LUTREPULSE 3,2 mg, Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - LUTREPULSE 3,2 mg
LUTREPULSE 3,2 mg wird zur Substitutionsbehandlung des endogenen Gonadorelin (GnRH)-Mangels angewendet. Ziel der Behandlung ist die physiologisch pulsatile Stimulation der Gonadotropinsekretion sowohl bei der Frau als auch beim Mann, wodurch die Sexualentwicklung, Follikelreifung, Ovulation und die Spermatogenese in Gang gesetzt werden.
Hypothalamische Amenorrhoe:
Störung der Ovarialfunktion durch endogenen Gonadorelinmangel; auch relativer Gonadorelinmangel, mit und ohne Beteiligung anderer kausaler Faktoren (Hyperprolaktinämie, Hyperandrogenämie). Zur Unterstützung der Lutealfunktion während der Frühschwangerschaft (pulsatile Infusion bis zur Ausbildung der HCG-Sekretion, die für die Unterstützung der Lutealfunktion ausreicht).
Hypogonadotroper Hypogonadismus:
Störungen der Hoden- oder Ovarialfunktion durch fehlende Gonadotropinsekretion bei potentiell intakter Hypophyse mit dem Ziel der Pubertätsentwicklung bei Jungen, der Spermatogenese oder Follikelreifung und Ovulation.
Pubertas tarda:
Die pulsatile Behandlung mit LUTREPULSE 3,2 mg kann bei Pubertas tarda zur Einleitung der Pubertätsentwicklung bei Jungen angewendet werden.
Nach erfolgter Pubertätsentwicklung muss die Behandlung beim Erwachsenen erneut durchgeführt werden, falls eine normale Spermatogenese erwünscht ist.
LUTREPULSE 3,2 mg wird subkutan pulsatil in 90-minütigen (Frau) bzw. 120-minütigen (Mann) Intervallen mit einem empfohlenen Dosisbereich von 5 µg bis 20 µg pro Puls gegeben. Die Anfangsdosis beträgt 5 µg. Eine stufenweise Anpassung der Dosis bis auf 20 µg pro Puls an den Schweregrad der Störung ist möglich.
Art der Anwendung-
Art der Anwendung
LUTREPULSE 3,2 mg wird subkutan mittels des LUTREPULSE Pods gegeben. Der LUTREPULSE Pod wird durch den LUTREPULSE Manager gesteuert.
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Dauer der Anwendung
Die Therapie wird ununterbrochen solange durchgeführt, bis der gewünschte Therapieerfolg (Pubertätsentwicklung, Spermatogenese oder Follikelreifung und Ovulation) eingetreten ist.
Nach erfolgter Ovulation sollte die Therapie vorzugsweise zur Unterstützung der Corpus luteum-Funktion bis in die späte Lutealphase fortgesetzt werden, bis endogenes HCG des implantierten Trophoblasten die weitere Funktion des Gelbkörpers unterhält.
LUTREPULSE 3,2 mg Pulver wird in 3,2 ml des Lösungsmittels gelöst. 2,0 ml der fertigen Lösung werden in den Pod gegeben und durch den Pod mittels eines Dauerkatheters im Unterhautgewebe injiziert. Die im Pod eingestellte Dosis wird pulsatil gegeben. Dieser Vorgang wird alle 90 Minuten bei der Frau und alle 120 Minuten beim Mann wiederholt. Innerhalb des zugelassenen Dosisbereichs kann die Dosis erhöht oder verringert werden.
Der Inhalt eines Pods reicht für eine dreitägige Behandlung. Nach drei Behandlungstagen muss der Pod entsorgt werden. Für die Fortsetzung der Behandlung wird eine neue Lösung hergestellt und der Vorgang mit einem neuen Pod wiederholt.
Der LUTREPULSE Manager wird vom behandelnden Arzt programmiert. Kinder und Jugendliche
Bei Jungen mit hypogonadotropem Hypogonadismus, bei denen LUTREPULSE 3,2 mg zur
Einleitung der Pubertät eingesetzt wird, entspricht die Dosierung der bei erwachsenen Männern mit hypogonadotropem Hypogonadismus.
In der Gynäkologie besteht vor der Pubertät keine Indikation für die Anwendung von LUTREPULSE 3,2 mg.
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Überempfindlichkeit gegen Gonadorelin oder einen der in Abschnitt 6.1. genannten sonstigen Bestandteile
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Erkrankungen, die sich durch Geschlechtshormone verstärken können, wie:
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Hypophysenadenome oder andere hormonabhängige Tumoren
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Ovarialzysten
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Anovulation, deren Ursache nicht hypothalamischen Ursprungs ist
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Erkrankungen, die sich durch eine Schwangerschaft verstärken können (z.B. hypophysäres Prolaktinom)
Bei eingeschränkter Leberfunktion und/oder Nierenfunktion kann die Gonadorelinwirkung bei gleicher Dosis verlängert und verstärkt sein.
Ein bekanntes Risiko bei Behandlungen zur Ovulationsinduktion ist das ovarielle Hyperstimulationssyndrom (OHSS), welches bei der pulsatilen GnRH – Gabe selten auftritt. OHSS ist ein Syndrom, das sich in steigenden Schweregraden manifestieren kann. Es umfasst eine ausgeprägte Vergrößerung der Ovarien, hohe Sexualhormonspiegel und eine Erhöhung der vaskulären Permeabilität, die zu Flüssigkeitsansammlungen in peritonealen, pleuralen und selten in perikardialen Hohlräumen führen kann. In schweren Fällen von OHSS können Symptome wie Abdominalschmerzen, aufgeblähter Bauch, starke Vergrößerung der Ovarien, Gewichtszunahme, Dyspnoe, Oligurie und gastrointestinale Symptome einschließlich Nausea, Erbrechen und Diarrhoe beobachtet werden. Klinische Symptome können Hypovolämie, Hämokonzentration, Elektrolytungleichgewicht, Aszites, Hämoperitoneum, Pleuraergüsse, Hydrothorax, akute Atemnot und thromboembolische Ereignisse sein.
Es wurde über die Heranreifung mehrerer Follikel, Mehrlingsschwangerschaften und Spontan-Aborte berichtet.
Der Bereich um die Einstichstelle der Infusion sollte auf Anzeichen für Infektionen und Reizungen untersucht werden.
Bei Patienten mit Hypophysenadenom wurden in Einzelfällen bei der Gabe von 100 µg Gonadorelin zu diagnostischen Zwecken Hypophysenapoplexe beobachtet, insbesondere in Kombination mit der Gabe von TRH (Protirelin).
Die Anwendung von LUTREPULSE 3,2 mg kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Die Anwendung von LUTREPULSE 3,2 mg als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der Gesundheit führen.
LUTREPULSE 3,2 mg enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosiereinheit von 5 µg bis 20 µg Gonadorelinacetat.
Der Einfluss von Arzneimitteln auf die Gonadotropinsekretion aus der Hypophyse kann das Ansprechen auf Gonadorelin oder Gonadorelin-Analoga beeinflussen. Andere Hormontherapien können das Ansprechen beeinflussen.
Spironolacton und Levodopa können die Gonadotropinsekretion stimulieren, während Phenothiazine, Dopamin-Antagonisten, Digoxin und Geschlechtshormone die Gonadotropinsekretion inhibieren können.
Schwangerschaft
Es sind keine Risiken mit LUTREPULSE 3,2 mg in der Schwangerschaft bekannt geworden. LUTREPULSE 3,2 mg sollte aufgrund der eingeschränkten Datenlage während der Schwangerschaft nur zur Unterstützung der Corpus luteum-Funktion in Zyklen zur Ovulationsauslösung verwendet werden. Nach Sicherung einer intakten Frühgravidität ist die Unterstützung der Lutealphase durch Gonadorelin nicht mehr von klinischer Bedeutung, da nun der Trophoblast zur endogenen HCG-Bildung fähig ist. Darum sollte die Therapie mit LUTREPULSE 3,2 mg zu diesem Zeitpunkt beendet werden.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Gonadorelinacetat in die Muttermilch übergeht. Gonadorelinacetat ist nicht zur Anwendung in der Stillzeit indiziert.
Über Nebenwirkungen wurde bei 10 % der Anwendungen in klinischen Studien berichtet.
| MeDRA-Systemorga nklasse | Häufig(≥ 1/100, < 1/10) | Gelegentlic h (≥ 1/1.000,< 1/100) | Selten(≥ 1/10.000,< 1/1.000) | Sehr selten (< 1/10.000) | nicht bekannt (Häufigkeit aufgrund der verfügbaren Daten nichtabschätzba r) |
| Erkrankung | allergische | ||||
| en des | Reaktionen* | ||||
| Immunsyste | * | ||||
| ms | |||||
| Erkrankung | Hypophysen | Kopfschmer | |||
| en des | apoplex**** | zen* | |||
| Nervensyste | |||||
| ms | |||||
| Gefäßerkran | Thrombophl | ||||
| kungen | ebitis | ||||
| superficialis* | |||||
| ** | |||||
| Erkrankung | Nausea*, | ||||
| en des | Abdominalsc | ||||
| Gastrointest | hmerzen* | ||||
| inaltraktes | |||||
| Erkrankung | OHSS | Menorrhagie | |||
| en der | *, | ||||
| Geschlechts | Priapismus | ||||
| organe und | |||||
| der | |||||
| Brustdrüse | |||||
| Allgemeine | Reaktionen | ||||
| Erkrankung | an der | ||||
| en und | Einstichstell | ||||
| Beschwerde | e | ||||
| n am | |||||
| Verabreichu | |||||
| ngsort |
* Während der Behandlung der Amenorrhoe in Verbindung mit der Induktion der Ovarialfunktion wurden Kopfschmerzen, Nausea, Menorrhagie und Abdominalschmerzen beobachtet.
** Allergische Reaktionen sind selten. Klinische Symptome schließen ein: kardiovaskulären Kollaps, Hypotension, Tachykardie, Bewusstlosigkeit, Angioödem, Bronchospasmus, Dyspnoe, Urtikaria oder “Flush”-Reaktionen. Über anaphylaktische Reaktionen wurde bei dem verwandten Polypeptid Gonadorelin-Hydrochlorid berichtet.
*** Folgende unerwünschte Wirkungen wurden an der Einstichstelle beobachtet: Pruritus, Urtikaria, Entzündung, Infektion, leichte Phlebitis oder Hämatom an der Einstichstelle.
**** Bei Patienten mit Hypophysenadenom, die mit 100 µg Gonadorelin zu Diagnosezwecken behandelt wurden, kam es in Einzelfällen zu Hypophysenapoplex, insbesondere bei der gleichzeitigen Behandlung mit TRH (Protirelin).
In Einzelfällen kam es bei Patienten mit Hypophysenadenom nach parenteraler Gabe (Injektion oder pulsatile Behandlung) zu transienten neurologischen Symptomen, insbesondere bei der gleichzeitigen Behandlung mit TRH (Protirelin).
Es kann außerdem zu Funktionsstörungen des Infusionssets oder zu Unterbrechungen der Infusion kommen.
In sehr seltenen Fällen kann es bei der Langzeitbehandlung mit Medikamenten dieser Klasse zur Ausbildung von Antikörpern kommen, so dass der Behandlungserfolg ausbleiben kann.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn
Website: www.bfarm.de
anzuzeigen.
LUTREPULSE 3,2 mg ist auch in hohen Dosen gut verträglich. Intoxikationen nach Überdosierung sind nicht bekannt.
Da LUTREPULSE 3,2 mg rasch aus dem Körper eliminiert wird, sind keine Maßnahmen bei einer Überdosierung erforderlich.
Bei Erhöhung der Dosis über den angegebenen Dosisbereich kann es zu einer reversiblen Hemmung der Hypophysenfunktion kommen.
Wenn die Initialdosis zu hoch ist, kann es bei Frauen gelegentlich zu einer leichten ovariellen Hyperstimulation kommen.
Pharmakologische Eigenschaften - LUTREPULSE 3,2 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Gonadotropin-Releasing-Hormone ATC-Code: H01CA 01
Synthetisches, gemäß dem “Internationalen Standard” hergestelltes Gonadorelin, ist in seiner Struktur identisch mit nativem, hypothalamischem Gonadorelin (Gonadotropin-Releasing-Hormon).
Gonadorelin stimuliert physiologisch wie therapeutisch die Freisetzung der Gonadotropine LH und FSH in der Hypophyse. Unter physiologischen Bedingungen wird Gonadorelin in kurzen Pulsen, von etwa einer Minute Dauer, im Abstand von 60 – 120 min sezerniert.
Im Tierexperiment stimuliert Gonadorelin über die LH- und FSH-Freisetzung bei weiblichen Tieren die Follikelreifung und Ovulation, bei männlichen Tieren führt es zur Anregung der Spermatogenese und Testosteronsekretion.
Hinsichtlich der allgemeinen Pharmakologie von Gonadorelin ist auch bei hoher Dosierung keine Wirkung auf andere Organfunktionen als auf die gonadotrope Partialfunktion der Adenohypophyse bekannt.
Gonadorelin wird parenteral appliziert (intravenös oder subkutan). Bei mehrfach wiederholter Gabe und erhöhter Dosis oder kontinuierlicher Freisetzung (Dauerinfusion) führt Gonadorelin zu einer reversiblen Hemmung der Gonadotropinsekretion (paradoxe Antifertilitätswirkung).
Gonadorelin wird nach intravenöser Injektion mit einer Halbwertzeit von weniger als 10 Minuten eliminiert. Die Proteinbindung liegt unter 15 %. Die enzymatische Inaktivierung (Degradation) und die Metabolisierung erfolgen in Leber und Niere. Bei renaler Elimination sind Oligopeptide im Urin nachweisbar, die biliäre Elimination ist gering. Bei Leberschäden und Niereninsuffizienz ist die Verweilzeit im Plasma verlängert, und die Gonadotropinfreisetzung wird verstärkt. Voraussetzung für die biologische Aktivität von Gonadorelin ist die intakte Struktur des Decapeptids.
Gonadorelin wird nach subkutaner Injektion rasch resorbiert, das Maximum erscheint nach 15 min.
Bioverfügbarkeit
Das Ausmaß der Bioverfügbarkeit (BV) hängt von der Applikationsart und der Dosis ab. Bei niedriger Dosierung (5 µg) beträgt die BV 45 % (subkutan/intravenös). Bei hoher Dosierung (20 µg) beträgt die BV 81 % (subkutan/intravenös).
Pharmazeutische Angaben - LUTREPULSE 3,2 mg
Eine Durchstechflasche mit 13,2 mg Pulver enthält D-Mannitol.
Eine Durchstechflasche mit 10 ml Lösungsmittel enthält Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke, Salzsäure 10%.
3 Jahre
Bei Anwendung mit dem LUTREPULSE Pod ist die gebrauchsfertige Lösung 3 Tage haltbar.
Durchstechflaschen aus braunem Borosilikatglas. OP mit
1 Durchstechflasche mit Pulver
1 Durchstechflasche mit 10 ml Lösungsmittel
OP mit
5 Durchstechflaschen mit Pulver
5 Durchstechflaschen mit je 10 ml Lösungsmittel
Die Anwendung des Arzneimittels erfolgt mittels einer separat zur Verfügung gestellten Lutrepulse Behandlungseinheit.
OP mit
1 Durchstechflasche mit Pulver
1 Durchstechflasche mit 10 ml Lösungsmittel
1 Spritze zur Herstellung der LUTREPULSE 3,2 mg-Lösung 1 Nadel zur Herstellung der LUTREPULSE 3,2 mg-Lösung 1 LUTREPULSE Pod (inkl. Spritze und Nadel zum Befüllen)
OP mit
5 Durchstechflaschen mit Pulver
5 Durchstechflaschen mit je 10 ml Lösungsmittel
5 Spritzen zur Herstellung der LUTREPULSE 3,2 mg-Lösung 5 Nadeln zur Herstellung der LUTREPULSE 3,2 mg-Lösung
5 LUTREPULSE Pods (inkl. Spritzen und Nadeln zum Befüllen)
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.