Aldactone® 50, 50 mg überzogene Tabletten
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Ja
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Fachinfo - Aldactone® 50
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Primärer Hyperaldosteronismus sofern nicht eine Operation ange-zeigt ist.
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Ödeme und/oder Aszites bei Er-krankungen, die mit einem sekun-dären Hyperaldosteronismus ein-hergehen.
Dosierung
Die Dosierung sollte individuell - in Ab-hängigkeit vom Schweregrad und dem Ausmaß der Erkrankung - festgelegt werden.
Es gelten folgende Dosierungsemp-fehlungen:
Erwachsene :
Für Erwachsene beträgt die Initialdo-sis 1 - 2 mal täglich 2 überzogene Tab-letten Aldactone 50 (entsprechend 100 - 200 mg Spironolacton pro Tag) über 3 - 6 Tage.
Bei unzureichender Wirksamkeit kann die tägliche Dosis auf maximal 8 Tab-letten Aldactone 50 (entsprechend 400 mg Spironolacton pro Tag) täglich erhöht werden.
Als Erhaltungsdosis sind in der Regel 1 - 2 überzogene Tabletten Aldactone
50 (entsprechend 50 - 100 mg Spiro-
nolacton) bis maximal 2 - 4 überzo-gene Tabletten Aldactone 50 (entspre-chend 100 - 200 mg Spironolacton) ausreichend.
Die Erhaltungsdosis kann je nach Be-darf täglich, jeden 2. oder jeden 3. Tag verabreicht werden.
Kinder und Jugendliche:
Für Kinder beträgt die empfohlene Ini-tialdosis 3 mg Spironolacton/kg Kör-pergewicht täglich über 5 Tage. Bei Bedarf kann die Dosis bis 9 mg Spiro-nolacton/kg Körpergewicht täglich bis zum Eintritt der klinischen Wirkung ge-steigert werden.
Bei Weiterbehandlung sollte die Dosis unter Erhalt der Wirkung soweit wie möglich gesenkt werden.
Da die überzogenen Tabletten Aldac-tone 50 nicht teilbar sind, sind diese aufgrund ihrer Größe (10,8 bis 11,5 mm lang und 4,9 bis 5,5 mm breit) für Kinder unter 6 Jahren und aufgrund der enthaltenen Wirkstoffmenge für Kinder mit einem Gewicht unter 25 kg nicht geeignet.
Art der Anwendung:
Die überzogenen Tabletten sind un-zerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. ein Glas Wasser) einzunehmen.
Die Dauer der Behandlung richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung. Sie sollte auf einen möglichst kurzen Zeitraum begrenzt werden. Die Not-wendigkeit einer Therapie über einen längeren Zeitraum sollte periodisch überprüft werden.
Kindern sollte Spironolacton nicht län-ger als 30 Tage verabreicht werden.
Aldactone 50 darf nicht angewendet werden bei:
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Überempfindlichkeit gegen Spiro-nolacton, Gelborange S oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
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Anurie
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akutem Nierenversagen
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schwerer Niereninsuffizienz mit Oligurie oder Anurie ( Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min pro 1,73 m² Körperoberfläche und/oder Serum-Kreatinin über 1,8 mg/dl)
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Hyperkaliämie
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Hyponatriämie
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Schwangerschaft
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Stillzeit
Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei:
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Nierenfunktionseinschränkung leich-teren Grades (Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 60 ml/min bzw. Se-rumkreatinin zwischen 1,2 und 1,8 mg/dl)
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Patienten, die als Folge ihrer Grun-derkrankung zu Azidose und/oder Hyperkaliämie neigen (z.B. Patien-ten mit Diabetes mellitus).
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Hypotonie
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Hypovolämie und Dehydratation
Die gleichzeitige Anwendung von Spi-ronolacton zusammen mit Arzneimit-teln, die bekanntermaßen eine Hyper-kaliämie verursachen, kann zu einer schweren Hyperkaliämie führen.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Al-dactone 50 und kaliumsparenden Di-uretika (z.B. Amilorid, Triamteren), ka-liumhaltigen Präparaten oder ACE-Hemmern kann es zu lebensgefährli-chen Hyperkaliämien kommen. Die Kombination der vorgenannten Arz-neimittel mit Aldactone 50 wird daher nicht empfohlen.
Bei einer schweren Niereninsuffizienz (Glomerulumfiltrat unter 30 ml/min und/oder Serum-Kreatinin über 1,8 mg/dl) ist Aldactone 50 nicht nur unwirksam, sondern sogar schädlich, da die glomeruläre Filtrationsrate weiter gesenkt wird.
Bei eingeschränkter Nierenfunktion mit Serum-Kreatininwerten zwischen 1,2 und 1,8 mg/dl und einer Kreatinin-Clearance zwischen 60 ml/min und 30 ml/min sowie bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die zu einem Anstieg des Serum-Kaliumspiegels führen können, sollte die Behandlung mit Aldactone 50 nur unter häufiger Kontrolle des Serum-Kalium-Spiegels erfolgen.
Bei der Therapie mit Aldactone 50 sollten in regelmäßigen Abständen die Serum-Elektrolyte (insbesondere Kalium, Natrium, Kalzium, Bicar-bonat), die harnpflichtigen Substanzen Kreatinin, Harnstoff und Harnsäure im
Serum sowie der Säure-Basen-Status kontrolliert werden.
Der durch verstärkte Urinausschei-dung hervorgerufene Gewichtsverlust sollte unabhängig vom Ausmaß der Urinausscheidung 1 kg/Tag nicht überschreiten.
Bei chronischem Diuretika-Abusus kann ein Pseudo-Bartter-Syndrom mit der Folge von Ödemen auftreten. Die Ödeme sind Ausdruck eines Anstiegs des Renins mit der Folge eines sekundären Hyperaldosteronismus.
Aldactone 50 kann eine Störung bestimmter diagnostischer Tests verursachen (z. B. RIA-Bestimmung der Digoxin-Serumkonzentration).
Während der Behandlung mit Aldactone 50 sollten die Patienten auf eine ausreichende Flüssigkeitsauf-nahme achten.
Die Anwendung von Aldactone 50 kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
Die Anwendung von Aldactone 50 als Dopingmittel kann zu einer Gefähr-dung der Gesundheit führen.
Patienten mit der seltenen Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Alda-ctone 50 nicht einnehmen.
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz oder Lactase-Mangel sollten Aldactone 50 nicht ein-nehmen.
Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten Aldactone 50 nicht einnehmen.
Dieses Arzneimittel enthält Gelb-orange S, das bei Personen, die ge-gen diesen Stoff besonders empfind-lich sind, allergieartige Reaktionen hervorrufen kann.
Folgende Wechselwirkungen zwi-schen dem vorliegenden und anderen Arzneimitteln sind zu beachten:
Die gleichzeitige Anwendung von Al-dactone 50 und kaliumhaltigen Präpa-raten (z. B. Kaliumchlorid),
ACE-Hemmern (z. B. Captopril, Enal-april) oder kaliumsparenden Arznei-mitteln (Triamteren, Amilorid) kann zu einem Anstieg des Serum-Kaliumspie-gels bis hin zu schweren, unter Um-ständen lebensbedrohlichen Hyperka-liämien führen und ist daher zu vermei-den.
Auch die Kombination von nicht-stero-idalen Antiphlogistika (z.B. Acetylsa-licylsäure, Indometacin) mit Aldactone 50 kann zu Hyperkaliämien führen.
Neben anderen Arzneimitteln, die be-kanntermaßen eine Hyperkaliämie verursachen, kann die gleichzeitige Anwendung von Trimethoprim/Sulfa-methoxazol (Cotrimoxazol) mit Spiro-nolacton zu einer klinisch relevanten Hyperkaliämie führen.
Bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Hemmern, Furosemid und Spiro-nolacton kann ein akutes Nierenversa-gen auftreten.
Insbesondere unter der gleichzeitigen Behandlung mit Aldactone 50 und ACE-Hemmern (z. B. Captopril, Enal-april) bestehen das Risiko eines mas-siven Blutdruckabfalls bis zum Schock sowie das Risiko einer Verschlechte-rung der Nierenfunktion, die selten zu einem akuten Nierenversagen führen kann. Eine Diuretikabehandlung sollte daher 2-3 Tage vor Beginn einer The-rapie mit einem ACE-Hemmer abge-setzt werden, um die Möglichkeit einer Hypotonie zu Therapiebeginn zu ver-meiden.
Aldactone 50 und Carbenoxolon kön-nen sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinträchtigen.
Größere Mengen von Lakritze wirken in dieser Hinsicht wie Carbenoxolon. Nicht-steroidale Antiphlogistika (z. B. Indometacin, Acetylsalicylsäure), Sa-licylate sowie Phenytoin können die di-uretische Wirkung von Aldactone 50 abschwächen. Bei Patienten, die unter der Therapie mit Aldactone 50 eine Hypovolämie oder eine Dehydratation entwickeln, kann die gleichzeitige Gabe nicht-steroidaler Antiphlogistika ein akutes Nierenversagen auslösen.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Al-dactone 50 und anderen Diuretika kann es zu verstärkter Diurese und verstärktem Blutdruckabfall kommen. Die gleichzeitige Anwendung von Di-goxin und Spironolacton kann über eine Verlängerung der Digoxin-Halb-wertszeit zu erhöhten Digoxin-Plas-maspiegeln führen.
Aldactone 50 kann mit der RIA-Bestimmung der Digoxin-Serumkon-zentration interferieren.
Neomycin kann die Resorption von Al-dactone 50 verzögern.
Spironolacton bindet an den Andro-genrezeptor und kann bei mit Abirate-ron behandelten Patienten mit Prosta-takarzinom zu erhöhten Konzentratio-nen des prostataspezifischen Anti-gens (PSA) führen. Die Anwendung zusammen mit Abirateron wird nicht empfohlen.
Spironolacton kann bei Patienten mit Nebennierenrindenkarzinom, die mit Mitotan behandelt werden, die Plasmaspiegel von Mitotan senken und sollte nicht gleichzeitig mit Mitotan angewendet werden.
Aldactone 50 darf während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.
Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Spironolacton bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Untersuchungen haben Feminisierung der Genitalien männlicher Nachkommen sowie Hinweise auf endokrine Störungen bei weiblichen und männlichen Nachkommen ergeben (siehe 5.3.). Beim Menschen sind antiandrogene Wirkungen nachgewiesen worden. Spironolacton ist daher in der Schwangerschaft kontraindiziert.
Zur Ausscheidung von Spironolacton in die Muttermilch liegen keine Daten vor. Der pharmakologisch aktive Metabolit Canrenoat ist in der Muttermilch nachgewiesen worden (Milch-Plasma Konzentrationsver-hältnis 0,7). Daher ist Spironolacton während der Stillzeit kontraindiziert. Sollte eine Behandlung dennoch erforderlich sein, muß abgestillt werden.
Es liegen keine Daten zur Fertilität vor.
Dieses Arzneimittel kann auch bei be-stimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen soweit verän-dern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen oder
zum Arbeiten ohne sicheren Halt be-einträchtigt wird. Dies gilt in verstärk-tem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung, Präparatewechsel so-wie im Zusammenwirken mit Alkohol.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Ne-benwirkungen werden folgende Kate-gorien zugrunde gelegt:
Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100, < 1/10) Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100) Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000)
Sehr selten (< 1/10.000) Nicht bekannt (Häufigkeit aufgrund der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Blut und Lymphsystem: Gelegentlich: Thrombozytopenie durch Spironolacton induzierte Anti-körperSelten: Eosinophilie bei Patienten mit Leberzirrhose, Agranulozytose Hinweise auf eine Agranulozytose können Fieber mit Schüttelfrost, Schleimhautveränderungen und Hals-schmerzen sein.
Immunsystem / Überempfindlich-keitsreaktionen:Gelegentlich: allergische Reaktionen; diese können als Haut- und Schleim-hautreaktionen (siehe Nebenwirkun-gen bei "Haut und Unterhautzellge-webe") auftreten.
Elektrolyte und Stoffwechsel:Unter der Gabe von Aldactone 50 tre-ten - insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion - häu-fig lebensbedrohliche Hyperkaliämien auf, die bis zum Auftreten von Mus-kellähmungserscheinungen (hyperka-liämischen Paralysen) und Herzrhythmusstörungen führen kön-nen. Die zusätzliche Gabe von Kalium, anderen kaliumsparenden Diuretika oder eine kaliumreiche Diät sind daher zu vermeiden.
Bei der Therapie mit Aldactone 50 kann es - insbesondere bei einge-schränkter Nierenfunktion - als Folge der vermehrten Flüssigkeits- und Elektrolytausscheidung zu Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt kommen (u. a. Hyponatriämie, Hy-pomagnesiämie, Hyperchlorämie, Hy-perkalzämie).
Infolge übermäßiger Diurese kann es zu Hypovolämie und Hyponatriämie kommen.
Eine Hyponatriämie kann insbeson-dere nach ausgiebiger Wasserzufuhr unter Spironolacton auftreten. Als Folge der Elektrolytstörungen im Blut kann es zu Appetitlosigkeit, Mundtro-ckenheit, Durst, Erbrechen, Kopf-schmerzen bzw. Kopfdruck, Schwä-chegefühl, Schwindel, Schläfrigkeit, Müdigkeit, Sehstörungen, Apathie, Verwirrtheitszuständen, allgemeiner Muskelschwäche, Muskelkrämpfen (Wadenkrämpfen) sowie Herzrhyth-musstörungen und Kreislaufstörungen (siehe Nebenwirkungen bei "Herz/Kreislauf') kommen. Daher ist es wichtig, unerwünschte Flüssigkeits-verluste (z.B. bei Erbrechen, Durchfall, starkem Schwitzen) auszugleichen.
Bei unregelmäßigem Pulsschlag, Müdigkeit oder Muskelschwäche (z.B. in den Beinen) muss besonders an die Möglichkeit einer Hyperkaliämie ge-dacht werden.
Nach Einnahme von hohen Dosen wurden Lethargie und Verwirrtheitszu-stände beobachtet.
Daher sind regelmäßige Kontrollen der Serumelektrolyte (insbesondere Ka-lium, Natrium und Kalzium) angezeigt. Bei Behandlungsbeginn und längerer Anwendung von Aldactone 50 muss insbesondere der Serumkaliumspiegel regelmäßig kontrolliert werden, um das Auftreten zu stark erhöhter Kali-umspiegel im Blut zu verhindern.
Störungen im Säure-Basen-Haushalt sind möglich. Aldactone 50 kann eine hyperchlorämische metabolische Azi-dose hervorrufen oder verschlechtern. Gelegentlich kann es zu einem rever-siblen Anstieg stickstoffhaltiger harn-pflichtiger Substanzen (Harnstoff, Kre-atinin) kommen.
Häufig kommt es unter der Behand-lung mit Aldactone 50 zu einer Hyper-urikämie. Dies kann bei prädisponier-ten Patienten zu Gichtanfällen führen. Daher sollten während der Therapie mit Aldactone 50 neben den Serum-elektrolyten auch die Konzentrationen von Harnstoff, Kreatinin und Harn-säure im Serum sowie der Säure-Ba-sen-Status regelmäßig kontrolliert werden.
Nervensystem:Gelegentlich: Kopfschmerzen, Schläf-rigkeit, Verwirrtheitszustände, Ataxie, Schwäche, Schwindel
Stimmapparat:Selten: Aldactone 50 kann bei Frauen zu einer Vertiefung der Stimmlage, bei Männern zu einer Erhöhung der
Stimmlage führen. Stimmveränderun-gen können auch in Form von Heiser-keit auftreten.
Eine Veränderung der Stimmlage geht bei manchen Patienten auch nach Ab-setzen von Aldactone 50 nicht zurück. Deshalb ist die therapeutische Not-wendigkeit gegenüber
diesem Risiko abzuwägen, insbeson-dere bei Personen mit Berufen, in de-nen die Stimme eine besondere Be-deutung hat (z.B. Theater-, Lehrbe-rufe).
Herz / Kreislauf:Infolge übermäßiger Diurese kann es aufgrund einer Hypovolämie zu Kopf-schmerzen, Schwindel, Sehstörun-gen, Mundtrockenheit und Durst sowie zu orthostatischen Regulationsstörun-gen oder zu Blutdruckabfall bis zum Kreislaufkollaps kommen. Bei exzessi-ver Diurese kann es zu Dehydratation und als Folge einer
Hypovolämie zur Hämokonzentration kommen. Als Folge der Hämokonzent-ration kann - insbesondere bei älteren Patienten - eine erhöhte Neigung zu Thrombosen und Embolien auftreten.
Magen-Darm-Trakt:Gelegentlich: Mundtrockenheit, Ma-gen-Darm-Beschwerden (z. B. Ober-bauchbeschwerden, Übelkeit, Erbre-chen, Durchfall, gastrointestinale Krämpfe), Blutungen der Magen-schleimhaut und gastrointestinale Ulcera (auch mit Blutungen)
Leber / Gallenblase / Bauchspei-cheldrüse:Sehr selten: krankhafte Veränderun-gen der Leber (Hepatotoxizität) mit An-steigen der Leberenzyme und histolo-gische nachgewiesener Hepatitis
Haut und Unterhautzellgewebe: Gelegentlich: Hautrötung, Juckreiz, Hautausschlag, UrtikariaSehr selten: Erythema anulare sowie Lichen-ruber-planus-ähnliche Haut-veränderungen, Haarausfall bis zur Al-opezie
Nicht bekannt: Pemphigoid, schwere Hautreaktionen wie Tevens-Johnson Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN) oder DRESS-Syndrom (Drug Reaction with Eosino-philia and Systemic Symptoms)
Ein Lupus erythematodes-artiges Syn-drom wurde beschrieben.
Aldactone 50 kann bei Frauen zu Hirsutismus führen.
Skelettmuskulatur, Bindegewebe und Knochen:Gelegentlich: Muskelkrämpfe (Waden-krämpfe)
Sehr selten: Osteomalazie
Niere und Harnwege:Unter Aldactone 50 kann es vorüber-gehend zu einem Anstieg der Serum-konzentrationen von Kreatinin und Harnstoff kommen. Fälle von Nierenin-suffizienz sind berichtet worden.
Geschlechtsorgane und Brust-drüse:Häufig: bei Männern eine meist rever-sible Gynäkomastie, bei Frauen und Männern eine gesteigerte Berüh-rungsempfindlichkeit der Brustwarzen und Brustspannung
Bei Frauen kann es zu Menstruations-störungen, in seltenen Fällen zu Mas-todynie, Zwischenblutungen und Amenorrhoe, kommen. Aldactone 50 kann bei Frauen zu Hirsutismus füh-ren.
Gelegentlich: Potenzstörungen
Meldung des Verdachts auf Nebenwir-kungen
Die Meldung des Verdachts auf Ne-benwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arz-neimittels. Angehörige von Gesund-heitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Me-dizinprodukte
Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3 D-53175 Bonn
Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Symptome einer Überdosierung
Das klinische Bild bei akuter oder chronischer Überdosierung ist vom Ausmaß des Wasser- und Elektrolyt-verlustes abhängig.
Überdosierung kann zu Hypotonie, or-thostatischen Regulationsstörungen und Elektrolytstörungen
(Hyper- oder Hypokaliämie, Hyponat-riämie) führen.
Ausgeprägte Flüssigkeits- und Natri-umverluste können infolge Dehydrata-tion und Hypovolämie zu Somnolenz und Verwirrtheitszuständen, Herz-rhythmusstörungen, zum Kreislaufkol-laps, zur Hämokonzentration mit
Thromboseneigung und zu einem akuten Nierenversagen führen. Bei ra-schen Wasser- und Elektrolytverlusten können delirante Zustandsbilder auf-treten.
Eine Hyperkaliämie kann zu Herz-rhythmusstörungen (z.B. AV-Block, Vorhofflimmern; Kammerflimmern), Herzstillstand, EKG-Veränderungen (hohe zeltförmige T-Zacken und zu-nehmende Verbreiterung des QRS-Komplexes), Blutdruckabfall mit peri-pherem Kreislaufkollaps und zu neuro-logischen Störungen (schlaffe Läh-mungen, Apathie, Verwirrtheitszu-stände) führen.
Therapiemaßnahmen bei Überdosie-rung:
Bei Überdosierung oder Anzeichen ei-ner Hypovolämie (Hypotonie, or-thostatische Regulationsstörungen) muss die Behandlung mit Aldactone 50 umgehend abgesetzt werden.
Bei nur kurze Zeit zurückliegender Ein-nahme kann durch Maßnahmen der primären Giftelimination (induziertes Erbrechen, Magenspülung) oder re-sorptionsmindernde Maßnahmen (me-dizinische Kohle) versucht werden, die systemische Aufnahme von Aldactone 50 zu vermindern.
In schweren Fällen müssen unter in-tensivmedizinischen Bedingungen die vitalen Parameter überwacht sowie wiederholt Kontrollen des Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haus-halts und der harnpflichtigen Substan-zen durchgeführt und Abweichungen gegebenenfalls korrigiert werden.
Therapeutische Maßnahmen
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bei Hypovolämie und Hyponatriä-mie: Natrium- und Volumensubstitu-tion
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bei Kreislaufkollaps: Schocklage-rung, falls nötig Schocktherapie
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bei Hypokaliämie: Kaliumsubstitu-tion
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bei Hyperkaliämie: Bedrohliche Hy-perkaliämien müssen unverzüglich einer Intensivbehandlung zugeführt werden.
Normalisierung des Verhältnisses zwi-schen intra- und extrazellulärer Kali-umkonzentration:
Natriumhydrogencarbonat erhöht über einen direkten Mechanismus die Kali-umaufnahme der Zelle: Infusion von 50 – 100 ml einer 1 molaren (8,4 %i-gen) Natriumhydrogencarbonatlösung
i.v. (Wirkungseintritt: nach wenigen Mi-nuten; Wirkungsdauer: mehrere Stun-den).
Der Kaliumeinstrom in die Zelle wird besonders durch Glukose gefördert: z.B.: 200 ml einer 25 %igen (1,4 mol/l) Glukoselösung und 25 I.E. Altinsulin (1 I.E. Altinsulin pro 2 g Glukose) i.v. innerhalb von 30 - 60 Minuten infun-dieren (Wirkungsdauer: mehrere Stun-den).
Elimination eines ggf. vorhandenen Kaliumüberschusses:
Nach den oben erwähnten Notfallmaß-nahmen sollte überschüssiges Kalium durch längerfristig wirkende Maßnah-men aus dem Körper eliminiert wer-den. Lässt sich die renale Ausschei-dung nicht steigern (z.B. durch Injek-tion von Furosemid), sind extrarenale Eliminationswege zu wählen. Hier ist die orale Gabe von Kationen-Aus-tauschharzen (z.B. Resonium A oder Kalzium-Resonium) zu empfehlen:
1 g der Harze bindet ca. 1 mmol Ka-lium im Darmlumen. Das gebundene Kalium wird mit den Fäzes ausge-schieden.
Lässt sich mit den o.g. Maßnahmen keine Normalisierung der extrazellulä-ren Kaliumkonzentration erreichen, ist eine Peritoneal- oder Hämodialyse un-umgänglich.
Ein spezifisches Antidot gegen Spiro-nolacton ist nicht bekannt.
Pharmakologische Eigenschaften - Aldactone® 50
Pharmakotherapeutische Gruppe: Kalium sparende Mittel, Aldosteron-Antagonisten
ATC-Code: C03DA01
Spironolacton blockiert im spätdistalen Tubulus und im Sammelrohr kompeti-tiv die Bindung von Aldosteron an des-sen zytoplasmatischen Rezeptor. Al-dosteron kann dadurch nicht über sei-nen Rezeptor in den Zellkern eindrin-gen, wodurch die Synthese der Al-dosteron induzierten Proteine unter-bleibt. Damit wird der wesentlichen Al-dosteronwirkung, der Natriumrückre-sorption und Kaliumsekretion, entge-gengewirkt. Aldosteronrezeptoren werden renal sowie extrarenal, z.B. in den Speicheldrüsen und im Darm ge-funden.
Spironolacton entwickelt nur in Gegen-wart von endogenem oder exogenem Aldosteron eigene Aktivität. Die Wir-kung kann durch ansteigende Aldoste-ronspiegel aufgehoben werden.
Weder die Produktion noch die Aus-scheidung von Aldosteron wird in the-rapeutischen Dosen verringert. Nur in extrem hoher Dosierung hemmt Spiro-nolacton die Biosynthese des Aldoste-rons.
Spironolacton steigert die Natrium-und Chloridausscheidung sowie in ge-ringem Maße die Kalziumausschei-dung; reduziert werden die Kalium-und Ammoniumausscheidung sowie die Azidität des Harns. Spironolacton vermindert die renale Magnesiumaus-scheidung.
Bei alleiniger Anwendung hat Spirono-lacton nur eine geringe diuretische Wirksamkeit. Durch zusätzliche Gabe von Thiaziden oder Schleifendiuretika kann die Natriurese weiter gesteigert werden.
Spironolacton kann über eine Sen-kung der glomerulären Filtrationsrate die Serumharnstoffkonzentrationen erhöhen.
Ein blutdrucksenkender Effekt bei Hy-permineralokortikoidsyndromen bzw. bei verschiedenen Erkrankungen mit primärem oder sekundärem Hyperal-dosteronismus ist erwiesen.
Der klinische Wirkungseintritt erfolgt bei kontinuierlicher Verabreichung schrittweise mit einem Wirkungsmaxi-mum nach 2 bis 3 Tagen oder später, ggf. kann der maximale diuretische Ef-fekt auch erst nach 2 Wochen auftre-ten.
Absorption:
Nach oraler Gabe wird Spironolacton rasch zu etwa 73 % resorbiert.
Verteilung:
Die Plasmaproteinbindung von Spiro-nolacton und Canrenon beträgt in Ab-hängigkeit von der Methodik 90 % (Gleichgewichtsdialyse) bzw. 98 % (Ultrafiltration).
Metabolismus:
Spironolacton unterliegt bei oraler Ap-plikation einem ausgeprägten "first-pass-Effekt" und wird hauptsächlich in der Leber und in den Nieren zu 7-α-Thiospirolacton, Canrenon bzw. Canrenoat, 7-α-Thiomethylspirolacton bzw. 6-ß-Hydroxy-7-α-Thiomethylspi-rolacton metabolisiert. Die drei erstge-nannten Metabolite besitzen, vergli-chen mit
der Muttersubstanz, eine relative anti-mineralokortikoide Aktivität von 26, 68
bzw. 33 %.
Nach oraler Verabreichung von Spiro-nolacton werden nach 1 - 2 Stunden maximale Plasmakonzentrationen von Spironolacton und nach etwa 2 - 3 Stunden maximale Plasmakonzentra-tionen der Metaboliten gemessen.
In niedrigen Dosierungen (50 bis etwa 200 mg) steigt die Fläche unter der Serumkonzentrations-Zeit-Kurve von Canrenon linear mit der Dosis an, während höhere Dosierungen zu rela-tiv niedrigeren Konzentrationen füh-ren, am ehesten bedingt durch eine Verminderung der enzymatischen Umwandlung von Spironolacton in seine Metabolite.
Die Steady-state-Spiegel von Can-renon liegen zwischen 50 und 188 ng/ml. Steady-state-Konzentratio-nen werden für Canrenon nach unge-fähr 3 bis 8 Tagen nach täglicher Ap-plikation von Spironolacton erreicht. Bei Patienten mit Leberzirrhose und Aszites werden diese erst nach 14 Ta-gen erreicht.
Elimination:
Die Ausscheidung erfolgt überwie-gend im Urin, in geringerem Ausmaß über die Galle. Der Anteil von unver-ändertem Spironolacton ist gering. Im Urin werden nur Metabolite gefunden, vor allem Canrenon und sein Glukuro-nid-Ester sowie 6-ß-Hydroxysulfoxid. Nach einer oralen Einmaldosis von ra-dioaktiv markiertem Spironolacton er-scheinen innerhalb von 6 Tagen 47-57 % im Urin und 35-41 % im Stuhl. Nach oraler Gabe von Spironolacton beträgt die Eliminationshalbwertszeit für Spironolacton 1-2 Stunden, wäh-rend die Metabolite langsamer ausge-schieden werden. Die terminalen Eli-minationshalbwertszeiten betragen für Canrenon etwa 20 Stunden,
für 7-α-Thiomethylspirolacton etwa 3 Stunden und für 6-ß-Hydroxy-7-α-thio-methylspirolacton etwa 10 Stunden.
Bei gleichzeitiger Einnahme mit einer Mahlzeit ist die Resorption von Spiro-nolacton gesteigert. Dies resultiert aus einer Zunahme der Serumkonzentra-tion der Muttersubstanz um 50 bis 100 %.
Spironolacton und seine Metabolite penetrieren die Plazentaschranke. Canrenon geht in die Muttermilch über.
Pharmazeutische Angaben - Aldactone® 50
Glucosesirup, Lactose-Monohydrat, Macrogol 35000, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Maisquellstärke, Montangly-kolwachs, Natriumdodecylsulfat, Poly(O-carboxymethyl)stärke-Natri-umsalz, Povidon K 25, Sucrose, hoch-disperses Siliciumdioxid, Talkum, Wei-ßer Ton und Farbstoffe Chinolingelb (E 104), Gelborange S (E 110), Indigo-carmin (E 132), Titandioxid (E 171)
4 Jahre
Besondere Vorsichtsmaßnah-men für die Aufbewahrung
Nicht über 25 ºC lagern
Eigengeruch
Ein leichter Eigengeruch des Wirkstof-fes kann möglicherweise auftreten; Reinheit, Verträglichkeit und Wirksam-keit des Präparates werden dadurch nicht beeinträchtigt.