INFECTODIARRSTOP® LGG®, Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen für Säuglinge und Kleinkinder
Verschreibungsinformationen
Versicherungsliste
Informationen zur Abgabe
Verschreibungseinschränkungen
a) ausgenommen Elektrolytpräparate zur Rehydratation bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern bis zum vollendeten 12. Lebensjahr
b) ausgenommen Escherichia coli Stamm Nissle 1917 (mind. 100.000.000 vermehrungsfähige Zellen/Dosiseinheit) bei Säuglingen und Kleinkindern zusätzlich zu Rehydratationsmaßnahmen c) ausgenommen Saccharomyzes boulardii bei Säuglingen ab dem 7. Lebensmonat, Kleinkindern und Kindern bis zum vollendeten 12. Lebensjahr zusätzlich zu Rehydratationsmaßnahmen d) ausgenommen Racecadotril bei Säuglingen ab dem 4. Lebensmonat und Kleinkindern zusätzlich zu Rehydratationsmaßnahmen e) ausgenommen Motilitätshemmer
aa) nach kolorektalen Resektionen in der po…
Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
Darreichungsform
Hersteller
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Fachinfo - INFECTODIARRSTOP®
Dosierung bei leichtem Durchfall:
Säuglinge und Kleinkinder bis 23 Monate: 1–2 Doppelkammerbeutel pro Tag Kinder ab 2 Jahre: 2–3 Doppelkammerbeutel pro Tag
Die genannte Tagesdosis in mehreren Einzelgaben über den Tag verteilt verabreichen.
Dosierung bei mittelschwerem und schwerem Durchfall:
Während der ersten 4–6 Stunden werden pro Kilogramm Körpergewicht 50–100 ml der zube-reiteten Suspension verabreicht. Dies entspricht bei einem Körpergewicht von
| 4 kg | 200–400 ml | (1–2 Doppelkammerbeutel) |
| 8 kg | 400–800 ml | (2–4 Doppelkammerbeutel) |
| 12 kg | 600–1200 ml | (3–6 Doppelkammerbeutel) |
| 16 kg und darüber | 800–1600 ml | (4–8 Doppelkammerbeutel) |
innerhalb der ersten 4–6 Stunden.
Danach wird INFECTODIARRSTOP LGG je nach weiterem Verlauf der Durchfallerkrankung dosiert. Im Allgemeinen werden pro wässrigem Durchfall ca. 10 ml pro Kilogramm Körpergewicht verabreicht. Die weitere Gabe kann auch gemäß dem Dosierungsschema für leichten Durchfall erfolgen.
Zur Wirksamkeit von INFECTODIARRSTOP LGG bei älteren Kindern (über 6 Jahre) und Erwachsenen liegen bisher nur begrenzte Erfahrungen vor.
Art der Anwendung
Den Doppelkammerbeutel entlang der vorgesehenen Linie aufschneiden und den Inhalt beider Kammern komplett in 200 ml Wasser einrühren und einnehmen. Das Pulver darf nicht in Tee, Fruchtsäften oder in heißen bzw. alkoholischen Getränken aufgelöst werden, da hierdurch die
Lebensfähigkeit der Lactobacillen bzw. die Wirksamkeit von INFECTODIARRSTOP LGG vermindert werden könnte. Bei der Zubereitung entsteht eine leicht trübe Suspension, in der kleine Schwebeteilchen vorhanden sein können.
Die Suspension sollte möglichst unmittelbar vor Gebrauch zubereitet werden. Nicht verbrauchte Suspension ist im Kühlschrank maximal 24 Stunden haltbar. Die fertig zubereitete Suspension nicht über 40 °C erwärmen.
Hinweis: INFECTODIARRSTOP LGG kann bei Kleinkindern und Säuglingen in der Trinkflasche (Sauger mit großer Öffnung verwenden) oder mit einem Löffel in kleinen Portionen verabreicht werden. Die Gabe der Suspension soll in aufrechter Haltung (sitzend oder stehend), bei Säuglingen mit leicht angehobenem Oberkörper, erfolgen.
Bei gleichzeitiger Übelkeit und/oder Erbrechen sind anfangs kleine Mengen von 5–10 ml Suspension in 5–10-minütigem Abstand zu geben und die Menge je nach Zustand zu steigern, bis die benötigte Dosis erreicht wurde.
Bei Stillkindern ist zunächst die erforderliche Menge INFECTODIARRSTOP LGG zu verabreichen und danach das Kind zu stillen, bis es gesättigt ist.
Nicht gestillten Kindern wird die vorgeschriebene Menge an INFECTODIARRSTOP LGG verabreicht. Nach den ersten 4–6 Stunden erfolgt dann der Übergang zu normaler Nahrungsaufnahme.
Dauer der Anwendung
Die Dauer der Anwendung beträgt im Normalfall 3 Tage. Wenn sich der Durchfall nach 2 Tagen Behandlung mit INFECTODIARRSTOP LGG nicht deutlich gebessert hat, muss vom Arzt über das weitere Vorgehen entschieden werden.
INFECTODIARRSTOP LGG darf nicht eingenommen werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen einen der Bestandteile.
INFECTODIARRSTOP LGG darf nicht eingenommen werden bei akuter und chronischer Niereninsuffizienz, unstillbarem Erbrechen, Bewusstseinstrübung bzw. Schock bei schwerer Dehydration oder metabolischer Alkalose.
Bei einigen Flüssigkeitsmangelzuständen ist die Behandlung mit INFECTODIARRSTOP LGG nicht angezeigt, z. B. bei akutem Darmverschluss.
Bei Durchfällen, die mit blutigem Stuhl oder Fieber einhergehen, sollte INFECTODIARRSTOP LGG nur mit besonderer Vorsicht eingenommen werden.
Patienten mit folgenden Risikofaktoren sollten das Arzneimittel wegen des bisher nicht einschätzbaren Risikos systemischer oder lokalisierter Infektionen durch die Lactobacillen (vgl. Abschnitt 4.8) nur mit besonderer Vorsicht und unter ärztlicher Beobachtung einnehmen:
-
stark gestörter Immunstatus (z. B. HIV-Infektion oder immunsuppressive Therapie)
-
lebensbedrohliche Erkrankung (z. B. Krebserkrankung oder komplizierte intensivmedizinische Krankheitsverläufe)
-
gestörte intestinale Barriere (z. B. schwere gastrointestinale Grundkrankheit, Kurzdarmsyndrom)
-
liegender Zentralvenenkatheter Säuglinge und Kleinkinder
Bei Säuglingen und Kleinkindern können Durchfälle, besonders bei gleichzeitigem unstillbarem Erbrechen, rasch zu schweren Krankheitserscheinungen (Bewusstseinstrübung, Schock) führen. Es ist daher bei der Durchfallbehandlung von Säuglingen und Kleinkindern in jedem Fall der Arzt hinzuzuziehen.
Allgemein
Als wichtigste Behandlungsmaßnahme bei Diarrhö muss vor allem bei Kindern und älteren Patienten auf den Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten geachtet werden. Daher sollte zusätzlich zu INFECTODIARRSTOP LGG ausreichend Flüssigkeit aufgenommen werden. Bei schwerer Dehydratation kann es notwendig sein, zunächst eine Rehydratationslösung parenteral zuzuführen.
Bei Patienten mit Herzinsuffizienz und erhöhtem Blutdruck ist wegen der zugeführten Volumen-und Natriummengen vor Beginn der Behandlung zu prüfen, ob die Steigerung des intra- und extravasalen Volumens toleriert werden kann.
Ein Doppelkammerbeutel enthält 4,02 mmol (oder 157,2 mg) Kalium. Dies ist zu berücksichtigen bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sowie Personen unter kontrollierter Kalium-Diät.
INFECTODIARRSTOP LGG enthält 276 mg Natrium pro Doppelkammerbeutel, entsprechend 14 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
Ein Doppelkammerbeutel INFECTODIARRSTOP LGG enthält ca. 3,1 g verwertbare Kohlenhydrate. Wegen des hohen Glucosegehalts sollte INFECTODIARRSTOP LGG von Diabetikern nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden.
Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten INFECTODIARRSTOP LGG nicht einnehmen.
Enthält Aspartam als Quelle für Phenylalanin und kann schädlich sein für Patienten mit Phenylketonurie. Zur Beurteilung der Anwendung von Aspartam bei Säuglingen unter 12 Wochen liegen weder präklinische noch klinische Daten vor.
Die Wirkung herzwirksamer Glykoside kann herabgesetzt werden. Bei Patienten unter gleichzeitiger Therapie mit Glykosiden sollte der Serumkaliumspiegel kontrolliert werden.
Die gleichzeitige Gabe von Antibiotika (z. B. Penicillin, Erythromycin) kann die Wirksamkeit von INFECTODIARRSTOP LGG herabsetzen.
Schwangerschaft
Es sind bisher keine fruchtschädigenden Wirkungen in der Schwangerschaft bekannt geworden. Die Anwendung von INFECTODIARRSTOP LGG in der Schwangerschaft ist deshalb möglich.
Stillzeit
Es sind bisher keine schädlichen Wirkungen auf den gestillten Säugling bekannt geworden. Die Anwendung von INFECTODIARRSTOP LGG in der Stillzeit ist deshalb möglich.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
-
Gelegentlich: Übelkeit und Erbrechen als Folge einer durch Kalium bedingten Magenreizung
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
-
Häufigkeit nicht bekannt: Bakteriämien und Sepsis durch Lactobacillus rhamnosus GG bei Patienten mit bestimmten Risikofaktoren (siehe Abschnitt 4.4). Organe wie Herz oder Lunge können beteiligt sein.
Erkrankungen des Immunsystems
-
Häufigkeit nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen wie allergische Exantheme und Urtikaria
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de, anzuzeigen.
Bei intakter Nierenfunktion sind Überdosierungserscheinungen nicht zu erwarten, da hier die Aufnahme extrem großer Flüssigkeitsmengen erforderlich ist. Bei nicht ausgeglichener Wasser-und Elektrolytbilanz, z. B. infolge Nierenfunktionsstörungen, sind eine Korrektur erhöhter Elektrolyte (z. B. Natrium, Kalium) und, soweit indiziert, saluretische Maßnahmen einzuleiten.
Bei Diabetes mellitus kann es durch die Einnahme von Elektrolyt-Glucose-Trinklösung zu einer Überzuckerung bis hin zu einem diabetischen Koma kommen.
Bei der versehentlichen Intoxikation mit ungelöstem Pulver oder zu hoch konzentrierten Lösungen steht der Ausgleich der hyperosmotischen Wirkung im Magen-Darm-Bereich durch die Gabe von Flüssigkeit im Vordergrund.
Pharmakologische Eigenschaften - INFECTODIARRSTOP®
Pharmakotherapeutische Gruppe: Milchsäurebildner, Kombinationen ATC-Code: A07FA51
INFECTODIARRSTOP LGG enthält eine Wirkstoffkombination aus gefriergetrockneten, lebensfähigen Lactobacillen (Lactobacillus rhamnosus GG) und einer oralen Rehydratationslösung (ORS).
Im Vordergrund jeder Therapie bei akuten Diarrhöen steht der rasche und quantitative Ersatz von Wasser und Elektrolyten. Dies leistet die in INFECTODIARRSTOP LGG enthaltene orale Rehydratationslösung. Grundlage für deren Einsatz ist die Tatsache, dass bei Durchfallerkrankungen zwar die Sekretion gestört, die Resorption aber meist nicht beeinträchtigt ist.
Die Rehydratationsbehandlung sollte deshalb so früh wie möglich begonnen werden, um die Folgen schwerer Flüssigkeitsverluste (Bewusstseinstrübung, Schock) zu vermeiden.
Bei der oralen Rehydratationslösung werden Natrium und Glucose über einen gemeinsamen Transportweg in das Zellinnere aufgenommen, was eine Wasserresorption zur Folge hat. Das
enthaltene Kalium soll durchfallbedingte Kaliumverluste ausgleichen, das Citrat einer häufig die Diarrhö begleitenden metabolischen Azidose vorbeugen. Die in INFECTODIARRSTOP LGG enthaltene Glucose-Elektrolyt-Formulierung entspricht der von der Europäischen Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung (ESPGHAN) empfohlenen Zusammensetzung.
Lactobacillus rhamnosus GG ist ein natürliches Mitglied der humanen Darmflora.
Die antidiarrhoische Wirksamkeit von Lactobacillus rhamnosus GG beruht offenbar auf seiner Fähigkeit, die Adhäsion gastrointestinaler Pathogene an der Darmschleimhaut zu unterdrücken. Direkte antimikrobielle und immunmodulatorische Effekte konnten durch in-vitro- und Tierversuche ebenfalls plausibel gemacht werden.
Beim Menschen konnten Effekte auf Faktoren der zellulären und humoralen Immunität sowie die Verringerung der Dauer der Virusausscheidung bei einer Rotavirus-Diarrhö nachgewiesen werden.
In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass die Kombination von Lactobacillus rhamnosus GG und oraler Rehydratation die Dauer der Diarrhö gegenüber einer alleinigen Anwendung von oraler Rehydratation signifikant verkürzt.
Durch Suspendierung in Wasser werden die in INFECTODIARRSTOP LGG enthaltenen Lactobacillen revitalisiert und erlangen ihre Vermehrungsfähigkeit wieder. Die Bakterien sind unempfindlich gegenüber Magen- und Gallensäure. Innerhalb von 1–2 Tagen kommt es zu einer Kolonisierung des Darmes. Nach Beendigung der Therapie ist Lactobacillus rhamnosus GG noch etwa eine Woche in den Faeces und bis zu 2 Wochen durch Colonbiopsie nachweisbar. Nach Magen- und Dünndarmpassage gelangen die Lactobacillen in das Colon, wo eine Adhäsion an Darmzellen stattfindet, ohne dass die Mucosa geschädigt wird.
Pharmazeutische Angaben - INFECTODIARRSTOP®
Pulver nicht in Tee, Fruchtsäfte oder heiße bzw. alkoholische Getränke einrühren (siehe Abschnitt 4.2). Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
INFECTODIARRSTOP LGG ist 3 Jahre haltbar.
Das Verfalldatum des Arzneimittels ist auf der Rückseite jedes Doppelkammerbeutels und auf der Faltschachtel aufgedruckt.
Das Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr angewendet werden. Nicht verbrauchte Suspension ist im Kühlschrank (2–8 °C) maximal 24 Stunden haltbar.
Bei 2–8 °C (im Kühlschrank) in der Originalpackung aufbewahren. Lagerungsbedingungen des rekonstituierten Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3
Eine Packung INFECTODIARRSTOP LGG enthält 6, 12 bzw. 5 x 6 (Klinikpackung) Doppelkammerbeutel mit je 4,65 g Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.