Kaliumpermanganat Loesung 1% SR
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
Darreichungsform
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Fachinfo - Kaliumpermanganat 1%
Zur Keimminderung auf der Haut. Zum Bereiten von Bädern, Spülungen und Um-schlägen.
Dosierung
Als verdünnte (schwach violett gefärbte) Lösung anwenden.
Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
Mit der verdünnten Lösung sollten 2 – 3-mal täglich Spülungen, Umschläge, Bäder für jeweils maximal 30 min gemacht werden.
Kinder und Jugendliche
Keine Angabe.
Art der Anwendung
Nach Verdünnen mit Wasser zur Anwendung auf der Haut, zu Spülungen, zum Be-reiten von Umschlägen und Bädern.Die Dauer der Anwendung richtet sich nach dem klinischen Krankheitsverlauf. Im Rahmen der Selbstmedikation sollte die Kaliumpermanganatlösung 1% SR nicht länger als 14 Tage angewendet werden.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.
Als Methämoglobinbildner kann Kaliumpermanganat bei Personen mit Methämoglo-bin-Reduktase-Insuffizienz eine schwere Methämoglobinämie verursachen.
Kaliumpermanganatlösung 1% SR kann unverdünnt reizend und ätzend auf die Haut oder Schleimhaut wirken und sollte daher nur in Verdünnungen (bis zu 0,1 %) verwendet werden (siehe Abschnitt 4.2). Versehentlich aufgebrachtes Lösungs-konzentrat durch Spülen mit reichlich Wasser entfernen.
Kaliumpermanganat kann die Haut, Textilien und andere Gegenstände violett färben. Eine schonende Fleckentfernung ist mit Ascorbinsäurelösungen (ca. 10prozentig) möglich.
In Gegenwart von oxidationsempfindlichen Stoffen, Iodid, Wasserstoffperoxid u. a. kann es zur Inaktivierung der Reaktionspartner und damit zum Wirkungsverlust kommen. Kaliumpermanganat-Lösungen sollten deshalb nicht mit anderen Lösungen gemischt werden.
Kaliumpermanganat-Lösungen sollten in der Schwangerschaft nicht angewendet wer-den, da keine ausreichenden Untersuchungen über fruchtschädigende Wirkungen vorliegen.
Da nicht bekannt ist, ob die Substanz in die Muttermilch übergeht, sollte eine Anwendung auch in der Stillzeit unterbleiben.
Die Anwendung von Kaliumpermanganat-Lösungen hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zu Grunde gelegt:
| Sehr häufig (≥ 1/10) | Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) |
| Häufig (≥1/100 bis < 1/10) | Sehr selten (< 1/10.000) |
| Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlageder verfügbaren Daten nicht abschätzbar) |
Nicht bekannt:
Bei Anwendung von Lösungen mit einer Kaliumpermanganat-Konzentration ≥ 0,5% an der Haut/Schleimhaut kann es zu Reizungen bis hin zur Verätzung kommen. Dies kann einhergehen mit einer braunen Verfärbung (Braunstein).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3 D-53175 Bonn
Website: http://www.bfarm.de
anzuzeigen.
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Symptome der Intoxikation
Kaliumpermanganat wirkt als Substanz und in konzentrierter Lösung ätzend auf Schleimhäute und irritativ auf die Haut.
Die Intoxikation von peroral aufgenommenem Kaliumpermanganat äußert sich in Schwindelgefühl. Mundhöhle und Erbrochenes sind braun gefärbt (Braunstein). Bei der Einnahme einer größeren Substanzmenge kommt es lokal zu Ödemen und Ver-ätzungen der Schleimhaut. Durch Kaliumpermanganat (10g) kann es zu Herz- und Nierenversagen kommen.
Die Berichte von Intoxikations- und systemischen Therapiefällen zeigen, dass keine klinisch relevanten Mengen aus dem Magen-Darmtrakt resorbiert werden.
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Therapie von Intoxikationen
Im akuten Fall ist die Gabe von rohem Ei, Milch und Brecherregung angezeigt.
Bei peroraler Aufnahme einer größeren Menge Kaliumpermanganat-Lösung sind die üblichen Maßnahmen zur Giftentfernung anzuwenden. Die Nierenfunktion ist zu über-wachen.
Pharmakologische Eigenschaften - Kaliumpermanganat 1%
Pharmakotherapeutische Gruppe: Dermatologika, Antiseptikum + Desinfiziens, ATC-Code: D08AX06
Die mittlere minimale Hemmkonzentration (MMK) gegenüber Hefen und Pilzen liegt im Suspensionstest (10 min) bei 300 μg/ml (Candida albicans) und bei 10 mg/ml (Pe-nicillium notatum).
Eine 0,015%-ige Kaliumpermanganatlösung reduziert die häufigsten Keime (Staph. aureus 79%, gram-negative Stäbchen 39%, Staph. epidermidis 21%, Proteus 21% und Pseudomonas 14%) bei Ulkus cruris venosum. Die durchschnittliche Bakterien-An-zahl pro Ulkus wurde von 4,4x106 auf 0,9x106 reduziert.
Es zeigt sich eine Abnahme von Staph. aureus in vivo nach topischer Anwendung einer Kaliumpermanganatlösung 1:20000 bei 10 Kindern mit atopischer Dermatitis.
In-vitro zeigte sich unter Kaliumpermanganat eine Reduktion der Keimzahl um eine log-Stufe.
Ebenfalls in-vitro zeigte Kaliumpermanganat 1:12000 bakterizide Wirkung auf Enterobacteriaceae (Proteus vulgaris, Proteus mirabilis), Micrococcaceae (Staph. epidermidis) und Streptococcaceae (Enterokokken).
Die intensive Wirkung auf verschiedene Viren ist nachgewiesen worden.
Diese günstigen antimikrobiellen Eigenschaften werden durch die rasche Inaktivierung des Kaliumpermanganats durch leicht oxidierbare Stoffe (Wundbestandteile und andere Proteine) in Körperflüssigkeiten aufgewogen. Dem bei der Umsetzung ent-stehenden Mangandioxid kommt eine adstringierende Wirkung zu.
Wirkmechanismus
Verantwortlich für die antimikrobielle Wirkung ist die oxidative Wirkung des Kaliumpermanganats.
Resistenz
In der Literatur wurden bisher keine Berichte über Resistenzgene aus Bakterien publi-ziert. Somit kann die Frage nach einem Gen, das für Kaliumpermanganat kodierte, verneint werden.
Pharmazeutische Angaben - Kaliumpermanganat 1%
Die Dauer der Haltbarkeit von Solutio Kalii permanganici 1% SR / Kaliumperman-ganat-Lösung 1% SR beträgt 3 Jahre.
Nach Anbruch 6 Monate verwendbar.
Das Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden.
Flasche mit 100 g Lösungskonzentrat zum Herstellen verdünnter Lösungen
und sonstige Hinweise zur Handhabung
Zum Herstellen einer 0,001-prozentigen Lösung werden verdünnt:
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1 ml Lösungskonzentrat = 20 Tropfen mit 1 Liter Trinkwasser zum Spülen von Wunden, zu Umschlägen;
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5 ml Lösungskonzentrat = 1 Teelöffel mit 5 Liter Wasser für ein Fußbad.
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Für ein Vollbad werden 100 ml Lösungskonzentrat auf 100 Liter Wasser gegeben.