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Verschreibungsinformationen

Versicherungsliste

Arzneimittel ist nicht auf der Liste.

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Sibilla® 21+7 2 mg/0,03 mg Filmtabletten

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Ja

Darreichungsform

Filmtbl.

Hersteller

Gedeon Richter Pharma GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.12.2022
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Fachinfo - Sibilla® 21+7 2

Anwendungsgebiete

Orale Kontrazeption.

Behandlung von mittelschwerer Akne nach Versagen geeigneter topischer Therapien oder einer oralen Antibiotikabehandlung bei Frauen, die sich für die Anwendung eines oralen Kontrazeptivums entscheiden.

Bei der Entscheidung, Sibilla 21+7 zu verschreiben, sollten die aktuellen, individuellen Risikofaktoren der einzelnen Frauen, insbesondere im Hinblick auf venöse Thromboembolien (VTE), berücksichtigt werden. Auch sollte das Risiko für eine VTE bei Anwendung von Sibilla 21+7 mit dem anderer kombinierter hormonaler Kontrazeptiva (KHK) verglichen werden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Dosierung

Art der Anwendung Zum Einnehmen.

Dosierung

Wie ist Sibilla 21+7 einzunehmen

Täglich muss 1 Tablette an 28 aufeinanderfolgenden Tagen eingenommen werden. Die Tabletten müssen jeden Tag etwa zur gleichen Zeit, falls erforderlich mit etwas Flüssigkeit, in der auf der Blisterpackung angegebenen Reihenfolge eingenommen werden. Mit der jeweils nächsten Blisterpackung wird am Tag nach der Einnahme der letzten Tablette aus der vorherigen Blisterpackung begonnen. Die Entzugsblutung beginnt in der Regel 2 – 3 Tage nach Beginn der Einnahme der Placebo-Tabletten und kann noch andauern, wenn mit der Einnahme aus der nächsten Blisterpackung begonnen wird.

In der Regel dauert es mindestens drei Monate, bis eine Verbesserung der Akne erkennbar wird, und eine weitere Verbesserung wurde nach sechs Monaten Behandlung berichtet. Frauen sollten 3 - 6 Monate nach Behandlungsbeginn und in regelmäßigen Abständen danach untersucht werden, um den Bedarf für eine Fortführung der Behandlung zu beurteilen.

Beginn der Einnahme von Sibilla 21+7

Keine vorangegangene Einnahme von hormonellen Kontrazeptiva (im letzten Monat)

Mit der Einnahme von Sibilla 21+7 wird am 1. Tag des natürlichen Zyklus der Frau (d. h. am 1. Tag der Monatsblutung) begonnen.

Wechsel von einem anderen kombinierten oralen Kontrazeptivum (KOK)

Mit der Einnahme von Sibilla 21+7 sollte vorzugsweise am Tag nach Einnahme der letzten wirkstoffhaltigen Tablette (der letzten Tablette, die Wirkstoffe enthält) des zuvor eingenommenen KOK begonnen werden, spätestens aber am Tag nach der üblichen Einnahmepause oder dem Placebo-Tabletten-Intervall des zuvor eingenommenen KOK.

Wechsel von einem Vaginalring oder transdermalen Pflaster

Mit der Einnahme von Sibilla 21+7 sollte vorzugsweise am Tag der Entfernung des letzten Ringes oder Pflasters einer Zykluspackung begonnen werden, spätestens aber, wenn die nächste Applikation fällig wäre.

Wechsel von einem Gestagen-Monopräparat (Minipille, Injektion, Implantat) oder einem gestagenfreisetzenden Intrauterinpessar (IUS)

Bei vorheriger Einnahme der Minipille kann an jedem beliebigen Tag der Woche gewechselt werden. Die Umstellung von einem Implantat oder IUS muss am Tag der Entfernung erfolgen, und die Umstellung von einem Injektionspräparat muss zu dem Zeitpunkt erfolgen, an dem die nächste Injektion fällig wäre. In jedem Fall ist während der ersten 7 Tage der Einnahme von Sibilla 21+7 zusätzlich die Anwendung einer Barrieremethode erforderlich.

Nach einem Abort im ersten Trimenon

Es kann sofort mit der Einnahme von Sibilla 21+7 begonnen werden. In diesem Fall sind keine zusätzlichen empfängnisverhütenden Maßnahmen erforderlich.

Nach einer Geburt oder einem Abort im zweiten Trimenon

Die Einnahme sollte an den Tagen 21 bis 28 nach einer Geburt oder nach einem Abort im zweiten Trimenon begonnen werden. Bei einem späteren Einnahmebeginn sollte während der ersten 7 Tage zusätzlich eine Barrieremethode angewendet werden. Wenn jedoch bereits Geschlechtsverkehr stattgefunden hat, muss vor Beginn der Einnahme des KOK eine Schwangerschaft ausgeschlossen oder die erste Menstruationsblutung abgewartet werden.

Zur Anwendung in der Stillzeit, siehe Abschnitt 4.6.

Vorgehen bei vergessener Tabletteneinnahme

Die letzten sieben grünen Tabletten sind Placebo-Tabletten, das Vergessen einer dieser Tabletten kann vernachlässigt werden. Sie sollten jedoch weggeworfen werden, um ein versehentliches Verlängern der Placebo-Phase zu vermeiden. Die nachfolgenden Ratschläge beziehen sich ausschließlich auf die wirkstoffhaltigen, weißen Tabletten:

Wird innerhalb von 12 Stunden nach dem üblichen Einnahmezeitpunkt bemerkt, dass die Einnahme einer wirkstoffhaltigen Tablette vergessen wurde, muss die Tablette sofort eingenommen werden. Alle darauffolgenden Tabletten sind dann wieder zur gewohnten Zeit einzunehmen. Der kontrazeptive Schutz ist dann nicht eingeschränkt.

Wenn die Einnahme einer wirkstoffhaltigen Tablette um mehr als 12 Stunden zu spät erfolgt, kann der Konzeptionsschutz herabgesetzt sein. Für das Vorgehen bei vergessener Einnahme gelten die zwei folgenden Grundregeln:

  1. Die Einnahme der wirkstoffhaltigen Tabletten darf nicht länger als 7 Tage unterbrochen werden.

  2. Eine regelmäßige Einnahme der wirkstoffhaltigen Tabletten über 7 zusammenhängende Tage ist erforderlich, um eine ausreichende Suppression der Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achse zu erreichen.

Daraus ergeben sich bei vergessener Einnahme von wirkstoffhaltigen Tabletten folgende Vorgehensweisen:

Woche 1

Die Einnahme der vergessenen wirkstoffhaltigen Tablette sollte so schnell wie möglich nachgeholt werden, auch wenn dies bedeutet, dass zwei Tabletten zur gleichen Zeit einzunehmen sind. Die weitere Tabletteneinnahme erfolgt dann zur gewohnten Zeit. In den nächsten 7 Tagen sollte zusätzlich eine Barrieremethode, zum Beispiel ein Kondom, angewendet werden. Wenn in den vergangenen 7 Tagen Geschlechtsverkehr stattgefunden hat, sollte die Möglichkeit einer Schwangerschaft in Betracht gezogen werden. Das Risiko einer Schwangerschaft ist umso größer, je mehr Tabletten vergessen wurden und je näher diese zeitlich an der regulären Placebo-Phase liegen.

Woche 2

Die Einnahme der vergessenen wirkstoffhaltigen Tablette sollte so schnell wie möglich nachgeholt werden, auch wenn dies bedeutet, dass 2 Tabletten zur gleichen Zeit einzunehmen sind. Die weitere Tabletteneinnahme erfolgt dann zur gewohnten Zeit. Vorausgesetzt, dass die Tabletteneinnahme an den der ersten vergessenen Tablette vorangegangenen 7 Tagen korrekt erfolgt ist, besteht keine Notwendigkeit, zusätzliche Schutzmaßnahmen anzuwenden. Ist dies jedoch nicht der Fall oder wurde mehr als 1 Tablette vergessen, sollte die Anwendung zusätzlicher Schutzmaßnahmen über 7 Tage empfohlen werden.

Woche 3

Aufgrund der bevorstehenden 7-tägigen Placebo-Phase kann ein voller Konzeptionsschutz nicht mehr gewährleistet werden. Durch Anpassung des Tabletteneinnahmeschemas kann jedoch einem verminderten Konzeptionsschutz noch vorgebeugt werden.

Bei Einhalten einer der beiden folgenden Vorgehensweisen besteht daher keine Notwendigkeit zusätzlicher kontrazeptiver Maßnahmen, vorausgesetzt, dass die Tabletteneinnahme an den 7 Tagen vor der ersten vergessenen Tablette korrekt erfolgte. Wenn dies nicht der Fall ist, sollte die erste dieser 2 Möglichkeiten befolgt und zusätzliche Schutzmaßnahmen in den nächsten 7 Tagen angewendet werden:

  1. Die Einnahme der vergessenen wirkstoffhaltigen Tablette sollte so schnell wie möglich nachgeholt werden, auch wenn dies bedeutet, dass 2 Tabletten zur gleichen Zeit einzunehmen sind. Die weitere Tabletteneinnahme erfolgt dann zur gewohnten Zeit. Mit der Einnahme aus der nächsten Blisterpackung wird direkt nach Aufbrauchen der wirkstoffhaltigen Tabletten aus der aktuellen Blisterpackung begonnen. Die 7 grünen Placebo-Tabletten müssen verworfen werden. Es ist unwahrscheinlich, dass es bis zum Ende der wirkstoffhaltigen Tabletten der zweiten Blisterpackung zu einer Entzugsblutung kommt, allerdings können noch während der Tabletteneinnahme Schmier- oder Durchbruchblutungen auftreten.

  2. Es kann auch ein Abbruch der Einnahme der wirkstoffhaltigen Tabletten aus der aktuellen Blisterpackung empfohlen werden. Es sollten dann für bis zu 7 Tage, einschließlich des Tages, an dem die Einnahme vergessen wurde, die grünen Placebo-Tabletten eingenommen werden. Danach wird mit der Einnahme der wirkstoffhaltigen Tabletten aus der nächsten Blisterpackung begonnen.

Nach vergessener Einnahme wirkstoffhaltiger Tabletten mit anschließendem Ausbleiben einer Entzugsblutung in der Placebo-Phase sollte die Möglichkeit einer Schwangerschaft in Betracht gezogen werden.

Verhalten bei gastrointestinalen Störungen

Bei gastrointestinalen Störungen werden die Wirkstoffe möglicherweise nicht vollständig aufgenommen, und zusätzliche kontrazeptive Maßnahmen sind erforderlich. Bei Erbrechen in den ersten 3 - 4 Stunden nach Einnahme einer wirkstoffhaltigen Filmtablette sollte so schnell wie möglich eine neue wirkstoffhaltige (Ersatz-)Tablette eingenommen werden. Wenn mehr als 12 Stunden vergangen sind, gelten die Empfehlungen für vergessene Tabletten in Abschnitt 4.2. Wenn das gewohnte Einnahmeschema beibehalten werden soll, müssen die zusätzlich einzunehmenden Tabletten aus einer anderen Blisterpackung entnommen werden.

Verschieben der Entzugsblutung

Um die Entzugsblutung hinauszuschieben, sollte die Anwenderin direkt ohne die Einnahme der Placebo-Tabletten der aktuellen Blisterpackung mit der Einnahme der wirkstoffhaltigen Tabletten aus der nächsten Blisterpackung Sibilla 21+7 fortfahren. Die Entzugsblutung kann so lange wie gewünscht, maximal bis die wirkstoffhaltigen Tabletten aus der zweiten Blisterpackung aufgebraucht sind, hinausgeschoben werden. Während dieser Zeit kann es zu Durchbruch- oder Schmierblutungen kommen. Nach der darauffolgenden regulären 7-tägigen Placebo-Phase sollte die Einnahme von Sibilla 21+7 wie üblich fortgesetzt werden.

Zum Verschieben der Entzugsblutung auf einen anderen als den nach dem Einnahmeschema üblichen Wochentag kann der Anwenderin empfohlen werden, die bevorstehende Placebo-Phase um die gewünschte Anzahl von Tagen zu verkürzen. Je kürzer das Intervall, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit des Ausbleibens einer Entzugsblutung, sowie für Durchbruch- bzw.

Schmierblutungen während der Einnahme aus der folgenden Blisterpackung (wie beim Hinauszögern der Entzugsblutung).

Zusätzliche Informationen für spezielle Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Sibilla 21+7 ist nur nach der Menarche indiziert.

Ältere Patientinnen

Nicht zutreffend. Sibilla 21+7 ist nicht nach der Menopause indiziert.

Patientinnen mit eingeschränkter Leberfunktion

Sibilla 21+7 ist bei Frauen mit schweren Lebererkrankungen kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Patientinnen mit eingeschränkter Nierenfunktion

Sibilla 21+7 wurde nicht bei Patientinnen mit eingeschränkter Nierenfunktion untersucht. Die verfügbaren Daten legen keine Änderung der Behandlung bei dieser Patientengruppe nahe.

Gegenanzeigen

Kombinierte hormonale Kontrazeptiva (KHK) dürfen bei Vorliegen einer der unten angeführten Erkrankungen nicht angewendet werden. Sollte eine der aufgelisteten Erkrankungen zum ersten Mal während der KHK-Einnahme auftreten, muss die Einnahme sofort beendet werden.

  • Vorliegen einer oder Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE)

    • Venöse Thromboembolie – bestehende VTE (auch unter Therapie mit Antikoagulanzien) oder VTE in der Vorgeschichte (z. B. tiefe Venenthrombose [TVT] oder Lungenembolie [LE])

    • Bekannte erbliche oder erworbene Prädisposition für eine venöse Thromboembolie, wie

      z. B. APC-Resistenz (einschließlich Faktor-V-Leiden), Antithrombin-III-Mangel, Protein-C-Mangel oder Protein-S-Mangel

    • Größere Operationen mit längerer Immobilisierung (siehe Abschnitt 4.4)

    • Hohes Risiko für eine venöse Thromboembolie aufgrund mehrerer Risikofaktoren (siehe Abschnitt 4.4)

  • Vorliegen einer oder Risiko für eine arterielle Thromboembolie (ATE)

    • Arterielle Thromboembolie – bestehende ATE, ATE in der Vorgeschichte (z. B. Myokardinfarkt) oder Erkrankung im Prodromalstadium (z. B. Angina pectoris)

    • Zerebrovaskuläre Erkrankung – bestehender Schlaganfall, Schlaganfall oder prodromale Erkrankung (z. B. transitorische ischämische Attacke [TIA]) in der Vorgeschichte

    • Bekannte erbliche oder erworbene Prädisposition für eine arterielle Thromboembolie, wie z. B. Hyperhomocysteinämie und Antiphospholipid-Antikörper (Anticardiolipin-Antikörper, Lupus-Antikoagulans)

    • Migräne mit fokalen neurologischen Symptomen in der Vorgeschichte

    • Hohes Risiko für eine arterielle Thromboembolie aufgrund mehrerer Risikofaktoren (siehe Abschnitt 4.4) oder eines schwerwiegenden Risikofaktors wie:

      • Diabetes mellitus mit Gefäßschädigung

      • Schwere Hypertonie

      • Schwere Dyslipoproteinämie

  • Bestehende oder vorausgegangene Pankreatitis, wenn diese mit schwerer Hypertriglyzeridämie einhergeht

  • Bestehende oder vorausgegangene schwere Lebererkrankungen, solange sich die Leberfunktion nicht normalisiert hat

  • Bestehende oder vorausgegangene Lebertumoren (gut- oder bösartig)

  • Bekannte oder vermutete sexualhormonabhängige, maligne Tumoren (z. B. der Geschlechtsorgane oder der Brust)

  • Nicht abgeklärte vaginale Blutungen

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, Gelborange S oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

    Sibilla 21+7 ist kontraindiziert für die gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir enthalten, mit Arzneimitteln, die Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir enthalten (siehe Abschnitt 4.5).

Warnhinweise

Warnhinweise

Die Eignung von Sibilla 21+7 sollte mit der Frau besprochen werden, falls eine der im Folgenden aufgeführten Erkrankungen oder Risikofaktoren vorliegt.

Bei einer Verschlechterung oder dem erstmaligen Auftreten einer dieser Erkrankungen oder Risikofaktoren ist der Anwenderin anzuraten, sich an ihren Arzt zu wenden, um zu entscheiden, ob die Anwendung von Sibilla 21+7 beendet werden sollte.

Im Fall von vermuteter oder nachgewiesener Thrombose sollte die Anwendung von KHK beendet werden. Falls eine Therapie mit Antikoagulanzien begonnen wird, sollte eine adäquate alternative Kontrazeption aufgrund der Teratogenität der Therapie mit Antikoagulanzien (Cumarine) veranlasst werden.

Kreislauferkrankungen

Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE)

Die Anwendung jedes kombinierten hormonalen Kontrazeptivums (KHK) erhöht das Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE) im Vergleich zur Nichtanwendung. Arzneimittel, die Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron enthalten, sind mit dem geringsten Risiko für

eine VTE verbunden. Andere Arzneimittel, wie Sibilla 21+7, können ein bis zu 1,6-fach so hohes Risiko aufweisen. Die Entscheidung, ein Arzneimittel anzuwenden, das nicht zu denen mit dem geringsten VTE Risiko gehört, sollte nur nach einem Gespräch mit der Frau getroffen werden, bei dem sicherzustellen ist, dass sie Folgendes versteht:

  • das Risiko für eine VTE bei Anwendung von Sibilla 21+7

  • wie ihre vorliegenden individuellen Risikofaktoren dieses Risiko beeinflussen

  • und dass ihr Risiko für VTE in ihrem allerersten Anwendungsjahr am höchsten ist. Es gibt zudem Hinweise, dass das Risiko erhöht ist, wenn die Anwendung eines KHKs nach einer Unterbrechung von 4 oder mehr Wochen wieder aufgenommen wird.

    Ungefähr 2 von 10 000 Frauen, die kein KHK anwenden und nicht schwanger sind, erleiden im Verlauf eines Jahres eine VTE. Bei einer einzelnen Frau kann das Risiko jedoch in Abhängigkeit von ihren zugrunde liegenden Risikofaktoren bedeutend höher sein (siehe unten).

    Epidemiologische Studien mit Frauen, die niedrigdosierte (< 50 µg Ethinylestradiol) kombinierte orale Kontrazeptiva anwenden, ergaben, dass im Verlauf eines Jahres bei ungefähr 6 bis 12 von 10 000 Frauen eine VTE auftritt.

    Es wird geschätzt, dass im Verlauf eines Jahres ungefähr 61 von 10 000 Frauen, die ein niedrigdosiertes levonorgestrelhaltiges KHK anwenden, eine VTE erleiden.

    Es wird geschätzt, dass im Verlauf eines Jahres zwischen 8 und 112 von 10 000 Frauen, die ein dienogest- und ethinylestradiolhaltiges KHK anwenden, eine VTE erleiden.

    Die Anzahl an VTE pro Jahr ist niedriger als die erwartete Anzahl während der Schwangerschaft oder in der Zeit nach der Geburt.

    VTE verlaufen in 1 - 2 % der Fälle tödlich.

    Anzahl der VTE-Ereignisse pro 10 000 Frauen in einem Jahr

    1 Mittelwert der Spannweite 5 - 7 pro 10 000 Frauenjahre, auf der Grundlage eines relativen Risikos für levonorgestrelhaltige KHK versus Nichtanwendung von ungefähr 2,3 bis 3,6.

    2 Daten einer Metaanalyse schätzen, dass das Risiko für eine VTE bei Sibilla 21+7-Anwenderinnen geringfügig erhöht ist im Vergleich zu Anwenderinnen von levonorgestrelhaltigen KOK (Risikoverhältnis [Hazard Ratio] von 1,57 mit einem Risiko im Bereich von 1,07 bis 2,30).

    Äußerst selten wurde bei Anwenderinnen von KHK über eine Thrombose in anderen Blutgefäßen berichtet, wie z. B. in Venen und Arterien von Leber, Mesenterium, Nieren oder Retina.

    Risikofaktoren für VTE

    Das Risiko für venöse thromboembolische Komplikationen bei Anwenderinnen von KHK kann deutlich ansteigen, wenn bei der Anwenderin zusätzliche Risikofaktoren bestehen, insbesondere, wenn mehrere Risikofaktoren vorliegen (siehe Tabelle).

    Sibilla 21+7 ist kontraindiziert, wenn bei einer Frau mehrere Risikofaktoren gleichzeitig bestehen, die sie insgesamt einem hohen Risiko für eine Venenthrombose aussetzen (siehe Abschnitt 4.3).

    Weist eine Frau mehr als einen Risikofaktor auf, ist es möglich, dass der Anstieg des Risikos das Risiko der Summe der einzelnen Faktoren übersteigt – in diesem Fall muss ihr Gesamtrisiko für eine VTE in Betracht gezogen werden. Wenn das Nutzen-Risiko-Verhältnis als ungünstig erachtet wird, darf ein KHK nicht verschrieben werden (siehe Abschnitt 4.3).

    Tabelle: Risikofaktoren für VTE

    Risikofaktor Anmerkung
    Adipositas (Body-Mass-Index über 30 kg/m²) Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu. Besonders wichtig, wenn weitere Risikofaktorenvorliegen
    Längere Immobilisierung, größere Operationen, jede Operation an Beinen oder Hüfte, neurochirurgische Operation oder schweres TraumaHinweis: Eine vorübergehende Immobilisierung einschließlich einer Flugreise von > 4 Stunden Dauer kann ebenfalls einen Risikofaktor für eine VTE darstellen, insbesondere bei Frauenmit weiteren Risikofaktoren. In diesen Fällen ist es ratsam, die Anwendung der Tablette (bei einer geplanten Operation mindestens vier Wochen vorher) zu unterbrechen und erst zwei Wochen nach der kompletten Mobilisierung wieder aufzunehmen. Es ist eine andere Verhütungsmethode anzuwenden, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern.Eine antithrombotische Therapie muss erwogen werden, wenn Sibilla 21+7 nicht vorab abgesetzt wurde.
    Familiäre Vorbelastung (jede venöse Thromboembolie bei einem Geschwister oder Elternteil, insbesondere in relativjungen Jahren, z. B. jünger als 50 Jahre) Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die Frau zur Beratung an einen Spezialisten zu überweisen, bevor eine Entscheidung über die Anwendung einesKHKs getroffen wird.
    Andere Erkrankungen, die mit einer VTE verknüpft sind Krebs, systemischer Lupus erythematodes, hämolytisch-urämisches Syndrom, chronisch-entzündlicheDarmerkrankung (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) und Sichelzellkrankheit
    Zunehmendes Alter Insbesondere älter als 35 Jahre

    Es besteht kein Konsens über die mögliche Rolle von Varizen und oberflächlicher Thrombophlebitis bezüglich des Beginns oder Fortschreitens einer Venenthrombose.

    Das erhöhte Risiko einer Thromboembolie in der Schwangerschaft und insbesondere während der 6-wöchigen Dauer des Wochenbetts muss berücksichtigt werden (Informationen zur „Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit“ siehe Abschnitt 4.6).

    Symptome einer VTE (tiefe Beinvenenthrombose und Lungenembolie)

    Beim Auftreten von Symptomen ist den Anwenderinnen anzuraten, unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal darüber zu informieren, dass sie ein KHK anwenden.

    Bei einer tiefen Beinvenenthrombose (TVT) können folgende Symptome auftreten:

  • Unilaterale Schwellung des Beins und/oder Fußes oder entlang einer Beinvene

  • Schmerz oder Druckschmerz im Bein, der möglicherweise nur beim Stehen oder Gehen bemerkt wird

  • Erwärmung des betroffenen Beins; gerötete oder entfärbte Haut am Bein

    Bei einer Lungenembolie (LE) können folgende Symptome auftreten:

  • Plötzliches Auftreten unerklärlicher Kurzatmigkeit oder schnellen Atmens

  • Plötzlich auftretender Husten, möglicherweise in Verbindung mit Hämoptyse

  • Stechender Brustschmerz

  • Starke Benommenheit oder Schwindelgefühl

  • Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag

    Einige dieser Symptome (z. B. „Kurzatmigkeit“, „Husten“) sind unspezifisch und können als häufiger vorkommende und weniger schwerwiegende Ereignisse fehlinterpretiert werden (z. B. als Atemwegsinfektionen).

    Andere Anzeichen für einen Gefäßverschluss können plötzlicher Schmerz sowie Schwellung und leicht bläuliche Verfärbung einer Extremität sein.

    Tritt der Gefäßverschluss im Auge auf, können die Symptome von einem schmerzlosen verschwommenen Sehen bis zu einem Verlust des Sehvermögens reichen. In manchen Fällen tritt der Verlust des Sehvermögens sehr plötzlich auf.

    Risiko für eine arterielle Thromboembolie (ATE)

    Epidemiologische Studien haben die Anwendung von KHK mit einem erhöhten Risiko für arterielle Thromboembolie (Myokardinfarkt) oder apoplektischen Insult (z. B. transitorische ischämische Attacke, Schlaganfall) in Verbindung gebracht. Arterielle thromboembolische Ereignisse können tödlich verlaufen.

    Risikofaktoren für ATE

    Das Risiko für arterielle thromboembolische Komplikationen oder einen apoplektischen Insult bei Anwenderinnen von KHK erhöht sich bei Frauen, die Risikofaktoren aufweisen (siehe Tabelle). Sibilla 21+7 ist kontraindiziert bei Frauen, die einen schwerwiegenden oder mehrere Risikofaktoren für eine ATE haben, die sie einem hohen Risiko für eine Arterienthrombose aussetzen (siehe Abschnitt 4.3). Weist eine Frau mehr als einen Risikofaktor auf, ist es möglich, dass der Anstieg des Risikos das Risiko der Summe der einzelnen Faktoren übersteigt – in diesem Fall muss ihr Gesamtrisiko betrachtet werden. Bei Vorliegen eines ungünstigen Nutzen-Risiko-Verhältnisses darf ein KHK nicht verschrieben werden (siehe Abschnitt 4.3).

    Tabelle: Risikofaktoren für ATE

    Risikofaktor Anmerkung
    Zunehmendes Alter Insbesondere älter als 35 Jahre
    Rauchen Frauen ist anzuraten, nicht zu rauchen, wenn sie ein KHK anwenden möchten. Frauen über 35 Jahren, die weiterhin rauchen, ist dringend zu empfehlen, eine andereVerhütungsmethode anzuwenden.
    Hypertonie
    Adipositas (Body-Mass-Index über 30 kg/m²) Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu. Besonders wichtig bei Frauen mit zusätzlichenRisikofaktoren
    Familiäre Vorbelastung (jede arterielle Thromboembolie bei einem Geschwisteroder Elternteil, insbesondere in relativ jungen Jahren, d. h. jünger als 50 Jahre) Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die Frau zur Beratung an einen Spezialisten zu überweisen,bevor eine Entscheidung über die Anwendung eines KHKs getroffen wird.
    Migräne Ein Anstieg der Häufigkeit oder des Schweregrads der Migräne während der Anwendung von KHK (die einem
    zerebrovaskulären Ereignis vorausgehen kann) kann ein Grund für ein sofortiges Absetzen sein.
    Andere Erkrankungen, die mit unerwünschten Gefäßereignissen verknüpft sind Diabetes mellitus, Hyperhomocysteinämie, Erkrankung der Herzklappen und Vorhofflimmern, Dyslipoproteinämie und systemischer Lupuserythematodes

    Symptome einer ATE

    Beim Auftreten von Symptomen ist den Frauen anzuraten, unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal darüber zu informieren, dass sie ein KHK anwenden.

    Bei einem apoplektischen Insult können folgende Symptome auftreten:

  • Plötzliches Taubheitsgefühl oder Schwäche in Gesicht, Arm oder Bein, besonders auf einer Körperseite

  • Plötzliche Gehschwierigkeiten, Schwindelgefühl, Gleichgewichtsverlust oder Koordinationsstörungen

  • Plötzliche Verwirrtheit, Sprech- oder Verständnisschwierigkeiten

  • Plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen

  • Plötzliche, schwere oder länger anhaltende Kopfschmerzen unbekannter Ursache

  • Verlust des Bewusstseins oder Ohnmacht mit oder ohne Krampfanfall

    Vorübergehende Symptome deuten auf eine transitorische ischämische Attacke (TIA) hin. Bei einem Myokardinfarkt (MI) können folgende Symptome auftreten:

  • Schmerz, Unbehagen, Druck, Schweregefühl, Enge- oder Völlegefühl in Brust, Arm oder unterhalb des Sternums

  • In den Rücken, Kiefer, Hals, Arm, Magen ausstrahlende Beschwerden

  • Völlegefühl, Indigestion oder Erstickungsgefühl

  • Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindelgefühl

  • Extreme Schwäche, Angst oder Kurzatmigkeit

  • Schnelle oder unregelmäßige Herzschläge

Tumorerkrankungen

In einigen epidemiologischen Untersuchungen wurde bei Langzeit-Anwenderinnen von KHK

(> 5 Jahre) über ein erhöhtes Risiko für das Auftreten eines Zervixkarzinoms berichtet, aber nach wie vor wird kontrovers diskutiert, in welchem Ausmaß dieses Ergebnis durch das Sexualverhalten und andere Faktoren, wie eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV), beeinflusst wird.

Eine Metaanalyse von 54 epidemiologischen Studien hat ein leicht erhöhtes relatives Brustkrebs-Risiko (RR = 1,24) für Frauen ergeben, die aktuell KHK anwenden. Das erhöhte Risiko geht innerhalb von 10 Jahren nach dem Absetzen von KHK allmählich wieder auf das altersentsprechende Risiko zurück. Da Brustkrebs bei Frauen unter 40 Jahren selten auftritt, ist die Anzahl zusätzlicher Brustkrebserkrankungen bei Anwenderinnen von KHK oder solchen, die früher KHK eingenommen haben, im Vergleich zum Gesamtrisiko, an Brustkrebs zu erkranken, gering.

In seltenen Fällen wurde über benigne Lebertumoren und noch seltener über maligne Lebertumoren bei KHK-Anwenderinnen berichtet. In Einzelfällen führten diese Tumoren zu lebensbedrohlichen intraabdominalen Blutungen. Differentialdiagnostisch sollte an einen Lebertumor gedacht werden, wenn bei Frauen, die KHK einnehmen, starke Oberbauchschmerzen, eine Lebervergrößerung oder Zeichen einer intraabdominalen Blutung auftreten.

Maligne Tumoren können lebensbedrohend oder tödlich sein.

Sonstige Erkrankungen

Depressive Verstimmung und Depression stellen bei der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva allgemein bekannte Nebenwirkungen dar (siehe Abschnitt 4.8). Depressionen können schwerwiegend sein und sind ein allgemein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten und

Suizid. Frauen sollte geraten werden, sich im Falle von Stimmungsschwankungen und depressiven Symptomen - auch wenn diese kurz nach Einleitung der Behandlung auftreten - mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen.

Frauen mit einer Hypertriglyzeridämie oder einer diesbezüglich positiven Familienanamnese können unter der Einnahme eines KHK ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Pankreatitis haben.

Obwohl bei vielen Frauen, die ein KHK verwenden, von einem geringfügigen Blutdruckanstieg berichtet wurde, ist ein klinisch relevanter Blutdruckanstieg selten. Wenn sich jedoch während der Anwendung eines KHKs eine anhaltende Erhöhung des Blutdruckes entwickelt, sollte der Arzt das Absetzen des KHKs in Erwägung ziehen und den Bluthochdruck behandeln. Gegebenenfalls kann die Einnahme des KHKs wieder aufgenommen werden, sobald sich die Blutdruckwerte unter der antihypertensiven Therapie normalisiert haben. Wenn jedoch unter der Anwendung eines KHKs bei vorbestehender Hypertonie anhaltend erhöhte Blutdruckwerte oder ein signifikanter Blutdruckanstieg nicht adäquat auf eine blutdrucksenkende Therapie ansprechen, muss das KHK abgesetzt werden.

Über ein Auftreten oder eine Verschlechterung folgender Erkrankungen wurde sowohl in der Schwangerschaft als auch unter KHK-Anwendung berichtet, wobei ein Zusammenhang mit der KHK-Anwendung nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte: cholestasebedingter Ikterus und/oder Pruritus, Cholelithiasis, Porphyrie, systemischer Lupus erythematodes, hämolytisch-urämisches Syndrom, Sydenham Chorea, Herpes gestationis, Otosklerose-bedingter Hörverlust.

Exogen verabreichte Estrogene können Symptome eines hereditären und erworbenen Angioödems auslösen oder verschlimmern.

Akute oder chronische Leberfunktionsstörungen können eine Unterbrechung der Einnahme des KHKs erforderlich machen, bis die Parameter für die Leberfunktion wieder im Normbereich liegen. Ein Wiederauftreten eines in einer vorangegangenen Schwangerschaft oder während einer früheren Anwendung von steroidalen Sexualhormonen aufgetretenen cholestatischen Ikterus und/oder eines cholestatischen Pruritus macht das Absetzen des KHKs erforderlich.

Obwohl KHK einen Einfluss auf die periphere Insulinresistenz und Glucosetoleranz haben können, liegen keine Hinweise für eine Notwendigkeit zur Änderung des Therapieplanes bei Diabetikerinnen vor, welche KHK anwenden. Dennoch sollen Diabetikerinnen, insbesondere in der ersten Zeit der KHK-Anwendung, sorgfältig überwacht werden.

Unter KHK-Anwendung wurde über eine Verschlechterung von Depressionen, Epilepsie, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa berichtet.

Chloasma kann gelegentlich auftreten, insbesondere bei Frauen mit Chloasma gravidarum in der Anamnese. Frauen mit einer Veranlagung für Chloasma sollten während der KHK-Einnahme Sonnenlicht oder ultraviolette Bestrahlung meiden.

Ärztliche Untersuchung/Beratung

Vor der Einleitung oder Wiederaufnahme der Behandlung mit Sibilla 21+7 muss eine vollständige Anamnese (inklusive Familienanamnese) erhoben und eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Der Blutdruck sollte gemessen und eine körperliche Untersuchung durchgeführt werden, die sich an den Gegenanzeigen (siehe Abschnitt 4.3) und Warnhinweisen (siehe Abschnitt 4.4) orientiert. Es ist wichtig, die Frau auf die Informationen zu venösen und arteriellen Thrombosen hinzuweisen, einschließlich des Risikos von Sibilla 21+7 im Vergleich zu anderen KHK, der Symptome einer VTE und ATE, der bekannten Risikofaktoren und darauf, was im Falle einer vermuteten Thrombose zu tun ist.

Die Anwenderin ist zudem anzuweisen, die Packungsbeilage sorgfältig zu lesen und die darin gegebenen Ratschläge zu befolgen. Die Häufigkeit und Art der Untersuchungen sollte den gängigen Untersuchungsleitlinien entsprechen und individuell auf die Frau abgestimmt werden.

Die Anwenderinnen sind darüber aufzuklären, dass hormonale Kontrazeptiva nicht vor HIV-Infektionen (AIDS) und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen.

Verringerte Wirksamkeit

Die Wirksamkeit von KHK kann beeinträchtigt sein, wenn z. B. wirkstoffhaltige Tabletten vergessen wurden (siehe Abschnitt 4.2), bei gastrointestinalen Störungen (siehe Abschnitt 4.2) oder wenn gleichzeitig bestimmte andere Arzneimittel eingenommen werden (siehe Abschnitt 4.5).

Verringerte Zykluskontrolle

Bei allen KHK kann es, insbesondere in den ersten Monaten der Anwendung, zu unregelmäßigen Blutungen (Schmier- oder Durchbruchblutungen) kommen. Eine diagnostische Abklärung dieser Zwischenblutungen ist deshalb erst nach einer Anpassungsphase von ungefähr drei Zyklen sinnvoll.

Bei anhaltenden, unregelmäßigen Blutungen oder beim Auftreten von Blutungsunregelmäßigkeiten bei zuvor regelmäßigen Zyklen sollten nichthormonale Ursachen in Betracht gezogen und entsprechende diagnostische Maßnahmen ergriffen werden, um eine maligne Erkrankung oder eine Schwangerschaft auszuschließen. Dies kann auch eine Kürettage beinhalten.

Es ist möglich, dass es bei einigen Anwenderinnen in der Placebo-Phase zu keiner Entzugsblutung kommt. Wenn das KHK wie in Abschnitt 4.2 beschrieben eingenommen wurde, ist eine Schwangerschaft unwahrscheinlich. Wenn die Einnahme des KHK jedoch vor der ersten ausgebliebenen Entzugsblutung nicht vorschriftsmäßig erfolgt ist oder bereits zum zweiten Mal die Entzugsblutung ausgeblieben ist, muss vor der weiteren Anwendung des KHK eine Schwangerschaft mit Sicherheit ausgeschlossen werden.

Sonstige Bestandteile

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patientinnen mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Sibilla 21+7 nicht einnehmen.

Die Placebo-Tablette enthält Gelborange S (E 110), was allergische Reaktionen auslösen kann.

Wechselwirkungen

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Hinweis: Zur Identifizierung möglicher Wechselwirkungen sollte die Fachinformation der Begleitmedikamente herangezogen werden.

Pharmakodynamische Wechselwirkungen

Während klinischer Studien mit Patienten, deren Hepatitis-C-Virus-Infektionen (HCV) mit Arzneimitteln behandelt wurden, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir mit oder ohne Ribavirin enthielten, traten Erhöhungen der Transaminase (ALT) bis über das 5-Fache des oberen normalen Grenzwertes (Upper Limit of Normal, ULN) signifikant häufiger bei Frauen auf, die ethinylestradiolhaltige kombinierte hormonelle Kontrazeptiva (KHK) verwendeten. Außerdem wurden ALT-Erhöhungen auch bei Frauen beobachtet, die ethinylestradiolhaltige Arzneimittel wie KHK verwendeten und mit Glecaprevir/Pibrentasvir oder mit Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir behandelt wurden (siehe Abschnitt 4.3).

Deshalb müssen Sibilla 21+7-Anwenderinnen auf eine alternative Verhütungsmethode (z. B. Verhütungsmittel, die nur ein Gestagen enthalten oder nichthormonelle Methoden) wechseln, bevor sie mit der Behandlung mit diesen Arzneimittelkombinationen beginnen. Zwei Wochen nach Beendigung der Behandlung mit diesen Arzneimittelkombinationen kann mit Sibilla 21+7 wieder begonnen werden.

Pharmakokinetische Wechselwirkungen

Einfluss anderer Arzneimittel auf Sibilla 21+7

Wechselwirkungen können mit Arzneimitteln auftreten, die mikrosomale Enzyme induzieren. Dies kann eine erhöhte Clearance von Sexualhormonen zur Folge haben und zu Durchbruchblutungen und/oder Verlust der kontrazeptiven Wirksamkeit führen.

Handhabung

Die Enzyminduktion kann bereits nach wenigen Behandlungstagen beobachtet werden. Eine maximale Enzyminduktion kann im Allgemeinen innerhalb von einigen Wochen beobachtet werden. Nach Behandlungsende kann die Enzyminduktion bis zu 4 Wochen erhalten bleiben.

Kurzzeitbehandlung

Frauen, die mit einem Leberenzym-induzierenden Arzneimittel behandelt werden, sollten vorübergehend zusätzlich zum KOK eine Barrieremethode oder eine andere Verhütungsmethode anwenden. Die Barrieremethode muss während der gesamten Zeit der Behandlung mit der Begleitmedikation und noch 28 Tage nach deren Absetzen angewendet werden.

Falls die Arzneimittelbehandlung über das Ende der wirkstoffhaltigen Tabletten der KOK-Packung hinausgeht, sollten die Placebo-Tabletten verworfen werden und es sollte sofort mit der Einnahme aus der nächsten Packung des KOK begonnen werden.

Langzeitbehandlung

Bei Frauen unter längerfristiger Behandlung mit Leberenzym-induzierenden Wirkstoffen wird die Anwendung einer anderen zuverlässigen, nichthormonalen Verhütungsmethode empfohlen.

Substanzen, die die Clearance von KOK erhöhen (verminderte Wirksamkeit von KOK durch Enzyminduktion), wie z. B.:

Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifampicin und möglicherweise auch Oxcarbazepin, Topiramat, Felbamat, Griseofulvin und Produkte, die das pflanzliche Heilmittel Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten.

Substanzen mit variablen Wirkungen auf die Clearance von KOK

Bei gleichzeitiger Verabreichung mit KOK können viele HIV-/HCV-Proteasehemmer und nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer sowie Kombinationen von beiden die Plasmakonzentrationen von Estrogenen oder Progestagenen erhöhen oder erniedrigen. Die Auswirkungen solcher Veränderungen können in manchen Fällen klinisch relevant sein.

Daher sollte die Fachinformation von gleichzeitig verabreichten HIV-/HCV-Arzneimitteln zu Rate gezogen werden, um potentielle Wechselwirkungen und etwaige damit in Zusammenhang stehende Empfehlungen festzustellen. Im Zweifelsfall sollten Frauen, die unter einer Therapie mit Proteasehemmern oder nicht-nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Hemmern stehen, immer eine zusätzliche Barrieremethode zur Verhütung anwenden.

Substanzen, die die Clearance von KOK verringern (Enzyminhibitoren)

Die klinische Relevanz möglicher Wechselwirkungen mit Enzyminhibitoren ist unbekannt. Die gleichzeitige Verabreichung von starken CYP3A4-Hemmern kann die Plasmakonzentrationen von Estrogenen oder Progestagenen oder von beiden erhöhen. Es wurde nachgewiesen, dass Etoricoxib in Dosen von 60 bis 120 mg/Tag bei gleichzeitiger Einnahme mit einem KOK, das 35 Mikrogramm Ethinylestradiol enthielt, die Plasmakonzentrationen von Ethinylestradiol um das 1,4- bis 1,6-Fache ansteigen ließ.

Einfluss von Sibilla 21+7 auf andere Arzneimittel

KOK können den Stoffwechsel anderer Wirkstoffe beeinflussen. Demnach können die Plasma- und Gewebekonzentrationen entweder zunehmen (z. B. Ciclosporin) oder abnehmen (z. B. Lamotrigin).

Basierend auf in-vitro-Studien ist eine Inhibition von CYP-Enzymen durch Dienogest bei Anwendung in therapeutischen Dosierungen unwahrscheinlich.

Klinische Daten legen nahe, dass Ethinylestradiol die Clearance von CYP1A2-Substraten hemmt, was zu einem schwachen (z. B. Theophyllin) oder moderaten (z. B. Tizanidin) Anstieg in deren Plasmakonzentration führt.

Andere Formen von Wechselwirkungen

Laboruntersuchungen

Die Anwendung von steroidalen Kontrazeptiva kann die Ergebnisse bestimmter Labortests beeinflussen, u. a. der biochemischen Parameter der Leber-, Schilddrüsen-, Nebennieren- und Nierenfunktion, sowie der Plasmaspiegel von (Träger-)Proteinen, z. B. des Transcortins (CBG) und der Lipid-/Lipoprotein-Fraktionen, der Parameter des Kohlenhydratstoffwechsels sowie der Gerinnungs- und Fibrinolyseparameter. Im Allgemeinen bleiben diese Veränderungen jedoch innerhalb des Normbereichs.

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Sibilla 21+7 ist während der Schwangerschaft kontraindiziert.

Falls während der Einnahme von Sibilla 21+7 eine Schwangerschaft eintritt, ist das Arzneimittel sofort abzusetzen. In umfangreichen epidemiologischen Untersuchungen fanden sich weder ein erhöhtes Risiko für Missbildungen bei Kindern, deren Mütter vor der Schwangerschaft KHK eingenommen hatten, noch eine teratogene Wirkung bei versehentlicher Einnahme von KHK während der Schwangerschaft.

Tierexperimentelle Studien haben unerwünschte Wirkungen in der Schwangerschaft und Stillzeit gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Auf Grundlage dieser Tierdaten können unerwünschte Wirkungen durch die hormonelle Wirkung der Wirkstoffe nicht ausgeschlossen werden. Die allgemeinen Erfahrungen mit KHK während der Schwangerschaft lieferten aber keine Hinweise auf eine unerwünschte Wirkung beim Menschen.

Das erhöhte VTE-Risiko in der Zeit nach der Geburt sollte vor der erneuten Anwendung nach einer Anwendungspause bedacht werden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Stillzeit

KHK können die Laktation beeinflussen, da sie die Menge der Muttermilch vermindern und ihre Zusammensetzung verändern können. Geringe Mengen der kontrazeptiven Steroide und/oder ihrer Metaboliten können unter KHK-Anwendung in die Muttermilch übergehen und Auswirkungen auf das Kind haben. Daher sollte Sibilla 21+7 bis zum vollständigen Abstillen des Kindes nicht angewendet werden.

Fahrtüchtigkeit

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Es wurden keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen bei Anwenderinnen von KHK beobachtet.

Nebenwirkungen

Die Häufigkeiten von unerwünschten Wirkungen während der Anwendung von 2 mg Dienogest und 0,03 mg Ethinylestradiol zur oralen Kontrazeption in klinischen Studien (n = 4 942) sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

Innerhalb jedes Häufigkeitsbereiches sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad aufgeführt.

Die Häufigkeiten werden definiert als „häufig“ (≥ 1/100, < 1/10), „gelegentlich“ (≥ 1/1 000, < 1/100) und „selten“ (≥ 1/10 000, < 1/1 000). Zusätzliche Nebenwirkungen, die nur in Postmarketing-Studien aufgetreten sind, und für die die Häufigkeit nicht abgeschätzt werden kann, sind unter „Nicht bekannt“ aufgeführt.

Systemorgan-klasse Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekannt
Infektionen und parasitäre Erkrankungen Vaginitis/Vulvo-vaginitis, vaginale Candidiasis oder vulvovaginale Pilzinfektionen Salpingo-Oophoritis, Harnwegsinfek-tionen, Zystitis, Mastitis, Zervizitis, Pilzinfektionen, Candidiasis, Lippenherpes, Influenza, Bronchitis, Sinusitis, Infektionen der oberen Atemwege,virale Infektionen
Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen(einschl. Zysten und Polypen) Uterines Leiomyom, Brustlipom
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Anämie
Erkrankungen des Immunsystems Allergische Reaktionen Verschlimmerung der Symptome eines hereditären underworbenen Angioödems
Endokrine Erkrankungen Virilismus
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen Erhöhter Appetit Anorexie
Psychiatrische Erkrankungen Depressive Verstimmung Depression, mentale Störungen, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen,Aggression Stimmungs-veränderungen, verminderte oder erhöhte Libido
Erkrankungen des Nervensystems Kopfschmerzen Schwindel, Migräne Ischämischer Schlaganfall, zerebrovaskuläre Störungen, Dystonie
Augenerkrankungen Trockenes Auge, Augenirritationen, Oszillopsie, Verschlechterungder Sehfähigkeit Kontaktlinsen-unverträglichkeit
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths Hörsturz, Tinnitus, Vertigo,Verschlechterung der Hörfähigkeit
Herzerkrankungen Kardiovaskuläre Störungen, Tachykardie1
Gefäßerkrankungen Hypertonie, Hypotonie Venöse Thromboembolie, arterielle Thromboembolie, Lungenembolie, Thrombophlebitis, diastolischeHypertonie,
orthostatische Dysregulation, Hitzewallungen, Venenvarikose, Venenbeschwerden,Venenschmerzen
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums undMediastinums Asthma, Hyperventilation
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Abdominalschmer-zen², Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö Gastritis, Enteritis, Dyspepsie
Erkrankungen der Haut und des Unterhaut-zellgewebes Akne, Alopezie, Ausschlag3, Pruritus4 Allergische Dermatitis, atopische Dermatitis/Neuro-dermitis, Ekzem, Psoriasis, Hyperhidrose, Chloasma, Pigmentstörungen/ Hyperpigmentation, Seborrhö, Kopfschuppen, Hirsutismus, Hautveränderungen, Hautreaktionen, Orangenhaut,Spinnennävus Urtikaria, Erythema nodosum, Erythema multiforme
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankun-gen Rückenschmerzen, muskuloskeletale Beschwerden,Myalgie, Schmerzen in den Extremitäten
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse Brustschmerzen5 Irreguläre Entzugsblutung6, Zwischenblutungen7, Brustvergrößerung8, Brustödem, Dysmenorrhö, vaginaler Ausfluss, Ovarialzysten, Beckenschmerzen Zervikale Dysplasie, Zysten der Adnexa uteri, Schmerzen der Adnexa uteri, Brustzyste, fibrozystische Mastopathie, Dyspareunie, Galaktorrhö,Menstruations-störungen Brustsekretion
Kongenitale, familiäre und genetischeErkrankungen Manifestation einer asymptomatischen akzessorischen Brust
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Ermüdung9 Brustkorbschmerzen, periphere Ödeme, influenzaähnliche Symptome, Entzündung, Fieber,Reizbarkeit Flüssigkeitsretention
Untersuchungen Gewichtszunahme Erhöhung der Bluttriglyzeride, Hypercholesterin-ämie, Gewichtsabnahme, Gewichtsverände-rung

1 einschließlich Erhöhung der Herzfrequenz

2 einschließlich Schmerzen im oberen und unteren Abdomen, abdominale Beschwerden, Blähungen

3 einschließlich makulares Exanthem

4 einschließlich generalisierter Pruritus

5 einschließlich Brustbeschwerden und Brustspannen

6 einschließlich Menorrhagie, Hypomenorrhö, Oligomenorrhö und Amenorrhö

7 bestehend aus vaginaler Hämorrhagie und Metrorrhagie

8 einschließlich Brustanschwellung/Schwellung

9 einschließlich Asthenie und Unwohlsein

Um eine bestimmte Nebenwirkung zu beschreiben, sind jeweils die am besten zutreffenden MedDRA-Termini (Version 18.1) aufgelistet worden. Synonyme oder verwandte Erkrankungen sind nicht aufgeführt, sollten jedoch ebenfalls in Betracht gezogen werden.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Bei Anwenderinnen von KHK wurde über die folgenden schweren unerwünschten Ereignisse berichtet, die in Abschnitt 4.4 erläutert werden:

Tumoren

  • Die Diagnosehäufigkeit von Brustkrebs ist bei Anwenderinnen von KHK geringfügig erhöht. Da Brustkrebs bei Frauen unter 40 Jahren selten auftritt, ist das zusätzliche Risiko im Verhältnis zum Gesamtrisiko, an Brustkrebs zu erkranken, gering. Die Kausalität mit der Anwendung von KHK ist nicht bekannt.

  • Lebertumoren

  • Zervixkarzinom

    Andere Erkrankungen

  • Frauen mit Hypertriglyzeridämie (erhöhtes Risiko einer Pankreatitis bei Anwendung von KOK)

  • Hypertonie

  • Auftreten oder Verschlechterung von Erkrankungen, für die ein Zusammenhang mit der Einnahme von KOK nicht eindeutig nachgewiesen ist: cholestatischer Ikterus, Gallensteinbildung, Porphyrie, systemischer Lupus erythematodes, hämolytisch-urämisches Syndrom, Sydenham Chorea, Herpes gestationis, Otosklerose-bedingter Hörverlust

  • Exogen verabreichte Estrogene können Symptome eines hereditären und erworbenen Angioödems auslösen oder verschlimmern.

  • Leberfunktionsstörungen

  • Änderung der Glucosetoleranz oder Beeinflussung der peripheren Insulinresistenz

  • Morbus Crohn, Colitis ulcerosa

  • Chloasma

Gelborange S kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Wechselwirkungen

Durchbruchblutungen und/oder Versagen der kontrazeptiven Wirkung können aufgrund von Wechselwirkungen von KOK mit anderen Arzneimitteln (enzyminduzierenden Arzneimitteln) auftreten (siehe Abschnitt 4.5).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Die akute orale Toxizität von Ethinylestradiol und Dienogest ist sehr gering. Wenn z. B. ein Kind mehrere Sibilla 21+7-Tabletten gleichzeitig einnimmt, sind toxische Symptome deshalb unwahrscheinlich. Symptome, die in einem solchen Fall auftreten können, sind Übelkeit und Erbrechen, sowie bei jungen Mädchen leichte vaginale Blutungen. Eine spezielle Behandlung ist im Allgemeinen nicht erforderlich. Wenn nötig, sollte eine unterstützende Behandlung durchgeführt werden.

Pharmakologische Eigenschaften - Sibilla® 21+7 2

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Sexualhormone und Modulatoren des Genitalsystems; Gestagene und Estrogene, fixe Kombinationen, ATC-Code: G03AA16

Sibilla 21+7 ist ein KHK mit antiandrogener Wirkung, welches das Estrogen Ethinylestradiol und das Gestagen Dienogest enthält.

Wirkmechanismus

Die kontrazeptive Wirkung von Sibilla 21+7 beruht auf dem Zusammenwirken verschiedener Faktoren, wobei die Ovulationshemmung und Veränderungen des Endometriums als die wichtigsten anzusehen sind.

Dienogest ist ein 19-Nortestosteronderivat mit einer im Vergleich zu anderen synthetischen Gestagenen 10 – 30-mal geringeren in-vitro-Affinität zum Progesteronrezeptor. Dienogest hat in vivo keine signifikante androgene, mineralocorticoide oder glucocorticoide Wirkung.

Die Ovulationshemmdosis von Dienogest allein wurde mit 1 mg/d bestimmt.

Pharmakokinetik

Ethinylestradiol (0,03 mg)

Resorption

Ethinylestradiol wird nach der Einnahme rasch und vollständig resorbiert. Maximale Serumkonzentrationen von etwa 67 pg/ml werden ca. 1,5 - 4 Stunden nach der Einnahme erreicht. Ethinylestradiol unterliegt einem ausgeprägten First-Pass-Effekt und wird umfassend metabolisiert. Die absolute Bioverfügbarkeit liegt bei ca. 44 %.

Verteilung

Ethinylestradiol wird ausgeprägt, aber nicht spezifisch an Serumalbumin gebunden (etwa 98 %). Ethinylestradiol induziert einen Anstieg der Serumkonzentrationen von sexualhormonbindendem Globulin (SHBG). Das Verteilungsvolumen von Ethinylestradiol beträgt 2,8 – 8,6 l/kg.

Biotransformation

Ethinylestradiol wird in der Schleimhaut des Darms und in der Leber abgebaut. Ethinylestradiol wird primär durch aromatische Hydroxylierung metabolisiert. Dabei werden verschiedene hydroxylierte und methylierte Metaboliten gebildet, die als freie Metaboliten oder als Glucuronid- und Sulfat-Konjugate vorliegen. Die Clearance beträgt ca. 2,3 – 7 ml/min/kg.

Elimination

Die Serumspiegel von Ethinylestradiol sinken in zwei Phasen, die durch Halbwertszeiten von etwa 1 Stunde bzw. 10 – 20 Stunden gekennzeichnet sind. Ethinylestradiol wird nicht in nennenswertem Umfang in unveränderter Form ausgeschieden. Die Metaboliten von Ethinylestradiol werden über den Urin und die Galle in einem Verhältnis von 2 : 3 ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit der Metaboliten beträgt ungefähr 1 Tag.

Steady-State-Bedingungen

Steady-State-Bedingungen werden in der 2. Hälfte des Behandlungszyklus erreicht, wenn die Serumspiegel von Ethinylestradiol im Vergleich zur Einzeldosis etwa 2-mal höher sind.

Dienogest

Resorption

Dienogest wird nach oraler Gabe rasch und nahezu vollständig resorbiert. Maximale Serumkonzentrationen von 51 ng/ml werden nach ca. 2,5 Stunden nach einmaliger Einnahme erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit bei gleichzeitiger Verabreichung zusammen mit Ethinylestradiol beträgt 96 %.

Verteilung

Dienogest wird an das Serumalbumin gebunden und bindet nicht an SHBG oder Transcortin (CBG). Ungefähr 10 % des Dienogests liegen frei im Plasma vor, während 90 % unspezifisch an Albumin gebunden sind. Das Verteilungsvolumen von Dienogest liegt im Bereich von 37 - 45 l.

Biotransformation

Dienogest wird vorwiegend durch Hydroxylierung und ebenfalls durch Glucuronidierung abgebaut. Die Metaboliten sind inaktiv und werden sehr schnell aus dem Plasma eliminiert, sodass neben dem unveränderten Dienogest im menschlichen Plasma Metaboliten nicht in nennenswertem Umfang gefunden werden. Die totale Clearance (Cl/F) nach einmaliger Gabe liegt bei 3,6 l/h.

Elimination

Die Halbwertszeit von Dienogest beträgt ca. 9 Stunden. Nur vernachlässigbare Mengen Dienogest werden renal in unveränderter Form ausgeschieden. Nach oraler Gabe von 0,1 mg/kg beträgt das Verhältnis von renaler zu fäkaler Exkretion 3,2. Innerhalb von 6 Tagen werden ca. 86 % der oral applizierten Dosis eliminiert, wobei der Hauptteil von 42 % in den ersten 24 Stunden hauptsächlich über den Urin ausgeschieden wird.

Steady-State-Bedingungen

Die Pharmakokinetik von Dienogest wird nicht durch den SHBG-Spiegel beeinflusst. Bei täglicher Einnahme steigen die Serumspiegel ungefähr um das 1,5-Fache und erreichen nach 4 Tagen den Steady-State.

Pharmazeutische Angaben - Sibilla® 21+7 2

Liste der sonstigen Bestandteile

Weiße (wirkstoffhaltige) Filmtabletten

Tablettenkern Lactose-Monohydrat Maisstärke Hypromellose Talkum

Polacrilin-Kalium

Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

Filmüberzug Poly(vinylalkohol) Titandioxid (E 171)

Macrogol (3350) Talkum

Grüne (Placebo-)Filmtabletten Tablettenkern Mikrokristalline Cellulose Lactose

Vorverkleisterte Stärke (Mais) Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich] Hochdisperses Siliciumdioxid

Filmüberzug Poly(vinylalkohol) Titandioxid (E 171)

Macrogol (3350) Talkum

Indigocarmin-Aluminiumsalz (E 132)

Chinolingelb-Aluminiumsalz (E 104)

Eisen(II,III)-oxid (E 172)

Gelborange-S-Aluminiumsalz (E 110)

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Art und Inhalt des Behältnisses

Sibilla 21+7 2 mg/0,03 mg Filmtabletten sind in transparente, feste PVC/PE/PVDC-Aluminium-Blisterpackungen verpackt. Die Blisterpackungen befinden sich in einer Faltschachtel, zusammen mit der Packungsbeilage, einem Etui zur Aufbewahrung und den Klebeetiketten mit den Wochentagen.

Die Tabletten sind mit den Nummern 1 bis 28 auf der Blisterpackung markiert. Die erste Tablette ist mit „Start“/„1“ markiert, die letzte mit „28“. Zwischen den Nummern auf der Packung sind Pfeile gedruckt, um das Einhalten der Reihenfolge zu erleichtern.

Packungen mit 1 x (21+7), 3 x (21+7) und 6 x (21+7) Filmtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

Weblinks

Packungen und Preis

Sibilla® 21+7 2 mg/0,03 mg 28 Filmtabletten N1
Preis
16,12 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.
Sibilla® 21+7 2 mg/0,03 mg 3x28 Filmtabletten N2
Preis
21,84 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.
Sibilla® 21+7 2 mg/0,03 mg 6x28 Filmtabletten N3
Preis
28,43 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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