Fetcroja 1 g Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Verschreibungsinformationen
Versicherungsliste
Informationen zur Abgabe
Verschreibungseinschränkungen
Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
Darreichungsform
Hersteller
Letzte Aktualisierung der Fachinformation

Mediately App verwenden
Schnellerer Zugriff auf Medikamenteninformationen.
Über 36k bewertungen
Fachinfo - Fetcroja 1 g
Fetcroja wird angewendet bei Erwachsenen zur Behandlung von Infektionen durch aerobe gramnegative Erreger, wenn nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und 5.1).
Die offiziellen Leitlinien für den angemessenen Einsatz von Antibiotika sind zu berücksichtigen.
Es wird empfohlen, Fetcroja bei Patienten einzusetzen, für die nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Allerdings muss zuvor Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden, der angemessene Erfahrung mit der Behandlung von Infektionskrankheiten hat.
Dosierung
Tabelle 1 Dosierungsempfehlungen für Fetcroja1 bei Patienten mit einer Kreatinin-
Clearance (CrCL) von ≥90 ml/min2
| Nierenfunktion | Dosis | Häufigkeit | Behandlungsdaue r |
| Normale Nierenfunktion (CrCL ≥90 bis <120 ml/min) | 2 g | Alle8 Stunden | Die Behandlungsdauer richtet sich nach der Lokalisation der Infektion3. |
| Erhöhte renale Clearance (CrCL ≥120 ml/min) | 2 g | Alle6 Stunden | Die Behandlungsdauer richtet sich nach der Lokalisation derInfektion3. |
1Wenn bekannt ist oder vermutet wird, dass an der Infektion auch anaerobe Erreger und/oder grampositive Erreger beteiligt sind, muss die Anwendung in Kombination mit Antibiotika erfolgen, die gegen derartige
Erreger wirksam sind.
2Berechnung nach der Cockcroft-Gault-Formel.
3Zum Beispiel beträgt die empfohlene Behandlungsdauer bei komplizierten Harnwegsinfektionen, einschließlich Pyelonephritis, und bei komplizierten intraabdominellen Infektionen 5 bis 10 Tage. Bei nosokomialer Pneumonie, einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie, beträgt die empfohlene Behandlungsdauer 7 bis 14 Tage. Es kann eine Behandlungsdauer von bis zu 21 Tagen erforderlich sein.
Besondere Patientengruppen
Nierenfunktionsstörung
Tabelle 2 Dosierungsempfehlungen für Fetcroja bei Patienten mit einer CrCL von
<90 ml/min1
| Nierenfunktion | Dosis | Häufigkeit |
| Leichte Nierenfunktionsstörung (CrCL ≥60 bis <90 ml/min) | 2 g | Alle 8 Stunden |
| Mäßige Nierenfunktionsstörung (CrCL ≥30 bis <60 ml/min) | 1,5 g | Alle 8 Stunden |
| Schwere Nierenfunktionsstörung (CrCL ≥15 bis <30 ml/min) | 1 g | Alle 8 Stunden |
| Terminale Niereninsuffizienz (CrCL <15 ml/min) | 0,75 g | Alle 12 Stunden |
| Patient mit intermittierender Hämodialyse2 | 0,75 g | Alle 12 Stunden |
1Berechnung nach der Cockcroft-Gault-Formel.
2Da Cefiderocol durch Hämodialyse entfernt wird, ist Cefiderocol an Hämodialysetagen zum frühestmöglichen Zeitpunkt nach Abschluss der Hämodialyse zu geben.
Leberfunktionsstörung
Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Ältere Patienten
Es ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Fetcroja bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der Anwendung
Intravenöse Anwendung.
Fetcroja wird als intravenöse Infusion über einen Zeitraum von 3 Stunden gegeben.
Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
Falls eine Behandlung mit einer Kombination aus einem anderen Arzneimittel und Fetcroja unvermeidlich ist, darf die Anwendung nicht mit derselben Spritze oder nicht in derselben Infusionslösung erfolgen. Es wird empfohlen, intravenöse Infusionsleitungen zwischen den Anwendungen der einzelnen Arzneimittel gründlich zu spülen.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Überempfindlichkeit gegen Cephalosporin-Antibiotika.
Schwere Überempfindlichkeit (z. B. anaphylaktische Reaktion, schwere Hautreaktion) gegen andere Arten von Betalactam-Antibiotika (z. B. Penicilline, Monobactame oder Carbapeneme).
Überempfindlichkeitsreaktionen
Es liegen Berichte über Überempfindlichkeit gegen Cefiderocol vor (siehe Abschnitte 4.3 und 4.8).
Patienten mit anamnestisch bekannter Überempfindlichkeit gegen Carbapeneme, Penicilline oder andere Betalactam-Antibiotika können auch überempfindlich gegen Cefiderocol sein. Vor Einleitung einer Fetcroja-Therapie sollte sorgfältig abgeklärt werden, ob in der Vergangenheit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Betalactam-Antibiotika aufgetreten sind (siehe Abschnitt 4.3).
Bei Auftreten einer schweren allergischen Reaktion muss die Behandlung mit Fetcroja sofort abgesetzt werden und es muss eine angemessene Notfallbehandlung eingeleitet werden.
Clostridioides-difficile-assoziierte Diarrhö
Es liegen Berichte über Clostridioides-difficile-assoziierte Diarrhö nach Anwendung von Cefiderocol vor (siehe Abschnitt 4.8). Der Schweregrad der Erkrankung kann von leichter Diarrhö bis hin zu einer tödlich verlaufenden Colitis reichen. Bei Patienten, die während oder nach der Behandlung mit Cefiderocol eine Diarrhö entwickeln, ist an diese Diagnose zu denken. In einem solchen Fall ist zu erwägen, die Cefiderocol-Therapie zu beenden und unterstützende Maßnahmen sowie eine spezifische Behandlung gegen Clostridioides difficile einzuleiten. Es sollten keine Arzneimittel mit hemmender Wirkung auf die Darmperistaltik gegeben werden.
Krampfanfälle
Cephalosporine wurden mit der Auslösung von Krampfanfällen in Verbindung gebracht. Patienten mit bekannten Anfallsleiden sollten ihre Antikonvulsiva-Therapie fortsetzen. Patienten, die fokalen Tremor, Myoklonus oder Krampfanfälle entwickeln, sollten neurologisch untersucht und mit Antikonvulsiva behandelt werden, sofern eine solche Therapie nicht bereits besteht. Falls erforderlich, sollte die Dosis von Cefiderocol auf Grundlage der Nierenfunktion angepasst werden (siehe
Abschnitt 4.2). Alternativ ist Cefiderocol abzusetzen. Begrenzungen der vorliegenden klinischen Daten
In klinischen Prüfungen wurde Cefiderocol nur zur Behandlung von Patienten mit folgenden Arten von Infektionen eingesetzt: komplizierte Harnwegsinfektionen, beatmungsassoziierte Pneumonie, verschiedene andere Formen von nosokomialer Pneumonie (HAP, Hospital-Acquired Pneumonia; HCAP, Healthcare-Associated Pneumonia), Sepsis und Bakteriämie (darunter Patienten, bei denen kein primärer Infektionsherd identifiziert werden konnte).
Die Anwendung von Cefiderocol zur Behandlung von Patienten mit Infektionen durch gramnegative aerobe Erreger, für die es nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten gibt, stützt sich auf pharmakokinetisch-pharmakodynamische Analysen für Cefiderocol und auf begrenzte klinische Daten aus einer randomisierten klinischen Prüfung, in der 80 Patienten mit Cefiderocol und 38 Patienten mit der besten verfügbaren Therapie gegen Infektionen durch Carbapenem-resistente Erreger behandelt wurden.
Gesamtmortalität bei Patienten mit Infektionen durch Carbapenem-resistente gramnegative Bakterien
In einer randomisierten, offenen klinischen Prüfung an schwerstkranken Patienten mit Infektionen, die nachweislich oder wahrscheinlich auf Carbapenem-resistente gramnegative Bakterien zurückzuführen waren, wurde bei den mit Cefiderocol behandelten Patienten eine höhere Gesamtmortalitätsrate festgestellt als bei Patienten, die die beste verfügbare Therapie (BAT, Best Available Therapy) erhielten. Die höhere Gesamtmortalitätsrate unter Cefiderocol an Tag 28 betraf Patienten, die wegen nosokomialer Pneumonie, Bakteriämie und/oder Sepsis behandelt wurden [25/101 (24,8 %) vs. 9/49 (18,4 %) unter BAT; Differenz zwischen den Behandlungen: 6,4 %; 95 %-KI (-8,6; 19,2)]. Die höhere Gesamtmortalität bei den mit Cefiderocol behandelten Patienten war bis zum Ende der Studie zu beobachten [34/101 (33,7 %) vs. 9/49 (18,4 %) unter BAT; Differenz zwischen den Behandlungen: 15,3 %; 95 %-KI (-0,2; 28,6)]. Die Ursache der höheren Mortalität konnte nicht festgestellt werden. In der Cefiderocol-Gruppe bestand ein Zusammenhang zwischen der Mortalität und einer Infektion mit Acinetobacter spp. Diese Spezies waren für die meisten Infektionen durch nichtfermentierende Bakterien (Nonfermenter) verantwortlich. Demgegenüber war die Mortalität unter Cefiderocol bei Infektionen durch andere Nonfermenter nicht höher als unter der BAT.
Wirkungsspektrum von Cefiderocol
Cefiderocol hat nur eine schwache oder gar keine Wirkung gegen die meisten grampositiven und anaeroben Erreger (siehe Abschnitt 5.1). Wenn bekannt ist oder vermutet wird, dass an der Infektion auch solche Erreger beteiligt sind, müssen zusätzliche Antibiotika angewendet werden.
Unempfindliche Erreger
Die Anwendung von Cefiderocol kann zu einer Überbesiedelung mit unempfindlichen Erregern führen, was eine Unterbrechung der Behandlung oder andere angemessene Maßnahmen erforderlich machen kann.
Überwachung der Nierenfunktion
Es sollte in regelmäßigen Abständen die Nierenfunktion kontrolliert werden, da im Verlauf der Therapie Dosisanpassungen erforderlich sein können.
Beeinflussung von Laborergebnissen durch das Arzneimittel
Cefiderocol kann zu falsch-positiven Ergebnissen bei Urinstreifentests (auf Protein, Ketone oder okkultes Blut im Urin) führen. Positive Tests sollten durch alternative Testverfahren bestätigt werden.
Serokonversion im Antiglobulin-Test (Coombs-Test)
Während der Behandlung mit Cefiderocol kann es zu positiven Ergebnissen im direkten oder indirekten Coombs-Test kommen.
Natrium-kontrollierte Diät
Jede Durchstechflasche mit 1 g enthält 7,64 mmol Natrium (etwa 176 mg).
Jede 2 g-Dosis Cefiderocol enthält nach der Rekonstitution mit 100 ml 0,9 %iger (9 mg/ml) Natriumchloridlösung zur Injektion 30,67 mmol (705 mg) Natrium, entsprechend etwa 35 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung. Die durch die Cefiderocol-Therapie (2 g 3-mal täglich) zugeführte tägliche Gesamtdosis an Natrium beträgt 2,1 g und liegt damit knapp über der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme von 2 g.
Jede 2 g-Dosis Cefiderocol enthält nach der Rekonstitution mit 100 ml 5 %iger Glukoselösung zur
Injektion 15,28 mmol (352 mg) Natrium. Die tägliche Gesamtdosis an Natrium, die nach Rekonstitution mit 5 %iger Glukoselösung zur Injektion durch die Cefiderocol-Therapie (2 g 3-mal täglich) zugeführt wird, beträgt 1 056 mg, entsprechend etwa 53 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
Auf Grundlage von In-vitro-Studien und zwei klinischen Studien der Phase I werden keine signifikanten Arzneimittelwechselwirkungen zwischen Cefiderocol und Substraten, Inhibitoren oder Induktoren von Cytochrom-P450-Enzymen (CYPs) oder Transportern erwartet (siehe Abschnitt 5.2).
Schwangerschaft
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (weniger als 300 Schwangerschaftsausgänge) mit der Anwendung von Cefiderocol-Natrium bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Fetcroja während der Schwangerschaft vermieden werden.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Fetcroja/Metabolite in die Muttermilch übergehen. Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Fetcroja verzichtet werden soll/die Behandlung mit Fetcroja zu unterbrechen ist. Dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden.
Fertilität
Die Wirkung von Cefiderocol auf die Fertilität beim Menschen wurde bisher nicht untersucht. Ausgehend von den präklinischen Daten einer Studie mit subklinischer Exposition gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass Fetcroja einen Einfluss auf die männliche oder weibliche Fertilität hat (siehe Abschnitt 5.3).
Fetcroja hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die häufigsten Nebenwirkungen waren Diarrhö (8,2 %), Erbrechen (3,6 %), Übelkeit (3,3 %) und Husten (2 %).
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Die folgenden Nebenwirkungen wurden während klinischer Studien unter Cefiderocol gemeldet (Tabelle 3). Die Nebenwirkungen sind nach Häufigkeit und Systemorganklassen aufgeführt. Die Häufigkeitskategorien sind folgendermaßen definiert: sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1.000, <1/100); selten (≥1/10.000, <1/1.000); sehr selten (<1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Systemorganklasse sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad aufgelistet.
Tabelle 3 Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
| Systemorgan-klasse | Häufig(≥1/100, <1/10) | Gelegentlich(≥1/1.000, <1/100) | Nicht bekannt |
| Infektionen und parasitäre Erkrankungen | Candidiasis, einschließlich orale Candidose, vulvovaginale Candidose, Candida im Urin und Candida-Infektion, Clostridioides difficile-Kolitis, einschließlich pseudomembranöse Kolitis und Clostridioides difficile-Infektion | ||
| Erkrankungen desBlutes und des Lymphsystems | Neutropenie, Eosinophilie | ||
| Erkrankungen des Immunsystems | Überempfindlichkeit, einschließlich Hautreaktionen undPruritus | ||
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums undMediastinums | Husten | ||
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen | ||
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzell-gewebes | Ausschlag, einschließlich makulöser Ausschlag, Ausschlag makulo-papulös, erythematöser Hautausschlag undMedikamentenausschlag | ||
| Leber- und Gallenerkrankungen | Alaninaminotransferase erhöht, Gamma-Glutamyltransferase erhöht, Aspartataminotransferase erhöht, Leberfunktion anomal, einschließlich Leberfunktionstest erhöht, Leberenzym erhöht, Transaminasen erhöht und Leberfunktionstestanomal | ||
| Erkrankungen derNieren und Harnwege | Kreatinin im Blut erhöht | Harnstoff im Blut erhöht | Chromaturie |
| Allgemeine Erkrankungen und | Reaktion an derInfusionsstelle, einschließlich |
| Beschwerden am | Schmerzen an der | ||
| Verabreichungsort | Infusionsstelle, | ||
| Schmerzen an der | |||
| Injektionsstelle, Erythem | |||
| an der Infusionsstelle | |||
| und Phlebitis an der | |||
| Injektionsstelle |
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Es liegen keine Informationen über die klinischen Befunde und Symptome einer Überdosierung mit Cefiderocol vor.
Im Falle einer Überdosierung müssen die Patienten überwacht werden und es ist zu überlegen, die Behandlung abzusetzen. Falls erforderlich ist eine allgemeine supportive Therapie einzuleiten.
Bei einer 3- bis 4-stündigen Hämodialysesitzung werden etwa 60 % des Cefiderocols entfernt.
Pharmakologische Eigenschaften - Fetcroja 1 g
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antibiotika zur systemischen Anwendung, andere beta-Lactam Antibiotika. ATC-Code: J01DI04
Wirkmechanismus
Cefiderocol ist ein Siderophor-Cephalosporin. Neben seiner passiven Diffusion durch die Porinkanäle der äußeren Membran besitzt Cefiderocol die Fähigkeit, sich über seine Siderophor-Seitenkette an extrazelluläres freies Eisen zu binden, was einen aktiven Transport über Siderophor-Aufnahmesysteme in den periplasmatischen Raum von gramnegativen Bakterien ermöglicht.
Anschließend bindet Cefiderocol an Penicillin-bindende Proteine (PBPs) und hemmt die Peptidoglycan-Synthese in der bakteriellen Zellwand, was zur Lyse und zum Tod der Zelle führt.
Resistenz
Zu den bakteriellen Resistenzmechanismen, die zu einer Resistenz gegenüber Cefiderocol führen können, gehören mutierte oder erworbene PBPs; Betalactamase-Enzyme, die Cefiderocol hydrolysieren können; Mutationen, die die Regulierung der Eisenaufnahme durch die Bakterien beeinflussen; Mutationen in Siderophor-Transportproteinen und die Überexpression von nativen bakteriellen Siderophoren.
In vitro haben die meisten Betalactamasen, einschließlich Metalloenzyme, keinen Einfluss auf die antibakterielle Wirkung von Cefiderocol gegen normalerweise empfindliche Spezies. Aufgrund des Siderophor-vermittelten Einschleusens von Cefiderocol in die Zelle haben ein Porinverlust oder eine Efflux-vermittelte Resistenz bei Cefiderocol generell geringere Auswirkungen auf die In-vitro-Aktivität als bei vielen anderen Betalactam-Wirkstoffen.
Aufgrund intrinsischer Resistenz hat Cefiderocol nur eine geringe bis gar keine Wirkung gegen grampositive oder anaerobe Bakterien.
Antibakterielle Wirkung in Kombination mit anderen Antibiotika
In vitro-Studien zeigten keinen Antagonismus zwischen Cefiderocol und Amikacin, Ceftazidim/Avibactam, Ceftolozan/Tazobactam, Ciprofloxacin, Clindamycin, Colistin, Daptomycin, Linezolid, Meropenem, Metronidazol, Tigecyclin oder Vancomycin.
Grenzwerte der Empfindlichkeitstestung
Die Interpretationskriterien für die Empfindlichkeitstestung der MHK (minimalen Hemmkonzentration) wurden vom European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing (EUCAST) für Cefiderocol festgelegt und sind hier aufgeführt: https://www.ema.europa.eu/documents/other/minimum-inhibitory-concentration-mic-breakpoints_en.xlsx
Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge
Die Zeit, in der die Plasmakonzentrationen von ungebundenem Cefiderocol die minimale Hemmkonzentration (% fT>MHK) für den Infektionserreger überschreiten, korreliert nachweislich am besten mit der Wirksamkeit.
Antibakterielle Wirkung gegen bestimmte Erreger
In-vitro-Studien deuten darauf hin, dass die folgenden Erreger gegenüber Cefiderocol empfindlich sind, sofern keine erworbenen Resistenzmechanismen vorliegen:
Aerobe gramnegative Erreger
Achromobacter spp.
Acinetobacter baumannii-Komplex Burkholderia cepacia-Komplex Citrobacter freundii-Komplex Citrobacter koseri
Escherichia coli
Enterobacter cloacae-Komplex Klebsiella (Enterobacter) aerogenes Klebsiella pneumoniae
Klebsiella oxytoca Morganella morganii Proteus mirabilis Proteus vulgaris Providencia rettgeri Serratia spp.
Pseudomonas aeruginosa Serratia marcescens Stenotrophomonas maltophilia
In vitro-Studien zeigen, dass die folgenden Arten von Erregern unempfindlich gegenüber Cefiderocol sind:
Aerobe grampositive Erreger Anaerobe Erreger
Kinder und Jugendliche
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Fetcroja eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen bei der Behandlung von Infektionen durch aerobe gramnegative Bakterien gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Bei Mehrfachgabe von Cefiderocol alle 8 Stunden an gesunde erwachsene Probanden mit normaler Nierenfunktion kommt es nicht zur Akkumulation.
Verteilung
Cefiderocol bindet zu 40 bis 60 % an menschliche Plasmaproteine, in erster Linie an Albumin. Der geometrische Mittelwert des Verteilungsvolumens (CV %) von Cefiderocol in der terminalen Phase betrug bei gesunden erwachsenen Probanden (n = 43) nach intravenöser Gabe einer 2 g-Einzeldosis Cefiderocol 18,0 l (18,1 %) und entsprach damit in etwa dem extrazellulären Flüssigkeitsvolumen.
Biotransformation
Nach Gabe einer Einzeldosis von 1 g [14C]-markiertem Cefiderocol als 1-stündige Infusion entfielen 92,3 % der AUC der Gesamtradioaktivität im Plasma auf Cefiderocol. Der vorherrschende Metabolit, Pyrrolidin-Chlorbenzamid (PCBA, ein Abbauprodukt von Cefiderocol), machte 4,7 % der AUC der Gesamtradioaktivität im Plasma aus, während auf andere, weniger bedeutende Metabolite jeweils
<2 % der AUC der Gesamtradioaktivität im Plasma entfielen.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Die Pharmakokinetik von Midazolam (ein CYP3A-Substrat), Furosemid (ein OAT1- und OAT3-Substrat) oder Metformin (ein OCT1-, OCT2- und MATE2-K-Substrat) wurde durch die gleichzeitige Anwendung mit 2 g-Dosen Cefiderocol alle 8 Stunden nicht beeinflusst. Die gleichzeitige Anwendung mit 2 g-Dosen Cefiderocol alle 8 Stunden erhöhte die AUC von Rosuvastatin (ein OATP1B3-Substrat) um 21 %, was als nicht klinisch bedeutsam eingestuft wurde.
Elimination
Die terminale Eliminationshalbwertszeit betrug bei gesunden erwachsenen Probanden 2 bis 3 Stunden. Der geometrische Mittelwert (% CV) der Clearance von Cefiderocol wird bei gesunden Probanden auf 5,18 l/h (17,2 %) geschätzt. Cefiderocol wird in erster Linie über die Nieren ausgeschieden. Nach Gabe einer Einzeldosis von 1 g [14C]-markiertem Cefiderocol als 1-stündige Infusion wurden 98,6 % der Gesamtradioaktivität der gegebenen Dosis im Harn und 2,8 % der gegebenen Dosis in den Fäzes ausgeschieden; 90,6 % der gegebenen Dosis Cefiderocol wurden als unveränderte Substanz im Harn ausgeschieden.
Linearität/Nicht-Linearität
Cefiderocol zeigt im Dosisbereich von 100 mg bis 4.000 mg eine lineare Pharmakokinetik. Besondere Patientengruppen
In einer populationspharmakokinetischen Analyse hatten die Faktoren Alter, Geschlecht oder ethnische Abstammung keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Cefiderocol.
Kinder und Jugendliche
Es wurden keine pharmakokinetischen Studien zu Cefiderocol mit Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren durchgeführt (siehe Abschnitt 4.2).
Nierenfunktionsstörung
Die Pharmakokinetik von Cefiderocol-Einzeldosen zu 1 g wurde bei Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung (n = 8, geschätzte glomeruläre Filtrationsrate [eGFR] 60 bis
<90 ml/min/1,73 m2), mäßiger Nierenfunktionsstörung (n = 7, eGFR 30 bis <60 ml/min/1,73 m2), schwerer Nierenfunktionsstörung (n = 6, eGFR von unter 30 ml/min/1,73 m2) oder terminaler Niereninsuffizienz (ESRD, End-Stage Renal Disease) mit Dialysepflicht (n = 8) sowie bei gesunden Probanden mit normaler Nierenfunktion (n = 8, geschätzte Kreatinin-Clearance von mindestens
90 ml/min) untersucht. Die Verhältnisse der geometrischen Mittelwerte (GMR; leicht, mäßig, schwer oder ESRD ohne Hämodialyse versus normale Nierenfunktion) und die 90 %-Konfidenzintervalle (KI) für die AUC von Cefiderocol betrugen 1,0 (0,8; 1,3), 1,5 (1,2; 1,9), 2,5 (2,0; 3,3) bzw. 4,1 (3,3; 5,2).
Durch eine 3- bis 4-stündige Hämodialysesitzung wird Fetcroja zu etwa 60 % entfernt.
Es wird erwartet, dass sich mit den empfohlenen Dosisanpassungen bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung unterschiedlichen Grades eine vergleichbare Exposition erzielen lässt wie bei Personen mit normaler Nierenfunktion oder leichter Nierenfunktionsstörung (siehe Abschnitt 4.2).
Patienten mit erhöhter renaler Clearance
Simulationen mit dem populationspharmakokinetischen Modell zeigten, dass durch die empfohlene Dosisanpassung bei Patienten mit erhöhter renaler Clearance eine vergleichbare Fetcroja-Exposition, einschließlich % T>MHK, erzielt wird wie bei Patienten mit normaler Nierenfunktion.
Leberfunktionsstörung
Da die hepatische Metabolisierung/Exkretion für die Elimination von Fetcroja nur eine geringe Rolle spielt, wird nicht erwartet, dass eine Leberfunktionsstörung Einfluss auf die Elimination von Fetcroja hat.
Pharmazeutische Angaben - Fetcroja 1 g
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
Falls eine Behandlung mit einer Kombination aus einem anderen Arzneimittel und Fetcroja unvermeidlich ist, darf die Anwendung nicht mit derselben Spritze oder nicht in derselben Infusionslösung erfolgen. Es wird empfohlen, intravenöse Infusionsleitungen zwischen den Anwendungen der einzelnen Arzneimittel gründlich zu spülen.
Pulver
3 Jahre.
Stabilität der rekonstituierten Lösung in der Durchstechflasche
Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung wurde bei 25 °C für die Dauer von 1 Stunde nach der Rekonstitution belegt.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte die rekonstituierte Infusionslösung unverzüglich appliziert werden, es sei denn, das Öffnen/die Rekonstitution erfolgten mit Verfahren, die eine mikrobielle Kontamination ausschließen. Wird die Infusionslösung nicht unverzüglich angewendet, liegen die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung vor der Anwendung in der Verantwortung des Anwenders, und die Aufbewahrungsdauer sollte 1 Stunde bei 25 °C nicht überschreiten.
Stabilität der verdünnten Lösung im Infusionsbeutel
Die chemische, mikrobiologische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung nach der Verdünnung ist für 6 Stunden bei 25 C sowie für 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C lichtgeschützt und anschließend für 6 Stunden bei 25 °C belegt.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte die verdünnte Infusionslösung unverzüglich appliziert werden. Wird die Infusionslösung nicht unverzüglich appliziert, liegen die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung vor der Anwendung in der Verantwortung des Anwenders. Die Aufbewahrungsdauer sollte im Normalfall 6 Stunden bei 25 °C oder 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C lichtgeschützt und anschließend 6 Stunden bei 25 °C nicht überschreiten, es sei denn, die Verdünnung wurde unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen durchgeführt. Der 6-Stunden-Zeitraum bei 25 °C sollte den Zeitraum der 3-stündigen Infusion einschließen (siehe Abschnitt 4.2). Falls die Infusionslösung im Kühlschrank gelagert wurde, muss der Infusionsbeutel nach Entnahme aus dem Kühlschrank vor der Anwendung Raumtemperatur erreichen.
Hinweise zur Zubereitung der Lösung für die Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C).
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
14 ml-Durchstechflasche (Typ-I-Klarglas), Chlorobutyl-Elastomer-Stopfen, Aluminiumsiegel und Flip-off-Verschlusskappe aus Kunststoff. Die Durchstechflaschen sind in einer Faltschachtel verpackt.
Packungsgröße mit 10 Durchstechflaschen.
und sonstige Hinweise zur Handhabung
Jede Durchstechflasche ist nur zum einmaligen Gebrauch vorgesehen.
Das Pulver soll mit 10 ml 0,9 %iger (9 mg/ml) Natriumchlorid-Injektionslösung oder mit 5 %iger Glukose-Injektionslösung rekonstituiert werden. Diese sind den 100 ml-Beuteln zu entnehmen, die zur Herstellung der endgültigen Infusionslösung verwendet werden sollen. Zum Auflösen leicht schütteln. Die Durchstechflasche(n) anschließend stehen lassen, bis sich der auf der Oberfläche entstandene Schaum zurückgebildet hat (in der Regel innerhalb von 2 Minuten). Das endgültige Volumen der rekonstituierten Lösung in der Durchstechflasche beträgt etwa 11,2 ml (Achtung: die rekonstituierte Lösung darf nicht direkt injiziert werden).
Um die gewünschte Dosis zu erhalten, wird das entsprechende Volumen der rekonstituierten Lösung aus der Durchstechflasche entnommen (siehe Angaben in Tabelle 4). Geben Sie das entnommene Volumen in den Infusionsbeutel, der den Rest der 100 ml der 0,9 %igen (9 mg/ml) Natriumchlorid-Injektionslösung oder der 5 %igen Glukose-Injektionslösung enthält, und kontrollieren Sie die entstandene verdünnte Arzneimittellösung im Infusionsbeutel vor der Anwendung visuell auf Partikel und Verfärbungen. Verwenden Sie keine Lösung, die verfärbt ist oder sichtbare Partikel aufweist.
Tabelle 4 Herstellung der Cefiderocol-Dosen
| Cefiderocol-Dosis | Anzahl der zu rekonstituierenden Durchstechflaschen mit 1 g Cefiderocol | Volumen, das den/der rekonstituierten Durchstechflasche(n) zu entnehmen ist | Erforderliches Gesamtvolumen der Cefiderocol-Lösung zur weiteren Verdünnung in mindestens 100 ml 0,9 %iger Natriumchlorid-Injektionslösung oder5 %iger Glukose-Injektionslösung |
| 2 g | 2 Durchstechflaschen | 11,2 ml (Gesamtinhalt)von beiden Durchstechflaschen | 22,4 ml |
| 1,5 g | 2 Durchstechflaschen | 11,2 ml (Gesamtinhalt) aus der ersten Durchstechflasche UND 5,6 ml aus der zweitenDurchstechflasche | 16,8 ml |
| 1 g | 1 Durchstechflasche | 11,2 ml (Gesamtinhalt) | 11,2 ml |
| 0,75 g | 1 Durchstechflasche | 8,4 ml | 8,4 ml |
Die Herstellung und die Applikation der Lösung müssen mit standardmäßiger aseptischer Technik erfolgen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.