alter
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zwischen 1 und 5 Jahren durchgeführt wur-den.
Resorption
Levocetirizin wird nach oraler Applikation schnell und umfassend resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen werden 0,9 Stunden nach Einnahme erreicht. Der Steady-State-Plasmaspiegel wird nach 2 Tagen erreicht. Die maximalen Konzentrationen nach einer Einmalgabe von 5 mg bzw. nach einer mehr-tägigen Gabe von 5 mg/d betragen 270 ng/ml bzw. 308 ng/ml. Das Ausmaß der Re-sorption ist dosisunabhängig und wird durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht ver-ändert; die maximale Plasmakonzentration wird aber hierdurch reduziert und erst verzö-gert erreicht.
Verteilung
Zur Verteilung von Levocetirizin im menschlichen Gewebe liegen keine Daten vor, auch nicht zur Überwindung der Blut-Hirn-Schranke. Bei Ratten und Hunden wur-den die höchsten Gewebespiegel in Leber und Nieren gefunden, die niedrigsten im ZNS-Kompartiment. Levocetirizin ist zu 90
% an Plasmaproteine gebunden. Das Vertei-lungsvolumen ist restriktiv und beträgt 0,4 l/kg.
Biotransformation:
Beim Menschen werden weniger als 14 % der Levocetirizin-Dosis metabolisiert. Da-her ist anzunehmen, dass Unterschiede auf-grund genetischer Polymorphismen oder gleichzeitiger Einnahme von Enzyminhibi-toren vernachlässigbar sind. Zu den Metabo-lisierungsprozessen gehören aromatische Oxidation, N- und O-Dealkylierung und Taurinkonjugation. Die Dealkylierung wird primär über CYP 3A4 vermittelt, während zahlreiche und/oder nicht identifizierte CYP-Isoformen an der aromatischen Oxida-tion beteiligt sind. Levocetirizin hat in Kon-zentrationen, die weit über den nach einer oralen Dosis von 5 mg erreichten maxima-len Konzentrationen liegen, keine Wirkung auf die Aktivitäten der CYP-Isoenzyme 1A2, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A4. Da
Levocetirizin nur zu einem geringen Teil metabolisiert wird und zu keiner Enzymin-hibition führt, sind Wechselwirkungen mit anderen Substanzen unwahrscheinlich.
Elimination
Die Plasmahalbwertszeit bei Erwachsenen beträgt 7,9 ± 1,9 Stunden. Bei Kleinkindern ist die Halbwertszeit verkürzt. Die mittlere apparente Gesamtkörperclearance beträgt 0,63 ml/min/kg. Die renale Ausscheidung von Levocetirizin und seinen Metaboliten beträgt durchschnittlich 85,4 % der einge-nommenen Dosis. Mit den Fäzes werden nur 12,9 % der Dosis ausgeschieden. Levoceti-rizin wird sowohl mittels glomerulärer Filt-ration als auch mittels aktiver tubulärer Sek-retion ausgeschieden.
Besondere Patientengruppen
Eingeschränkte Nierenfunktion
Die apparente Körperclearance von Levocetirizin korreliert mit der Kreatinin-Clearance. Bei Patienten mit mäßig bis stark eingeschränkter Nierenfunktion sollten da-her die Dosisintervalle von Levocetirizin an-gepasst werden. Bei Patienten mit anuri-scher terminaler Niereninsuffizienz ist die Gesamtkörperclearance verglichen mit Ge-sunden um etwa 80 % verringert. Im Verlauf einer 4-stündigen Standardhämodialyse werden < 10 % der Levocetirizinmenge aus dem Plasma entfernt.
Kinder und Jugendliche
Ergebnisse aus einer pädiatrischen Pharma-kokinetikstudie mit oraler Anwendung einer einzigen Dosis von 5 mg Levocetirizin bei 14 Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren und einem Körpergewicht zwischen 20 und 40 kg zeigen, dass die Cmax- und AUC-Werte rund doppelt so hoch sind als die in einem Cross-Over-Studienvergleich bei gesunden, erwachsenen Probanden festgestellten Werte. Die mittlere Cmax, die nach durch-schnittlich 1,2 Stunden auftrat, betrug 450 ng/ml. Die gewichtsnormalisierte Gesamt-körper-Clearance bei dieser pädiatrischen Gruppe war um 30 % größer und die Elimi-nationshalbwertszeit um 24 % kürzer als bei Erwachsenen. Spezielle pharmakokineti-sche Studien wurden bei pädiatrischen Pati-enten unter 6 Jahren nicht durchgeführt. Eine retrospektive, populationspharmakoki-netische Analyse wurde bei 324 Patienten (181 Kinder im Alter von 1 bis 5 Jahren, 18
Kinder 6 bis 11 Jahre alt und 124 Erwach-sene im Alter von 18 bis 55 Jahren) durch-geführt, die Einfach- oder Mehrfachdosen von Levocetirizin in Höhe von 1,25 mg bis hin zu 30 mg erhalten hatten. Die Ergebnisse dieser Analyse deuten darauf hin, dass die Plasmakonzentrationen bei Anwendung von einmal täglich 1,25 mg bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis zu 5 Jahren vergleichbar mit denen von Erwachsenen sind, die 5 mg Levocetirizin pro Tag erhalten hatten.
Ältere Patienten
Für ältere Patienten liegen nur begrenzte pharmakokinetische Daten vor. Bei einer einmal täglich wiederholten Gabe von 30
mg Levocetirizin über einen Zeitraum von 6 Tagen an 9 älteren Patienten (65 bis 74 Jahre) war die Gesamtkörperclearance um etwa 33 % geringer im Vergleich zu jünge-ren Erwachsenen. Die Disposition von race-mischem Cetirizin war stärker abhängig von der Nierenfunktion als vom Alter. Dieses Ergebnis gilt auch für Levocetirizin, da so-wohl Levocetirizin als auch Cetirizin über-wiegend über den Urin ausgeschieden wer-den. Daher sollte bei älteren Patienten die Dosierung von Levocetirizin entsprechend der Nierenfunktion angepasst werden.
Geschlecht
Die pharmakokinetischen Ergebnisse von 77 Patienten (40 Männer, 37 Frauen) wurden auf mögliche geschlechtsspezifische Effekte hin ausgewertet. Die Halbwertszeit war bei Frauen (7,08 ± 1,72 Stunden) geringfügig kürzer als bei Männern (8,62 ± 1,84 Stun-den); dennoch erscheint die körpergewichts-bezogene Clearance bei Frauen (0,67 ± 0,16 ml/min/kg) vergleichbar mit der bei Män-nern (0,59 ± 0,12 ml/min/kg) zu sein. Für Männer und Frauen mit normaler Nieren-funktion gelten die gleichen Tagesdosen und Anwendungsintervalle.
Ethnische Zugehörigkeit
Ein rassespezifischer Effekt von Levocetiri-zin wurde nicht untersucht. Da Levocetirizin primär renal ausgeschieden wird und keine rasserelevanten Unterschiede bei der Krea-tininclearance bestehen, werden keine phar-makokinetischen Unterschiede bei Levocetirizin aufgrund der Rasse erwartet. Rasserelevante Kinetikunterschiede von racemischem Cetirizin wurden nicht beo-bachtet.
Eingeschränkte Leberfunktion
Die Pharmakokinetik von Levocetirizin bei eingeschränkter Leberfunktion wurde nicht untersucht. Bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen (hepatozelluläre, cho-lestatische und biliäre Zirrhose), denen 10 oder 20 mg racemisches Cetirizin als Einzel-dosis verabreicht wurde, war die Halbwerts-zeit, verglichen mit gesunden Patienten, um 50% erhöht und die Clearance um 40% re-duziert.
Pharmakokinetische/pharmakodynamishe Zusammenhänge
Die Wirkung auf die histamininduzierten Hautreaktionen ist nicht zeitgleich mit den Plasmakonzentrationen.
Pharmazeutische Angaben - Levocetirizin 5 mg
Tablettenkern:
Lactose-Monohydrat Mikrokristalline Cellulose Hochdisperses Siliciumdioxid Magnesiumstearat (Ph. Eur.)
Filmüberzug:
Lactose-Monohydrat Hypromellose Titandioxid Macrogol 3000 Triacetin
Für dieses Arzneimittel sind keine besonde-ren Lagerungsbedingungen erforderlich.
Blister (PVC/PVDC/Aluminium) mit 7 oder 10 Tabletten in einer Faltschachtel. Packungsgrößen: 10, 14, 20, 28, 30, 50, 60,
90, 98 und 100 Filmtabletten.
Blister (OPA/Aluminium/PVC/ Alumi-nium) mit 7 oder 10 Tabletten in einer Falt-schachtel.
Packungsgrößen: 10, 14, 20, 28, 30, 50, 60,
90, 98 und 100 Filmtabletten.
Möglicherweise werden nicht alle Pa-ckungsgrößen in den Verkehr gebracht.