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Präparate

IMDYLLTRA 1 mg Pulver zur Herstellung eines Konzentrats und Lösung zur Herstellung einer Infusionslösung

Wechselwirkungen-Liste
3

Verschreibungsinformationen

Versicherungsliste

Arzneimittel ist nicht auf der Liste.

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

IMDYLLTRA 1 mg Pulver zur Herstellung eines Konzentrats und Lösung zur Herstellung einer Infusionslösung

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Pulver für ein Konz. zur Herst. e. Inf.-Lsg. | Lösungsmittel

Hersteller

Amgen GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

23.6.2026
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Fachinfo - IMDYLLTRA 1 mg

Anwendungsgebiete

IMDYLLTRA wird als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium (extensive-stage small cell lung cancer, ES-SCLC) angewendet, die nach Krankheitsprogression während oder nach einer Erstlinienbehandlung basierend auf platinhaltiger Chemotherapie eine systemische Therapie benötigen.

Dosierung

Die Behandlung mit IMDYLLTRA sollte unter der Anleitung und Aufsicht eines in der Anwendung von Krebstherapien erfahrenen Arztes eingeleitet und in einer geeigneten Gesundheitseinrichtung angewendet werden. Siehe Tabelle 2 für Empfehlungen zu möglichen Begleitmedikationen.

Patienten sind an Tag 1 und Tag 8 ab Beginn der Infusion für 6 bis 8 Stunden zu überwachen. Eine zusätzliche Überwachung sowie eine Überwachung bei nachfolgenden Infusionen erfolgen nach Ermessen des Arztes.

Für Tag 1 und Tag 8 sollten Patienten angewiesen werden, für 24 Stunden ab Beginn jeder Infusion zusammen mit einer Betreuungsperson in der Nähe einer geeigneten Gesundheitseinrichtung zu verbleiben.

Sowohl Patienten als auch Betreuungspersonen sind vor der Entlassung über Anzeichen und Symptome eines Zytokinfreisetzungssyndroms (cytokine release syndrome, CRS) und eines Immuneffektorzellenassoziierten Neurotoxizitätssyndroms (immune effector cell-associated neurotoxicity syndrome, ICANS) aufzuklären.

Dosierung

Das empfohlene Dosierungsschema von IMDYLLTRA besteht aus einer Anfangsdosis von 1 mg an Tag 1, gefolgt von 10 mg an den Tagen 8 und 15 sowie danach alle 2 Wochen, wie in Tabelle 1 gezeigt.

Patienten sollten bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Auftreten einer nicht tolerierbaren Toxizität behandelt werden.

Tabelle 1: Empfohlenes Dosierungsschema von IMDYLLTRA

Dosis von IMDYLLTRA
Tag 1 1 mg
Tag 8 10 mg
Tag 15 und danach alle 2 Wochen 10 mg

Empfohlene Begleitmedikationen

Begleitmedikationen zur Anwendung von IMDYLLTRA sind wie in Tabelle 2 angegeben anzuwenden, um das Risiko eines Zytokinfreisetzungssyndroms zu reduzieren (siehe Abschnitt 4.4).

Tabelle 2: Begleitmedikationen für Tag 1 und Tag 8

Behandlungstag Arzneimittel Anwendung
Tag 1 und Tag 8 8 mg Dexamethason intravenös (oder ein äquivalentes Arzneimittel) anwenden Innerhalb von 1 Stunde vor der IMDYLLTRA-Infusion
Gemäß leitliniengerechter Standardtherapie wird eine intravenöse Anwendung von 1 Liter 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung empfohlen. Unmittelbar nach Abschluss der IMDYLLTRA-Infusion

Wiederaufnahme der IMDYLLTRA-Behandlung nach Dosisverzögerung

Wenn sich die Gabe einer IMDYLLTRA-Dosis verzögert, sollte die Therapie basierend auf den in Tabelle 3 aufgeführten Empfehlungen wiederaufgenommen und das Dosierungsschema entsprechend fortgesetzt werden. Es sollten die empfohlenen Begleitmedikationen wie in Tabelle 2 angegeben angewendet werden.

Tabelle 3: Empfehlungen für eine Wiederaufnahme der Therapie mit IMDYLLTRA nach einer Dosisverzögerung

Letzte angewendete Dosis Zeit seit der letzten angewendeten Dosis Maßnahmea
1 mg an Tag 1 maximal 2 Wochen(≤ 14 Tage) 10 mg IMDYLLTRA anwenden, danach mit demgeplanten Dosierungsschema fortfahren.
länger als 2 Wochen (> 14 Tage) 1 mg IMDYLLTRA anwenden. Wenn die Dosis vertragen wird, 1 Woche später auf 10 mg erhöhen. Danach mit dem geplanten Dosierungsschema fortfahren.
10 mg an Tag 8 maximal 3 Wochen(≤ 21 Tage) 10 mg IMDYLLTRA anwenden, danach mit dem geplanten Dosierungsschema fortfahren.
länger als 3 Wochen (> 21 Tage) 1 mg IMDYLLTRA anwenden. Wenn die Dosis vertragen wird, 1 Woche später auf 10 mg erhöhen. Danach mit dem geplanten Dosierungsschema fortfahren.
10 mg an Tag 15 und danach alle 2 Wochen maximal 4 Wochen(≤ 28 Tage) 10 mg IMDYLLTRA anwenden, danach mit dem geplanten Dosierungsschema fortfahren.
länger als 4 Wochen (> 28 Tage) 1 mg IMDYLLTRA anwenden. Wenn die Dosis vertragen wird, 1 Woche später auf 10 mg erhöhen. Danach mit dem geplanten Dosierungsschema fortfahren.

a Empfohlene Begleitmedikationen vor und nach den IMDYLLTRA-Infusionen an Tag 1 und Tag 8 anwenden und Patienten entsprechend überwachen (siehe Tabelle 2).

Dosisänderungen und Management von Nebenwirkungen

Es wird keine Dosisreduktion für IMDYLLTRA empfohlen.

Empfohlene Maßnahmen zur Behandlung eines CRS siehe Tabelle 4, empfohlene Maßnahmen zur Behandlung eines ICANS siehe Tabelle 5 und empfohlene Maßnahmen zur Behandlung von anderen Nebenwirkungen siehe Tabelle 6.

Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS)

Ein CRS ist basierend auf dem klinischen Bild zu diagnostizieren (siehe Abschnitt 4.4). Patienten sind auf andere Ursachen von Fieber, Hypoxie und Hypotonie zu untersuchen und zu managen. Bei Verdacht auf ein CRS ist dieses entsprechend den Empfehlungen in Tabelle 4 zu behandeln. Patienten mit einem CRS von Grad 2 oder höher (z. B. Hypotonie ohne Ansprechen auf Flüssigkeitsgabe oder Hypoxie mit Bedarf an zusätzlichem Sauerstoff) sollten auf Anzeichen und Symptome eines CRS, einschließlich Fieber, Hypotonie und Hypoxie, je nach Befund mittels Pulsoxymetrie oder kardialer Telemetrie überwacht werden. Bei schwerem oder lebensbedrohlichem CRS werden eine Anti-IL-6-Therapie, z. B. mit Tocilizumab, sowie eine Aufnahme auf eine Intensivstation (ITS) zur supportiven Therapie empfohlen.

Tabelle 4: Leitlinien zur Einstufung, Dosisänderung und Behandlung bei Zytokinfreisetzungssyndroma

CRS-Grad Definierende Symptome IMDYLLTRA-Dosisänderung Behandlung
Grad 1 Symptome erfordern nur eine symptomatische Behandlung (z. B. Fieber≥ 38 °C ohne Hypotonie oder Hypoxie). unterbrechen, bis das Ereignis abgeklungen ist, danach die Behandlung mit IMDYLLTRA mit der nächsten geplanten Dosis wiederaufnehmen.b
  • IMDYLLTRA

  • Symptomatische fiebersenkende Behandlung (z. B. Paracetamol) beginnen.

  • 4 – 10 mg Dexamethasonc (oder ein äquivalentes Arzneimittel) oral oder intravenös erwägen.

CRS-Grad Definierende Symptome IMDYLLTRA-Dosisänderung Behandlung
Grad 2 Symptome, die eine moderate Intervention erfordern und auf diese ansprechen:Blow-by-Sauerstoff erfordert. Bei Wiederaufnahme der Behandlung mit der nächsten geplanten Dosis sollten Patienten nach ärztlichem Ermessen in einer geeigneten medizinischen Einrichtung überwacht werden.b
  • Fieber ≥ 38 °C,

  • Hypotonie, die auf Flüssigkeitsgabe anspricht und keine Vasopressoren erfordert, und/oder

  • Hypoxie, die eine Nasenkanüle mit niedrigem Durchfluss (Low-Flow) oder

  • IMDYLLTRA nicht anwenden, bis das Ereignis abgeklungen ist, danach die Behandlung mit IMDYLLTRA mit der nächsten geplanten Dosis wiederaufnehmen.b

  • Hospitalisierung mit Überwachung auf Fieber, Hypotonie und Hypoxie mittels Pulsoxymetrie oder, sofern angezeigt, mittels kardialer Telemetrie empfohlen.

  • Symptomatische fiebersenkende Behandlung (z. B. Paracetamol) anwenden.

  • Bei Bedarf zusätzlichen Sauerstoff und intravenöse Flüssigkeiten anwenden.

  • 8 mg Dexamethasonc (oder ein äquivalentes Arzneimittel) oral oder intravenös erwägen.

  • Tocilizumab (oder ein äquivalentes Arzneimittel) erwägen.

CRS-Grad Definierende Symptome IMDYLLTRA-Dosisänderung Behandlung
Grad 3 Schwere Symptome, definiert als Temperatur≥ 38 °C mit:und/oderverschlechternder Hypoxie oder Atemstörung, die eine Nasenkanüle mit hohem Durchfluss (High-Flow) (> 6 l/min Sauerstoff) oder eine Gesichtsmaske erfordert. unterbrechen, bis das Ereignis abgeklungen ist, danach die Behandlung mit IMDYLLTRA mit der nächsten geplanten Dosis wiederaufnehmen.b Ergänzend zu den Maßnahmen bei Grad 2:Bei Wiederaufnahme der Behandlung mit der nächsten geplanten Dosis sollten Patienten nach ärztlichem Ermessen in einer geeigneten medizinischen Einrichtung überwacht werden.b
  • hämodynamischer Instabilität, die einen Vasopressor (mit oder ohne Vasopressin) erfordert,

  • sich

  • IMDYLLTRA

  • Bei erneut auftretenden Ereignissen von Grad 3 IMDYLLTRA dauerhaft absetzen.

  • Eine intensive Überwachung, z. B. Versorgung auf der ITS, wird empfohlen.

  • Alle 8 Stunden 8 mg Dexamethasonc (oder ein äquivalentes Arzneimittel) intravenös anwenden, maximal 3 Dosen.

  • Unterstützung mit Vasopressoren nach Bedarf.

  • Zusätzliche Gabe von High-Flow-Sauerstoff nach Bedarf.

  • Tocilizumab (oder ein äquivalentes Arzneimittel) wird empfohlen.

  • Vor der nächsten Dosis Begleitmedikationen gemäß den Empfehlungen für Tag 1 und Tag 8 anwenden (siehe Tabelle 2).

CRS-Grad Definierende Symptome IMDYLLTRA-Dosisänderung Behandlung
Grad 4 Lebensbedrohliche Symptome, definiert als Temperatur ≥ 38 °C mit:und/oderverschlechternder Hypoxie oder Atemstörung trotz Sauerstoffgabe, die eine Beatmung mit positivem Druck erfordert. IMDYLLTRA dauerhaft absetzen.
  • hämodynamischer Instabilität, die mehrere Vasopressoren (mit Ausnahme von Vasopressin) erfordert,

  • sich

  • Versorgung auf der ITS.

  • Maßnahmen wie bei Grad 3.

a CRS basierend auf Consensus Grading (2019) der American Society for Transplantation and Cellular Therapy

(ASTCT).

b Empfehlungen zur Wiederaufnahme der IMDYLLTRA-Behandlung nach Dosisverzögerung siehe Tabelle 3.

c Steroide gemäß leitliniengerechter Standardtherapie ausschleichen. ITS = Intensivstation

Immuneffektorzellenassoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS)

Patienten sind auf Anzeichen und Symptome eines ICANS zu überwachen. Andere Ursachen für neurologische Symptome sind auszuschließen. Bei schwerer oder lebensbedrohlicher neurologischer Toxizität sollte eine intensivmedizinische Behandlung erfolgen. Bei Verdacht auf ein ICANS ist dieses entsprechend den Empfehlungen in Tabelle 5 zu behandeln.

Tabelle 5: Leitlinien zu Einstufung, Dosisänderung und Management bei Immuneffektorzellenassoziiertem Neurotoxizitätssyndroma

ICANS-Grada Definierende Symptome IMDYLLTRA-Dosisänderung Behandlung
Grad 1 ICE-Score 7 – 9b ohne Bewusstseinsstörung.
  • IMDYLLTRA bis zum Abklingen des ICANS unterbrechen, danach die Behandlung mit IMDYLLTRA mit der nächsten geplanten Dosis wiederaufnehmen.c

  • Supportive Behandlung.

ICANS-Grada Definierende Symptome IMDYLLTRA-Dosisänderung Behandlung
Grad 2 ICE-Score 3 – 6b und/oder leichte Somnolenz, durch Ansprache erweckbar. 1 mg/kg Methylprednisolond (oder ein äquivalentes Arzneimittel) intravenös alle12 Stunden wiederholen.Dosis nach ärztlichem Ermessen überwachen.c
  • IMDYLLTRA bis zum Abklingen des ICANS unterbrechen, danach die Behandlung mit IMDYLLTRA mit der nächsten geplanten Dosis wiederaufnehmen.c

  • Supportive Behandlung.

  • 8 mg – 10 mg Dexamethasond (oder ein äquivalentes Arzneimittel) oral oder intravenös.

  • Wenn sich die Symptome verschlechtern, Dexamethason alle 12 Stunden oder

  • Auf neurologische Symptome hin überwachen und die Konsultation eines Neurologen und anderer Spezialisten für weitere Untersuchungen und Behandlungen erwägen.

  • Patienten nach der nächsten IMDYLLTRA-

ICANS-Grada Definierende Symptome IMDYLLTRA-Dosisänderung Behandlung
Grad 3 ICE-Score 0 – 2b und/oder Bewusstseinsstörung, nur durch taktilen Reiz erweckbar und/oder jeder klinische Krampfanfall, fokal oder generalisiert, mit rascher Rückbildungodernicht-konvulsive Krampfanfälle im EEG, die bei Intervention wieder abklingen, und/oder fokales oder lokales Ödem, nachweisbar in der Neurobildgebung. 6 Stunden oder1 mg/kg Methylprednisolond (oder ein äquivalentes Arzneimittel) intravenös alle12 Stunden.≥ Grad 3 aufweist.Dosis nach ärztlichem Ermessen überwachen.c
  • IMDYLLTRA bis zum Abklingen des ICANS unterbrechen, danach die Behandlung mit IMDYLLTRA mit der nächsten geplanten Dosis wiederaufnehmen.c

  • Wenn nicht innerhalb von 7 Tagen eine Besserung auf Grad ≤ 1 auftritt, IMDYLLTRA dauerhaft absetzen.

  • Bei erneut auftretenden Ereignissen von Grad 3 dauerhaft absetzen.

  • Intensive Überwachung, z. B. Versorgung auf der ITS, empfohlen.

  • Zum Schutz der Atemwege eine mechanische Beatmung erwägen. 10 mg Dexamethasond (oder ein äquivalentes Arzneimittel) intravenös alle

  • Wiederholung der Neurobildgebung (CT oder MRT) alle 2 – 3 Tage erwägen, wenn der Patient eine anhaltende Neurotoxizität

  • Patienten nach der nächsten IMDYLLTRA-

ICANS-Grada Definierende Symptome IMDYLLTRA-Dosisänderung Behandlung
Grad 4 ICE-Score 0b (Patient ist nicht erweckbar und nicht in der Lage, den ICE-Test durchzuführen) und/oder Stupor oder Koma und/oder lebensbedrohlicher, länger andauernder Krampfanfall(> 5 Minuten) oder repetitive klinische bzw. im EEG erkennbare Krampfanfälle ohne zwischenzeitliche Rückkehr zum Ausgangszustand und/oder diffuses zerebrales Ödem in der Neurobildgebung, Dezerebrationsstarre oder Dekortikationsstarre oder Papillenödem, Abducensparese oder Cushing-Triade. 3 Tage.≥ Grad 3 aufweist.
  • IMDYLLTRA dauerhaft absetzen.

  • Versorgung auf der ITS.

  • Zum Schutz der Atemwege eine mechanische Beatmung erwägen.

  • Hoch dosierte Kortikosteroide wie 1 000 mg/Tag Methylprednisolond in geteilten Dosen intravenös über

  • Wiederholung der Neurobildgebung (CT oder MRT) alle 2 – 3 Tage erwägen, wenn der Patient eine anhaltende Neurotoxizität

  • Konvulsiven Status epilepticus gemäß den Leitlinien der Einrichtung behandeln.

a ICANS basierend auf Consensus Grading (2019) der American Society for Transplantation and Cellular Therapy (ASTCT).

b Wenn der Patient erweckbar und in der Lage ist, sich einer Untersuchung auf Immuneffektorzellenassoziierte Enzephalopathie (Immune Effector Cell-Associated Encephalopathy, ICE-Bewertung) zu unterziehen, Folgendes beurteilen: Orientierung (Kenntnis von Jahr, Monat, Stadt, Krankenhaus = 4 Punkte); Benennen (benennt

3 Gegenstände, z. B. auf Uhr, Stift, Knopf zeigen = 3 Punkte); Befolgen von Anweisungen (z. B. „Zeigen Sie mir 2 Finger“ oder „Schließen Sie die Augen und strecken Sie die Zunge heraus“ = 1 Punkt); Schreiben (Fähigkeit, einen Standardsatz zu schreiben = 1 Punkt); und Konzentrieren (von 100 in

Zehnerschritten rückwärts zählen = 1 Punkt). Ist der Patient nicht erweckbar und nicht imstande, die ICE-Bewertung durchzuführen (ICANS Grad 4) = 0 Punkte.

c Empfehlungen zur Wiederaufnahme der IMDYLLTRA-Behandlung nach Dosisverzögerung siehe Tabelle 3.

d Steroide gemäß leitliniengerechter Standardtherapie ausschleichen.

CT = Computertomographie; EEG = Elektroenzephalogramm; ITS = Intensivstation; MRT = Magnetresonanztomographie

Neutropenie und andere Nebenwirkungen

Neutropenie und andere Nebenwirkungen sollten gemäß Tabelle 6 behandelt werden.

Tabelle 6: Empfohlene Unterbrechungen der Behandlung mit IMDYLLTRA zum Management von anderen Nebenwirkungena,b

Nebenwirkungen Schweregrada Dosisänderungb
Neutropenie (siehe Abschnitt 4.4) Grad 1 und 2 Keine Unterbrechung der Behandlung erforderlich.
Grad 3 Eine Behandlung mit einemGranulozyten-koloniestimulierenden Faktor (granulocyte-colony stimulating factor,G-CSF) in Erwägung ziehen.
Grad 4 Eine Behandlung mit einemGranulozyten-koloniestimulierenden Faktor (granulocyte-colony stimulating factor,G-CSF) in Erwägung ziehen.
Lebertoxizität (siehe Abschnitt 4.4)c Grad 3ALT oder AST oder Bilirubin erhöht
Grad 4ALT oder AST oder Bilirubin erhöht
AST oder ALT > 3 × ULN mit Gesamtbilirubin > 2 × ULN ohne Vorhandensein alternativer Ursachen
Andere Nebenwirkungen (sieheAbschnitt 4.8) Grad 3 oder 4 IMDYLLTRA unterbrechen, bis Erholung auf Grad ≤ 1 oder der Ausgangszustand erreicht wurde.Dauerhaftes Absetzen in Erwägung ziehen, wenn die Nebenwirkung nicht innerhalb von 28 Tagen abklingt.
  • Behandlung mit IMDYLLTRA mindestens für 3 Tage und so lange unterbrechen, bis sich das Ereignis auf Grad ≤ 2 bessert, danach Behandlung mit IMDYLLTRA wiederaufnehmen.

  • Behandlung mit IMDYLLTRA mindestens für 3 Tage und so lange unterbrechen, bis sich das Ereignis auf Grad ≤ 2 bessert, danach Behandlung mit IMDYLLTRA wiederaufnehmen.

  • Wenn das Ereignis > 7 Tage anhält oder ein Ereignis von Grad 4 erneut auftritt, IMDYLLTRA dauerhaft absetzen.

  • Behandlung mit IMDYLLTRA unterbrechen, bis Besserung auf Grad ≤ 1 erreicht wurde.

  • IMDYLLTRA dauerhaft absetzen.

  • IMDYLLTRA dauerhaft absetzen.

  • Bei Ereignissen von Grad 4 dauerhaftes Absetzen erwägen.

a Schweregrad basierend auf den allgemeinen Terminologiekriterien für unerwünschte Ereignisse des National Cancer Institute (NCI CTCAE), Version 5.0.

b Empfehlungen zur Wiederaufnahme der IMDYLLTRA-Behandlung nach Dosisverzögerung siehe Tabelle 3.

c Bei Patienten mit erhöhten Leberenzymen bei Therapiebeginn sollte das Vielfache der Ausgangswerte zur Beurteilung einer Lebertoxizität herangezogen werden.

ALT = Alanin-Aminotransferase; AST = Aspartat-Aminotransferase; ULN = obere Normgrenze (upper limit of normal)

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Es ist keine Dosisanpassung bei älteren Patienten (≥ 65 Jahre) erforderlich.

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Es liegen begrenzte Daten zu Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung vor. IMDYLLTRA wurde bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht untersucht. Für Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Leberfunktionsstörung können keine Dosisempfehlungen gegeben werden.

Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2). IMDYLLTRA wurde bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung nicht untersucht. Für Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung bis hin zu terminaler Niereninsuffizienz können keine Dosisempfehlungen gegeben werden.

Kinder und Jugendliche

Es gibt im Anwendungsgebiet der Behandlung von kleinzelligem Lungenkarzinom keinen relevanten Nutzen von IMDYLLTRA bei Kindern und Jugendlichen.

Art der Anwendung

IMDYLLTRA ist zur intravenösen Anwendung vorgesehen.

IMDYLLTRA muss vor der intravenösen Anwendung rekonstituiert und danach weiter verdünnt werden.

Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

Die Infusionsleitung für die Prämedikation kann für IMDYLLTRA verwendet werden. Zwischen der Anwendung der Begleitmedikationen und der IMDYLLTRA-Anwendung sollte die Infusionsleitung gespült werden.

Der gesamte Inhalt von IMDYLLTRA ist über einen Zeitraum von 1 Stunde als intravenöse Infusion mit konstanter Durchflussrate mittels einer Infusionspumpe anzuwenden, siehe Tabelle 7. Die Pumpe sollte programmierbar, verriegelbar und elastomerfrei sein und über einen Alarm verfügen.

Die Infusionsleitung wird mit 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung ODER dem fertig zubereiteten IMDYLLTRA vorgefüllt.

Nach Abschluss der IMDYLLTRA-Infusion sollte die intravenöse Infusionsleitung 3 – 5 Minuten lang mit 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung gespült werden.

Tabelle 7: Informationen zur Anwendung von Tarlatamab

Infusionsdauer für eine intravenöse 250 ml-Zubereitung Infusionsrate (ml/Stunde)
1 Stunde 250 ml/Stunde

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Warnhinweise

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.

Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS)

Die Anwendung von Tarlatamab wurde mit einem CRS in Verbindung gebracht, einschließlich lebensbedrohlicher oder tödlicher Ereignisse, siehe Abschnitt 4.8. Ein CRS kann mit Symptomen wie Fieber, Hypotonie, Hypoxie, Ermüdung, Tachykardie, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit und Erbrechen einhergehen.

Patienten und Betreuungspersonen sind über das potenzielle Auftreten eines CRS nach der Entlassung aufzuklären und anzuweisen, sich unverzüglich in ärztliche Behandlung zu begeben, wenn Anzeichen oder Symptome auftreten.

Tarlatamab sollte in einer medizinischen Einrichtung angewendet werden, die über eine entsprechende Ausrüstung zur Überwachung und zum Management eines CRS verfügt. Vor Beginn der Infusionen ist sicherzustellen, dass Patienten einen ausgeglichenen Volumenhaushalt aufweisen. Patienten sind während der Einleitung der Tarlatamab-Behandlung engmaschig auf Anzeichen und Symptome eines CRS zu überwachen. Zur Minderung des CRS-Risikos ist es wichtig, die Behandlung mit Tarlatamab mit der in Tabelle 1 angegebenen empfohlenen Anfangsdosis einzuleiten.

Ein CRS ist entsprechend den Empfehlungen in Tabelle 4 zu behandeln. Immuneffektorzellenassoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS)

Die Anwendung von Tarlatamab wurde mit einem ICANS in Verbindung gebracht, einschließlich lebensbedrohlicher oder tödlicher Ereignisse, siehe Abschnitt 4.8. Ein ICANS kann bis mehrere Wochen nach der Anwendung von Tarlatamab auftreten. Nebenwirkungen, die mit einem ICANS einhergehen können, sind unter anderem Kopfschmerzen, Enzephalopathie, Verwirrtheit, Delirium, Krampfanfall, Ataxie, Neurotoxizität und Tremor. Patienten sind während der Tarlatamab-Behandlung engmaschig auf Anzeichen und Symptome eines ICANS zu überwachen.

Patienten und Betreuungspersonen sind über das potenzielle Auftreten eines ICANS nach der Entlassung aufzuklären und anzuweisen, sich unverzüglich in ärztliche Behandlung zu begeben, wenn Anzeichen oder Symptome auftreten.

Ein ICANS ist entsprechend den Empfehlungen in Tabelle 5 zu behandeln. Neutropenie

Die Anwendung von Tarlatamab wurde mit Neutropenie in Verbindung gebracht, siehe Abschnitt 4.8. Patienten sind während der Tarlatamab-Behandlung engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Neutropenie zu überwachen.

Eine Neutropenie ist entsprechend den Empfehlungen in Tabelle 6 zu behandeln.

Infektionen

Schwerwiegende Infektionen, einschließlich lebensbedrohlicher und tödlicher Infektionen, wurden bei mit Tarlatamab behandelten Patienten berichtet. Die häufigsten Infektionen sind unter anderem Pneumonie, Harnwegsinfektion, COVID-19, Infektion der oberen Atemwege, Infektion der Atemwege, Candida-Infektion, orale Candidose und Nasopharyngitis.

Patienten sind vor und während der Behandlung mit Tarlatamab auf Anzeichen und Symptome von Infektionen zu überwachen.

Überempfindlichkeit

Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich seltener schwerwiegender Ereignisse, wurden bei mit Tarlatamab behandelten Patienten berichtet. Klinische Anzeichen und Symptome einer Überempfindlichkeit können unter anderem Ausschlag und Bronchospasmus einschließen. Patienten sind während der Behandlung mit Tarlatamab auf Anzeichen und Symptome einer Überempfindlichkeit zu überwachen und entsprechend dem klinischen Befund zu behandeln. Je nach der Schwere sollte eine Unterbrechung der Behandlung oder das dauerhafte Absetzen von Tarlatamab in Betracht gezogen werden, siehe Tabelle 6 zur Behandlung anderer Nebenwirkungen.

Lebertoxizität

Die Anwendung von Tarlatamab wurde mit erhöhten Leberenzymen in Verbindung gebracht. Eine Erhöhung der Leberenzyme kann mit oder ohne gleichzeitiges CRS auftreten.

Leberenzyme und Bilirubin sollten vor der Behandlung mit Tarlatamab sowie nach klinischer Indikation überwacht werden. Potenzielle Toxizitäten sind entsprechend den Empfehlungen in Tabelle 6 zu behandeln.

Frauen im gebärfähigen Alter/Kontrazeption

Der Schwangerschaftsstatus von Frauen im gebärfähigen Alter ist vor Einleitung der Behandlung mit Tarlatamab zu überprüfen. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und über einen Zeitraum von 2 Monaten nach der letzten Tarlatamab-Dosis eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt 4.6).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

Dieses Arzneimittel enthält 0,04 mg Polysorbat 80 pro 1 mg-Durchstechflasche sowie 0,2 mg pro 10 mg-Durchstechflasche. Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen.

Wechselwirkungen

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Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt. Die Einleitung der Tarlatamab-Behandlung verursacht eine vorübergehende Freisetzung von Zytokinen, die CYP450-Enzyme unterdrücken und zu erhöhten Expositionen gegenüber gleichzeitig angewendeten CYP-Substraten führen können. Patienten, die gleichzeitig CYP450-Substrate erhalten, insbesondere jene mit kleinem therapeutischen Index, sollten im Hinblick auf bekannte unerwünschte Ereignisse überwacht werden. Die Dosis des gleichzeitig angewendeten Arzneimittels sollte nach Bedarf angepasst werden.

Schwangerschaft

Frauen im gebärfähigen Alter/Kontrazeption

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und bis 2 Monate nach der Behandlung mit Tarlatamab eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Schwangerschaft

Es liegen keine Daten zur Anwendung von Tarlatamab bei Schwangeren vor.

Eine an Mäusen durchgeführte Studie zur Reproduktionstoxizität unter Verwendung des murinen Surrogatmoleküls muS757 zeigte, dass muS757 plazentagängig ist (siehe Abschnitt 5.3). Basierend auf seinem Wirkmechanismus und dem potenziellen Auftreten von Nebenwirkungen (wie CRS) nach Exposition gegenüber Tarlatamab kann Tarlatamab den Fötus schädigen, wenn eine Schwangere damit behandelt wird (siehe Abschnitt 5.1).

Die Anwendung von Tarlatamab während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.

Der Schwangerschaftsstatus von Frauen im gebärfähigen Alter ist vor Beginn der Behandlung mit Tarlatamab zu überprüfen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Tarlatamab in die Muttermilch übergeht. Da viele Arzneimittel, einschließlich Antikörper, in die Muttermilch übergehen können, kann ein Risiko für das Neugeborene/Kleinkind nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen soll während der Behandlung mit Tarlatamab und für mindestens 2 Monate nach der letzten Dosis unterbrochen werden.

Fertilität

Es gibt keine klinischen Studien zur Untersuchung der Auswirkungen von Tarlatamab auf die Fertilität.

Fahrtüchtigkeit

Aufgrund des potenziellen Auftretens von mit ICANS assoziierten neurologischen Ereignissen nach der Infusion von Tarlatamab hat Tarlatamab möglicherweise großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Im Falle neurologischer Symptome sind Patienten anzuweisen, kein Fahrzeug zu führen und keinen gefährlichen Beschäftigungen oder Aktivitäten, wie z. B. dem Bedienen schwerer oder potenziell gefährlicher Maschinen, nachzugehen, bis diese Symptome abgeklungen sind.

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die Sicherheit von IMDYLLTRA wurde bei 473 Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom (SCLC) untersucht, die in klinischen Studien die Tarlatamab-Zieldosis von 10 mg als Monotherapie erhielten.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind: CRS (56,7 %), verminderter Appetit (36,4 %), Fieber (31,9 %), Dysgeusie (31,3 %), Obstipation (30,4 %), Anämie (30,0 %), Ermüdung (29,8 %), Übelkeit (24,9 %),

Asthenie (19,0 %), Neutropenie (16,9 %), Hyponatriämie (16,7 %), Kopfschmerzen (16,3 %),

Lymphopenie (15,6 %).

Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen sind CRS (19,7 %) und Fieber (4,7 %). Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Nebenwirkungen, die in klinischen Studien berichtet wurden, sind nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt. Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen basieren auf gepoolten Daten aus jeweils einer Phase I-, Phase II- und Phase III-Studie mit 473 Patienten. Die mediane Expositionsdauer betrug 18,0 Wochen (Spanne: 0,1 bis 175,1 Wochen).

Nebenwirkungen sind gemäß MedDRA-Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt. Die Häufigkeitskategorien sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad aufgeführt.

Tabelle 8: Nebenwirkungen

MedDRA-Systemorganklasse Nebenwirkung Alle Grade Grad ≥ 3
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Anämie Sehr häufig Häufig
Neutropeniea,c Sehr häufig Häufig
Lymphopenieb Sehr häufig Sehr häufig
Thrombozytopenie Häufig Gelegentlich
Leukopenie Häufig Gelegentlich
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Obstipation Sehr häufig Gelegentlich
Übelkeit Sehr häufig Gelegentlich
Erbrechen Sehr häufig Gelegentlich
Diarrhö Sehr häufig Gelegentlich
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungssort Fieber Sehr häufig Gelegentlich
Ermüdung Sehr häufig Häufig
Asthenie Sehr häufig Häufig
Schüttelfrost Häufig Nicht berichtet
Erkrankungen des Immunsystems Zytokinfreisetzungssyndromc Sehr häufig Häufig
Untersuchungen Gewicht erniedrigt Sehr häufig Häufig
Alanin-Aminotransferase erhöht Sehr häufig Häufig
Aspartat-Aminotransferase erhöht Häufig Häufig
Leukozytenzahl erniedrigt Häufig Häufig
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen Appetit vermindert Sehr häufig Häufig
Hyponatriämie Sehr häufig Häufig
Hypokaliämie Sehr häufig Häufig
Hypomagnesiämie Häufig Gelegentlich
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen Myalgie Häufig Nicht berichtet
MedDRA-Systemorganklasse Nebenwirkung Alle Grade Grad ≥ 3
Erkrankungen des Nervensystems Dysgeusie Sehr häufig Nicht berichtet
Kopfschmerzen Sehr häufig Nicht berichtet
Schwindelgefühl Häufig Nicht berichtet
Immuneffektorzellenassoziiertes Neurotoxizitätssyndromc Häufig Gelegentlich
Tremor Häufig Nicht berichtet
Neurotoxizität Gelegentlich Nicht berichtet
Krampfanfall Gelegentlich Gelegentlich
Ataxie Gelegentlich Gelegentlich
Enzephalopathie Gelegentlich Gelegentlich
Psychiatrische Erkrankungen Verwirrtheitszustand Häufig Gelegentlich
Delirium Häufig Gelegentlich
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums Dyspnoe Sehr häufig Häufig
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes Pruritus Sehr häufig Gelegentlich
Ausschlag Häufig Gelegentlich
Gefäßerkrankungen Hypotonie Häufig Häufig
Hypertonie Häufig Häufig

a Umfasst Neutrophilenzahl erniedrigt.

b Umfasst Lymphozytenzahl erniedrigt.

c Weitere Informationen sind unter „Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“ zu finden.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS)

In klinischen Studien mit gepoolten Sicherheitsdaten von 473 Patienten mit SCLC, die 1 mg IMDYLLTRA als erste Dosis und 10 mg als zweite und spätere Dosen erhielten, trat ein CRS bei 56,7 % der Patienten auf, und zwar mit Ereignissen von Grad 1 bei 39,3 % der Patienten, von Grad 2 bei 15,4 % der Patienten, von Grad 3 bei 1,7 % der Patienten und von Grad 4 bei 0,2 % der Patienten. Schwerwiegende Ereignisse im Zusammenhang mit CRS wurden bei 19,7 % der Patienten berichtet. Nach der ersten Dosis von IMDYLLTRA trat bei 41,4 % der Patienten CRS jeglichen Grades auf; nach der zweiten Dosis kam es bei 34,0 % der Patienten zu CRS jeglichen Grades. Der Großteil der CRS-Ereignisse trat nach den ersten beiden Dosen auf, während bei 8,5 % der Patienten ein CRS nach der dritten Dosis oder später auftrat. Nach der Infusion an Tag 1 trat bei 13,7 % der Patienten ein CRS von ≥ Grad 2 auf. Nach der Infusion an Tag 8 trat bei 4,4 % der Patienten ein CRS von ≥ Grad 2 auf. Die mediane Zeit von der zuletzt angewendeten IMDYLLTRA-Dosis bis zum erstmaligen Einsetzen eines CRS betrug 15,9 Stunden (Spanne: 9,0 bis 26,5 Stunden). Bei jenen Ereignissen von Grad 1, die

zu Grad 2 oder höher fortschritten, betrug die mediane Zeit vom Ereignis von Grad 1 bis zum Ereignis von Grad 2 oder höher 22,1 Stunden (Interquartilabstand: 8,5 – 31,6 Stunden). Ein Zytokinfreisetzungssyndrom führte bei 2,1 % der Patienten zu einer Behandlungsunterbrechung und/oder Dosisänderung und bei 0,6 % der Patienten zu einem Absetzen von Tarlatamab.

Nach der Markteinführung wurde über Fälle von CRS mit tödlichem Ausgang berichtet. Informationen zum Management eines CRS, siehe Abschnitt 4.4.

Immuneffektorzellenassoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS)

Tarlatamab kann ICANS verursachen, einschließlich lebensbedrohlicher oder tödlicher Ereignisse.

In klinischen Studien mit gepoolten Sicherheitsdaten von 473 Patienten mit SCLC, die IMDYLLTRA in einer Dosierung von 10 mg erhielten, wurde bei 4,7 % der Patienten über ein ICANS berichtet. Die mediane Zeit von der ersten IMDYLLTRA-Dosis bis zum erstmaligen Einsetzen des ICANS betrug 9,0 Tage (Interquartilabstand: 2 – 13 Tage). Die mediane Zeit bis zum Abklingen des ICANS betrug 4 Tage (Interquartilabstand: 2 – 8 Tage).

Informationen zum Management eines ICANS, siehe Abschnitt 4.4.

Neutropenie

In klinischen Studien mit gepoolten Sicherheitsdaten von 473 Patienten mit SCLC, die IMDYLLTRA in einer Dosierung von 10 mg erhielten, trat bei 16,9 % der Patienten eine Neutropenie auf, darunter Ereignisse von Grad 3 oder Grad 4 bei 8,2 % der Patienten. Die mediane Zeit von der ersten IMDYLLTRA-Dosis bis zum erstmaligen Einsetzen einer Neutropenie betrug 43 Tage (Spanne: 29 bis 109 Tage). Eine zur Behandlungsunterbrechung führende Neutropenie trat bei 3,2 % der Patienten auf, wobei sie in keinem der Fälle zu einem Behandlungsabbruch führte. Eine Behandlung mit G-CSF war bei 6 % der Patienten erforderlich.

Informationen zum klinischen Management von Neutropenie, siehe Abschnitt 4.4. Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

Überdosierung

In klinischen Studien wurden Dosen von bis zu 100 mg alle 2 Wochen und 200 mg alle 3 Wochen untersucht. Im Falle einer Überdosierung muss der Patient engmaschig im Hinblick auf Anzeichen oder Symptome von Nebenwirkungen überwacht werden und sollte symptomatisch behandelt werden; außerdem sollten nach Bedarf unterstützende Maßnahmen eingeleitet werden.

Pharmakologische Eigenschaften - IMDYLLTRA 1 mg

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, andere monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, ATC-Code: L01FX33

Wirkmechanismus

Tarlatamab ist ein bispezifischer, gegen den Delta-like-Liganden 3 (DLL3) gerichteter CD3-T-Zell-Engager, der an den auf der Oberfläche von Tumorzellen exprimierten DLL3 und an das auf der Oberfläche von T-Zellen exprimierte CD3 bindet. Die bispezifische Bindung von Tarlatamab an

T-Zellen und DLL3-positive Tumorzellen löst eine Aktivierung von T-Zellen, die Produktion von inflammatorischen Zytokinen sowie die Freisetzung zytotoxischer Proteine aus, was zu einer gerichteten Lyse von Tumorzellen führt.

Pharmakodynamische Wirkungen

Das pharmakodynamische Ansprechen nach einer einmaligen Infusion von Tarlatamab zeigte sich in Form einer Umverteilung und Aktivierung von T-Zellen sowie einer vorübergehenden Erhöhung der Zytokine. Eine periphere Umverteilung der T-Zellen (d. h. Adhäsion von T-Zellen an das Endothel von Blutgefäßen und/oder Transmigration in Gewebe) trat innerhalb von 24 Stunden nach der Tarlatamab-Initialdosis von 1 mg an Tag 1 auf. Die T-Zell-Zahlen nahmen innerhalb von 6 Stunden nach der Infusion ab und kehrten bei den meisten Patienten vor der nächsten Infusion an Tag 8 auf die Ausgangswerte zurück.

Die Serumzytokine IL-2, IL-6, IL-8, IL-10, IFN-γ und TNF-α waren nach der Initialdosis von 1 mg Tarlatamab an Tag 1 vorübergehend erhöht. Die Zytokinspiegel erreichten innerhalb der ersten 2 Tage nach Beginn der Tarlatamab-Infusion ihren Höchstwert und kehrten im Allgemeinen vor der nächsten Infusion an Tag 8 auf die Ausgangswerte zurück. Bei nachfolgenden Behandlungen trat ein Anstieg der Zytokinwerte im Vergleich zur ersten Infusion an Tag 1 bei weniger Patienten und mit geringerer Intensität auf.

Immunogenität

Anti-Drug-Antikörper (anti-drug antibodies, ADA) wurden häufig nachgewiesen. Es gab keine Hinweise auf einen Einfluss von ADA auf Pharmakokinetik, Wirksamkeit oder Sicherheit; allerdings liegen weiterhin nur begrenzte Daten vor.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Studie DeLLphi-304

Die Wirksamkeit von IMDYLLTRA wurde in einer multizentrischen, randomisierten, offenen Phase-III-Studie (Studie DeLLphi-304) untersucht. Einzuschließende Patienten mussten ein SCLC mit Krankheitsprogression nach einem platinbasierten Regime haben. In Regionen, in denen die systemische Erstlinien-Standardtherapie (standard of care, SOC) für Patienten mit diagnostizierter Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium eine platinbasierte Chemotherapie in Kombination mit einem PD-(L)1-Inhibitor umfasste, musste bei Patienten ein Therapieversagen eines PD-(L)1-Inhibitors im Rahmen ihrer systemischen Erstlinienbehandlung vorliegen oder sie mussten für eine Therapie mit einem PD-(L)1-Inhibitor ungeeignet sein. Zusätzlich mussten Patienten einen Performance-Status von 0 – 1 gemäß der Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG) sowie mindestens eine messbare Läsion gemäß den Kriterien zur Beurteilung des Ansprechens solider Tumoren (RECIST v1.1) aufweisen. Von der Studie ausgeschlossen waren Patienten mit symptomatischen Hirnmetastasen oder einem aktiven Immundefekt.

Insgesamt wurden 509 Patienten eingeschlossen und erhielten nach Randomisierung im Verhältnis 1:1 entweder IMDYLLTRA oder SOC-Chemotherapie. 254 Patienten wurden in den IMDYLLTRA-Arm randomisiert, mit einer Initialdosis im 1. Zyklus von 1 mg an Tag 1, gefolgt von 10 mg an den Tagen 8 und 15 und anschließend alle 2 Wochen in einem 28-Tage-Zyklus bis zu einer Krankheitsprogression oder einer nicht tolerierbaren Toxizität. SOC-Chemotherapien umfassten Topotecan (n = 185), Lurbinectedin (n = 47) oder Amrubicin (n = 23). Die Randomisierung wurde stratifiziert nach vorheriger Exposition gegenüber einer Anti-PD-(L)1-Therapie (ja vs. nein), Platinsensitivitätsstatus (chemotherapiefreies Intervall ≥ 180 Tage, < 180 bis ≥ 90 Tage oder < 90 Tage), Vorhandensein (früher oder aktuell) von Hirnmetastasen (ja vs. nein) sowie Standardtherapie (Topotecan/Amrubicin vs. Lurbinectedin). Die Behandlung wurde bis zur Krankheitsprogression oder einer nicht tolerierbaren Toxizität fortgesetzt. Tumorbeurteilungen erfolgten in den ersten 48 Wochen alle

  1. Wochen und anschließend alle 12 Wochen.

    Die demografischen Basisdaten und Krankheitsmerkmale der Studienpopulation waren wie folgt: medianes Alter 65 Jahre (Spanne: 20 bis 86 Jahre); 41,3 % im Alter von 65 bis 74 Jahren; 10,8 % im Alter von 75 Jahren oder älter; 69 % männlich; 57,2 % weiß und 40,1 % asiatisch; 32 % mit einem ECOG-Performance-Status von 0 und 67,2 % mit einem ECOG-Performance-Status von 1; 91 % der

    Patienten hatten zu Studienbeginn eine metastasierte Erkrankung; 44,8 % wiesen zu Studienbeginn Hirnmetastasen auf; 35,2 % wiesen zu Studienbeginn Lebermetastasen auf. 68,8 % der Patienten waren ehemalige Raucher, 20,6 % waren aktuelle Raucher, 10,6 % hatten niemals geraucht. Alle Patienten hatten mindestens eine vorherige platinbasierte Chemotherapielinie erhalten (Spanne: 1 bis 3 Therapielinien); 97,6 % hatten eine vorherige Therapielinie erhalten; 70,7 % hatten zuvor eine Anti-PD-(L)1-Therapie erhalten; 223 Patienten (43,8 %) hatten nach Ende der Erstlinien-Platintherapie ein Chemotherapie-freies Intervall von < 90 Tagen, während 286 Patienten (56,2 %) ein Chemotherapie-freies Intervall von ≥ 90 Tagen hatten.

    Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das Gesamtüberleben (overall survival, OS). Wichtige sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren das progressionsfreie Überleben (progression-free survival, PFS) basierend auf einer Beurteilung durch den Prüfarzt gemäß den Kriterien zur Beurteilung des Ansprechens bei soliden Tumoren (RECIST v1.1) sowie ausgewählte patientenberichtete Endpunkte. Weitere Endpunkte umfassten die Gesamtansprechrate (overall response rate, ORR) basierend auf einer Beurteilung durch den Prüfarzt gemäß RECIST v1.1.

    Patienten erhielten im Median 5 Zyklen der IMDYLLTRA-Behandlung (Spanne: 1 bis 19 Zyklen) und im Median 4 Zyklen der Standardtherapie (SOC) (Spanne: 1 bis 21 Zyklen).

    Die Ergebnisse zur Wirksamkeit sind in Tabelle 9 und Abbildung 1 zusammengefasst. Die mediane (95 % KI) Nachbeobachtungszeit im Hinblick auf das OS betrug 11,2 Monate (10,4; 12,1) in der Tarlatamab-Gruppe und 11,7 Monate (10,6; 12,3) in der SOC-Chemotherapie-Gruppe. Die mediane (95 % KI) Nachbeobachtungszeit im Hinblick auf das PFS betrug 11,0 Monate (8,5; 11,2) für Tarlatamab und 9,7 Monate (8,4; 11,1) für die SOC-Chemotherapie.

    Tabelle 9: Ergebnisse zur Wirksamkeit für Patienten mit SCLC in der Studie DeLLphi-304

    Wirksamkeitsparameter IMDYLLTRA (N = 254) Standardtherapie (N = 255)
    Gesamtüberleben (OS)
    Todesfälle (%) 111 (43,7) 152 (59,6)
    Mediana in Monaten (95 % KI) 13,6 (11,1; NE) 8,3 (7,0; 10,2)
    Hazard Ratiob (95 % KI) 0,60 (0,47; 0,77)
    p-Wert (stratifizierter Log-Rank-Test) < 0,001
    Progressionsfreies Überleben (PFS)c
    Ereignisse (%) 191 (75,2) 205 (80,4)
    Mediana in Monaten (95 % KI) 4,2 (3,0; 4,4) 3,2 (2,9; 4,2)
    Hazard Ratiob (95 % KI) 0,72 (0,59; 0,88)
    p-Wert (stratifizierter Log-Rank-Test) < 0,001
    Gesamtansprechrate (ORR)c
    ORR, % 35,0 20,4

    a gemäß Kaplan-Meier-Schätzungen

    b Hazard Ratio basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazard-Modell

    c PFS, ORR basierend auf der Beurteilung durch den Prüfarzt gemäß RECIST v1.1 KI = Konfidenzintervall; N = Anzahl; NE = nicht abschätzbar (not estimable)

    Monate

    Anzahl Patienten „at risk":

    Überlebenswahrscheinlichkeit

    Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurve für das Gesamtüberleben (ITT-Analyseset)

    1,0
    0,8
    0,6
    0,4
    0,2
    0,0
    0 3 6 9 12 15 18 21
    Tarlatamab Standardtherapie
    Tarlatamab 254 220 192 131 60 17 0
    Standardtherapie 255 210 156 97 42 9 2 0
    GRH2801 v3

    Kinder und Jugendliche

    Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Tarlatamab eine Freistellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen für die Behandlung von kleinzelligem Lungenkarzinom gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

Pharmakokinetik

Es wurden populationspharmakokinetische Analysen zu Tarlatamab bei erwachsenen Patienten

(n = 702) mit zuvor behandeltem fortgeschrittenem SCLC durchgeführt, um den zeitlichen Verlauf der Tarlatamab-Serumkonzentrationen nach intravenöser Anwendung zu beschreiben, die interindividuelle Variabilität zu quantifizieren sowie die Effekte patientenspezifischer Kovariaten auf die pharmakokinetischen (PK) Parameter von Tarlatamab zu bewerten.

Die maximale Serumkonzentration (Cmax), die minimale Serumkonzentration (Ctrough) und die Fläche unter der Serumkonzentrations-Zeit-Kurve im Steady-State (AUCtau) von Tarlatamab nahmen in dem bewerteten Dosisbereich von 1 mg bis 100 mg Q2W (das 10-Fache der empfohlenen Dosis) dosisproportional zu. Ein ungefährer Steady-State der Tarlatamab-Exposition im Serum wurde bis Zyklus 2 Tag 15 erreicht.

Verteilung

Der typische Wert (interindividueller Variationskoeffizient, VK %) für das zentrale Verteilungsvolumen beträgt 3,23 l (38 %), und das Verteilungsvolumen im Steady-State beträgt 8,19 l, wie auf Grundlage einer populationspharmakokinetischen Analyse geschätzt.

Biotransformation

Der Stoffwechselweg von Tarlatamab ist nicht beschrieben. Wie bei anderen proteinbasierten Arzneimitteln wird davon ausgegangen, dass Tarlatamab über katabole Stoffwechselwege zu kleinen Peptiden und Aminosäuren abgebaut wird.

Elimination

Bei Patienten mit SCLC betrug die systemische Clearance (interindividueller VK %) 0,728 l/Tag (34 %), und die terminale Eliminationshalbwertszeit betrug etwa 10,6 Tage, wie in der populationspharmakokinetischen Analyse geschätzt.

Besondere Patientengruppen

Basierend auf Alter (Spanne: 20 – 86 Jahre), Körpergewicht (Spanne: 35 – 149 kg), Geschlecht, ethnischer Herkunft, leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung (eGFR ≥ 30 ml/min) oder leichter Leberfunktionsstörung (Gesamtbilirubin ≤ obere Normgrenze (upper limit of normal, ULN) und AST > ULN) wurden keine klinisch bedeutsamen Unterschiede hinsichtlich der Clearance von Tarlatamab beobachtet. Es liegen begrenzte Daten zu Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung und keine Daten zu Patienten mit schwerer Leber- oder schwerer Nierenfunktionsstörung vor.

Pharmazeutische Angaben - IMDYLLTRA 1 mg

Liste der sonstigen Bestandteile

Pulver Glutaminsäure Saccharose

Polysorbat 80 (E 433)

Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung)

Lösung (Stabilisator) Citronensäure-Monohydrat (E 330) Lysinhydrochlorid

Polysorbat 80 (E 433)

Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung) Wasser für Injektionszwecke

Inkompatibilitäten

Es sind keine Inkompatibilitäten bekannt.

Dauer der Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflasche

4 Jahre.

Verdünnte Lösung zur intravenösen Infusion (Infusionsbeutel)

Die chemische und physikalische Stabilität des gebrauchsfertigen Arzneimittels wurde für 28 Tage bei 2 °C bis 8 °C und für 8 Stunden bei 20 °C bis 25 °C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel sofort verwendet werden. Falls es nicht sofort verwendet wird, liegen die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen des gebrauchsfertig zubereiteten Arzneimittels bis zur Anwendung in der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nicht überschreiten, es sei denn, Rekonstitution und Verdünnung haben unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen stattgefunden.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Kühl lagern und transportieren (2 °C – 8 °C). Nicht einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

Art und Inhalt des Behältnisses

Für IMDYLLTRA gibt es zwei unterschiedliche Packungen. Jede IMDYLLTRA-Packung enthält

  1. Durchstechflasche mit Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung und

  2. Durchstechflaschen mit Lösung (Stabilisator).

IMDYLLTRA 1 mg Pulver zur Herstellung eines Konzentrats und Lösung zur Herstellung einer Infusionslösung

  • 1 mg Tarlatamab-Pulver in einer Durchstechflasche aus Glas Typ 1 mit Elastomerstopfen, Aluminiumverschluss und einem grauen Schnappdeckel

  • 7 ml Lösung in einer Durchstechflasche aus Glas Typ 1 mit Elastomerstopfen, Aluminiumverschluss und einem weißen Schnappdeckel

    IMDYLLTRA 10 mg Pulver zur Herstellung eines Konzentrats und Lösung zur Herstellung einer Infusionslösung

  • 10 mg Tarlatamab-Pulver in einer Durchstechflasche aus Glas Typ 1 mit Elastomerstopfen, Aluminiumverschluss und einem orangefarbenen Schnappdeckel

  • 7 ml Lösung in einer Durchstechflasche aus Glas Typ 1 mit Elastomerstopfen, Aluminiumverschluss und einem weißen Schnappdeckel

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

und sonstige Hinweise zur Handhabung

Vorbereitung unter aseptischen Bedingungen

Bei der Vorbereitung der Infusionslösung ist ein strenges aseptisches Verfahren einzuhalten, da Tarlatamab-Durchstechflaschen keine antimikrobiellen Konservierungsstoffe enthalten.

Weitere Anweisungen

  • Die Rekonstitution von IMDYLLTRA erfolgt mit Wasser für Injektionszwecke. Verwenden Sie zur Rekonstitution von IMDYLLTRA nicht die Lösung (Stabilisator). Die Lösung (Stabilisator) dient dazu, den Infusionsbeutel vor der Hinzugabe von rekonstituiertem IMDYLLTRA zu beschichten, um eine Adsorption von IMDYLLTRA an Infusionsbeutel und Infusionsleitung zu verhindern.

  • Infusionsbeutel aus Ethylenvinylacetat (EVA), Polyolefin und Polyvinylchlorid (PVC) haben sich unter den angegebenen Anwendungsbedingungen als mit Tarlatamab kompatibel erwiesen.

  • Infusionsleitungen und Kathetermaterialien aus Polyolefin, PVC und Polyurethan haben sich unter den angegebenen Anwendungsbedingungen als mit Tarlatamab kompatibel erwiesen.

  • Die Verwendung von geschlossenen Transfersystemen (closed system transfer device, CSTD) wird aufgrund des potenziellen Risikos für Medikationsfehler nicht empfohlen. Kompatibilitätsprüfungen von Durchstechflaschenadapter-CSTDs mit IMDYLLTRA wurden nicht durchgeführt.

Vorbereitung der Infusionslösung

Rekonstitution von Tarlatamab

Tabelle 10: Erforderliche Menge an Wasser für Injektionszwecke für die Rekonstitution von IMDYLLTRAa

Stärke der IMDYLLTRA-Durchstechflasche Erforderliche Menge an Wasser für Injektionszweckefür die Rekonstitution von IMDYLLTRA Endkonzentration
1 mg 1,3 ml 0,9 mg/ml
10 mg 4,4 ml 2,4 mg/ml

a Jede Durchstechflasche enthält ein Überfüllungsvolumen, um nach der Rekonstitution die Entnahme von 1,1 ml (1 mg-Durchstechflasche) oder 4,2 ml (10 mg-Durchstechflasche) zu ermöglichen und so eine Anwendung in der Konzentration der auf dem Etikett der Durchstechflasche angegebenen Stärke zu gewährleisten.

  1. Überführen Sie die erforderliche Menge an Wasser für Injektionszwecke (siehe Tabelle 10) in die Tarlatamab-Durchstechflasche, um eine Tarlatamab-Endkonzentration von 0,9 mg/ml

    (1 mg-Durchstechflasche) oder 2,4 mg/ml (10 mg-Durchstechflasche) zu erhalten. Lassen Sie das Wasser an der Wand der IMDYLLTRA-Durchstechflasche herunterlaufen, geben Sie es nicht direkt auf das lyophilisierte Pulver.

    • Verwenden Sie zur Rekonstitution von IMDYLLTRA nicht die Lösung (Stabilisator).

  2. Schwenken Sie den Inhalt vorsichtig. Nicht schütteln.

  3. Überprüfen Sie visuell, dass die Lösung klar bis leicht opaleszent, farblos bis leicht gelblich ist.

Nicht verwenden, wenn die Lösung trübe ist oder Partikel enthält.

Vorbereitung des IMDYLLTRA-Infusionsbeutels

Tabelle 11: Vorbereitungsanleitung für die 1-stündige Infusion

Stärke der IMDYLLTRA-Durchstechflasche IMDYLLTRA-Dosis Aus dem Infusionsbeutel zu entnehmende Menge an9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung Dem Infusionsbeutel hinzuzufügende Menge an Lösung (Stabilisator) Dem Infusionsbeutel hinzuzufügende Menge an rekonstituiertem IMDYLLTRA
1 mg 1 mg 14 ml 13 ml 1,1 ml
10 mg 10 mg 17 ml 13 ml 4,2 ml

Hinweis: Die Endkonzentrationen für die Durchstechflaschen unterschiedlicher Stärke sind nach der Rekonstitution NICHT identisch.

  1. Verwenden Sie einen mit 250 ml 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung vorgefüllten Infusionsbeutel.

  2. Entnehmen Sie die erforderliche Menge an 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung aus dem vorgefüllten Beutel und verwerfen Sie diese (siehe Tabelle 11). Lassen Sie etwaiges Überfüllungsvolumen in dem Infusionsbeutel unberücksichtigt.

  3. Geben Sie die Lösung (Stabilisator) hinzu.

    • Um den Infusionsbeutel zu beschichten, überführen Sie 13 ml der Lösung (Stabilisator) in den Infusionsbeutel mit 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung.

    • Mischen Sie den Inhalt des Beutels vorsichtig, um Schaumbildung zu vermeiden. Nicht schütteln.

  4. Geben Sie das rekonstituierte IMDYLLTRA hinzu.

    • Überführen Sie die erforderliche Menge an rekonstituiertem IMDYLLTRA in den stabilisierten Infusionsbeutel mit 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung und der Lösung (Stabilisator). Siehe Tabelle 11.

    • Mischen Sie vorsichtig den Inhalt des Beutels, um Schaumbildung zu vermeiden. Nicht schütteln.

  5. Entfernen Sie mithilfe einer leeren Spritze die im Infusionsbeutel vorhandene Luft, um Schaumbildung zu vermeiden.

  6. Füllen Sie die Infusionsleitung mit 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung oder dem fertig zubereiteten Arzneimittel aus dem Infusionsbeutel vor.

    Die in Abschnitt 6.3 genannte Aufbewahrungszeit umfasst die insgesamt zulässige Zeit vom Zeitpunkt der Rekonstitution der ersten Durchstechflasche bis zum Ende der Anwendung. Lassen Sie den Infusionsbeutel nach der Entnahme aus dem Kühlschrank Raumtemperatur erreichen und führen Sie die Anwendung der verdünnten IMDYLLTRA-Infusionslösung innerhalb der bei Raumtemperatur zulässigen Aufbewahrungsdauer (die die Infusionsdauer beinhaltet) durch. Wenn der zubereitete Inhalt im Tarlatamab-Infusionsbeutel nicht innerhalb der angegebenen Zeiträume und unter Einhaltung der angegebenen Temperaturen angewendet wird, muss er weggeworfen werden; er darf nicht erneut gekühlt werden.

    Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den örtlich geltenden Anforderungen zu beseitigen.

Weblinks

Packungen und Preis

IMDYLLTRA 1mg Pulv u Lösg z Herst e Inf 1 DSF N1
Preis
1.635,00 €
Zuzahlung
10,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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