Nefrocarnit® Injektionslösung 1 g/5 ml
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Nefrocarnit® 1 g/5 ml
Behandlung von Carnitin-Mangel bei Patienten mit dialysebedingtem Carnitin-Mangel (DCD = Dialysis-related Carnitine Disorder).
Am Ende jeder Hämodialysebehandlung werden über die liegende Rücklaufkanüle lang-sam 20 mg/kg Levocarnitin intravenös verabreicht. In der Regel werden 1 bis 2 Ampullen benötigt.
Die Behandlung des dialysebedingten Levocarnitin-Mangels ist eine Langzeittherapie.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Nachweis und Diagnose des dialysebedingten Levocarnitin-Mangels (DCD) und seine dauerhafte Behandlung müssen auf den klinischen Anzeichen und Symptomen beruhen. Das Ansprechen auf die Behandlung sollte in dreimonatigen Abständen überprüft werden. Sollte sich innerhalb von 9 bis 12 Monaten keine klinische Besserung einstellen, sollte die Therapie beendet werden.
Pivalat erhöht die renale Levocarnitin-Elimination.
Valproat, Emetin und Zidovudin können selbst einen Levocarnitin-Mangel hervorrufen.
Zur Anwendung von Levocarnitin bei Schwangeren liegen keine ausreichenden Daten vor. Die tierexperimentellen Untersuchungen zur Reproduktionstoxizität sind unzu-reichend (siehe Abschnitt 5.3). Das mögliche Risiko für den Menschen ist unbekannt. Während der Schwangerschaft sollte Nefrocarnit® Injektionslösung deshalb nur ange-wendet werden, falls dies unbedingt notwendig erscheint.
StillzeitLevocarnitin ist ein physiologischer Bestandteil der Muttermilch. Die Substitution von Levocarnitin bei stillenden Frauen wurde jedoch nicht explizit untersucht. Bei stillenden Frauen, die Levocarnitin erhalten, muss ein mögliches Überschreiten der Levocarnitin Aufnahme gegen den therapeutischen Nutzen für die Mutter abgewogen werden.
Nefrocarnit® Injektionslösung hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100)
Nach der Verabreichung therapeutisch üblicher Dosierungen von 1 - 3 g Levocarnitin wurden gelegentlich Übelkeit und Erbrechen beobachtet.
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen Sehr selten (<1/10.000, einschließlich Einzelfälle)
In sehr seltenen Fällen sind nach oraler oder intravenöser Verabreichung von Levocarni-tin Krämpfe aufgetreten. Bei Patienten mit vorbestehender Krampfneigung wurde über eine Zunahme der Häufigkeit und / oder Schwere der Krämpfe berichtet.
In sehr seltenen Fällen kann nach längerer Anwendung in hoher Dosierung ein fischähnli-cher Körpergeruch auftreten.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kissinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Luxembourg/Luxemburg
Direction de la Santé – Division de la Pharmacie et des Médicaments Allée Marconi – Villa Louvigny
L-2120 Luxembourg Fax : +352 2479 5615
E-mail : pharmacovigilance@ms.etat.lu
Site internet: http://www.sante.public.lu/fr/politique-sante/ministere-sante/direction-sante/div-pharmacie-medicaments/index.html
Pharmakologische Eigenschaften - Nefrocarnit® 1 g/5 ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Aminosäuren und Derivate, ATC-Code: A16AA01 Levocarnitin ist ein L-Aminosäurederivat, ein sogenanntes biogenes Amin.
Levocarnitin ist eine physiologischerweise im menschlichen Organismus vorkommende quaternäre Ammoniumverbindung. Ihre Hauptfunktion ist der Transport der aktivierten langkettigen Fettsäuren durch die innere Mitochondrienmembran in die Mitochondrien, wo sie der Beta-Oxidation zugeführt werden.
Darüber hinaus spielt Levocarnitin eine wichtige Rolle in der Ketogenese der Leber.
Hämodialyse führt zu Levocarnitin-Verlusten, welche Mangelerscheinungen wie Myopa-thien, Kardiomyopathien, Muskelkrämpfen oder Arrhythmien auslösen.
Die Kompensierung eines Carnitin-Mangels mit exogenem Levocarnitin führt zu einer vermehrten Fettsäureoxidation und dadurch zu einem verbesserten Stoffwechsel, der sich klinisch in einer deutlichen Zunahme der Muskelkraft und einer Verringerung der Man-gelerscheinungen zeigt.
Durch die Bildung von Carnitinestern können überschüssige kurz- und verzweigtkettige Acylgruppen aus den Mitochondrien ins Cytosol transportiert werden. Bei einigen ange-
borenen Stoffwechselstörungen können dadurch vermehrt pathologische Metaboliten ausgeschieden, Coenzym A regeneriert und der Energiestoffwechsel verbessert werden.
Das pharmakokinetische Profil von Levocarnitin, als einem physiologischen Bestandteil des menschlichen Körpers, ist abhängig von seinen organspezifischen Speichern. Kon-ventionelle kinetische Parameter müssen daher mit Vorsicht interpretiert werden, da die Plasmaspiegel keine verlässlichen Rückschlüsse auf das in den Zellen verfügbare freie Levocarnitin zulassen.
Da der Großteil des Körper-Levocarnitins (> 90 %) in langsam ausgleichenden Geweben wie Skelettmuskeln gespeichert wird, korreliert ein intrazellulärer Levocarnitin-Mangel nicht notwendigerweise mit wesentlich erniedrigten Plasmaspiegeln, obwohl Langzeit-hämodialyse zu konstant erniedrigten Plasmaspiegeln an freiem Levocarnitin (< 30 µmol/l) führt.
Durch die Hämodialyse wird Levocarnitin aus dem Plasma abfiltriert, was zu deutlich verminderten Plasmaspiegeln unmittelbar nach der Dialyse führt. Die erniedrigten Plas-maspiegel werden innerhalb einiger Stunden durch Entleerung der Speicher wieder auf die Werte von vor der Dialyse ausgeglichen. Regelmäßige Hämodialyse kann daher zu ei-nem Mangel an Levocarnitin in den Geweben führen, obwohl die Plasmaspiegel lange konstant bleiben.
Die intravenöse Substitution mit Levocarnitin führt bei Hämodialysepatienten zu einer Normalisierung oder dosisabhängig auch zu einer Erhöhung der Carnitinspiegel in Plasma und Gewebe.
Levocarnitin wird rasch im Organismus verteilt, wobei Leber, Herz und Skelettmuskula-tur bevorzugt sind. Levocarnitin wird, unabhängig von der Konzentration, nicht an Plas-maprotein oder Albumin gebunden. Es wird nur geringfügig metabolisiert und über die Nieren (falls diese funktionsfähig sind) ausgeschieden.
Bei terminaler Niereninsuffizienz kann die Levocarnitin-Substitution zu erhöhten Plas-maspiegeln führen, welche nach einigen Wochen ein Steady-State erreichen. Diese erhöh-ten Plasmaspiegel scheinen keinen klinischen oder toxikologischen Einfluss zu haben.
Pharmazeutische Angaben - Nefrocarnit® 1 g/5 ml
5 Jahre
Dauer der Haltbarkeit nach Anbruch
Aus mikrobiologischer Sicht soll das Produkt sofort angewendet werden, es sei denn, eine mikrobielle Kontamination kann durch die Methode des Öffnens ausgeschlossen werden. Falls das Produkt nicht sofort verabreicht wird, ist der Anwender für Dauer und die Be-dingungen der Aufbewahrung verantwortlich.
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Farblose Glasampullen (OPC, Hydrolytische Klasse I) mit jeweils 5 ml Injektionslösung. Packungsgrößen:
Packung mit 10 Ampullen
Packung mit 25 Ampullen Klinikpackung (KP) mit 100 Ampullen
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
und sonstige Hinweise zur Handhabung
Es dürfen nur klare Lösungen ohne sichtbare Schwebeteilchen verwendet werden. Falls eine Mischung Veränderungen wie z.B. Verfärbungen, Trübungen oder Niederschläge zeigt, ist die Lösung unbrauchbar und zu verwerfen.
Nur zur einmaligen Anwendung.
Reste in den Ampullen sind zu verwerfen.