Ursodesoxycholsäure Heumann 500 mg Hartkapseln
Verschreibungsinformationen
Versicherungsliste
Informationen zur Abgabe
Verschreibungseinschränkungen
Verordnungseinschränkung verschreibungspflichtiger Arzneimittel nach dieser Richtlinie. [4]
Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
Darreichungsform
Hersteller
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Fachinfo - Ursodesoxycholsäure 500 mg
Ursodesoxycholsäure Heumann ist indiziert für:
-
die Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen in der Gallenblase. Die Gallensteine dürfen auf dem Röntgenbild keine Schatten geben und sollten einen Durchmesser von weniger als 15 mm aufweisen. Die Gallenblase muss trotz der Gallensteine funktionieren.
-
die Behandlung der primär biliären Cholangitis (PBC) bei Patienten ohne dekompensierte Leberzirrhose.
Kinder und Jugendliche
Hepatobiliäre Erkrankung im Zusammenhang mit zystischer Fibrose bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis unter 18 Jahren.
Dosierung
Es bestehen keine Altersbeschränkungen für die Verwendung von Ursodesoxycholsäure Heumann bei
der Behandlung von PBC und bei der Auflösung von Röntgenstrahl-durchlässigen Gallensteinen.
In Abhängigkeit vom Körpergewicht des Patienten kann eine zusätzliche Verschreibung einer niedrigeren Stärke von 250 mg Ursodesoxycholsäure erforderlich sein, um die empfohlene Dosierung zu erreichen.
Für Patienten mit einem Gewicht von weniger als 47 kg oder für Patienten, die Ursodesoxycholsäure Heumann nicht schlucken können, sind andere Darreichungsformen mit Ursodesoxycholsäure (z. B. orale Suspension) verfügbar.
Zur Auflösung symptomatischer röntgennegativer Gallensteine mit oder ohne vorherige(r) extrakorporale(r) Stoßwellenlithotripsie
Erwachsene: Die übliche Dosis beträgt 8 – 12 mg pro kg Körpergewicht täglich und ist abends, wie folgt einzunehmen:
| Körpergewicht (kg) | Ursodesoxycholsäure Heumann 500 mg Hartkapseln | |
| Tagesdosis in mg | Tagesdosis in Kapseln | |
| Abends | Abends | |
| 50 – 62 | 500 | 1 |
| 63 – 85 | 750 | Co-Verschreibung einer 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel erforderlich |
| 86 – 120 | 1 000 | 2 |
Die Kapseln sollen unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden. Es ist darauf zu achten, dass sie regelmäßig eingenommen werden.
Die Behandlung von Gallensteinen mit Ursodesoxycholsäure erfordert eine funktionierende Gallenblase.
Die erforderliche Zeitspanne für die Auflösung von Gallensteinen beträgt im Allgemeinen 6 – 24 Monate. Wenn die Gallensteine nach 12 Monaten nicht kleiner geworden sind, sollte die Behandlung beendet werden.
Der Behandlungserfolg sollte alle 6 Monate sonographisch oder röntgenologisch überprüft werden. Bei Nachuntersuchungen sollte auch überprüft werden, ob es in der Zwischenzeit zu einer Verkalkung der Steine gekommen ist. Ist dies der Fall, sollte die Behandlung beendet werden.
Zur symptomatischen Behandlung der primär biliären Cholangitis (PBC)
Die Tagesdosis ist vom Körpergewicht abhängig und liegt zwischen 12 – 16 mg/kg Körpergewicht pro Tag.
Während der ersten 3 Monate der Behandlung sollte Ursodesoxycholsäure Heumann in über den Tag verteilten Dosen eingenommen werden. Mit Verbesserung der Leberwerte kann die Tagesdosis einmal täglich abends eingenommen werden.
| Körper- | Tages- | Ursodesoxycholsäure Heumann 500 mg Hartkapseln | |||
| gewicht (kg) | dosis (mg/kg Körper-gewicht) | Dosierung während der ersten 3 Monate | Dosierung nach den ersten3 Monaten | ||
| Morgens | Mittags | Abends | Abends(1x täglich) | ||
| 47 – 62 | 12 – 16 | Verwenden Sie eine niedrigere Stärke. | 1 + Co-Verschreibungeiner 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel erforderlich | ||
| 63 – 78 | 13 – 16 | Verwenden Sie eine niedrigereStärke. | Verwenden Sie eine niedrigereStärke. | 1 | 2 |
| 79 – 93 | 13 – 16 | Verwenden Sie eine niedrigereStärke. | 1 | 1 | 2 + Co-Verschreibungeiner 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel erforderlich |
| 94 – 109 | 14 – 16 | 1 | 1 | 1 | 3 |
| über 110 | 1 | 1 | 1 + Co-Verschreibungeiner 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel erforderlich | 3 + Co-Verschreibungeiner 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel erforderlich |
Die Kapseln sollen unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden. Es ist darauf zu achten, dass sie regelmäßig eingenommen werden.
Die Anwendung von Ursodesoxycholsäure bei PBC ist zeitlich nicht begrenzt.
In seltenen Fällen können sich die klinischen Symptome zu Beginn der Behandlung verschlechtern,
z. B. verstärkter Juckreiz. In diesem Fall sollte die Behandlung zunächst mit einer 250 mg-Kapsel täglich fortgesetzt werden. Anschließend sollte die Dosis schrittweise erhöht werden (wöchentliche Erhöhung der Tagesdosis um eine 250 mg-Kapsel), bis die im jeweiligen Dosierungsschema vorgesehene Dosierung wieder erreicht ist.
Kinder und Jugendliche
Kinder und Jugendliche mit zystischer Fibrose (von 6 bis unter 18 Jahren)
20 mg/kg/Tag in 2 – 3 getrennten Gaben, bei Bedarf ist eine Steigerung auf 30 mg/kg/Tag möglich.
| Körpergewicht (kg) | Tagesdosis (mg/kgKörpergewicht) | Ursodesoxycholsäure Heumann 500 mg Hartkapseln | ||
| Morgens | Mittags | Abends | ||
| 20 – 29 | 17 – 25 | 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel | -- | 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel |
| 30 – 39 | 19 – 25 | 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel | 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel | 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel |
| 40 – 49 | 20 – 25 | 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel | 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel | 1 |
| 50 – 59 | 21 – 25 | 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel | 1 | 1 |
| 60 – 69 | 22 – 25 | 1 | 1 | 1 |
| 70 – 79 | 22 – 25 | 1 | 1 | 1 + Co-Verschreibungeiner 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel |
| 80 – 89 | 22 – 25 | 1 | 1 + Co-Verschreibungeiner 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel | 1 + Co-Verschreibungeiner 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel |
| 90 – 99 | 23 – 25 | 1 + Co-Verschreibungeiner 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel | 1 + Co-Verschreibungeiner 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel | 1 + Co-Verschreibungeiner 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel |
| 100 – 109 | 23 – 25 | 1 + Co-Verschreibungeiner 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel | 1 + Co-Verschreibungeiner 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel | 2 |
| > 110 | 1 + Co-Verschreibungeiner 250 mg-Ursodesoxycholsäure-Kapsel | 2 | 2 |
Die Kapseln sollen unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden. Es ist darauf zu achten, dass sie regelmäßig eingenommen werden.
Für Kinder, die Ursodesoxycholsäure Heumann nicht schlucken können, sind andere Darreichungsformen mit Ursodesoxycholsäure (z. B. Suspension zum Einnehmen) verfügbar.
Art der Anwendung
Zur oralen Verabreichung
Ursodesoxycholsäure Heumann sollte nicht angewendet werden bei Patienten mit:
-
Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff, anderen Gallensäuren oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
-
akuter Entzündung der Gallenblase oder der Gallenwege
-
Verschluss der Gallenwege (Verschluss des Hauptgallengangs [Ductus choledochus] oder Gallenblasengangs [Ductus cysticus])
-
häufig auftretenden Gallenkoliken
-
röntgendichten, kalzifizierten Gallensteinen
-
eingeschränkter Kontraktionsfähigkeit der Gallenblase
Kinder und Jugendliche
Erfolglose Portoenterostomie bzw. fehlende Wiederherstellung eines normalen Gallenabflusses bei Kindern mit Gallengangatresie.
Ursodesoxycholsäure Heumann sollte nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.
Während der ersten 3 Monate der Behandlung sollten die Leberfunktionsparameter ASAT (SGOT), ALAT (SGPT) und γ-GT vom Arzt alle 4 Wochen, danach alle 3 Monate kontrolliert werden. Mit diesen Überwachungsmaßnahmen soll sichergestellt werden, dass mögliche Leberfunktionsstörungen frühzeitig erkannt werden. Dies gilt vor allem bei Patienten im fortgeschrittenen Stadium der primär biliären Cholangitis. Außerdem wird rechtzeitig erkannt, ob ein Patient mit primär biliärer Cholangitis auf die Behandlung anspricht.
Bei Anwendung zur Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen
Um den Verlauf der Behandlung einschätzen und eine Verkalkung der Gallensteine rechtzeitig erkennen zu können, sollte abhängig von der Steingröße 6 – 10 Monate nach Behandlungsbeginn eine Darstellung der Gallenblase (orale Cholezystografie) mit Übersichts- und Schlussaufnahmen im Stehen und im Liegen (Ultraschallverlaufskontrolle) durchgeführt werden.
Bei röntgenologisch nicht darstellbarer Gallenblase, kalzifizierten Gallensteinen, gestörter Kontraktionsfähigkeit der Gallenblase oder bei häufigen Gallenkoliken sollte Ursodesoxycholsäure Heumann nicht angewendet werden.
Patientinnen, die Ursodesoxycholsäure Heumann zur Auflösung von Gallensteinen einnehmen, sollten wirksame nicht-hormonelle Verhütungsmittel anwenden, da hormonhaltige Kontrazeptiva die Bildung von Gallensteinen fördern können (siehe Abschnitte 4.5 und 4.6).
Bei Anwendung zur Behandlung der primär biliären Cholangitis im Spätstadium
In sehr seltenen Fällen wurde eine Dekompensation der Leberzirrhose beobachtet, die sich nach Absetzen der Behandlung teilweise zurückbildete.
Bei Patienten mit primär biliärer Cholangitis können sich klinische Symptome (z. B. Juckreiz), in seltenen Fällen, zu Beginn der Behandlung verstärken. In diesem Fall sollte die Behandlung zunächst mit einer 250 mg-Kapsel täglich fortgesetzt und anschließend schrittweise bis zur empfohlenen täglichen Dosierung, wie in Abschnitt 4.2 beschrieben, erhöht werden.
Bei Durchfall ist die Dosis zu reduzieren, und bei anhaltendem Durchfall muss die Behandlung abgebrochen werden.
Ursodesoxycholsäure Heumann sollte nicht gleichzeitig mit Colestyramin, Colestipol oder Antazida, die Aluminiumhydroxid und/oder Smektit (Aluminiumoxid) enthalten, verabreicht werden, da diese Präparate Ursodesoxycholsäure im Darm binden und dadurch ihre Resorption und Wirksamkeit verhindern. Sollte die Einnahme eines Präparates, das einen dieser Wirkstoffe enthält, notwendig sein, muss dieses zeitversetzt, mindestens zwei Stunden vor oder nach der Einnahme von Ursodesoxycholsäure Heumann, eingenommen werden.
Ursodesoxycholsäure Heumann kann die Resorption von Ciclosporin aus dem Darm beeinträchtigen. Bei Patienten, die eine Behandlung mit Ciclosporin erhalten, sollte daher die Konzentration dieses Wirkstoffs im Blut kontrolliert werden und, wenn nötig, eine Anpassung der Ciclosporin-Dosis vorgenommen werden.
In Einzelfällen kann Ursodesoxycholsäure Heumann die Resorption von Ciprofloxacin vermindern.
Es wurde gezeigt, dass Ursodesoxycholsäure bei gesunden Probanden die Plasmaspitzenkonzentrationen Cmax und die Fläche unter der Kurve (AUC) des Calciumantagonisten Nitrendipin vermindert. Bei gleichzeitiger Anwendung von Nitrendipin und Ursodesoxycholsäure wird eine engmaschige Überwachung empfohlen. Möglicherweise ist eine Erhöhung der Nitrendipin-Dosis erforderlich. Ebenso wurde eine Verminderung des therapeutischen Effekts von Dapson berichtet. In Verbindung mit In-vitro-Daten könnten diese Beobachtungen auf eine potentielle Induktion von Cytochrom-P450 3A-Enzymen durch Ursodesoxycholsäure hinweisen. Allerdings wurde in einer gut konzipierten Wechselwirkungsstudie mit Budesonid, einem bekannten Cytochrom-P450 3A-Substrat, keine Induktion beobachtet.
Östrogene und Blutcholesterin-senkende Mittel wie Clofibrat erhöhen die hepatische Cholesterinsekretion und können so die biliäre Lithiasis fördern und dadurch der Auflösung von Gallensteinen durch Ursodesoxycholsäure entgegenwirken.
Eine klinische Studie an gesunden Probanden, die gleichzeitig Ursodesoxycholsäure (500 mg/Tag) und Rosuvastatin (20 mg/Tag) einnahmen, führte zu einem erhöhten Plasmaspiegel von Rosuvastatin. Die klinische Relevanz dieser Wechselwirkung ist, auch im Hinblick auf andere Statine, nicht bekannt.
Schwangerschaft
Es liegen keine oder nur begrenzte Daten aus der Anwendung von Ursodesoxycholsäure bei
schwangeren Frauen vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität während der frühen Trächtigkeitsphase gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Ursodesoxycholsäure Heumann darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.
Frauen im gebärfähigen Alter sollten nur dann behandelt werden, wenn sie zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden: nicht-hormonelle Empfängnisverhütungsmethoden oder orale Kontrazeptiva mit niedrigem Östrogengehalt werden empfohlen. Allerdings sollten bei Patientinnen, die Ursodesoxycholsäure Heumann für die Auflösung von Gallensteinen einnehmen, wirksame nicht-hormonelle Verhütungsmittel angewendet werden, da hormonelle orale Kontrazeptiva die Bildung von Gallensteinen fördern können. Vor Beginn der Behandlung muss das mögliche Bestehen einer Schwangerschaft ausgeschlossen werden.
Stillzeit
Laut wenigen dokumentierten Fällen stillender Frauen sind die Ursodesoxycholsäure-Spiegel in der Muttermilch sehr niedrig, sodass bei Säuglingen, die gestillt werden, wahrscheinlich keine schädlichen Reaktionen zu erwarten sind.
Fertilität
Tierexperimentelle Studien haben keinen Einfluss von Ursodesoxycholsäure auf die Fertilität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Humandaten zu den Auswirkungen einer Behandlung mit Ursodesoxycholsäure auf die Fertilität sind nicht verfügbar.
Ursodesoxycholsäure Heumann hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und während der Behandlung mit Ursodesoxycholsäure beobachtet wurden, sind in der folgenden Tabelle nach MedDRA-Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
Sehr häufig (≥ 1/10), Häufig (≥ 1/100, < 1/10), Gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), Selten (≥ 1/10 000,
< 1/1 000), Sehr selten (< 1/10 000), Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
| Systemorganklassen gemäß MedDRA | Häufig | Sehr selten | Nicht bekannt |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Breiförmiger Stuhl bzw. Durchfall | Schwere rechtsseitige Oberbauchbeschwerden bei der Behandlung derPBC | Übelkeit, Erbrechen |
| Leber- und Gallenerkrankungen | Verkalkung von Gallensteinen, Dekompensation derLeberzirrhose1 | ||
| Erkrankungen der Hautund des Unterhautgewebes | Urtikaria | Pruritus |
1 beobachtet bei der Therapie der PBC im fortgeschrittenen Krankheitsstadium, bildete sich nach Absetzen der Therapie teilweise zurück.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.
Bei einer Überdosierung kann es zu Durchfall kommen. Im Allgemeinen sind weitere Symptome einer Überdosierung unwahrscheinlich, da sich die Resorption von Ursodesoxycholsäure mit steigender Dosierung verringert, und diese daher vermehrt mit dem Stuhl ausgeschieden wird.
Es sind keine spezifischen Gegenmaßnahmen erforderlich, und Folgewirkungen von Durchfall sollten symptomatisch durch Wiederherstellung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts behandelt werden.
Zusätzliche Informationen über bestimmte Patientengruppen
Die Langzeitanwendung von hochdosierter Ursodesoxycholsäure (28 – 30 mg/kg/Tag) ging bei Patienten mit primär sklerosierender Cholangitis (off-label use) mit einer größeren Häufigkeit von schwerwiegenden Nebenwirkungen einher.
Pharmakologische Eigenschaften - Ursodesoxycholsäure 500 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Gallen- und Lebertherapie, Gallensäuren und Derivate, ATC-Code: A05AA02
Ursodesoxycholsäure ist eine hydrophile Gallensäure, die in geringen Konzentrationen in der menschlichen Galle vorkommt.
Bei Patienten mit röntgennegativen Gallensteinen erhöht der Zusatz von Ursodesoxycholsäure die Löslichkeit von Cholesterin in der Galle.
Dies wird durch eine Erhöhung sowohl der Ursodesoxycholsäure in der Galle als auch des gesamten Gallenvolumens erreicht. Darüber hinaus senkt Ursodesoxycholsäure die Resorption von Cholesterin im Darm.
Bei der Behandlung von Patienten mit primär biliärer Cholangitis wurden mehrere verschiedene Mechanismen gezeigt. Eine Änderung der Zusammensetzung der Galle mit einer Reduktion toxischer, endogener, hauptsächlich lipophiler Gallensäuren bei Erhöhung der Ursodesoxycholsäure gelten dabei als wichtigste Faktoren. Zusätzlich wird der Gallenfluss stimuliert, was zu einem schnelleren Umsatz der Gallensäuren führt. Die intestinale Post-Resorption von z. B. Cholsäure und anderen Gallensäurestoffwechselprodukten wird reduziert. In vitro hat Ursodesoxycholsäure auch eine direkte Schutzwirkung auf Hepatozyten.
Kinder und Jugendliche
Zystische Fibrose
Aus klinischen Berichten stehen Langzeiterfahrungen von 10 Jahren und mehr zur Behandlung mit Ursodesoxycholsäure bei pädiatrischen Patienten mit zystischer Fibrose im Zusammenhang mit hepatobiliären Erkrankungen (CFAHD) zur Verfügung. Es wurde nachgewiesen, dass die Behandlung mit Ursodesoxycholsäure die Gallengangsproliferation vermindern, das Fortschreiten histologischer Schäden aufhalten und sogar hepatobiliäre Veränderungen umkehren kann, wenn sie in einem frühen Stadium von CFAHD erfolgt. Die Behandlung mit Ursodesoxycholsäure sollte sofort nach der Diagnosestellung CFAHD eingeleitet werden, um ihre Wirksamkeit zu verbessern.
Oral verabreichte Ursodesoxycholsäure wird im Jejunum und oberen Teil des Ileums durch passiven, im terminalen Ileum durch aktiven Transport schnell resorbiert.
Der Resorptionsgrad ist dosisabhängig und nimmt mit zunehmender Dosierung ab. Nach der Resorption wird die Gallensäure in der Leber nahezu vollständig mit den Aminosäuren Glycin und Taurin konjugiert und anschließend mit der Galle ausgeschieden. Die First-pass-Metabolisierung in der Leber liegt im Bereich von 50 – 75 %.
In Abhängigkeit von der Tagesdosis und der Grunderkrankung bzw. dem Zustand der Leber reichert sich die hydrophilere Ursodesoxycholsäure in der Galle an. Gleichzeitig wurde eine relative Abnahme anderer, lipophilerer Gallensäuren beobachtet.
Darmbakterien bewirken den unvollständigen Abbau zu 7-Ketolithocholsäure und Lithocholsäure.
Die biologische Halbwertszeit von Ursodesoxycholsäure beträgt 3,5 bis 5,8 Tage.
Pharmazeutische Angaben - Ursodesoxycholsäure 500 mg
Kapselinhalt:
Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich] Maisstärke
Hochdisperses Siliciumdioxid
Kapselhülle:
Titandioxid (E 171) Gelatine
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Blisterpackung (PVC/Aluminium): 25, 50, 75, 100 Kapseln
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.