Medicamill Kamillenextrakt
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Medicamill
Zum Einnehmen bei krampfartigen Beschwerden und entzündlichen Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich.
Äußerlich für feuchte Umschläge, Waschungen oder Spülungen bei entzündlichen Haut- und Schleimhauterkrankungen einschließlich der Mundhöhle und des Zahnfleisches, für Sitzbäder oder Spülungen bei Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich.
Zur Inhalation bei entzündlichen Erkrankungen und Reizzuständen der Luftwege.
Der Patient wird für den Fall der Selbstmedikation in der Gebrauchsinformation angewiesen, bei Beschwerden, die länger als eine Woche dauern oder periodisch wiederkehren, bei großflächigen Entzündungen oder eitrig belegten Hautveränderungen einen Arzt aufzusuchen.
Für Umschläge, Waschungen und Spülungen: 40 ml auf 1 Liter Wasser einmal bis mehrmals täglich.
Für Teil- und Sitzbäder: 20 ml auf 1 Liter Wasser einmal bis mehrmals täglich.
Zur Mundspülung und zum Gurgeln: 5 ml auf 100 ml Wasser dreimal täglich nach dem Essen oder je nach Bedarf.
Zum Einnehmen: 5 ml auf eine Tasse (150 ml) warmes Wasser bis zu drei- bis viermal täglich einnehmen.
Zum Inhalieren: 40 ml auf 1l heißes Wasser ein- bis zweimal täglich.
Art und Dauer der Anwendung
Die Anwendungsdauer von Medicamill richtet sich nach Art, Schwere und Verlauf der Er-krankung. Prinzipiell sollte Medicamill bis zum Abklingen der Beschwerden angewendet werden. Der Patient wird für den Fall der Selbstmedikation in der Gebrauchsinformation angewiesen, hierzu die differentialdiagnostischen Angaben unter "Anwendungsgebiete" zu beachten.
Allergien gegen Kamille und andere Korbblüter.
Aufgrund des Alkoholgehaltes soll das Arzneimittel nicht bei Alkoholkranken eingesetzt werden.
In Fällen von offenen Wunden, größeren Hautverletzungen, akuten Hauterkrankungen, hohem Fieber und schweren Infektionen dürfen keine Teil- und Sitzbäder vorgenommen werden.
Kamillezubereitungen sind zur Anwendung als Darmspülung nicht geeignet. In einem Ein-zelfall kam es bei einer Gebärenden nach Anwendung von alkoholischem Kamillenauszug in einem Einlauf (mit Glycerol) zum allergischen Schock mit Todesfolge für das Neugeborene. Zur Anwendung dieses Arzneimittels in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern liegen keine ausreichenden Untersuchungen vor. Aus diesem Grund sollte Medicamill in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen sowie bei Kindern unter 12 Jahren generell bzw. ohne ärztlichen Rat nicht angewendet werden.
Während der Stillzeit sollte die Anwendung im Bereich der Brustwarzen vermieden werden. Medicamill sollte zur Vermeidung von Reizerscheinungen nicht in der Augengegend ange-wendet und nicht zur Aerosol-Inhalation verwendet werden.
Warnhinweis:
Dieses Arzneimittel enthält 2200 mg Alkohol (Ethanol) pro Einzeldosis (5 ml). Eine Einzeldosis (5 ml) dieses Arzneimittels entspricht weniger als 55 ml Bier oder 22 ml Wein.
Ein gesundheitliches Risiko besteht u. a. bei Leberkranken, Epileptikern, Schwangeren, Stillenden und Alkoholkranken. Die Wirkung anderer Arzneimittel kann beeinträchtigt oder verstärkt werden.
Eine Einzeldosis (5 ml) von Medicamill, angewendet bei einem Erwachsenen mit einem Körpergewicht von 70 kg würde einer Exposition von 31 mg Ethanol/ kg Körpergewicht entsprechen, was zu einem Anstieg der Blutalkoholkonzentration von ungefähr 5 mg/ 100 ml führen kann.
Zum Vergleich: bei einem Erwachsenen, der ein Glas Wein oder 500 ml Bier trinkt, beträgt die Blutalkoholkonzentration wahrscheinlich ungefähr 50 mg / 100 ml.
Die Anwendung zusammen mit Arzneimitteln, die z.B. Propylenglycol oder Ethanol enthalten, kann zur Akkumulation von Ethanol von Ethanol führen und Nebenwirkungen verursachen, insbesondere bei kleinen Kindern mit niedriger oder unreifer Stoffwechselkapazität.
Bei geschädigter Haut kann es ein brennendes Gefühl hervorrufen
Bei Neugeborenen (Frühgeborene und termingerecht geborene) können hohe Ethanol-Konzentrationen aufgrund signifikanter Resorption durch die unreife Haut (insbesondere unter Okklusion) schwere lokale Reaktionen und systemische Toxizität verursachen.
Bei Patienten mit einer Nierentransplantation wurden Interaktionen basierend auf CYP450-Enzymen nach peroraler Einnahme höher Dosierungen über einen längeren Zeitraum (über zwei Monate) berichtet. Bei der Anwendung auf der Haut, in der Mundhöhle, zur Inhalation oder als Badezusatz sind keine Wechselwirkungen bekannt.
Die Alkoholmenge in diesem Arzneimittel kann die Wirkung anderer Arzneimittel verändern.
Die Sicherheit von Medicamill während der Schwangerschaft und Stillzeit wurde nicht untersucht. Aufgrund mangelnder Daten wird die Einnahme während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen. Es liegen keine Daten in Bezug auf die Fertilität vor.
Im Straßenverkehr und bei der Bedienung von Maschinen kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigt werden.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: Sehr häufig (>1/10)
Häufig (>1/100 bis <1/10) Gelegentlich (>1/1.000 bis <1/100) Selten (>1/10.000 bis <1/1.000) Sehr selten (<1/10.000)
Bei Kontaktallergie gegenüber Inhaltsstoffen von Medicamill sind in sehr seltenen Fällen al-lergische Reaktionen möglich, auch Kreuzreaktionen bei Überempfindlichkeit gegen andere Korbblütler (z.B. Beifuß).
Sehr selten sind bei Anwendung von Kamillenzubereitungen schwere allergische Reaktionen vom Soforttyp (Asthma, Kreislaufkollaps, allergischer Schock) beobachtet worden.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtig-keit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall ei-ner Nebenwirkung der zuständige Bundesoberbehörde, dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.
Bei der Einnahme größerer Mengen des Arzneimittels werden bis zu 22 g Alkohol (bei Ein-nahme des gesamten Flascheninhaltes von 50 ml) aufgenommen; dies entspricht etwa 7 cl Weinbrand. Dies kann, insbesondere bei Kleinkindern, zu einer Alkoholvergiftung führen, die sich zunächst in Erregung, später in Krämpfen und Bewusstlosigkeit äußert. In diesem Fall besteht Lebensgefahr durch Atemlähmung, weshalb unverzüglich entsprechende Not-fallmaßnahmen einzuleiten sind.
Pharmakologische Eigenschaften - Medicamill
Pharmakotherapeutische Gruppe: Pflanzliches Arzneimittel bei Magen-Darm-Beschwerden, bei Entzündungen im Mund und Rachenraum, bei katarrhalischen Erkrankungen der oberen Atemwege sowie zur äußerlichen Anwendung bei entzündlichen Hautveränderungen.
ATC-Code: A01AD, D03, R02A und V82A
Pharmakologische Untersuchungen zu Medicamill liegen nicht vor. Die wichtigsten Inhalts-stoffe von Medicamill sind die hydrophilen Flavonderivate (Apigenin) und das lipophile äthe-rische Öl mit seinen, Hauptkomponenten Levomenol und Chamazulen (aus Matricin hervorgehend). Medicamill wirkt entzündungshemmend und muskulotrop spasmolytisch.
Pharmazeutische Angaben - Medicamill
Braunglasflasche mit Gießeinsatz und Meßbecher. Originalpackung mit 50 ml Flüssigkeit (N2) Originalpackung mit 100 ml Flüssigkeit (N3) Originalpackung mit 250 ml Flüssigkeit Originalpackung mit 500 ml Flüssigkeit Originalpackung mit 1000 ml Flüssigkeit
und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anfor-derungen zu entsorgen.
Die bei Pflanzenauszügen mitunter auftretenden natürlichen Ausflockungen haben keinen Einfluß auf die Wirksamkeit des Präparates.