LUTINUS® 100 mg Vaginaltabletten
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Ja
Darreichungsform
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Fachinfo - LUTINUS® 100 mg
LUTINUS dient zur Unterstützung der Lu- tealfunktion im Rahmen einer Assistierten Reproduktionstherapie (ART).
Dosierung
Erwachsene
LUTINUS wird, beginnend am Tag der Oo- zyten-Entnahme, in einer Dosierung von 3 × täglich 100 mg vaginal verabreicht. Nach Feststellung der klinischen Schwan- gerschaft sollte die Behandlung mit LUTINUS für 30 Tage fortgesetzt werden.
Kinder und Jugendliche
Es gibt keine Indikation für die Anwendung von LUTINUS bei Kindern und Jugend- lichen.
Ältere Patienten
Es liegen keine klinischen Daten zur An- wendung bei Patientinnen über 65 Jahre vor.
Anwendung bei besonderen Patienten- gruppen
Es liegen keine Erfahrungen mit der Anwen- dung von LUTINUS bei Patientinnen mit Leber- und Nierenfunktionsstörungen vor.
Art der Anwendung
LUTINUS wird mithilfe des mitgelieferten Applikators in die Vagina eingeführt.
LUTINUS darf nicht angewendet werden bei:
-
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genann- ten sonstigen Bestandteile
-
vaginalen Blutungen unbekannter Ursache
-
verhaltenem Abort oder ektoper Schwan- gerschaft
-
schwerer Funktionsstörung oder Erkran- kung der Leber
-
bestehendem oder vermutetem Brust- krebs oder Krebs der weiblichen Ge- schlechtsorgane
-
einer bestehenden oder vorangegange- nen aktiven arteriellen oder venösen Thromboembolie
-
einer bestehenden oder vorangegange- nen schweren Thrombophlebitis
-
Porphyrie
Bei Verdacht auf eine der folgenden Erkran- kungen muss die Therapie mit LUTINUS abgebrochen werden: Myokardinfarkt, zere- brovaskuläre Störungen, arterielle oder venöse Thromboembolie (venöse Throm- boembolie oder Lungenembolie), Throm- bophlebitis oder retinale Thrombose.
Bei Patientinnen mit leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung ist das Arzneimittel mit Vorsicht anzuwenden.
Patientinnen mit Depressionen in der Vor- geschichte sind sorgfältig zu überwachen. Bei Verschlechterung der Symptomatik ist ein Therapieabbruch zu erwägen.
Progesteron kann eine Flüssigkeitsreten- tion hervorrufen. Daher sollten Patientinnen mit Erkrankungen, die hierdurch beeinflusst werden können (z. B. Epilepsie, Migräne, Asthma, Herz- oder Niereninsuffizienz), sorg- fältig überwacht werden.
Bei einer kleinen Anzahl von Patientinnen unter Östrogen-Gestagen-Kombinationsarz- neimitteln wurde eine Abnahme der Insulin- sensitivität und dadurch der Glukosetole- ranz beobachtet. Die Ursache für diese Abnahme ist nicht bekannt. Daher sollten Patientinnen mit Diabetes mellitus während der Progesteron-Therapie sorgfältig über- wacht werden.
Ebenso können Sexualsteroide das Risiko von retinalen Gefäßläsionen erhöhen. Da- her ist besondere Vorsicht bei Patientinnen
> 35 Jahre, Raucherinnen und Patientin- nen mit Atherosklerose-Risiko geboten. Bei transienten ischämischen Attacken, plötzli- chem Auftreten schwerer Kopfschmerzen oder Sehstörungen, verursacht durch Pa- pillenödem oder Retinablutung, muss die Anwendung beendet werden.
Eine plötzliche Beendigung der Progester- onbehandlung kann Angstgefühle, Stim- mungsschwankungen und erhöhte Anfalls- neigung hervorrufen.
Vor Therapiebeginn mit LUTINUS sollten die Gründe für die Infertilität der Patientin und ihres Partners angemessen festgestellt werden.
Arzneimittel, die zu einer Induktion des he- patischen Cytochrom-P450-3A4-Systems führen [z. B. Rifampicin, Carbamazepin oder pflanzliche Arzneimittel mit Johannis- kraut (Hypericum perforatum)] können die Eliminationsrate von Progesteron verstärken und dadurch die Bioverfügbarkeit verringern. Dagegen können Ketoconazol und andere Inhibitoren des Cytochrom-P450-3A4-Sys- tems die Eliminationsrate verringern und da- durch die Bioverfügbarkeit von Progesteron erhöhen.
Die Auswirkungen einer gleichzeitigen Ga-
be von Vaginaltherapeutika zur Einführung in die Vagina auf die Progesteron-Freiset-
zung durch LUTINUS wurden nicht unter- sucht. Es wird jedoch nicht empfohlen, LUTINUS mit anderen vaginal zu verabrei- chenden Arzneimitteln (z. B. Fungiziden) an- zuwenden, da dies die Freisetzung und Resorption aus der Vaginaltablette beein- flussen kann.
Schwangerschaft:
LUTINUS Vaginaltabletten sind nur im ers- ten Trimester der Schwangerschaft im Rah- men einer Assistierten Reproduktionsthera- pie (ART) anzuwenden.
Es liegen nur begrenzte und nicht aussage- kräftige Daten über das Risiko kongenitaler Anomalien einschließlich genitaler Anoma- lien bei Kindern beiderlei Geschlechts in- folge intrauteriner Exposition während der Schwangerschaft vor.
In der Pivotal-Studie betrug die Rate der fetalen Anomalien nach 10-wöchiger An- wendung von 3 × täglich LUTINUS 100 mg 4,5 %. Insgesamt wurden bei 404 Patien- tinnen 7 Fälle mit fetaler Anomalie (Ösopha- gusfistel, unterentwickeltes rechtes Ohr und Hypospadie, kleine Aorta/Herzklappen- regurgitation/Septumdeviation, Handdefor- mation, Gaumenspalte/Lippenspalte, Hy- drocephalus und Holoprosenzephalie/Pro- boscis/Polydaktylie) festgestellt. Die Rate der fetalen Anomalien, die in der klinischen Studie beobachtet wurde, ist vergleichbar mit den Raten der fetalen Anomalien in der Durchschnittsbevölkerung. Die Gesamtex- position ist jedoch zu gering, um daraus Rückschlüsse zu ziehen.
Während der Pivotal-Studie betrugen die Spontanabort- und ektopen Schwanger- schaftsraten, die in Zusammenhang mit LUTINUS 100 mg (3 × täglich) auftraten, 5,4 % bzw. 1 %.
Stillzeit:
Da Progesteron in der Muttermilch nach- gewiesen wurde, sollte LUTINUS während der Stillzeit nicht angewendet werden.
LUTINUS hat geringen oder mäßigen Ein- fluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Da Progesteron Schläfrigkeit und/oder Schwindel bewirken kann, sollten das Füh- ren von Fahrzeugen und das Bedienen von Maschinen mit Vorsicht erfolgen.
Die am häufigsten berichteten unerwünsch- ten Wirkungen bei IVF-Patientinnen, die in klinischen Studien mit LUTINUS behandelt wurden, waren Kopfschmerzen (1,5 %), vulvovaginale Beschwerden (1,5 %) und Gebärmutterkrämpfe (1,4 %). In der nach- folgenden Tabelle sind die wichtigsten im Rahmen von klinischen Studien mit LUTI- NUS bei Frauen aufgetretenen Nebenwir- kungen nach Organklassen und Häufig- keitsgrad gegliedert.
Siehe Tabelle auf Seite 2
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| Organklasse | Häufig(≥ 1/100 bis < 1/10) | Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis< 1/100) | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)*** |
| Erkrankungen des Nervensystems | Kopfschmerzen | Schwindel, Schlaf- losigkeit | Fatigue |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Aufgetriebenes Abdo- men, Bauchschmer- zen, Übelkeit | Diarrhoe, Obstipation | Erbrechen |
| Erkrankungen der Haut und desUnterhautzellgewebes | Urtikaria, Hautausschlag | Überempfindlichkeits- reaktionen | |
| Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse | Gebärmutterkrämpfe | Vulvovaginale Beschwerden*, Vaginalmykose, Beschwerden in den Brüsten**,Genitaler Pruritus | |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Peripheres Ödem |
* Vulvovaginale Beschwerden wie vulvovaginaler Schmerz, vaginales Brennen, vaginaler Aus- fluss, vulvovaginale Trockenheit und vaginale Blutungen wurden nach der Anwendung von LUTINUS mit einer kumulativen Häufigkeit von 1,5 % berichtet.
** Brustbeschwerden wie Schmerzen, Schwellungen und Spannungsgefühl in den Brüsten wurden im Rahmen von klinischen Studien als Einzelfälle mit einer kumulativen Häufigkeit von 0,4 % berichtet.
*** Postmarketing-Daten
Biotransformation
LUTINUS® 100 mg Vaginaltabletten
Progesteron wird hauptsächlich in der Leber zu Prägnandiolen und Prägnanolonen me- tabolisiert, die wiederum in der Leber zu Glucuronid- und Sulfatmetaboliten konjugiert werden. Die biliär ausgeschiedenen Proges- teron-Metabolite können im Darm dekonju- giert und weiter im Darm durch Reduktion, Dehydroxylierung und Epimerisierung me- tabolisiert werden.
Elimination
Progesteron wird über die Niere und die Galle eliminiert. Nach Injektion von radioaktiv markiertem Progesteron werden 50 – 60 % der Metaboliten über die Niere ausgeschie- den; ca. 10 % der Exkretion erfolgt biliär und mit den Fäces. Die Gesamt-Wiederfin- dungsrate des radioaktiv markierten Pro- gesterons beträgt 70 % der verabreichten Dosis. Lediglich ein kleiner Teil des unver- änderten Progesterons wird biliär eliminiert.
Pharmakologische Eigenschaften - LUTINUS® 100 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Sexual- hormone und Modulatoren des Genitalsys- tems; Gestagene; Pregnen-4-Derivate
ATC-Code: G03DA04.
Wirkmechanismus
Progesteron ist ein natürlich vorkommen- des Steroid, das von Ovar, Plazenta und Nebenniere sezerniert wird. Unter dem Ein- fluss ausreichend großer Mengen an Ös-
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trogen wandelt Progesteron ein proliferier- tes Endometrium in ein sekretorisches um. Progesteron ist notwendig zur Steigerung der endometrialen Rezeptivität für die Im- plantation des Embryos. Nach der Em- bryoimplantation dient Progesteron zur Aufrechterhaltung der Schwangerschaft.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit Schwangerschaftsraten und Lebendgebur- tenraten nach 10-wöchiger Unterstützung der Lutealfunktion mit LUTINUS 100 mg (3 × täglich) (N= 390) bei Patientinnen mit erfolgreichem Embryotransfer in der klini- schen Studie Phase III lagen bei 44 % (95 % CI 38,9; 48,9) bzw. 39,5 % (95 % CI 34,6;
44,5).
Resorption
Die Gabe von LUTINUS Vaginaltabletten bei 12 gesunden prämenopausalen Frauen führte zu erhöhten Progesteron-Serumkon- zentrationen. Am ersten Behandlungstag betrug der mittlere Cmax 19,8 ± 2,9 ng/ml mit Tmax 17,3 ± 3,0 Stunden nach 3 × täg- licher Verabreichung von LUTINUS im Ab- stand von 8 Stunden.
Nach Mehrfachgabe wurden Steady-state- Konzentrationen ca. 1 Tag nach Beginn der Behandlung mit LUTINUS erreicht. Talspiegel von 10,9 ± 2,7 ng/ml mit einem AUC0–24 von 436 ± 43 ng*Std/ml wurden an Tag 5 beobachtet.
Verteilung
Progesteron ist zu 96 % bis 99 % an Se- rum-Proteine gebunden, hauptsächlich an Serum-Albumin und Kortikosteroid-binden- des Globulin.
schweinchen als nicht-sensibilisierend.