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Präparate

Posifenicol® C 1 % Augensalbe

Wechselwirkungen-Liste
1
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Beschränkungen

Verschreibungsinformationen

Versicherungsliste

Arzneimittel ist nicht auf der Liste.

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Posifenicol® C 1 % Augensalbe

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Augensalbe

Hersteller

Ursapharm Arzneimittel GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.9.2021
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Fachinfo - Posifenicol® 1 %

Anwendungsgebiete

Schwere Bindehaut- und Hornhautin-fektionen mit Chloramphenicol-empfindlichen Erregern bei Kindern und Erwachsenen.

Chloramphenicol sollte nur in seltenen Ausnahmefällen, wenn risikoärmere Antibiotika unwirksam oder kontraindi-ziert sind, angewendet werden.

Stand: September 2021

Die lokale Anwendung am Auge erfor-dert eine sorgfältige Indikationsstellung und sollte so kurz wie möglich und nur in Ausnahmefällen länger als 2 Wochen erfolgen.

Dosierung

Dosierung

Es wird ein 0,5 - 1 cm langer Sal-benstrang alle 2 Stunden (in akuten Fäl-len stündlich) in den Bindehautsack ap-pliziert.

Posifenicol C 1 % sollte nicht länger als 2 Wochen gegeben werden. Die An-wendungsdauer sollte so kurz wie mög-lich sein.

Kinder

Bei Neugeborenen kann aufgrund der geringeren Ausscheidung durch die noch nicht voll entwickelte Verstoff-wechselung und des damit verbundenen Risikos von dosisabhängigen Neben-wirkungen eine Dosisanpassung erfor-derlich sein. Die maximale Behand-lungsdauer beträgt 10 – 14 Tage.

Art der Anwendung

Zur Anwendung am Auge.

Augensalben sollten grundsätzlich so angewendet werden, dass ein Kontakt der Tubenspitze mit Auge oder Ge-sichtshaut vermieden wird.

Gegenanzeigen

Posifenicol C 1 % darf nicht angewen-det werden bei

  • Überempfindlichkeit gegen Azidam-fenicol, Chloramphenicol,

    Thiamphenicol oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

    • Erkrankungen des hämatopoetischen Systems

      (z. B. aplastische Anämie, schwere akute intermittierende Porphyrie, hämolytischer Ikterus)

    • schweren Leberfunktionsstörungen

    • Schwangerschaft und Stillzeit

Warnhinweise

Grundsätzlich dürfen bei der vorliegen-den Erkrankung keine Kontaktlinsen ge-tragen werden.

Wollwachs kann örtlich begrenzte Hautreaktionen (z. B. Kontaktdermati-tis) hervorrufen.

Wechselwirkungen

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Zu Wechselwirkungen hinzufügen

Es muss damit gerechnet werden, dass Posifenicol C 1 % die Wirkung anderer potenziell hämatotoxischer Substanzen auf das hämatopoetische System ver-stärkt (z. B. Phenazopyridin, Phenylbu-tazon, Sulfonamide, Diphenylhydanti-on).

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft und Stillzeit darf Posifenicol C 1 % nicht gegeben werden, da es in den kindlichen Organismus und in die Muttermilch übergeht, und beim Neugeborenen und Säugling schwere Schäden wie Störun-gen der Blutbildung nicht auszuschlie-ßen sind.

Fahrtüchtigkeit

Nach der Anwendung von Posifenicol C 1 % kommt es infolge des Salbenfilms auf der Hornhaut vorübergehend zu Schleiersehen, wodurch das Reaktions-vermögen im Straßenverkehr, beim Be-dienen von Maschinen oder beim Arbei-ten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird.

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Neben-wirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr Häufig (≥ 1/10) Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis <1/100) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundla-ge der verfügbaren Daten nicht ab-schätzbar)

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt: Sensibilisierung

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr selten: Neuritis nervi optici. Es ist ein sofortiges Absetzen von Posifenicol C 1 % erforderlich.

Nicht bekannt: bitterer Geschmack

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten: Panzytopenie oder aplasti-sche Anämie, Leukozytopenie, Agra-nulozytose und Thrombozytopenie (iso-liert oder kombiniert vorkommend)

Augenerkrankungen

Nicht bekannt: Allergische Reaktionen sind möglich, z. B. Juckreiz, Brennen, Lidschwellung, Bindehautschwellung und -rötung

Erkrankungen der Haut und des Unter-hautgewebes

Nicht bekannt: Urtikaria, vesikuläre oder makulopapulöse Exantheme

Hinweise für die Behandlung:

Das Blutbild sollte regelmäßig kontrol-liert werden (einschließlich Thrombozy-ten und Retikulozyten) insbesondere, wenn eine länger dauernde Behandlung erforderlich sein sollte. Bei der Anwen-dung kann Posifenicol C 1 % zu Kno-chenmarksaplasie führen.

Meldung des Verdachts auf Neben-wirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Ne-benwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arz-neimittels. Angehörige von Gesund-heitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Me-dizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Webseite: www.bfarm.de anzu-zeigen.

Überdosierung

Bei oraler Aufnahme von Chloram-phenicol oberhalb der drei- bis fünffa-chen systemischen Tagesdosis können ggf. resorptionsverhindernde Maßnah-men erforderlich werden. Diese Mengen werden jedoch bei Aufnahme des Inhal-tes einer Tube Chloramphenicol-Augensalbe mit 50 mg Chloramphenicol nicht erreicht.

Pharmakologische Eigenschaften - Posifenicol® 1 %

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe:

Ophthalmika/Breitspektrumanti-biotikum,

ATC-Code: S01AA01

Chloramphenicol ist ein natürliches Phenylalanin-Derivat aus Streptomyces venezuelae, das zur Strukturklasse der Phenicole zählt. Die Herstellung erfolgt heutzutage jedoch synthetisch.

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von Chlo-ramphenicol beruht auf einer Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese durch Bindung an das Peptidyltransferase-zentrum innerhalb der 50S-Untereinheit des bakteriellen Ribosoms. Hierbei wird die Bildung von Peptidbindungen zwi-schen den Aminosäuren unterdrückt.

Chloramphenicol wirkt bakteriostatisch.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im Wesentli-chen von der Zeitdauer ab, während der der Wirkstoffspiegel oberhalb der mi-nimalen Hemmkonzentration (MHK) des Erregers liegt.

Resistenzmechanismen

Eine Resistenz gegenüber Chloramphe-nicol kann auf folgenden Mechanismen beruhen:

  • Enzymatische Inaktivierung: Über-tragung einer Acetylgruppe durch Chloramphenicol-Acetyltransferasen (CATs), wodurch die Affinität von Chloramphenicol zu seinem riboso-malen Rezeptor deutlich vermindert wird.

  • Unzureichende Penetration von Chloramphenicol in das Zellinnere durch Verlust oder Modifikation von Transportsystemen der äußeren Zellmembran

  • Ausschleusung von Chloramphenicol aus der Bakterienzelle mittels spezi-fischer Effluxpumpen oder unspezifi-scher Multidrug-Transportproteine

  • Veränderung der Zielstruktur durch Modifikation der ribosomalen Bin-dungsstelle

Es besteht eine Kreuzresistenz mit verwand-ten Wirkstoffen aus der Phenicolgruppe wie Thiamphenicol und Azidamphenicol.

Grenzwerte

Die Testung von Chloramphenicol erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungs-reihe. Folgende minimale Hemmkonzentra-tionen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:

EUCAST (European Committee on Antimi-crobial Susceptibility Testing) Grenzwerte

Erreger Sensibel Resistent
Enterobacteriaceae ≤ 8 mg/l > 8 mg/l
Staphylococcusspp. ≤ 8 mg/l > 8 mg/l
Streptococcus spp. (Gruppen A, B, C, G) ≤ 8 mg/l > 8 mg/l
Streptococcus pneumoniae ≤ 8 mg/l > 8 mg/l
Haemophilus in-fluenzae ≤ 1 mg/l > 2 mg/l
Moraxella ca-tarrhalis ≤ 1 mg/l > 2 mg/l

CLSI (Clinical Laboratory Standards Insti-tute) Grenzwerte

Erreger Sensibel Resistent
Enterococcus spp. ≤ 8 mg/l ≥ 32 mg/l
Streptokokken der„Viridans“-Gruppe ≤ 4 mg/l ≥ 16 mg/l
Stenotrophomonas maltophilia ≤ 8 mg/l ≥ 32 mg/l

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Ver-lauf der Zeit variieren. Deshalb sind - insbe-sondere für die adäquate Behandlung schwe-rer Infektionen - lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation die Wirksamkeit von Chloramphenicol in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten angestrebt werden. Insbe-sondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobio-

logische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegen-über Chloramphenicol anzustreben.

Die unten angegebenen Informationen stammen im Wesentlichen aus einer aktuel-len Resistenztestungsstudie mit 1.391 Isola-ten okulären Ursprungs (überwiegend exter-ne Abstriche) aus 31 deutschen Zentren. Den Angaben liegen die o.g. Grenzwerte für die systemische Anwendung zugrunde. Bei lo-kaler Anwendung von Chloramphenicol am Auge werden lokal (meist) deutlich höhere Konzentrationen des Antibiotikums als bei der systemischen Anwendung erreicht, so dass eine klinische Wirksamkeit in den zu-gelassenen Indikationen auch bei Erregern gegeben sein kann, die in der in vitro Resis-tenzbestimmung als resistent definiert wur-den.

Üblicherweise empfindliche Spezies
Aerobe Gram-positive Mikroorganismen
Streptococcus pneumoniae
Staphylococcus aureus
Staphylococcus epidermidis
Streptokokken der “Viridans”-Gruppe
Aerobe Gram-negative Mikroorganismen
Enterobacter cloacae
Haemophilus influenzae
Moraxella catarrhalis
Neisseria gonorrhoeae °
Klebsiella oxytoca
Klebsiella pneumoniae
Stenotrophomonas maltophilia
Anaerobe Mikroorganismen
Bacteroides fragilis °
Fusobacterium spp. °
Peptoniphilus spp. °
Peptostreptococcus spp. °
Andere Mikroorganismen
Chlamydia spp °
Mycoplasma spp °
Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können
Aerobe Gram-positive Mikroorganismen
Enterococcus faecalis
Aerobe Gram-negative Mikroorganis-men
Escherichia coli
Proteus mirabilis
Von Natur aus resistente Spezies
Aerobe Gram-negative Mikroorganis-men
Acinetobacter baumannii
Pseudomonas aeruginosa
Serratia spp.
Andere Mikroorganismen
Mycobacterium spp.
Nocardia spp.

° Bei Veröffentlichung der Tabelle la-gen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur, Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

Pharmakokinetik

Chloramphenicol penetriert gut in alle Gewebe. Bei lokaler Anwendung am Auge penetriert es die Kornea.

Pharmazeutische Angaben - Posifenicol® 1 %

Liste der sonstigen Bestandteile

1 g Salbe enthält

Weißes Vaselin, Dickflüssiges Paraffin, Wollwachs

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Posifenicol C 1 % soll nach Ablauf des Verfalldatums (siehe Umkarton oder Tube) nicht mehr angewendet werden.

Nach dem ersten Öffnen der Tube ist die Augensalbe höchstens 4 Wochen verwendbar.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

Art und Inhalt des Behältnisses

Tube aus Aluminium mit Schraubver-schluss aus Polyethylen.

Die folgende Packungsgröße ist erhält-lich:

Faltschachtel mit 1 Tube zu 5 g

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

Weblinks

Packungen und Preis

Posifenicol® C 1% Augensalbe 5 g N2
Preis
16,05 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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