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Präparate

prostavasin® 20 µg, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Wechselwirkungen-Liste
Beschränkungen

Verschreibungsinformationen

Versicherungsliste

Arzneimittel ist nicht auf der Liste.

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Durchblutungsfördernde Mittel,
- ausgenommen Prostanoide zur parenteralen Anwendung zur Therapie der pAVK im Stadium III / IV nach Fontaine in begründeten Einzelfällen
- ausgenommen Naftidrofuryl bei pAVK im Stadium II nach Fontaine soweit ein Therapieversuch mit nicht-medikamentösen Maßnahmen erfolglos geblieben ist und bei einer schmerzfreien Gehstrecke unter 200 Meter.
Der Einsatz von durchblutungsfördernden Mitteln ist besonders zu begründen.

Verordnungseinschränkung verschreibungspflichtiger Arzneimittel nach dieser Richtlinie. [4]

Sonstige Informationen

Name des Präparats

prostavasin® 20 µg, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Ja

Darreichungsform

Pulver zur Herst. e. Inf.-Lsg.

Hersteller

Amdipharm Limited

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.9.2025
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Fachinfo - prostavasin® 20

Anwendungsgebiete

Therapie der chronischen arteriellen Verschlusskrankheit im Stadium III und IV, wenn eine lumenerweiternde Therapie nicht möglich oder erfolglos ist.

Die intravenöse Verabreichung bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit im Stadium IV wird nicht empfohlen.

Dosierung

Dosierung

Intraarterielle Infusion im Stadium III und IV:

Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse kann die intraarterielle Therapie mit prostavasin 20 µg

nach folgendem Dosierungsschema durchgeführt werden:

Der Inhalt einer Ampulle prostavasin 20 µg (entsprechend 20 µg Alprostadil) wird in 50 ml physiologischer Natriumchloridlösung gelöst.

Eine 1/2 Ampulle prostavasin 20 µg (10 µg Alprostadil) wird über 60 – 120 Minuten mittels Infusionspumpe i.a. infundiert. Die Dosis kann, insbesondere bei Vorliegen von Nekrosen, unter Beachtung der Verträglichkeit auf 1 Ampulle (20 µg Alprostadil) erhöht werden. Die Anwendung erfolgt im Allgemeinen einmal täglich.

Soll die intraarterielle Infusion mit Verweilkatheter durchgeführt werden, empfiehlt sich in Abhängigkeit von der Verträglichkeit und vom Schweregrad der Erkrankung eine Dosierung von 0,1 - 0,6 ng/kg KG/min über 12 Stunden mittels Infusionspumpe (entsprechend ¼ -

1½ Ampullen prostavasin 20 µg).

Intravenöse Infusion im Stadium III:

Die intravenöse Verabreichung bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit im Stadium IV wird nicht empfohlen.

Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse kann die intravenöse Therapie mit prostavasin 20 µg, soweit nicht anders verordnet, nach folgendem Dosierungsschema durchgeführt werden:

Der Inhalt von 2 Ampullen prostavasin 20 µg (40 µg Alprostadil) wird in 50 – 250 ml physiologischer Natriumchloridlösung gelöst und über 2 Stunden i.v. infundiert. Diese Dosis wird 2-mal täglich i.v. appliziert.

Alternativ können auch einmal täglich 3 Ampullen prostavasin 20 µg (60 µg Alprostadil) in 50 – 250 ml physiologischer Natriumchloridlösung über 3 Stunden i.v. infundiert werden.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Niereninsuffizienz mit Kreatininwerten

> 1,5 mg/dl) sollte die intravenöse Therapie mit 2-mal täglich 1 Ampulle prostavasin 20 µg (2 x 20 µg Alprostadil) über 2 Stunden begonnen werden. Entsprechend dem klinischen Gesamtbild kann die Dosis innerhalb von 2 – 3 Tagen auf die o.g. Normaldosierung gesteigert werden.

Bei niereninsuffizienten Patienten sollte ebenso wie bei kardial gefährdeten Patienten das Infusionsvolumen auf 50 – 100 ml/Tag begrenzt und mittels Infusionspumpe appliziert werden (siehe Abschnitt 4.4).

Spezielle Patientengruppen

Patienten mit altersbedingter Neigung zu Herzinsuffizienz oder mit koronarer Herzkrankheit Patienten mit altersbedingter Neigung zu Herzinsuffizienz oder mit koronarer Herzkrankheit müssen überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit peripheren Ödemen

Patienten mit peripheren Ödemen müssen überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Patienten mit leichten (GFR ≤ 89 ml/min/1,73 m2) oder mäßigen (GFR ≤ 59 ml/min/1,73 m2) Nierenfunktionsstörungen sollten engmaschig überwacht werden (z. B. Flüssigkeitsbilanz und Nierenfunktionstests, siehe Abschnitt 4.4).

Gebärfähige Frauen

Gebärfähige Frauen müssen geeignete Verhütungsmaßnahmen während einer Behandlung anwenden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).

Kinder und Jugendliche

Alprostadil ist nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen empfohlen. Art und Dauer der Anwendung

prostavasin 20 µg wird intraarteriell bzw. intravenös infundiert. Die gebrauchsfertige Infusionslösung muss unmittelbar vor der Anwendung frisch zubereitet werden.

Nach 3-wöchiger Therapie mit prostavasin 20 µg ist zu entscheiden, ob die Fortsetzung der Infusion klinisch von Nutzen ist. Sofern kein therapeutischer Erfolg erreicht wurde, ist die Behandlung abzubrechen.

Insgesamt sollte ein Behandlungszeitraum von 4 Wochen nicht überschritten werden.

Gegenanzeigen

prostavasin 20 µg darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

  • Patienten mit einer Herzschwäche, wie z. B.

    • Klasse III und Klasse IV Herzinsuffizienzen gemäß der Definition der New York Heart Association (NYHA),

    • nicht hinreichend behandelter Herzinsuffizienz,

    • hämodynamisch relevante Herzrhythmusstörungen,

    • nicht hinreichend behandelten Herzrhythmusstörungen,

    • höhergradigen Mitral- und/oder Aortenklappenstenosen und/oder -insuffizienzen,

    • nicht hinreichend kontrollierter koronarer Herzerkrankung,

    • Herzinfarkt innerhalb der letzten 6 Monate in der Vorgeschichte.

  • Patienten mit klinischem oder radiologischem Verdacht auf ein akutes/chronisches Lungenödem, Lungenödem in der Vorgeschichte oder Lungeninfiltration.

  • Patienten mit schwerer chronisch obstruktiver (COPD) oder veno-okklusiver Lungenerkrankung (PVOD).

  • Patienten mit bekannten Lebererkrankungen einschließlich Patienten mit Anzeichen einer akuten Leberschädigung (erhöhte Transaminasen oder Gamma-GT) oder mit bekannter schwerer Leberschädigung (einschließlich einer in der Vorgeschichte).

  • Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Oligurie) (GFR ≤ 29 ml/min/1,73 m2).

  • Patienten mit Vielfachverletzungen (Polytrauma).

  • Patienten mit hämorrhagischer Diathese.

  • Patienten mit aktiven oder potenziellen Blutungsstellen wie z. B. akute erosive Gastritis, aktives Magen- und/oder Duodenalgeschwür.

  • Patienten mit intrazerebralen Blutungen.

  • Patienten mit Schlaganfall innerhalb der letzten 6 Monate in der Vorgeschichte.

  • Patienten mit schwerer Hypotonie.

  • während der Schwangerschaft und Stillzeit.

  • Vorliegen einer allgemeinen Kontraindikation gegen eine Infusionsbehandlung (wie dekompensierte Herzinsuffizienz, Lungenödem oder zerebrales Ödem und Hyperhydratation).

Warnhinweise

Patienten, die prostavasin 20 µg erhalten, sollten engmaschig bei jeder Dosierung überwacht werden. Insbesondere Patienten mit altersbedingter Neigung zu Herzinsuffizienz oder mit koronarer Herzkrankheit müssen während der Behandlung mit prostavasin 20 µg und einen Tag darüber hinaus stationär überwacht werden.

Regelmäßige Kontrollen der Herz-/Kreislauffunktionen sollten einschließlich des Blutdrucks, der Herzfrequenz und der Flüssigkeitsbilanz erfolgen, falls erforderlich einschließlich Gewichtskontrolle, Messung des zentralvenösen Drucks oder echokardiographische Kontrollen. Dabei sollen zur Vermeidung von Symptomen einer Überwässerung (Hyperhydratation) Infusionsvolumina von 50 – 100 ml/Tag Alprostadil (Infusionspumpe) nicht überschritten werden und die Infusionsdauer soll gemäß den Anweisungen in Abschnitt

4.2 befolgt werden. Bevor der Patient entlassen wird, sollten die Herz-/Kreislauffunktionen stabil sein.

In gleicher Weise sind Patienten mit peripheren Ödemen zu überwachen.

Patienten mit leichten (GFR ≤ 89 ml/min/1,73 m2) oder mäßigen (GFR ≤ 59 ml/min/1,73 m2) Nierenfunktionsstörungen sollten engmaschig überwacht werden (z. B. Flüssigkeitsbilanz und Nierenfunktionstests).

Alprostadil soll nur durch angiologisch erfahrene Ärzte angewendet werden, die mit modernen Möglichkeiten zur laufenden Überwachung der Herz- und Kreislauffunktionen

vertraut sind und über eine entsprechende Ausstattung verfügen. Alprostadil soll nicht per Bolus-Injektion verabreicht werden.

Bei gleichzeitiger Applikation von prostavasin 20 µg und Antihypertensiva, vasodilatierenden Arzneimitteln und Arzneimitteln zur Behandlung der koronaren Herzkrankheit muss eine intensive Herz-/Kreislaufüberwachung erfolgen (siehe Abschnitt 4.5).

Alprostadil sollte vorsichtig bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Magen-Darm-Erkrankungen, einschließlich erosiver Gastritis, Magen-Darm-Blutungen und Magen-und/oder Duodenalgeschwüren oder einer Vorgeschichte von intrazerebralen Blutungen oder anderen Blutungen eingesetzt werden (siehe Abschnitt 4.3).

Bei Patienten, die Begleitmedikamente erhalten, die das Blutungsrisiko erhöhen könnten, wie

z. B. Antikoagulantien oder Thrombozytenaggregationshemmer, ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.5). Diese Patienten sollten genauestens auf Anzeichen und Symptome von Blutungen überwacht werden.

Gebärfähige Frauen müssen geeignete Verhütungsmaßnahmen während einer Behandlung anwenden.

Alprostadil ist nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen empfohlen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen-Liste
Zu Wechselwirkungen hinzufügen

Wirkungsverstärkung nach gleichzeitiger Anwendung von Alprostadil mit folgenden Arzneimitteln

  • Antihypertensiva

  • Vasodilatatoren

  • Arzneimittel zur Behandlung der koronaren Herzkrankheit

    Sonstige Wechselwirkungen

    Bei gleichzeitiger Applikation von prostavasin 20 µg und Arzneimitteln, die die Blutgerinnung verzögern (Antikoagulantien, Thrombozytenaggregationshemmer), kann eine erhöhte Blutungsneigung auftreten. Da Alprostadil in vitro ein schwacher Thrombozytenaggregationshemmer ist, sollten Patienten, die gleichzeitig Antikoagulantien oder Thrombozytenaggregationshemmer erhalten, mit Vorsicht behandelt werden.

    Da Alprostadil die Wirkung blutdrucksenkender Arzneimittel verstärken kann (wie Antihypertensiva, Vasodilatatoren), sollte bei Patienten, die mit diesen Arzneimitteln behandelt werden, eine intensive Überwachung des Blutdrucks erfolgen.

Schwangerschaft

Gebärfähige Frauen

Gebärfähige Frauen müssen geeignete Verhütungsmaßnahmen während einer Behandlung mit Alprostadil anwenden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Alprostadil darf nicht gebärfähigen Frauen, Schwangeren oder stillenden Müttern verabreicht werden.

Fertilität

Präklinische Fertilitätsstudien wurden durchgeführt. In der empfohlenen klinischen Dosis von Alprostadil sind keine Auswirkungen auf die Fertilität zu erwarten.

Fahrtüchtigkeit

Alprostadil kann einen Abfall des systolischen Blutdrucks verursachen und kann einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen haben. Patienten sollten diesbezüglich gewarnt und darauf hingewiesen werden, dass beim Autofahren und Bedienen von Maschinen Vorsicht angebracht ist.

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10) Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Während der Verabreichung von Alprostadil können folgende Nebenwirkungen beobachtet werden:

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten:

  • Thrombozytopenie

  • Leukopenie

  • Leukozytose

    Erkrankungen des Immunsystems

    Gelegentlich:

  • Allergische Reaktionen (Überempfindlichkeit der Haut wie z. B. Ausschlag, Gelenkbeschwerden, Fieberreaktionen, Schwitzen, Schüttelfrost)

    Sehr selten:

  • Anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen

    Erkrankungen des Nervensystems

    Häufig:

  • Kopfschmerzen

  • Empfindungsstörungen an der erkrankten Extremität Gelegentlich:

  • Verwirrtheitszustände Selten:

  • Krampfanfälle zerebralen Ursprungs

    Nicht bekannt:

  • Apoplektischer Insult

    Herz- und Gefäßerkrankungen

    Gelegentlich:

  • Blutdruckabfall

  • Tachykardie

  • Angina Pectoris Selten:

  • Arrhythmien

  • Kardiale Dekompensation mit Ausbildung eines akuten Lungenödems bis hin zu einer Globalinsuffizienz des Herzens

    Nicht bekannt:

  • Myokardinfarkt

  • Hämorrhagie

    Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

    Selten:

  • Lungenödem Nicht bekannt:

  • Dyspnoe

    Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

    Gelegentlich:

  • Gastrointestinale Erkrankungen einschließlich Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Beschleunigungseigenschaften von Alprostadil (Durchfall, Übelkeit, Erbrechen)

    Nicht bekannt:

  • Gastrointestinale Hämorrhagie

    Leber– und Gallenerkrankungen

    Selten:

  • Leberenzymabnormität

    Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

    Häufig:

  • Rötungen

  • Ödeme

  • Flush

    Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

    Gelegentlich:

  • Gelenkbeschwerden Sehr selten:

  • Reversible Hyperostosen der langen Röhrenknochen nach mehr als 4-wöchiger Therapie

    Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

    Sehr häufig:

  • Schmerzen

  • Erytheme und Ödeme an der infundierten Extremität nach intraarterieller Anwendung Häufig:

  • Ähnliche Symptome auch bei intravenöser Anwendung

  • Zusätzlich Rötungen der infundierten Vene

    Nach intraarterieller Anwendung:

  • Wärmegefühl

  • - Gefühl von Schwellungen

  • - Lokales Ödem

  • - Parästhesie Gelegentlich:

  • - Schweißausbrüche

  • - Schüttelfrost

  • - Fieber

    Nach intravenöser Anwendung:

  • Wärmegefühl

  • Gefühl von Schwellungen

  • Lokales Ödem

  • Parästhesie Nicht bekannt:

  • Venenentzündung an der Injektionsstelle

  • Thrombose an der Einstichstelle der Katheterspitze

  • Lokale Blutungen

    Untersuchungen

    Gelegentlich:

  • Anstieg der Leberenzymwerte (Transaminasen)

  • Temperaturerhöhung

  • Veränderungen des CRP (C-reaktives Protein), eine rasche Normalisierung tritt nach Abschluss der Behandlung ein.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Symptome

Im Falle einer Überdosierung mit Alprostadil kann es - bedingt durch den vasodilatatorischen Effekt – zu einem Blutdruckabfall mit einer Tachykardie kommen.

Weiterhin können auftreten: vasovagale Synkope mit Blässe, Schweißausbruch, Übelkeit und Erbrechen, Myokardischämien und Herzinsuffizienz.

Lokal können Schmerzen, Schwellungen und Rötungen an der infundierten Vene auftreten.

Behandlung

Bei Überdosierung oder Symptomen einer Überdosierung muss die Infusion sofort verlangsamt oder abgebrochen werden. Bei einem Blutdruckabfall sollte der Patient in Rückenlage gebracht und die Beine hochgelagert werden. Persistieren die Symptome, sollten kardiale Untersuchungen/Tests durchgeführt werden. Falls erforderlich, sollten Arzneimittel verabreicht werden, die den Kreislauf stabilisieren (z. B. Sympathomimetika). Bei schweren kardiovaskulären Ereignissen (z. B. Myokardischämie, Herzinsuffizienz) sollte die Infusion unverzüglich abgebrochen werden.

Pharmakologische Eigenschaften - prostavasin® 20

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Herzmittel, Prostaglandine ATC-Code: C01EA01

Wirkmechanismus

Alprostadil, der Wirkstoff von prostavasin 20 µg, ist ein Vasodilatator und steigert die Durchblutung durch Relaxation der Arteriolen und präkapillaren Sphinkteren. Alprostadil führt zu einer Verbesserung der Mikrozirkulation.

Alprostadil verbessert die Fließeigenschaften des Blutes. Nach intravenöser Infusion am Probanden oder Patienten wird eine Erhöhung der Erythrozytenflexibilität und eine Hemmung der Erythrozytenaggregation ex vivo beobachtet.

Alprostadil ist ein wirksamer Inhibitor der Thrombozytenaktivierung von Tier und Mensch in vitro. Die Hemmung erstreckt sich auf Formänderung, Aggregation, Sekretion von Granulainhaltsstoffen und Freisetzung des aggregationsfördernden Thromboxan. Im Tierexperiment reduziert Alprostadil die Thrombenbildung in vivo.

Pharmakodynamische Wirkungen

Unter therapeutischer Applikation beim Menschen kommt es zu einer Stimulation der Fibrinolyse und einem Anstieg von Parametern der endogenen Fibrinolyse (Plasminogen, Plasmin, Gewebe-Plasminogenaktivator-Aktivität).

Pharmakokinetik

Der Komplex aus Alprostadil (PGE1) und Alfadex (alpha-Cyclodextrin) dissoziiert bei der Herstellung der Infusionslösung in die Bestandteile. Die Pharmakokinetik der beiden Substanzen ist somit unabhängig von der Komplexbildung im Lyophilisat.

Alprostadil erreicht nach intravenöser Applikation von 60 µg Alprostadil/2 h beim Probanden maximale Konzentrationen im Plasma, die ungefähr 6 pg/ml über denen der Plazebo-Phase (2,4 pg/ml) liegen. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt für die α-Phase ca. 0,2 min (Schätzwert) und für die ß-Phase ca. 8 min. Die Steady-State-Konzentration ist daher bereits kurz nach Infusionsbeginn erreicht. Tmax kann nicht angegeben werden, da sich ein Plateau einstellt.

Biotransformation

Alprostadil wird überwiegend in der Lunge metabolisiert: ca. 80 – 90 % bei einer Lungenpassage. Dabei entstehen die primären Metabolite 15-Keto-PGE1, PGE0 (13,14-Dihydro-PGE1) und 15-Keto-PGE0 (13,14-Dihydro-15-Keto-PGE1), die ihrerseits einem weiteren Abbau, vor allem durch ß-Oxidation und ω-Oxidation, unterliegen.

Von den primären Metaboliten konnte 15-Keto-PGE0 nur in vitro unter Verwendung von Lungenhomogenaten nachgewiesen werden. PGE0 erreicht im Plasma beim Probanden nach der intravenösen Applikation von 60 µg Alprostadil/2 h maximale Konzentrationen von 11,8 pg/ml über der Plazebo-Phase (1,7 pg/ml) mit Eliminationshalbwertszeiten von ca.

2 min für die α-Phase und ca. 33 min für die ß-Phase. Tmax ist nach 119 min erreicht. Für 15-

Keto-PGE0 betragen die entsprechenden Werte: Cmax = 151 pg/ml (Plazebo 8 pg/ml), t1/2α ca. 2 min, t1/2ß 20 min und Tmax = 106 min.

Elimination

Alprostadil wird im Plasma zu ca. 93 % an makromolekulare Bestandteile gebunden. Die Metabolite werden zu 88 % über den Urin und zu 12 % über die Fäzes ausgeschieden. Die Elimination ist nach 72 h vollständig. Für Alfadex wird in tierexperimentellen Untersuchungen eine Halbwertszeit von ca. 7 min gefunden. Alfadex wird dabei unverändert renal ausgeschieden.

Pharmazeutische Angaben - prostavasin® 20

Liste der sonstigen Bestandteile

Alfadex Lactose

Inkompatibilitäten

Bei Einwirkung von Hitze, Feuchtigkeit und Licht kann unter Abspaltung der OH-Gruppe in Position 11 die Bildung von Prostaglandin A1 erfolgen.

Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

Die gebrauchsfertige Infusionslösung muss unmittelbar vor der Anwendung frisch zubereitet werden.

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Infusionslösung wurde für bis zu 24 Stunden bei 21 °C bis 24 °C nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Infusionslösung sofort verwendet werden. Wenn die gebrauchsfertige Infusionslösung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Auch wenn die Herstellung der gebrauchsfertigen Infusionslösung unter kontrolliert aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C aufzubewahren.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Art und Inhalt des Behältnisses

Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung in farblosen 5-ml-Ampullen aus Glas (Typ I) Packungen mit 15, 30, 45, 60 Ampullen zu je 48,2 mg Pulver

Klinikpackungen mit 10 (1 x 10), 15 und 20 (2 x 10) Ampullen zu je 48,2 mg Pulver Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

und sonstige Hinweise zur Handhabung

Siehe Abschnitt 4.2 „Dosierung und Art der Anwendung“

Der Ampulleninhalt besteht aus einem weißen Pulver, welches eine ca. 3 mm dicke, feste Schicht auf dem Boden der Ampulle bildet. Die Schicht kann Risse aufweisen und etwas bröckeln. Bei einer Beschädigung der Ampulle ist der normalerweise trockene Ampulleninhalt feucht und klebrig und verliert stark an Volumen. prostavasin 20 µg darf in diesem Fall nicht mehr verwendet werden.

Das Pulver löst sich nach Zugabe von physiologischer Natriumchloridlösung sofort auf. Anfangs kann die Lösung milchig trüb erscheinen. Dies ist auf Luftbläschen zurückzuführen und ohne Bedeutung. Diese Bläschen verschwinden innerhalb kurzer Zeit und es entsteht eine klare Lösung.

Weblinks

Packungen und Preis

prostavasin® 20 µg 15 Amp. N1
Preis
344,90 €
Zuzahlung
10,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.
prostavasin® 20 µg 30 Amp. N2
Preis
677,71 €
Zuzahlung
10,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.
prostavasin® 20 µg 45 Amp. N3
Preis
1.010,52 €
Zuzahlung
10,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.
prostavasin® 20 µg 10 Amp.
Preis
-
Zuzahlung
-

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.
prostavasin® 20 µg 20 Amp.
Preis
-
Zuzahlung
-

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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