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Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Jatrosom® 20mg Filmtabletten

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Ja

Darreichungsform

Filmtbl.

Hersteller

Aristo Pharma GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.12.2025
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Fachinfo - Jatrosom® 20mg

Anwendungsgebiete

Zur Behandlung von depressiven Episoden (Episoden einer Major Depression) bei Erwachsenen. Jatro-som sollte als Reserveantidepressivum zum Einsatz kommen, d. h.

  • wenn eine adäquate Therapie mit 2 antidepressiven Standardwirkstoffen (einschließlich trizyklischer Antidepressiva) keinen ausreichenden Erfolg brachte oder

  • wenn solche Standardwirkstoffe kontraindiziert sind oder vom Patienten nicht vertragen werden.

Dosierung

Dosierung

Die Behandlung sollte mit 10 mg Tranylcypromin (1/2 Filmtablette Jatrosom 20 mg) einmal täglich am Morgen begonnen werden. Mit dem Einsetzen der stimmungsaufhellenden bzw. depressionslösenden Wirkung ist in der Regel erst nach 1 bis 3 Wochen zu rechnen. Die Anfangsdosis kann in Abhängigkeit von Wirkung und Verträglichkeit pro Woche um 10 mg/Tag Tranylcypromin (1/2 Filmtablette Jatrosom 20 mg) bis zu einer der individuellen Reaktionslage entsprechenden therapeutischen Dosis gesteigert wer-den.

Die übliche effektive Dosis ist 20 bis 40 mg/Tag (1 bis 2 Filmtabletten Jatrosom 20 mg). Die individuelle Dosierung wird grundsätzlich gemäß der Reaktionslage und der Schwere der Erkrankung angepasst.

Therapieresistenz: Falls das therapeutische Ansprechen unzureichend ist, kann die Dosis unter stationären Bedingungen weiter in Schritten von 10 mg/Tag pro 1 bis 3 Wochen erhöht werden, bis zu einer maxima-len Tagesdosis von 60 mg/Tag (3 Filmtabletten Jatrosom 20 mg).

Die Gesamttagesdosis kann auf 1 bis 3 Einnahmezeitpunkte verteilt werden. Die letzte Einnahme des Ta-ges sollte nicht später als 15 Uhr erfolgen, um Schlafstörungen zu vermeiden.

Als Erhaltungsdosis sind in vielen Fällen 10 bis 20 mg/Tag Tranylcypromin ausreichend (1/2 bis 1 Filmtablette Jatrosom 20 mg).

Die mittlere Dauer einer Behandlungsperiode bis zum Rückgang der Symptomatik beträgt im Allgemei-nen mindestens 4 bis 6 Wochen. Nach Rückbildung der depressiven Symptomatik sollte die Behandlung mit Jatrosom eventuell mit einer reduzierten Dosis für 4 bis 6 Monate weitergeführt werden.

Das plötzliche Absetzen einer längerfristigen Therapie mit Jatrosom sollte vermieden werden, da Absetz-phänomene wie Angst, Unruhe, Schlafstörungen, Benommenheit oder Delir auftreten können. Gegebe-nenfalls ist die Behandlung durch langsame Verminderung der Dosis vorzunehmen.

Beim Wechsel von einem anderen Antidepressivum auf Jatrosom sollte im Allgemeinen eine Behand-lungspause von mindestens 7 Tagen eingehalten und nach Behandlungsbeginn zumindest für die erste Woche nur 10 mg/Tag verordnet werden.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist eine langsamere Dosissteigerung unter regelmäßiger Blutdruckkontrolle vorzu-nehmen (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Für Jatrosom liegen keine ausreichenden Erfahrungen zur Therapie von Patienten mit gestörter Nieren-funktion vor. Daher sollten Patienten mit schweren Störungen der Nierenfunktion nicht mit Jatrosom be-handelt werden (siehe Abschnitt 4.3). Andere Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollten sorg-fältig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Jatrosom ist bei Patienten mit gestörter Leberfunktion kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Kinder und Jugendliche

Jatrosom ist bei Kindern und Jugendlichen kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Art der Anwendung Zum Einnehmen.

Unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (vorzugsweise mit einem Glas Trinkwasser) einnehmen.

Gegenanzeigen

Jatrosom darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Be-standteile

  • Phäochromozytom

  • Karzinoid

  • vaskulären Erkrankungen des Gehirns

  • Gefäßfehlbildungen wie Aneurysmen

  • schweren Formen von Hypertonie bzw. von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Leberfunktionsstörungen bzw. Lebererkrankungen

  • schweren Nierenfunktionsstörungen bzw. Nierenerkrankungen

  • Porphyrie

  • Diabetes insipidus

  • maligner Hyperthermie, auch in der Vorgeschichte

  • akutem Delir

  • akuter Vergiftung mit zentral-dämpfenden Pharmaka (wie z. B. Schlafmittel, Analgetika und Psychopharmaka wie Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium) sowie Alkohol

  • Kindern und Jugendlichen

    Jatrosom darf nicht Patienten gegeben werden, die gleichzeitig:

  • Arzneimittel mit einer ausgeprägten Serotonin-Wiederaufnahmehemmung, wie alle selektiven Sero-tonin-Wiederaufnahmehemmer, Clomipramin, Venlafaxin, Duloxetin, Milnacipran, Sibutramin, Vor-tioxetin

  • L-Tryptophan

  • Serotoninagonisten wie Triptane zur Behandlung der Migräne

  • Buspiron

  • Imipramin

  • indirekte Sympathomimetika (enthalten z. B. in Mitteln, die den Blutdruck steigern, sowie in be-stimmten Nasen-, Husten- oder Grippemitteln)

  • Amphetamine (sog. „Weckamine“ oder Appetitzügler)

  • Pethidin, Tramadol, Dextrometorphan (Dextrometorphan enthalten in Antitussiva)

  • Disulfiram

  • Levodopa, sofern nicht mit Decarboxylase-Hemmstoffen (wie Benserazid oder Carbidopa) kombi-niert

    erhalten (siehe auch Abschnitt 4.5).

Warnhinweise

Tyraminreiche Kost darf in einem Zeitraum von 1 Tag vor bis 14 Tage nach einer Behandlung mit Jatro-som nicht konsumiert werden (siehe Abschnitt 4.5).

Patienten mit erhöhtem oder erniedrigtem Blutdruck bzw. Patienten mit einem erhöhten Risiko für hyper-tensive Reaktionen (z. B. bei Hyperthyreoidismus) sollten Jatrosom nur unter regelmäßiger Kontrolle des Blutdruckes einnehmen.

Tranylcypromin zeichnet sich durch eine nicht unerhebliche akute Toxizität aus. Dies sollte auch bei Ver-ordnung an suizidgefährdete Patienten bedacht werden.

Bei Auftreten einer manischen Verstimmung ist Jatrosom sofort abzusetzen (siehe Abschnitt 4.8). Das Gleiche gilt für das Auftreten akut produktiver Symptome bei der Behandlung depressiver Syndrome im Verlauf schizophrener Erkrankungen.

Besondere Vorsicht ist geboten bei Drogen- oder Alkoholmissbrauch in der Vorgeschichte.

Jatrosom kann die Krampfschwelle erniedrigen, daher kann es bei epileptischen Patienten zu einer erhöh-ten Anfallsbereitschaft kommen. Deshalb sollte Jatrosom bei Patienten mit bekannter Epilepsie nur mit Vorsicht verwendet werden.

Verdachtsfälle von Wechselwirkungen häufig verordneter Antidepressiva (z. B. Citalopram, Paroxetin, Venlafaxin, Duloxetin, Amitriptylin) mit Buprenorphin deuten darauf hin, dass ein potenziell lebensbe-drohliches exzitatorisches Wechselwirkungssyndrom (Serotonin-Syndrom) auch bei Komedikation von Jatrosom mit Buprenorphin nicht auszuschließen ist. Falls eine gleichzeitige Behandlung mit Buprenor-phin klinisch notwendig ist, ist auf eine sorgfältige Überwachung der Patienten zu achten, besonders zu Therapiebeginn und bei Dosissteigerung. Symptome eines Serotonin-Syndroms können Veränderungen der Psyche, eine Instabilität des autonomen Nervensystems, neuromuskuläre Veränderungen und/oder gastrointestinale Symptome einschließen. Falls ein Serotonin-Syndrom vermutet wird, sollte in Abhän-gigkeit von der Schwere der Symptome eine Dosisreduktion oder das Absetzen der Therapie in Betracht gezogen werden.

Bei Patienten mit Diabetes kann eine Behandlung mit Jatrosom den Blutzucker beeinflussen. Die Dosie-rung von Insulin und/oder oralen Antidiabetika muss möglicherweise angepasst werden (siehe Ab-schnitt 4.5).

Suizid/Suizidgedanken oder klinische Verschlechterung

Depressive Erkrankungen sind mit einem erhöhten Risiko für die Auslösung von Suizidgedanken, selbst-schädigendem Verhalten und Suizid (Suizid-bezogene Ereignisse) verbunden. Dieses erhöhte Risiko be-

steht, bis es zu einer signifikanten Linderung der Symptome kommt. Da diese nicht unbedingt schon wäh-rend der ersten Behandlungswochen auftritt, sollten die Patienten daher bis zum Eintritt einer Besserung engmaschig überwacht werden. Die bisherige klinische Erfahrung zeigt, dass das Suizidrisiko zu Beginn einer Behandlung ansteigen kann.

Bei Patienten mit suizidalem Verhalten in der Anamnese oder solchen, die vor der Therapie ausgeprägte Suizidabsichten hatten, ist das Risiko für die Auslösung von Suizidgedanken oder -versuchen erhöht. Sie sollten daher während der Behandlung besonders sorgfältig überwacht werden. Eine Meta-Analyse von Placebo-kontrollierten klinischen Studien zur Anwendung von Antidepressiva bei Erwachsenen mit psy-chiatrischen Störungen zeigte für Patienten unter 25 Jahren, die Antidepressiva einnahmen, ein erhöhtes Risiko für suizidales Verhalten im Vergleich zu Placebo.

Die Arzneimitteltherapie sollte mit einer engmaschigen Überwachung der Patienten, vor allem der Patien-ten mit hohem Suizidrisiko, insbesondere zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen einher-gehen. Patienten (und deren Betreuer) sind auf die Notwendigkeit einer Überwachung hinsichtlich jeder klinischen Verschlechterung, des Auftretens von suizidalem Verhalten oder Suizidgedanken und unge-wöhnlicher Verhaltensänderungen hinzuweisen. Sie sollten unverzüglich medizinischen Rat einholen, wenn derartige Symptome auftreten.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Für Jatrosom liegen keine ausreichenden Erfahrungen zur Therapie von Patienten mit gestörter Nieren-funktion vor. Daher sollten Patienten mit schweren Störungen der Nierenfunktion nicht mit Jatrosom be-handelt werden (siehe Abschnitt 4.3). Andere Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollten sorg-fältig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.2).

Ältere Patienten

Bei der Behandlung älterer Patienten sollte die Tagesdosis unter regelmäßiger Kontrolle des Blutdrucks langsamer gesteigert werden. Die verabreichten Tagesdosen sollten so gering wie möglich gehalten wer-den (siehe Abschnitt 4.2).

Jatrosom enthält Lactose

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Ga-lactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Wechselwirkungen

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Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Zu beachten ist, dass für bestimmte Arzneimittel beim Übergang auf Jatrosom, wie auch im umgekehrten Fall, eine Behandlungspause einzulegen ist. Bei Umstellung von einem nicht mit Jatrosom kombinierbaren Arzneimittel wird eine Auswaschphase von ca. 5-facher Dauer der Halbwertszeit des Wirkstoffes und dessen aktiver Metaboliten vor Behandlungsbeginn mit Jatrosom empfohlen. Umgekehrt wird nach Absetzen von Jatrosom eine 14-tägige Behandlungspause vor Beginn einer Behandlung mit einem Arzneimittel, das mit Jatrosom unverträglich ist, empfohlen.

Beeinflussung der Wirkung von Jatrosom

Jatrosom darf nicht gemeinsam mit folgenden Wirkstoffen eingenommen werden (siehe auch Ab-schnitt 4.3):

  • Arzneimittel mit einer ausgeprägten Serotonin-Wiederaufnahmehemmung, wie alle selektiven Sero-tonin-Wiederaufnahmehemmer, Clomipramin, Venlafaxin, Duloxetin, Milnacipran, Sibutramin und Vortioxetin (Gefahr der Auslösung eines Serotonin-Syndroms [siehe Abschnitt 4.4] mit z. T. schwe-ren und lebensbedrohlichen Symptomen)

  • L-Tryptophan (delirante Symptome können auftreten)

  • Serotoninagonisten wie Triptane zur Behandlung der Migräne (Gefahr eines Serotonin-Syndroms, siehe erster Spiegelstrich)

  • Buspiron (über einen starken Blutdruckanstieg wurde berichtet)

  • Imipramin (schwere Nebenwirkungen wie Reizbarkeit, Koma, Hyperthermie, Krampfanfälle und starke Blutdruckschwankungen, vor allem als Blutdruckanstieg, können auftreten)

  • indirekte Sympathomimetika (enthalten z. B. in Mitteln, die den Blutdruck steigern, sowie in be-stimmten Nasen-, Husten- oder Grippemitteln) (Gefahr des Auftretens schwerer hypertensiver Kri-sen)

  • Amphetamine (sog. „Weckamine“ oder Appetitzügler) (Gefahr des Auftretens schwerer hypertensi-ver Krisen)

  • Pethidin, Tramadol, Dextrometorphan (Dextrometorphan enthalten in Antitussiva) (lebensbedrohli-che Nebenwirkungen im Bereich des ZNS bzw. lebensbedrohliche Beeinflussung der Atem- und Kreislauffunktion sind möglich)

  • Disulfiram (Delir möglich)

  • Levodopa, sofern nicht mit Decarboxylase-Hemmstoffen (wie Benserazid oder Carbidopa) kombi-niert (Gefahr einer unkontrollierten Blutdrucksteigerung)

Die Kombination mit direkten Sympathomimetika (z. B. in Kreislaufmitteln zur Blutdrucksteigerung, zur Broncholyse oder in Nasentropfen) sollte vermieden werden. Die gewöhnlich niedrigen Konzentrationen an Adrenalin oder Noradrenalin in Lokalanästhetika oder Augentropfen stellen für mit Tranylcypromin behandelte Patienten kein besonderes Risiko dar, da ein alternativer Abbauweg über die Katechol-O-Methyltransferase möglich ist. Die Kombination mit selektiven β2-Sympathomimetika zur inhalativen Anwendung ist ebenfalls mit keinem besonderen Risiko verbunden.

Bei therapieresistenten Depressionen und unter Beachtung aller notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ist unter langsamer Dosissteigerung eine zusätzliche Gabe von Jatrosom bei vorbestehender Therapie mit trizyklischen Antidepressiva (nicht jedoch bei Clomipramin und parenteral applizierten Antidepressiva!) im Einzelfall möglich. Die meisten klinischen Erfahrungen liegen für die Kombination Tranylcypromin/Amitriptylin vor.

Beeinflussung der Wirkung anderer Arzneimittel

Die blutdrucksenkende Wirkung von Mitteln gegen zu hohen Blutdruck (z. B. Guanethidin, Methyldopa) kann durch Jatrosom verstärkt werden; in einzelnen Fällen kann eine Blutdrucksteigerung (mit Erregungszuständen) ausgelöst werden.

Die Wirkung von Insulin und oralen Antidiabetika kann verstärkt werden (siehe auch Abschnitt 4.4).

Nebenwirkungen von Bupropion (bzw. Amfebutamon – Mittel zur Raucherentwöhnung) wie Krampfanfälle und Erregungszustände können durch die gleichzeitige Einnahme von Jatrosom verstärkt werden. Diese Kombination soll daher unterbleiben.

Die Wirkung von zentral dämpfend wirkenden Arzneimitteln (Neuroleptika, Antidepressiva, Schmerzmittel, Benzodiazepine) kann bei gleichzeitiger Einnahme von Jatrosom verstärkt werden.

Verdachtsfälle von Wechselwirkungen häufig verordneter Antidepressiva (z. B. Citalopram, Paroxetin, Venlafaxin, Duloxetin, Amitriptylin) mit Buprenorphin deuten darauf hin, dass ein potenziell lebensbedrohliches exzitatorisches Wechselwirkungssyndrom (Serotonin-Syndrom) auch bei Komedikation von Jatrosom mit Buprenorphin auftreten kann (siehe Abschnitt 4.4).

Tranylcypromin ist ein spezifischer und potenter Inhibitor von Cytochrom P450 2A6 (CYP2A6). Da CYP2A6 keine oder nur eine geringe Bedeutung für die Metabolisierung der meisten Arzneimittel hat, ist das Risiko pharmakokinetischer Wechselwirkungen insgesamt gering. Tegafur ist ein Prodrug, welches überwiegend durch CYP2A6 zur aktiven Form 5-Fluorouracil metabolisiert wird. Die gleichzeitige An-wendung von Jatrosom mit Arzneimitteln, die Tegafur enthalten, sollte vermieden werden, da die Wirk-samkeit von Tegafur herabgesetzt werden kann.

Wechselwirkungen während Operationen und zahnärztlicher Behandlung

14 Tage vor einem planbaren operativen Eingriff unter Verwendung von Anästhetika bzw. bestimmten Schmerzmitteln sollte ein Absetzen von Jatrosom in Betracht gezogen werden, da über Wechselwirkungen von irreversiblen MAO-Hemmern (wie z. B. Tranylcypromin) mit Narkosemitteln berichtet wurde, die in manchen Fällen schwerwiegend waren (instabiler Kreislauf, komatöse Zustände).

Pethidin, ein starkes Schmerzmittel für z. B. die nachoperative Schmerztherapie, darf keinesfalls an mit Jatrosom behandelte Patienten verabreicht werden (siehe auch Abschnitt 4.3).

Die Möglichkeit einer Übererregung des Sympathikus ist bei mit Jatrosom behandelten Patienten immer gegeben.

Inhalationsnarkotika, mit Ausnahme von Äther, der nicht verwendet werden sollte, beinhalten kein Zusatzrisiko, das über das von Inhalationsnarkotika für sich hinausgeht.

Die gewöhnlich niedrigen Konzentrationen von Adrenalin oder Noradrenalin in Lokalanästhetika (z. B. bei zahnärztlichen Eingriffen) oder Augentropfen stellen für mit Jatrosom behandelte Patienten kein besonderes Risiko dar.

Diese Wechselwirkungen gelten auch für eine nur kurzfristige Anwendung der oben genannten Arzneimittel.

Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln (siehe auch Abschnitt 4.4)

Biogene Amine sind physiologische Substanzen in Mikroorganismen, Pflanzen, Tieren und Menschen, die für die Nervenfunktionen und als Hormone eine Rolle spielen. Außerdem können sie sich in Lebensmitteln durch mikrobielle Stoffwechselvorgänge anreichern: bei normalen Fermentationsverfahren im Herstellungsprozess, aber auch infolge von zu warmer Lagerung oder Verderbnis.

Werden biogene Amine im Übermaß (ca. 800 bis 2000 mg pro Mahlzeit, ohne MAO-Hemmer) mit der Nahrung aufgenommen, können toxische Erscheinungen vor allem in Form von Veränderungen des Blutdruckes bis hin zu einer hypertensiven Krise auftreten.

Während der Behandlung mit MAO-Hemmern sind unangenehme Wirkungen schon ab einem Gehalt von 6 mg Tyramin sowie 1 mg Phenylethylamin pro Mahlzeit möglich. Mit schweren Reaktionen muss ab einem Gehalt von 25 mg Tyramin pro Mahlzeit gerechnet werden.

Maßgeblich für eine mögliche Unverträglichkeit ist dabei nicht nur der Gehalt an Tyramin pro Gramm oder Milliliter eines bestimmten Lebensmittels, sondern auch die verzehrte Menge dieses Lebensmittels. Der absorbierte Anteil von Tyramin ist andererseits für kleine Mahlzeiten relativ erhöht, ebenso für gleichzeitigen Alkohol.

Tranylcypromin führt zur Hemmung eines Enzymsystems (MAO-Hemmung), das für die Entgiftung biogener Amine erforderlich ist. Deshalb sind 1 Tag vor, während und bis 14 Tage nach einer Behandlung mit Jatrosom besondere Diätvorschriften einzuhalten (tyraminarme Diät), um Gesundheitsstörungen in Form von Übelkeit, Kopfschmerzen und Bluthochdruck zu verhindern.

Zur Behandlung einer tyraminbedingten hypertensiven Krise siehe Abschnitt 4.9. Von der Selbstbehandlung tyraminbedingter hypertensiver Krisen mit Antihypertensiva, insbesondere schnell freisetzenden Antihypertensiva, wird aufgrund des Risikos übermäßiger hypotensiver Reaktionen, die zu einer Beeinträchtigung der Organperfusion und schwerwiegenden Komplikationen führen können, dringend abgeraten.

Die Patienten sollen vollwertig und vielseitig ernährt werden. Alle Nahrungsmittel sind so frisch als möglich zu verwenden und nicht oder unvollständig gegarte Speisen sind am Tag der Zubereitung zu verzehren. Geöffnete Halbkonserven sowie aufgetaute Feinfrosterzeugnisse sind unverzüglich zu verbrauchen. Angebrochene Vollkonserven oder vollständig gegarte Speisen sind bei 4 °C im Kühlschrank maximal 48 Stunden bis zum Verzehr aufzubewahren.

Unabhängig von der Dosis des MAO-Hemmers sind folgende Nahrungsmittel 1 Tag vor, während und bis 14 Tage nach einer Behandlung mit Jatrosom verboten bzw. sind nur in geringen Mengen erlaubt:

Folgender Hinweis ist zu beachten: Pro Mahlzeit ist maximal nur ein Nahrungsmittel zu empfehlen, das in geringen Mengen erlaubt ist.

Verboten

  • salzlakengereifte Hartkäse (z. B. Emmentaler Käse, Bergkäse, Parmesan und ähnliche Schnitt- und Reibekäse aus Rohmilch)

  • Edelschimmelkäse, z. B. Roquefort, Camembert und ähnliche Sorten

  • Käse mit Schmierebildung, z. B. Limburger, Butterkäse, Rotschmierekäse, Harzer Käse, Handkäse

  • Rinder- und Geflügelleber

  • Nieren aller Schlacht- und Wildtiere

  • Suppen- und Brühwürfel

  • Wildfleisch und andere Fleischprodukte mit starker Alterung und strengem Geruch

  • hart ausgereifte Salami u. ä. Rohwürste, besonders mit Edelschimmelbelag

  • Salzhering, Matjeshering, Salzsardinen, Anchovis, Kaviar und verwandte salzkonservierte rohe Produkte

  • kalt geräucherter Fisch (z. B. Lachshering, Lachsmakrele u. ä.)

  • Trockenfisch, Stockfisch, Klippfisch

  • Dorschleber

  • Kalmare (Tintenfische)

  • Fischsoßen, asiatische Soßen und Sojasoßen, gereifte Tofuprodukte u. ä.

  • Soleier

  • Marmite und andere konzentrierte Hefeextrakte

  • mit Hefen durch Gärung hergestellte Getränke (Bier, Wein, Sekt, Schaumwein, auch alkoholfreie Sorten) und hochprozentige alkoholische Getränke (Liköre, Weinbrände, Whiskey, Rum u. ä.)

  • Gerstenkeimlinge (Malz)

  • reife braune Bohnen (z. B. Kidneybohnen), Puffbohnen (auch Pferdebohnen oder Saubohnen), weiße Bohnen jeweils mit der Schote

  • Bohnenkeimlinge

  • hochreife Bananen, Birnen und Avocados, rote Pflaumen, Feigen (siehe „In geringer Menge erlaubt“)

  • Rumtopf

  • rohes Sauerkraut

  • rohe Salzgurken, Gewürzgurken aus dem Fass

  • Mixed Pickles, sauer eingelegte Pilze

  • Walnuss

  • Säfte mit hohem Birnen-, Bananen- oder Pflaumenanteil

  • handelsübliche Pampelmusensäfte

  • Nektare aus Zitrusfrüchten

  • Schokolade kann eine Unverträglichkeitsreaktion verursachen, z. B. Kopfschmerzen, die nicht im Zusammenhang mit Jatrosom steht. Falls solche Symptome mit Schokolade bemerkt werden, sind diese Produkte zu meiden.

    In geringer Menge erlaubt

  • halbfeste Schnittkäse (kurz und kalt aufbewahrt, wenig Geruch) aus pasteurisierter Milch (z. B. Gouda, Chester, Edamer) jeweils 1 Scheibe zu 20 g

  • Mozzarella oder fetaartiger Käse jeweils aus pasteurisierter Milch mit Kuhmilchanteil bis 20 g

  • Joghurt, Kefir und ihre Zubereitungen ca. 250 ml

  • Speiseeis 1 Kugel

  • Schweineleber maximal 100 g

  • frische Knacker maximal 100 g (noch weich!)

  • luftgetrockneter und gereifter Schinken bis 20 g

  • Teewurst, Mettwurst, feine Braunschweiger bis 50 g

  • saure Heringe, Rollmops bis 100 g

  • Heringshappen in Mayonnaise oder Gelee bis 100 g

  • Thunfischkonserven bis 50 g

  • handelsübliche Fertigsoßen und Soßen u. ä. aus Großküchen bis 100 ml Soße

  • handelsübliche Pulver zur Herstellung von Soßen bis 100 ml Soße

  • handelsübliche Fertiggerichte mit bis zu 100 ml Soße

  • Schokolade bis 60 g

  • handelsübliche Orangensäfte bis 100 ml

  • schwarze Johannisbeeren bis 50 g, rote Trauben bis 250 g, ½ nicht hochreife Banane, Birne oder Avocado

  • getrocknete Früchte bis 20 g

  • pasteurisiertes Weinsauerkraut bis 100 g

  • pasteurisierte Gewürzgurken bis 100 g

  • Karotten (d. h. Jungmöhren, meist kürzer und mit Laub) bis 20 g

Die Wirkung von Alkohol kann bei gleichzeitiger Einnahme von Jatrosom verstärkt werden.

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Jatrosom bei Schwangeren vor. Es wurden ebenfalls keine hinreichenden tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität von Tranylcypro-min durchgeführt (siehe Abschnitt 5.3). Negative Auswirkungen von Tranylcypromin in der Schwanger-schaft sind aufgrund eines häufig vorgefundenen Hypertonus und verminderter Plazentaperfusion mög-lich. Jatrosom sollte daher im ersten Trimenon der Schwangerschaft nicht und im zweiten und dritten Tri-menon nur bei zwingender Indikation angewendet werden.

Falls Jatrosom einer Patientin im reproduktionsfähigen Alter verschrieben wird, sollte diese darauf hinge-wiesen werden, sich unverzüglich mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen, wenn sie schwanger zu wer-den wünscht oder eine Schwangerschaft vermutet, damit sie rechtzeitig auf ein anderes Arzneimittel um-gestellt werden kann.

Stillzeit

Es ist unbekannt, ob Tranylcypromin beim Menschen in die Muttermilch ausgeschieden wird. Tranylcyp-romin geht beim Tier in geringen Mengen in die Muttermilch über. Jatrosom sollte nicht während der Stillzeit eingenommen werden. Bei zwingender Indikation sollte abgestillt werden.

Fertilität

Es liegen keine Daten zu Auswirkungen auf die Fertilität vor (siehe Abschnitt 5.3).

Fahrtüchtigkeit

Jatrosom hat geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Dies gilt in verstärktem Maße bei Zufuhr von Alkohol bzw. in Kombination mit anderen auf das Zentral-nervensystem wirkenden Substanzen. Daher sollten Patienten zu Behandlungsbeginn nicht Auto oder an-dere Fahrzeuge fahren, keine elektrischen Werkzeuge und Maschinen bedienen oder andere potentiell ge-fährliche Arbeiten ausführen. Das weitere Vorgehen hängt von der individuellen Reaktionsfähigkeit des einzelnen Patienten im Verlauf der Behandlung ab.

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeiten von Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100); selten (≥ 1/10.000 bis

< 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Bei Auftreten einer manischen Verstimmung ist Jatrosom sofort abzusetzen (siehe auch Abschnitt 4.4).

Mit folgenden Nebenwirkungen ist, besonders zu Beginn der Behandlung, sehr häufig zu rechnen: Schlaf-störungen, Hypotonie, Orthostase-Reaktionen (orthostatische Dysregulation).

System-Organ-Klasse Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekannt
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsys-tems Anämien, Leuko-penie, Neutrope-nie, Agranulozy-tose, Thrombope-nie
Psychiatrische Erkrankungen Angstzu-stände, Agitiert-heit, Un-ruhe psychische Ab-hängigkeit, Hallu-zinationena, Ver-wirrtheita suizidale Gedanken, suizidales Verhaltenb
Erkrankungen des Nervensys-temsc Schlaflo-sigkeit, Schlafstö-rungen Schwindel-gefühl, Mundtro-ckenheit,Müdigkeit zerebrale Krampf-anfälle, Polyneu-ropathiena
Augenerkran-kungen Akkommodati-onsstörungena
Herzerkrankun-gen Herzklop-fen
Gefäßerkran-kungen Hypoto-nie, Or-thostase-Reaktion (orthosta-tische Dysregu-lation) Hypertonie hypertensive Krisen, die mit Ta-chykardie, Gesichtsrö-tung, Kopf-schmerzen (insbeson-dere Hinter-hauptkopf-schmerzen), Nackenstei-figkeit, Übel-keit, Erbre-chen und Lichtscheu einhergehen können. Sie können in Einzelfällen, insbesondere bei Nichtbe-achtung der diätetischen Auflagen (siehe Ab-schnitt 4.4) oder bei me-dikamentö-sen Wechsel-wirkungen (siehe Ab-schnitt 4.5), zu intrakrani-ellen Blutun-gen führen. Ödeme
Erkrankungen des Gastrointes-tinaltraktsd Obstipation, Diar-rhoe
Leber- und Gal-lenerkrankun-gen Leberfunktions-störungena, An-stieg der Lebe-renzymaktivitäta
Erkrankungen der Haut und des Unterhaut-zellgewebes Schwitzen, aller-gische Hautaus-schlägea Haarausfall
Skelettmuskula-tur-, Bindege-webs- und Kno-chenerkrankun-gene Muskelspasmen, Muskelschmer-zen, Gelenk-schmerzena
Erkrankungen der Nieren- und Harnwegef verminderte Harnbildung, die dem Syn-drom der in-adäquaten ADH-Sekretion ent-spricht
Erkrankungen der Ge-schlechtsorgane und der Brust-drüse Anorgasmie, erektile Impotenz, Ejakulationsstö-rungen
Allgemeine Er-krankungen und Beschwerden am Verabrei-chungsortg Gewichts-zunahme, Gewichts-abnahme,Schwäche Hyperthermiea

a Häufigkeitsangabe: selten/sehr selten

b Fälle von suizidalen Gedanken oder suizidalem Verhalten während der Therapie mit Tranylcypromin oder kurze Zeit nach Beendigung der Behandlung sind berichtet worden (siehe Abschnitt 4.4).

c Es liegen Berichte vor, dass Tranylcypromin bei Patienten zu Tremor, Schläfrigkeit und Benommenheit geführt hat.

d Es liegen Berichte vor, dass Tranylcypromin bei Patienten zu Übelkeit mit und ohne Erbrechen sowie unspezifischen Magen-Darm-Beschwerden geführt hat.

e Es liegen Berichte vor, dass Tranylcypromin bei Patienten zu Muskelzuckungen geführt hat.

f Es liegen Berichte vor, dass Tranylcypromin bei Patienten zu Dysurie geführt hat.

g Es liegen Berichte vor, dass Tranylcypromin bei Patienten zu Brustschmerzen, Kälteempfindungen bzw. Erschöpfungszuständen geführt hat.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Es liegen Berichte vor, dass Tranylcypromin bei Patienten zu Tinnitus geführt hat.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie er-möglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehö-rige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesin-stitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Tranylcypromin zeichnet sich durch eine nicht unerhebliche akute Toxizität aus.

  1. Symptome der Intoxikation

    Lebensbedrohende Symptome einer Intoxikation mit Tranylcypromin betreffen das zentrale Nervensys-tem (Verwirrung, Übererregung bis zu Krampfanfällen, Bewusstseinseintrübungen bis zum Koma, dabei Fieberzustände, Hyperthermie), die Atemfunktion (bis zum Atemstillstand) und das Herz-Kreislauf-Sys-tem (schwere Blutdruckschwankungen, Erregungsleitungsstörungen) sowie die Muskulatur (schwere Muskelkrämpfe). Die Symptome können unter Umständen erst mehrere Stunden nach der Einnahme der Überdosis auftreten.

  2. Therapie der Intoxikation

Die Behandlung einer Intoxikation mit Tranylcypromin muss unter intensivmedizinischen Bedingungen erfolgen. Neben sorgfältiger Kontrolle von Puls, Blutdruck, Atmung und Temperatur muss die Möglich-keit der Beatmung gegeben sein.

Wegen der raschen Resorption sind resorptionsverhindernde Maßnahmen (Magenspülung, Gabe von Ak-tivkohle) bei Monointoxikationen nur in früh erkannten Fällen sinnvoll. Grundsätzlich sollte immer an die Möglichkeit einer Mehrfachintoxikation gedacht werden. Hämodialyse und Hämoperfusion sind nur in-nerhalb der ersten Stunden nach Einnahme indiziert und auch dann nur von unsicherem Wert. Eine An-säuerung des Harns (z. B. durch die Gabe von Ammoniumchlorid) kann zwar zu einer erhöhten Ausschei-dung von Tranylcypromin führen, zu beachten ist jedoch, dass die Elimination von Tranylcypromin kei-nen Einfluss auf die Symptome hat, da die Monoaminoxidase irreversibel gehemmt ist. Die Auswirkun-gen der Überdosierung müssen bis zur Neusynthese der Monoaminoxidase symptomatisch behandelt wer-den.

Die medikamentöse Therapie der einzelnen Symptome richtet sich nach dem klinischen Verlauf der Into-xikation.

Bei hypertensiven Krisen (z. B. akute Blutdruckerhöhung über 180/100 mmHg) sind übliche perorale oder parenterale Antihypertensiva indiziert.

Tyraminbedingte hypertensive Krisen werden bei einer angepassten Umgebung kontinuierlicher medizi-nischer Überwachung wie andere hypertensive Krisen behandelt.

Eine bedrohliche Hypotension sollte bevorzugt mit Noradrenalin (Dauerinfusion) behandelt werden. Eine sorgfältige Blutdruckkontrolle ist dabei erforderlich.

Bei schwerer Erregung und/oder ausgeprägtem Rigor der Skelettmuskulatur werden Benzodiazepine empfohlen.

Bei schweren Muskelkrämpfen können eine Muskelrelaxation mit nicht-depolarisierenden Muskelre-laxantien (Pancuronium, Vecuronium) und eine kontrollierte Beatmung notwendig werden.

Wenn möglich, da nur als orale Darreichungsform verfügbar, kann bei Serotonin-Syndrom Cyproheptadin zur 5-HT-Blockade versucht werden.

Chlorpromazin kann bei Serotonin-Syndrom ebenfalls zur 5-HT-Blockade und bei agitierten Zuständen versucht werden, es sind dabei aber die Risiken einer möglichen Senkung der Krampfschwelle, Hem-mung des Schwitzens, Blutdruckabfall und Dystonie zu bedenken.

Bei Hyperpyrexie ist eine Behandlung notwendig, sobald die Temperatur 40 °C erreicht. In diesem Fall sind die üblichen intensivmedizinischen Maßnahmen (energische Kühlung, z. B. Körper-Eis-Packungen, Behandlung einer Azidose, ggf. Digitalisierung, Kortikoidgabe) zu ergreifen. Bei den seltenen extrapyra-midal-motorischen Störungen sind Anticholinergika (z. B. Biperiden) anzuwenden.

Die Behandlung eines schwerwiegenden Serotonin-Syndroms aufgrund Wechselwirkungen mit serotoner-gen Pharmaka entspricht der Therapie der Monointoxikation.

Eine sorgfältige Blutdruckkontrolle ist zwingend geboten. Der Patient ist für wenigstens eine Woche nach Einnahme der Überdosis sorgfältig zu überwachen, da Überdosierungserscheinungen verzögert eintreten oder lange anhalten können.

Pharmakologische Eigenschaften - Jatrosom® 20mg

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidepressiva; Monoaminoxidasehemmer, nichtselektiv ATC-Code: N06AF04

Tranylcypromin gehört zur Gruppe der irreversiblen und nichtselektiven Monoaminoxidase (MAO)-Hemmstoffe ohne Hydrazinstruktur. Es hat einen schnell einsetzenden (innerhalb von 2–8 Tagen), stark antriebssteigernden und psychomotorisch aktivierenden Effekt, während sich die stimmungsaufhellende und antidepressive Wirkung langsamer entwickelt (ca. 3–5 Wochen).

Der Mechanismus der antidepressiven Wirkung ist nicht vollständig geklärt. Durch die innerhalb von zwei Stunden nach Verabreichung einsetzende nichtselektive Hemmung der MAO-A und -B wird die int-razelluläre und intraneurale Inaktivierung biogener Amine wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin verhindert. Dadurch steht eine größere Transmittermenge im ZNS zur Verfügung. Obwohl Tranylcypro-min und seine Metabolite innerhalb von 24 Stunden nach der letzten Einnahme vollständig ausgeschieden werden, dauert es aufgrund der irreversiblen MAO-Hemmung 3 bis 5 Tage bis zur Wiederherstellung der vollen Enzymaktivität der Monoaminoxidase.

Längerfristig verringert sich die Dichte von β-Adrenozeptoren und serotonergen 5-HT2-Rezeptoren.

Tranylcypromin ist ein Racemat aus (-)- und (+)-Isomeren: das (+)-Isomer besitzt eine stärkere Hemm-wirkung auf die Monoaminoxidase, das (-)-Isomer kann zusätzlich die Noradrenalin-Wiederaufnahme hemmen.

Pharmakokinetik

Resorption

Tranylcypromin wird nach oraler Anwendung schnell resorbiert. Maximale Plasmaspiegel sind 0,5–3,5 h nach Einnahme oraler Darreichungsformen zu erwarten.

Für Patienten mit chronischer Tranylcypromin-Einnahme wurde nach einer Einmaldosis von 20 mg Tranylcypromin ein maximaler Plasmaspiegel von im Mittel 112 ng/ml 2 h nach Einnahme gemessen.

Verteilung

Es kann ein Verteilungsvolumen von 1,1–5,7 l/kg Körpergewicht angenommen werden. Es ist bekannt, dass Tranylcypromin in die Muttermilch übergeht. Erkenntnisse über die Belastung des fetalen Kreislaufs sind nicht bekannt.

Biotransformation

Primäre Produkte einer hepatischen Biotransformation sind p-Hydroxytranylcypromin und N-Ace-tyltranylcypromin. Nur etwa 4 % der Dosis sind als unverändertes Tranylcypromin im Urin enthalten. Auch nach Verabreichung hoher Dosen wurde beim Menschen kein Amphetamin als Metabolit im Urin oder Plasma gefunden.

Elimination

Eine Halbwertszeit von ca. 2,5 h wurde in einer Untersuchung mit depressiven Patienten nach einer Ein-maldosis von 20 mg Tranylcypromin gefunden. Die Ausscheidung erfolgt zum größten Teil in Form von Metaboliten (Hippursäure und Benzoesäure) über die Galle und hauptsächlich die Niere. Die renale Tranylcypromin-Ausscheidung ist stark vom pH-Wert abhängig, niedrige pH-Werte begünstigen die Aus-scheidung.

Stereoselektivität

Die Plasmakonzentration des (-)-Isomeren übersteigt bei einer ersten Dosis diejenige des (+)-Isomeren. Während wiederholter Anwendung von Tranylcypromin sind die Plasmakonzentrationen der beiden Iso-mere etwa gleich. Maximale Blutspiegel werden in der Regel 0,5–3,5 Stunden nach Verabreichung er-reicht.

Pharmazeutische Angaben - Jatrosom® 20mg

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern Lactose-Monohydrat Maisstärke

mikrokristalline Cellulose hochdisperses Siliciumdioxid

Filmüberzug Poly(vinylalkohol) Macrogol 3350 Titandioxid Talkum

Eisen(III)-hydroxid-oxid (E172) Eisen(II,III)-oxid (E172) Indigocarmin-Aluminiumsalz (E132)

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C lagern.

Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackung (PVC/PVDC-Folie mit kindersicherer Aluminiumfolie). Packungen mit 20, 30, 50, 90 und 100 Filmtabletten.

Klinikpackungen mit 500 Filmtabletten als Bündelpackung.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

Weblinks

Packungen und Preis

Jatrosom® 20mg 20 Filmtbl. N1
Preis
58,92 €
Zuzahlung
5,89 €

Versicherungsliste

BARMER | DAK-Gesundheit | HEK - Hanseatische Krankenkass (100171007, 100571001, ...) | KKH | Techniker Krankenkasse | hkk | hkk (102400510)
Jatrosom® 20mg 50 Filmtbl. N2
Preis
130,03 €
Zuzahlung
10,00 €

Versicherungsliste

BARMER | DAK-Gesundheit | HEK - Hanseatische Krankenkass (100171007, 100571001, ...) | KKH | Techniker Krankenkasse | hkk | hkk (102400510)
Jatrosom® 20mg 100 Filmtbl. N3
Preis
247,59 €
Zuzahlung
10,00 €

Versicherungsliste

BARMER | DAK-Gesundheit | HEK - Hanseatische Krankenkass (100171007, 100571001, ...) | KKH | Techniker Krankenkasse | hkk | hkk (102400510)
Jatrosom® 20mg 20 Filmtbl.
Preis
-
Zuzahlung
-

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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