Tobramaxin® Augensalbe
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Tobramaxin®
Bakterielle Infektionen des äußeren Auges und der vorderen Augenabschnitte durch Tobramycin-empfindliche Keime (z. B. Blepharitis, Blepharokonjunktivitis, Konjunktivitis, Keratitis).
Dosierung
Bei leichten bis mittelschweren Infektionen kann ein 1,5 cm langer Salbenstrang 2 bis 3 x täglich in den Bindehautsack des infizierten Auges appliziert werden. Bei schweren Infektionen (Pseudomonas aeruginosa) kann alle 3 bis 4 Stunden ein 1,5 cm langer Salbenstrang in das infizierte Auge einge-bracht werden.
Die Dosierung sollte jedoch reduziert werden, wenn nach dem klinischen Urteil nicht mehr mit dem Vorhandensein vermehrungsfähiger Erreger zu rechnen ist.
Ist eine Entzündung durch Keime verursacht, die auf das Präparat nicht ansprechen, so ist das Präparat abzusetzen und durch ein anderes zu ersetzen. Die Entscheidung darüber, ob eine Resistenz vorliegt oder nicht, kann nur der behandelnde Arzt treffen. Dieser muss den Krankheitsverlauf genau kontrol-lieren (in schweren Fällen täglich oder sogar halbtäglich). Hat der Arzt einen größeren Kontrollzeit-raum vereinbart und tritt während dieses Zeitraums unter der Therapie eine merkliche Verschlechte-rung ein, so ist der Arzt sofort wieder zu konsultieren. Der Patient darf bis zur Entscheidung über die weitere Behandlung nichts an der laufenden Therapie ändern.
Art der Anwendung
Nur zur Anwendung am Auge.
Verschließen des Tränenkanals oder sanftes Schließen des Augenlids nach der Anwendung wird empfohlen. Dadurch können die systemische Aufnahme und systemische Nebenwirkungen von Arzneimitteln, die über die Augen verabreicht werden, verringert werden.
Kombinationstherapie
Wird eine kombinierte Behandlung mit Augentropfen und Augensalbe durchgeführt, so werden die Augentropfen tagsüber und die Augensalbe abends vor dem Schlafengehen angewendet.
Nach 5 bis 7 Tagen ist die Infektion normalerweise abgeklungen. Die Behandlung sollte dann noch zusätzlich für 2 bis 3 Tage fortgesetzt werden. Nur in begründeten Fällen und nach Rücksprache mit einem Arzt darf die Anwendungsdauer 14 Tage überschreiten.
Um eine Verunreinigung der Augensalbe zu vermeiden, muss sorgfältig darauf geachtet werden, dass die Augenlider und die umgebenden Augenpartien oder sonstige Oberflächen nicht mit der Tubenspitze berührt werden. Die Tube ist nach Gebrauch gut zu verschließen. Die Tube darf nicht ohne Verschluss-kappe abgelegt oder aufbewahrt werden.
Als absolute Kontraindikation gilt eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Tobramycin oder ein verwandtes Aminoglykosid (selten) sowie gegen einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Be-standteile von Tobramaxin Augensalbe. Tobramycin sollte bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz und bei vorbestehender Innenohrschwerhörigkeit nur bei vitaler Indikation angewandt werden. Weitere re-lative Gegenanzeigen sind wegen der potenziellen Gefahr einer neuromuskulären Blockade neuromus-kuläre Vorerkrankungen und die gleichzeitige Verabreichung nichtdepolarisierender Muskelrelaxanzi-en.
Wegen der Gefahr der Resistenzentwicklung sollte Tobramycin in der Ophthalmologie nicht bei Bagatellerkrankungen eingesetzt werden.
Die Augensalbe ist nicht zur Injektion ins Augeninnere bestimmt.
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Bei einigen Patienten kann es zur Überempfindlichkeit gegenüber topisch verabreichten Amino-glykosiden kommen. Die Ausprägung der Überempfindlichkeitsreaktion kann von lokalen Auswir-kungen bis hin zu allgemeinen Reaktionen wie Erythema, Juckreiz, urtikariellem Hautausschlag, Anaphylaxie, anaphylaktoiden Reaktionen oder bullösen Reaktionen variieren. Wenn sich gegen dieses Arzneimittel eine Überempfindlichkeit entwickelt, sollte die Behandlung abgebrochen wer-den.
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Kreuzallergien gegenüber anderen Aminoglykosiden können auftreten. Auch sollte die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass Patienten, die gegen Tobramycin am Auge sensibilisiert sind, auf andere topische und/oder systemische Aminoglykoside sensibilisiert werden können.
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Bei Patienten unter systemischer Therapie mit Aminoglykosiden traten ernsthafte Nebenwirkungen einschließlich Neurotoxizität, Ototoxizität und Nephrotoxizität auf. Die gleichzeitige Gabe von Tobramaxin Augensalbe und systemischen Aminoglykosiden sollte unter Vorsicht erfolgen.
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Vorsicht ist geboten bei der Verschreibung von Tobramaxin Augensalbe für Patienten mit bekannten oder vermuteten neuromuskulären Erkrankungen wie Myasthenia gravis oder Parkinson. Aminoglyko-side können die Muskelschwäche verstärken aufgrund ihrer potenziellen Auswirkung auf die neuro-muskuläre Funktion.
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Wie bei anderen antibiotischen Zubereitungen kann die Langzeitanwendung von Tobramaxin Au-gensalbe zu einem erhöhten Wachstum Tobramycin-unempfindlicher Keime, einschließlich Pilzen, führen. Beim Auftreten einer Superinfektion sollte eine geeignete Therapie begonnen werden.
Hinweis für Kontaktlinsenträger:
Das Tragen von Kontaktlinsen während der Behandlung einer Augeninfektion wird nicht empfohlen. Wenn Patienten Kontaktlinsen tragen dürfen, sollten sie angewiesen werden, diese vor der Anwen-dung von Tobramaxin Augensalbe zu entfernen und frühestens 15 Minuten nach der Anwendung wieder einzusetzen.
Es wurden keine klinisch relevanten Wechselwirkungen während der topischen Anwendung am Auge beschrieben.
Die gleichzeitige Gabe anderer potenziell nephro- und ototoxischer Pharmaka sollte vermieden werden. Hierzu zählen Polymyxin B, Colistin, Cephalosporine der ersten Generation (z. B. Cefalotin), Vancomycin, Cisplatin und Etacrynsäure.
Bei gleichzeitiger Gabe von Muskelrelaxanzien ist das Risiko einer neuromuskulären Blockade zu be-achten. Durch Injektion von Calciumchlorid (Tubocurarin) kann eine solche Blockade aufgehoben werden.
Wenn mehr als ein topisches Arzneimittel am Auge angewendet wird, sollte zwischen den Anwen-dungen ein Abstand von mindestens 5 Minuten liegen. Augensalben sollten als letztes angewendet werden.
Schwangerschaft
Tobramycin ist plazentagängig, jedoch liegen fetale Konzentrationen unter den mütterlichen Serum-konzentrationen. Experimentelle Untersuchungen zeigten das potenzielle Risiko für angeborene Hör-störungen, die klinisch bisher aber nicht beobachtet wurden. Aus diesem Grund muss im 1. Trimenon der Schwangerschaft und nach Möglichkeit auch im weiteren Verlauf auf Tobramycin verzichtet wer-den.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Tobramycin nach topischer okulärer Gabe in die Muttermilch übergeht. Bei systemischer Anwendung geht Tobramycin in die Muttermilch über. Es ist unwahrscheinlich, dass die Menge an Tobramycin nach der topischen Anwendung in der Muttermilch nachweisbar ist oder klini-sche Auswirkungen auf den Säugling hat. Ein Risiko für den gestillten Säugling kann jedoch nicht aus-geschlossen werden. Daher muss eine Entscheidung getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Tobramaxin Augensalbe verzichtet werden soll bzw. die Behand-lung mit Tobramaxin Augensalbe zu unterbrechen ist. Dabei sollen sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden.
Fertilität
Zur Beurteilung der Auswirkung der topischen okulären Anwendung von Tobramaxin Augensalbe auf die Fertilität des Menschen wurden keine Studien durchgeführt.
Tobramaxin Augensalbe hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüch-tigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Vorübergehend Verschwommenes Sehen und andere Seheinschränkungen können die Fähigkeit beeinträchtigen, am Straßenverkehr teilzunehmen oder Maschinen zu bedienen. Wenn Verschwommenes Sehen oder Seheinschränkungen nach der An-wendung auftreten, dürfen Patienten nicht am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen, bis diese Beeinträchtigung abgeklungen ist.
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
In klinischen Prüfungen traten bei 1,4% und 1,2% der Patienten okuläre Hyperämie und Augenbe-schwerden als häufigste unerwünschte Reaktionen auf.
Die unten aufgeführten Nebenwirkungen sind in klinischen Studien mit Tobramaxin Augentropfen und Augensalbe aufgetreten und werden folgendermaßen definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100), selten (≥1/10.000 bis <1/1.000), sehr selten
(<1/10.000). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
| Systemorganklasse | Nebenwirkung |
| Erkrankungen des Immunsystems | Gelegentlich: Überempfindlichkeit |
| Erkrankungen des Nervensystems | Gelegentlich: KopfschmerzSehr selten: Neuropathie, Koordinationsstörungen |
| Augenerkrankungen | Häufig: Augenbeschwerden, okuläre HyperämieGelegentlich: Keratitis, Hornhautabschürfung, Sehverschlechterung, Verschwommenes Sehen, Erythem des Augenlids, Bindehautödem, Augen-lidödem, Augenschmerzen, Trockenes Auge, Augenausfluss, Augenjucken, Tränensekretion verstärkt |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes | Gelegentlich: Urtikaria, Dermatitis, Madarosis, Leukoderm, Pruritus, trockene HautSehr selten: Ekzem, Wundheilungsverzögerung |
| Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths | Sehr selten: Hörverlust nach Anwendung am Ohr |
Folgende weitere Nebenwirkungen wurden nach der Markteinführung gemeldet. Ihre Häufigkeit ist auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.
| Systemorganklasse | Nebenwirkung |
| Erkrankungen des Immunsystems | Anaphylaktische Reaktion |
| Augenerkrankungen | Augenallergie, Augenreizung, Augenlidpruritus, toxische Reaktionen an der Bindehaut oder Hornhaut, leichtes Brennen nach der Anwendung |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes | Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme, Ausschlag |
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Bei Patienten unter systemischer Tobramycintherapie traten ernsthafte Nebenwirkungen einschließ-lich Neurotoxizität, Ototoxizität und Nephrotoxizität auf (siehe Abschnitt 4.4).
Bei einigen Patienten kann es zur Überempfindlichkeit gegenüber topisch verabreichten Aminogly-kosiden kommen (siehe Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn,
Website: http://www.bfarm.de, anzuzeigen.
Aufgrund der Eigenschaften dieser Zubereitung sind bei einer Produktüberdosierung am Auge oder bei versehentlicher Einnahme des Inhalts einer Tube keine toxischen Effekte zu erwarten. Aufgrund der
begrenzten Aufnahmefähigkeit des Bindehautsackes für Ophthalmika sind Überdosierungen mit Tobramaxin Augensalbe praktisch ausgeschlossen.
Tobramycin wird oral praktisch nicht resorbiert. Aufgrund dessen sind Intoxikationserscheinungen nach versehentlicher oraler Aufnahme ebenfalls auszuschließen.
Pharmakologische Eigenschaften - Tobramaxin®
Pharmakotherapeutische Gruppe: Ophthalmologika, Antiinfektiva, ATC-Code: S01AA12
Tobramycin ist ein hochwirksames Breitband-Antibiotikum der Aminoglykosid-Klasse mit schnell einsetzender bakterizider Wirkung. Seinen Primäreffekt auf Bakterienzellen erzielt es durch Hem-mung von Aufbau und Synthese der Polypeptidkette auf dem Ribosom.
Antibakterielles Wirkspektrum
Zur Differenzierung empfindlicher von intermediär empfindlichen und intermediär empfindlicher von resistenten Organismen werden folgende MHK-Grenzkonzentrationen empfohlen: S ≤ 4 mg/ml (EUCAST), R ≥ 8 mg/ml (EUCAST).
Die Resistenzprävalenz kann für bestimmte Stämme geographisch und zeitlich variieren. Bedeutsa-me lokale Resistenzdaten sollten daher, speziell bei der Behandlung von schwerwiegenden Infektio-nen, berücksichtigt werden. Falls nötig sollte fachlicher Rat eingeholt werden, wenn die lokale Re-sistenzlage die Brauchbarkeit des Wirkstoffs zumindest bei einigen Infektionsarten fraglich erschei-nen lässt. Die vorliegende Information kann lediglich Anhaltspunkte für die Wahrscheinlichkeit ei-ner Keimempfindlichkeit gegenüber dem in Tobramaxin Augensalbe vorliegenden Tobramycin lie-fern. Hier werden nur die Bakterien-Spezies aufgeführt, die allgemein für eine Infektion des äußeren Auges wie z. B. Konjunktivitis verantwortlich sind.
Die Angabe der Grenzkonzentrationen, die Isolate als empfindlich oder resistent klassifizieren, ist insofern nützlich, als sich durch sie die klinische Wirksamkeit von systemisch verabreichten Anti-biotika abschätzen lässt. Bei topischer Gabe sehr hoher Konzentrationen eines Antibiotikums unmit-telbar am Ort der Infektion sind diese Angaben der Grenzkonzentrationen jedoch nicht länger an-wendbar. Die meisten Isolate, die im Bereich der systemischen Grenzkonzentrationen als resistent zu bezeichnen sind, können topisch sehr wohl erfolgreich behandelt werden.
In In-vitro-Studien hat sich Tobramycin als aktiv gegen die meisten Stämme der am häufigsten vor-kommenden okulären Erreger und der häufigsten Bakterien der Hautflora erwiesen. Diese Stämme sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt:
| Kategorie | Häufigkeit einer erworbenen Resistenz in Europa |
| EMPFINDLICHE SPEZIES /Aerobe Gram-positive KeimeCorynebacterium spp.Staphylococcus aureus Methicillin -Sa* Staphylococcus epidermidis Methicillin -Sa* Andere Coagulase-negative Staphylokokken | 0–3%0–3%0–28%0–40% |
| Aerobe Gram-negative KeimeAcinetobacter spp.* Citrobacter spp. | 0%0% |
| Escherichia coli* Enterobacter spp.Haemophilus influenzae* | 0%0%0% |
| Klebsiella spp. Moraxella spp.* Proteus spp.Pseudomonas aeruginosa* | 0%0%0%0% |
| MÄSSIG EMPFINDLICHE SPEZIES(in-vitro, intermediäre Empfindlichkeit)Aerobe Gram-negative Keime Serratia marcescens | 50–70%30–40% |
| INTRINSISCH RESISTENTE SPEZIESAerobe Gram-positive KeimeEnterokokkenStaphylococcus aureus Methicillin -R a Staphylococcus epidermidis Methicillin –R a Streptococcus pneumoniae*Streptococcus spp.* | |
| Aerobe Gram-negative KeimeBurkholderia cepacia Stenotrophomonas maltophilia | |
| Anaerobe KeimeObligatorisch anaerobe Bakterien | |
| AndereChlamydia spp.Mycoplasma spp.Rickettsia spp. |
aMethicillin-empfindlich (S), Methicillin-resistent (R). Der Resistenz-Phänotyp Beta-Lactam (d. h. Methicillin; Penicillin) ist nicht mit dem Aminoglycosid-Resistenzphänotyp verbunden und sind unabhängig von Virulenz-Phänotypen. Einige Methicillin-resistente (R) Stämme des S. aureus
(MRSA) sind Tobramycin-empfindlich (MHK: S < 4); umgekehrt sind einige Methicillin-empfindliche (S)
S. aureus-Stämme (MSSA) resistent gegenüber Tobramycin (MHK: S > 8).
In einigen europäischen Ländern kann bei bis zu 50% aller Staphylokokken eine Methicillin-Resistenz vorliegen.
Weitere Angaben
Die Kreuzresistenz zwischen Aminoglykosiden (z. B. Gentamycin und Tobramycin) ist auf die Spe-zifität der Enzymmodifikationen durch Adenyltransferase (ANT) und Acetyltransferase (ACC) zu-rückzuführen. Die Kreuzresistenz ist jedoch aufgrund der unterschiedlichen Spezifität der verschie-denen modifizierenden Enzyme zwischen den einzelnen Aminoglykosid-Antibiotika unterschiedlich. Häufigster Mechanismus für eine erworbene Resistenz gegen Aminoglykoside ist die antibiotische Inaktivierung durch Plasmid- und Transposon-kodierte modifizierende Enzyme.
Nach oraler Verabreichung findet keine nennenswerte intestinale Resorption statt. Die Anwendung er-folgt parenteral, lokale Anwendung ist am Auge möglich.
Nach intramuskulärer Injektion von 1 mg/kg Körpergewicht werden nach 30 bis 60 min mittlere ma-ximale Serumkonzentrationen zwischen 4 und 6 µg/ml gemessen. Intravenöse Kurzinfusion über 15 bis 30 min resultiert in vergleichbaren Konzentrationen. Maximale Serumkonzentrationen sollen bei schwe-ren gramnegativen Infektionen zwischen 5 und 10 µg/ml liegen.
Nach parenteraler Applikation penetriert Tobramycin nur unwesentlich durch die intakte Blutkam-merschranke, weshalb nur minimale Konzentrationen des Antibiotikums im Glaskörper, im Kam-merwasser und im Hornhautgewebe nachgewiesen werden.
In der Augenheilkunde ist die lokale Gabe anderen Applikationsarten überlegen. Bei tierexperimen-tellen Untersuchungen konnten nach topischer Tropfenapplikation entsprechende Wirkstoffkonzent-rationen in der Tränenflüssigkeit nachgewiesen werden. Für die Penetration des Wirkstoffes in das Augeninnere stellt das Hornhautepithel die entscheidende Diffusionsbarriere dar. Nach lokaler Ap-plikation steigen die Wirkstoffspiegel in Tränenflüssigkeit, Konjunktiva, Kornea und auch im Serum dosisabhängig. Die Wirkstoffspiegel im Kammerwasser sind nach einmaliger Applikation einer 0,3%igen Tobramycinlösung minimal, können jedoch bei Anwendung höher konzentrierter Augen-tropfen nachgewiesen werden. Nach subkonjunktivaler Tobramycinapplikation werden im Kam-merwasser nach 1 bis 2 Stunden therapeutische Titer erreicht. Dabei ist allerdings auch die systemi-sche Absorption zu berücksichtigen: Im Tierversuch werden nach einer Applikation von 20 mg Tobramycin subkonjunktival nach 30 Minuten Plasmaspiegel von 5 µg/ml erreicht. Aus Tierexperi-menten lässt sich schließen, dass insbesondere bei der experimentellen Pseudomonas-Keratitis die topische Applikation in Tropfenform der Anwendung in Salbenform oder der subkonjuktivalen bzw. intramuskulären Gabe weit überlegen ist.
Das mittlere Verteilungsvolumen von Tobramycin entspricht mit 0,22 l/kg dem Extrazellulärraum. Bei Früh- und Neugeborenen findet sich in Abhängigkeit vom Gestationsalter ein wesentlich höheres Ver-teilungsvolumen, welches mit zunehmendem Lebensalter abnimmt. Die höchsten Organkonzentratio-nen finden sich in der Niere. Durch selektive Aufnahme und/oder verzögerte Freisetzung kommt es zur Anreicherung besonders in den Tubuluszellen. Die niedrigsten Gewebekonzentrationen werden im ZNS gemessen. Der Übertritt von Tobramycin in den Liquor cerebrospinalis ist auch bei entzündeten Meningen gering. Auch in der Galle finden sich niedrige Tobramycin-Konzentrationen. Bei entzündli-chen Prozessen lassen sich nach Mehrfachapplikation therapeutisch wirksame Konzentrationen in peri-tonealen, pleuralen und synovialen Exsudaten nachweisen. Tobramycin wird nicht an Serumproteine gebunden.
Tobramycin wird ausschließlich renal durch glomeruläre Filtration in unveränderter, mikrobiologisch aktiver Form ausgeschieden. Die Halbwertszeit während der Eliminationsphase liegt bei durchschnitt-
lich 2 Stunden. Nach 8 bis 12 Stunden erfolgt verzögerte Freisetzung aus sogenannten tiefen Kompar-timenten, z. B. der Nierenrinde.
Pharmazeutische Angaben - Tobramaxin®
Nicht über 25 °C lagern. Nicht im Kühlschrank lagern.