PHEBURANE 350 mg/ml Lösung zum Einnehmen
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - PHEBURANE 350 mg/ml
PHEBURANE ist als Zusatztherapie bei der Langzeitbehandlung von Störungen des Harnstoffzyklus indiziert, die mit einem Mangel an Carbamylphosphat-Synthetase, Ornithin-Transcarbamylase oder Argininosuccinat-Synthetase einhergehen.
Es ist bei allen Patienten mit neonatal manifester Erkrankung (vollständiger Enzymmangel, der innerhalb der ersten 28 Lebenstage auftritt) indiziert. Es ist auch bei Patienten mit spät manifester Erkrankung (partieller Enzymmangel, der nach dem ersten Lebensmonat auftritt) und hyperammonämischer Enzephalopathie in der Anamnese indiziert.
Die Behandlung mit PHEBURANE sollte von einem in der Behandlung von Störungen des Harnstoffzyklus erfahrenen Arzt überwacht werden.
Dosierung
Die Tagesdosis wird individuell unter Berücksichtigung der Proteintoleranz und der für das Wachstum und die Entwicklung benötigten täglichen Proteinzufuhr des Patienten berechnet. Nach den bisherigen klinischen Erfahrungen beträgt die normale Tagesgesamtdosis Natrium(4-phenylbutanoat):
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450–600 mg/kg/Tag bei Neugeborenen, Säuglingen und Kindern mit einem Gewicht unter 20 kg.
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9,9–13 g/m2/Tag bei Kindern mit einem Körpergewicht über 20 kg, Jugendlichen und Erwachsenen.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Dosen über 20 g Natrium(4-phenylbutanoat) pro Tag sind nicht nachgewiesen.
Therapeutische Überwachung
Die Plasmaspiegel von Ammoniak, Arginin, essentiellen Aminosäuren (insbesondere verzweigtkettigen Aminosäuren), Carnitin und Serumproteinen sollten im Normbereich gehalten werden. Der Glutaminspiegel im Plasma sollte auf einem Wert unter 1 000 μmol/l eingestellt werden.
Ernährung
Die Anwendung von PHEBURANE muss mit einer Einschränkung der Proteinzufuhr aus der Nahrung und in einigen Fällen mit einer Nahrungsergänzung mit essentiellen Aminosäuren und Carnitin kombiniert werden.
Bei Patienten mit diagnostizierter neonatal manifester Form eines Carbamylphosphat-Synthetase-oder Ornithin-Transcarbamylase-Mangels ist eine Citrullin- oder Arginin-Supplementierung in einer Dosis von 0,17 g/kg/Tag oder 3,8 g/m2/Tag erforderlich.
Bei Patienten mit diagnostiziertem Argininosuccinat-Synthetase-Mangel ist eine Arginin-Supplementierung in einer Dosis von 0,4–0,7 g/kg/Tag oder 8,8–15,4 g/m2/Tag erforderlich.
Wenn eine Kaloriensubstitution erforderlich ist, wird ein proteinfreies Produkt empfohlen.
Besondere Patientengruppen
Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz
Da Metabolisierung und Ausscheidung von Natrium(4-phenylbutanoat) über die Leber und die Nieren erfolgen, sollte PHEBURANE bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz mit Vorsicht angewendet werden.
Kinder und Jugendliche
Nach den bisherigen klinischen Erfahrungen beträgt die normale Tagesgesamtdosis Natrium(4-phenylbutanoat) bei Kindern und Jugendlichen:
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450–600 mg/kg/Tag bei Neugeborenen, Säuglingen und Kindern mit einem Gewicht unter 20 kg.
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9,9–13 g/m2/Tag bei Kindern mit einem Körpergewicht über 20 kg.
Art der Anwendung
PHEBURANE Lösung zum Einnehmen ist zum Einnehmen bestimmt.
Die Tagesgesamtdosis sollte in gleiche Mengen aufgeteilt und zu jeder Mahlzeit oder Fütterung gegeben werden (z. B. 4- bis 6-mal pro Tag bei Kleinkindern).
Die Packung enthält eine Dosierspritze mit einem Flaschenadapter (Press-in-Bottle-Adapter, PIBA) zur genauen Abmessung der verordneten Dosis der Lösung zum Einnehmen. Der PIBA ermöglicht das Anbringen der Dosierspritze an die Flasche und die Dosierung von PHEBURANE Lösung zum Einnehmen.
Zum Abmessen einer Dosis von PHEBURANE Lösung zum Einnehmen sollte nur die mit PHEBURANE Lösung zum Einnehmen gelieferte Dosierspritze verwendet werden. Zum Anwenden von PHEBURANE Lösung zum Einnehmen sollten keine anderen Vorrichtungen oder Spritzen und keine Löffel verwendet werden.
Die Spritze hat eine Graduierung in Gramm Natrium(4-phenylbutanoat) (von 0,5 g bis 3 g Natrium(4-phenylbutanoat)).
PHEBURANE Lösung zum Einnehmen kann auch über eine transnasale Sonde oder Gastrostomiesonde zugeführt werden.
Hinweise zur oralen Anwendung und zur Zufuhr über eine transnasale Sonde oder Gastrostomiesonde siehe Abschnitt 6.6.
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Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
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Schwangerschaft.
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Stillzeit.
Gehalt an klinisch relevanten Elektrolyten
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Jedes Gramm Natrium(4-phenylbutanoat) (2,86 ml PHEBURANE Lösung zum Einnehmen) enthält 124 mg (5,4 mmol) Natrium. Die maximale Tagesdosis von Natrium(4-phenylbutanoat) beträgt 20 g (57,14 ml PHEBURANE Lösung zum Einnehmen), was mit der Zufuhr folgender Menge einhergeht: 2,5 g (108 mmol) Natrium je 20 g Natrium(4-phenylbutanoat), was der maximalen täglichen Dosis entspricht. Daher sollte PHEBURANE bei Patienten mit Stauungsinsuffizienz oder schwerer Niereninsuffizienz sowie bei mit Natriumretention und Ödembildung einhergehenden klinischen Zuständen nur mit Vorsicht angewendet werden.
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Während der Behandlung muss eine Überwachung der Kaliumserumspiegel erfolgen, da die renale Ausscheidung von Phenylacetylglutamin zu einem Kaliumverlust über den Urin führen kann.
Allgemeine Erwägungen
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Selbst unter der Behandlung kann bei einem Teil der Patienten eine akute hyperammonämische Enzephalopathie auftreten.
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PHEBURANE Lösung zum Einnehmen wird nicht für die Behandlung einer akuten Hyperammonämie empfohlen; diese Erkrankung ist ein medizinischer Notfall.
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung
PHEBURANE 350 mg/ml Lösung zum Einnehmen
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Dieses Arzneimittel enthält 124 mg (5,4 mmol) Natrium pro Grammdosis Natrium(4-phenylbutanoat), entsprechend 6,2 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
Die maximale Tagesdosis dieses Arzneimittels enthält 2,5 g Natrium, entsprechend 125 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g. PHEBURANE Lösung zum Einnehmen gilt als natriumreich. Dies ist besonders bei Personen unter natriumarmer Ernährung zu berücksichtigen.
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Dieses Arzneimittel enthält 5,7 mg Aspartam pro Grammdosis Natrium(4-phenylbutanoat). Aspartam ist eine Phenylalaninquelle. Es kann schädlich für Personen mit Phenylketonurie (PKU) sein, einer seltenen genetischen Erkrankung, bei der sich Phenylalanin einlagert, weil der Körper es nicht ausreichend entfernen kann. Zur Beurteilung der Anwendung von Aspartam (E 951) bei Säuglingen unter 12 Wochen liegen weder präklinische noch klinische Daten vor.
Topping mit Schwarze-Johannisbeer-Aroma
Das Topping mit Schwarze-Johannisbeer-Aroma enthält 26,55 mg Propylenglycol je Tropfen.
Wenn das Baby weniger als 4 Wochen alt ist, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie ihm dieses Aroma-Topping verabreichen, insbesondere wenn das Baby andere Arzneimittel erhält, die Propylenglycol oder Alkohol enthalten.
Die gleichzeitige Anwendung von Probenecid kann die renale Ausscheidung des Konjugationsprodukts von Natrium(4-phenylbutanoat) beeinträchtigen. Es liegen veröffentlichte Berichte über Hyperammonämien vor, die durch Haloperidol oder Valproat hervorgerufen wurden. Kortikosteroide können zum Abbau von Körperproteinen führen und dadurch den Ammoniakspiegel im Plasma erhöhen. Wenn diese Arzneimittel angewendet werden müssen, wird eine häufigere Überwachung des Ammoniakspiegels im Plasma empfohlen.
Frauen im gebärfähigen Alter/Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen
Frauen im gebärfähigen Alter müssen wirksame Methoden zur Schwangerschaftsverhütung anwenden.
Schwangerschaft
Es liegen keine oder nur eine begrenzte Anzahl von Daten aus der Anwendung von Natrium(4-phenylbutanoat) bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). PHEBURANE ist während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung wirksame Methoden zur Empfängnisverhütung anwenden.
Stillzeit
Verfügbare pharmakodynamische/toxikologische Daten vom Tier haben gezeigt, dass Natrium(4-phenylbutanoat)/dessen Metaboliten in die Milch ausgeschieden wird (siehe Abschnitt 5.3). Es ist nicht bekannt ob Natrium(4-phenylbutanoat)/dessen Metaboliten beim Menschen in die Muttermilch ausgeschieden wird. Ein Risiko für das Neugeborene/Kleininder kann nicht ausgeschlossen werden. PHEBURANE ist während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Fertilität
Zu den Auswirkungen von Natrium(4-phenylbutanoat) auf die Fertilität liegen keine Daten vor..
PHEBURANE hat einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
In klinischen Studien mit Natrium(4-phenylbutanoat) trat bei 56 % der Patienten mindestens ein unerwünschtes Ereignis auf, und 78 % dieser unerwünschten Ereignisse wurden als nicht mit Natrium(4-phenylbutanoat) in Zusammenhang stehend beurteilt.
Unerwünschte Wirkungen betrafen hauptsächlich das Fortpflanzungssystem und das gastrointestinale System.
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
In der folgenden Tabelle sind alle Nebenwirkungen nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt. Die Häufigkeit ist definiert als sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen in der Reihenfolge abnehmender Schwere aufgeführt.
| Systemorganklasse | Häufigkeit | Nebenwirkung |
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems | Häufig | Anämie, Thrombozytopenie, Leukopenie, Leukozytose, Thrombozytose |
| Gelegentlich | Aplastische Anämie, Ekchymose | |
| Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen | Häufig | Metabolische Azidose, Alkalose, verminderter Appetit |
| Psychiatrische Erkrankungen | Häufig | Depression, Reizbarkeit |
| Erkrankungen des Nervensystems | Häufig | Synkope, Kopfschmerzen |
| Herzerkrankungen | Häufig | Ödem |
| Gelegentlich | Arrhythmie | |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Häufig | Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit, Obstipation, Dysgeusie |
| Gelegentlich | Pankreatitis, Magengeschwür, rektale Blutung, Gastritis | |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes | Häufig | Hautausschlag, abnormaler Hautgeruch |
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | Häufig | Renal-tubuläre Azidose |
| Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse | Sehr häufig | Amenorrhoe, unregelmäßige Menstruation |
| Untersuchungen | Häufig | Verminderte Kalium-, Albumin-, Gesamtprotein- und Phosphatwerte im Blut.Erhöhte(s) alkalische Phosphatase, Transaminasen, Bilirubin, Harnsäure, Chlorid, Phosphat und Natrium im Blut.Gewichtszunahme |
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Eine wahrscheinliche toxische Reaktion auf Natrium(4-phenylbutanoat) (450 mg/kg/Tag) wurde bei einer 18-jährigen anorektischen Patientin berichtet, die eine metabolische Enzephalopathie in Verbindung mit Laktatazidose, schwerer Hypokaliämie, Panzytopenie, peripherer Neuropathie und Pankreatitis entwickelte. Nach einer Reduktion der Dosis erholte sich die Patientin, mit Ausnahme rekurrenter Pankreatitis-Episoden, die schließlich das Absetzen der Behandlung erforderlich machten.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das in Anhang V aufgelistete nationale Meldesystem anzuzeigen.
Ein Fall einer Überdosierung trat bei einem 5 Monate alten Kleinkind nach einer versehentlichen Einzeldosis von 10 g (1 370 mg/kg) ein. Der Patient entwickelte Durchfall, Reizbarkeit und metabolische Azidose mit Hypokaliämie und erholte sich nach symptomatischer Behandlung innerhalb von 48 Stunden.
Diese Symptome stehen im Einklang mit der Anreicherung von Phenylacetat, das bei intravenöser Gabe in Dosen von bis zu 400 mg/kg/Tag eine dosislimitierende Neurotoxizität zeigte. Diese äußerte sich hauptsächlich durch Schläfrigkeit, Müdigkeit und Benommenheit, seltener durch Verwirrtheit, Kopfschmerzen, Dysgeusie, Hypoakusis, Orientierungslosigkeit, Gedächtnisstörungen und Verschlimmerung einer bereits bestehenden Neuropathie.
Im Falle einer Überdosierung ist die Behandlung abzubrechen, und es sind unterstützende Maßnahmen einzuleiten. Eine Hämodialyse oder Peritonealdialyse sind unter Umständen von Vorteil.
Pharmakologische Eigenschaften - PHEBURANE 350 mg/ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel, sonstige Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel, ATC-Code: A16AX03.
Wirkmechanismus und pharmakodynamische Wirkungen
Natrium(4-phenylbutanoat) ist ein Prodrug, das im Körper schnell zu Phenylacetat metabolisiert wird. Phenylacetat ist eine metabolisch aktive Verbindung, die durch Acetylierung mit Glutamin zu Phenylacetylglutamin konjugiert wird, das dann über die Nieren ausgeschieden wird.
Stöchiometrisch gesehen ist Phenylacetylglutamin mit Harnstoff vergleichbar (jedes enthält
2 Mol Stickstoff) und stellt daher einen alternativen Träger für die Stickstoffausscheidung dar. Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Basierend auf Studien zur Ausscheidung von Phenylacetylglutamin bei Patienten mit Störung des Harnstoffzyklus werden für jedes verabreichte Gramm Natrium(4-phenylbutanoat) schätzungsweise zwischen 0,12 und 0,15 g Phenylacetylglutamin-Stickstoff gebildet. Daher kann Natrium(4-phenylbutanoat) bei Patienten mit Störung des Harnstoffzyklus erhöhte Ammoniak- und Glutamin-Plasmaspiegel senken. Es ist wichtig, dass die Diagnose frühzeitig gestellt und die Behandlung sofort eingeleitet wird, um die Überlebenschance und das klinische Ergebnis zu verbessern.
Bei Patienten mit spät manifestem Mangel, einschließlich Frauen mit heterozygotem Ornithin-Transcarbamylase-Mangel, die sich von einer hyperammonämischen Enzephalopathie erholten und dann eine Langzeitbehandlung mit Natrium(4-phenylbutanoat) mit Einschränkung der Proteinzufuhr über die Ernährung erhielten, betrug die Überlebensrate 98 %. Die Mehrheit der getesteten Patienten wies einen IQ-Wert im Durchschnitts- oder niedrigen Durchschnittsbereich bzw. im Grenzbereich zur geistigen Retardierung auf. Ihre kognitive Leistung blieb während der Phenylbutyrat-Therapie relativ stabil. Bereits bestehende neurologische Defizite sind auch bei Behandlung kaum reversibel, und bei einigen Patienten kann eine weitere Verschlechterung des neurologischen Zustandes auftreten.
Die Anwendung von PHEBURANE Lösung zum Einnehmen kann lebenslang erforderlich sein, sofern keine elektive orthotope Lebertransplantation vorgenommen wird.
Kinder und Jugendliche
Die neonatal manifeste Form von Störungen des Harnstoffzyklus verlief früher selbst bei Behandlung mit Peritonealdialyse und essentiellen Aminosäuren oder mit deren stickstofffreien Analoga fast immer innerhalb des ersten Lebensjahres tödlich. Durch Hämodialyse, Verwendung alternativer Stickstoffausscheidungswege (Natrium(4-phenylbutanoat), Natriumbenzoat und Natriumphenylacetat), Einschränkung der diätetischen Proteinzufuhr und in einigen Fällen durch Nahrungsergänzung mit essentiellen Aminosäuren stieg die Überlebensrate bei Neugeborenen, die nach der Geburt (jedoch innerhalb des ersten Monats) diagnostiziert wurden, auf fast 80 %, wobei die meisten Todesfälle im Rahmen einer Episode einer akuten hyperammonämischen Enzephalopathie auftraten. Bei den an einer neonatal manifesten Form der Erkrankung leidenden Patienten zeigte sich jedoch eine hohe Inzidenz von geistiger Retardierung.
Bei Patienten, deren Krankheit im Verlauf der Schwangerschaft diagnostiziert wurde und die bereits vor dem ersten Auftreten einer hyperammonämischen Enzephalopathie behandelt wurden, betrug die Überlebensrate 100 %, aber selbst bei diesen Patienten kam es mit der Zeit bei vielen zu geistigen Behinderungen oder anderen neurologischen Defiziten.
Es ist bekannt, dass Phenylbutyrat zu Phenylacetat oxidiert wird, welches dann in Leber und Niere enzymatisch mit Glutamin zu Phenylacetylglutamin konjugiert wird. Phenylacetat wird außerdem von Esterasen in Leber und Blut hydrolysiert.
Bei normalen Erwachsenen nach Nahrungskarenz, die eine Einzeldosis von 5 g Natrium(4-phenylbutanoat) erhielten, sowie bei Patienten mit Störung des Harnstoffzyklus, Hämoglobinopathie oder Leberzirrhose, die einzelne und wiederholte orale Dosen von bis zu 20 g/Tag erhielten, wurden die Plasma- und Urinkonzentrationen von Phenylbutyrat und seinen Metaboliten ermittelt (unkontrollierte Studien). Der Verbleib von Phenylbutyrat und seinen Metaboliten wurde auch bei Krebspatienten nach intravenöser Infusion von Natrium(4-phenylbutanoat) (bis zu 2 g/m²) oder Phenylacetat untersucht.
Resorption
Phenylbutyrat wird im Nüchternzustand schnell resorbiert. Nach Nahrungsaufnahme wurden in der offenen pharmakokinetischen Einzeldosisstudie (CPA 537-21) 10 Minuten nach der Einnahme einer oralen Einzeldosis von 5 g Natrium(4-phenylbutanoat) als Lösung zum Einnehmen messbare Plasmaspiegel von Phenylbutyrat festgestellt. Die mittlere Zeit bis zur Höchstkonzentration betrug 0,5 Stunden und die mittlere Höchstkonzentration 150,44 μg/ml. Die Eliminationshalbwertszeit wurde auf 0,63 Stunden geschätzt.
Verteilung
Das Verteilungsvolumen von Phenylbutyrat beträgt 0,2 l/kg. Biotransformation
30 bzw. 60 Minuten nach der Einnahme einer Einzeldosis von 5 g Natrium(4-phenylbutanoat) als Granulat wurden messbare Spiegel von Phenylacetat bzw. Phenylacetylglutamin im Plasma festgestellt. Die mittlere Zeit bis zur Höchstkonzentration betrug 3,55 bzw. 3,23 Stunden und die mittlere Höchstkonzentration betrug 45,3 bzw. 62,8 μg/ml. Die Eliminationshalbwertszeit wurde auf 1,3 bzw. 2,4 Stunden geschätzt.
Studien mit hohen intravenösen Dosen von Phenylacetat zeigten eine nichtlineare Pharmakokinetik, die durch eine sättigbare Verstoffwechselung zu Phenylacetylglutamin gekennzeichnet war. Bei wiederholter Gabe von Phenylacetat zeigte sich eine Induktion der Clearance.
Bei der Mehrzahl der Patienten mit Störung des Harnstoffzyklus oder Hämoglobinopathie, die verschiedene Dosen Phenylbutyrat (300–650 mg/kg/Tag bis zu 20 g/Tag) erhielten, war nach Fasten über Nacht kein Phenylacetat im Plasma nachweisbar. Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion erfolgt die Umwandlung von Phenylacetat zu Phenylacetylglutamin unter Umständen langsamer. Drei Patienten mit Leberzirrhose (von 6), die drei Dosen Natrium(4-phenylbutanoat)
(20 g/Tag) oral erhielten, wiesen am dritten Tag Plasmaspiegel von Phenylacetat auf, die anhaltend fünfmal höher waren als nach der ersten Dosis.
Bei normalen Freiwilligen fanden sich geschlechtsspezifische Unterschiede hinsichtlich der pharmakokinetischen Parameter von Phenylbutyrat und Phenylacetat (AUC und Cmax waren bei Frauen etwa 30–50 % höher), nicht jedoch von Phenylacetylglutamin. Dies könnte auf die Lipophilie von Natrium(4-phenylbutanoat) und die daraus resultierenden Unterschiede im Verteilungsvolumen zurückzuführen sein.
Elimination
Ungefähr 80–100 % des Arzneimittels werden innerhalb von 24 Stunden als konjugiertes Produkt Phenylacetylglutamin über die Nieren ausgeschieden.
Pharmazeutische Angaben - PHEBURANE 350 mg/ml
Lösung zum Einnehmen
Gereinigtes Wasser Aspartam (E 951) Sucralose
Glycerol
Hydroxyethylcellulose Aroma-Toppings
Topping mit Schwarze-Johannisbeer-Aroma
Schwarze-Johannisbeer-Aroma und Pfefferminz-Aroma, enthält Propylenglycol (E 1520).
Topping mit Zitronen-Pfefferminz-Aroma
Zitronen-Aroma und Pfefferminz-Aroma.
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Braunglasflasche mit 100 ml Inhalt, verschlossen mit einer kindergesicherten Kunststoffschutzkappe Es gibt 2 Packungsarten, eine Packung mit und eine Packung ohne Topping.
Jede Packung enthält:
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Eine Braunglasflasche mit 100 ml PHEBURANE Lösung zum Einnehmen.
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Eine Dosierspritze für 0,5 g bis 3 g in Schritten von 0,25 g mit angebrachtem Flaschenadapter (PIBA). Die Graduierung der Dosierspritze bezieht sich auf die Anzahl an Gramm Natrium(4-phenylbutanoat).
Die Packung mit Topping enthält außerdem
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Eine Braunglasflasche mit 3 ml Topping mit Zitronen-Pfefferminz-Aroma.
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Eine Braunglasflasche mit 3 ml Topping mit Schwarze-Johannisbeer-Aroma.
und sonstige Hinweise zur Handhabung
Die Lösung zum Einnehmen von PHEBURANE ist gebrauchsfertig. Anwendung zum Einnehmen
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Die Flasche mit PHEBURANE Lösung zum Einnehmen öffnen, indem die Schutzkappe nach unten gedrückt und nach links gedreht wird.
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Die Dosierspritze mit CE-Zeichen am Flaschenadapter befestigen.
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Den Flaschenadapter samt daran befestigter Spritze in den Hals der geöffneten Flasche stecken/schieben.
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Die Flasche umdrehen.
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Die erforderliche Dosis PHEBURANE Lösung zum Einnehmen (siehe Abschnitt 4.2) mithilfe der Dosierspritze aus der Flasche aufziehen (entsprechend der verordneten Gramm Natrium(4-phenylbutanoat) und entsprechend der mit der jeweiligen Mahlzeit anzuwendenden Menge).
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Die Dosierspritze mit PHEBURANE vom Flaschenadapter lösen und die Menge der PHEBURANE Lösung zum Einnehmen anschließend aus der Dosierspritze in ein Glas mit mindestens 20 ml Wasser geben.
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PHEBURANE Lösung zum Einnehmen schmeckt neutral. Zur Verbesserung des Geschmacks kann dem Glas Wasser ein Tropfen des bevorzugten Aroma-Toppings zugegeben werden. Vorsichtig schwenken und dann einnehmen (wenn ein Tropfen des Aroma-Toppings nicht für die gewünschte Geschmacksintensität sorgt, könnten 2 Tropfen verwendet werden). Die Topping-Lösung mit Zitronen-Pfefferminz-Aroma ist weniger dickflüssig als die Topping-Lösung mit Schwarze-Johannisbeer-Aroma, was dazu führen kann, dass mehr als zwei Tropfen hinzugegeben werden. Daher wird empfohlen, das Topping mit Zitronen-Pfefferminz-Aroma sorgfältig abzumessen und darauf zu achten, dass nur ein Tropfen verwendet wird.
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Die Flasche mit PHEBURANE Lösung zum Einnehmen wieder verschließen, ohne den in den Flaschenhals eingesetzten Flaschenadapter zu entfernen.
Vorbereitung für die Gabe über eine transnasale Sonde oder Gastrostomiesonde
PHEBURANE Lösung zum Einnehmen kann über Schläuche mit einem Durchmesser von mindestens 2 mm (7–8 French) zugeführt werden.
Bei Patienten, die Natrium(4-phenylbutanoat) dauerhaft oder zu bestimmten Zeiten tagsüber (z. B. nachts) über eine transnasale Sonde oder eine Gastrostomiesonde/einen Button erhalten müssen, kann PHEBURANE Lösung zum Einnehmen nach den folgenden Anweisungen angewendet werden:
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Es sind Schritt 1 bis 5 der vorstehend beschriebenen Vorgehensweise bei oraler Anwendung zu befolgen.
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PHEBURANE Lösung zum Einnehmen ist gebrauchsfertig und muss nicht verdünnt werden.
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Bei Zufuhr über eine transnasale Sonde/Gastrostomiesonde darf kein Aroma-Topping zugegeben werden.
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Die Spitze der mit dem Arzneimittel gefüllten Spritze auf die Spitze der transnasalen Sonde/Gastrostomiesonde aufstecken.
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Es sollte der Kolben der Dosierspritze für die Zufuhr der Dosis der PHEBURANE Lösung zum Einnehmen über die transnasale Sonde/Gastrostomiesonde verwendet werden.
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Den Schlauch einmal mit einer ausreichenden Menge lauwarmem Wasser spülen und nach der Gabe auslaufen lassen. Bei Erwachsenen sollten 20 ml lauwarmes Wasser verwendet werden. Bei Kindern unter 20 kg und Neugeborenen 3 ml Wasser verwenden.
Beseitigung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.