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Präparate
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Azzalure® 10 Speywood-Einheiten/0,05 ml, Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Verschreibungsinformationen

Warnzeichen

Versicherungsliste

Arzneimittel ist nicht auf der Liste.

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen
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Wechselwirkungen mit

Lebensmittel
Pflanzen
Ergänzungen
Gewohnheiten

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Azzalure® 10 Speywood-Einheiten/0,05 ml, Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Ja

Darreichungsform

Pulver zur Herst. e. Inj.-Lsg.

Hersteller

Galderma Laboratorium GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.4.2025
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Fachinfo - Azzalure® 10 Speywood

Anwendungsgebiete

Azzalure wird angewendet zur vorübergehenden Verbesserung des Erscheinungsbildes von mittelstarken bis starken

  • Glabellafalten (vertikale Falten zwischen den Augenbrauen) bei maximalem Stirnrunzeln und/oder

  • lateralen Augenfalten (Krähenfüße) bei maximalem Lächeln

    bei erwachsenen Patienten unter 65 Jahren, wenn das Ausmaß dieser Falten eine erhebliche psychische Belastung für den Patien- ten darstellt.

Dosierung

Dosierung

Botulinumtoxin-Einheiten sind je nach Arzneimittel verschieden. Die Speywood-Einheiten von Azzalure sind für das Arzneimittel spezifisch und nicht auf andere Botulinumtoxin-Präparate übertragbar.

Kinder und Jugendliche

Sicherheit und Wirksamkeit von Azzalure bei Personen unter 18 Jahren wurden nicht nachgewiesen. Die Anwendung von Azzalure bei Personen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen.

Art der Anwendung

Azzalure darf nur von Ärzten mit geeigneter Qualifikation angewendet werden, die die entsprechende Erfahrung mit dieser Behand- lung haben und über die erforderliche Ausstattung verfügen.

Azzalure darf nach Rekonstitution nur für eine Behandlung bei einem Patienten verwendet werden. Für Anweisungen zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung siehe Abschnitt 6.6.

Jedes Make-up ist zu entfernen, und die Haut ist mit einem Lokalantiseptikum zu desinfizieren.

Die intramuskulären Injektionen sollten mit einer sterilen geeigneten Gauge-Nadel vorgenommen werden. Das Therapieintervall ist von dem festgestellten individuellen Ansprechen des jeweiligen Patienten abhängig.

Das Therapieintervall mit Azzalure sollte nicht häufiger als alle 3 Monate sein.

Die empfohlenen Injektionspunkte für Glabellafalten und laterale Augenfalten sind unten beschrieben:

Glabellafalten

Die empfohlene Dosis beträgt 50 Speywood-Einheiten Azzalure, aufgeteilt auf 5 Injektionsstellen, d. h. es werden 10 Speywood- Einheiten intramuskulär, im rechten Winkel zur Haut, an jeder der 5 Injektionsstellen angewendet: Zwei Injektionen in jeden M. cor- rugator und eine Injektion in den M. procerus in der Nähe des Nasofrontalwinkels, wie oben dargestellt.

Die anatomischen Orientierungspunkte können schneller ermittelt werden, wenn sie bei maximalem Stirnrunzeln beobachtet und palpiert werden. Vor der Injektion Daumen oder Zeigefinger fest unter den Augenhöhlenrand drücken, um eine Extravasation unter den Augenhöhlenrand zu verhindern. Die Nadel sollte während der Injektion nach superior und medial ausgerichtet sein. Um das Risiko einer Ptosis zu reduzieren, Injektionen in der Nähe des M. levator palpebrae superioris vermeiden, insbesondere bei Patien- ten mit größeren Brauendepressorkomplexen (M. depressor supercilii). Injektionen in den M. corrugator dürfen nur im Mittelteil des Muskels mindestens 1 cm über dem Augenhöhlenrand erfolgen.

In klinischen Studien wurde die optimale Wirkung bei Glabellafalten für bis zu 4 Monate nach Injektion nachgewiesen. Einige Pati- enten sprachen auch noch nach 5 Monaten auf die Therapie an (siehe Abschnitt 5.1).

Laterale Augenfalten

Die empfohlene Dosis pro Seite beträgt 30 Speywood-Einheiten Azzalure, aufgeteilt auf 3 Injektionsstellen, d.h. es werden 10 Spey- wood-Einheiten intramuskulär an jeder der Injektionsstellen verabreicht. Die Injektion sollte lateral (20 - 30° Winkel) zur Haut und sehr oberflächlich erfolgen. Alle Injektionsstellen sollten am äußeren Teil des Muskels Orbicularis oculi und ausreichend weit vom Orbitalrand entfernt (etwa 1 - 2 cm) liegen, wie oben dargestellt.

Die anatomischen Orientierungspunkte können schneller ermittelt werden, wenn sie bei maximalem Lächeln beobachtet und pal- piert werden. Es muss darauf geachtet werden, Injektionen in die Muskeln Zygomaticus major/minor zu vermeiden, um einen seit- lichen Mundabfall und ein asymmetrisches Lächeln zu vermeiden.

Allgemeine Information

Wenn die Behandlung fehlschlägt oder die Wirkung bei Wiederholungsinjektionen nachlässt, sollten alternative Behandlungsme- thoden angewendet werden. Bei Fehlschlagen der Behandlung nach der ersten Anwendung können folgende Maßnahmen in Erwä- gung gezogen werden:

  • Analyse der Gründe für das Therapieversagen, z. B. falsche Muskeln, in die injiziert wurde, ungeeignete Injektionstechnik

    und Bildung Toxin-neutralisierender Antikörper

  • Erneute Überprüfung der Relevanz der Behandlung mit Clostridium botulinum Toxin Typ A.

Sicherheit und Wirksamkeit von Wiederholungsinjektionen mit Azzalure wurden für Glabellafalten bis zu 24 Monaten und bis zu 8 wiederholten Behandlungszyklen sowie für laterale Augenfalten bis zu 12 Monaten und bis zu 5 wiederholten Behandlungszyklen überprüft.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

  • Infektionen an den vorgesehenen Injektionsstellen.

  • Myasthenia gravis, Eaton-Lambert-Syndrom oder amyotrophe Lateralsklerose.

Warnhinweise

Es sollte darauf geachtet werden, Azzalure nicht in ein Blutgefäß zu injizieren. Bestehende neuromuskuläre Störungen

Azzalure ist bei Patienten mit einem Risiko für oder mit klinisch nachgewiesener gestörter neuromuskulärer Reizleitung mit Vor- sicht anzuwenden. Solche Patienten haben möglicherweise eine erhöhte Empfindlichkeit gegen Arzneimittel wie Azzalure. Dies kann zu übermäßiger Muskelschwäche führen.

Die Injektion von Azzalure ist bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Dysphagie und Aspiration nicht zu empfehlen.

Lokale und entfernte Ausbreitung der Toxin-Wirkung

Nebenwirkungen, die möglicherweise mit der Ausbreitung des Toxins an vom Applikationsort entfernte Stellen in Zusammenhang stehen, wurden bei Botulinumtoxin sehr selten berichtet. Bei Patienten, die mit therapeutischen Dosen behandelt wurden, kann ei- ne übersteigerte Muskelschwäche auftreten. Schluck- und Atembeschwerden sind schwerwiegend und können zum Tod führen.

Patienten oder pflegende Personen sollten darauf hingewiesen werden, dass sofort ein Arzt zu verständigen ist, wenn Schluck-, Sprech- oder Atemstörungen auftreten.

Die empfohlenen Dosierungen und die Häufigkeit der Anwendung von Azzalure dürfen nicht überschritten werden.

Es ist unbedingt erforderlich, dass sich der Arzt vor der Anwendung von Azzalure mit der Anatomie des Gesichts des Patienten vertraut macht. Gesichtsasymmetrien, Ptosis, übermäßige Dermatochalasis, Vernarbungen und irgendwelche aufgrund früherer chirurgischer Eingriffe entstandene anatomische Veränderungen sollten berücksichtigt werden.

Azzalure sollte nur mit Vorsicht angewendet werden bei Entzündung der vorgesehenen Injektionsstelle(n) oder bei ausgeprägter Schwäche oder Atrophie des zu injizierenden Muskels.

Wie bei allen intramuskulären Injektionen wird eine Behandlung mit Azzalure bei Patienten mit verlängerter Blutgerinnungszeit nicht empfohlen.

Bei der Anwendung von Azzalure zur Behandlung von Glabellafalten und lateralen Augenfalten wurde über trockene Augen berich- tet (siehe Abschnitt 4.8). Verminderte Tränenproduktion, vermindertes Blinzeln und Erkrankungen der Hornhaut können bei der An- wendung von Botulinumtoxinen, einschließlich Azzalure, auftreten.

Antikörperbildung

Injektionen in kürzeren Abständen oder mit zu hohen Dosierungen können das Risiko einer Antikörperbildung gegen Botulinumto- xin erhöhen. Klinisch kann die Bildung neutralisierender Antikörper die Wirksamkeit der nachfolgenden Behandlung verringern.

Botulinumtoxin-Einheiten sind zwischen verschiedenen Produkten nicht austauschbar. Die in Speywood-Einheiten empfohlenen Dosen unterscheiden sich von anderen Botulinumtoxin-Präparaten.

Azzalure darf nur zur Behandlung eines einzelnen Patienten bei einer Sitzung verwendet werden. Übrig gebliebenes, nicht verwen- detes Arzneimittel muss, wie in Abschnitt 6.6 näher beschrieben, entsorgt werden. Besondere Vorsicht ist bei der Zubereitung und Anwendung des Produkts sowie bei der Inaktivierung und Entsorgung der restlichen, nicht verwendeten Lösung erforderlich (siehe Abschnitt 6.6).

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargen- bezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen-Liste
Zu Wechselwirkungen hinzufügen

Die gleichzeitige Behandlung mit Azzalure und Aminoglykosiden oder anderen Arzneimitteln, die auf die neuromuskuläre Reizlei- tung wirken (z. B. Curare-ähnliche Wirkstoffe), sollte nur mit Vorsicht erfolgen, da die Wirkung von Clostridium botulinum Toxin Typ A potenziert werden kann.

Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt. Es wurden keine anderen Wechselwirkungen mit klinischer Relevanz be- richtet.

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Azzalure darf nicht in der Schwangerschaft angewendet werden. Es liegen keine hinreichenden Daten über die Anwendung von Clostridium botulinum Toxin Typ A bei schwangeren Frauen vor. In Studien an Tieren wurde bei hohen Dosierungen eine reproduk- tionstoxische Wirkung nachgewiesen (siehe Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Azzalure in die Muttermilch übergeht. Die Anwendung von Azzalure während der Stillzeit kann nicht emp- fohlen werden.

Fertilität

Es gibt keine klinischen Daten zu den Auswirkungen von Azzalure auf die Fertilität. Es gibt keinen Nachweis einer direkten Auswir- kung von Azzalure auf die Fertilität in Tierstudien (siehe Abschnitt 5.3)

Fahrtüchtigkeit

Azzalure hat geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Es be- steht ein potenzielles Risiko für eine lokalisierte Muskelschwäche oder Sehstörungen im Zusammenhang mit der Anwendung die- ses Arzneimittels, die die Fähigkeit zum Führen eines Fahrzeugs oder zum Bedienen von Maschinen vorübergehend beeinträchti- gen können.

Nebenwirkungen

Etwa 3.800 Patienten erhielten in den verschiedenen klinischen Studien Azzalure.

Basierend auf placebokontrollierten klinischen Studien waren die beobachteten Nebenwirkungs-Raten nach der ersten Injektion von Azzalure 22,3 % bei der Behandlung der Glabellafalten (16,6 % für Placebo) und 6,2 % bei der Behandlung der lateralen Augen- falten (2,9 % für Placebo). Die meisten dieser Ereignisse hatten einen leichten bis mäßigen Schweregrad und waren reversibel.

Die häufigsten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen und Reaktionen an der Injektionsstelle bei Glabellafalten sowie Kopf- schmerzen, Reaktionen an der Injektionsstelle und Augenlidödem bei lateralen Augenfalten. Im Allgemeinen traten Nebenwirkun- gen im Zusammenhang mit der Behandlung bzw. der Injektionstechnik innerhalb der ersten Woche nach Injektion auf und waren vorübergehend.

Die Inzidenz der Reaktionen, die mit der Behandlung bzw. mit der Injektionstechnik zusammenhingen, verringerte sich während der Wiederholungszyklen. Nebenwirkungen können mit dem Wirkstoff zusammenhängen, mit dem Injektionsverfahren oder einer Kombination von beidem.

Das Sicherheitsprofil von Azzalure für die gleichzeitige Behandlung von Glabellafalten und lateralen Augenfalten wurde im offenen Teil der Phase III Studie untersucht. Art und Häufigkeit von Nebenwirkungen waren vergleichbar zu dem, was bei Patienten beob- achtet wurde, die in den individuellen Indikationen behandelt wurden.

Die Häufigkeit von Nebenwirkungen wird wie folgt eingeteilt:

Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (<

1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Für Glabellafalten:

Systemorganklasse Nebenwirkungen
Erkrankungen des Immunsystems GelegentlichÜberempfindlichkeit
Erkrankungen des Nervensystems Sehr häufig Kopfschmerz HäufigTemporäre Gesichtsparese (aufgrund temporärer Parese der Ge- sichtsmuskeln proximal zu den Injektionsstellen, überwiegend wird Lidheberparese beschrieben)GelegentlichSchwindelgefühl
Augenerkrankungen HäufigAsthenopie, Augenlidptosis, Augenlidödem, Tränensekretion verstärkt, trockenes Auge, Muskelzucken (Zucken der Muskeln in der Umge- bung der Augen)GelegentlichSehverschlechterung, Sehen verschwommen, Doppeltsehen SeltenStörung der Augenmotorik
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewe- bes Gelegentlich Pruritus, Ausschlag SeltenUrtikaria
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Sehr häufigReaktionen an der Injektionsstelle (z. B. Erythem, Ödem, Reizung, Aus- schlag, Pruritus, Parästhesie, Schmerz, Unbehagen, Stechgefühl und Hämatom)

Für laterale Augenfalten:

Systemorganklasse Nebenwirkungen
Erkrankungen des Nervensystems HäufigKopfschmerz, temporäre Gesichtsparese (temporäre Parese der Ge- sichtsmuskeln proximal zu den Injektionsstellen)
Augenerkrankungen HäufigAugenlidödem, Augenlidptosis
GelegentlichTrockenes Auge
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort HäufigReaktionen an der Injektionsstelle (z.B. Hämatom, Pruritus und Ödem)

Über Nebenwirkungen, für die eine sich von der Injektionsstelle ausbreitende Toxinwirkung verantwortlich gemacht wird (übermä- ßige Schwächung der Muskulatur, Dysphagie, Aspirationspneumonie, in einigen Fällen mit tödlichem Ausgang), wurde nach An- wendung mit Botulinumtoxin sehr selten berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Erfahrungen nach der Markteinführung

Systemorganklasse Nebenwirkung Häufigkeit
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerdenam Verabreichungsort Asthenie, Fatigue, grippeartige Erkrankung Nicht bekannt
Erkrankungen des Immunsystems Überempfindlichkeit Nicht bekannt
Erkrankungen des Nervensystems Hypästhesie Nicht bekannt
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Kno-chenerkrankungen Muskelatrophie Nicht bekannt

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen 

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierli- che Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, je- den Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Ge- org-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Es ist davon auszugehen, dass übermäßig hohe Dosen von Botulinumtoxin eine neuromuskuläre Schwäche mit einer Vielzahl von Symptomen hervorrufen. Bei Patienten, bei denen übermäßig hohe Dosen zu einer Lähmung der Atemmuskulatur führen, kann ei- ne Beatmung erforderlich sein. Im Falle einer Überdosierung muss der Patient

ärztlich auf Symptome einer übermäßigen Muskelschwäche oder einer Muskellähmung überwacht werden. Falls erforderlich, ist eine symptomorientierte Behandlung einzuleiten.

Es kann sein, dass Symptome einer Überdosierung nicht unmittelbar nach einer Injektion auftreten.

Eine Einweisung in ein Krankenhaus sollte bei Patienten erwogen werden, bei denen Symptome einer Vergiftung mit Clostridium botulinum Toxin Typ A festgestellt werden (z. B. eine Kombination aus Muskelschwäche, Ptosis, Diplopie, Schluck- und Sprechstö- rungen oder Lähmung der Atemmuskulatur).

Pharmakologische Eigenschaften - Azzalure® 10 Speywood

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Muskelrelaxanzien, peripher wirkende Mittel ATC-Code: M03AX01

Die wichtigste pharmakodynamische Wirkung von Clostridium botulinum Toxin Typ A ist auf die chemische Denervierung des be- handelten Muskels zurückzuführen, die zu einer messbaren Verringerung des Muskelsummenpotenzials führt, welche eine örtlich begrenzte Verringerung oder eine Lähmung der Muskelaktivität bewirkt.

Clostridium botulinum Toxin Typ A ist ein Muskelrelaxans, das temporär die Muskelaktivität schwächt. Nach der Injektion wirkt Clostridium botulinum Toxin Typ A durch Blockierung des Transports des Neurotransmitters Acetylcholin über neuromuskuläre Verbindungen, die zwischen den Nervenendigungen und den Muskelfasern liegen. Die Wirkungsweise von Clostridium botulinum Toxin Typ A betrifft vier Hauptstadien, die alle korrekt funktionieren müssen, damit eine Aktivität auftritt. Die Wirkung resultiert in einer Unterbindung der Muskelkontraktion der Zielmuskeln. Die Wirkung hält für längere Zeit an, bis die Verbindung regeneriert wurde und die Muskelaktivität zurückkehrt.

Klinische Daten

Während der klinischen Entwicklung von Azzalure wurden mehr als 4.500 Patienten in die verschiedenen klinischen Studien einbe- zogen und etwa 3.800 Patienten erhielten Azzalure.

Glabellafalten

In klinischen Studien wurden 2.032 Patienten mit mittelstarken bis starken Glabellafalten mit der empfohlenen Dosis von 50 Spey- wood-Einheiten behandelt. Von diesen Patienten wurden 305 mit 50 Einheiten in zwei zulassungsrelevanten, doppelblinden, place- bokontrollierten Phase-III-Studien und 1.200 mit 50 Einheiten in einer offenen Phase-III-Langzeitstudie mit wiederholter Anwen- dung behandelt. Die übrigen Patienten wurden in supportiven Studien und Dosisfindungsstudien behandelt.

Die mediane Zeit bis zum Eintreten der Reaktion betrug 2 bis 3 Tage nach der Behandlung, wobei die maximale Wirkung am Tag

30 beobachtet wurde. In beiden zulassungsrelevanten, placebokontrollierten Phase-III-Studien verringerten die Azzalure-Injektio-

nen signifikant den Schweregrad der Glabellafalten für bis zu 4 Monate. Die Wirkung war in einer der beiden zulassungsrelevanten Studien nach 5 Monaten noch signifikant.

30 Tage nach der Injektion hatten nach der Beurteilung der Prüfärzte 90 % (273/305) der Patienten auf die Behandlung angespro- chen (d. h. sie wiesen keine oder nur leichte Glabellafalten bei maximalem Stirnrunzeln auf), dagegen nur 3 % (4/153) der mit Pla- cebo behandelten Patienten. 5 Monate nach Injektion sprachen in der betroffenen Studie immer noch 17 % (32/190) der mit Azzal- ure behandelten Patienten auf die Therapie an, dagegen nur 1 % (1/92) der mit Placebo behandelten Patienten. Die Beurteilung der Patienten selbst nach 30 Tagen ergab bei maximalem Stirnrunzeln eine Ansprechrate von 82 % (251/305) bei den mit Azzalure be- handelten Patienten und von 6 % (9/153) bei den mit Placebo behandelten Patienten. Der Anteil der Patienten, die nach der Beur- teilung der Prüfärzte bei maximalem Stirnrunzeln eine Verbesserung um zwei Schweregrade zeigte, betrug 77 % (79/103) in der ei- nen zulassungsrelevanten Phase-III-Studie, in der diese Beurteilung vorgenommen wurde.

Eine Untergruppe von 177 Patienten hatte vor der Behandlung mittelstarke oder starke Glabellafalten im Ruhezustand. 30 Tage nach der Behandlung hatten nach der Beurteilung der Prüfärzte in diesem Kollektiv 71 % (125/177) der mit Azzalure behandelten Patienten auf die Behandlung angesprochen, verglichen mit 10 % (8/78) der mit Placebo behandelten Patienten.

Die offene Phase-III-Langzeitstudie mit wiederholter Anwendung ergab, dass die mediane Zeit von 3 Tagen bis zum Ansprechen über die Zyklen mit wiederholter Anwendung hinweg aufrechterhalten blieb. Die Ansprechrate bei maximalem Stirnrunzeln, die von den Prüfärzten nach 30 Tagen ermittelt wurde, wurde über die Zyklen mit wiederholter Anwendung hinweg aufrechterhalten und lag während der 5 Zyklen im Bereich von 80 % bis 91 %. Die Ansprechrate im Ruhezustand während der Zyklen mit wiederholter Anwendung war auch in den Einzeldosisstudien gleichbleibend. Diese betrug bei den mit Azzalure behandelten Patienten nach der Beurteilung der Prüfärzte 30 Tage nach der Behandlung 56 % bis 74 %.

Laterale Augenfalten

In doppelblinden klinischen Studien wurden 308 Patienten mit mittelstarken bis starken lateralen Augenfalten bei maximalem Lä- cheln mit der empfohlenen Dosis von 30 Speywood-Einheiten pro Seite behandelt. Von diesen Patienten wurden 252 in einer dop- pelblinden placebokontrollierten Phase III Studie und 56 Patienten in einer doppelblinden Phase II Dosisfindungsstudie behandelt.

In der Phase III Studie reduzierten Azzalure-Injektionen signifikant den Schweregrad von lateralen Augenfalten im Vergleich zu Pla- cebo (p ≤ 0,001) nach 4, 8 und 12 Wochen (beurteilt durch die Prüfer bei maximalem Lächeln). Bei der Bewertung der Zufriedenheit der Probanden mit dem Erscheinungsbild ihrer lateralen Augenfalten gab es einen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Azzalure und Placebo (p ≤ 0,010) zum Vorteil von Azzalure nach 4, 8 und 12 Wochen.

Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war 4 Wochen nach der Injektion: die Bewertung der Prüfer zeigte, dass 47,2 % (119/252) der Patienten auf die Behandlung angesprochen hatten (keine oder geringfügige laterale Augenfalten bei maximalem Lächeln), im Ver- gleich zu 7,2 % (6/83) der mit Placebo behandelten Patienten.

In einer post-hoc-Analyse zum gleichen Zeitpunkt, 4 Wochen nach der Injektion, zeigten 75 % (189/252) der mit Azzalure behandel- ten Patienten eine Verbesserung um mindestens einen Grad bei maximalem Lächeln, im Vergleich zu nur 19 % (16/83) der mit Pla- cebo behandelten Patienten.

Insgesamt 315 Patienten traten in die offene Erweiterungsphase der Phase III Studie ein, in der sie gleichzeitig sowohl wegen late- ralen Augenfalten als auch wegen Glabellafalten behandelt werden konnten.

Patienten, die in den doppelblinden und offenen Phasen der Phase III Studie mit Azzalure behandelt wurden, erhielten im Mittel 3 Behandlungen der lateralen Augenfalten. Das mediane Intervall zwischen Injektionen der lateralen Augenfalten, das weitgehend durch das Protokolldesign bestimmt wurde, betrug zwischen 85 und 108 Tagen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Wirksamkeit mit wiederholten Behandlungen über den Zeitraum von 1 Jahr erhalten bleibt.

Das Zufriedenheitsniveau der Patienten 4, 16 und 52 Wochen nach der ersten Behandlung mit Azzalure zeigt, dass 165/252 Pati- enten (65,5 %) entweder sehr zufrieden oder zufrieden mit dem Erscheinungsbild ihrer lateralen Augenfalten waren.

Nach 16 Wochen, d.h. 4 Wochen entweder nach der zweiten Behandlung mit Azzalure für Patienten, die in Teil A auf Azzalure ran- domisiert worden waren oder nach der ersten Behandlung für Patienten, die auf Placebo randomisiert worden waren, lag der Anteil der Patienten, die sehr zufrieden oder zufrieden waren bei 233/262 (89,0 %). Nach 52 Wochen, wenn die Patienten bis zu fünf Be- handlungen mit Azzalure erhalten haben konnten, mit der letzten Behandlung nach 48 Wochen, lag der Anteil der sehr zufriede- nen/zufriedenen Patienten bei 255/288 (84,7 %).

Auch nach über einem Jahr wiederholter Behandlungen mit Azzalure wurde kein Patient positiv auf Toxin-neutralisierende Antikör- per getestet.

Pharmakokinetik

Es ist nicht zu erwarten, dass Azzalure nach i.m.-Injektion in der empfohlenen Dosierung im peripheren Blut in messbarer Menge vorhanden ist. Daher wurden mit Azzalure keine pharmakokinetischen Studien durchgeführt.

Weblinks

Packungen und Preis

Azzalure® 10 Speyw.-E. Pulv.z.Her.e.Inj. 2 DSF
Preis
225,36 €
Zuzahlung
-

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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