Magnesiumsulfat 50 % Inresa, Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
Darreichungsform
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Fachinfo - Magnesiumsulfat 50 %
Dosierung
Präeklampsie und Eklampsie: Initialdosis: 8 ml einer 10 ml-Ampulle mit 4000 mg Magnesiumsulfat-Heptahydrat i.v. über 5 – 15 min.;
Erhaltungsdosis: 2 ml einer 10 ml-Ampulle mit 1000 mg/Std. über 24 Stunden (Infusion)
Art und Dauer der Anwendung:
Konzentrat zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung zur i. v. Anwendung
Magnesium Inresa 2,0 mmol/ml Konzentrat zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung darf nicht unverdünnt in periphere Venen appliziert werden!
Zur langsamen intravenösen Injektion ist eine 20 %ige Lösung (z.B. 1 Ampulle + 15 ml Verdünnungs-lösung), zur intravenösen Dauerinfusion eine 2 %ige Lösung (2 Ampullen + 480 ml Verdünnungslö-sung) herzustellen. Als Verdünnungslösung eignet sich eine 5 %ige Glucose-, eine 5 %ige Xylit- oder eine 0,9 %ige Natriumchloridlösung. Es empfiehlt sich, die Patienten nach der Injektion noch 10 –
20 Minuten ruhen zu lassen.
Ausgeprägte Bradykardie (verlangsamte Herztätigkeit), Myasthenia gravis (Muskelschwäche) sowie AV-Block (Unterbrechung des Reizleitungssystems im Herzen) oder sonstige kardiale Überleitungs-störungen und Neigung zu Infektsteinen (Calcium-Magnesium-Ammoniumphosphatsteine), schwere Nierenfunktionsstörungen, Anurie, Exsikkose.
Magnesium Inresa 2,0 mmol/ml soll nicht gleichzeitig mit Barbituraten, Narkotika oder Hypnotika wegen des Risikos einer Atemdepression angewendet werden.
Nur mit besonderer Vorsicht anzuwenden bei Patientinnen mit leichter bis mäßig ausgeprägter Niereninsuffizienz (S. 4.9 Überdosierung).
Bei gleichzeitiger i.v.-Anwendung von Calciumsalzen ist die Wirkung von Magnesium vermindert (Antagonisierung). Muskelrelaxanzien vom Curaretyp verstärken die Wirkung von Magnesium an der motorischen Endplatte. Diuretika, Aminoglykosid-Antibiotika (wie Gentamycin, Tobramycin, Am-photericin B), Immunsuppressiva (wie Cyclosporin A) und Zytostatika (wie Cisplatin) und Digitalis-glykoside verursachen eine verstärkte Ausscheidung von Magnesium über die Nieren. Zu beachten ist außerdem eine Interaktion mit Nifedipin, die zu einer schweren Hypotonie und neuromuskulärer Blo-ckade führen kann.
Siehe hierzu auch unter 4.3 Gegenanzeigen.
Es liegen keine Hinweise auf ein Fehlbildungsrisiko vor. Die dokumentierten Erfahrungen beim Menschen mit der Anwendung zur Frühschwangerschaft sind jedoch gering. Daher sollte Magnesium Inresa 2,0 mmol/ml während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abschätzung angewendet werden.
Wird Magnesium kurz vor der Geburt verabreicht, sollte das Neugeborene während der ersten 24 – 48 Lebensstunden auf Anzeichen von Toxizität (neurologische Depression mit Atemdepression, Muskelschwäche, Verlust von Reflexen) überwacht werden.
Magnesium Inresa 2,0 mmol/mlhat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: Sehr häufig (> 1/10)
Häufig (> 1/100 bis < 1/10) Gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100) Selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000) Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Sehr häufig: Flush
Häufig: Übelkeit oder Erbrechen, Muskelschwäche, fehlende oder reduzierte Sehnenreflexe, Atemdepression, Reaktionen an der Einstichstelle (Schmerzen, Brennen, Schwellung, Entzündung) Gelegentlich: Durst, Kopfschmerzen; Hypotonie, Herzpalpitationen, Tachykardie; Schwindel, Schläfrigkeit oder Verwirrtheit, Juckreiz oder Kribbeln
Außerdem können auftreten: Hautausschlag, Hyperkaliämie, verlängerte Blutungszeit sowie Sehstörungen.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
BfArM, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.
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Symptome der Intoxikation
Bei einer intakten Nierenfunktion und angegebener Dosierung sind in der Regel keine Mag-nesiumintoxikationen zu erwarten. Treten Magnesiumintoxikationen dennoch auf, sind die folgenden Symptome zu beobachten (s. Tabelle):
Mg-Plasma-Konzentration in mmol/l Mögliche Symptome, mögliche unerwünschteWirkungen > 1,5 Blutdruckabfall, Brechreiz, Erbrechen > 2,5 ZNS-Depression > 3,5 Hyporeflexie, EKG-Veränderungen > 5,0 Beginnende Atemdepression > 5,5 Koma > 7,0 Herzstillstand, Atemlähmung -
Therapie von Intoxikationen
Reduzierung der Dosis bzw. Absetzen der Medikation führt zu einem raschen Abklingen der Nebenwirkungen.
Als sofortige Maßnahme (Antidot) dient eine langsame intravenöse Calcium-Injektion (10 - 20 ml einer 10 %igen Lösung von Calciumgluconat).
S. auch 4.6 Schwangerschaft und Stillzeit
Bei hochdosierter Magnesiumsulfat-Therapie muss geprüft werden:
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Überwachung der Herz-Kreislauf-Funktion
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Die Patellarsehnenreflexe (Kniesehnenreflexe), sie müssen erhalten sein. Sind sie nicht mehr auslösbar, Reduzierung der Dosis.
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Die Atemfrequenz soll 16 Atemzüge/Min. nicht unterschreiten.
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Die Urinausscheidung soll 25 ml pro Stunde bzw. 100 ml pro 4 Stunden betragen. Ist sie gerin-ger, besteht die Gefahr der Hypermagnesiämie (zu hohe Magnesiumkonzentration im Blut).
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Als Antidot müssen Ampullen Calciumgluconat 10 %ig bereitgehalten werden.
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Sollte bei lebensbedrohlichen Zuständen das Antidot (Gegenmittel) nicht ausreichend sein, sind intensivmedizinische Maßnahmen zu ergreifen.
Nur mit besonderer Vorsicht anzuwenden bei Patientinnen mit leichter bis mäßig ausgeprägter Nie-reninsuffizienz.
Pharmakologische Eigenschaften - Magnesiumsulfat 50 %
Pharmakotherapeutische Gruppe: Magnesiumpräparat ATC-Code: A12CC02
Ein Abfall der Magnesiumkonzentration im Plasma ist von einer gesteigerten Erregbarkeit des Zent-ralnervensystems bis zu Krämpfen und Desorientiertheit bzw. psychotischen Syndromen gefolgt. Eine Tendenz zur vorzeitigen Wehentätigkeit und Gestosen wird durch Magnesiummangel gefördert. Hohe Magnesium-Konzentrationen verursachen eine schlaffe Lähmung der Skelettmuskulatur. Diese wird auf eine Minderung der Acetylcholinabgabe an den neuromuskulären Endplatten zurückgeführt. Eine
relaxierende Wirkung wird durch Magnesium-Ionen auch auf der glatten Muskulatur erzielt. Am Her-zen gleicht die Wirkung von Magnesiumionen der von Kaliumionen. Hohe Konzentrationen (20 –
30 mmol/l Plasma) verlängern die Überleitungszeit; höhere Konzentrationen führen zu einem Herz-stillstand in der Diastole. Eine hypomagnesiämische Tetanie kann durch Magnesium-Ionen, nicht aber durch Calcium-Ionen behoben werden. Magnesium spielt bei einer großen Zahl biochemischer Reak-tionen eine Rolle, mit am wichtigsten ist eine Beteiligung als Co-Faktor bei allen Enzymen, die mit den nukleotid-abhängigen Transphosphorylierungs-Reaktionen in Verbindung gebracht werden kön-nen.
Die Normalwerte der Magnesium-Serumkonzentration liegen im Bereich von 0,75 - 1,1 mmol/1.
Verteilung in Organen und Geweben
Der Körperbestand des erwachsenen Menschen an Magnesium beträgt rund 100 mg. Die Hälfte davon befindet sich im Knochen. Rund 45 % befinden sich intrazellulär und 5 % in der extrazellulären Flüs-sigkeit. Die intrazelluläre Konzentration variiert zwischen 10 und 60 mmol/l, die im Plasma zwischen 3 und 4,4 mmol/l. Davon sind 2/3 als Mg2+ Ionen gelöst, und 1/3 ist an Proteine gebunden.
Elimination
Die renale Magnesiumausscheidung passt sich schnell dem Magnesiumangebot an. Im Normalfall werden ca. 1,5 mg/kg/Tag mit dem Urin ausgeschieden. Nach einer parenteralen Applikation kann man von einer Halbwertszeit von knapp 4 Stunden ausgehen.
Pharmazeutische Angaben - Magnesiumsulfat 50 %
Wasser für Injektionszwecke, Schwefelsäure 95 – 98 % zur pH-Wert-Einstellung
Die Injektionslösung sollte nicht mit calcium- oder phosphathaltigen oder mit alkoholischen Lösungen gemischt werden (Gefahr der Ausfällung).
Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 5 Jahre.
Das Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung ist nach Öffnen der Ampulle sofort zu verbrauchen.
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Originalpackungen mit 5 Ampullen und 50 Ampullen (Klinikpackung) mit je 10 ml Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung
Originalpackungen mit 10 Ampullen und 100 Ampullen (Klinikpackung) mit je10 ml Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung
Besondere Vorsichtshinweise für die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.