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Fachinfo - Heitrin® 2 mg
Dosierung
Für die benötigten unterschiedlichen Dosierungen stehen entsprechende Tablettenstärken zur Verfügung. So-weit nicht anders verordnet, gelten folgende Dosierungsempfehlungen:
Essentielle Hypertonie:
Grundsätzlich sollte die Behandlung einschleichend mit der niedrigsten Dosierung Heitrin (Heitrin 1 mg Tabletten) begonnen und langsam bis zur individuellen Wirkdosis gesteigert werden, gemäß folgendem Do-sierungsschema (siehe Tab. 1).
Die Dosierung von Heitrin kann dann unter Berücksichtigung eines verzögerten Ansprechens in wöchentli-chen Abständen bis zur Erzielung und Aufrechterhaltung der gewünschten Blutdrucksenkung erhöht werden. Hierfür stehen 2 mg und 5 mg Tabletten zur Verfügung.
Tab. 1: Dosissteigerung auf die Erhaltungsdosis bei Hypertonie.
| Dosierungsstufen | Tagesdosis Terazosin | Tablette/Tag | Mindesttherapiedauer dieser Dosier-stufe vor dem Wechsel zur nächst höheren Dosierung |
| 1. Stufe(Tag 1 - 7) | 1 mg | 1 x 1 TabletteHeitrin 1 mg | 7 Tage |
| 2. Stufe(Tag 8 - 14) | 2 mg | 1 x 1 TabletteHeitrin 2 mg | 7 Tage |
| 3. Stufe(Tag 15 - 21) | 5 mg | 1 x 1 TabletteHeitrin 5 mg | 7 Tage |
Nach Tag 21 kann die Dosierung gegebenenfalls auf 10 mg Terazosin erhöht werden.
Die Erhaltungsdosis muss an den individuellen Bedarf des Patienten angepasst werden. Sie liegt zwischen 2 mg und 10 mg Terazosin täglich.
Die maximale Tagesdosis sollte 20 mg Terazosin nicht überschreiten.
Älteren Patienten
Pharmakokinetische Untersuchungen bei älteren Patienten zeigten, dass keine größeren Veränderungen hin-sichtlich der empfohlenen Dosierung notwendig sind. Jedoch sollte bei diesen Patienten die Dosis so niedrig wie möglich gehalten werden und eine Dosissteigerung nur unter genauer Beobachtung vorgenommen wer-den.
Leberfunktionsstörung
Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sollte Terazosin besonders vorsichtig dosiert werden, da Terazosin größtenteils über die Leber abgebaut wird. Bei Patienten mit schwerwiegender Leberfunktionsstö-rung liegen keine klinischen Erfahrungen vor (siehe Abschnitt 4.4 ).
Nierenfunktionsstörung
Pharmakokinetische Untersuchungen bei Patienten mit Niereninsuffizienz zeigten, dass keine größeren Ver-änderungen hinsichtlich der empfohlenen Dosierung notwendig sind. Jedoch sollte bei diesen Patienten die Dosis so niedrig wie möglich gehalten werden und eine Dosissteigerung nur unter genauer Beobachtung vor-genommen werden.
Orthostatische Hypotonie
Es liegen Berichte vor, dass orthostatische Hypotonie bei Patienten auftritt, die Terazosin für die symptoma-tische Behandlung einer durch BPH verursachten Blasenentleerungsstörung erhalten haben. In diesen Fällen trat eine orthostatische Hypotonie häufiger bei Patienten auf, die 65 Jahre und älter waren (5,6%) als bei den-jenigen, die jünger als 65 Jahre waren (2,6%).
Anwendung mit Thiazid-Diuretika und anderen Antihypertonika
In Kombination mit harntreibenden Arzneimitteln (Thiazid-Diuretika) oder einem anderen Blutdruck sen-kenden Arzneimitteln sollte die Terazosin-dosis reduziert oder abgesetzt und, falls erforderlich, eine erneute Dosiseinstellung vorgenommen werden. Zusammen mit Thiaziden oder anderen Antihypertensiva sollte Heitrin nur mit besonderer Vorsicht angewandt werden, da sich eine Hypotonie entwickeln kann
Kinder und Jugendliche
Heitrin wird nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren aufgrund nicht ausreichender Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit (siehe Abschnitte 5.1 und 5.2).
Art der Anwendung
Die erste Tablette einer Stärke sollte abends 1 – 2 Stunden vor dem Zubettgehen eingenommen werden. Es ist darauf zu achten, dass diese Einnahmeempfehlung befolgt wird, um das Risiko eines übermäßigen Blut-druckabfalls als Reaktion auf diese Anfangsdosis zu minimieren.
Alle folgenden Tabletten derselben Stärke können entweder abends oder morgens eingenommen werden. Die Einnahme der Tabletten soll mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser) erfolgen.
Die Dauer der Behandlung wird vom behandelnden Arzt festgelegt. Die Therapie mit Terazosin ist eine Langzeittherapie, die nur nach ärztlicher Anweisung unterbrochen werden sollte. Im Fall einer Therapieun-terbrechung ist spätestens nach einer zweitägigen Unterbrechung erneut eine schrittweise Dosissteigerung durchzuführen, beginnend mit 1 mg Terazosin abends vor dem Zubettgehen.
Bei gleichzeitiger Gabe von Heitrin und anderen blutdrucksenkenden Mitteln gelten die obigen Dosisrichtli-nien nur, wenn diese Arzneimittel in ihrer Dosis reduziert oder abgesetzt werden (siehe auch 4.4. ).
Heitrin ist kontraindiziert bei
-
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, anderen Chinazolinen (z. B. Prazosin, Doxazosin, Al-fuzosin) oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
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Miktionssynkopen in der Vorgeschichte.
Die Behandlung mit Heitrin bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle.
Vor allem nach Einnahme der ersten Dosis ("Effekt der 1. Dosis") oder bei Dosiserhöhung kann es zu über-mäßigem Blutdruckabfall, besonders im Stehen und beim Lagewechsel, kommen. In diesen Fällen treten Be-schwerden, wie Schwäche, Schwindel und in sehr seltenen Fällen Bewusstseinsverlust, gelegentlich eingelei-tet durch supraventrikuläre Tachykardie, auf.
Damit ist auch zu rechnen, wenn die Einnahme nach einer Unterbrechung von zwei oder mehr Tagen wieder aufgenommen wird (siehe Abschnitt 4.2 ). Diese Störungen halten in der Regel nur kurze Zeit an und treten meist bei Fortführung der Behandlung nicht mehr auf. Da die Wahrscheinlichkeit einer solchen Nebenwir-kung bei Verabreichung einer höheren als der empfohlenen Anfangsdosis größer ist, sollte die Dosierungsan-leitung sorgfältig befolgt werden.
Nach Dosiserhöhung und nach Wiederaufnahme einer unterbrochenen Einnahme sollten abrupte Lagewech-sel oder langes Stehen vermieden werden. Dies gilt insbesondere für ältere Patienten. Patienten sollten darauf hingewiesen werden, Stresssituationen, die zu Synkopen führen können, zu vermeiden, sich zu setzen oder hinzulegen, sobald Symptome eines erniedrigten Blutdrucks auftreten obwohl diese Symptome nicht immer orthostatisch sein müssen und vorsichtig zu sein beim Aufstehen aus sitzender oder liegender Position. Pati-enten sollten sofort ihren Arzt kontaktieren, wenn Schwindel, Verwirrtheit oder Herzklopfen auftritt, so dass eine Dosisanpassung in Betracht gezogen werden kann (siehe auch Abschnitt 4.8).
Der Patient sollte auf die Gefahr des Auftretens orthostatischer Dysregulation und von Priapismus hingewie-sen werden und Verhaltensmaßregeln für diese Situationen erhalten. Hinsichtlich des Priapismus sollte der Patient darauf hingewiesen werden, dass er beim Auftreten sofort einen Arzt aufsucht, da anderenfalls die Gefahr einer permanenten erektilen Dysfunktion besteht.
Kombination mit anderen Antihypertensiva:
Wegen der Gefahr übermäßiger Blutdrucksenkung ist Vorsicht angebracht bei gleichzeitiger Anwendung von Terazosin und Thiaziden oder anderen antihypertensiven Arzneimitteln. Soll während der Therapie mit Terazosin ein Thiazid-Diuretikum oder ein anderes antihypertensives Arzneimittel hinzugefügt werden, so muss Terazosin reduziert oder abgesetzt werden; eine erneute Dosistitration ist erforderlich. Bei Verabreichung von Terazosin zusätzlich zu anderen Antihypertensiva ist die Dosis der anderen Antihypertensiva vor Therapiebeginn zu reduzieren und nach Terazosineinstellung anzupassen.
Kombination mit Phosphodiesterase-5-Inhibitoren:
Die gleichzeitige Anwendung von Phosphodiesterase-5-Inhibitoren (z. B. Sildenafil, Tadalafil und Varden-afil) und Terazosin kann bei einigen Patienten zu einer symptomatischen Hypotonie führen. Um das Risiko für die Entwicklung einer orthostatischen Hypotonie zu vermindern, sollten die Patienten stabil auf die al-pha-Blocker Therapie eingestellt sein, wenn sie Phosphodiesterase-5-Inhibitoren anwenden.
Terazosin sollte aufgrund der vasodilatatorischen Wirkung bei folgenden kardialen Zuständen vorsichtig eingesetzt werden:
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Lungenödem durch Aorten- oder Mitralklappenstenose
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High-Output-Herzinsuffizienz
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Rechtsherzinsuffizienz durch Lungenembolie oder Pericarderguss
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Linksherzinsuffizienz mit niedrigem Füllungsdruck
Bei Patienten mit schwerer koronarer Herzkrankheit kann ein zu rascher oder zu starker Blutdruckabfall zu einer Verschlechterung der Angina pectoris-Beschwerden führen.
Vorsicht ist angebracht bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die möglicherweise den Leberstoffwechsel beeinflussen (z. B. PDE-5 hemmer, Calcium Antagonisten, Angiotensin-konvertierendes Enzym (ACE) und Cimetidin).
Harnwegserkrankungen:
Patienten mit benigner Prostatahyperplasie, die gleichzeitig eine Stauung der oberen Harnwege, einen chronischen Harnwegsinfekt oder Blasensteine aufweisen, sind nicht mit Terazosin zu behandeln.
Terazosin sollte bei Patienten mit einer Überlaufblase, Anurie oder fortgeschrittenem Nierenversagen nicht eingesetzt werden.
Terazosin darf nur bei regelmäßiger urologischer Kontrolle verwendet werden.
Leberfunktionsstörung:
Terazosin sollte bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion besonders vorsichtig eingesetzt werden. Da keine klinischen Erfahrungen bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung vorliegen, wird die Anwendung von Terazosin bei diesen Patienten nicht empfohlen.
Labortests:
Kleine, aber statistisch signifikante Abnahmen des Hämatokrits, des Hämoglobins, der weißen Blutkörper-chen, des Gesamtproteins und des Albumins wurden in kontrollierten klinischen Studien beobachtet. Diese Laborbefunde deuten auf eine mögliche Hämodilution hin. Eine bis zu 24 Monate dauernde Behandlung mit Terazosin hat keinen signifikanten Effekt auf die Prostataspezifischen Antigen (PSA)-Werte.
Unterbrechung der Verabreichung für mehrere Tage:
Wenn die Verabreichung für mehr als 2 Tage unterbrochen wurde, sollte die Therapie unter Verwendung des anfänglichen Dosierungsschemas erneut eingeleitet werden.
Kinder und Jugendliche:
Es liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Terazosin bei Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren vor.
Nierenfunktionsstörung:
Pharmakokinetische Studien zeigen, dass die empfohlene Dosierung bei Patienten mit Niereninsuffizienz nicht geändert werden muss. Es liegen keine Belege dafür vor, dass Terazosin eine Niereninsuffizienz verschlimmert.
Anwendung bei Patienten mit Grauem Star:
Bei einigen Patienten, die gleichzeitig oder bis kurz vorher mit Tamsulosin behandelt wurden, trat während Katarakt-Operationen das sog. „Intraoperative Floppy Iris Syndrome“ (IFIS, eine Variante des Syndroms der engen Pupille) auf. Diese Variante des Syndroms der kleinen Pupille ist sowohl durch eine „schlaffe“ Iris gekennzeichnet, die durch die intraoperative Strömung der Spüllösung „aufgebläht“ wird, als auch durch
eine - trotz präoperativer Gabe pupillenerweiternder Medikamente - progressive Pupillenverengung und ei-nen potentiellen Irisprolaps in Richtung der Einschnitte zur Phakoemulsifikation.
Da auch bei Anwendung anderer alpha-Blocker vereinzelt das Auftreten einer IFIS gemeldet wurde, kann ein Gruppeneffekt nicht ausgeschlossen werden. IFIS kann zu Komplikationen während der Operation führen.
Deshalb sollten Kataraktchirurgen und Augenärzte vor einer Kataraktoperation darüber informiert werden, ob die Patienten aktuell alpha-Blocker anwenden oder diese früher erhielten. Augenärzte sollten bei solchen Patienten darauf vorbereitet sein, ihr chirurgisches Vorgehen entsprechend zu modifizieren (z. B. Irishaken, Dilatator-Ringe, viskoelastische Substanzen). Das präoperative Absetzen der Alpha1-Blocker scheint keine Vorteile zu bieten.
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Folgende Wechselwirkungen dieses Arzneimittels müssen beachtet werden:
Bei Patienten, die neben Terazosin ACE-Hemmer oder Diuretika erhielten, wurde im Vergleich zu den übri-gen Patienten häufiger von Schwindel und anderen Nebenwirkungen berichtet. Daher ist bei gleichzeitiger Gabe von Arzneimitteln, die den Blutdruck beeinflussen (z. B. ACE-Hemmer, Beta-Rezeptorenblocker, Cal-ciumantagonisten, Diuretika), wegen der Gefahr eines massiven Blutdruckabfalls Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.2 "Dosierung, Art und Dauer der Anwendung” und Abschnitt 4.4 "Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung”).
Eine Kombination mit anderen Alpha-Rezeptorenblockern wird nicht empfohlen.
Die gleichzeitige Anwendung von Phosphodiesterase-5-Inhibitoren (z. B. Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil) kann bei manchen Patienten zu einer symptomatischen Hypotonie führen (siehe Abschnitt 4.4).
Schwangerschaft
Terazosin soll in der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko angewendet werden.
Erfahrungen zur Anwendung von Terazosin bei Schwangeren liegen nicht vor. Daten aus Tierstudien haben gezeigt, dass Terazosin die Dauer einer Schwangerschaft verlängern oder die Wehen hemmen kann. Terazo-sin sollte daher nicht kurz vor einer Entbindung angewendet werden.
Terazosinhydrochlorid hatte weder in Ratten noch in Kaninchen eine teratogene Wirkung, wenn es oral in Dosierungen verabreicht wurde, die um das 1330-fache bzw. um das 165-fache über der maximalen thera-peutischen Dosis beim Menschen lag. Fetale Resorption wurde bei Ratten beobachtet, denen 480 mg/kg/Tag verabreicht wurden, eine Dosis, die um das 1330-fache über der therapeutischen Dosis beim Menschen lag. Die Nachkommen von Kaninchen, die Dosen erhielten, die bis zu 165-fach größer waren als der maximale therapeutische Dosis beim Menschen, zeigten eine Erhöhung fetale Resorptionen, ein reduziertes Körperge-wicht und eine höhere Inzidenz von überzähligen Rippen. Es wird angenommen, dass diese Befunde die Folge einer maternalen Toxizität sind.
Nicht-teratogene Wirkungen
In einer peri- und postnatalen Entwicklungsstudie an Ratten wurde im Vergleich zu der Kontrollgruppe unter den Nachkommen von Ratten, denen 120 mg/kg/Tag verabreicht wurde (eine Dosis, die 300-mal größer ist als die empfohlene Höchstdosis beim Menschen) eine signifikante Zunahme von Todesfällen während der dreiwöchigen Frist nach der Geburt beobachtet.
Stillzeit
Da nicht bekannt ist, ob Terazosin in die Muttermilch übergeht, sollte Terazosin bei stillenden Frauen nur mit Vorsicht angewendet werden.
Fertilität
Es liegen keine klinischen Daten vor. Siehe Abschnitt 5.3 „Präklinische Daten zur Sicherheit“ für weitere Einzelheiten.
Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann das Reaktionsvermögen so weit verändert sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Do-siserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.
Der Patient ist darauf hinzuweisen, dass Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einem Blutdruckabfall auf-treten können und unter welchen Umständen sie bevorzugt auftreten (siehe Abschnitt 4.4 ). Innerhalb der ers-ten 12 Stunden nach Einnahme der Initialdosis und nach Dosissteigerung sollte der Patient nicht am Straßen-verkehr teilnehmen und keine gefährlichen Arbeiten ausführen.
Zu Beginn der Behandlung, bei Einnahme der nächst höheren Dosisstufe oder bei erneuter Einnahme nach kurzer Einnahmepause kann es zu übermäßigem Blutdruckabfall kommen.
Wie andere Alpha-Rezeptorenblocker kann Terazosin Synkopen verursachen. Diese treten meistens inner-halb von 30 bis 90 Minuten nach der Tabletteneinnahme auf. In klinischen Studien zum Bluthochdruck tra-ten synkopiale Episoden in einer Häufigkeit von ungefähr 1% auf. Als Ursache wurde zumeist orthostatische Dysregulation angenommen, obwohl die Synkopen gelegentlich mit einer Tachykardie mit Frequenzen von 120 bis 160 Herzschlägen pro Minute eingeleitet wurden.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
Sehr häufig (≥ 1/10) Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Sehr selten (<1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSehr selten: Thrombozytopenie
Erkrankungen des ImmunsystemsSehr selten: anaphylaktoide Reaktionen
Nicht bekannt Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut
Psychiatrische ErkrankungenHäufig: Wahrnehmungs- und Stimmungsbeeinträchtigungen Nicht bekannt: Depressionen
Erkrankungen des NervensystemsNicht bekannt: Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörung, Benommenheit
AugenerkrankungenGelegentlich: Sehstörungen (verfälschtes Farben-/Verschwommensehen) Nicht bekannt: Amblyopie
HerzerkrankungenHäufig: Brustschmerzen, Palpitationen Gelegentlich: Tachykardie
Sehr selten: Vorhofflimmern
GefäßerkrankungenHäufig: orthostatische Dysregulation, Synkope
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsHäufig: Atemnot, "verstopfte Nase", Rhinitis, Nasenbluten
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsHäufig: Übelkeit
Gelegentlich: Verstopfung, Diarrhö, Erbrechen
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesGelegentlich: Pruritus, unspezifische Hautreaktion (z. B. Urtikaria) Selten: Angioödem
Nicht bekannt: Ausschlag
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeGelegentlich: Blasenentleerungsstörungen
Nicht bekannt: Harnwegsinfektion, Harninkontinenz insbesondere bei post-menopausalen Frauen
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrueseHäufig: Potenzstörungen, abnormale Ejakulation (z. B. Hämatospermie) Gelegentlich: Priapismus, verminderte Libido
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortHäufig: Stupor, Schwächegefühl
Gelegentlich: Ödeme
UntersuchungenGelegentlich: Gewichtszunahme
Folgende Nebenwirkungen, die nicht in gesichertem kausalen Zusammenhang mit der Einnahme von Terazosin stehen, wurden in klinischen Studien oder nach der Markteinführung beobachtet: Schwellungen im Gesicht, Fieber, Bauch-, Nacken-, Rücken-, Schulterschmerzen, Gefäßerweiterung, Ar-rhythmie, Mundtrockenheit, Dyspepsie, Blähungen, Gicht, Arthralgie, Arthritis, Gelenkbeschwerden, Muskelschmerzen, Parästhesien, Ängstlichkeit, Schlaflosigkeit, Bronchitis, grippeähnliche Symptome, Pharyngitis, Sinusitis, Erkältungszeichen, Exanthem, Husten, Schwitzen, Konjunktivitis, Tinnitus, Impo-tenz, häufiger Harndrang.
Kontrollierte klinische Studien lassen das mögliche Auftreten einer Hämodilution vermuten, wodurch be-stimmte Blutbildwerte wie Hämatokrit, Hämoglobin, Leukozyten, Gesamteiweiß und Albumin erniedrigt erscheinen.
Die Behandlung mit Terazosin länger als 24 Monate hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Werte des Prostata-spezifischen Antigens (PSA).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie er-möglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehö-rige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesin-stitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.
Symptome
Eine Überdosierung von Heitrin führt in der Regel zu Hypotonie, unter Umständen verbunden mit Synko-pen.
Behandlung
Bei Hypotonie infolge einer Überdosierung sollte in erster Linie das kardiovaskuläre System stabilisiert werden. Zur Normalisierung von Blutdruck und Herzfrequenz sollte der Patient auf dem Rücken in Kopf-tieflage gebracht werden. Bei Vorliegen einer schweren Hypotonie sollten Plasmaexpander und Vasop-ressoren gegeben werden. Die Nierenfunktion sollte überwacht und, falls erforderlich, unterstützt werden. Da Terazosin im Plasma vorwiegend proteingebunden vorliegt, ist eine Dialyse als Therapiemaßnahme nicht indiziert.
Pharmakologische Eigenschaften - Heitrin® 2 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe:
Antihypertensivum, ATC-Code: C02CA Urologikum, ATC-Code: G04CA03
Terazosin ist ein postsynaptischer Alpha1-Rezeptorenblocker. Hypertonie:
Patienten mit Bluthochdruck weisen neben anderen Symptomen einen erhöhten Tonus der Gefäßmusku-
latur (Sympathikustonus) und einen erhöhten peripheren Gefäßwiderstand auf.
Der Tonus der Gefäßmuskulatur wird durch adrenerge Alpha-Rezeptoren reguliert. Periphere postsynapti-sche Alpha1-(quantitativ überwiegend) und Alpha2-Rezeptoren sind funktionell an der Konstriktion der Arteriolen beteiligt, die durch endogenes Adrenalin und Noradrenalin ausgelöst wird.
Durch selektive Alpha1-Blockade durch Terazosin wird eine Erweiterung der Arteriolen hervorgerufen, die in der Folge zu einer Abnahme des peripheren Widerstandes und zu einer Blutdrucksenkung führt. Eine Blutdrucksenkung tritt bereits innerhalb von 15 Minuten nach der Tabletteneinnahme ein.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Klinische Studien zeigten, dass die Cholesterinplasma-Konzentration im Vergleich zum Wert vor Behandlung mit Terazosin in therapeutischer Dosis um 2 - 5% sank; die Plasma-Konzentration der kombinierten LDLc + VLDLc Fraktion sank um 3 - 7%.
Der Effekt von Terazosin auf die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität ist nicht untersucht.
Absorption
Terazosin wird nach oraler Gabe schnell und fast vollständig resorbiert. Die orale Bioverfügbarkeit beträgt 78 - 96%. Durch Nahrungsaufnahme wird die Bioverfügbarkeit nicht wesentlich beeinflusst. Maximale Plasmakonzentrationen werden bereits ½ - 1½ Stunden nach oraler Einnahme erreicht.
Verteilung
Ungefähr 90 - 94% der Substanz werden an Plasmaproteine gebunden.
Biotransformation
Die Metabolisierung von Terazosin erfolgt hauptsächlich in der Leber über eine Hydrolyse der Amidbindung, eine O-Demethylierung und zu einem geringen Maße über eine Piperazinring-Spaltung und eine N-Desalkylierung. Es konnten 7 verschiedene Metaboliten nachgewiesen werden.
Elimination
Etwa 40% der verabreichten Substanzmenge werden über den Urin und 60% über die Faeces ausgeschieden. Etwa 10% des Wirkstoffs werden unverändert über den Urin, 20% über die Faeces ausgeschieden.
Die Eliminationshalbwertszeit liegt zwischen 8 - 14 Stunden. Die Elimination von Terazosin wird bei ein-geschränkter Nierenfunktion nur unwesentlich beeinträchtigt.
Dialysierbarkeit und Verhalten bei forcierter Diurese:
Aufgrund der hohen Proteinbindung von Terazosin ist keine signifikante Ausscheidung durch eine Hämo-dialyse zu erwarten. Bei funktionell anephrischen Patienten werden etwa 7 – 10% der Substanz über die Dialyse ausgeschieden.
Linearität/Nicht-Linearität
Nach oraler Verabreichung von Terazosin steigen AUC und Cmax dosisproportional über den empfohle-nen Dosisbereich (2-10 mg) an.
Pharmazeutische Angaben - Heitrin® 2 mg
Heitrin 1 mg:
Lactose; Magnesiumstearat (Ph. Eur.); Maisstärke; vorverkleisterte Stärke; Talkum.
Heitrin 2 mg:
Chinolingelb, Lactose; Magnesiumstearat (Ph. Eur.); Maisstärke; vorverkleisterte Stärke; Talkum.
Heitrin 5 mg:
Eisen(III)oxid, Lactose; Magnesiumstearat (Ph. Eur.); Maisstärke; vorverkleisterte Stärke; Talkum.
3 Jahre.
Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden.
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Durchdrückpackung aus PVC-PVDC-Verbundfolie und Aluminiumfolie Faltschachtel
Heitrin 1 mg Tabletten
Packung mit 10 Tabletten (N1) Packung mit 50 Tabletten (N2) Packung mit 100 Tabletten (N3)
Heitrin 2 mg Tabletten
Packung mit 20 Tabletten (N1) Packung mit 50 Tabletten (N2) Packung mit 100 Tabletten (N3)
Heitrin 5 mg Tabletten
Packung mit 20 Tabletten (N1) Packung mit 50 Tabletten (N2) Packung mit 100 Tabletten (N3)