Tavegil® Tabletten
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Ja
Darreichungsform
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Fachinfo - Tavegil®
Chronische idiopathische Urticaria (Nesselsucht ohne erkennbare Ursache) und symptomatische Linderung von allergischer Rhinitis (saisonal oder perennial), wenn gleichzeitig eine Sedierung indiziert ist.
Dosierung
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren Morgens und abends je 1 Tablette.
In schweren Fällen können innerhalb von 24 Stunden bis zu 6 Tabletten eingenommen werden.
Die maximale Einmaldosis beträgt 2 Tabletten. Kinder von 6 bis 12 Jahren
2-mal täglich ½ Tablette, in schweren Fällen bis zu 2-mal täglich 1 Tablette.
Kinder unter 6 Jahren
Tavegil Tabletten sollten Kindern unter 6 Jahren nicht gegeben werden.
Art der Anwendung
Nicht mehr als die empfohlene Dosierung einnehmen.
Tavegil Tabletten sollten nicht länger als 14 Tage ohne Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden.
Die Tabletten werden jeweils morgens und abends stets mit Wasser vor den Mahlzeiten eingenommen.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Antihistaminika mit ähnlicher chemischer Struktur oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Patienten, die unter Porphyrie leiden, sollten Tavegil Tabletten nicht einnehmen.
Antihistaminika sollten bei Patienten mit Engwinkelglaukom, stenosierendem Magengeschwür, pyloroduodenaler Obstruktion, symptomatischer Prostatahypertrophie mit Restharnbildung oder Blasenhalsobstruktion mit Vorsicht gegeben werden.
Patienten mit Leber- und Niereninsuffizienz dürfen Tavegil Tabletten nicht anwenden, da zur Anwendung bei dieser Patientengruppe keine ausreichenden Daten vorliegen.
Darf bei Kindern unter 1 Jahr nicht angewendet werden.
Eine gleichzeitige Einnahme von Makrolid-Antibiotika (z.B. Erythromycin, Clarithromycin) oder Antimykotika vom Azol-Typ (bestimmte Mittel gegen Pilzerkrankungen) sollte unterbleiben.
Besondere Vorsicht und ggf. EKG-Kontrollen sind geboten bei Patienten mit manifesten kardialen Erkrankungen, dem angeborenen Long-QT-Syndrom und Störungen der Blutelektrolyte, da ein erhöhtes Risiko für Arrhythmien nicht auszuschließen ist.
Antihistaminika sollten bei Patienten mit Epilepsie oder in der Vergangenheit aufgetretenen Krampfanfällen mit Vorsicht gegeben werden.
Tavegil Tabletten sollten Kindern unter 6 Jahren nicht gegeben werden.
Vorsicht ist geboten bei älteren Patienten, da diese anfälliger für Nebenwirkungen wie paradoxe Erregung sein können. Der Gebrauch bei
älteren Patienten mit Verwirrtheit soll vermieden werden.
Die empfohlene Dosierung und Anwendungsdauer sollte nur nach sorgfältiger Nutzen/Risikoabwägung durch den Arzt überschritten werden.
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Tavegil Tabletten nicht einnehmen.
Die Wirkung von Analgetika, Hypnotika, Narkotika, Psychopharmaka und Alkohol kann verstärkt werden.
MAO-Hemmer verlängern und verstärken die anticholinergen Wirkungen von Antihistaminika.
Für Clemastinfumarat liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere vor. In tierexperimentellen Studien zeigte Clemastinfumarat keine teratogenen Effekte, es wurden jedoch schädliche Auswirkungen auf die postnatale Entwicklung festgestellt (siehe Abschnitt 5.3). Während der Schwangerschaft sollten Tavegil Tabletten deshalb nur nach strenger Indikationsstellung angewendet werden.
Clemastinfumarat wird in die Muttermilch ausgeschieden. Da Substanzwirkungen auf das gestillte Kind nicht auszuschließen sind, dürfen Tavegil Tabletten in der Stillzeit nur nach strenger Indikationsstellung angewendet werden.
Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100, <1/10), gelegentlich (>1/1.000, <1/100), selten (>1/10.000 bis <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb der Häufigkeiten sind die Nebenwirkungen in abnehmender Schwere aufgelistet.
| SystemorganklasseHäufigkeit | Nebenwirkung |
| Erkrankungen des ImmunsystemsSelten | Anaphylaktischer Schock, Überempfindlichkeitsreaktionen |
| Psychiatrische ErkrankungenSehr häufig | Erregungszustände vorwiegend bei Kindern |
| Erkrankungen des NervensystemsSehr häufigHäufig Gelegentlich | SedierungSchwerwiegende Somnolenz Schwindel, Kopfschmerzen |
| HerzerkrankungenSelten | Tachykardie |
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSelten | Dyspnoe |
| Erkrankungen des GastrointestinaltraktsGelegentlich | Mundtrockenheit, Übelkeit, Gastralgie, Obstipation |
| Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesGelegentlich | Hautreaktionen |
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn
Website: www.bfarm.de
anzuzeigen.
Symptome:
Intoxikationen durch Tavegil mit letalem Ausgang sind nicht bekannt geworden.
Die Symptome einer Überdosierung können von ZNS Depression bis hin zu Stimulierung reichen: Müdigkeit, Schläfrigkeit, Konfusion, Desorientierung, Krämpfe (besonders bei Kindern) können auftreten.
Folgende Symptome können ebenfalls auftreten: Tachykardie, Hypotension;
anticholinerge Symptome wie trockener Mund; lichtstarre, geweitete Pupillen, Flush, gastrointestinale Symptome; Atemdepression; Koma.
Therapie:
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Entfernung des Arzneimittels aus dem Gastrointestinaltrakt durch Anwendung medizinischer Kohle und salinischer Abführmittel.
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Falls erforderlich, könnte eine spezifische oder symptomatische Behandlung folgende Maßnahmen umfassen:
Überwachung des Herz-Kreislauf-Systems; bei anticholinergen Effekten Physostigmin; bei Krämpfen kurzwirkende Barbiturate, Benzodiazepine; Beatmung, Sauerstoff.
Pharmakologische Eigenschaften - Tavegil®
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihistaminikum (H1-Antagonist) ATC-Code: R06AA04
Clemastin ist ein H1-Rezeptor-Antagonist aus der Benzhydrylether-Gruppe. Es bewirkt eine selektive Histaminhemmung am H1-Rezeptor und eine Verminderung der Kapillarpermeabilität; die antagonistische Wirkung gegenüber 5-HT oder Acetylcholin ist nur sehr schwach ausgeprägt. Clemastin entfaltet eine starke juckreizstillende Wirkung, die rasch einsetzt und ca. 12 Stunden anhält.
Clemastin wird aus Tavegil Tabletten rasch und fast vollständig resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen werden nach 2 - 4 Stunden erreicht. Die antihistaminerge Wirkung erreicht ihr Maximum nach 5 - 7 Stunden. Die Wirkdauer beträgt 10 - 12 Stunden, in einigen Fällen sogar 24 Stunden. Die Plasmaproteinbindung erfolgt zu 95%. Die Elimination verläuft biphasisch mit Halbwertszeiten von 3,6 ± 0,9 h und 37 ± 16 h. Der Wirkstoff wird intensiv in der Leber metabolisiert. Die Metaboliten werden hauptsächlich (45 - 65%) über die Niere ausgeschieden; nur 0,1% der verabreichten Dosis wird als unveränderte Substanz renal ausgeschieden.
Geringe Mengen des Wirkstoffes können auch in die Muttermilch übertreten.
Pharmazeutische Angaben - Tavegil®
Lactose-Monohydrat Maisstärke
Talkum Povidon
Magnesiumstearat (Ph. Eur.).
PVC/PVDC-Aluminium-Blisterpackung. Originalpackung
20 Tabletten
50 Tabletten
60 Tabletten
Klinikpackung
(10 x 50 Tabletten)
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.