Präparate

Ampicillin und Sulbactam IBI 2 g + 1 g Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Verschreibungsinformationen
Arzneimittel ist nicht auf der Liste.
Rezeptpflichtig
Keine Verschreibungseinschränkungen
Sonstige Informationen
Ampicillin und Sulbactam IBI 2 g + 1 g Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Gluten: Nein
Laktose: Nein
Pulver zur Herst. e. Inj.-/Inf.-Lsg.
Ibisqus GmbH
SmPC
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Anwendungsgebiete

Die Anwendung des Arzneimittels ist indi- ziert zur Behandlung folgender Infektionen, die durch Ampicillin und Sulbactam IBI- empfindliche Erreger verursacht werden und die gegen eine Ampicillin-Monotherapie resistent sind:

  • Infektionen der oberen und unteren Atemwege

  • Infektionen der Nieren und der ableiten- den oberen und unteren Harnwege

  • Infektionen des Bauchraumes

  • Infektionen der Geschlechtsorgane

  • Infektionen der Haut- und Weichteilge- webe

  • sowie zur Vorbeugung von Infektionen bei schweren Eingriffen in der Abdomi- nalchirurgie.

    Die offiziellen Richtlinien über die geeignete Anwendung antibakterieller Substanzen sollten beachtet werden.

Dosierung

Art und Dauer der Anwendung Erwachsene Patienten und Heranwachsen- de (über 40 kg)

Die empfohlene Dosis liegt in einem Bereich zwischen 3 g (Ampicillin 2 g + Sulbactam 1 g) und 12 g (Ampicillin 8 g + Sulbactam 4 g), aufgeteilt in gleich große Einzeldosen alle 8 oder 6 Stunden/Tag.

Ein 12-Stundenrhythmus kann für leichte Infektionen und ambulante Patienten in Er- wägung gezogen werden.

Die Wahl des Dosierungs- und Anwen- dungsschemas hängt von der Schwere der Infektion ab.

Schwere der Infektion Ampicillin/Sulbactam Tagesdosis i.m./i.v. (g)
Leicht 3 g (Ampicillin 2 g+ Sulbactam 1 g) (i.m.)
Mäßig Bis zu 6 g (Ampicillin 4 g+ Sulbactam 2 g) (i.m./i.v.)
Schwer Bis zu 12 g (Ampicillin 8 g+ Sulbactam 4 g) (i.m./i.v.)

Juni 2012

Kinder

Die empfohlene Dosierung für Kinder über 2 Jahren ist 150 mg/kg/Tag (entsprechend Ampicillin 100 mg/kg/Tag + Sulbactam

50 mg/kg/Tag). Die therapeutische Dosis sollte auf 3 oder 4 Gaben verteilt verabreicht werden.

Ampicillin/Sulbactam IBI soll bei Neugebo- renen sowie bei Säuglingen und Kleinkin- dern unter 2 Jahren nicht intramuskulär an- gewendet werden. Ampicillin und Sulbactam IBI darf ausschließlich intravenös unter den folgenden Voraussetzungen angewendet werden:

Für Neugeborene ab der 2. Lebenswoche, Säuglinge und Kleinkinder bis 2 Jahre ist die empfohlene Dosis 150 mg/kg/Tag (entspre- chend Ampicillin 100 mg/kg/Tag + Sulbac- tam 50 mg/kg/Tag). Die therapeutische Do- sis sollte auf 3 oder 4 Gaben verteilt ver- abreicht werden.

Für Neugeborene in der 1. Lebenswoche beträgt die empfohlene Dosis 75 mg/kg/ Tag (das entspricht Ampicillin 50 mg/kg/ Tag und Sulbactam 25 mg/kg/Tag). Die the- rapeutische Dosis sollte in 2 Einzeldosen verabreicht werden.

Für Frühgeburten beträgt die empfohlene Dosis in den ersten 4 – 6 Lebenswochen 75 mg/kg/Tag (das entspricht Ampicillin 50 mg/kg/Tag und Sulbactam 25 mg/kg/ Tag). Die therapeutische Dosis sollte in 2 Einzeldosen verabreicht werden.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunk- tion:

Bei Patienten mit stark eingeschränkten Nie- renfunktionen sollte die Dosis von Ampicillin und Sulbactam überwacht werden und ent- sprechend der nachfolgenden Tabelle weni- ger häufig erfolgen.

Kreatinin-Clearance (ml/min) Empfohlenes Dosisintervall
≥ 30 6 – 8 h
15 – 29 12 h
5– 14 24 h
<5 48 h

Dialysepatienten:

Ampicillin und Sulbactam werden beide gleichermaßen durch eine Hämodialyse-Be- handlung aus dem Blut eliminiert. Daher sollte die Verabreichung von Ampicillin und Sulbactam IBI unmittelbar im Anschluss an die Dialyse erfolgen und dann in Intervallen von 48 Stunden bis zur nächsten Dialyse.

Perioperative Prophylaxe von schweren intra-abdominalen Infektionen an der Stelle des chirurgischen Eingriffs

Zur Prophylaxe von Infektionen auf Grund von chirurgischen Eingriffen sollten 1,5 (Am- picillin 1 g + Sulbactam 0,5 g) bis 3 g (Am- picillin 2 g + Sulbactam 1 g) Ampicillin und Sulbactam IBI bei der Induktion der Anäs- thesie, und dann alle 6 bis 8 Stunden ver- abreicht werden.

Die Verabreichung von Ampicillin/Sulbac- tam endet grundsätzlich 24 Stunden nach dem chirurgischen Eingriff, außer wenn eine Therapie angezeigt ist.

Dosierung während einer Schwangerschaft: Es ist darauf zu achten, dass die Dosis von Ampicillin im Blutplasma von Schwangeren bis zu 50% abnimmt.

Dauer der Anwendung

Die Behandlung wird üblicherweise bis 48 Stunden nach Abklingen des Fiebers und anderer Krankheitssymptome fortge- führt. Üblicherweise dauert eine Behandlung 5 bis 14 Tage, im Falle sehr schwerer Infek- tionen sollte sie jedoch fortgeführt werden bzw. eine zusätzliche Dosis Ampicillin ver- abreicht werden. Die Gesamtdosis von Sul- bactam darf 4 g pro Tag nicht überschreiten. Bei der Behandlung von Infektionen mit beta-hämolytischen Streptokokken ist eine Therapie von mindestens 10 Tagen ange- zeigt, um spätere Komplikationen zu vermei- den (z.B. rheumatisches Fieber, Glomerulo- nephritis).

Anwendung

Die Kombination aus Sulbactam und Ampi- cillin kann entweder intravenös oder intra- muskulär verabreicht werden.

Aminoglykoside werden in vitro von Ampi- cillin inaktiviert: Daher muss die Mischung von Aminoglykosiden mit Ampicillin und Sulbactam in der Applikationslösung ver- mieden werden. Zwischen den separaten Anwendungen sollte ein Zeitabstand von einer Stunde liegen. Auch die Injektions- stelle für Aminoglykoside sollte eine andere sein, als die von Ampicillin und Sulbactam IBI.

Die folgenden Arzneimittel sollten separat verabreicht werden, da zu diesen Inkompa- tibilitäten bestehen:

Metronidazol, Tetracyklinderivate, Thiopen- tal-Natrium, Prednisolon, Procain 2%, Suxa- methioniumchlorid und Noradrenalin.

Intravenöse Anwendung

Ampicillin und Sulbactam können mit Was- ser für Injektionszwecke oder mit kompati- blen Lösungsmitteln gelöst werden. Ampicil- lin und Sulbactam können entweder mittels intravenöser Bolus-Injektion über mindes- tens 3 Minuten oder über eine intravenöse Infusion in 15 – 30 Minuten verabreicht wer- den (siehe Abschnitt 6.6).

Intramuskuläre Anwendung

Das trockene, sterile Pulver kann in Wasser für Injektionszwecke oder in Lidocainhydro- chlorid 5 mg/ml (0,5%) Lösung zubereitet werden (siehe Abschnitt 6.6). Ampicillin und Sulbactam sollten durch eine tiefe intra- muskuläre Injektion verabreicht werden (für Gegenanzeigen siehe Abschnitt 4.3.)

Gegenanzeigen
  • Überempfindlichkeit gegenüber Ampicil- lin, Sulbactam, jeglichem Penicillin oder einen der sonstigen Bestandteile.

  • Infektionen verursacht durch Herpesvi- ren, bei infektiöser Mononukleose und lymphatischer Leukämie.

  • Ampicillin und Sulbactam IBI darf Früh- geburten und Neugeborenen, Säuglin- gen und Kleinkindern unter 2 Jahren nicht intramuskulär verabreicht werden.

  • Ampicillin und Sulbactam IBI ist während der Schwangerschaft und Stillzeit mit Lidocain zur intramuskulären Injektion kontraindiziert (siehe 4.6)

Warnhinweise

Es wurde von schweren und zeitweise von tödlichen anaphylaktischen Reaktionen bei

Patienten berichtet, die mit Penicillinen be- handelt wurden. Diese Reaktionen treten bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Peni- cillin und/oder Allergen-Überempfindlichkeit auf.

Es gibt Berichte von Patienten mit einer positiven Anamnese für Penicillin-Überemp- findlichkeit, die schwere Reaktionen nach der Behandlung mit Cephalosporinen zeig- ten. Vor der Behandlung mit einem Penicillin sollte eine sorgfältige Befragung bezüglich früherer Überempfindlichkeitsreaktionen auf Penicilline, Cephalosporine und andere Arz- neimittel durchgeführt werden.

Wenn eine allergische Reaktion auftritt, muss die Behandlung abgebrochen und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.

Schwere anaphylaktische Reaktionen be- dürfen einer Notfallbehandlung mit Adrena- lin. Falls erforderlich, sollten Sauerstoff und intravenöse Steroide gegeben werden so- wie ein Atemwegsmanagement, inklusive Intubation, angewendet werden.

Da Mononukleose eine virale Erkrankung ist, sollten Antibiotika aus der Klasse der Ampi- cilline nicht an Patienten, die an dieser Krankheit leiden, verabreicht werden.

Bei einem sehr hohen Prozentsatz von Pa- tienten, die an Mononukleose leiden, tritt ein Hautausschlag auf, wenn sie mit Penicillinen behandelt werden.

Wie bei vielen Antibiotika sollte auf die Möglichkeit von Superinfektionen durch re- sistente Organismen, inklusive Myceten, während der Therapie geachtet werden. Falls Superinfektionen auftreten, ist die Be- handlung mit dem Arzneimittel einzustellen und die erforderliche Therapie einzuleiten. Wie bei anderen systemisch wirkenden Me- dikamenten sind im Falle einer Langzeitbe- handlung (länger als ein bis zwei Wochen) die Hauptsysteme und Organe, wie Leber- und Nierenfunktion und das hämatopoeti- sche System zu überwachen.

Diese Überwachung ist bei Neugeborenen, speziell bei Frühgeburten, und bei den üb- rigen pädiatrischen Patienten sehr wichtig. Bei Patienten mit beeinträchtigter Nieren- funktion ist die Eliminationskinetik von Am- picillin und Sulbactam in gleicher Weise betroffen, was das Verhältnis ihrer Plasma- spiegel konstant bleiben lässt.

Die Dosierung muss bei solchen Patienten überwacht werden und die Verabreichung sollte gemäß der normalen Praxis für Ampi- cillin weniger häufig erfolgen.

Bei der Behandlung von Patienten, die nur eine begrenzte Menge Natrium einnehmen dürfen, sollte darauf geachtet werden, dass eine Packung Ampicillin 2 g und Sulbactam 1 g ungefähr 230 mg (10 mmol) Natrium ent- hält. Im Falle von schwerer anhaltender Diarrhöe muss an die Möglichkeit einer pseudomembranösen Colitis gedacht wer- den, und falls diese nicht widerlegt wird, muss die Therapie abgebrochen und ge- eignete Schritte eingeleitet werden. In sol- chen Fällen ist der Einsatz von antiperistal- tisch wirkenden Mitteln kontraindiziert.

Bei Neugeborenen ist die Halbwertszeit der beiden Wirkstoffe verlängert. Sie beträgt etwa 9,4 Stunden für Ampicillin und 7,9 Stun- den für Sulbactam. Bei diesen Patienten sollte die therapeutische Dosis in zwei Ein-

zelgaben entsprechend der üblichen Praxis für Ampicillin verabreicht werden.

Ampicillin behindert die Fermentation von Kohlehydraten im Dickdarm, was bei einer Diät mit hohem Anteil an unverdaubaren Kohlehydraten das Risiko einer mit Antibio- tika-assoziierten Diarrhöe erhöht. Befragen Sie einen Gesundheitsexperten, um mehr über Quellen unverdaulicher Kohlehydrate zu erfahren.

Wechselwirkungen

Acetylsalicylsäure, Indometacin und Phenyl- butazon reduzieren die Ausscheidung von Penicillinen.

Allopurinol

Die Häufigkeit von Ausschlägen verursacht durch Ampicillin nimmt bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol und Ampicillin zu. Es ist nicht bekannt, ob die Potenzierung der Ampicillin-Ausschläge auf das Allopurinol oder auf die Hyperurikämie dieser Patienten zurückzuführen ist.

Orale hormonale Kontrazeptiva

Die gleichzeitige Anwendung von Aminope- nicillinen und oralen Kontrazeptiva wurde mit der Möglichkeit verringerter Plasmaspiegel an Östrogenen und Progesteron und damit mit einer Reduktion der Wirksamkeit hormo- naler Kontrazeptiva in Zusammenhang ge- bracht. Patienten sollten dahingehend infor- miert werden, zusätzliche nichthormonelle Kontrazeptiva zu verwenden.

Methotrexat

Die gleichzeitige Anwendung mit Methotre- xat kann die renale Clearance von Metho- trexat verringern und damit zu einer erhöhten Toxizität von Methotrexat führen. Serumkon- zentrationen von Methotrexat sollten eng überwacht werden.

Andere Antibiotika und Chemotherapeutika Aminopenicilline sollten nicht gemeinsam mit bakteriostatischen Antibiotika verwendet werden. Es besteht die Möglichkeit, dass die gleichzeitige Gabe von Makroliden, Tetra- cyclinen, Sulfonamiden oder Chlorampheni- col der antibakteriellen Wirkung von Amoxi- cillin entgegen wirkt.

Aminglykoside werden in vitro von Ampicillin inaktiviert: Daher muss die Vermischung von Aminglykosiden mit Ampicillin und Sulbac- tam in der Infusionslösung vermieden wer- den.

Antikoagulantien

Bei gleichzeitiger Verwendung von Couma- rin-Antikoagulantien, wie Warfarin, kann die Wirkung von Antikoagulantien zunehmen. Veränderungen der Thrombozytenaggrega- tion und eine Verlängerung der Prothrom- binzeiten wurden beobachtet.

Probenecid

Probenecid vermindert die tubuläre Sekre- tion von Ampicillin und Sulbactam in der Niere: Die gleichzeitige Verwendung kann daher zu erhöhten und verlängerten Serum- konzentrationen von Ampicillin und Sulbac- tam führen.

Einfluss auf Labortests

Eine hohe Konzentration von Ampicillin im Urin kann zu falsch positiven Werten von

Glykosurie, besonders bei der Verwendung von ClinitestTM, Benedict’s Lösung oder Feh- ling Lösung führen. Der Einsatz von Gluko- setests basierend auf enzymatischen Glu- kose-Oxidase-Reaktionen (ClinistixTM oder TestapeTM) wird daher empfohlen.

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Die Daten von einer begrenzten Anzahl schwangerer Frauen zeigen keine negativen Auswirkungen von Ampicillin und Sulbac- tam auf die Schwangerschaft oder die Ge- sundheit des Fötus/Neugeborenen. Es feh- len jedoch Daten über das erste Schwan- gerschaftstrimester. In Tierversuchen mit Ampicillin und Sulbactam wurde keine Te- ratogenität beobachtet (siehe Abschnitt 5.3). Ampicillin und Sulbactam IBI sollten wäh- rend der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden, wenn nicht unbedingt erforderlich.

Stillzeit

Ampicillin und Sulbactam werden in die Muttermilch abgegeben. Obwohl die Aus- scheidung beider Wirkstoffe gering ist, könnten Durchfall und Pilzinfektionen der Schleimhäute und allergische Sensibilisie- rung bei den gestillten Kindern auftreten. Die Entscheidung, ob das Stillen oder die The- rapie mit Ampicillin und Sulbactam IBI fort- gesetzt oder unterbrochen wird, sollte unter Einbeziehung des Nutzens des Stillens für das Kind und des Nutzens der Behandlung mit Ampicillin und Sulbactam IBI für die Mutter erfolgen.

Anwendungsinformationen für das Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung – in- tramuskuläre Anwendung

Ampicillin und Sulbactam mit Lidocain ist während der Schwangerschaft kontraindi- ziert. Es sind keine Daten über schwangere Frauen und kontrollierte klinische Studien verfügbar. Daten aus Tierversuchen zeigen keine negativen Auswirkungen auf die Re- produktion. Im Tierversuch zeigte die Be- handlung mit Lidocain neurologische Ver- haltensänderungen, aber es wurden keine embryotoxischen oder teratogenen Effekte beobachtet. Lidocain wird in kleinen Mengen in die Muttermilch aufgenommen. Ampicillin und Sulbactam mit Lidocain ist während des Stillens kontraindiziert.

Fahrtüchtigkeit

Ampicillin und Sulbactam haben keinen Ein- fluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen, dennoch gibt es Berichte über unerwünschte Wirkungen (sie- he Abschnitt 4.8), und daher sollten Patien- ten wissen, wie sie auf Ampicillin und Sul- bactam reagieren, bevor sie ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen.

Diese Effekte können durch Alkohol ver- stärkt werden.

Nebenwirkungen

Sehr häufig (>1/10)

Häufig (>1/100, <1/10) Gelegentlich (>1/1000, <1/100) Selten (>1/10.000, <1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Allgemeine Erkrankungen und Beschwer- den am Verabreichungsort

Sehr häufig: Schmerz an der Einstichstelle bei intramuskulärer Anwendung.

Häufig: Schmerz an der Einstichstelle bei intravenöser Anwendung, Phlebitis nach in- travenöser Anwendung, Diarrhöe.

Erkrankungen der Haut und des Unterhaut- gewebes:

Gelegentlich: Hautausschläge, Pruritus und andere Hautreaktionen.

Der typische, masernartige Ampicillin-Aus- schlag (Exanthem in Zusammenhang mit Ampicillin), welcher 5 – 11 Tage nach Beginn der Behandlung auftritt, schließt nicht not- wendigerweise die Nachbehandlung mit Pe- nicillin (Derivaten) aus.

Erkrankungen des Nervensystems Gelegentlich: Schwindel und Kopfschmer- zen.

Neurotoxische Reaktionen (Krämpfe) bei Fällen von Meningitis oder Epilepsie, insbe- sondere nach der Verabreichung von hohen Dosen und bei eingeschränkter Nierenfunk- tion.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege Selten: Interstitielle Nephritis; Kristallurie bei hoher intravenöser Dosierung.

Erkrankungen desBlutesund des Lymph- systems

Sehr selten: Veränderungen des Blutbildes wie reversible Anämie, hämolytische An- ämie, Leukopenie, Eosinophilie, Thrombozy- topenie. Einschränkung der Blutgerinnung.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten: Vorübergehende und reversible Zunahme von Transaminasen (SGOT [ALT], SGPT [AST], Bilirubinämie, abweichende Le- berfunktionstests, Gelbsucht.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Kno- chenerkrankungen

Sehr selten: Vorübergehende und geringe Zunahme der Kreatinphosphokinase (CPK).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Übelkeit, Erbrechen, Meteorismen und Diar- rhöe könnten auftreten. Bei schweren und anhaltenden Durchfällen ist an die Möglich- keit einer mit der Gabe von Antibiotika in Zusammenhang stehenden pseudomem- branösen Colitis zu denken, die lebensbe- drohlich sein kann. In diesen Fällen ist die Behandlung mit Ampicillin/Sulbactam sofort abzubrechen und eine geeignete Therapie (z. B. 4-mal täglich Vancomycin 250 mg, oral) einzuleiten. Peristaltikhemmende Medika- mente sind kontraindiziert.

Überempfindlichkeitsreaktionen Überempfindlichkeitsreaktionen wie Urtika- ria, Fieber, makulopapilläre Eruptionen sind möglich. Wenn derartige Reaktionen auftre- ten, ist die Behandlung einzustellen und ein Arzt zu konsultieren.

Eine Sofortreaktion in Form von Urtikaria weist generell auf eine echte Penicillin-Aller- gie hin und erfordert einen Abbruch der Behandlung.

Juni 2012

Folgende schwere Überempfindlichkeitsre- aktionen können auftreten: Gesichtsödeme, Anschwellen der Zunge, Anschwellen des Kehlkopfs mit einer Einengung der Atem- wege, schwere Hautreaktionen wie Erythe- ma exsudativum multiforme, Stevens-John- son-Syndrom oder toxische epidermale Ne-

krolyse (Lyell-Syndrom), Tachykardie, Dys- pnoe, Arzneimittelfieber, Eosinophilie, Se- rumkrankheit, hämolytische Anämie, allergi- sche Vaskulitis und Nephritis, Hypotonie, anaphylaktoide Reaktion, anaphylaktischer Schock.

Das Auftreten dieser Symptome macht die sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.

Hautpilzerkrankungen und Penicilline kön- nen gemeinsame Antigeneigenschaften auf- weisen, so dass allergische Reaktionen, wie sie nach einem zweiten Kontakt auftreten, bei Personen, die an einer Pilzinfektion der Haut leiden oder litten, bereits bei der ersten Verabreichung auftreten können.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwer- den am Verabreichungsort

Selten: Als primäre Nebenwirkung wurde, wie bei anderen parenteral verabreichten Antibiotika, besonders bei intramuskulärer Anwendung über Schmerz an der Einstich- stelle berichtet.

Bei einigen Patienten kann eine Phlebitis oder Reaktionen an der Einstichstelle auf- treten.

Asthenie, Schläfrigkeit.

Nebenwirkungen, die normalerweise mit der Verabreichung von Ampicillin in Zusammen- hang stehen, können gelegentlich auch bei der Verabreichung von Ampicillin/Sulbac- tam auftreten. Weitere Nebenwirkungen, die in seltenen Fällen für Ampicillin beschrie- ben wurden, können beim Einsatz von Am- picillin/Sulbactam nicht völlig ausgeschlos- sen werden, wie Arthralgie, Stomatitis, Schwarzfärbung der Zunge, Agranulozytose, hereditäres angioneurotisches Ödem, exfo- liative Dermatitis und Erythema multiforme sowie das Auftreten eines anaphylaktischen Schocks bei Penicillin-Allergie.

Überdosierung

Notfallbehandlung, Symptome und Therapie Die Symptome einer Überdosierung glei- chen jenen, die bei den Nebenwirkungen für Ampicillin und Sulbactam IBI beschrie- ben wurden (siehe Abschnitt 4.8).

Diese Reaktionen können in einigen Fällen in schwererer Form auftreten. Sehr hohe Dosen von Betalaktam-Antibiotika können zerebrale (epileptische) Anfälle auslösen. In diesem Fall soll die Entfernung von Ampicil- lin/Sulbactam durch Hämodialyse be- schleunigt werden.

Ein anaphylaktischer Schock, der zwar sel- ten, aber immer in akuter Form auftritt, ist nicht als eine Vergiftung anzusehen.

Therapie

Die Verabreichung von Diazepam, um An- fälle aufgrund einer Überdosierung zu se- dieren.

Im Falle eines anaphylaktischen Schocks sind die entsprechenden Gegenmaßnah- men sofort einzuleiten.

Pharmakologische Eigenschaften
Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antibak- terielle Arzneimittel zur systemischen An-

wendung.

ATC-Code: J01CR01

Wirkmechanismus

Ampicillin wirkt durch die Hemmung der Biosynthese von Zellwandmucopeptiden.

Ampicillin besitzt ein breites bakterizides Wirkungsspektrum gegenüber vielen gram- positiven und gramnegativen aeroben und anaeroben Bakterien, wird jedoch von Beta- Laktamasen abgebaut. Viele in Mikroorga- nismen vertretene penicillin- und cephalo- sporinresistenten Beta-Laktamasen werden von Sulbactam, das allein angewendet nur einen geringen bakteriziden Nutzen aufweist, irreversibel gehemmt. Die Beta-Laktamase- Hemmung durch Sulbactam verläuft in zwei Schritten. Zu Beginn bildet Sulbactam einen reversiblen, inaktiven Enzyminhibitorkom- plex mit Beta-Laktamase. Abhängig von der Zeit und der Konzentration wandelt sich dieser Komplex in ein oder mehrere irrever- sibel inaktivierte Proteine um.

Die Fähigkeit von Sulbactam, resistente Mi- kroorganismen vor einer Degradation durch Penicilline und Cephalosporine zu schützen, wurde auch in vivo-Studien bestätigt, die resistente Stämme verwendeten. Sulbactam zeigt in diesen Studien einen synergisti- schen Effekt mit Penicillinen und Cephalo- sporinen. Da Sulbactam an bestimmten gleichen Bindungsstellen von Penicillin-Bin- dungsproteinen andockt, sind einige emp- findliche Erreger sogar noch empfindlicher gegenüber dieser Kombination als gegen Beta-Laktam-Antibiotika allein.

Pharmakodynamische Eigenschaften Ampicillin und Sulbactam ist eine Kombina- tion eines Beta-Laktam-Antibiotikum (Ampi- cillin) und eines irreversiblen Beta-Laktama- se-Inhibitors (Sulbactam). Sulbactam für sich alleine genommen hat nur sehr geringe antibakterielle Aktivität, die mit Ausnahme gegen Neisseriaceae, Acinetobacter cal- coaceticus, Bacteroides ssp, Branhamella catarrhalis und Pseudomonas cepacia oh- ne große Wirkung ist. Die Kombination mit Ampicillin jedoch baut die Wirksamkeit von Ampicillin gegenüber Beta-Laktamase pro- duzierende Stämme aus.

Diese Kombination, nur für die parenterale Verwendung, besitzt ein breites antibakte- rielles Wirkungsspektrum gegenüber gram- positiven und gramnegativen aeroben und anaeroben Bakterien inklusive der Beta-Lak- tamaseproduzierenden Stämme:

Grenzwerte „Breakpoints“:

CA-SFM (Comité de lAntibiogramme de la Société Française de Microbiolo- gie) Grenzwerte:

Bakterien sensitiv Bakterien resistent
≤ 4 mg/l ≥ 16 mg/l

CLSI (US Clinical Laboratory Standards Institute) Grenzwerte:

Bakterien sensitiv** resistent**
Enterobacte- riaceae ≤ 8/4 mg/l ≥ 32/16 mg/l
Staphylococ- cus spp. * ≤ 8/4 mg/l ≥ 32/16 mg/l
Haemophilus influenzae und H. para- influenzae ≤ 2/1 mg/l ≥ 4/2 mg/l

* Für Staphylococcus spp. können die Testergebnisse mit Oxacillin angepasst werden. Methicillin (Oxacillin)-resistente Staphylococcus spp. Stämme müssen

als resistent eingeschätzt werden, unge- achtet des tatsächlichen Testergebnis- ses.

** Die angegebenen Grenzwerte sind für die folgenden Konzentrationen Ampicillin : Sulbactam = 2 : 1 gültig.

Die Prävalenz erworbener Resistenzen kann bei ausgewählten Arten geographisch und zeitlich variieren und lokale Informationen zur Resistenz sind wünschenswert, besonders bei der Behandlung schwerwiegender Infek- tionen.

Nach Bedarf ist Unterstützung eines Exper- ten zu überlegen, wenn aufgrund der lokalen Resistenzlage gegenüber dem Wirkstoff die Anwendung in zumindest einigen Infektions- typen fraglich ist.

Die Organismusempfindlichkeiten gegen- über Ampicillin/Sulbactam, die in europäi- schen klinischen Studien zwischen 1991 und 2006, durchgeführt bei Erwachsenen und Kindern mit verschiedenen Infektionen, beobachtet wurden sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

Häufig empfindliche Arten
Aerobe grampositive Mikroorganismen
Enterococcus faecalis
Gardnerella vaginalis
Staphylococcus aureus(Methicillin-empfindlich)
Streptococcus agalactiae
Streptococcus pneumoniae(inkl. penicillin-intermediäre Stämme)
Streptococcus pyogenes
Streptococcus der viridan-Gruppe ^
Aerobe gramnegative Mikroorganismen
Haemophilus influenzae
Moraxella catarrhalis
Neisseria gonorrhoeae
Anaerobe Mikroorganismen
Bacteroides fragilis
Fusobacterium nucleatum
Prevotella spp.
Arten, bei denen erworbene Resisten- zen problematisch sein können:
Aerobe grampositive Mikroorganismen
Enterococcus faecium +
Staphylococcus aureus
Staphylococcus epidermidis +
Staphylococcus haemolyticus +
Staphylococcus hominis +
Aerobe gramnegative Mikroorganismen
Escherichia coli
Klebsiella oxytoca
Klebsiella pneumoniae
Proteus mirabilis
Proteus vulgaris

Es muss dabei festgehalten werden, dass diese Information lediglich eine Richtlinie zur Abschätzung der Wahrscheinlichkeit ist, ob ein Mikroorganismus gegenüber Ampicillin und Sulbactam IBI empfindlich ist.

Von Natur aus resistente Organismen
Aerobe grampositive Mikroorganismen
Staphylococcus aureus(Methicillin-resistent)
Aerobe gramnegative Mikroorganismen
Acinetobacter baumannii
Citrobacter freundii
Enterobacter cloacae
Morganella morganii
Pseudomonas aeruginosa
Serratia marcescens
Stenotrophomonas maltophilia
Andere Mikroorganismen
Chlamydia spp.
Chlamydophila spp.
Legionella pneumophila
Mycoplasma spp.
Ureaplasma urealyticum

+ In einigen geografischen Regionen kann die Resistenzrate mehr als 50% sein.

^ Heterogene Gruppe von Streptococcus Arten. Die Resistenzrate kann von Art zu Art variieren.

Pharmakokinetik

Ampicillin und Sulbactam zeigen beide sehr ähnliche pharmakokinetische Eigenschaf-

ten: Im Detail besitzen sie die gleichen

Peak-Konzentrationen im Serum nach par- enteraler Injektion, renale Clearance, Halb- wertszeit und Bioverfügbarkeit.

Bioverfügbarkeit:

Nach intramuskulärer Injektion ist Sulbactam vollständig verfügbar vergleichbar mit Ampi- cillin. Wenn die Wirkstoffe einzeln oder in Kombination verabreicht werden, ist die Bio- verfügbarkeit etwa 100%.

Distribution und Diffusion:

Das Verteilungsvolumen ist für Ampicillin und Sulbactam offensichtlich identisch (23 l). Ampicillin wurde zu etwa 28% rever- sibel und Sulbactam zu ca. 38% reversibel an humanes Serumprotein gebunden vor- gefunden.

Nach i.v. Injektion von 0.5 g Sulbactam und 1 g Ampicillin wurden entsprechende Peak- Serumkonzentrationen von 30 mg/l und 58 mg/l erreicht.

Nach i.m. Injektion von 0.5 g Sulbactam und 1 g Ampicillin wurden entsprechende Peak- Serumkonzentrationen von 13 mg/l bzw. 18 mg/l erreicht.

Sulbactam und Ampicillin diffundieren beide rasch in das Gewebe der Haut und in die Peritonealflüssigkeit.

Sulbactam und Ampicillin erreichen nur ein- geschränkt therapeutische Spiegel in der zerebrospinalen Flüssigkeit, außer bei Vor- liegen einer entzündeten Hirnhaut (20% der Sulbactam Serumkonzentration und 25 – 35% der Ampicillin Serumkonzentra- tion).

Ampicillin und Sulbactam werden auch über die Plazentaschranke absorbiert.

Biotransformation:

Ampicillin und Sulbactam werden nicht me- tabolisiert.

Elimination:

Ampicillin und Sulbactam werden als aktive Form über den Harn ausgeschieden (75 – 85% von Sulbactam und 85% von Ampicillin). Die Eliminationshalbwertszeit beider Wirkstoffe ist ca. 1 Stunde.

Die Elimination von Ampicillin/Sulbactam ist bei Patienten mit Niereninsuffizienz herabge- setzt. Die Halbwertszeit erhöht sich von 1 auf 20 Stunden, wenn die Kreatininclearence von 40 auf 5 ml/min vermindert ist.

Es wurde eine Verminderung der renalen Ausscheidung im Zusammenhang mit der Nierenfunktion von Babys beobachtet:

T1/2 Sulbactam: 7,9 Stunden (Bereich von 3 bis 21 Stunden)

T1/2 Ampicillin: 9,4 Stunden (Bereich von 2 bis 21 Stunden).

Weblinks
Packungen
Ampicillin u. Sulbactam 2g + 1g Ibisqus 10 DSF N3
Preis
122,80 €
Zuzahlung
10,00 €
Verpackung ist nicht auf der Liste.
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