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Präparate
Wechselwirkungen-Liste
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Beschränkungen

Verschreibungsinformationen

Versicherungsliste

Je nach Verpackung. Weitere Informationen siehe Verpackungsangaben.

Informationen zur Abgabe

Apothekenpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

ASS TAD 100 mg protect® magensaftresistente Tabletten

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Ja

Darreichungsform

Tbl., magensaftres.

Hersteller

TAD Pharma GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.2.2019
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Fachinfo - ASS 100 mg

Anwendungsgebiete

  • instabile Angina pectoris - zusätzlich zur Standardtherapie

  • akuter Myokardinfarkt - als Teil der Stan-dardtherapie

  • Reinfarktprophylaxe

  • nach arteriellen gefäßchirurgischen oder interventionellen Eingriffen (z.B. nach ACVB, bei PTCA).

  • Vorbeugung von transitorischen ischämi-schen Attacken (TIA) und Hirninfarkten, nachdem Vorläuferstadien aufgetreten sind.

    Hinweis:

    ASS TAD 100 mg protect eignet sich auf Grund seines Wirkstoffgehaltes nicht zur Behandlung von Schmerzzuständen.

Dosierung

Dosierung

Bei instabiler Angina Pectoris

Es wird eine Tagesdosis von 1 magensaftre-sistenten Filmtablette ASS TAD 100 mg pro-tect (entsprechend 100 mg Acetylsalicylsäure pro Tag) empfohlen.

Bei akutem Myokardinfarkt

Es wird eine Tagesdosis von 1 magensaftre-sistenten Filmtablette ASS TAD 100 mg pro-tect (entsprechend 100 mg Acetylsalicylsäure pro Tag) empfohlen.

Zur Reinfarktprophylaxe

Es wird eine Tagesdosis von 3 magensaft-resistenten Filmtabletten ASS TAD 100 mg

protect (entsprechend 300 mg Acetylsalicyl-säure pro Tag) empfohlen.

Nach arteriellen gefäßchirurgischen oder in-terventionellen Eingriffen (z.B. nach ACVB, bei PTCA)

Es wird eine Tagesdosis von 1 magensaft-resistenten Filmtablette ASS TAD 100 mg protect (entsprechend 100 mg Acetylsalicyl-säure pro Tag) empfohlen.

Der günstigste Zeitpunkt für den Beginn der Behandlung mit ASS TAD 100 mg protect nach aortokoronarem Venen-Bypass (ACVB) scheint 24 Stunden nach der Opera-tion zu sein.

Zur Vorbeugung von transitorischen ischä-mischen Attacken (TIA) und Hirninfarkten, nachdem Vorläuferstadien aufgetreten sind Es wird eine Tagesdosis von 1 magensaft-resistenten Filmtablette ASS TAD 100 mg protect (entsprechend 100 mg Acetylsalicyl-säure pro Tag) empfohlen.

Art der Anwendung

Die magensaftresistenten Filmtabletten sol-len unzerkaut möglichst vor der Mahlzeit mit reichlich Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) eingenommen werden.

Zur Behandlung bei akutem Myokardinfarkt sollte die 1. Tablette zerbissen oder zerkaut werden.

ASS TAD 100 mg protect ist zur längerfris-tigen Anwendung vorgesehen. Über die Dau-er der Anwendung entscheidet der behan-delnde Arzt.

Gegenanzeigen

ASS TAD 100 mg protect darf nicht ange-wendet werden:

  • bei Überempfindlichkeit gegen den Wirk-stoff , anderen Salicylaten oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Be-standteile

  • bei Asthmaanfällen in der Vergangenheit, die durch die Verabreichung von Salicyla-ten oder Substanzen mit ähnlicher Wir-kung, insbesondere nichtsteroidalen An-tiphlogistika ausgelöst wurden

  • bei akuten gastrointestinalen Ulzera

  • bei hämorrhagischer Diathese

  • bei Leber- und Nierenversagen

  • bei schwerer nicht eingestellter Herzinsuf-fizienz

  • in Kombination mit Methotrexat in einer Dosierung von 15 mg oder mehr pro Wo-che (siehe Abschnitt 4.5)

  • im letzten Trimenon der Schwangerschaft in einer Dosierung oberhalb von 150 mg Acetylsalicylsäure/Tag (siehe Abschnitt 4.6).

Warnhinweise

Patienten mit der seltenen hereditären Galac-tose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Gluco-se-Galactose-Malabsorption sollten ASS TAD 100 mg protect nicht einnehmen.

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwa-chung ist erforderlich:

  • bei Überempfindlichkeit gegen andere Analgetika/Antiphlogistika/Antirheumatika oder gegen andere allergene Stoffe (siehe Abschnitt 4.3)

  • bei Bestehen von anderen Allergien (z.B. mit Hautreaktionen, Juckreiz, Nesselfieber)

  • bei Asthma bronchiale, Heuschnupfen, Na-senschleimhautschwellungen (Nasen-polypen) oder chronischen Atemwegser-krankungen

  • bei gleichzeitiger Therapie mit Antikoagu-lantien

  • bei gastrointestinalen Ulzera oder - Blutungen in der Anamnese

  • bei Patienten mit eingeschränkter Leber-funktion

  • bei Patienten mit eingeschränkter Nieren-funktion oder mit verminderter kardiovas-kulärer Durchblutung (z.B. renale Ge-fäßerkrankung, kongestive Herzinsuffizi-enz, Volumenverlust, größere Operationen, Sepsis oder schwere Blutungsereignisse): Acetylsalicylsäure kann das Risiko einer Nierenfunktionsstörung und eines akuten Nierenversagens weiter erhöhen

  • vor Operationen (auch bei kleineren Ein-griffen wie z.B. Zahnextraktionen): es kann zu verstärkter Blutungsneigung kommen.

  • bei Patienten mit schwerem Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel: Acetyl-salicylsäure kann eine Hämolyse oder eine hämolytische Anämie induzieren. Das Ri-siko einer Hämolyse kann durch Faktoren wie z.B. hohe Dosierung, Fieber oder akute Infektionen erhöht werden.

    Worauf müssen Sie noch achten? Acetylsalicylsäure vermindert in niedriger Dosierung die Harnsäureausscheidung. Bei entsprechend gefährdeten Patienten kann dies unter Umständen einen Gichtanfall auslösen.

    Kinder und Jugendliche

    ASS TAD 100 mg protect soll bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Erkran-kungen nur auf ärztliche Anweisung und nur dann angewendet werden, wenn andere Maßnahmen nicht wirken. Sollte es bei die-sen Erkrankungen zu lang anhaltendem Erb-rechen kommen, so kann dies ein Zeichen des Reye-Syndroms, einer sehr seltenen, aber

    Fachinformation

    ______

    ASS TAD 100 mg protect®

    lebensbedrohlichen Krankheit sein, die un-bedingt sofortiger ärztlicher Behandlung be-darf.

    Acetylsalicylsäure-haltige Arzneimittel sol-len längere Zeit oder in höheren Dosen nicht ohne Befragen des Arztes angewendet wer-den.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen-Liste
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Verstärkung der Wirkung bis hin zu erhöh-tem Nebenwirkungsrisiko:

  • Antikoagulantien/Thrombolytika: Acetyl-salicylsäure kann das Blutungsrisiko erhö-hen, wenn es vor einer Thromboly-setherapie eingenommen wurde. Daher muss bei Patienten, bei denen eine Thrombolysebehandlung durchgeführt werden soll, auf Zeichen äußerer oder inne-rer Blutungen (z.B. blaue Flecken) auf-merksam geachtet werden

  • Thrombozytenaggregationshemmer, z.B. Ticlopidin, Clopidogrel: Es kann zu einer Verlängerung der Blutungszeit kommen.

  • Andere nichtsteroidale Analgeti-ka/Antiphlogistika sowie Antirheumatika allgemein: erhöhtes Risiko für gastrointes-tinale Blutungen und Ulzera.

  • Systemische Glukokortikoide (mit Aus-nahme von Hydrocortison als Ersatzthera-pie bei Morbus Addison): erhöhtes Risiko für gastrointestinale Nebenwirkungen.

  • Alkohol: erhöhtes Risiko für gastrointesti-nale Ulzera und -Blutungen.

  • Digoxin: Erhöhung der Plasmakonzentrati-on.

  • Antidiabetika: der Blutzuckerspiegel kann sinken.

  • Methotrexat: Verminderung der Ausschei-dung und Verdrängung aus der Plasmapro-teinbindung durch Salicylate.

  • Valproinsäure: Verdrängung aus der Plas-maproteinbindung durch Salicylate.

  • Selektive-Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRIs): erhöhtes Risiko für gast-rointestinale Blutungen aufgrund synergis-tischer Effekte.

    Abschwächung der Wirkung:

  • Aldosteronantagonisten (Spironolacton und Canrenoat)

  • Schleifendiuretika (z.B. Furosemid)

  • Antihypertonika (insbesondere ACE-Hem-mer)

  • Urikosurika (z.B. Probenecid, Benzbroma-ron).

    Experimentelle Daten deuten darauf hin, dass Ibuprofen bei gleichzeitiger Anwendung mit Acetylsalicylsäure die Wirkung von niedrig-

    dosierter Acetylsalicylsäure auf die Blut-plättchen hemmen kann. Jedoch lassen sich wegen der begrenzten Datenlage sowie der Unsicherheit bei einer Extrapolation von ex vivo Daten auf die klinische Situation keine sicheren Schlussfolgerungen bezüglich der regelmäßigen Anwendung von Ibuprofen treffen. Bei gelegentlicher Anwendung von Ibuprofen ist eine klinisch relevante Wech-selwirkung nicht wahrscheinlich (siehe Ab-schnitt 5.1).

    Bei gleichzeitiger Anwendung mit Meta-mizol kann die Wirkung von niedrigdosierter Acetylsalicylsäure auf die Thrombozytenag-gregation vermindert werden. Daher sollte Metamizol mit Vorsicht angewendet werden.

    ASS TAD 100 mg protect sollte daher nicht zusammen mit einem der o.g. Stoffe ange-wendet werden, ohne dass der Arzt ausdrück-lich die Anweisung gegeben hat.

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Eine Hemmung der Prostaglandinsynthese kann die Schwangerschaft und/oder die emb-ryonale/fetale Entwicklung negativ beein-flussen.

Daten aus epidemiologischen Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten so-wie kardiale Missbildungen und Gastroschi-sis nach der Anwendung eines Prostagland-insynthesehemmers in der Frühschwanger-schaft hin. Es wird angenommen, dass das Risiko mit der Dosis und der Dauer der The-rapie steigt.

Bisherige Erfahrungen bei Schwangeren mit der Anwendung von ASS in Tagesdosen zwischen 50 und 150 mg im zweiten und dritten Trimenon haben keine Hinweise auf eine Wehenhemmung, eine erhöhte Blu-tungsneigung oder einen vorzeitigen Ver-schluss des Ductus arteriosus ergeben.

Für Tagesdosen zwischen 150 und 300 mg liegen keine Erkenntnisse vor. Analgetisch wirkende ASS-Dosierungen können bei der Einnahme im letzten Trimenon der Schwan-gerschaft durch eine Hemmung der Prostag-landinsynthese zu einer Verlängerung der Gestationsdauer, einer Wehenhemmung und ab der 28.-30. Schwangerschaftswoche zu einem vorzeitigen Verschluss des Ductus ar-teriosus führen. In diesen Dosierungen ist außerdem mit einer erhöhten Blutungs-neigung bei Mutter und Kind sowie bei einer Einnahme kurz vor der Geburt vermehrt mit intracranialen Blutungen bei Frühgeborenen zu rechnen.

1. und 2. Trimenon:

ASS TAD 100 mg protect sollte in Tages-dosen bis zu 300 mg ASS im ersten und zweiten Trimenon nur nach strenger Indika-tionsstellung verordnet werden.

3. Trimenon

Die Einnahme einer Tagesdosis von bis zu

150 mg ASS im dritten Trimenon sollte ebenfalls nur bei zwingender Indikation er-folgen. Eine Einnahme von ASS TAD 100 mg protect in Tagesdosen oberhalb von 150 mg ASS ist im letzten Trimenon kontraindi-ziert (siehe Abschnitt 4.3).

Stillzeit

Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure und seine Abbauprodukte gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über. Da nachteilige Folgen für den Säugling bisher nicht bekannt ge-worden sind, wird bei Anwendung einer Ta-gesdosis von bis zu 150 mg eine Unterbre-chung des Stillens in der Regel nicht erfor-derlich sein. Bei Einnahmen höherer Dosen (über 150 mg Tagesdosis) sollte abgestillt werden.

Fahrtüchtigkeit

Acetylsalicylsäure hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig: ≥ 1/10 Häufig: ≥ 1/100 bis < 1/10 Gelegentlich: ≥ 1/1.000 bis < 1/100 Selten: ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000 Sehr selten: <1/10.000 Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Erkrankungen des Blutes und des Lymph-systems:

Selten bis sehr selten sind auch schwerwie-gende Blutungen wie z. B. cerebrale Blutun-gen, besonders bei Patienten mit nicht einge-stelltem Bluthochdruck und/oder gleichzeiti-ger Behandlung mit Antikoagulantien berich-tet worden, die in Einzelfällen möglicher-weise lebensbedrohlich sein können.

Hämolyse und hämolytische Anämie wurden bei Patienten mit schwerem Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel berichtet.

Blutungen wie z. B. Nasenbluten, Zahn-fleischbluten, Hautblutungen oder Blutungen des Urogenitaltraktes mit einer möglichen Verlängerung der Blutungszeit (siehe Ab-

Fachinformation

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ASS TAD 100 mg protect®

schnitt 4.4). Diese Wirkung kann über 4 bis 8 Tage nach der Einnahme anhalten.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Häufig:

  • gastrointestinale Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfälle.

  • Geringfügige Blutverluste aus dem Gastrointestinaltrakt (Mikroblu-tungen).

    Gelegentlich:

  • Gastrointestinale Ulzera, die sehr selten zur Perforation führen kön-nen.

  • Gastrointestinale Blutungen.

    Nach längerer Anwendung von ASS TAD 100 mg protect kann ei-ne Eisenmangelanämie durch ver-borgene Blutverluste aus dem Gast-rointestinaltrakt auftreten.

  • Gastrointestinale Entzündungen.

    Bei Auftreten von schwarzem Stuhl oder blu-tigem Erbrechen (Zeichen einer schweren Magenblutung) ist sofort der Arzt zu benach-richtigen.

    Erkrankungen des Nervensystems: Kopfschmerzen, Schwindel, gestörtes Hör-vermögen, Ohrensausen (Tinnitus) oder men-tale Verwirrung können Anzeichen einer Überdosierung sein (siehe Abschnitt 4.9).

    Erkrankungen der Haut und des Unter-hautzellgewebes:

    Gelegentlich:

    • Hautreaktionen (sehr selten bis hin zu Erythema exsudativum multiforme).

      Erkrankungen des Immunsystems:

      Selten:

    • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, des Respirationstrakts, des Gastrointestinaltrakts und des kardiovaskulären Systems, vor allem bei Asthmatikern.

    Symptome können sein: Blut-druckabfall, Anfälle von Atem-not, Rhinitis, verstopfte Nase, anaphylaktischer Schock oder Quincke-Ödem.

    Leber- und Gallenerkrankungen: Sehr selten:

    Erhöhungen der Leberwerte.

    Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

    Sehr selten:

    Nierenfunktionsstörungen und akutes Nie-renversagen wurden berichtet.

    Stoffwechsel:

    Sehr selten:

  • Hypoglykämie.

  • Acetylsalicylsäure vermindert in niedriger Dosierung die Harnsäu-reausscheidung. Bei hierfür ge-fährdeten Patienten kann dies un-ter Umständen einen Gichtanfall auslösen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen Die Meldung des Verdachts auf Nebenwir-kungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuier-liche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medi-zinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen

Überdosierung

Unterschieden werden die chronische Über-dosierung von Acetylsalicylsäure mit über-wiegend zentralnervösen Störungen wie Be-nommenheit, Schwindel, Verwirrtheit oder Übelkeit ("Salicylismus") und die akute In-toxikation.

Im Vordergrund einer akuten Acetylsalicyl-säure-Vergiftung steht eine schwere Störung des Säure-Basen-Gleichgewichtes. Bereits im therapeutischen Dosisbereich kommt es zu einer respiratorischen Alkalose infolge ge-steigerter Atmung. Sie wird durch eine er-höhte renale Ausscheidung von Hydrogen-carbonat kompensiert, sodass der pH-Wert des Blutes normal ist. Bei toxischen Dosen reicht diese Kompensation nicht mehr aus und der pH-Wert sowie die Hydrogencarbo-natkonzentration im Blut sinken ab. Der PCO2-Wert des Plasmas kann zeitweilig normal sein. Es liegt scheinbar das Bild einer metabolischen Azidose vor. Tatsächlich aber handelt es sich um eine Kombination von re-spiratorischer und metabolischer Azidose. Die Ursachen hierfür sind:

Einschränkung der Atmung durch toxische Dosen, Anhäufung von Säure, zum Teil durch verminderte renale Ausscheidung (Schwefel- und Phosphorsäure sowie Sa-licylsäure, Milchsäure, Acetessigsäure u.a.) infolge einer Störung des Kohlenhydrat-Stoffwechsels. Hierzu tritt eine Störung des Elektrolythaushaltes auf. Es kommt zu grö-ßeren Kaliumverlusten.

Symptome der akuten Intoxikation

Die Symptome bei leichteren Graden einer akuten Vergiftung (200 - 400 µg/ml):

Neben Störungen des Säure-Basen-Gleich-

gewichtes, des Elektrolythaushaltes (z.B. Ka-liumverluste), Hypoglykämie, Hautaus-schlägen sowie gastrointestinalen Blutungen werden Hyperventilation, Ohrensausen, Übelkeit, Erbrechen, Beeinträchtigung von Sehen und Hören, Kopfschmerzen, Schwin-del, Verwirrtheitszustände beobachtet.

Bei schweren Vergiftungen (über 400 µg/ml) können Delirien, Tremor, Atemnot, Schweißausbrüche, Exsikkose, Hyperthermie und Koma auftreten.

Bei Intoxikationen mit letalem Ausgang tritt der Tod in der Regel durch Versagen der Atemfunktion ein.

Therapie der Intoxikation

Die Therapiemöglichkeiten zur Behandlung einer Acetylsalicylsäureintoxikation richten sich nach Ausmaß, Stadium und klinischen Symptomen der Intoxikation. Sie entspre-chen den üblichen Maßnahmen zur Vermin-derung der Resorption des Wirkstoffs, Kon-trolle des Wasser- und Elektrolythaushaltes sowie der gestörten Temperaturregulation und Atmung.

Im Vordergrund stehen Maßnahmen, die der Beschleunigung der Ausscheidung und der Normalisierung des Säure-Basen- und Elektrolythaushaltes dienen. Neben Infusi-onslösungen mit Natriumhydrogencarbonat und Kaliumchlorid werden auch Diuretika verabreicht. Die Reaktion des Harns soll ba-sisch sein, damit der Ionisationsgrad der Sa-licylate zu- und damit die Rückdiffusionsrate in den Tubuli abnimmt.

Eine Kontrolle der Blut-Werte (pH, PCO2, Hydrogencarbonat, Kalium u. a.) ist sehr zu empfehlen. In schweren Fällen kann eine Hämodialyse notwendig sein.

Pharmakologische Eigenschaften - ASS 100 mg

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Anti-thrombotische Mittel, Thrombo-zytenaggregationshemmer, Acetylsalicylsäu-re

ATC-Code: B01AC06

Acetylsalicylsäure hat eine irreversible thrombozytenaggregationshemmende Wir-kung. Diese Wirkung auf die Thrombozyten wird über eine Acetylierung der Cyclo-oxygenase erreicht. Dadurch wird irreversi-bel die Bildung von Thromboxan A2 (einem die Thrombozytenaggregation fördernden und vasokonstringierend wirkenden Prostag-landin) in den Thrombozyten gehemmt. Die-ser Effekt ist dauerhaft und hält gewöhnlich für die gesamte achttägige Lebensdauer eines Thrombozyten an.

Paradoxerweise hemmt die Acetylsalicyl-säure auch die Bildung von Prostacyclin (ei-

Fachinformation

______

ASS TAD 100 mg protect®

nem thrombozytenaggregationshemmenden aber vasodilatorisch wirksamen Prostaglan-din) in den Endothelzellen der Gefäßwände. Dieser Effekt ist vorübergehend.

Sobald die Acetylsalicylsäure aus dem Blut ausgewaschen ist, produzieren die kernhalti-gen Endothelzellen wieder Prostacyclin.

Infolge dessen bewirkt Acetylsalicylsäure bei einmal täglicher Gabe in niedriger Dosierung (< 300 mg /Tag) eine Blockade von Throm-boxan A2 in den Thrombozyten ohne ausge-prägte Beeinträchtigung der Prostacyclinbil-dung.

Acetylsalicylsäure gehört außerdem zur Gruppe der säurebildenden nichtsteroidalen Antiphlogistika mit analgetischen, antipyreti-schen und antiphlogistischen Eigenschaften. Ihr Wirkungsmechanismus beruht auf der ir-reversiblen Hemmung von Cyclo-oxygenase-Enzymen, die an der Prostaglandinsysthese beteiligt sind.

Acetylsalicylsäure wird in höheren oralen Dosierungen zur Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen, bei erhöhter Temperatur und zur Behandlung akuter und chronisch entzündlicher Erkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis) angewendet.

Experimentelle Daten deuten darauf hin, dass Ibuprofen bei gleichzeitiger Anwendung mit Acetylsalicylsäure die Wirkung von niedrig-dosierter Acetylsalicylsäure auf die Blut-plättchenaggregation hemmen kann. In einer Studie, in der 400 mg Ibuprofen als Einzel-dosis 8 Stunden vor bzw. 30 Minuten nach der Gabe eines schnell freisetzenden Acetyl-salicylsäure-Präparates (81 mg) eingenom-men wurde, kam es zu einer verminderten Wirkung von Acetylsalicylsäure auf die Bil-dung von Thromboxan bzw. die Blutplätt-chenaggregation. Jedoch lassen sich wegen der begrenzten Datenlage sowie der Unsi-cherheiten bei einer Extrapolation von ex vi-vo Daten auf die klinische Situation keine si-cheren Schlussfolgerungen bezüglich der re-gelmäßigen Anwendung von Ibuprofen tref-fen. Bei gelegentlicher Anwendung von Ibu-profen ist eine klinisch relevante Wechsel-wirkung nicht wahrscheinlich.

Pharmakokinetik

Acetylsalicylsäure wird vor, während und nach der Resorption in ihren aktiven Haupt-metaboliten Salicylsäure umgewandelt. Die Metaboliten werden überwiegend über die Niere ausgeschieden.

Hauptmetaboliten der Acetylsalicylsäure sind neben der Salicylsäure das Glycinkonjugat der Salicylsäure (Salicylursäure), das Ether-und das Esterglukuronid der Salicylsäure (Salicylphenolglukuronid und Salicylacetyl-glukuronid) sowie die durch Oxidation von Salicylsäure entstehende Gentisinsäure und deren Glycinkonjugat.

Die Resorption nach oraler Gabe von Acetyl-salicylsäure erfolgt, abhängig von der galeni-schen Formulierung, schnell und vollständig. Der Acetylrest der Acetylsalicylsäure wird teilweise bereits während der Passage durch die Mukosa des Gastrointestinaltraktes hyd-rolytisch gespalten.

Maximale Plasmaspiegel werden nach 10-20 Minuten (Acetylsalicylsäure) bzw. 0,3-2 Stunden (Gesamtsalicylat) erreicht.

Die Eliminationskinetik von Salicylsäure ist in starkem Maße von der Dosis abhängig, da die Metabolisierung von Salicylsäure kapa-zitätslimitiert ist (fluktuelle Eliminations-halbwertszeit zwischen 2 und 30 Stunden). Die Eliminationshalbwertszeit von Acetyl-salicylsäure beträgt nur einige Minuten, die Eliminationshalbwertszeit der Salicylsäure beträgt nach Einnahme einer Dosis von 0,5 g Acetylsalicylsäure 2 h, nach Applikation von

1 g 4 h, nach Einnahme einer Einzeldosis von 5 g verlängert sie sich auf 20 h.

Die Plasmaeiweißbindung beim Menschen ist konzentrationsabhängig; Werte von 49 % bis über 70 % (Acetylsalicylsäure) bzw. 66

% bis 98 % (Salicylsäure) wurden gefunden. Im Liquor und in der Synovialflüssigkeit ist Salicylsäure nach Einnahme von Acetylsali-cylsäure nachweisbar.

Salicylsäure ist placentagängig und geht in die Muttermilch über.

Pharmazeutische Angaben - ASS 100 mg

Liste der sonstigen Bestandteile

Sonstiger wirksamer Bestandteil: Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer (1:1) (Ph. Eur.) [Eudragit L 30 D]

Sonstige Bestandteile:

Mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Stearinsäure (Ph. Eur.), Hochdisperses Siliciumdioxid

Filmüberzug: Talkum, Triethylcitrat,

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25° C und vor Licht geschützt aufbewahren.

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/PVDC-Alu-Blisterstreifen oder Ver-bundfolienbeutel.

Packung mit 20 magensaftresistenten Filmtabletten

Packung mit 50 magensaftresistenten Filmtabletten

Packung mit 100 magensaftresistenten Filmtabletten

Anstaltspackung mit 5000 magensaftresis-tenten Filmtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Pa-ckungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

Weblinks

Packungen und Preis

ASS TAD 100 mg protect® 50 magensaftr. Tbl. N2
Preis
3,17 €
Zuzahlung
3,17 €

Versicherungsliste

AOK Bremen/Bremerhaven | AOK NordWest | AOK Rheinland-Pfalz/Saarland
ASS TAD 100 mg protect® 100 magensaftr. Tbl. N3
Preis
4,59 €
Zuzahlung
4,59 €

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AOK Bremen/Bremerhaven | AOK NordWest | AOK Rheinland-Pfalz/Saarland | IKK classic

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
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