Salagen 5 mg Filmtabletten
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Salagen 5 mg
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Linderung von Symptomen einer Speicheldrüsen-Unterfunktion bei Patienten mit erheblicher Xerostomie infolge einer Bestrahlung bei Krebserkrankungen im Bereich des Kopfes und des Halses.
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Behandlung von Symptomen von Mundtrockenheit und Augentrockenheit bei Patienten mit Sjögren-Syndrom.
Dosierung
Für Patienten mit Krebserkrankungen im Bereich des Kopfes und des Halses
Die empfohlene Initialdosis für Erwachsene ist dreimal täglich eine 5 mg Filmtablette.
Die maximale therapeutische Wirkung wird gewöhnlich nach einer Therapie von 4 bis 8 Wochen erzielt. Bei Patienten, die nicht zufriedenstellend auf die Therapie ansprechen und die die Dosis von dreimal 5 mg pro Tag vertragen, kann nach 4 Wochen eine Dosiserhöhung bis zu maximal 30 mg pro Tag in Erwägung gezogen werden. Bei höheren Dosen kann es allerdings zu einer Zunahme der mit dem Präparat in Zusammenhang stehenden Nebenwirkungen kommen. Die Therapie sollte eingestellt werden, wenn nach zwei- bis dreimonatiger Behandlung keine Besserung der Xerostomie festzustellen ist.
Für Patienten mit Sjögren-Syndrom
Die empfohlene Dosis für Erwachsene beträgt 5 mg (eine Filmtablette) viermal täglich. Bei Patienten, die nicht zufriedenstellend auf die Therapie ansprechen und die die Dosis von viermal 5 mg pro Tag vertragen, kann eine Dosiserhöhung bis zu maximal 30 mg pro Tag über den Tag
verteilt in Erwägung gezogen werden. Die Therapie sollte eingestellt werden, wenn nach zwei- bis dreimonatiger Behandlung keine Besserung von Symptomen von Mundtrockenheit und Augentrockenheit festzustellen ist.
Spezielle Patientengruppen
Ältere Patienten
Es gibt keinen Hinweis dafür, dass für ältere Patienten eine andere Dosierung vorzuschlagen ist.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit dieses Arzneimittels bei pädiatrischen Patienten wurden nicht untersucht.
Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
Bei Patienten mit mäßiggradiger und schwerer Leberzirrhose sollte die Behandlung mit einer geringeren Dosis Salagen 5 mg Filmtabletten pro Tag begonnen werden. In Abhängigkeit von der Arzneimittelwirksamkeit und -verträglichkeit kann die Dosis dann schrittweise auf die normale Tagesdosis von dreimal 5 mg Salagen pro Tag gesteigert werden.
Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
Es liegen keine ausreichenden Informationen vor, um das Ausmaß der Ausscheidung von Pilocarpin und seiner Metaboliten über die Niere zu beurteilen und Dosisanpassungen für Patienten mit Niereninsuffizienz empfehlen zu können (siehe Abschnitt 4.4 und Abschnitt 5.2).
Art der Anwendung
Die Filmtabletten sind mit einem Glas Wasser während oder direkt nach den Mahlzeiten einzunehmen. Die letzte Filmtablette sollte immer in Verbindung mit dem Abendessen eingenommen werden.
Für Patienten mit Sjögren-Syndrom
Die Filmtabletten sind mit einem Glas Wasser mit den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen einzunehmen.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Salagen 5 mg Filmtabletten sind kontraindiziert bei Patienten mit klinisch signifikanten (merklichen) unkontrollierten Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen, unkontrolliertem Asthma und anderen chronischen Erkrankungen, für die ein erhöhtes Risiko der Verabreichung cholinerger Agonisten bekannt ist.
Salagen 5 mg Filmtabletten sind kontraindiziert bei Patienten, bei denen eine Miosis unerwünscht ist, wie z. B. bei akuter Iritis.
Vorsicht ist bei Patienten geboten, die zu übermäßiger Schweißbildung neigen und nicht genügend Flüssigkeit zu sich nehmen können, da es zu einer Dehydratation kommen könnte.
Durch Pilocarpin wurde eine Erhöhung des Atemwegwiderstands bei asthmatischen Patienten festgestellt. Auch Patienten mit erheblicher Einschränkung der Herz-Kreislauf-Funktion sind möglicherweise nicht in der Lage, vorübergehende Veränderungen der Hämodynamik oder des Herzrhythmus, die durch Pilocarpin hervorgerufen werden, zu kompensieren. Deshalb sollte eine Therapie mit Salagen 5 mg Filmtabletten bei Patienten mit chronischem Asthma oder erheblicher
Einschränkung der Herz-Kreislauf-Funktion nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und unter strenger medizinischer Kontrolle erfolgen.
Salagen 5 mg Filmtabletten sollten bei Patienten mit nachfolgenden Erkrankungen mit Vorsicht eingesetzt werden:
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Chronische Bronchitis und/oder chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen: Diese Patienten haben hyperaktive Atemwege. Bei ihnen kann es durch die Erhöhung des Muskeltonus der glatten Bronchialmuskulatur und durch die Steigerung der Bronchialsekretion zu Nebenwirkungen kommen.
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Bekannte oder vermutete Cholelithiasis oder Gallenwegserkrankungen: Durch die Kontraktion der Gallenblase oder der glatten Muskulatur der Gallenwege könnten Komplikationen dieser Erkrankungen ausgelöst werden, wie z. B. Cholezystitis, Cholangitis und Gallengangverschluss.
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Peptische Ulzeration, durch die Gefahr von erhöhter Säuresekretion.
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Patienten mit kognitiven oder psychiatrischen Störungen. Cholinerge Agonisten wie Pilocarpinhydrochlorid können dosisabhängig Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem haben.
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Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Niereninsuffizienz.
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Pilocarpin kann den Tonus der glatten Muskulatur der Harnleiter erhöhen und könnte theoretisch Nierenkoliken (oder Rückfluss von Urin in die Harnleiter), insbesondere bei Patienten mit Nephrolithiasis, auslösen.
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Salagen 5 mg Filmtabletten sollten bei Patienten mit Engwinkelglaukom mit Vorsicht eingesetzt werden.
Salagen 5 mg Filmtabletten sollten Patienten, die beta-adrenerge Antagonisten einnehmen, wegen der Möglichkeit von Reizleitungsstörungen am Herzen mit Vorsicht verabreicht werden.
Bei der gleichzeitigen Einnahme von Salagen 5 mg Filmtabletten und Arzneimitteln mit parasympathomimetischer Wirkung ist mit additiven pharmakologischen Effekten zu rechnen.
Unter Pilocarpin kann es zu einer Antagonisierung der anticholinergen Wirkung anderer gleichzeitig eingenommener Arzneimittel kommen (z. B. Atropin, inhaliertes Ipratropiumbromid).
Es wurden zwar keine formellen Studien zur Untersuchung der Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln durchgeführt, aber die folgenden Begleitmedikamente wurden bei mindestens 10 % der Patienten in einer oder beiden Studien über die Wirksamkeit bei Sjögren-Syndrom verabreicht: Acetylsalicylsäure, künstliche Tränenflüssigkeit, Calcium, konjugierte Östrogene, Hydroxychloroquinsulfat, Ibuprofen, Levothyroxin-Natrium, Medroxyprogesteronacetat, Methotrexat, Multivitamine, Naproxen, Omeprazol, Paracetamol und Prednison. Es gab keine Berichte über toxische Wirkungen in beiden Wirksamkeitsstudien.
In In-vitro-Studien wurde herausgefunden, dass Pilocarpin als Inhibitor auf CYP2A6 wirkt. Eine
In-Vivo-Hemmung und somit eine Wechselwirkung mit CYP2A6-Substraten (z. B. Irbesartan, Cumarin) kann nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 5.2).
Schwangerschaft
Die Sicherheit dieses Arzneimittels bei Einnahme während der Schwangerschaft wurde nicht nachgewiesen. Es liegen keine Angaben über die Auswirkungen von Pilocarpin auf das Überleben und die Entwicklung menschlicher Feten vor. In Tierstudien wurde Reproduktionstoxizität festgestellt (siehe Abschnitt 5.3).
Salagen 5 mg Filmtabletten werden während der Schwangerschaft und für gebärfähige Frauen, die keine Empfängnisverhütung verwenden, nicht empfohlen.
Stillzeit
Tierexperimentelle Studien zeigten, dass in der Milch gleiche Konzentrationen Pilocarpin erreicht werden wie im Plasma. Es ist nicht bekannt, ob Pilocarpin in die Muttermilch übertritt. Deshalb muss abgewogen werden, ob die Therapie mit Salagen 5 mg Filmtabletten oder das Stillen unterbrochen werden soll.
Fertilität
Die Auswirkungen von Pilocarpin auf die Fertilität bei Männern und Frauen sind nicht bekannt. Studien an Mäusen, Ratten und Hunden zeigten negative Folgen auf die Spermatogenese. Eine Studie an Ratten weist ebenfalls auf eine mögliche Beeinträchtigung der weiblichen Fruchtbarkeit hin (siehe Abschnitt 5.3). Die Sicherheitsspanne für diese Effekte auf die Fertilität ist unbekannt.
Basierend auf den Ergebnissen der verfügbaren Tierstudien (siehe Abschnitt 5.3) sollten Salagen 5 mg Filmtabletten als Vorsichtsmaßnahme an Männer, die versuchen ein Kind zu zeugen, nur verabreicht werden, wenn der erwartete Nutzen die mögliche Verminderung der Fertilität rechtfertigt.
Patienten, die unter Therapie mit Salagen 5 mg Filmtabletten unter Schwindel leiden, sollten kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen (siehe Abschnitt 4.8).
Nach Anwendung von Pilocarpin wurden Störungen der Tiefenwahrnehmung und unscharfes Sehen festgestellt. Letzteres kann zu einer verminderten Sehschärfe führen, insbesondere nachts und bei Patienten mit zentralen Linsenveränderungen. Sollte dies der Fall sein, müssen die betroffenen Patienten darüber unterrichtet werden, dass sie bei Nacht kein Fahrzeug steuern oder gefährliche Aktivitäten bei eingeschränkten Lichtverhältnissen unternehmen sollten.
Die meisten Nebenwirkungen, die bei der Behandlung mit Salagen 5 mg Filmtabletten beobachtet wurden, waren Folge einer übermäßigen Stimulation des parasympathischen Nervensystems.
Diese Nebenwirkungen waren dosisabhängig und im Allgemeinen leichterer Natur und selbst limitierend. Es besteht die Möglichkeit, dass schwere Nebenwirkungen auftreten; es empfiehlt sich daher eine sorgfältige Beobachtung der Patienten.
In kontrollierten klinischen Studien wurden die folgenden Nebenwirkungen beobachtet:
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100), selten (≥1/10.000 bis <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Erkrankungen des Nervensystems Sehr häufig: Kopfschmerzen Häufig: Schwindel*
Augenerkrankungen
Häufig: gesteigerter Tränenfluss, verschwommene Sicht, anormale Sicht, Konjunktivitis, Augenschmerzen
Herzerkrankungen
Häufig: Vasodilatation (Rötung), Hypertension, Palpitation (Herzklopfen)
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Häufig: Rhinitis (Schnupfen)
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Dyspepsie, Diarrhö, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, vermehrter Speichelfluss.
Gelegentlich: Flatulenz
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Sehr häufig: Schwitzen
Häufig: allergische Reaktionen, Urtikaria, Juckreiz und Hautausschlag eingeschlossen
Erkrankungen der Nieren und Harnwege Sehr häufig: häufigere Blasenentleerung Gelegentlich: verstärkter Harndrang
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Sehr häufig: grippeähnliche Symptome Häufig: Asthenie, Frösteln
* Unter Salagen-5-mg-Filmtabletten-Therapie konnten keine Unterschiede bei den Nebenwirkungen zwischen jüngeren oder älteren Patienten beobachtet werden mit Ausnahme von Schwindel, welcher bei Patienten über 65 Jahren signifikant häufiger gemeldet wurde.
Nachfolgend aufgeführte Nebenwirkungen, die auf die eigentlichen pharmakologischen Eigenschaften von Pilocarpin zurückzuführen sind, wurden in der medizinischen Fachliteratur beschrieben:
Atembeschwerden, Magen-Darm-Krämpfe, Atrioventrikuläre Blockaden, Tachykardie, Bradykardie, Arrhythmie, Hypotonie, Schockzustände, Tremor und Veränderung des mentalen Status. Letzteres kann Gedächtnisverlust, Halluzinationen, Gemütsschwankungen, Verwirrtheit, negative Erregungszustände zur Folge haben.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.
Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de, anzuzeigen.
Eine Überdosierung kann eine cholinerge Krise auslösen, die sowohl durch muskarinische als auch durch nikotinische Effekte charakterisiert ist.
Anzeichen einer Überdosierung aufgrund der muskarinischen Effekte können Bauchkrämpfe, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, unwillkürlicher Stuhl- und Harnabgang, Schwitzen, Speichelfluss, erhöhte Bronchialsekretion, Miosis, Bradykardie und Hypotonie umfassen.
Nikotinische Effekte können unfreiwilliges Muskelzucken, Faszikulation und allgemeine Schwäche beinhalten.
Als Antidot zur Behandlung der muskarinischen Effekte kann Atropin parenteral verabreicht werden. Bei Bedarf sollten unterstützende Maßnahmen ergriffen werden; bei schwerer Atemdepression sollte eine künstliche Beatmung eingeleitet werden.
Pharmakologische Eigenschaften - Salagen 5 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Parasympathomimetikum, ATC-Code: N07AX01.
Wirkmechanismus
Pilocarpin ist ein cholinerger parasympathomimetischer Stoff, der ein breites Spektrum von pharmakologischen Wirkungen mit vorrangig stimulierender Wirkung auf Muskarinrezeptoren aufweist. Bei entsprechender Dosierung kann Pilocarpin die Ausscheidung von exokrinen Drüsen erhöhen, wie beispielsweise die Sekretion von Schweiß-, Speichel-, Tränen-, Magen-, Bauchspeichel- und Darmdrüsen, sowie der Schleim-produzierenden Zellen der Atemwege.
Pharmakodynamische Wirkungen
Die Stimulation der glatten Muskeln des Verdauungstraktes ist dosisabhängig und kann eine Steigerung des Muskeltonus und der -motilität, sowie Spasmen und Tenesmen hervorrufen. Der Tonus der glatten Muskulatur der Bronchien kann zunehmen. Tonus und Motilität der Harnwege, der Gallenblase und der glatten Muskulatur der Gallenwege können ebenfalls zunehmen.
Pilocarpin kann paradoxe Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben. Die erwartete Wirkung eines Muscarin-artigen Agonisten ist eine Senkung des Gefäßtonus. Die Verabreichung von Pilocarpin kann jedoch nach kurz dauernder Hypotension eine Hypertension hervorrufen.
Sowohl Bradykardie als auch Tachykardie wurden bei der Anwendung von Pilocarpin nachgewiesen.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
In einer Studie an gesunden männlichen Probanden kam es 20 Minuten nach der Verabreichung von 5-mg- und 10-mg-Dosen Salagen 5 mg Filmtabletten zu einer Erhöhung des Speichelflusses,
wobei sich die maximale Speichelsekretion nach ca. 1 Stunde einstellte. Die gesteigerte Speichelsekretion hielt etwa 3 bis 5 Stunden an.
Für Patienten mit Krebserkrankungen im Bereich des Kopfes und des Halses In zwei placebokontrollierten, klinischen Doppelblindstudien mit 12-wöchiger
Beobachtungsdauer verringerte die Behandlung mit Salagen 5 mg Filmtabletten bei Patienten mit Xerostomie infolge einer Bestrahlung von Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich das Symptom Mundtrockenheit. In einer dieser Studien trat diese Wirkung nicht früher als nach 12-wöchiger Behandlung ein. Außerdem hat die Behandlung mit Salagen den Speichelfluss erhöht. Die größte Besserung der Mundtrockenheit wurde bei Patienten mit keinem messbaren Speichelfluss vor der Behandlung festgestellt.
In beiden Studien wurde bei einigen Patienten eine allgemeine Besserung der Xerostomie, des Sprechens ohne Einnahme von Flüssigkeiten und des Gefühls im Mund nachgewiesen. Der Einsatz einer weiteren Therapie gegen Mundtrockenheit (z. B. künstlicher Speichel) war seltener erforderlich.
Für Patienten mit Sjögren-Syndrom
Es wurden zwei getrennte 12-wöchige randomisierte klinische Doppelblindstudien mit Placebokontrolle an Patienten mit primärem oder sekundärem Sjögren-Syndrom durchgeführt. Bei beiden Studien entsprachen die meisten Patienten den europäischen Kriterien für primäres
Sjögren-Syndrom. Es wurde untersucht, wie Salagen 5 mg Filmtabletten den Speichelfluss erhöhen können. Im Vergleich mit Placebo wurde eine Zunahme der produzierten Speichelmenge nach der ersten Dosis beobachtet, die während der gesamten Prüfung aufrechterhalten werden konnte (ungefähre Dosis/Wirkungs-Beziehung).
Im Vergleich mit Placebo fand sich eine statistisch signifikante globale Besserung der beobachteten Symptome von Mund- und Augentrockenheit.
Die Wirksamkeit von Salagen 5 mg Filmtabletten an Patienten mit Sjögren-Syndrom während einer Dauerbehandlung (> 12 Wochen) ist nicht nachgewiesen.
Resorption
In einer pharmakokinetischen Studie wurde Probanden 3-mal 5 mg bzw. 3-mal 10 mg Pilocarpinhydrochlorid pro Tag zwei Tage lang verabreicht. Nach der letzten Dosis lag tmax bei etwa 1 Stunde, die Halbwertszeit T1/2 betrug ebenfalls ca. 1 Stunde, und die mittleren Cmax-Werte lagen bei 15 ng/ml für die 5-mg-Dosis und bei 41 ng/ml für die 10-mg-Dosis.
Wurden Salagen 5 mg Filmtabletten mit einer fettreichen Mahlzeit eingenommen, war eine verringerte Resorption von Pilocarpin aus den Salagen 5 mg Filmtabletten festzustellen. Die mittleren tmax-Werte betrugen 1,47 bzw. 0,87 Stunden, die mittleren Cmax-Werte bei männlichen Probanden, die gegessen bzw. nichts gegessen hatten, 51,8 bzw. 59,2 ng/ml.
Verteilung
Pilocarpin wird breit verteilt mit einem scheinbaren Verteilungsvolumen von 2,1 l/kg. Tierexperimentelle Daten zeigen, dass Pilocarpin in die Muttermilch in ähnlichen Konzentrationen wie ins Plasma übergeht. Präklinische Daten deuten ebenfalls daraufhin, dass Pilocarpin bei hoher Dosierung die Blut-Hirn-Schranke passieren kann. Pilocarpin bindet nicht an Plasmaproteine.
Biotransformation
Pilocarpin wird primär über CYP2A6 metabolisiert und hat die Fähigkeit gezeigt CYP2A6 in vitro
zu hemmen. Serumesterasen sind am Metabolismus von Pilocarpin zu Pilocarpinsäure ebenfalls beteiligt.
Elimination
Etwa 35 % der Dosis wird als 3-Hydroxypilocarpin und ungefähr 20 % der Dosis wird unverändert über den Urin ausgeschieden. Die mittlere Eliminationshalbwertszeit für Pilocarpin beträgt 0,76 bzw. 1,35 Stunden nach wiederholten oralen Dosen von 5 bzw. 10 mg Pilocarpinhydrochlorid.
Ältere Patienten
Die Pilocarpin AUC-Werte bei älteren männlichen Probanden waren mit denen jüngerer Männer vergleichbar. Bei einer kleineren Anzahl gesunder älterer Probandinnen lag die durchschnittliche AUC aufgrund der reduzierten Verteilungsvolumina etwa doppelt so hoch wie bei den älteren und jüngeren männlichen Probanden. Der beobachtete Unterschied in der Pharmakokinetik spiegelte sich jedoch nicht in der Häufigkeit der Nebenerscheinungen bei jüngeren und älteren Patientinnen wider. Eine Dosisanpassung bei älteren Patienten ist nicht erforderlich.
Eingeschränkte Nierenfunktion
Eine Pharmakokinetik-Studie mit Pilocarpin bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion zeigte keine signifikanten Unterschiede in Clearance und Exposition verglichen mit Patienten mit normaler Nierenfunktion.
Pharmazeutische Angaben - Salagen 5 mg
Bindemittel/Verdünnungsmittel:
Mikrokristalline Cellulose
Säuerungsmittel/Schmiermittel:
Stearinsäure (Ph.Eur.)
Überzugsmittel:
Opadry White, OY-7300, enthält: Hypromellose, Macrogol 400 und Titandioxid (E 171)
Glanzmittel:
Carnaubawachs
Nicht über 25 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen.
Salagen 5 mg Filmtabletten sind in perforierten Blistern aus Al/PVC/PVDC verpackt. Jeder Blister enthält 14 oder 21 Filmtabletten.
Faltschachteln mit 14, 21, 28 und 84 Filmtabletten, sowie Bündelpackungen mit 336 Filmtabletten sind erhältlich.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.