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Aprokam® 50 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Verschreibungsinformationen

Warnzeichen

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Arzneimittel ist nicht auf der Liste.

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

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Wechselwirkungen mit

Lebensmittel
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Gewohnheiten

Nutzungsbeschränkungen

Nieren
Hepatisch
Schwangerschaft
Stillen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Aprokam® 50 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Pulver zur Herst. e. Inj.-Lsg.

Hersteller

Thea Pharma GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.4.2025
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Fachinfo - Aprokam® 50 mg

Anwendungsgebiete

Antibiotische Prophylaxe der postoperativen Endophthalmitis nach Kataraktoperation (siehe Abschnitt 5.1).

Die offiziellen Richtlinien zur angemessenen Verwendung antibakterieller Substanzen sollen berücksichtigt werden, einschließlich der Richtlinien zur antibiotischen Prophylaxe bei Augenoperationen.

Dosierung

Zur intrakameralen Anwendung. Durchstechflasche zur einmaligen Anwendung.

Dosierung Erwachsene:

Die empfohlene Dosis beträgt 0,1 ml der zubereiteten Lösung (siehe Abschnitt 6.6). Das entspricht 1 mg Cefuroxim. NICHT MEHR ALS DIE EMPFOHLENE DOSIS INJIZIEREN (siehe Abschnitt 4.9).

Pädiatrische Patienten:

Die Sicherheit und die optimale Dosierung von Aprokam sind für pädiatrische Patienten nicht nachgewiesen.

Ältere Patienten:

Eine Dosisanpassung ist nicht notwendig.

Patienten mit Leber- und Nierenfunktionsstörungen:

Eine Dosisanpassung ist vor dem Hintergrund der niedrigen Dosis und der zu erwartenden vernachlässigbaren systemischen Ex- position durch Cefuroxim bei Anwendung von Aprokam nicht notwendig.

Art der Anwendung

Aprokam muss nach Rekonstitution von einem Augenchirurgen unter den für Kataraktoperationen empfohlenen aseptischen Be- dingungen intraokular in die Vorderkammer des Auges injiziert (intrakamerale Anwendung) werden. Nur Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9%) für Injektionen darf für die Herstellung der gebrauchsfertigen Zubereitung von Aprokam verwendet werden (siehe Abschnitt 6.6).

Nach Zubereitung sollte Aprokam vor der Anwendung visuell auf Partikel und Verfärbungen geprüft werden.

Am Ende der Kataraktoperation werden 0,1 ml der zubereiteten Lösung langsam in die Vorderkammer des Auges injiziert. Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder gegen Cephalosporin-Antibiotika.

Warnhinweise

Aprokam ist nur zur intrakameralen Anwendung bestimmt.

Besondere Vorsicht ist bei Patienten geboten, bei denen es in der Vergangenheit zu einer allergischen Reaktion gegen Penicilline oder andere Beta-Laktam-Antibiotika gekommen ist, da Kreuzreaktionen auftreten können.

Bei Patienten mit einem Risiko für Infektionen mit resistenten Stämmen, z. B. Patienten mit bekannter früherer Infektion oder Kolo- nisierung mit MRSA (Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus), sind alternative Antibiotika zur Prophylaxe in Erwägung zu ziehen.

Aufgrund mangelnder Daten zu spezifischen Patientengruppen (Patienten mit erhöhtem Infektionsrisiko, komplizierten Katarakt- formen, mit Kataraktoperation im Rahmen kombinierter Eingriffe oder schwerer Schilddrüsenerkrankung, Patienten mit einer Dich- te des Hornhautendothels von weniger als 2.000 Zellen) sollte Aprokam nur nach sorgfältiger Nutzen-/Risikobeurteilung ange- wendet werden.

Die Anwendung von Cefuroxim sollte nicht als Einzelmaßnahme angesehen werden. Für die Prophylaxe sind auch andere Maß- nahmen, wie z. B. eine antiseptische Behandlung, von Bedeutung.

Ein toxischer Effekt auf das Hornhautendothel wurde unter der empfohlenen Konzentration von Cefuroxim nicht beobachtet. Den- noch kann ein toxischer Effekt nicht ausgeschlossen werden und Ärzte sollten im Rahmen der postoperativen Überwachung an dieses mögliche Risiko denken.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.

Wechselwirkungen

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Da die systemische Exposition erwartungsgemäß vernachlässigbar ist, sind systemische Wechselwirkungen unwahrscheinlich.

In der Literatur wurden keine Inkompatibilitäten mit den meisten gängigen Arzneimitteln, die in der Kataraktchirurgie eingesetzt werden, beschrieben.

Schwangerschaft

Fertilität:

Es liegen keine Daten zum Einfluss von Cefuroxim-Natrium auf die Fertilität beim Menschen vor. In tierexperimentellen Repro- duktionsstudien zeigten sich keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Fertilität.

Schwangerschaft:

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Cefuroxim bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf schädliche Auswirkungen auf die embryonale/fetale Entwicklung schließen. Cefuroxim ist placentagängig. Da die syste- mische Exposition durch Cefuroxim bei Anwendung von Aprokam zu vernachlässigen ist, wird davon ausgegangen, dass es wäh- rend einer Schwangerschaft nicht zu Beeinträchtigungen kommt. Aprokam kann während der Schwangerschaft angewendet wer- den.

Stillzeit:

Cefuroxim wird in sehr geringen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden, so dass Auswirkungen auf das gestillte Kind bei An- wendung therapeutischer Dosen von Aprokam unwahrscheinlich sind.

Aprokam kann in der Stillzeit angewendet werden.

Fahrtüchtigkeit

Nicht zutreffend.

Nebenwirkungen

Mit Ausnahme der unten aufgeführten Nebenwirkung werden in der Literatur keine spezifischen unerwünschten Wirkungen nach intraokularer Injektion von Cefuroxim beschrieben.

Augenerkrankungen

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar): Makulaödem

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten (<1/10.000): anaphylaktische Reaktion.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierli- che Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, je- den Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt- Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Bei den Fällen von Überdosierung, von denen in der Literatur berichtet wird, handelt es sich um solche, die nach nicht bestim- mungsgemäßer Herstellung der Lösung und nicht zugelassener Anwendung von zur systemischen Anwendung bestimmtem Ce- furoxim auftraten.

Infolge einer nicht bestimmungsgemäßen Herstellung der Lösung auf Basis eines selbsterstellten Cefuroxim Verdünnungs-Proto- kolls wurde 6 Patienten versehentlich eine hohe Dosis von Cefuroxim (das 3-Fache der empfohlenen Dosis) in die Augenkammer injiziert. Diese Injektion führte bei keinem der Patienten, auch nicht an okulären Geweben, zu erkennbaren unerwünschten Wirkun- gen.

Es liegen Toxizitätsdaten von 6 Patienten vor, denen nach einem Verdünnungs-Fehler beim Herstellen der Lösung das 40- bis 50- Fache der empfohlenen Cefuroxim-Dosis intrakameral während einer Kataraktoperation injiziert wurde. Die mittlere Sehschärfe be- trug anfänglich 20/200. Es lag eine schwere Entzündung des vorderen Segments vor und die optische Kohärenztomographie der Retina zeigte ein ausgedehntes Makulaödem. Sechs Wochen nach der Operation lag die Sehschärfe bei 20/25 und die optische Kohärenztomographie (OCT) zeigte wieder ein normales Erscheinungsbild der Makula. Bei allen Patienten wurde jedoch eine Ver- schlechterung der Ergebnisse bei der skotopischen Elektroretinographie um 30% beobachtet.

Die Gabe von nicht bestimmungsgemäß gelöstem Cefuroxim (10-100 mg pro Auge) an 16 Patienten führte zu toxischen Effekten am Auge, darunter Hornhautödem, das nach Wochen zurückging, vorübergehend erhöhtem Augeninnendruck, Verlust an Zellen

des Hornhautendothels und Veränderungen der Elektroretinographie. Einige dieser Patienten erlitten einen dauerhaften oder schweren Sehverlust.

Pharmakologische Eigenschaften - Aprokam® 50 mg

Pharmakodynamik

ATC-Klassifikation

Pharmakotherapeutische Gruppe: Sinnesorgane - Ophthalmika - Antiinfektiva - Antibiotika ATC-Code: S01AA27

Wirkmechanismus

Cefuroxim hemmt die bakterielle Zellwandsynthese nach Bindung an Penicillin-bindende Proteine (PBP). Dies führt zu einer Stö- rung der Zellwandsynthese (Peptidoglycansynthese) und so zu einem Auflösen und Absterben der Bakterienzellen.

PD/PK (pharmakodynamische/pharmakokinetische)- Zusammenhänge

Der für Cephalosporine wichtigste pharmakokinetisch/pharmakodynamische Index, der mit der Wirksamkeit in vivo korreliert, ist der Anteil des Dosierungsintervalls (%T), um den die ungebundene Konzentration oberhalb der minimalen Hemmkonzentration (MHK) von Cefuroxim für die einzelnen Zielspezies bleibt (d.h. %T>MHC).

Nach Injektion von 1 mg Cefuroxim in die Augenkammer lagen die Wirkstoffspiegel im Kammerwasser 4-5 Stunden nach dem Ein- griff für verschiedene relevante Spezies über der MHK.

Resistenzmechanismus

Die Resistenz von Bakterien gegen Cefuroxim kann auf einem oder mehreren der folgenden Mechanismen beruhen:

Hydrolyse durch Betalaktamasen. Cefuroxim wird durch bestimmte Betalaktamasen mit erweitertem Wirkungsspektrum (ESBLs) und durch chromosomal kodierte Enzyme (AmpC), die in bestimmten aeroben gramnegativen Bakterienspezies induziert oder anhaltend supprimiert werden können, effizient hydrolysiert;

Verminderte Affinität Penicillin-bindender Proteine zu Cefuroxim;

Impermeabilität der äußeren Membran, die den Zugang von Cefuroxim zu Penicillin-bindenden Proteinen in gramnegativen Bakterien einschränkt;

bakterielle Effluxpumpen.

Methicillin-resistente Staphylokokken (MRS) sind resistent gegen alle zurzeit zur Verfügung stehenden β-Laktam-Antibiotika, ein- schließlich Cefuroxim.

Penicillin-resistenter Streptococcus pneumoniae weist durch eine Veränderung der Penicillin-bindenden Proteine eine Kreuzresis- tenz gegen Cephalosporine wie Cefuroxim auf.

Betalaktamase-negative, Ampicillin-resistente (BLNAR) Stämme von H. influenzae sollten trotz einer in vitro beobachteten Emp- findlichkeit als resistent gegen Cefuroxim angesehen werden.

Grenzwerte:

Die unten aufgeführten Mikroorganismen wurden nach Indikation aufgelistet (siehe Abschnitt 4.1).

Aprokam ist nur zur Anwendung in der Augenkammer und nicht zur Behandlung systemischer Infektionen bestimmt (siehe Ab- schnitt 5.2). Klinische Grenzwerte sind für diese Art der Anwendung nicht relevant. Die epidemiologischen Cut-Off-Werte (Grenz- werte, ECOFF) zur Abgrenzung der Wildtyppopulation von Isolaten mit erworbenen Resistenzmerkmalen sind:

ECOFF (mg/l)
Staphylococcus aureus ≤ 4
Streptococcus pneumoniae ≤ 0,125
E. coli ≤ 8
Proteus mirabilis ≤ 4
H. influenzae ≤ 2

Die Empfindlichkeit von Staphylokokken gegenüber Cefuroxim erschließt sich aus der Empfindlichkeit gegenüber Methicillin.

Die Empfindlichkeit von Streptokokken der Gruppe A, B, C und G lässt sich von der Empfindlichkeit gegenüber Benzylpenicillin ab- leiten.

Daten aus klinischen Studien

Eine wissenschaftliche, prospektive, randomisierte und teilweise verblindete multizentrische Studie über Kataraktoperationen wur- de mit 16.603 Patienten durchgeführt. Bei 29 Patienten (davon 24 aus den nicht mit Cefuroxim behandelten Gruppen und 5 aus den Gruppen mit intrakameraler Anwendung von Cefuroxim) trat eine Endophthalmitis auf. 20 dieser Patienten (17 ohne Be- handlung mit Cefuroxim und 3 mit intrakameraler Cefuroxim-Behandlung) wurden eingestuft, eine nachgewiesene infektiöse Endophthalmitis zu haben. Diese nachgewiesenen Endophtalmitiden traten bei 10 Patienten der Behandlungsgruppe „Placebo-Au- gentropfen ohne Cefuroxim“, bei 7 Patienten der Gruppe „Levofloxacin-Augentropfen ohne Cefuroxim“, bei 2 Patienten der Gruppe

„Placebo-Augentropfen und intrakameral gegebenes Cefuroxim“ und bei 1 einem Patienten der Gruppe „Levofloxacin-Augentrop- fen und intrakameral gegebenes Cefuroxim“. Die prophylaktische intrakamerale Gabe von Cefuroxim in einer Dosierung von 1 mg in 0,1 ml einer 0,9%igen NaCl-Lösung (9 mg/ml) führte zu einer Reduktion des Risikos für eine postoperative Endophthalmitis ins-

gesamt um das 4,92-Fache.

Zwei prospektive Studien (Wedje 2005 und Lundström 2007) und 5 retrospektive Studien stützten die zulassungsrelevante ESCRS- Studie und belegten weiterhin die Wirksamkeit von intrakameral angewendetem Cefuroxim bei postoperativer Endophthalmitis.

Pharmakokinetik

Die systemische Exposition nach intrakameraler Injektion wurde nicht untersucht. Es ist von einer zu vernachlässigenden Expositi- on auszugehen.

Nach intrakameraler Injektion der empfohlenen Einmaldosis von 0,1 ml einer 10 mg/ml-Lösung von Cefuroxim bei Kataraktpatien- ten lag der Cefuroxim-Spiegel in der Augenkammer 30 Sekunden und 60 Minuten nach Anwendung im Mittel bei 2614 ± 209 mg/l (10 Patienten) bzw. 1027 ± 43 mg/l (9 Patienten).

Weblinks

Packungen und Preis

Aprokam® 50 mg Pulv. 10 Durchstechfl. N1
Preis
90,02 €
Zuzahlung
9,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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