Amlodipin axcount 5 mg, Tabletten
Verschreibungsinformationen
Versicherungsliste
Informationen zur Abgabe
Verschreibungseinschränkungen
Wechselwirkungen mit
Nutzungsbeschränkungen
Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
Darreichungsform
Hersteller
Letzte Aktualisierung der Fachinformation

Mediately App verwenden
Schnellerer Zugriff auf Medikamenteninformationen.
Über 36k bewertungen
Fachinfo - Amlodipin 5 mg
Dosierung
Erwachsene
Sowohl für Hypertonie als auch für Angina beträgt die übliche Anfangsdosis 5 mg Amlodipin axcount einmal täglich. Diese Dosis kann je nach dem individuellen Ansprechen des Patienten auf maximal 10 mg erhöht werden.
Bei Patienten mit Hypertonie wurde Amlodipin axcount zusammen mit einem Thiaziddiuretikum, Alphablocker, Betablocker oder einem ACE-Hemmer angewendet. Bei Angina kann Amlodipin axcount als Monotherapie gegeben werden oder bei den Patienten, deren Angina auf Nitrate und/oder eine angemessene Betablocker-Dosis nicht ansprechen, in Kombination mit anderen Arzneimitteln gegen Angina.
Bei einer Begleitbehandlung mit Thiaziddiuretika, Betablockern oder ACE-Hemmern ist eine Dosisanpassung nicht notwendig.
Besondere Patientengruppen
Kinder und Jugendliche
Kinder und Jugendliche mit Hypertonie im Alter von 6 bis 17 Jahren:
Die empfohlene orale antihypertensive Anfangsdosis bei pädiatrischen Patienten im Alter von 6 bis 17 Jahren beträgt 2,5 mg einmal täglich. Die Dosis kann auf 5 mg einmal täglich gesteigert werden, sollte das Blutdruckziel nach vier Wochen nicht erreicht sein. Dosierungen über 5 mg täglich wurden bei pädiatrischen Patienten nicht untersucht (siehe Abschnitte 5.2).
Kinder unter 6 Jahren
Es liegen keine Daten vor.
Eine Wirkstärke von 2,5 mg lässt sich mit diesen Tabletten nicht erzielen.
Die Tabletten sollten deshalb bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren nicht zu Beginn einer antihypertensiven Therapie eingesetzt werden. Die Tabletten sind unter Umständen bei manchen Kindern auch nicht zur Erhaltungstherapie geeignet.
Ältere Patienten
Bei ähnlicher Dosierung werden Amlodipin-Tabletten von älteren und jüngeren Patienten gleich gut vertragen. Bei älteren Patienten wird daher die übliche Dosierung empfohlen, eine Dosiserhöhung sollte jedoch vorsichtig erfolgen (siehe Abschnitte 5.2).
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Für Patienten mit leichten bis mäßigen Leberfunktionsstörungen liegen keine Dosierungsempfehlungen vor; deshalb sollte die Dosis vorsichtig ausgewählt werden und die Anfangsdosis am unteren Ende des Dosierungsbereichs liegen (siehe Abschnitte 5.2). Bei schweren Leberfunktionsstörungen wurde die Pharmakokinetik von Amlodipin nicht untersucht. Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen sollte mit der niedrigsten Amlodipin-Dosis begonnen und die Dosis langsam gesteigert werden.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Das Ausmaß der Niereninsuffizienz korreliert nicht mit Veränderungen der Amlodipin-Plasmaspiegel, sodass die üblichen Dosierungen empfohlen werden. Amlodipin ist nicht dialysierbar.
Art der Anwendung
Tablette zum Einnehmen
-
Überempfindlichkeit gegen Dihydropyridin-Derivate, Amlodipin oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile.
-
schwere Hypotonie
-
Schock (einschließlich kardiogenem Schock)
-
Obstruktion des linksventrikulären Ausflusstrakts (z. B. höhergradige Aortenstenose)
-
hämodynamisch instabile Herzinsuffizienz nach akutem Myokardinfarkt.
Sicherheit und Wirksamkeit von Amlodipin bei einer hypertensiven Krise wurden nicht nachgewiesen.
Patienten mit Herzinsuffizienz
Bei der Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz ist Vorsicht geboten. In einer placebokontrollierten Langzeitstudie gab es im Vergleich zur Placebogruppe bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz (NYHA Klasse III und IV) unter Amlodipin vermehrt Berichte von Lungenödemen (siehe Abschnitt 5.1). Calciumkanalblocker, einschließlich Amlodipin, sollten bei Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz mit Vorsicht angewendet werden, da sie das Risiko zukünftiger kardiovaskulärer Ereignisse sowie das Mortalitätsrisiko erhöhen können.
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Wie bei allen Calciumkanalblockern ist die Halbwertzeit von Amlodipin bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion verlängert und die AUC-Werte sind höher. Es gibt keine Dosierungsempfehlungen. Amlodipin sollte daher bei diesen Patienten am unteren Ende des Dosierungsbereichs begonnen werden und sollte sowohl bei Therapiebeginn als auch bei einer Dosiserhöhung mit Vorsicht verabreicht werden. Bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion können eine langsame Dosistitration sowie eine engmaschige Überwachung notwendig sein.
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten sollte die Dosis nur mit Vorsicht erhöht werden (siehe Abschnitte 5.2).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Amlodipin kann bei derartigen Patienten in der üblichen Dosierung angewendet werden. Das Ausmaß der Niereninsuffizienz korreliert nicht mit Veränderungen der Amlodipin-Plasmaspiegel, sodass die üblichen Dosierungen empfohlen werden. Amlodipin ist nicht dialysierbar.
Wichtige Informationen zu den Inhaltsstoffen dieses Arzneimittels
Natrium: Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tabletten, d. h. im Wesentlichen "natriumfrei".
Einfluss von anderen Arzneimitteln auf Amlodipin
CYP3A4-Inhibitoren: Die gleichzeitige Anwendung von Amlodipin mit starken oder mäßig starken CYP3A4-Inhibitoren (Proteaseinhibitoren, Azol-Antimykotika, Makrolide wie z. B. Erythromycin oder Clarithromycin, Verapamil oder Diltiazem) kann zu einer signifikanten Erhöhung der Amlodipin-Exposition führen. Die klinischen Konsequenzen dieser geänderten Pharmakokinetik können bei älteren Menschen ausgeprägter sein und daher können eine klinische Kontrolle sowie eine Dosisanpassung notwendig sein. Bei Patienten, die gleichzeitig mit Clarithromycin und Amlodipin behandelt werden, besteht ein erhöhtes Hypotonierisiko. Bei der gleichzeitigen Anwendung von Amlodipin und Clarithromycin wird deshalb eine engmaschige Überwachung der Patienten empfohlen.
CYP3A4-Induktoren: Es liegen keine Daten zur Wirkung von CYP3A4-Induktoren auf Amlodipin vor. Die gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin, Johanniskraut (Hypericum perforatum)) kann zu verminderten Plasmaspiegeln von Amlodipin führen. Die gleichzeitige Anwendung von Amlodipin mit CYP3A4-Induktoren sollte mit Vorsicht erfolgen.
Die gleichzeitige Anwendung von Amlodipin mit Grapefruit oder Grapefruitsaft wird nicht empfohlen, weil dadurch bei einigen Patienten die Bioverfügbarkeit von Amlodipin erhöht sein und es so zu einer verstärkten Blutdrucksenkung kommen kann.
Dantrolen (Infusion): Im Tiermodell wurde nach Verabreichung von Verapamil und intravenösem Dantrolen letales Kammerflimmern und Kreislaufkollaps in Verbindung mit Hyperkaliämie beobachtet. Aufgrund des Hyperkaliämierisikos wird empfohlen, eine gleichzeitige Gabe von Calciumblockern wie Amlodipin bei den Patienten zu vermeiden, die anfällig für eine maligne Hyperthermie sind oder wegen einer malignen Hyperthermie behandelt werden.
Einfluss von Amlodipin auf andere Arzneimittel
Die blutdrucksenkende Wirkung von Amlodipin verstärkt die Blutdrucksenkung durch andere blutdrucksenkende Arzneimittel.
In klinischen Wechselwirkungsstudien hatte Amlodipin keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Atorvastatin, Digoxin, Warfarin oder Ciclosporin.
Simvastatin: Die gleichzeitige Anwendung mehrfacher Dosen von 10 mg Amlodipin zusammen mit 80 mg Simvastatin führte zu einer 77%-igen Erhöhung der Simvastatin-Exposition im Vergleich zur alleinigen Anwendung von Simvastatin. Die Dosis von Simvastatin ist bei Kombination mit Amlodipin auf 20 mg pro Tag zu begrenzen.
Tacrolimus: Bei der gleichzeitigen Anwendung von Amlodipin und Tacrolimus besteht ein Risiko für erhöhte Blutspiegel von Tacrolimus. Der dieser Wechselwirkung zugrunde liegende pharmakokinetische Mechanismus ist nicht vollständig bekannt. Zur Vermeidung einer Tacrolimus- Toxizität muss bei der Verabreichung von Amlodipin an einen Patienten unter Tacrolimusbehandlung die Blutspiegel von Tacrolimus überwacht und ggf. die Dosis von Tacrolimus angepasst werden.
Schwangerschaft
Die Sicherheit von Amlodipin während der Schwangerschaft konnte bisher noch nicht nachgewiesen werden.
In tierexperimentellen Studien wurde bei hohen Dosen eine Reproduktionstoxizität beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).
Eine Anwendung während der Schwangerschaft wird nur dann empfohlen, wenn keine sichereren Therapiealternativen zur Verfügung stehen und die Krankheit selbst ein höheres Risiko für Mutter und Fötus darstellt.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Amlodipin in die Muttermilch übergeht. Bei der Entscheidung, entweder weiterzustillen/abzustillen oder die Behandlung mit Amlodipin fortzusetzen/abzusetzen, sind der Nutzen des Stillens für das Kind und der Nutzen der Therapie mit Amlodipin für die Mutter zu berücksichtigen.
Fertilität
Bei einigen Patienten, die mit Calciumkanalblockern behandelt worden waren, wurden reversible biochemische Veränderungen im Kopfteil der Spermatozoen beobachtet. Die klinischen Daten sind in Hinblick auf einen möglichen Einfluss von Amlodipin auf die Fertilität nicht ausreichend. In einer Studie an Ratten zeigten sich unerwünschte Wirkungen auf die Fertilität der männlichen Tiere (siehe Abschnitt 5.3).
Amlodipin kann einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben. Falls Patienten unter Behandlung mit Amlodipin an Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Übelkeit leiden, kann die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt sein.
Vorsicht ist insbesondere zu Beginn der Behandlung geboten.
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen der Behandlung sind Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Palpitationen, Hautrötung mit Wärmegefühl, Bauchschmerzen, Übelkeit, Knöchelschwellungen, Ödeme und Müdigkeit.
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Die in Studien mit Amlodipin dokumentierten unerwünschten Ereignisse sind weiter unten nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100); selten (≥ 1/10.000 bis
< 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
| Systemorganklasse | Nebenwirkung | Häufigkeit |
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems | Thrombozytopenie, Leukozytopenie | Sehr selten |
| Erkrankungen des Immunsystems | Allergische Reaktionen | Sehr selten |
| Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen | Hyperglykämie | Sehr selten |
| Psychiatrische Erkrankungen | Schlaflosigkeit, Stimmungsschwankungen(einschließlich Angst), Depression | Gelegentlich |
| Verwirrtheit | Selten | |
| Erkrankungen des Nervensystems | Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen (insbesondere zu Beginn der Behandlung) | Häufig |
| Tremor, Geschmacksstörungen, Synkope, Hypästhesien, Parästhesien | Gelegentlich | |
| Erhöhter Muskeltonus, periphere Neuropathie | Sehr selten | |
| Extrapyramidales Syndrom | Nicht bekannt | |
| Augenerkrankungen | Sehstörungen (einschließlich Diplopie) | Häufig |
| Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths | Tinnitus | Gelegentlich |
| Herzerkrankungen | Palpitationen | Häufig |
| Myokardinfarkt, Arrhythmie, (einschließlich Bradykardie, ventrikulkäre Tachykardie undVorhoffflimmern) | Sehr selten | |
| Gefäßerkrankungen | Hautrötung mit Wärmegefühl | Häufig |
| Hypotonie | Gelegentlich | |
| Vaskulitis | Sehr selten | |
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | Dyspnoe | Häufig |
| Husten, Rhinitis | Gelegentlich |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Bauchschmerzen, Übelkeit, Dyspepsie,veränderte Darmentleerungsgewohnheiten (einschließlich Durchfall und Verstopfung) | Häufig |
| Erbrechen, Mundtrockenheit | Gelegentlich | |
| Pankreatitis, Gastritis, Gingivalhyperplasie | Sehr selten | |
| Leber- und Gallenerkrankungen | Hepatitis, Ikterus, erhöhte Leberenzymwerte (meistens im Zusammenhang mit Cholestase) | Sehr selten |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes | Alopezie, Purpura, Hautverfärbung, vermehrtesSchwitzen, Pruritus, Ausschlag, Exanthem, Urtikaria | Gelegentlich |
| Angioödem, Erythema exsudativum multiforme,exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson- Syndrom, Quincke-Ödem, Lichtempfindlichkeit | Sehr selten | |
| Skelettmuskulatur-,Bindegewebs- und Knochenerkrankungen | Arthralgie, Myalgie, Rückenschmerzen | Gelegentlich |
| Knöchelschwellung, Muskelkrämpfe | Häufig | |
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | Störungen beim Wasserlassen, Nykturie, erhöhte Miktionsfrequenz | Gelegentlich |
| Erkrankungen derGeschlechtsorgane und der Brustdrüse | Impotenz, Gynäkomastie | Gelegentlich |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Ödeme | Sehr häufig |
| Müdigkeit, Schwächegefühl | Häufig | |
| Brustschmerzen, Schmerzen, Unwohlsein | Gelegentlich | |
| Untersuchungen | Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme | Gelegentlich |
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger- Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Die Erfahrungen mit beabsichtigten Überdosierungen beim Menschen sind begrenzt. Symptome
Die vorliegenden Daten lassen vermuten, dass eine extreme Überdosierung zu ausgeprägter peripherer Vasodilatation und möglicherweise zu reflektorischer Tachykardie führen kann. Über eine ausgeprägte und möglicherweise anhaltende systemische Hypotonie bis hin zu und einschließlich einer tödlichen Schockreaktion wurde berichtet.
Als Folge einer Überdosierung mit Amlodipin wurde selten von nicht-kardiogenem Lungenödem berichtet, welches sich verzögert manifestieren kann (24-48 Stunden nach Einnahme) und Beatmungshilfe erforderlich macht. Frühzeitige Wiederbelebungsmaßnahmen (einschließlich Flüssigkeitsüberschuss) zum Erhalt der Durchblutung und der Herzleistung können Auslöser sein.
Behandlung
Bei gesunden Probanden führte die sofortige Gabe von Aktivkohle oder bis zu zwei Stunden nach der Einnahme von 10 mg Amlodipin zu einer bedeutenden Verringerung der Resorption von Amlodipin. Eine Magenspülung kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein.
Bei klinisch relevanter Hypotonie infolge einer Überdosierung von Amlodipin bedarf es aktiver Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems einschließlich engmaschiger Überwachung von Herz- und Lungenfunktion, Hochlagerung der Beine und Kontrolle der Flüssigkeitsbilanz und der Urinausscheidung.
Zur Wiederherstellung des Gefäßtonus und des Blutdrucks kann ein Vasokonstriktor gegeben werden, wenn dieser nicht kontraindiziert ist. Intravenös gegebenes Calciumgluconat kann bei der Umkehr der Effekte der Calciumkanalblockade von Nutzen sein. Da Amlodipin in großem Umfang an Plasmaproteine gebunden wird, ist eine Dialyse nicht Erfolg versprechend.
Pharmakologische Eigenschaften - Amlodipin 5 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Calciumkanalblocker, selektive Calciumkanalblocker, überwiegend vasoaktiv, ATC-Code: C08CA01
Amlodipin ist ein Calciumantagonist vom Dihydropyridin-Typ, der den Einstrom von Calciumionen in die Herzmuskelzellen und glatten Gefäßmuskelzellen hemmt (Blockade der langsamen Calciumkanäle; Calciumkanalblocker).
Die blutdrucksenkende Wirkung von Amlodipin beruht auf der Erschlaffung der glatten Gefäßmuskulatur. Die genaue Wirkungsweise, durch die Amlodipin antianginös wirkt, ist noch nicht vollständig bekannt. Es verringert die Ischämie jedoch durch die beiden folgenden Wirkungen:
-
Amlodipin erweitert die peripheren Arteriolen und senkt so den peripheren Widerstand (Nachlast), gegen den das Herz arbeiten muss. Da die Herzfrequenz stabil bleibt, verringert diese Entlastung des Herzens den myokardialen Energieverbrauch und den Sauerstoffbedarf.
-
Wahrscheinlich bewirkt Amlodipin auch eine Dilatation der Koronararterien und -arteriolen, sowohl in normalen als auch in ischämischen Bereichen. Durch diese Dilatation erhöht sich die myokardiale Sauerstoffversorgung bei Patienten mit Spasmen der Koronararterien (Prinzmetal- oder vasospastische Angina).
Bei Hypertonikern führt die einmal tägliche Gabe von Amlodipin zu einer klinisch signifikanten Senkung des Blutdrucks im Liegen und im Stehen über 24 Stunden. Aufgrund des langsamen Wirkungseintritts ist bei der Anwendung von Amlodipin nicht mit akutem Blutdruckabfall zu rechnen.
Bei Patienten mit Angina pectoris bewirkt die einmal tägliche Gabe von Amlodipin eine Erhöhung der Belastbarkeit, eine Verlängerung der Zeit bis zum Auftreten der Beschwerden sowie bis zur Senkung der ST-Strecke um 1 mm und eine Senkung der Anfallshäufigkeit und des Nitratbedarfs.
Unter Amlodipin kam es nicht zu unerwünschten metabolischen Wirkungen oder zu Veränderungen der Lipidwerte. Es kann bei Patienten mit Asthma, Diabetes und Gicht angewendet werden.
Anwendung bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK)
In einer unabhängigen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten multizentrischen Studie mit 1.997 Patienten (Comparison of Amlodipine vs Enalapril to Limit Occurences of Thrombosis – CAMELOT) wurde die Wirksamkeit von Amlodipin zur Verhinderung klinischer Ereignisse bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit untersucht. Von diesen Patienten wurden über zwei Jahre
663 mit 5 bis 10 mg Amlodipin und 673 Patienten mit 10 bis 20 mg Enalapril behandelt,
655 Patienten erhielten Placebo zusätzlich zu einer Standardtherapie mit Statinen, Betablockern,
Diuretika oder Aspirin. Die wichtigsten Ergebnisse zur Wirksamkeit sind in Tabelle 1 zusammengefasst. Die Ergebnisse zeigen, dass es bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit unter der Behandlung mit Amlodipin zu weniger Krankenhauseinweisungen wegen Angina pectoris und Revaskularisierungsmaßnahmen kommt.
| Tabelle 1: Häufigkeit signifikanter klinischer Ereignisse in der CAMELOT-Studie | |||||
| Kardiovaskuläre Ereignisse Anzahl (%) | Amlodipin vs. Placebo | ||||
| Ergebnisse | Amlodipin | Placebo | Enalapril | Hazard Ratio (95% KI) | p-Wert |
| Primärer Endpunkt | |||||
| Unerwünschtekardiovaskuläre Ereignisse | 110 (16,6) | 151 (23,1) | 136 (20,2) | 0,69 (0,54-0,88) | 0,003 |
| Einzelne Ereignisse | |||||
| Revaskularisierung der Koronararterien | 78 (11,8) | 103 (15,7) | 95 (14,1) | 0,73 (0,54-0,98) | 0,03 |
| Krankenhauseinweisung wegen Angina pectoris | 51 (7,7) | 84 (12,8) | 86 (12,8) | 0,58 (0,41-0,82) | 0,002 |
| Nicht tödlicher MI | 14 (2,1) | 19 (2,9) | 11 (1,6) | 0,73 (0,37-1,46) | 0,37 |
| Schlaganfall oder TIA | 6 (0,9) | 12 (1,8) | 8 (1,2) | 0,50 (0,19-1,32) | 0,15 |
| Kardiovaskulärer Tod | 5 (0,8) | 2 (0,3) | 5 (0,7) | 2,46 (0,48-12,7) | 0,27 |
| Krankenhauseinweisung wegen HI | 3 (0,5) | 5 (0,8) | 4 (0,6) | 0,59 (0,14-2,47) | 0,46 |
| Herzstillstand mit Wiederbelebung | 0 | 4 (0,6) | 1 (0,1) | n. a. | 0,04 |
| Neu aufgetretene periphere Gefäßkrankheit | 5 (0,8) | 2 (0,3) | 8 (1,2) | 2,6 (0,50-13,4) | 0,24 |
Abkürzungen: KI, Konfidenzintervall; MI, Myokardinfarkt; TIA, transiente ischämische Attacke; HI, Herzinsuffizienz, n.a. nicht zutreffend.
Anwendung bei Patienten mit Herzinsuffizienz
Bei Patienten mit Herzinsuffizienz NYHA-Klasse II bis IV zeigten hämodynamische Untersuchungen und kontrollierte klinische Belastungsstudien keine klinische Verschlechterung durch Amlodipin.
Messparameter waren Belastbarkeit, linksventrikuläre Ejektionsfraktion und klinische Symptomatik.
Eine placebokontrollierte Studie (PRAISE) zur Untersuchung von Patienten mit Herzinsuffizienz der NYHA-Klassen III–IV, die mit Digoxin, Diuretika und ACE-Hemmern behandelt wurden, zeigte, dass Amlodipin nicht zu einer Erhöhung des Mortalitätsrisikos oder der kombinierten Mortalität und Morbidität bei Patienten mit Herzinsuffizienz führte.
In einer langfristigen, placebokontrollierten Nachbeobachtungsstudie (PRAISE-2) mit Amlodipin bei Patienten mit Herzinsuffizienz der NYHA-Klassen III und IV ohne klinische Symptome oder objektive Befunde einer zugrunde liegenden ischämischen Erkrankung, die gleichzeitig mit ACE- Hemmern, Digitalis und Diuretika in stabiler Dosis behandelt wurden, hatte Amlodipin keinen Einfluss auf die kardiovaskuläre Gesamtmortalität. In dem gleichen Patientenkollektiv wurde Amlodipin mit einem vermehrten Auftreten von Lungenödemen in Verbindung gebracht, obwohl kein signifikanter Unterschied hinsichtlich des Auftretens einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz im Vergleich zu Placebo beobachtet wurde.
Treatment-to-Prevent-Heart-Attack-Studie (ALLHAT)
Um neuere Therapieansätze miteinander zu vergleichen, wurden die Auswirkungen auf Mortalität und Morbidität in einer randomisierten doppelblinden Studie untersucht (Antihypertensive and Lipid- Lowering Treatment to Prevent Heart Attack Trial, ALLHAT): täglich 2,5 bis 10 mg Amlodipin
(Calciumkanalblocker) oder 10 bis 40 mg Lisinopril (ACE-Hemmer) als First-Line-Therapie im Vergleich mit dem Thiaziddiuretikum Chlortalidon (12,5 bis 25 mg täglich) bei leichter bis mittelschwerer Hypertonie.
In diese Studie wurden insgesamt 33.357 Hypertoniepatienten ab einem Alter von 55 Jahren randomisiert und über durchschnittlich 4,9 Jahre beobachtet. Sie hatten mindestens einen zusätzlichen Risikofaktor für eine koronare Herzkrankheit, darunter Myokardinfarkt oder Schlaganfall in der Anamnese (> 6 Monate vor Einschluss in die Studie) bzw. eine andere nachgewiesene atherosklerotische Herz-Kreislauferkrankung (insgesamt 51,5%), Typ 2 Diabetes (36,1%) HDL-C
< 35 mg/dl (11,6%), durch EKG oder Echokardiographie bestätigte linksventrikuläre Hypertrophie (20,9%), Zigarettenraucher (21,9%).
Der kombinierte primäre Endpunkt umfasste Tod durch koronare Herzkrankheit und nicht tödlicher Myokardinfarkt. Zwischen der Amlodipin-Therapie und der Chlortalidon-Therapie ergab sich hinsichtlich des primären Endpunkts kein signifikanter Unterschied (RR 0,98; 95%-KI 0,90 bis 1,07; p = 0,65). Bei den sekundären Endpunkten war die Häufigkeit von Herzinsuffizienz (Bestandteil eines zusammengesetzten kardiovaskulären Endpunkts) in der Amlodipin-Gruppe im Vergleich mit der Chlortalidon-Gruppe signifikant höher (10,2% vs. 7,7%; RR 1,38; 95%-KI 1,25 bis 1,52; p < 0,001). Bei der Gesamtmortalität gab es jedoch zwischen der Amlodipin-Therapie und der Chlortalidon- Therapie keinen signifikanten Unterschied (RR 0,96; 95%-KI 0,89 bis 1,02; p = 0,20).
Anwendung bei Kindern (ab 6 Jahren)
In einer Studie mit 268 Kindern im Alter von 6 bis 17 Jahren mit überwiegend sekundärer Hypertonie zeigte der Vergleich einer 2,5-mg-Dosis und einer 5-mg –Dosis Amlodipin mit Placebo, dass beide Dosierungen den systolischen Blutdruck signifikant stärker senkten als Placebo. Der Unterschied zwischen den beiden Dosierungen war nicht statistisch signifikant.
Die Langzeitwirkungen von Amlodipin auf Wachstum, Pubertät und allgemeine Entwicklung wurden nicht untersucht. Die Langzeitwirksamkeit von Amlodipin bei einer Behandlung in der Kindheit zur Verringerung kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität im Erwachsenenalter ist ebenfalls nicht bekannt.
Resorption, Verteilung, Plasmaeiweißbindung
Nach Einnahme therapeutischer Dosen wird Amlodipin gut resorbiert. Spitzenkonzentrationen werden nach 6 bis 12 Stunden erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit beim Menschen beträgt etwa
64 bis 80%. Das Verteilungsvolumen liegt bei etwa 21 l/kg. In vitro konnte gezeigt werden, dass etwa 97,5% des zirkulierenden Amlodipin an Plasmaeiweiße gebunden sind.
Die Bioverfügbarkeit von Amlodipin ist unabhängig von der Nahrungsaufnahme. Biotransformation/ Elimination
Die terminale Plasmahalbwertszeit beträgt etwa 35 bis 50 Stunden und ermöglicht eine einmal
tägliche Dosierung. Amlodipin wird in der Leber weitgehend zu inaktiven Metaboliten verstoffwechselt. Im Urin werden 10% der Muttersubstanz sowie 60% der Metaboliten ausgeschieden.
Eingeschränkte Leberfunktion
Zur Anwendung von Amlodipin bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion liegen sehr begrenzte klinische Daten vor. Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist die Clearance von Amlodipin verringert. Dies führt zu einer verlängerten Halbwertszeit und einer um ca. 40 bis 60% erhöhten AUC.
Ältere Patienten
Die Zeitspanne bis zum Erreichen der Spitzenkonzentration im Plasma ist bei älteren und jüngeren Patienten gleich. Bei älteren Patienten scheint die Amlodipin-Clearance herabgesetzt zu sein, was zu einer Erhöhung der AUC und der Eliminationshalbwertszeit führt. Die erhöhte AUC und verlängerte Eliminationshalbwertszeit bei Patienten mit Herzinsuffizienz entsprachen den Erwartungen in Bezug auf die untersuchte Altersgruppe.
Kinder und Jugendliche
Es wurde eine Studie zur Populationskinetik mit 74 hypertensiven Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 Monaten bis 17 Jahren (mit 34 Patienten im Alter von 6 bis 12 Jahren und 28 Patienten im Alter von 13 bis 17 Jahren) durchgeführt, die entweder einmal oder zweimal täglich zwischen
1,25 mg und 20 mg Amlodipin erhielten. Bei den Kindern von 6 bis 12 Jahren und bei den Jugendlichen von 13 bis 17 Jahren betrug die durchschnittliche orale Clearance (CL/F) 22,5 bzw. 27,4 l/h bei den männlichen und 16,4 bzw. 21,3 l/h bei den weiblichen Personen. Es wurde eine große interindividuelle Expositionsvariabilität beobachtet. Die Daten für Kinder unter 6 Jahren sind begrenzt.