Natriumoxybat Ethypharm 500 mg/ml Lösung zum Einnehmen
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Natriumoxybat 500 mg/ml
Die Behandlung muss unter Anleitung eines Arztes, der Erfahrungen in der Behandlung von Schlafstorungen hat, begonnen und durchgefUhrt werden.
Dosierung
Die empfohlene Anfangsdosis betragt 4,5 g Natriumoxybat/Tag, verteilt auf zwei gleiche Dosen von 2,25 g/Dosis. Die Dosis kann bis zum Eintritt der Wirkung unter BerUcksichtigung von Wirksamkeit und Vertraglichkeit bis auf maximal 9 g/Tag, verteilt auf zwei gleich groBe Dosen von 4,5 g/Dosis, erhoht werden (siehe Abschnitt 4.4). Dabei sollte die Dosisanpassung (auf- oder abwarts) in Dosierungsschritten von 1,5 g/Tag (d. h. 0,75 g/Dosis) erfolgen. Zwischen den Dosissteigerungen wird ein Abstand von mindestens ein bis zwei Wochen empfohlen. Aufgrund moglicher schwerer Symptome bei Dosen von 18 g/Tag und darUber darf die Dosis von 9 g/Tag nicht Uberschritten werden (siehe Abschnitt 4.4).
Einzeldosen in Hohe von 4,5 g dUrfen erst verabreicht werden, nachdem der Patient/die Patientin zuvor allmahlich auf diese Dosishohe eingestellt wurde.
Unterbrechung der Behandlung
Die Auswirkungen einer Unterbrechung der Behandlung mit Natriumoxybat wurden nicht systematisch in kontrollierten klinischen Studien untersucht (siehe Abschnitt 4.4).
Unterbricht der Patient die Einnahme des Arzneimittels langer als 14 aufeinanderfolgende Tage, so muss der Patient wieder beginnend mit der niedrigsten Dosis eingestellt werden.
Besondere Patientengruppen
.ltere Рatienten
Altere Patienten mUssen genau auf eingeschrankte motorische und/oder kognitive Funktionen Uberwacht werden, wenn sie Natriumoxybat einnehmen (siehe Abschnitt 4.4).
Eingeschrankte Leberfunktion
Die Anfangsdosis muss bei allen Patienten mit eingeschrankter Leberfunktion halbiert und die Reaktion auf Dosissteigerungen genau Uberwacht werden (siehe Abschnitt 4.4 und 5.2).
Eingeschrankte Nierenfunktion
Alle Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion sollten Empfehlungen zur Reduktion der Natriumaufnahme in Betracht ziehen (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Natriumoxybat bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 18 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der Anwendung
Natriumoxybat sollte beim Zubettgehen und dann 2,5 bis 4 Stunden spater nochmals eingenommen werden. Es wird empfohlen, beide Natriumoxybat-Dosen gleichzeitig vor dem Zubettgehen vorzubereiten.
In der Natriumoxybat Ethypharm -Packung befinden sich eine Applikationsspritze mit Messeinteilung und zwei 90 ml Messbecher mit kindergesicherten Schraubdeckeln. Jede abgemessene Natriumoxybat Ethypharm -Dosis muss vor Einnahme in den Messbecher gegeben und mit 60 ml Wasser verdUnnt werden.
Die BioverfUgbarkeit von Natriumoxybat wird durch Nahrung signifikant reduziert. Deshalb sollten die Patienten ihre Mahlzeiten mindestens einige (2 bis 3) Stunden vor Einnahme der ersten Natriumoxybat-Dosis, die direkt vor dem Zubettgehen eingenommen werden muss, zu sich nehmen. Die Patienten sollten immer denselben zeitlichen Abstand zwischen der Dosiseinnahme und den Mahlzeiten einhalten. Nach Herstellung der VerdUnnung sollten die Dosen innerhalb der nachsten 24 Stunden eingenommen oder anderenfalls verworfen werden.
Uberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Patienten mit schwerer Depression.
Patienten mit Succinatsemialdehyddehydrogenase-Mangel. Patienten, die mit Opioiden oder Barbituraten behandelt werden.
NatriumoxyЬat Ethypharm kann eine Atemdepression verursachen.
Atemdepression und Dampfung des zentralen Nervensystems
Natriumoxybat kann eine Atemdepression verursachen. Bei einem nUchternen, gesunden Probanden wurden nach einer einzigen Einnahme von 4,5 g (das Doppelte der empfohlenen Anfangsdosis) Apnoe und Atemdepression beobachtet. Die Patienten mUssen hinsichtlich Anzeichen einer Dampfung des zentralen Nervensystems (ZNS) oder einer Atemdepression befragt werden. Besonders vorsichtig mUssen Patienten mit zu Grunde liegenden Atemwegserkrankungen
beobachtet werden. Aufgrund des erhohten Risikos einer Schlafapnoe sollten Patienten mit einem
BMI ≥40 kg/m2 bei Einnahme von Natriumoxybat engmaschig Uberwacht werden.
Annahernd 80 % der Patienten, die Natriumoxybat wahrend klinischer Studien erhielten, nahmen gleichzeitig ZNS-Stimulanzien ein. Es ist nicht bekannt, ob dies die Atmung wahrend der Nacht beeinflusste. Bevor die Natriumoxybatdosis erhoht wird (siehe Abschnitt 4.2), sollte der verordnende Arzt berUcksichtigen, dass Schlafapnoe bei bis zu 50 % der Patienten mit Narkolepsie vorkommt.
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Benzodiazepine
Eine gleichzeitige Einnahme von Natriumoxybat zusammen mit Benzodiazepinen sollte vermieden werden, da Benzodiazepine die Atemdepression weiter verstarken konnen.
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Alkohol und ZNS-dampfende Substanzen
Wenn Natriumoxybat in Verbindung mit Alkohol oder anderen zentral dampfenden Arzneimitteln eingenommen wird, kann die dampfende Wirkung, die Natriumoxybat auf das Zentralnervensystem hat, verstarkt werden und ebenfalls das Risiko einer Atemdepression steigen. Daher mUssen die Patienten davor gewarnt werden, Alkohol in Verbindung mit Natriumoxybat zu sich zu nehmen.
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Gamma-hydroxybutyrat(GHB)-Dehydrogenase-lnhibitoren
Vorsicht ist geboten bei Patienten, die gleichzeitig mit Valproat oder anderen GHB-Dehydrogenase-Inhibitoren behandelt werden, da pharmakokinetische und
pharmakodynamische Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Einnahme von Natriumoxybat zusammen mit Valproat beobachtet wurden (siehe Abschnitt 4.5). Wenn die gleichzeitige Einnahme gerechtfertigt ist, dann ist eine Anpassung der Dosierung in Erwagung zu ziehen. Zusatzlich sollte das Ansprechen des Patienten und die Vertraglichkeit sorgfaltig Uberwacht und die Dosis entsprechend angepasst werden.
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Topiramat
Nach Einnahme von Natriumoxybat zusammen mit Topiramat wurden Falle von Koma und erhohten GHB-Konzentrationen im Plasma klinisch beobachtet. Deshalb sollten Patienten vor der gemeinsamen Einnahme von Topiramat mit Natriumoxybat gewarnt werden (siehe Abschnitt 4.5).
Missbrauchspotential und Abhangigkeit
Natriumoxybat, das Natriumsalz der Gammahydroxybuttersaure (GHB), ist ein Wirkstoff, der dampfend auf das ZNS wirkt und ein bekanntes Missbrauchspotential hat. Arzte mUssen vor der Behandlung die Patienten hinsichtlich Drogenmissbrauches in der Vorgeschichte oder der Anfalligkeit fUr Drogenmissbrauch beurteilen. Patienten sollten routinemaBig Uberwacht werden und im Falle eines Missbrauchsverdachtes sollte die Behandlung mit Natriumoxybat abgebrochen werden.
Es wurde Uber Falle von Abhangigkeit nach illegaler Anwendung von haufig wiederholten GHB-Dosen (18 bis 250 g/Tag) berichtet, die Uber dem therapeutischen Dosisbereich lagen.
Obwohl keine eindeutigen Hinweise fUr das Auftreten einer Abhangigkeit bei Patienten vorliegen, die Natriumoxybat in therapeutischen Dosen einnehmen, kann diese Moglichkeit nicht ausgeschlossen werden.
Patienten mit Porphyrie
Natriumoxybat gilt als nicht sicher bei Porphyrie-Patienten, da bei Tieren bzw. In-vitro-Systemen gezeigt wurde, dass es Porphyrien auslosen kann.
Neuropsychiatrische Ereignisse
Wahrend der Behandlung mit Natriumoxybat kann bei den Patienten Verwirrtheit auftreten. In einem solchen Fall sollte der Zustand der Patienten umfassend untersucht und geeignete MaBnahmen sollten je nach individuellem Fall in Betracht gezogen werden. Weitere
neuropsychiatrische Ereignisse sind Angst, Psychose, Paranoia, Halluzinationen und Erregung. Das Auftreten von Denkstorungen einschlieBlich Gedanken an das VerUben von Gewalttaten (einschlieBlich anderen zu schaden) und/oder Verhaltensanomalien bei mit Natriumoxybat behandelten Patienten erfordert eine sofortige und sorgfaltige Untersuchung.
Das Auftreten von Depression bei mit Natriumoxybat behandelten Patienten erfordert eine sorgfaltige und sofortige Untersuchung. Patienten mit depressiven Erkrankungen und/oder Suizidversuchen in der Vorgeschichte mUssen besonders sorgfaltig im Hinblick auf Depressionssymptome Uberwacht werden, solange sie Natriumoxybat einnehmen. Die Anwendung von Natriumoxybat Ethypharm ist bei schwerer Depression kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Wenn bei einem Patienten wahrend der Natriumoxybat-Therapie Harn- oder Stuhlinkontinenz auftritt, sollte der verordnende Arzt weitere Untersuchungen vornehmen, um zu Grunde liegende andere Erkrankungsursachen auszuschlieBen. Bei Patienten, die in klinischen Studien mit Natriumoxybat behandelt wurden, sind Falle von Schlafwandeln berichtet worden. Es ist nicht klar, ob einige oder alle diese Episoden einem echten Somnambulismus (einer wahrend des Nicht-REM-Schlafs auftretenden Parasomnie) oder einer anderen spezifischen Erkrankung entsprechen. Bei Patienten mit Schlafwandeln sollte an das Risiko einer Verletzung gedacht werden. Episoden von Schlafwandeln mUssen daher vollstandig untersucht und geeignete MaBnahmen in Betracht gezogen werden.
Natriumaufnahme
Dieses Arzneimittel enthalt 0,41 g Natrium pro 2,25 g Dosis, entsprechend 20% der von der WHO empfohlenen maximalen taglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.
Die maximale Tagesdosis dieses Arzneimittel entspricht 80 % der von der WHO empfohlenen maximalen taglichen Natriumaufnahme.
Natriumoxybat Ethypharm ist reich an Natrium. Dies ist zu berUcksichtigen bei Personen unter Natrium kontrollierter (natriumarmer/-kochsalzarmer) Diat.
Eine Empfehlung zur Reduktion der Natriumaufnahme sollte bei der Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz, Hypertonie oder eingeschrankter Nierenfunktion sorgfaltig beachtet werden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.9).
Altere Patienten
Es liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen mit Natriumoxybat bei alteren Patienten vor. Daher mUssen altere Patienten genau auf eingeschrankte motorische Funktionen und/oder kognitive Funktionen Uberwacht werden, wenn sie Natriumoxybat einnehmen.
Patienten mit Epilepsie
Bei Patienten, die mit Natriumoxybat behandelt wurden, wurden Anfalle beobachtet. Da Sicherheit und Wirksamkeit von Natriumoxybat bei Patienten mit Epilepsie nicht belegt sind, wird eine Anwendung nicht empfohlen.
Rebound-Effekte und Entzugssymptome
Die Wirkung eines Abbruchs der Natriumoxybat-Behandlung wurde nicht systematisch in kontrollierten klinischen Studien untersucht. Bei einigen Patienten kann mit Beendigung der Natriumoxybat-Behandlung die Kataplexie in hoherer Frequenz zurUckkehren, was aber auch auf die normale Variabilitat dieser Erkrankung zurUckgefUhrt werden kann. Obwohl die Erfahrungen aus klinischen Studien mit Natriumoxybat in therapeutischen Dosen bei Narkolepsie-/Kataplexie-Patienten keine eindeutigen Hinweise auf Entzugssyndrome erbrachten, wurden in seltenen Fallen Ereignisse wie Insomnie, Kopfschmerzen, Angstzustande, Schwindel, Schlafstorungen, Somnolenz, Halluzinationen und psychotische Storungen nach GHB-Abbruch beobachtet.
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Die Anwendung von Natriumoxybat in Verbindung mit Alkohol kann zu einer Potenzierung der dampfenden Wirkung von Natriumoxybat auf das Zentralnervensystem fUhren. Die Patienten mUssen vor dem Genuss jeglicher alkoholischer Getranke zusammen mit Natriumoxybat gewarnt werden.
Natriumoxybat darf nicht in Verbindung mit sedierenden Hypnotika oder anderen zentral dampfenden Arzneimitteln eingenommen werden.
Sedative Hypnotika
Interaktionsstudien bei gesunden Erwachsenen mit Natriumoxybat (Einzeldosis von 2,25 g) und Lorazepam (Einzeldosis von 2 mg) und Zolpidemtartrat (Einzeldosis von 5 mg) haben keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen gezeigt. Bei gleichzeitiger Einnahme von Natriumoxybat (2,25 g) und Lorazepam (2 mg) wurde erhohte Schlafrigkeit beobachtet. Die pharmakodynamische Interaktion mit Zolpidem wurde nicht bewertet. Bei hoheren Dosen von Natriumoxybat, bis zu
9 g/Tag, konnen in Kombination mit hoheren Dosen eines Hypnotikums (innerhalb des empfohlenen Dosisbereiches) pharmakodynamische Interaktionen, verbunden mit Symptomen einer Dampfung des zentralen Nervensystems und/oder Atemdepression, nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.3).
Tramadol
Eine Interaktionsstudie bei gesunden Erwachsenen mit Natriumoxybat (Einzeldosis von 2,25 g) und Tramadol (Einzeldosis von 100 mg) zeigte keine pharmakokinetische/pharmakodynamische Interaktion. Bei hoheren Dosen von Natriumoxybat, bis zu 9 g/Tag, konnen in Kombination mit hoheren Dosen eines Opioids (innerhalb des empfohlenen Dosisbereiches) pharmakodynamische Interaktionen, verbunden mit Symptomen einer Dampfung des zentralen Nervensystems und/oder Atemdepression, nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.3).
Antidepressiva
Interaktionsstudien bei gesunden Erwachsenen zeigten keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen Natriumoxybat (Einzeldosis von 2,25 g) und den Antidepressiva Protriptylinhydrochlorid (Einzeldosis von 10 mg) und Duloxetin (60 mg wahrend Steady State). Beim Vergleich zwischen Einzeldosen von Natriumoxybat alleine (2,25 g) und Natriumoxybat (2,25 g) in Kombination mit Duloxetin (60 mg wahrend Steady State) wurde kein zusatzlicher Einfluss auf die Schlafrigkeit beobachtet. FUr die Behandlung der Kataplexie werden Antidepressiva angewendet. Eine mogliche additive Wirkung von Antidepressiva und Natriumoxybat kann nicht ausgeschlossen werden. Die Nebenwirkungsrate war bei gleichzeitiger Verabreichung von Natriumoxybat mit trizyklischen Antidepressiva erhoht.
Modafinil
Eine Interaktionsstudie bei gesunden Erwachsenen zeigte keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen Natriumoxybat (Einzeldosis von 4,5 g) und Modafinil (Einzeldosis von 200 mg). Bei annahernd 80 % der Patienten, die Natriumoxybat wahrend klinischer Studien zu Narkolepsie erhielten, wurden gleichzeitig ZNS-stimulierende Arzneimittel gegeben. Es ist nicht bekannt, ob dies die Atmung wahrend der Nacht beeinflusste.
Omeprazol
Die gleichzeitige Verabreichung von Omeprazol hat keine klinisch signifikante Wirkung auf die Pharmakokinetik von Natriumoxybat. Daher ist eine Anpassung der Natriumoxybat-Dosis nicht erforderlich, wenn Natriumoxybat begleitend zu Protonen-Pumpen-Inhibitoren gegeben wird.
lbuprofen
Interaktionsstudien bei gesunden Erwachsenen zeigten keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen Natriumoxybat und Ibuprofen.
Diclofenac
Interaktionsstudien bei gesunden Erwachsenen zeigten keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen Natriumoxybat und Diclofenac. Die gleichzeitige Anwendung von Natriumoxybat und Diclofenac reduzierte bei gesunden Probanden das mit Hilfe psychometrischer Tests gemessene Aufmerksamkeitsdefizit, welches durch die alleinige Gabe von Natriumoxybat ausgelost wird.
GHB-Dehydrogenase-lnhibitoren
Da Natriumoxybat durch die GHB-Dehydrogenase metabolisiert wird, besteht ein potentielles Risiko fUr Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, die dieses Enzym stimulieren oder hemmen (z. B. Valproat, Phenytoin oder Ethosuximid) (siehe Abschnitt 4.4).
Die gleichzeitige Gabe von Natriumoxybat (6 g pro Tag) und Valproat (1250 mg pro Tag) fUhrt zu einer Erhohung der systemischen Exposition gegenUber Natriumoxybat um etwa 25 % und zu keiner signifikanten Anderung der Cmax. Es wurden keine Effekte auf die Pharmakokinetik von Valproat beobachtet. Die resultierenden pharmakodynamischen Effekte, einschlieBlich erhohter Beeintrachtigung der kognitiven Funktion und Schlafrigkeit, waren bei gleichzeitiger Gabe groBer als mit einem der Arzneimittel alleine beobachtet. Wenn die gleichzeitige Einnahme gerechtfertigt ist, dann sollte das Ansprechen des Patienten und die Vertraglichkeit Uberwacht und die Dosis falls notwendig angepasst werden.
Topiramat
Mogliche pharmakodynamische und pharmakokinetische Interaktionen konnen bei gleichzeitiger Anwendung von Natriumoxybat mit Topiramat nicht ausgeschlossen werden, da klinisch beobachtete Falle von Koma und erhohter GHB-Plasmakonzentration bei (einem) Patienten unter gleichzeitiger Einnahme von Natriumoxybat und Topiramat berichtet wurden (siehe Abschnitt 4.4).
In-vitro-Studien mit gepoolten menschlichen Lebermikrosomen weisen darauf hin, dass Natriumoxybat die Aktivitaten der menschlichen Isoenzyme nicht signifikant hemmt (siehe Abschnitt 5.2).
Schwangerschaft
Tierexperimentelle Studien haben keinen Hinweis auf Teratogenitat erbracht, aber sowohl in Studien mit Ratten als auch mit Kaninchen wurde Embryoletalitat beobachtet (siehe Abschnitt 5.3). Daten von einer begrenzten Anzahl schwangerer Frauen, die im ersten Trimenon exponiert waren, weisen auf ein moglicherweise erhohtes Risiko fUr spontane Aborte hin. Zurzeit sind keine weiteren relevanten epidemiologischen Daten verfUgbar. Begrenzte Daten von schwangeren Patientinnen wahrend des zweiten und dritten Schwangerschaftstrimenons ergeben keinen Hinweis auf Missbildungen oder fetale/neonatale Toxizitat von Natriumoxybat.
Die Anwendung von Natriumoxybat wahrend der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.
Stillzeit
Natriumoxybat und/oder seine Metaboliten werden in die Muttermilch ausgeschieden. Es wurden Veranderungen im Schlafmuster gestillter Kinder von behandelten MUttern beobachtet, die im Einklang mit der Wirkung von Natriumoxybat auf das zentrale Nervensystem stehen konnten.
Natriumoxybat sollte wahrend der Stillzeit nicht angewendet werden.
Fertilitat
Es liegen keine klinischen Daten zum Einfluss von Natriumoxybat auf die Fertilitat vor. Studien in mannlichen und weiblichen Ratten bei GHB-Dosen bis zu 1000 mg/kg/Tag zeigten keinen Hinweis auf einen negativen Effekt auf die Fertilitat.
Natriumoxybat hat einen groBen Einfluss auf die VerkehrstUchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.
Mindestens 6 Stunden nach der Einnahme von Natriumoxybat dUrfen die Patienten keine Tatigkeiten ausfUhren, die geistige Wachheit oder motorische Koordinationsfahigkeit erfordern, wie etwa das Bedienen von Maschinen oder das FUhren von Fahrzeugen. Wenn Patienten das erste Mal Natriumoxybat einnehmen, sollten sie extrem vorsichtig Fahrzeuge fUhren, schwere Maschinen bedienen oder andere Tatigkeiten ausfUhren, die gefahrlich sind oder ihre geistige Aufmerksamkeit erfordern, bis sie wissen, ob dieses Arzneimittel am nachsten Tag noch eine Restwirkung hat.
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die am haufigsten gemeldeten Nebenwirkungen sind Schwindel, Ubelkeit und Kopfschmerzen, die jeweils bei 10 bis 20 % der Patienten auftreten. Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen sind Suizidversuch, Psychose, Atemdepression und Konvulsion.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Natriumoxybat zur Behandlung von Narkolepsiesymptomen wurde anhand von vier multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien im Parallelgruppendesign bei Patienten mit Narkolepsie mit Kataplexie festgestellt. Nur innerhalb einer Studie war Kataplexie nicht als Einschlusskriterium gefordert. Doppelblinde, placebokontrollierte Studien im Parallelgruppendesign – zwei Phase 3-Studien und eine
Phase 2-Studie – wurden durchgefUhrt, um Fibromyalgie als Indikation fUr Natriumoxybat zu beurteilen. DarUber hinaus wurden randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Interaktionsstudien im Crossover-Design mit Ibuprofen, Diclofenac und Valproat bei gesunden Probanden durchgefUhrt. Die Zusammenfassung befindet sich in Abschnitt 4.5.
Zusatzlich zu den Nebenwirkungen, von denen wahrend klinischer Studien berichtet wurden, wurden Nebenwirkungen im Rahmen von Erkenntnissen nach der Zulassung gemeldet. Es ist nicht immer moglich, die Haufigkeit ihres Auftretens in der behandelten Population zuverlassig einzuschatzen.
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen werden entsprechend den MedDRA-Systemorganklassen aufgelistet
Häufigkeitsschätzung: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000,
< 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000); nicht bekannt (auf Grundlage der verfUgbaren Daten nicht abschatzbar).
Innerhalb jeder Haufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Infektionen und parasitare Erkrankungen
Haufig: Nasopharyngitis, Sinusitis
Erkrankungen des Immunsystems
Gelegentlich: Hypersensitivitat
Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen
Haufig: Anorexie, verminderter Appetit
Nicht bekannt: Dehydratation, Appetitsteigerung
Psychiatrische Erkrankungen
Haufig: Depression, Kataplexie, Angst, abnorme Traume, Verwirrtheitszustand, Desorientiertheit, Alptraume, Schlafwandeln, Schlafstorungen, Schlaflosigkeit, Durchschlafstorungen, Nervositat Gelegentlich: Suizidversuch, Psychose, Paranoia, Halluzination, abnormes Denken, Agitiertheit, Einschlafschwierigkeiten
Nicht bekannt: Suizidgedanken, Totungsgedanken/Mordgedanken, Aggression, euphorische Stimmung, schlafbezogene Essstorung, Panikattacke, Manie/bipolare Storung, Wahnvorstellung, Bruxismus, Reizbarkeit und gesteigerte Libido
Erkrankungen des Nervensystems
Sehr haufig: Schwindel, Kopfschmerzen
Haufig: Schlaflahmung, Somnolenz, Tremor, Gleichgewichtsstorungen, Aufmerksamkeitsstorungen, Hypasthesie, Parasthesie, Sedierung, Dysgeusie
Gelegentlich: Myoklonus, Amnesie, Syndrom der ruhelosen Beine (Restless-Legs-Syndrom)
Nicht bekannt: Konvulsion, Bewusstseinsverlust, Dyskinesien
Augenerkrankungen
Haufig: verschwommenes Sehen
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Haufig: (Dreh-)Schwindel (Vertigo)
Nicht bekannt: Tinnitus
Herzerkrankungen
Haufig: Palpitationen
GefaBerkrankungen
Haufig: Hypertonie
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums Haufig: Dyspnoe, Schnarchen, Nasenverstopfung (nasale Kongestion) Nicht bekannt: Atemdepression, Schlafapnoe
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Sehr haufig: Nausea (die Inzidenz von Nausea ist bei Frauen hoher als bei Mannern)
Haufig: Erbrechen, Diarrhoe, Oberbauchschmerzen
Gelegentlich: Stuhlinkontinenz
Nicht bekannt: Mundtrockenheit
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Haufig: Hyperhidrosis, Hautausschlag
Nicht bekannt: Urtikaria, Angioodem, Seborrho
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Haufig: Arthralgie, Muskelspasmen, RUckenschmerzen
Erkrankungen der Nieren und Harnwege Haufig: Enuresis nocturna, Harninkontinenz Nicht bekannt: Pollakisurie/Harndrang, Nykturie
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Haufig: Asthenie, MUdigkeit, GefUhl des Betrunkenseins, periphere Odeme
Untersuchungen
Haufig: erhohter Blutdruck, Gewichtsabnahme
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
Haufig: StUrze
Beschreibung ausgewahlter Nebenwirkungen
Bei einigen Patienten kann mit Beendigung der Natriumoxybat-Behandlung die Kataplexie in hoherer Frequenz zurUckkehren, was jedoch auf die normale Variabilitat dieser Erkrankung zurUckgefUhrt werden kann. Obwohl die Erfahrungen aus klinischen Studien mit Natriumoxybat in therapeutischen Dosen bei Narkolepsie-/Kataplexie-Patienten keine eindeutigen Hinweise auf Entzugssyndrome erbrachten, wurden in seltenen Fallen Nebenwirkungen wie Insomnie, Kopfschmerzen, Angstzustande, Schwindel, Schlafstorungen, Somnolenz, Halluzinationen und psychotische Storungen nach GHB-Abbruch beobachtet.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von groBer Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fUr Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Es liegen nur begrenzte Informationen Uber Anzeichen und Symptome im Zusammenhang mit einer Uberdosierung von Natriumoxybat vor. Die meisten Daten leiten sich von der illegalen Verwendung von GHB ab. Natriumoxybat ist das Natriumsalz von GHB. Ereignisse im Zusammenhang mit Entzugssyndromen wurden auBerhalb des therapeutischen Dosisbereiches beobachtet.
Symptome
Patienten haben unterschiedliche Grade eines gedampften Bewusstseins gezeigt, wobei die Zustande schnell zwischen einem verwirrten, erregt-aggressiven Zustand mit Ataxie und Koma schwankten. Emesis (sogar bei beeintrachtigtem Bewusstsein), Diaphorese, Kopfschmerzen und beeintrachtigte psychomotorische Fahigkeiten konnen auftreten. Uber verschwommenes Sehen wurde berichtet. Bei hoheren Dosen wurde eine zunehmende Tiefe des Komas beobachtet.
Myoklonie und tonisch-klonische Anfalle wurden berichtet. Es liegen Berichte Uber eine eingeschrankte Frequenz und Tiefe der Atmung sowie eine lebensbedrohliche Atemdepression vor, die eine Intubation und kUnstliche Beatmung erforderlich machten. Cheyne-Stokes-Atmung und Apnoe wurden beobachtet. Bradykardie und Hypothermie konnen mit Bewusstlosigkeit ebenso wie mit muskularer Hypotonie einhergehen, die Sehnenreflexe bleiben jedoch unbeeintrachtigt.
Bradykardie sprach auf intravenose Atropin-Verabreichung an. Ereignisse einer Hypernatriamie mit metabolischer Alkalose wurden im Zusammenhang mit begleitender Verabreichung einer NaCl-Infusion berichtet.
Behandlung
Eine MagenspUlung kann in Betracht gezogen werden, wenn vermutet wird, dass auBerdem Nahrung aufgenommen wurde. Da Emesis auch bei beeintrachtigtem Bewusstsein auftreten kann, kann es notwendig sein, den Korper in eine geeignete Position zu bringen (auf der linken Seite liegend) und die Luftwege durch Intubation frei zu halten. Obwohl der WUrgereflex bei tief komatosen Patienten moglicherweise nicht mehr vorhanden ist, konnen selbst bewusstlose Patienten aggressiv auf eine Intubation reagieren; daher sollte eine schnelle Einleitung (ohne Anwendung eines Sedativums) erfolgen.
Von der Verabreichung von Flumazenil kann keine Umkehrung der ZNS-dampfenden Wirkung von Natriumoxybat erwartet werden. Eine Anwendung von Naloxon bei der Behandlung einer
Uberdosierung mit GHB kann nicht empfohlen werden, da keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen. Die Anwendung von Hamodialyse oder anderen Formen von extrakorporaler Arzneimittelentfernung wurde bei Natriumoxybat-Uberdosierungen nicht untersucht. Auf Grund der schnellen Verstoffwechselung von Natriumoxybat sind diese MaBnahmen nicht gerechtfertigt.
PНARMAKOLOGISCНE EIGENSCНAFTEN
Pharmakologische Eigenschaften - Natriumoxybat 500 mg/ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel fUr das Nervensystem, ATC-Code: N07XX04
Natriumoxybat ist ein auf das Zentralnervensystem wirkendes Sedativum, das die exzessive Tagesschlafrigkeit und Kataplexie bei Patienten mit Narkolepsie reduziert und die Schlafarchitektur durch Reduzierung des fragmentierten Nachtschlafs modifiziert. Der genaue Mechanismus, durch den Natriumoxybat eine Wirkung ausUbt, ist unbekannt, es wird jedoch angenommen, dass Natriumoxybat durch die Forderung des langsamen (Delta-) Wellen-Schlafes wirkt und den nachtlichen Schlaf festigt. Vor dem nachtlichen Schlaf verabreichtes Natriumoxybat vermehrt den Schlaf der Stadien 3 und 4 und verlangert die Schlaflatenz, wahrend es die Haufigkeit von REM-Episoden zu Beginn des Schlafs (SOREMPs) reduziert. Moglicherweise sind noch weitere Mechanismen beteiligt, die noch untersucht werden mUssen. Mehr als 80 % der Patienten in den dokumentierten klinischen Studien wurden weiterhin gleichzeitig mit Stimulanzien behandelt.
Die Wirksamkeit von Natriumoxybat zur Behandlung von Narkolepsiesymptomen wurde anhand von vier multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien im Parallelgruppendesign (Studien 1, 2, 3 und 4) bei Patienten mit Narkolepsie und Kataplexie festgestellt. Nur innerhalb der Studie 2 war Kataplexie nicht als Einschlusskriterium gefordert. Die gleichzeitige Behandlung mit Stimulanzien war in allen Studien zulassig (auBer in Studie 2 wahrend der aktiven Behandlungsphase). Antidepressiva wurden in allen Studien mit Ausnahme der Studie 2 vor der aktiven Behandlung abgesetzt. In jeder Studie wurde die tagliche Dosis in zwei gleich groBe Dosen aufgeteilt. Die erste Dosis wurde abends zur Schlafenszeit und die zweite Dosis 2,5 bis 4 Stunden spater eingenommen.
TaЬelle 1 Zusammenfassung der durchgefiihrten klinischen Studien, in denen NatriumoxyЬat zur Behandlung der Narkolepsie eingesetzt wurde
Studie Primare Wirksamkeit
N= Sekundare Wirksamkeit Zeitraum Aktive Behandlung
und Dosis (g/Tag)
| Studie 1 | EDS (ESS); CGIc | 246 | MWT/Schlafarchitektur/ Kataplexie/Naps/FOSQ | 8 Wochen | Natriumoxybat 4,5-9 |
| Studie 2 | EDS (MWT) | 231 | Schlafarchitektur/ESS/CGIc/Naps | 8 Wochen | Natriumoxybat 6-9Modafinil 200-600 mg |
| Studie 3 | Kataplexie | 136 | EDS (ESS)/CGIc/Naps | 4 Wochen | Natriumoxybat 3-9 |
| Studie 4 | Kataplexie | 55 | keine | 4 Wochen | Natriumoxybat 3-9 |
EDS – Exzessive Tagesschlafrigkeit (Excessive Daytime Sleepiness); ESS – Epworth Schlafrigkeitsskala (Epworth Sleepiness Scale); MWT – Mehrfach-Wachbleibe-Test (Maintenance of Wakefulness Test); Naps – Anzahl ungewollter Nickerchen wahrend des Tages (Number of inadvertent daytime naps); CGIc – Veranderungen des klinischen Gesamteindrucks (Clinical Global Impression of Change); FOSQ – Funktionelle Ergebnisse im Schlaf-Fragebogen (Functional Outcomes of Sleep Questionnaire)
Studie 1 schloss 246 Patienten mit Narkolepsie ein und beinhaltete eine einwochige Titrationsphase. Als primarer Wirksamkeitsnachweis wurden Veranderungen der exzessiven Tagesschlafrigkeit anhand der Epworth Schlafrigkeitsskala (Epworth Sleepiness Scale, ESS) ermittelt sowie Veranderungen der Schwere der Narkolepsiesymptome durch den PrUfarzt anhand der Veranderungen des klinischen Gesamteindrucks (Clinical Global Impression of Change, CGIc) bewertet.
TaЬelle 2 Zusammenfassung der ESS-Resultate der Studie 1
| Epworth Schlafrigkeitsskala (Epworth Sleepiness Scale, ESS; Spannweite 0-24) | ||||
| Dosisgruppe [g/Tag (N)] | Ausgangslage | Endwert | Anderung der Ausgangslage (Median) | Anderung der Ausgangslage imVergleich zu Placebo (p-Wert) |
| Placebo (60) | 17,3 | 16,7 | -0,5 | - |
| 4,5 (68) | 17,5 | 15,7 | -1,0 | 0,119 |
| 6 (63) | 17,9 | 15,3 | -2,0 | 0,001 |
| 9 (55) | 17,9 | 13,1 | -2,0 | <0,001 |
TaЬelle 3 Zusammenfassung der Veranderungen des klinischen Gesamteindrucks (Clinical GloЬal Impression of Change, CGIc) der Studie 1
| Veranderungen des klinischen Gesamteindrucks (Clinical GloЬal Impression of Change, CGIc) | ||
| Dosisgruppe [g/Tag (N)] | Responder* N (%) | Anderung der Ausgangslage im Vergleich zu Placebo(p-Wert) |
| Placebo (60) | 13 (21,7) | - |
| 4,5 (68) | 32 (47,1) | 0,002 |
| 6 (63) | 30 (47,6) | <0,001 |
| 9 (55) | 30 (54,4) | <0,001 |
* Zur Analyse der CGIc-Daten wurde festgelegt, dass Responder Patienten waren, denen es sehr viel besser oder viel besser ging.
In Studie 2 wurden die Wirkungen von oral verabreichtem Natriumoxybat, Modafinil und Natriumoxybat + Modafinil gegenUber Placebo in der Behandlung der Tagesschlafrigkeit bei Narkolepsie verglichen. Wahrend der 8-wochigen Doppelblindphase nahmen die Patienten Modafinil in ihrer bewahrten Dosis oder aquivalent Placebo ein. Die Natriumoxybat- bzw. die aquivalente Placebo-Dosis betrug 6 g/Tag in den ersten 4 Wochen, sie wurde auf 9 g/Tag fUr die verbleibenden 4 Wochen erhoht. Als primarer Wirksamkeitsnachweis wurde die exzessive Tagesschlafrigkeit durch die objektive Reaktion im MWT ermittelt.
TaЬelle 4 Zusammenfassung der MWT-Resultate der Studie 2
| STUDIE 2 | ||||
| Dosisgruppe | Ausgangslage | Endwert | Anderung zur Ausgangslage(Mittelwert) | Endwert im Vergleich zu Placebo |
| Placebo (56) | 9,9 | 6,9 | -2,7 | - |
| Natriumoxybat (55) | 11,5 | 11,3 | 0,16 | <0,001 |
| Modafinil (63) | 10,5 | 9,8 | -0,6 | 0,004 |
| Natriumoxybat + Modafinil (57) | 10,4 | 12,7 | 2,3 | <0,001 |
Studie 3 schloss 136 Narkolepsiepatienten mit moderater bis schwerer Kataplexie als Ausgangslage ein (21 Kataplexieattacken pro Woche im Median). In dieser Studie war die Haufigkeit der Kataplexieattacken der primare Wirksamkeitsnachweis.
TaЬelle 5 Zusammenfassung der ErgeЬnisse der Studie 3
| Dosis | Anzahl der Patienten | Kataplexieattacken | ||
| Studie 3 | Ausgangslage | Anderung zur Ausgangslage (Median) | Anderung der Ausgangslage imVergleich zu Placebo (p-Wert) | |
| Attacken/Woche (Median) | ||||
| Placebo | 33 | 20,5 | -4 | - |
| 3,0 g/Tag | 33 | 20,0 | -7 | 0,5235 |
| 6,0 g/Tag | 31 | 23,0 | -10 | 0,0529 |
| 9,0 g/Tag | 33 | 23,5 | -16 | 0,0008 |
Studie 4 schloss 55 Narkolepsiepatienten ein, die Natriumoxybat fUr 7 bis 44 Monate in der offenen Behandlung eingenommen hatten. Die Patienten wurden randomisiert entweder der weiteren Behandlung mit Natriumoxybat in der erreichten stabilen Dosis oder Placebo zugeteilt. Die
Studie 4 wurde speziell zur Beurteilung der anhaltenden Wirksamkeit von Natriumoxybat nach Langzeitbehandlung durchgefUhrt. In dieser Studie war die Haufigkeit der Kataplexieattacken der primare Wirksamkeitsnachweis.
TaЬelle 6 Zusammenfassung der ErgeЬnisse der Studie 4
| Behandlungsgruppe | Anzahl der Patienten | Kataplexie-Anfalle | ||
| Studie 4 | Ausgangslage | Anderung zur Ausgangslage (Median) | Anderung der Ausgangslage im Vergleich zuPlacebo (p-Wert) | |
| Attacken/2 Wochen (Median) | ||||
| Placebo | 29 | 4,0 | 21,0 | - |
| Natriumoxybat | 26 | 1,9 | 0 | p <0,001 |
In Studie 4 war das Ansprechen der Patienten auf Dosen von 6 bis g/Tag numerisch ahnlich; es wurde jedoch kein Effekt bei Patienten beobachtet, die mit weniger als 6 g/Tag behandelt wurden.
Natriumoxybat wird nach oraler Verabreichung schnell und nahezu vollstandig resorbiert; die Resorption wird durch eine stark fetthaltige Mahlzeit verzogert und abgeschwacht. Es wird hauptsachlich durch Metabolisierung eliminiert, wobei die Halbwertszeit 0,5 bis 1 Stunde betragt. Die Pharmakokinetik ist nicht linear, wobei der Bereich unter der Plasmakonzentrationskurve (AUC) versus Zeitkurve auf das 3,8 fache ansteigt, wenn die Dosis von 4,5 g auf 9 g verdoppelt wird. Die Pharmakokinetik verandert sich nicht bei wiederholter Dosierung.
Resorption
Natriumoxybat wird nach oraler Verabreichung schnell resorbiert, wobei die absolute BioverfUgbarkeit etwa 88 % betragt. Die durchschnittlichen Plasma-Spitzenkonzentrationen (1. und 2. Spitzenwert) nach der Verabreichung einer Tagesdosis von 9 g, verteilt auf zwei gleiche Dosen, die im Abstand von vier Stunden gegeben wurden, betrugen 78 bzw. 142 Mikrogramm/ml. Die durchschnittliche Zeit bis zur Plasma-Spitzenkonzentration (Tmax) variierte von 0,5 bis 2 Stunden. Nach oraler Verabreichung steigen die Plasmaspiegel von Natriumoxybat mit zunehmender Dosis Uberproportional. Einzeldosen Uber 4,5 g wurden nicht untersucht. Die Verabreichung von Natriumoxybat unmittelbar nach einer sehr fetthaltigen Mahlzeit fUhrte zu einer verzogerten Resorption (der durchschnittliche Tmax-Wert stieg von 0,75 Stunden auf 2,0 Stunden) und zu einem RUckgang des Spitzen-Plasmaspiegels (Cmax) um durchschnittlich 58 % sowie der systemischen Exposition (AUC) um 37 %.
Verteilung
Natriumoxybat ist eine hydrophile Verbindung mit einem scheinbaren Verteilungsvolumen von durchschnittlich 190-384 ml/kg. Bei Natriumoxybat-Konzentrationen von
3 bis 300 Mikrogramm/ml wird weniger als 1 % an Plasmaproteine gebunden.
Biotransformation
Tierstudien weisen darauf hin, dass der Metabolismus der hauptsachliche Eliminationsweg fUr Natriumoxybat ist, wobei Uber den Tricarbonsaurezyklus (Krebs-Zyklus) und sekundar durch β-Oxidation Kohlendioxid und Wasser gebildet werden. An dem primaren Weg ist ein zytosolisches NADP+ -gebundenes Enzym, die GHB-Dehydrogenase beteiligt, das die Umwandlung von Natriumoxybat zu Succinatsemialdehyd katalysiert, das dann durch das Enzym Succinatsemialdehyddehydrogenase zu Bernsteinsaure biotransformiert wird. Bernsteinsaure tritt in den Krebs-Zyklus ein, wo es zu Kohlendioxid und Wasser metabolisiert wird. Ein zweites mitochondriales Oxido-Reduktase-Enzym, eine Transhydrogenase, katalysiert ebenfalls die Umwandlung zu Succinatsemialdehyd bei Vorhandensein von α-Ketoglutarat. Ein alternativer Weg der Biotransformation umfasst die β-Oxidation Uber 3,4-Dihydroxybutyrat zu Acetyl-CoA, das auch im Citratzyklus zu Kohlendioxid und Wasser umgebaut wird. Es wurden keine aktiven Metaboliten identifiziert.
ln-vitro-Studien mit gepoolten menschlichen Lebermikrosomen weisen darauf hin, dass Natriumoxybat bis zu einer Konzentration von 3 mM (378 Mikrogramm/ml) die Aktivitaten der menschlichen Isoenzyme CУP1A2, CУP2C9, CУP2C19, CУP2D6, CУP2E1 und CУP3A nicht signifikant hemmt. Diese Werte sind betrachtlich hoher als die bei therapeutischen Dosen erreichten Spiegel.
Elimination
Die Clearance von Natriumoxybat erfolgt nahezu ausschlieBlich durch Biotransformation zu Kohlendioxid, das dann durch Ausatmung eliminiert wird. Im Durchschnitt erscheinen weniger als 5 % des unveranderten Arzneimittels innerhalb von 6 bis 8 Stunden nach der Einnahme im menschlichen Urin. Die Ausscheidung Uber die Fazes ist zu vernachlassigen.
Altere Patienten
Bei einer limitierten Anzahl von Patienten Uber 65 Jahren war die Pharmakokinetik von Natriumoxybat verglichen mit Patienten unter 65 Jahren nicht unterschiedlich.
Kinder und Jugendliche
Die Pharmakokinetik von Natriumoxybat bei padiatrischen Patienten unter 18 Jahren ist nicht untersucht worden.
Eingeschrankte Nierenfunktion
Die Nieren spielen bei der Ausscheidung von Natriumoxybat keine bedeutende Rolle. Es ist nicht zu erwarten, dass die Nierenfunktion Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Natriumoxybat hat.
Eingeschrankte Leberfunktion
Natriumoxybat durchlauft eine signifikante prasystemische Verstoffwechselung ("First-pass"-Lebermetabolismus). Nach einer Einzeldosis von 25 mg/kg waren die AUC-Werte bei zirrhotischen Patienten doppelt so hoch, wobei die scheinbare orale Clearance von 9,1 bei gesunden Erwachsenen auf 4,5 bzw. 4,1 ml/min/kg bei Klasse-A-Patienten (ohne Aszites) bzw. Klasse-C-Patienten (mit Aszites) reduziert war. Die Eliminationshalbwertszeit war signifikant langer bei Klasse-C- und KlasseA-Patienten als in der Kontrollgruppe (durchschnittlicher t1/2-Wert von 59 und 32 versus 22 Minuten). Die Anfangsdosis muss bei allen Patienten mit eingeschrankter Leberfunktion halbiert und die Reaktion auf Dosissteigerungen genau Uberwacht werden (siehe Abschnitt 4.2).
Ethnische Zugehorigkeit
Die Auswirkung der ethnischen Zugehorigkeit auf den Metabolismus von Natriumoxybat wurde nicht beurteilt.
Pharmazeutische Angaben - Natriumoxybat 500 mg/ml
Apfelsaure (zur pH-Wert-Einstellung) Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung) Gereinigtes Wasser
InkompatiЬilitaten
Dieses Arzneimittel darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
Dauer der НaltЬarkeit
5 Jahre
Haltbarkeit nach Anbruch: 90 Tage
Nach der VerdUnnung in den Messbechern sollte die Zubereitung innerhalb von 24 Stunden eingenommen werden.
Besondere Vorsichtsma6nahmen fiir die AufЬewahrung
FUr dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3. Aufbewahrungsbedingungen nach VerdUnnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
180 ml Losung in einer bernsteinfarbenen 200 ml-PET-Flasche, die mit einem kindergesicherten Verschluss (manipulationssicherer Deckel aus Polypropylen/HDPE mit einer Innenbeschichtung aus Polespan) verschlossen ist.
Jede Packung enthalt eine Flasche, einen LDPE-Flaschenadapter zum EindrUcken, eine Applikationsspritze fUr Zubereitungen zum Einnehmen aus Polypropylen / Polyethylen (skaliert fUr Dosierungen von 1,5 g bis 4,5 g) und zwei Messbecher aus Polypropylen mit kindergesicherten HDPE-Schraubdeckeln.
Besondere Vorsichtsma6nahmen fiir die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.
INНABER DER ZULASSUNG
AS "Kalceks"
Beiname: JSC "Kalceks" Krustpils iela 71E
1057 Rīga
Lettland
Mitvertrieb:
Grindeks Kalceks Deutschland GmbH ThaerstraBe 4a
47533 Kleve Deutschland
ETHУPHARM GmbH
MittelstraBe 5/5a 12529 Schonefeld Deutschland