Tetrabenazin Aristo 25 mg Tabletten
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Gluten/Laktose
Laktose: Ja
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Fachinfo - Tetrabenazin 25 mg
Tetrabenazin Aristo wird angewendet bei:
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hyperkinetischen Bewegungsstörungen bei Chorea Huntington;
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mittelschweren bis schweren Spätdyskinesien, die auf andere Therapiemaßnahmen nicht angesprochen haben.
Die Anwendung dieses Arzneimittels soll nur durch einen Neurologen oder einen Kinderneurologen, der mit der Behandlung von hyperkinetischen Störungen vertraut ist, oder in neurologischen Abteilungen und vergleichbaren Abteilungen erfolgen.
Dosierung
Hyperkinetische Bewegungsstörungen bei Chorea Huntington
Dosierung und Anwendungszeitpunkte sind variabel und müssen in Abhängigkeit von der Schwere der Erkrankung und dem Ansprechen auf die Behandlung individuell angepasst werden. Die Dosierungsempfehlung kann daher nur als Anhaltspunkt dienen. Im Allgemeinen soll jedoch die maximale Tagesdosis von Tetrabenazin nicht überschritten werden.
Empfohlen wird eine Anfangsdosis von 25 mg dreimal täglich. Diese Dosis kann alle drei oder vier Tage um 25 mg pro Tag gesteigert werden, bis entweder eine zufrieden stellende Wirksamkeit erreicht ist, oder bis es zum Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen kommt
(Verträglichkeitsgrenze). Die Dosierungsempfehlung kann daher nur als Anhaltspunkt dienen. Die maximale Tagesdosis von 200 mg Tetrabenazin soll nicht überschritten werden.
Nach Erreichen einer stabilen Erhaltungsdosis, sollte die Behandlung in regelmäßigen Abständen vor dem Hintergrund der zugrundeliegenden Erkrankung und gleichzeitig eingenommener Arzneimittel überprüft werden (siehe Abschnitt 4.5).
Zeigt sich unter der Einnahme der Höchstdosis nach sieben Tagen keine Besserung, ist es unwahrscheinlich, dass das Arzneimittel für den Patienten von Nutzen ist, selbst wenn die Dosis weiter erhöht oder die Dauer der Behandlung verlängert wird. Das Absetzen der Behandlung mit Tetrabenazin muss in Erwägung gezogen werden.
Absetzen der Behandlung mit Tetrabenazin
Das Absetzen der Behandlung mit Tetrabenazin ist mit der Rückkehr von Chorea verbunden (ohne signifikante Verschlechterung im Vergleich zur Basislinie). Andere Nebenwirkungen eines plötzlichen Absetzens der Behandlung sind möglich, aber unwahrscheinlich und im Allgemeinen leicht.
Spätdyskinesie
Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 12,5 mg pro Tag und wird dann in Abhängigkeit vom Ansprechen des Patienten erhöht.
Dieses Arzneimittel sollte abgesetzt werden, wenn sich das Krankheitsbild nicht deutlich verbessert oder wenn die Nebenwirkungen nicht toleriert werden können.
Die maximale Tagesdosis von 200 mg Tetrabenazin soll nicht überschritten werden. Wiederaufnahme der Behandlung
Nach einer Behandlungsunterbrechung von mehr als 5 Tagen oder einer
Behandlungsunterbrechung aufgrund einer Veränderung des Gesundheitszustandes des Patienten oder wegen gleichzeitig angewendeter Arzneimittel, muss bei Wiederaufnahme eine erneute Titration der Tetrabenazindosierung erfolgen. Die Dosierung sollte mit zweimal täglich 12,5 mg begonnen werden und nach einer Wartezeit von 7 Tagen um 12,5 mg pro Tag hochtitriert werden.
Wenn unerwünschte Ereignisse wie Akathisie, Unruhe, Parkinsonismus, Depression, Insomnie, Angst oder nicht tolerierbare Sedierung auftreten, muss die Titration gestoppt und die Dosis reduziert werden.
Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten
Mit Patienten im fortgeschrittenen Lebensalter (> 65 Jahre) wurden bisher keine speziellen Studien durchgeführt. Jedoch wurde Tetrabenazin 25 mg in der für Erwachsene empfohlenen Dosis bereits bei älteren Patienten angewendet und verursachte keine erkennbaren nachteiligen Wirkungen.
Kinder und Jugendliche
Es wurden keine adäquat kontrollierten klinischen Studien bei Kindern durchgeführt. Die Anwendung bei Kindern wird nicht empfohlen. Eine Dosierungsempfehlung kann nicht gegeben werden. Begrenzte klinische Erfahrungen legen nahe, die Behandlung mit ungefähr der Hälfte der täglichen Dosis für einen Erwachsenen zu beginnen und die Dosis dann langsam und vorsichtig je nach Verträglichkeit und individueller Reaktion zu verändern.
Leberinsuffizienz, Niereninsuffizienz
Bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion sollte die Dosistitration langsam erfolgen; möglicherweise werden niedrigere Tagesdosen benötigt.
Patienten, die CYP2D6-Hemmer einnehmen
Die adäquate Dosierung von Tetrabenazin sollte für jeden Patienten durch Titration ermittelt werden. Studien (in vitro und in vivo) haben gezeigt, dass die Tetrabenazin-Metaboliten α-HTBZ und ß-HTBZ Substrate für CYP2D6 sind (siehe Abschnitt 5.2). Die für einen Patienten erforderliche Dosis kann daher von seinem Metabolisierer (metabolizer)-Status für CYP2D6 sowie von gleichzeitig angewendeten Wirkstoffen, die als starke CYP2D6-Inhibitoren gelten, beeinflusst werden (siehe Abschnitt 4.5).
Art der Anwendung
Tetrabenazin Aristo ist zum Einnehmen.
Die Tabletten sollten mit ausreichender Flüssigkeit (Wasser oder andere alkoholfreie Getränke) eingenommen und nicht zerkaut werden.
Tetrabenazin Aristo darf nicht angewendet werden bei:
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Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile,
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akuter Suizidgefahr,
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unbehandelter oder unzureichend behandelter Depression,
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bestehenden prolaktinabhängigen Tumoren, wie prolaktinabhängigen Hypophysentumoren oder Brustkrebs,
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Vorhandensein eines Phäochromozytoms (Tumor des Nebennierenmarks),
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Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6),
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gleichzeitiger Einnahme von Monoaminoxidase-Hemmern (MAOI) oder wenn deren Einnahme weniger als 14 Tage zurückliegt (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8),
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eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Score 5 bis 9),
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gleichzeitiger Einnahme von Reserpin (siehe Abschnitt 4.5),
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Patienten mit Parkinson-Syndrom und hypokinetisch-rigidem Syndrom.
Tetrabenazin Aristo darf nicht zusammen mit einem Monoaminoxidasehemmer (MAO-Hemmer) verabreicht werden.
Die adäquate Dosierung von Tetrabenazin sollte für jeden Patienten durch Titration ermittelt werden.
Studien (in vitro und in vivo) haben gezeigt, dass die Tetrabenazin-Metaboliten a-HTBZ und ß-HTBZ Substrate für CYP2D6 sind (siehe Abschnitt 5.2). Die für einen Patienten erforderliche Dosis kann daher von seinem Metabolisierer-Status für CYP2D6 sowie von gleichzeitig angewendeten Arzneistoffen, die als starke CYP2D6-Inhibitoren gelten, beeinflusst werden (siehe Abschnitt 4.5).
Bei Erstverordnung sollte die Dosis von Tetrabenazin langsam über mehrere Wochen auftitriert werden, um eine Dosis zu finden, die sowohl die Chorea-Symptome vermindert als auch gut vertragen wird. Falls Nebenwirkungen nicht abklingen oder schwächer werden, sollte eine Unterbrechung der Behandlung mit Tetrabenazin in Erwägung gezogen werden.
Nach Erreichung einer stabilen Erhaltungsdosis, sollte die Behandlung in regelmäßigen Abständen vor dem Hintergrund der zugrundeliegenden Krankheit und gleichzeitig eingenommener Medikamente (siehe Abschnitt 4.5) überprüft werden.
Depression/Suizidalität
Tetrabenazin kann eine Depression hervorrufen und eine vorbestehende Depression verschlechtern.
Bei Patienten, die dieses Arzneimittel einnehmen, wurden Fälle von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten berichtet. Besondere Vorsicht ist geboten bei der Behandlung von Patienten mit einer Vorgeschichte von Depressionen, Suizidversuchen oder suizidalen Gedanken (siehe auch Abschnitt 4.3).
Die Patienten sollten engmaschig bezüglich des Auftretens solcher unerwünschten Ereignisse überwacht werden. Patienten und ihre Betreuer sollten über die Risiken informiert und angewiesen werden, jedwede Bedenken ihrem Arzt unverzüglich mitzuteilen.
Falls Depressionen auftreten, können diese möglicherweise durch Dosisreduktion und/oder durch die Initiierung einer antidepressiven Therapie kontrolliert werden.
Falls Depression oder Suizidgedanken auftreten, können diese möglicherweise durch Reduktion der Tetrabenazin-Dosis und/oder durch die Initiierung einer antidepressiven Therapie kontrolliert werden. Falls schwere oder andauernde Depression oder Suizidgedanken auftreten, sollten das Absetzen von Tetrabenazin und die Einleitung einer antidepressiven Therapie in Erwägung gezogen werden.
Um das Risiko einer potentiellen ernsten Wechselwirkung zu vermeiden, muss darauf geachtet werden, dass sowohl zwischen dem Absetzen von Tetrabenazin und dem Beginn der Behandlung mit einem MAO-Hemmer, als auch zwischen dem Absetzen des MAO-Hemmers und dem Beginn der Behandlung mit Tetrabenazin mindestens 14 Tage verstreichen.
Wut und Aggressionen
Bei Patienten mit Depression oder anderen psychiatrischen Vorerkrankungen, die Tetrabenazin einnehmen, besteht ein potentielles Risiko für das Entstehen oder die Verschlimmerung von Wut und aggressivem Verhalten.
Parkinson-Symptome
Tetrabenazin kann Parkinson-Symptome auslösen und vorher bestehende Symptome der Parkinson-Krankheit verschlimmern. Die Tetrabenazindosis muss entsprechend der klinischen Notwendigkeit angepasst werden, um diese Nebenwirkung zu minimieren.
Dysphagie
Dysphagie ist ein Bestandteil der Huntington-Krankheit. Allerdings wurden Arzneimittel, die die dopaminerge Übertragung reduzieren, mit Ösophagus-Dysmotilität und Dysphagie in Verbindung gebracht. Dysphagie kann mit einer Aspirationspneumonie einhergehen. In klinischen Studien standen einige der Fälle von Dysphagie mit einer Aspirationspneumonie in Verbindung. Ob diese Ereignisse mit der Behandlung zusammenhingen, ist nicht bekannt.
Spätdyskinesien
Eine Tetrabenazin-Behandlung kann erwogen werden, falls die Beschwerden trotz Unterbrechung der antipsychotischen Therapie bestehen bleiben bzw. in Fällen, bei denen die Unterbrechung der antipsychotischen Medikation keine geeignete Option ist. Dies gilt ebenso, wenn die Beschwerden trotz Reduzierung der Dosierung der antipsychotischen Medikation bzw. trotz Wechsel zu atypischer antipsychotischer Medikation bestehen bleiben.
Allerdings ist Tetrabenazin eine zentral wirksame, transmitterverarmende Substanz, die beim Menschen extrapyramidale Symptome und theoretisch Spätdyskinesien auslösen kann.
Es gab Fälle von Spätdyskinesien mit Tetrabenazin, die in der Literatur und im Post-Marketing berichtet wurden; daher müssen sich Ärzte des möglichen Risikos bewusst sein. Treten bei einem mit Tetrabenazin behandelten Patienten Anzeichen und Symptome einer Spätdyskinesie auf, muss ein Absetzen des Arzneimittels in Betracht gezogen werden.
Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS)
Bei Patienten, die mit Tetrabenazin behandelt wurden, wurde in einzelnen Fällen über das Auftreten eines malignen neuroleptischen Syndroms berichtet. Es kann kurz nach Behandlungsbeginn, nach Dosierungsänderungen oder nach Langzeitbehandlung auftreten. Das klinische Erscheinungsbild des MNS umfasst Hyperpyrexie, Muskelsteifigkeit, veränderten Geisteszustand und Belege für autonome Instabilität (unregelmäßiger Puls oder schwankender Blutdruck, Tachykardie, Diaphorese und Herzrhythmusstörungen). Weitere Symptome sind erhöhter Kreatininphosphokinase-Spiegel, Myoglobinurie, Rhabdomyolyse und akutes Nierenversagen.
Sollte der Verdacht auf ein malignes neuroleptisches Syndrom bestehen, muss Tetrabenazin sofort abgesetzt und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.
Falls der Patient nach Erholung von einem malignen neuroleptischen Syndrom weiterhin eine Behandlung mit Tetrabenazin benötigt, muss die mögliche Neuaufnahme der Behandlung mit Tetrabenazin sorgfältig geprüft werden. Der Patient muss sorgfältig überwacht werden, da über Rückfälle von malignes neuroleptischen Syndromen berichtet wurden.
QTc-Verlängerung
Tetrabenazin führt zu einer geringfügigen Verlängerung (ca. 8 msec) der frequenzkorrigierten QT-Zeit. Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Einnahme weiterer Arzneimittel, die die QTc verlängern können (siehe Abschnitt 4.5), ebenso bei Patienten mit angeborenem langen QT-Syndrom und Patienten mit kardialen Arrhythmien in der Anamnese.
Herzerkrankungen
Tetrabenazin wurde bei Patienten mit Myokardinfarkt oder instabilen Herzerkrankungen in der Anamnese nicht untersucht.
Akathisie, Ruhelosigkeit und Agitiertheit
Patienten, die mit Tetrabenazin behandelt werden, müssen auf das Vorhandensein einer Akathisie sowie Anzeichen von Ruhelosigkeit und Agitiertheit hin überwacht werden, da diese Indikatoren für eine sich entwickelnde Akathisie sein können. Falls ein Patient eine Akathisie entwickelt, muss die Tetrabenazin-Dosis reduziert werden. Bei einigen Patienten kann der Abbruch der Behandlung erforderlich sein.
Sedierung und Somnolenz
Sedierung ist die häufigste dosislimitierende Nebenwirkung von Tetrabenazin. Patienten müssen vor der Durchführung von Aktivitäten, die mentale Wachsamkeit erfordern, wie z. B. das Führen eines Fahrzeugs oder das Bedienen gefährlicher Maschinen, gewarnt werden, solange die Tetrabenazin-Erhaltungsdosis noch nicht erreicht ist und sie die Auswirkungen des Arzneimittels noch nicht abschätzen können.
Orthostatische Hypotonie
Tetrabenazin kann in therapeutischen Dosierungen eine orthostatische Dysregulation hervorrufen und Symptome wie Lageschwindel und Synkopen einschließen. Das muss bei Patienten, die anfällig für einen niedrigen Blutdruck oder dessen Auswirkungen sind, berücksichtigt werden. Eine Überwachung der Vitalfunktionen beim Aufstehen muss bei Patienten, die anfällig für Hypotonie sind, in Betracht gezogen werden.
Hyperprolaktinämie
Tetrabenazin erhöht die Serum-Prolaktinspiegel beim Menschen. Nach Anwendung von 25 mg an gesunden Probanden stiegen die Prolaktin-Peak-Plasma-Spiegel um das 4 bis 5-Fache.
Untersuchungen an Gewebekulturen sprechen dafür, dass das Wachstum der Zellen von etwa einem Drittel menschlicher Brusttumoren in vitro durch Prolaktin stimuliert werden kann. Dies ist ein potentiell wichtiger Faktor, wenn Tetrabenazin bei Patienten, bei denen zuvor Brustkrebs diagnostiziert wurde, zur Anwendung kommen soll.
Obwohl Amenorrhoe, Galaktorrhoe, Gynäkomastie und Impotenz durch erhöhte Prolaktin-Serumkonzentrationen hervorgerufen werden können, ist die klinische Relevanz erhöhter Prolaktin-Serumkonzentrationen für die meisten Patienten nicht bekannt.
Chronisch erhöhte Prolaktin-Serumkonzentrationen (obwohl dies während des Tetrabenazin-Entwicklungsprogramms nicht untersucht wurden) wurden mit niedrigen Östrogen-Spiegeln und erhöhtem Osteoporose-Risiko assoziiert.
Wenn ein klinischer Verdacht auf symptomatische Hyperprolaktinämie besteht, müssen entsprechende Laboruntersuchungen durchgeführt und die Unterbrechung der Tetrabenazin-Behandlung in Erwägung gezogen werden.
Bindung an Melanin-haltige Gewebe
Da Tetrabenazin und seine Metaboliten an Melanin-haltige Gewebe binden, kann es dort mit der Zeit akkumulieren. Dies beinhaltet die Möglichkeit, dass Tetrabenazin bei Langzeit-Anwendung eine Schädigung dieser Gewebe hervorrufen kann. Die klinische Relevanz der Bindung von Tetrabenazin an Melanin-haltige Gewebe ist nicht bekannt. Obwohl es keine spezifischen Empfehlungen für regelmäßige Augenuntersuchungen gibt, müssen sich verordnende Ärzte der Möglichkeit ophthalmologischer Wirkungen nach Langzeitexposition bewusst sein.
Tetrabenazin Aristo enthält Lactose
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Tetrabenazin Aristo nicht einnehmen.
Laboruntersuchungen
In klinischen Studien mit Tetrabenazin wurden keine klinisch signifikanten Änderungen der Laborparameter berichtet. In kontrollierten klinischen Studien verursachte Tetrabenazin einen geringen Anstieg der Alanin-Aminotransferase(ALT)- und Aspartat-Aminotransferase(AST)-Laborwerte gegenüber Placebo.
Es wurden keine Wechselwirkungsstudien in vivo durchgeführt. Nicht alle metabolisierenden Enzyme für Tetrabenazin sind bekannt. In-vivo-Studien weisen darauf hin, dass Tetrabenazin möglicherweise ein Inhibitor von CYP2D6 ist und deshalb erhöhte Plasmakonzentrationen von Wirkstoffen, die über CYP2D6 abgebaut werden (z. B. Metoprolol, Amitriptylin, Imipramin, Haloperidol und Risperidon), hervorrufen kann.
CYP2D6-Inhibitoren
In-vitro- und In-vivo-Studien deuten darauf hin, dass die Dihydrotetrabenazin Metaboliten α-HTBZ und β-HTBZ Substrate für CYP2D6 sind. Bei Patienten, die bereits auf Tetrabenazin eingestellt sind, muss die zusätzliche Gabe von CYP2D6-Inhibitoren (wie z. B. Fluoxetin, Paroxetin, Chinidin, Duloxetin, Terbinafin, Amiodaron oder Sertralin) mit Vorsicht erfolgen und eine Dosisreduktion von Tetrabenazin erwogen werden. Die Wirkung mäßiger bis schwacher CYP2D6-Inhibitoren wie z. B. Duloxetin, Terbinafin, Amiodaron oder Sertralin wurde nicht untersucht.
Andere Cytochrom P450-Inhibitoren
Auf der Grundlage von In-vitro-Untersuchungen sind klinisch signifikante Wechselwirkungen zwischen Tetrabenazin und anderen P450-Inhibitoren (andere als CYP2D6-Inhibitoren) unwahrscheinlich.
Levodopa
Tetrabenazin hemmt die Wirkung von Levodopa und schwächt damit dessen Wirksamkeit ab.
Monoaminooxidase-Hemmer
Tetrabenazin darf wegen des Risikos von möglichen schweren Wechselwirkungen mit der Folge einer hypertensiven Krise nicht bei gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3). Zwischen dem Absetzen von Tetrabenazin und dem Behandlungsbeginn mit einem MAO-Hemmer sowie zwischen dem Absetzen eines MAO-Hemmers und dem Behandlungsbeginn mit Tetrabenazin, müssen mindestens 14 Tage verstreichen.
Gleichzeitige Anwendung mit Neuroleptika
Mit der Tetrabenazin-Anwendung assoziierte Nebenwirkungen wie QTc-Verlängerung, malignes neuroleptisches Syndrom (MNS) und extrapyramidale Störungen können durch die gleichzeitige Einnahme von Dopamin-Antagonisten verstärkt werden (siehe Abschnitt 4.4). Sollte Tetrabenazin zusammen mit Neuroleptika (z. B. Haloperidol, Chlorpromazin, Metoclopramid usw.) angewendet werden, kann eine signifikante Dopamindepletion nicht ausgeschlossen werden. In diesen Fällen müssen die Patienten klinisch auf die Entwicklung einer Parkinson-Krankheit überwacht werden. In Einzelfällen wurde ein malignes neuroleptisches Syndrom beobachtet.
Antihypertonika und Betablocker
Die gleichzeitige Anwendung von Tetrabenazin mit Antihypertonika und Betablockern kann das Risiko einer orthostatischen Hypotonie erhöhen (siehe Abschnitt 4.4).
Wechselwirkungen mit zentraldämpfenden Arzneimitteln
Bei gleichzeitiger Anwendung von Tetrabenazin mit zentraldämpfenden Arzneimitteln (einschließlich Alkohol, Neuroleptika, Hypnotika und Opioiden) muss die Möglichkeit additiver sedierender Wirkungen in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4.).
Arzneimittel mit bekannter QTc-Verlängerung
Tetrabenazin muss mit Vorsicht angewendet werden bei gleichzeitiger Gabe von QTc-verlängernden Arzneimitteln, insbesondere Antipsychotika (z. B. Chlorpromazin, Thioridazin), Antibiotika (z. B. Gatifloxacin, Moxifloxacin) und Klasse IA und Klasse III Antiarrhythmika (z. B. Chinidin, Procainamid, Amiodaron, Sotalol) (siehe Abschnitt 4.4.).
Reserpin
Die gleichzeitige Einnahme von Tetrabenazin und Reserpin ist kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3). Reserpin bindet irreversibel an den vesikulären Monoamintransporter 2 (VMAT2), und die Dauer seiner Wirkung beträgt mehrere Tage. Die Umstellung eines Patienten von Reserpin auf Tetrabenazin muss deshalb vorsichtig erfolgen. Der Arzt muss das Wiederauftreten der Chorea-Symptome abwarten, bevor er mit der Behandlung mit Tetrabenazin beginnt, um Überdosierung und eine starke Depletion von Serotonin und Noradrenalin im ZNS zu vermeiden. Da die Wirkungen von Reserpin nach Absetzen des Arzneimittels noch länger anhalten können, muss die Wartezeit nach Absetzen von Reserpin mit Vorsicht und anhand der klinischen Beurteilung bestimmt werden.
Digoxin
Digoxin ist ein Substrat von P-Glykoprotein. In einer Studie an gesunden Probanden konnte gezeigt werden, dass Tetrabenazin (25 mg zweimal täglich für 3 Tage) keinen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von Digoxin hatte, was darauf hindeutet, dass Tetrabenazin in dieser Dosierung
keinen Einfluss auf das intestinale P-Glykoprotein hat. Zudem zeigten In-vitro-Studien keine Hinweise, dass Tetrabenazin oder seine Metaboliten Inhibitoren von P-Glykoprotein sind.
Schwangerschaft
Es liegen keine adäquaten und gut kontrollierten Studien zur Anwendung von Tetrabenazin bei schwangeren Frauen vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
Die Anwendung von Tetrabenazin in der Schwangerschaft oder bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
Die Auswirkungen von Tetrabenazin auf Wehen und den Geburtsvorgang sind nicht bekannt. Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Tetrabenazin oder seine Metaboliten in die Muttermilch ausgeschieden werden. Ein Risiko für den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. Tetrabenazin ist während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Fertilität
In tierexperimentellen Studien mit Tetrabenazin konnte kein Effekt auf die Trächtigkeit oder das intrauterine Überleben nachgewiesen werden. Die weiblichen Zyklen waren verlängert und eine verzögerte Fertilitätsphase wurde beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).
Tetrabenazin kann zu Benommenheit führen und kann daher einen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben.
Zu den häufigsten dosisabhängigen Nebenwirkungen gehören Benommenheit, Depression (die in Einzelfällen mit Suizidgedanken und suizidalem Verhalten assoziiert war) und Parkinson-Symptome.
Weitere mögliche Nebenwirkungen sind in der folgenden Tabelle aufgeführt. Die Wirkungen sind im Allgemeinen reversibel, wenn die Behandlung abgebrochen wird.
Die Häufigkeit der Nebenwirkungen wird, wann immer bekannt, angegeben. Jedoch ist die Häufigkeit einiger Nebenwirkungen auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.
| Systemorga n-klasse / Häufigkeit | Sehr häufig(≥ 1/10) | Häufig(≥ 1/100,< 1/10) | Gelegentlich(≥ 1/1.000,< 1/100) | Selten(≥ 1/10.000,< 1/1.000) | Sehr selten(< 1/10.000) | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar) |
| Infektionen und parasitäre Erkrankungen | Pneumonie | |||||
| Erkrankunge n des Blutes und desLymphsyste ms | Leukopenie | |||||
| Stoffwechsel- und Ernährungs-störungen | Appetit vermindert | Dehydratatio n | Appetitsteige rung | |||
| Psychiatrisch e Erkrankunge n | Depression | Agitiertheit, Angst, Schlaflosigk eit, Verwirrtheit | Aggression, Ärger, Suizidgedan ken, Suizidversuch | Orientierung sstörung, Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen | ||
| Erkrankunge n des Nervensyste ms | Benommenh eit, Parkinsonis mus (kann Gleichgewic htsstörungen, Zittern und vermehrten Speichelflussbeinhalten) | Malignes neuroleptisch es Syndrom | Ataxie, Akathisie, Dystonie, Gedächtnisv erlust, Schwindelge fühl | |||
| Augenerkrankungen | Blickkrampf,Photophobie | |||||
| Herzerkrankungen | Bradykardie | |||||
| Gefäßerkran kungen | Orthostasesy ndrom, hypertensiveKrise | |||||
| Erkrankunge n des Gastrointesti naltrakts | Dysphagie, Übelkeit, Erbrechen, Epigastralgie, Diarrhoe, Obstipation, Mundtrockenheit | |||||
| Erkrankunge n der Haut und desUnterhautzel lgewebes | Ausschlag, Pruritus, Urtikaria | Schwitzen |
| Systemorga n-klasse / Häufigkeit | Sehr häufig(≥ 1/10) | Häufig(≥ 1/100,< 1/10) | Gelegentlich(≥ 1/1.000,< 1/100) | Selten(≥ 1/10.000,< 1/1.000) | Sehr selten(< 1/10.000) | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar) |
| Erkrankunge n der Geschlechtso rgane und derBrustdrüse | Unregelmäßi ge Menstruation | |||||
| Allgemeine Erkrankunge n und Beschwerden amVerabreichu ngsort | Ermüdung, Schwäche, Hypothermie | |||||
| Untersuchun gen | Gewichtsverl ust | Gewichtszun ahme | ||||
| Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingteKomplikatio nen | Stürze |
Bei länger dauernder Anwendung kann es zu einer Erhöhung des Prolaktin-Spiegels im Plasma kommen, die nach Beendigung der Behandlung reversibel ist. Infolgedessen können Galaktorrhoe, Amenorrhoe oder unregelmäßige Menstruationszyklen, Gynäkomastie, Brustschmerzen, Brustvergrößerung, Prolaktinome, Orgasmusstörungen und Impotenz auftreten.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Zu den Symptomen im Zusammenhang mit einer Überdosierung von Tetrabenazin können akute Dystonie, Blickkrampf, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Schweißausbruch, Hypotonie, Verwirrtheitszustände, Halluzinationen, Hypothermie, Sedierung, Rubor und Tremor gehören.
Die Behandlung sollte aus Allgemeinmaßnahmen bestehen, die auch bei der Behandlung von Überdosierungen mit anderen ZNS-wirksamen Arzneimitteln zur Anwendung kommen. Es werden allgemeine unterstützende und symptomatische Maßnahmen empfohlen. Herzrhythmus und Vitalfunktionen müssen überwacht werden. Bei der Behandlung einer Überdosierung muss immer die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass mehrere Wirkstoffe daran beteiligt sind. Der
Arzt sollte bei der Behandlung jeder Überdosierung die Kontaktierung einer Giftnotrufzentrale erwägen.
Pharmakologische Eigenschaften - Tetrabenazin 25 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel für das Nervensystem ATC-Code: N07XX06
Wirkmechanismus
Tetrabenazin ist ein synthetisches Derivat von Benzylchinolizin, das zu einer Entleerung der Speicher von Dopamin und anderen Monoaminen im zentralen Nervensystem führt. Tetrabenazin unterscheidet sich dabei von Reserpin insofern, als es eine spezifischere Wirkung auf das zentrale Nervensystem ausübt, weniger stark auf das periphere Nervensystem wirkt und eine kürzere Wirkdauer aufweist.
Pharmakodynamische Wirkungen
Durch in vitro durchgeführte Studien wurde nachgewiesen, dass Tetrabenazin ein selektiver Inhibitor des Monoamintransportes in die präsynaptischen neuronalen Vesikel ist, indem es VMAT2 reversibel hemmt. VMAT2 kommt hauptsächlich im zentralen Nervensystem vor.
Durch Studien wurde nachgewiesen, dass Dihydrotetrabenazin, der Hauptmetabolit von Tetrabenazin, im Vergleich zur Muttersubstanz eine ähnliche Affinität und eine signifikantere Selektivität für VMAT2 aufweist.
Dihydrotetrabenazin passiert die Blut-Hirn-Schranke und lässt deshalb ein ähnliches Wirkprofil wie Tetrabenazin erwarten.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Auf synaptischer Ebene bewirkt Tetrabenazin eine reversible Depletion der Monoamine in den präsynaptischen Vesikeln mit nachfolgender Verminderung der Erregungsübertragung. Diese pharmakologische Wirkung erklärt den therapeutischen Nutzen von Tetrabenazin bei Patienten, die unter hyperkinetischen Bewegungsstörungen leiden.
Resorption
Tetrabenazin wird nach oraler Aufnahme schnell und größtenteils resorbiert. Gemäß den Ergebnissen aus einer mit 25 Patienten durchgeführten klinischen Studie wird seine Resorption durch die Nahrungsaufnahme nicht beeinträchtigt. Tetrabenazin wird nicht an Plasmaproteine gebunden.
Nach der Einnahme von Einzeldosen von 12,5 bis 50 mg Tetrabenazin erhöhten sich die maximale Plasmakonzentration und die Fläche unter der Plasmakonzentrations-Zeitkurve im Verhältnis zur Dosis, was auf eine lineare Pharmakokinetik hindeutet.
Eine weitere Studie mit gesunden Freiwilligen zeigte nach Verabreichung einer einzelnen oralen Dosis eine extensive (> 75 %) Resorption von Tetrabenazin aus dem Gastrointestinaltrakt.
Biotransformation
Der Metabolismus von Tetrabenazin stellt sich komplex dar. Zunächst kommt es zur Bildung von Alpha- und Beta-Dihydrotetrabenazin, aus denen dann durch nachfolgende O-Dealkylierung, Hydroxylierung und Konjugation die Mehrzahl der beobachteten Metaboliten gebildet zu werden scheint.
Elimination
Nach täglicher Einnahme konnte keine signifikante Akkumulation beobachtet werden. Die Eliminationshalbwertszeit von Dihydrotetrabenazin beträgt ungefähr fünf Stunden.
Tetrabenazin wird hauptsächlich in metabolisierter Form über den Urin eliminiert (weniger als 2 % Tetrabenazin wird unverändert ausgeschieden).
In-vitro-Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf klinisch relevante Beeinflussung der humanen Cytochrom-P450-Leberenzyme. Es ist daher unwahrscheinlich, dass Wechselwirkungen zwischen Tetrabenazin und Wirkstoffen, die durch Cytochrom-P450-Enzyme metabolisiert werden, auftreten.
Am Abbau von Dihydrotetrabenazin ist das Leberenzym CYP2D6 beteiligt. Inhibitoren von CYP2D6 könnten somit die Verweildauer dieser Metaboliten im Blutplasma verlängern.
Pharmazeutische Angaben - Tetrabenazin 25 mg
Lactose-Monohydrat Maisstärke Mikrokristalline Cellulose Talkum
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich] Eisen(III)-hydroxid-oxid×H2O (E172)
Nicht über 30 °C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Weiße HDPE-Flasche mit einem kindergesicherten Verschluss aus PP. Packungsgröße 112 Tabletten.