Hydromorphon-HEXAL 1,3 mg Hartkapseln
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Hydromorphon-HEXAL 1,3 mg
Zur Linderung starker Schmerzen.
Hydromorphon-HEXAL ist angezeigt zur Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren.
Dosierung
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahre
Die Dosierung ist abhängig von der Stärke der Schmerzen und dem bisherigen Bedarf des Patienten an Schmerzmitteln. Die Wirksamkeit von 1,3 mg Hydromorphonhydrochlorid entspricht der von 10 mg oral gegebenem Morphinsulfat. Die Behandlung beginnt gewöhnlich mit einer Dosis von 1,3 mg oder 2,6 mg Hydromorphonhydrochlorid alle 4 Stunden.
Bei einer Zunahme des Schweregrads der Schmerzen ist eine höhere Dosis von Hydromorphon erforderlich. In diesem Fall werden schnell freisetzende Kapseln allein oder in Kombination mit Retardformulierungen von Hydromorphon angewendet, um die gewünschte Schmerzlinderung zu erzielen.
Umstellung von Patienten von parenteraler Anwendung zu einer oralen Einnahme von Hydromorphon Werden Patienten von einer parenteralen auf eine orale Hydromorphontherapie umgestellt, sollte sich nach der individuell unterschiedlichen Empfindlichkeit der Patienten gerichtet werden. Die orale Anfangsdosis darf nicht überschätzt werden (zur oralen Bioverfügbarkeit siehe Abschnitt 5.2).
Wenn entsprechend Art und Schwere der Erkrankung eine Langzeitbehandlung erforderlich ist, sollte eine sorgfältige und regelmäßige Überprüfung sicherstellen, ob und in welchem Ausmaß die Behandlung fortzuführen ist.
Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten sollte zum Erreichen einer adäquaten Schmerzlinderung die Dosis mit Hydromorphon-HEXAL titriert werden. Es ist jedoch zu beachten, dass ältere Patienten möglicherweise eine geringere als die empfohlene Dosis für Erwachsene benötigen, um eine ausreichende Analgesie zu erzielen.
Patienten mit eingeschränkter Leber- und/oder Nierenfunktion
Diese Patienten benötigen möglicherweise eine niedrigere als die für Erwachsene empfohlene Dosis, um eine ausreichende Analgesie zu erzielen. Die Dosis sollte sorgfältig entsprechend der Analgesie eingestellt werden (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und Jugendliche
Hydromorphon-HEXAL wird nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren, da die Sicherheit und Wirksamkeit bisher noch nicht erwiesen sind.
Art der Anwendung
Zum Einnehmen
Die Kapseln können entweder im Ganzen geschluckt oder geöffnet und der Inhalt auf eine kalte, weiche Speise gestreut werden.
Behandlungsziele und Abbruch
Vor Einleitung der Behandlung mit Hydromorphon-HEXAL sollten eine Behandlungsstrategie, einschließlich Behandlungsdauer und Behandlungszielen, sowie ein Plan für das Behandlungsende gemeinsam mit dem Patienten und in Übereinstimmung mit den Leitlinien zur Schmerzbehandlung vereinbart werden. Während der Behandlung sollte ein häufiger Kontakt zwischen Arzt und Patient stattfinden, um die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung zu beurteilen, die Beendigung der Behandlung in Erwägung zu ziehen und die Dosis bei Bedarf anzupassen. Wenn ein Patient die Hydromorphon-Therapie nicht mehr benötigt, kann es ratsam sein, die Dosis schrittweise zu reduzieren, um Entzugserscheinungen zu vermeiden. Bei fehlender adäquater Schmerzkontrolle sollte die Möglichkeit einer Hyperalgesie, einer Gewöhnung (Toleranz) und einer Progression der zugrundeliegenden Erkrankung in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Behandlungsdauer
Hydromorphon sollte nicht länger als notwendig angewendet werden.
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Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
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schwere Atemdepression mit Hypoxie und/oder Hyperkapnie
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schwere chronisch obstruktive Atemwegserkrankung
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schweres Bronchialasthma
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Koma
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akutes Abdomen
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paralytischer Ileus
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gleichzeitige Gabe von Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmer) oder wenn diese innerhalb der letzten 2 Wochen abgesetzt wurden
Vorsicht bei der Anwendung von Hydromorphon ist geboten bei:
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älteren und geschwächten Patienten
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schwer beeinträchtigter Atemfunktion
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Schlaf-Apnoe (siehe unten)
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gleichzeitiger Anwendung von anderen zentraldämpfend wirkenden Arzneimitteln (siehe unten und Abschnitt 4.5)
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Opioidtoleranz, physischer Abhängigkeit oder Entzugserscheinungen (siehe unten)
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psychischer Abhängigkeit (Arzneimittelsucht), Missbrauchsprofil und Vorgeschichte von Drogen- und/oder Alkoholmissbrauch (siehe unten)
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Kopfverletzungen, Hirnverletzungen (intrakranielle Läsionen) oder erhöhtem Hirndruck, Bewusstseinsstörungen unklaren Ursprungs
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Hypotonie bei Hypovolämie
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Pankreatitis
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Hypothyreose
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toxischer Psychose
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Prostatahypertrophie
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Nebennierenrindeninsuffizienz (z. B. Morbus Addison)
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schwerer Beeinträchtigung der Nieren- oder Leberfunktion
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Alkoholismus
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Obstipation
Atemdepression
Eine Atemdepression ist das Hauptrisiko einer Opioidüberdosierung.
Schlafbezogene Atemstörungen
Opioide können schlafbezogene Atemstörungen, einschließlich zentraler Schlaf-Apnoe (ZSA) und schlafbedingter Hypoxämie, verursachen. Die Anwendung von Opioiden geht mit einer dosisabhängigen Erhöhung des Risikos für eine zentrale Schlaf-Apnoe einher. Opioide können auch eine Verschlimmerung einer bereits bestehenden Schlaf-Apnoe verursachen (siehe Abschnitt 4.8). Bei Patienten mit zentraler Schlaf-Apnoe sollte eine Verringerung der Opioid-Gesamtdosis in Betracht gezogen werden.
Risiken einer gleichzeitigen Anwendung von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln
Die gleichzeitige Anwendung von Hydromorphon-HEXAL und sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen. Aufgrund dieser Risiken ist die gleichzeitige Verschreibung mit diesen sedierenden Arzneimitteln nur bei den Patienten angebracht, für die es keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Wenn dennoch eine gleichzeitige Verschreibung von Hydromorphon-HEXAL zusammen mit Sedativa für notwendig erachtet wird, sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden und die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein.
Die Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und Sedierung überwacht werden. In diesem Zusammenhang wird dringend empfohlen, Patienten und ihre Bezugspersonen über diese Symptome zu informieren (siehe Abschnitt 4.5).
Die gleichzeitige Einnahme von Alkohol und Hydromorphon kann die unerwünschten Wirkungen verstärken; die gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden.
Eine vorsichtige Anwendung wird auch empfohlen bei:
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opioidabhängigen Patienten
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Krampfleiden
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Delirium tremens
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Erkrankungen der Gallenwege
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Koliken der Gallenwege oder des Harnleiters
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obstruktiven oder entzündlichen Darmerkrankungen
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chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung
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verminderter Atemreserve
Bei allen oben genannten Patienten kann eine niedrigere Dosis ratsam sein.
Opioidgebrauchsstörung (Missbrauch und Abhängigkeit)
Bei wiederholter Anwendung von Opioiden wie Hydromorphon können sich eine Toleranz sowie eine physische und/oder psychische Abhängigkeit entwickeln.
Die wiederholte Anwendung von Hydromorphon-HEXAL kann zu einer Opioidgebrauchsstörung führen. Eine höhere Dosis und längere Dauer der Opioidbehandlung können das Risiko erhöhen, eine Opioidgebrauchsstörung zu entwickeln. Durch Missbrauch oder absichtliche Falschanwendung von Hydromorphon-HEXAL kann es zu einer Überdosierung und/oder zum Tod kommen. Das Risiko, eine Opioidgebrauchsstörung zu entwickeln, ist bei Patienten mit einer Substanzgebrauchsstörungen (einschließlich Alkoholgebrauchsstörung) in der persönlichen oder familiären Vorgeschichte (Eltern oder Geschwister), bei Rauchern oder bei Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen in der persönlichen Vorgeschichte (z. B. Major Depression, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen) erhöht.
Vor Beginn der Behandlung mit Hydromorphon-HEXAL und während der Behandlung sollten die Behandlungsziele und ein Plan für die Beendigung der Behandlung mit dem Patienten vereinbart werden (siehe Abschnitt 4.2). Vor und während der Behandlung sollte der Patient außerdem über die Risiken und Anzeichen einer Opioidgebrauchsstörung aufgeklärt werden. Den Patienten sollte geraten werden, sich bei Auftreten dieser Anzeichen mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen.
Die Patienten müssen auf Anzeichen eines Suchtverhaltens (drug-seeking behaviour) überwacht werden (z. B. zu frühes Nachfragen nach Folgerezepten). Hierzu gehört auch die Überprüfung der gleichzeitigen Anwendung von Opioiden und psychoaktiven Arzneimitteln (wie Benzodiazepinen). Bei Patienten mit Anzeichen und Symptomen einer Opioidgebrauchsstörung sollte die Konsultation eines Suchtspezialisten in Betracht gezogen werden.
Bei längerfristiger Anwendung von Hydromorphon kann es zur Entwicklung einer Toleranz mit der Notwendigkeit höherer Dosen zum Erzielen des erwünschten analgetischen Effekts kommen. Eine Kreuztoleranz zu anderen Opioiden kann bestehen. Die chronische Anwendung von Hydromorphon kann zu physischer Abhängigkeit führen, und bei abrupter Beendigung der Therapie kann ein Entzugssyndrom auftreten. Wenn die Therapie mit Hydromorphon nicht mehr länger erforderlich ist, kann es ratsam sein, die Tagesdosis allmählich zu reduzieren, um das Auftreten eines Entzugssyndroms zu vermeiden.
Hydromorphon sollte nicht angewendet werden, wenn die Möglichkeit besteht, dass ein paralytischer Ileus auftritt. Sollte ein paralytischer Ileus vermutet werden oder während der Anwendung auftreten, so muss die Behandlung mit Hydromorphon sofort abgebrochen werden.
Wegen des höheren Ileusrisikos in der postoperativen Phase im Vergleich zu nicht operierten Patienten wird Hydromorphon präoperativ und in den ersten 24 Stunden postoperativ nicht empfohlen. Danach sollte Hydromorphon mit Vorsicht angewendet werden, insbesondere bei abdominalen Operationen.
Patienten, die einer zusätzlichen Schmerztherapie (z. B. Operation, Plexusblockade) unterzogen werden, sollten
12 Stunden vor der Operation kein Hydromorphon erhalten. Falls eine Weiterbehandlung mit Hydromorphon indiziert ist, sollte die Dosierung nach dem Eingriff den neuen Erfordernissen entsprechend eingestellt werden.
Im Falle einer Hyperalgesie, die insbesondere bei hohen Dosen auftreten kann, führt eine weitere Erhöhung der Hydromorphon-Dosis nicht zu einer weiteren Schmerzlinderung. Eine Dosisreduktion oder ein Wechsel zu einem anderen Opioid kann dann erforderlich sein.
Im Falle einer Nebennierenrindeninsuffizienz sollten die Plasmakortisonspiegel kontrolliert und gegebenenfalls Kortikosteroide ergänzt werden.
Hydromorphon kann die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren- oder -Gonaden-Achsen beeinflussen. Zu den möglichen Veränderungen zählen ein Anstieg des Prolaktin im Serum und eine Abnahme von Kortisol und Testosteron im Plasma. Auf Grundlage dieser Hormonveränderungen können sich klinische Symptome manifestieren.
Opioide können Krämpfe der Gallenwege auslösen.
Es ist zu beachten, dass Patienten nach erfolgter Einstellung (Titration) auf wirksame Dosen eines bestimmten Opioids nicht ohne ärztliche Beurteilung und sorgfältige bedarfsgerechte Neueinstellung auf ein anderes Opioid umgestellt werden sollten. Andernfalls ist eine kontinuierliche analgetische Wirkung nicht gewährleistet.
Hydromorphon-HEXAL ist ausschließlich für die orale Einnahme bestimmt. Eine missbräuchliche parenterale Anwendung von oralen Darreichungsformen kann zu schwerwiegenden, potenziell letalen unerwünschten Ereignissen führen.
Doping
Die Anwendung des Arzneimittels Hydromorphon-HEXAL kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
Zentralnervensystem (ZNS)
Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden zusammen mit sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln erhöht das Risiko von Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod aufgrund einer additiven
ZNS-dämpfenden Wirkung. Die Dosis und Dauer der gleichzeitigen Anwendung sollten begrenzt werden (siehe Abschnitt 4.4).
Zentralwirksame Arzneimittel sind z. B. Tranquilizer, Anästhetika (z. B. Barbiturate), Hypnotika und Sedativa (einschließlich Benzodiazepine), Antipsychotika, Antidepressiva und Antihistaminika/Antiemetika, andere Opioide, Phenothiazine.
Alkohol kann die pharmakodynamischen Wirkungen von Hydromorphon verstärken; die gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden.
Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden und Gabapentinoiden (Gabapentin und Pregabalin) erhöht das Risiko für Opioid-Überdosierung, Atemdepression und Tod.
Die gleichzeitige Anwendung von Hydromorphon und Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmer) kann eine stimulierende oder hemmende Wirkung auf das Zentralnervensystem haben oder eine Hypotonie oder Hypertonie auslösen. Die gleichzeitige Anwendung von Hydromorphon und MAO-Hemmern oder die Anwendung von Hydromorphon innerhalb von 14 Tagen nach Absetzen eines MAO-Hemmers ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Wie andere Opioid-Analgetika kann Hydromorphon die neuromuskuläre Blockadewirkung von Muskelrelaxanzien verstärken und zu einer verstärkten Atemdepression führen.
Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt.
Die Anwendung von Hydromorphon-HEXAL während der Schwangerschaft oder Stillzeit wird nicht empfohlen.
Schwangerschaft
Es liegen keine klinischen Daten zur Anwendung während der Schwangerschaft vor.
Tierexperimentelle Studien zeigten keine teratogenen Effekte bei Dosierungen, die zu einer Wirkstoffexposition führen, die über der beim Menschen erwarteten Exposition liegt (siehe Abschnitt 5.3).
Hydromorphon-HEXAL sollte während der Schwangerschaft und während der Geburt wegen einer verminderten Uteruskontraktilität und der Gefahr einer Atemdepression beim Neugeborenen nicht eingenommen werden. Eine chronische Einnahme von Hydromorphon während der Schwangerschaft kann zu einem Entzugssyndrom beim Neugeborenen führen.
Stillzeit
Hydromorphon wird in geringen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden. Deshalb sollte Hydromorphon von stillenden Müttern nicht angewendet werden, anderenfalls sollte abgestillt werden.
Fertilität
Bei oraler Gabe von 5 mg/kg/Tag haben Tierstudien keine Auswirkungen auf die Fertilität und Reproduktionsfähigkeit gezeigt. Perinatale Toxizität war bei Ratten, die mit 2 und 5 mg/kg/Tag behandelt wurden, zu beobachten.
Hydromorphon kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Dies ist insbesondere zu Beginn einer Hydromorphon-Therapie, nach Dosiserhöhung oder Wechsel des Arzneimittels sowie bei einer Kombination von Hydromorphon mit Alkohol oder anderen ZNS-dämpfenden Substanzen wahrscheinlich.
Patienten, die stabil auf eine spezifische Dosis eingestellt sind, sind nicht unbedingt beeinträchtigt. Deshalb sollten Patienten mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob sie ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen dürfen.
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Übelkeit (vor allem zu Beginn der Behandlung) und Obstipation.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)
Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Tabellarische Auflistung unerwünschter Reaktionen
| Systemorganklasse | Sehr häufig | Häufig | Gelegentlich | Selten | Nicht bekannt |
| Erkrankungen des Immunsystems | Überempfindlich-keitsreaktionen (einschließlich oropharyngealer Schwellung), anaphylaktische Reaktionen | ||||
| Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen | verminderter Appetit | ||||
| Psychiatrische Erkrankungen | Angst, Verwirrtheit, Schlaflosigkeit | Agitiertheit, Depression, Euphorie, Halluzina-tionen, Albträume, verminderte Libido | Aggression | Arzneimittelabhän-gigkeit (siehe Abschnitt 4.4), Dysphorie | |
| Erkrankungen des Nervensystems | Schwindel, Somnolenz | Kopfschmerzen | Tremor, Myoklonus, Parästhesie | Sedierung, Lethargie | Krampfanfälle, Dyskinesie, Hyperalgesie (siehe Abschnitt 4.4), zentrales Schlaf-Apnoe-Syndrom |
| Augenerkrankungen | Sehstörung | Miosis | |||
| Herzerkrankungen | Tachykardie, Bradykardie, Palpitationen | ||||
| Gefäßerkrankungen | Hypotonie | Hitzegefühl | |||
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | Dyspnoe | Atemdepressio n, Broncho-spasmen | |||
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Obstipation, Übelkeit | Bauchschmerzen, Mundtrocken-heit, Erbrechen | Dyspepsie, Diarrhö, Geschmacks-störung | paralytischer Ileus | |
| Leber- und Gallenerkrankungen | Erhöhung leberspezifischer Enzyme | Erhöhung von Pankreasenzym en | Gallenkolik | ||
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes | Pruritus, Hyperhidrosis | Ausschlag | Hitzegefühl im Gesicht | Urtikaria | |
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | verstärkter Harndrang | Harnverhalt | |||
| Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse | erektile Dysfunktion |
| Systemorganklasse | Sehr häufig | Häufig | Gelegentlich | Selten | Nicht bekannt |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Asthenie | Entzugs-syndrom*, Ermüdung, Unwohlsein, periphere Ödeme | Toleranz, Arzneimittel-entzugssyndrom beim Neugeborenen |
* Entzugserscheinungen können auftreten und sich in Symptomen wie Agitiertheit, Angst, Nervosität, Schlaflosigkeit, Hyperkinese, Tremor und gastrointestinalen Symptomen äußern.
Arzneimittelabhängigkeit
Die wiederholte Anwendung von Hydromorphon-HEXAL kann, auch in therapeutischer Dosierung, zu einer Arzneimittelabhängigkeit führen. Das Risiko für eine Arzneimittelabhängigkeit kann je nach individuellen Risikofaktoren des Patienten, Dosierung und Dauer der Opioidbehandlung variieren (siehe Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn
Website: www.bfarm.de
anzuzeigen.
Symptome einer Überdosierung
Anzeichen und Symptome einer Hydromorphon-Vergiftung und -Überdosierung sind durch Beschwerden wie „sich komisch fühlen“, Konzentrationsmangel, Schläfrigkeit und möglicherweise Schwindelgefühl beim Aufstehen gekennzeichnet.
Weitere mögliche charakteristische Symptome einer Überdosierung sind Atemdepression (verringerte Atemfrequenz und/oder verringertes Atemzugvolumen, Cheyne-Stokes-Atmung, Zyanose), extreme Schläfrigkeit bis hin zu Stupor oder Koma, Miosis, Schlaffheit der Skelettmuskeln, feuchtkalte Haut, Bradykardie und Hypotonie. Es kann sich eine Aspirationspneumonie entwickeln.
Bei übermäßiger Intoxikation kann es zu Atemstillstand, Kreislaufversagen, Herzstillstand und Tod kommen. Toxische Leukoenzephalopathie wurde bei Überdosierung von Hydromorphon beobachtet.
Therapie einer Überdosierung
Im Falle einer Überdosierung sollten der Kreislauf und die Atmung des Patienten engmaschig überwacht werden, und es müssen angemessene unterstützende Maßnahmen ergriffen werden. Ein spezifischer Opioid-Antagonist wie Naloxon kann die durch Hydromorphon ausgelösten Wirkungen aufheben. Es ist zu bedenken, dass die Dauer der Opioidwirkung länger sein kann als die von Naloxon, sodass es erneut zu einer Atemdepression kommen kann. Wenn große Mengen Hydromorphon eingenommen wurden, sollte eine Magenspülung in Betracht gezogen werden.
Pharmakologische Eigenschaften - Hydromorphon-HEXAL 1,3 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetika, Opioide, natürliche Opium-Alkaloide ATC-Code: N02AA03
Wirkmechanismus
Wie Morphium ist Hydromorphon ein My-selektiver, reiner Opioidagonist. Die pharmazeutischen Wirkungen von Hydromorphon und Morphin unterscheiden sich nicht signifikant. Hydromorphon und verwandte Opioide wirken hauptsächlich auf das zentrale Nervensystem und den Darm.
Pharmakodynamische Wirkungen
Die Wirkungen sind vornehmlich analgetisch, anxiolytisch, antitussiv und sedativ. Darüber hinaus können Stimmungsveränderungen, Atemdepression, verminderte gastrointestinale Motilität, Übelkeit, Erbrechen und Veränderungen des endokrinen und des autonomen Nervensystems auftreten.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Es gibt keine klinischen Langzeitstudien mit Hydromorphon Hartkapseln.
Endokrines System
Siehe Abschnitt 4.4.
Leber- und Gallensystem
Opioide können Krämpfe der Gallenwege induzieren.
Andere pharmakologische Effekte
Präklinische Studien zeigen unterschiedliche Effekte von Opioiden auf Komponenten des Immunsystems. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist nicht bekannt.
Resorption
Hydromorphon wird im Gastrointestinaltrakt resorbiert und unterliegt einer präsystemischen Elimination; dies führt zu einer oralen Bioverfügbarkeit von etwa 32 % (Bereich 17-62 %).
Verteilung
Die Plasmaproteinbindung von Hydromorphon ist gering (<10 %), wobei dieser Prozentsatz von 2,46 ng/ml bis zu sehr hohen Plasmaspiegeln von 81,99 ng/ml, die nur bei sehr hohen Hydromorphon-Dosen erreicht werden, konstant bleibt. Hydromorphon weist ein relativ hohes Verteilungsvolumen von 1,22 ± 0,23 l/kg (KI 90 %: 0,97 - 1,60 l/kg, N =
6 männliche Probanden) auf. Dies weist auf eine deutliche Gewebeaufnahme hin.
Biotransformation
Hydromorphon wird durch direkte Konjugation oder Reduktion der Ketogruppe mit nachfolgender Konjugation metabolisiert. Nach der Resorption wird Hydromorphon hauptsächlich zu Hydromorphon-3-Glucuronid, Hydromorphon-3-Glucosid und Dihydroisomorphin-6-Glucuronid metabolisiert. Zu einem kleineren Anteil wurden auch die Metaboliten Dihydroisomorphin-6-Glucosid, Dihydromorphin und Dihydroisomorphin gefunden.
Hydromorphon wird hepatisch metabolisiert und zum geringen Teil unverändert hauptsächlich renal ausgeschieden.
Elimination
Hydromorphon-Metaboliten wurden im Plasma, Urin und in humanen Hepatozyten-Test-Systemen nachgewiesen. Es gibt keine Hinweise, dass Hydromorphon in vivo durch das Cytochrom-P450-Enzymsystem metabolisiert wird. In vitro hemmt Hydromorphon mit einer IC50 über 50 μM nur geringfügig die humanen rekombinanten CYP-Isoformen, einschließlich CYP1A2, 2A6, 2C8, 2D6 und 3A4. Es ist deshalb nicht zu erwarten, dass Hydromorphon den Metabolismus von anderen Wirkstoffen, die durch diese CYP-Isoformen metabolisiert werden, hemmt.
Pharmazeutische Angaben - Hydromorphon-HEXAL 1,3 mg
Kapselinhalt
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mikrokristalline Cellulose
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Hypromellose
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Salzsäure (2,61 %) (zur pH-Wert-Einstellung)
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Propylgallat (Ph.Eur.)
Kapselhülle
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Gelatine
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Titandioxid (E 171)
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Eisen(III)-oxid (E 172)
zusätzlich für Hydromorphon-HEXAL 1,3 mg
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Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172)
Drucktinte
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Schellack
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Propylenglycol (E 1520)
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Titandioxid (E 171)
Für diese Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Die Hartkapseln sind in kindergesicherten Aluminium//PVC/PE/PVDC-Blisterpackungen verpackt, die in eine Faltschachtel eingeschoben sind.
Packungsgrößen: 10, 14, 20, 28, 30, 50, 56, 60, 98, 100 Hartkapseln
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.